Einführung

Der Bahntrassen – Radweg zählt mit seinen duftenden Waldpassagen, imposanten Bergpanoramen und hoch aufragenden Granitfelswänden abseits des Straßenverkehrs zu den schönsten Radausflugsstrecken im Vorderen Bayerischen Wald. Wiesen, Felder, Wälder, Weiher, Felsformationen und Taleinschnitte wechseln sich ab. So bitter die Eisenbahnstilllegung und das „zu Grabe getragene“ Falkensteiner Bockerl 1985 war, so profitieren heute gleichwohl tausende Radausflügler von dem einzigartig schönen Streckenverlauf. Stichwort Slow Motion: der Falkenstein-Radweg zwischen der Welterbestadt Regensburg und dem Luftkurort Falkenstein lädt ein, der Langsamkeit des Seins auf die Spur zu kommen. Es bereitet Heidenspaß der schlängelnden Bahntrassen-Route durch sanft gewellte, sauerstoffreiche Waldlandschaft gemächlich zu folgen und vor jeder Kurvenbiegung auf's neue auf beeindruckende Blinkwinkel und fabelhafte Ausblicke gespannt zu sein. Fern vom Touristenrummel und der Alltagshektik ist die Tour inmitten stimmungsvoller Hügellandschaft eine echte Punktlandung. In Ruhe das sinnliche Naturerlebnis genießen, inspirative Augenblicke einfangen, und der inneren Ausgeglichenheit Tritt um Tritt näher zu kommen.

Die beschauliche Gegend im Vorderen Bayerischen Wald kredenzt Radlern jedenfalls optimale Bedingungen. Noch dazu, wo Flachpassagen und bahntypische 1-2%-Steigungen auf einem der längsten Bahntrassen-Radwege Bayerns einen gleichmäßigen Kurbelrhythmus erlauben. Dementsprechend lassen beim selbstvergessenen Cruisen meditative Fahrgefühle nicht lange auf sich warten.

Schade nur, wer vor lauter Träumerei den Blick auf die Relikte aus der nostalgischen Eisenbahnepoche wie Geländeeinschnitte, Bahndämme, Brückenbauwerke, restaurierte Bahnhöfe, Viadukte, Signalanlagen, Haltestellenschilder und Kilometersteine aus den Augen verliert. Denn Radtouren auf ehemaligen Bahnstrecken sind zugleich immer eine Zeitreise in die Vergangenheit, bei der das historische Eisenbahnzeitalter wieder auflebt. Des weiteren punktet der Falkenstein-Radweg mit überdachten Rastpavillons, Infotafeln, Kunstskulpturen, einem kleinen Museumspark und nigelnagelneuen fitalPARCOURS für Groß und Klein sowie urigen Einkehrmöglichkeiten. Wem Hin- und Rückweg zu lange sind, löst ein Radbus-Ticket (Wochenende, Pfingst- u. Sommerferien täglich).

aktiv-Radfahren-Reportage

Die stets mitschwingende Eisenbahnhistorie macht den eigentlichen Reiz der Radstrecke aus. In Verbindung mit abstrakten Kunstskulpturen entsteht die prickelnde Klammer von Geschichte und Moderne, was einer Radtour ihr ganz spezielles Gepräge verleiht. Mit den beschilderten Querverbindungen ins Donau- bzw. Regental lassen sich die Vorzüge des Bahntrassenradelns mit den Vorzügen des Flüsseradelns wundersam vereinen.

Streckengrafik Falkenstein-Radweg


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Haftungsausschluss:

Biketouristik – Media übernimmt keine Gewähr für die Korrektheit downgeloadeter Trackdaten. Die Verwendung von GPS-Tracks geschieht in Eigenverantwortung des Users und schließt Haftungsansprüche gegenüber dem Anbieter ausnahmslos aus.



Historie

Während die „Bahnhof-Haltestellen“ in Wenzenbach, Bernhardswald, Hauzendorf, Rossbach-Wald, Hetzenbach, Gfäll und der Endbahnhof Falkenstein über Dienst-, und Warteräume, Toiletten, Güterhallen und z.T. Ladegleise, Ladewaagen, Wasserstationen, Wasserkräne verfügten, blieben die Haltepunkte Irlbach, Erlbach, Lampertsneukirchen, Schillertswiesen dem Personenverkehr vorbehalten. Schwerpunkt für Güterumschlagplätze bildete Rossbach-Wald, dessen 3 Ladegleise die Steinverladung aus den umliegenden Steinbrüchen ermöglichte, sowie Gfäll, wo vornehmlich Vieh und Waldfrüchte verladen wurden. Der Endbahnhof Falkenstein bestand aus Umfahr-, Hinterstell-, Industrie-, 2 Lade- und 2 Lokomotivschuppengleisen. 2 Güterhallen, Postkarrenraum und Lokomotivremise mit Wohnungsanbauten vervollständigte die Eisenbahn-Infrastruktur.

82 Stellen galten als nicht- bzw. schwer einsehbare, schienengleiche Bahnübergänge, wo der Zug die Geschwindigkeit auf 15 km/h drosseln musste.

Die Bahnlinie verlief ab Regensburg HBF zunächst 7, 6 km auf der Hauptstrecke Regensburg – Hof. In Wutzlhofen, dessen Bahnhof an der 1859 eröffneten Hauptstrecke Regensburg – Schwandorf - Weiden - Hof lag, zweigte die Lokalbahnstrecke ab. Obwohl die Luftlinie nach Falkenstein nur 25 km beträgt, maß der gewundene Bahntrassenverlauf 35.4 km Länge.

Streckendaten

Die Entfernung Regensburg HBF - Falkenstein beträgt auf dem Zubringer-Radweg 45 km (Streckengraphik-Kilometrierung). KM - Angaben im Text (Streckenchronik) beziehen sich auf den (offiziellen) Startpunkt in Gonnersdorf (ehemaliges Bahnhofsgebäude Regensburg-Wutzlhofen).   

Anfahrtsbeschreibung von Regensburg nach Gonnersdorf

Vom Stadtzentrum Regensburg führt ein „Zubringerweg“ zum Falkensteinradweg. Ab der Bahnhofstraße nach Osten unter der Galgenbergbrücke nach links in die Hemauer Straße. Bei der Ampel fährt man nach rechts in die D.-Martin-Luther-Straße und weiter gerade aus in die Kallmünzergasse und nach links in die Ostengasse.
Alternative: ab Bahnhof über Maximilianstraße bis Königsstraße, dann rechts bis zur D.-Martin-Luther –Str., dann links und weiter wie folgt beschrieben. Es geht rechts über die Eiserne Brücke, halblinks in die Proskestraße und über den Grieser Steg nach links in die Andreasstraße sowie nach rechts über die Protzenweiherbrücke. Bei der Ampel fährt man nach rechts in die Frankenstraße, quert zwei Fußgängerampeln und hält sich dann rechts, fährt ca. 500 m entlang der Holzgartenstraße, biegt an der nächsten Gabelung nach rechts in die Bedelgasse und im weiteren Verlauf halblinks durch die Unterführung in die Johannistraße und in einem Rechts-links-Knick über die Gärtnerstraße geht es in den Schwabelweiser Weg. Nach gut 300m geht es kurz nach links um sofort rechts weiter in die Vilsstraße/Schwabelweiser Weg abzubiegen. 

Parkmöglichkeit besteht bei der Ost-Tangente, östlich der Donau-Arena (bei Veranstaltungsterminen gebührenpflichtig). Von dort gelangt man mit dem Rad direkt auf den Schwabelweiser Weg. Nach der Eisenbahnunterführung rechts abbiiegen und dann der Radwege-Ausschilderung (siehe Anfahrtsbeschreibung) bzw. der Trackspur folgen.

Nach dem Eisstadion (Donau-Arena) auf der linken Seite geht es nach links gut 600 m parallel zum Bahndamm entlang Richtung Falkenstein-Radweg; man quert die Donaustaufer Straße und biegt dann rechts in den Harthofer Weg; von dort geht es über die Posener Str., dann rechts über die Baltenstraße und erneut rechts durch die Unterführung und anschließend parallel zur Pilsenallee Richtung Gonnersdorf zum Einstieg in den markierten Radweg Regensburg-Falkenstein.

Eckdaten

  • Anfahrtsweg Regensburg HBF - Gonnersdorf: 9 km
  • Streckenlänge Falkenstein-Radweg: 36 km (Start/Ziel Gonnersdorf) 
  • Höchster Punkt: Hetzenbacher Höhe, 606 m.ü.NN., KM 24.3
  • Tiefster Punkt: Wenzenbachtal 342 m.ü.NN.
  • Streckencharakter: 8.6 km asphaltiert - 27.9 km unasphaltiert (76.4%) 
  • Regensburg - Falkenstein: 370 hm / Gefälle 128 hm        
  • Falkenstein - Regensburg 128 hm / Gefälle 370 hm       

Die Strecke lässt sich nach Falkenstein bequem in 2 - 3 Stunden Fahrzeit (ohne Pausen) bewältigen, während die Rückfahrt aufgrund geringerer Höhenmeter schneller ist.

Zum Vergleich: 1946 benötigte das Falkensteiner Bockerl von Falkenstein nach Regensburg-Wutzlhofeneine Fahrzeit von 2 Stunden 13 Minuten, wobei die Höchstgeschwindigkeit - auch in den Folgejahren - nie 50 km/h überschritt. 

 

Die Streckenführung und das Streckenprofil kommt mit seinem typischen Bahntrassencharakter Genuss- Freizeit- Familien- und Seniorenradlern entgegen. Mit Ausnahme von Rennrädern eignen sich alle Radgattungen wie z.B. Montain- Trekking- Cross-und E-Bikes. Ein wenig Kondition vorausgesetzt sind mitgeführte Kinderanhänger / Trailer kein Problem.

Fahrradbus Regensburg-Falkenstein

Bis einschließlich 3. Oktober pendelt der Radlbus (Linie 34) an Samstagen, Sonn- und Feiertagen (in den Pfingst- und Sommerferien täglich) entlang der Radstrecke zwischen Regensburg - Falkenstein hin und zurück. 

Weitere Infos zu Fahrzeiten und Haltepunkten sowie Voranmeldung (empfohlen) bei der RBO, Tel. 0941 6000-122. Eine kostenlose Radkarte des Landkreises Regensburg (inklusive Falkenstein-Radweg) ist über den Prospektshop des Landratsamtes oder Tel.: 0941 4009-495 erhältlich.

 

Bild oben: Radbus-Abfahrt Regensburg HBF. Der Transport von Tandems, Kinderanhänger und Trailer ist nicht möglich! 

Bild oben: Radbus-Ankunft Falkenstein/Busbahnhof

Radbus-Flyer

Landschaftscharakter - Besonderheiten

Etwa 10 km nordöstlich von Regensburg erheben sich ab Wenzenbach die Randausläufer des Bayerischen Vorwaldes. Im Folgeverlauf führt der Falkenstein-Radweg durch sauerstoffreiche Waldpassagen, vorbei an leuchtend gelben Rapsfeldern, saftgrünen Wiesen und schroffen Felswänden sowie an Bahnrelikten und Kunstskulpturen. Mit jeder Kurbelumdrehung schwingt die Aura des in Vergessenheit geratenen Eisenbahnzeitalters mit. Die Strecke tangiert reizvolle Landstriche der Landkreise Regensburg und Cham in der Oberpfalz. Abwechslungsreich, beschaulich, ursprünglich und historisch wie künstlerisch wertvoll – so lässt sich Bahntrassenroute auf eine ereignisreiche Epoche des 20. Jahrhunderts zurückblicken. Sanfte Steigungen (1 – 2 %) führen durch sanft gewelltes Hügelland. Je tiefer man in den Vorderen Bayerischen Wald vordringt, desto eindrucksvoller und unberührter wirkt die idyllische Naturlandschaft. Abseits des Straßenverkehrs und fern der Zivilisation lässt der Fahrspaß nicht lange auf sich warten.

Sehenswerter Film vom Südwestrundfunk über das Walhalla-Bockerl

Charakteristika

  • leicht erkennbarer Streckenverlauf
  • top gewartete Fahrbahnoberfläche
  • gute radtouristische Infrastruktur
  • nivelliertes Streckenprofil 
  • vorbildliches Beschilderungssystem 
  • nostalgische Bahnkilometrierung
  • sauerstoffreiche Waldpassagen
  • Rastplätze in reizvoller Lage
  • Informationsschautafeln 
  • Biotope extensiver Feucht- u. Trockenkulturen
  • Fernradwegenetz – Anbindung 
  • Querverbindungen (Rundtour-Optionen)
  • Kinderspielplätze 
  • fitalPARC - Bewegungsparcours 
  • Saisonradlbus 
  • Kunstskulpturen 
  • Eisenbahnrelikte
  • Museumspark Lambertsneukirchen
  • Lokschuppen in Falkenstein