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Donaulimes - Spannende Zeitreise in die Römerzeit

Wer sich für die Römergeschichte interessiert und mal wirklich etwas Außergewöhnliches erleben möchte, der wird mit dem Deutschen Limes-Radweg (DLR) seine wahre Freude haben und nichtsdestoweniger über das beeindruckende Vermächtnis, das uns die Römer hinterließen, mehr als erstaunt sein. Der Themenradweg verläuft 1.227 km entlang der ehemaligen römischen Reichsgrenze, dessen Grenzwälle, Befestigungsanlagen sowie natürliche Grenzbarrieren (Rhein, Main, Donau) das Römische Imperium vom sog. Land der „wilden“ Germanen abriegelte. Egal welche Etappe auch immer befahren wird, ob Niedergermanischer Limes, Obergermanisch-Raetischer Limes oder Raetischer Donaulimes - allesamt UNESCO Weltkulturerbe - gefühlt schwingt die bewegende Römergeschichte immer und überall mit. Schlußendlich ein kulturhistorisches Abenteuer, dessen faszinierender Zauber von Etappe zu Etappe steigt.
Für "Limesradler" ist es wahrlich eine spannende Zeitreise in eine fast 1.900- jährige Vergangenheit, als die römischen Imperatoren Trajan und Hadrian über tausende von Kilometer den Limes buchstäblich aus dem Boden stampfen ließen, und dem Römischen Reich zur größten Ausdehnung über drei Kontinente hinweg verhalfen.
LIMES ist der Oberbegriff für römische Befestigungsanlagen zur Sicherung der Nordgrenze gegen germanische Stämme, dessen Wehrbauten bis heute von der unvorstellbaren Macht und Einfluss des alten Römischen Reichs zeugen. Der sogenannte Limes, was soviel wie „Grenzweg“, "Grenzwall" oder „Schneise“ bedeutet, erstreckte sich von West- nach Osteuropa, über Vorderasien und Nordafrika. Über weite Strecken markierten Mauern und Wachttürme oder natürliche Barrieren wie Gebirge oder Flüsse den Grenzverlauf.
Der Raetische Donaulimes wurde am 27. Juli 2021 - zeitgleich mit dem Niedergermanischen Limes - zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Dem Obergermanisch-Raetischen Limes wurde die renommierte UNESCO-Auszeichnung bereits im Juli 2005 zugesprochen, womit die prädikatisierten Limesabschnitte weltweit auf derselben Stufe mit etwa 900 anderen bedeutenden Stätten der Menschheit stehen. Das westliche Segment des Donaulimes - Teil des UNESCO-Welterbe „Grenzen des römischen Reiches“ - umfasst mit Deutschland, Österreich und die Slowakei 600 Kilometer. Die Nominierung für den östlichen Teil durch Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien wird hingegen von diesen Donauanrainerstaaten eigenständig vorbereitet.

Foto: rekonstruierter Limes-Wachtturm (Turmstelle WP 14/48) nahe Burgsalach mit Palisadenzaun
Die Epoche des Römischen Reiches löste damals fundamentale Veränderungen aus, wovon so manches übernommen wurde, das bis heute unser Alltagsleben beeinflusst bzw. allgegenwärtig ist. Ohne sich vielleicht darüber bewusst zu sein begegnen wir in der Gegenwart immer noch Überbleibsel der römischen Kultur wie z.B. in der Kirche, der Medizin, dem Rechtswesen, der Architektur, der Sprache und Literatur, in Gesetzen und Verwaltung, im Sport, in der Kunst und Technik. Selbst das Alphabet stammt von gebildeten Gelehrten aus Rom, das sich im Lauf der Zeit auf's gesamte Abendland verbreitete. Ebenso der julianische Kalender, gebundene Bücher bis hin zu Fußbodenheizungen - wertvolle Errungenschaften die wir dem Erbe der Römer zu verdanken haben. Bezogen auf die Radtour verspricht der authentische Einblick ins Römerreich jedenfalls ein unglaublich spannendes, interessantes und einzigartiges Erlebnis.
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| © TI Gunzenhausen |
Das Römische Reich hinterließ beeindruckende Spuren und Zeugnisse, die manchmal sichtbar zum Vorschein kommen, manchmal aber auch fürs menschliche Auge unsichtbar in der Erde verborgen sind. Jedenfalls gehören beispielsweise Legionslager, Kastelle, Wachttürme und zivile römische Siedlungen, auch Vici (Plural von Vicus) genannt, zum UNESCO-Welterbe. Das Gute dabei ist: Ausgrabungsstätten, Römerparks, Römermuseen, Limes-Informationszentren, Ausstellungen, Rekonstruktionsbauwerke, klassische Infotafeln und nicht zuletzt die äußerst beliebten Römerfeste mit Gladiatorenkämpfen bieten eine unglaublich lebendige Wissensvermittlung über römische Lebensgewohnheiten und Artefakte der Kultur.
Bayerns größtes Römerfest 'Salve Abusina' lädt unter dem Motto „Geschichte zum Anfassen für Groß und Klein“ in Eining im niederbayerischen Landreis Kelheim im August 2026 zum zwölften Mal Besucher herzlich ein, phantasievoll in die legendäre Römerzeit abzutauchen.
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| © TI Gunzenhausen |
Streckencharakteristik
Da der Grenzverlauf aus richtungsändernden Geraden über strategisch wichtige Landmarken bestand, führt der Deutsche Limes-Radweg dementsprechend über Berg und Tal, was Radfahrer besonders beim hessischen und baden-württembergischen Limesabschnitt kräftezehrend zu spüren bekommen. Vom kupierten Terrain bleiben dagegen Flussabschnitte entlang des Rhein, Main und der Donau naturgemäß verschont. Die einzigste Steigung beim Donaulimes verbirgt sich über den Keltenwall bei Weltenburg im Landkreis Kelheim, wobei dieser topographische Ausreißer sprichwörtlich umschiffbar ist (Donaudurchbruch). Gerade mal 350 Höhenmeter - verteilt auf 209 Kilometer - ist wirklich eine Ansage für Genussradler oder sarkastisch formuliert für "Flachland-Tiroler".
Die Fahrbahnoberfläche besteht abwechselnd aus asphaltierten, geschotterten, gepflasterten oder wassergebundenen Untergrund. Die Strecke setzt sich aus Radwegen unbefestigten Forst- und Flurbereinigungswegen und Nebenstraßen zusammen, wofür sich robuste Tourenräder, Trekkingbikes, Mountainbikes, E-Bikes und Gravelbikes - vorzugsweise mit widerstandsfähiger Pannenschutz-Bereifung - am besten eignen.

Foto: Ausstellung "Roms neue Legionen - Alarm am Donaulimes“ im Historischen Museum Regensburg. Die Darstellung zeigt ein römisches Patrouillenboot, deren Besatzung das Ufer der Donau kontrollierten und das feindliche Übersetzen von Angreifern verhindern sollten.
Etappenplanung
Angesichts der vielfältigen römischen Relikte empfiehlt es sich genügend Zeit einzuplanen. Die Tour führt entlang der Außengrenzen der römischen Provinz Raetien (»Raetia«) zu spektakulären Fundplätzen und Ausgrabungsstätten, die eine beeindruckende Kulturgeschichte widerspiegeln.
Wir empfehlen für den flachen Donaulimes eine dreitägige Etappentour (Ø Tagespensum 70 km), um sehenswerte Zeugnisse und rekonstruierte Nachbauten angemessen würdigen zu können.
Bad Gögging sowie die Städte Kelheim, Regensburg, Straubing, Vilshofen und Passau verfügen eine adäquate Auswahl an Hotels, Gasthöfen und Pensionen. Während Individualreisende (1-2 Pers.) Unterkünfte i.d.R. durchaus kurzfristiger buchen können, tun dies Gruppenreisende vor allem in der Hauptsaison (Juli/August) besser frühzeitig.

Je nach Streckeprofil, körperlicher Fitness und Interesse an der Römergeschichte ergibt sich eine "rechnerische" Tagesreichweite. Gerade weil es in Deutschland keinen anderen Themenradweg gibt, der wie an einer Perlenkette aufgereiht soviel dichtgedrängte Attraktionen und Sehenwürdigkeiten bietet, sollten Limesradler das Motto „Auf den Spuren der Römer radeln“ beherzigen und wissbegiertig in die Zeit der Antike eintauchen, anstatt "blindlings" von Ort zu Ort zu eilen. Um unterwegs stets im Bilde zu sein wo sich archäologische Denkmäler befinden ist es hilfreich, sich die Standorte (POI's) in chronologischer Reihenfolge zu notieren (filterbar via interaktive Kartengraphik des Vereins Deutsche Limes-Straße). Die Besichtigung von Kastellen, Badeanlagen und rekonstruierten Wachttürme mitsamt ihrer Grenzbefestigungen (Wallanlagen, Gräben, Mauern und Palisaden) sowie das Sammelsurium an Informationsschautafeln bedarf einer ausgeklügelten Zeiteinteilung. Zudem vermitteln Römermuseen mit ihren zahllosen archäologischen Fundstücken wertvolles Fachwissen. In Anbetracht dessen sollte das Tagespensum (Etappenlänge) zweckmäßig angepasst werden.

Foto: glückselige "Limesradler" (guided by Bayernbike) in der Wittelsbacher Stadt Kelheim (Niederbayern)
Der weitestgehend steigungsfreie Raetische Donaulimes verläuft überwiegend flussnah der Donau entlang. Schon der Etappenstart in Eining an der Donau (Landkreis Kelheim) beginnt mit dem Kohortenkastell Abusina mit einem sehenswerten Highlight, dem noch eine ganze Reihe weiterer Zeugnisse der römischen Zeitgeschichte folgen. Besonders in Städten wie zum Beispiel Regensburg, Straubing und Passau - sowie die Gemeinde Künzing mit seinem modernen Archäologiemuseum im Landkreis Deggendorf - die in enger Verbindung einer römischen Besiedlung stehen, kommt immer wieder die römische Hochkultur eindrucksvoll zu Vorschein. Dazu spielt die flache Donauebene - eingebettet zwischen einer urwüchsigen Auenlandschaft und dem Bayerischen Wald (ab Regensburg) - dem anstrengungsfreien Fahrspaß in die Karten.
Der Donaulimes bildete ab Eining nahe Bad Gögging im niederbayerischen Landkreis Kelheim stromabwärts die natürliche Flussgrenze des Römischen Reiches. Mit 209 "Radwegkilometer" nimmt dieser Streckenabschnitt im Verhältnis zur Gesamtdistanz des Deutschen Limes-Radwegs vergleichsweise eine bescheidene Dimension ein, doch in punkto Ausgrabungsstätten, Sehenswürdigkeiten, Römermuseen und landschaftlicher Vielfalt liefert das ernannte UNESCO-Welterbe ganz großes Kino. Entgegen des Obergermanisch-Raetischen Limes (Landlimes), der sich aus Mauern, Wälle, Gräben, Palisadenzäunen, Kastellen, Kleinkastellen und Wachttürmen zusammensetzte, war der Donaulimes (Südufer) - als natürliche Nordgrenze des Römischen Reiches - nicht durch Grenzsicherungsanlagen sondern von römischen Legionären oder Auxiliartruppen (Hilfstruppen aus nicht-römischen Bürgern) geschützt. Wegen versumpfter und verästelter Uferbereiche war die Donau ohnehin nur mühsam zu überwinden, weswegen am Flussufer auch kein Grenzwall aufgeschüttet wurde.

Foto: Reiterkastell Biriciana in Weißenburg mit rekonstruiertem Nordtor
Zum UNESCO-Welterbe gehören im deutschen Flussabschnitt z.B. das Heiligtum auf dem Weinberg bei Eining und das Kleinkastell Weltenburg-Am Galget (beides Landkreis Kelheim), in Regensburg die Befestigungsmauern des Legionslagers Regensburg mit Porta Praetoria und die Funde unter dem Niedermünster, in Straubing das frühere Ostkastell III, östlich des heutigen Stadtzentrums und die Überreste des Kastells auf dem Kirchhügel von St. Peter, in Künzing die unterirdischen Bodendenkmäler (archäologische Funde, die sich im Erdreich befinden) eines hölzernen Amphitheaters und einer Fläche der zivilen Kastellsiedlung der mittleren Kaiserzeit sowie in Passau das Römermuseum Kastell Boiotro, welches teilweise auf den Fundamenten des spätrömischen Kastells Boiotro ruht.
Donaulimes-Start - Eining (OT Neustadt a.d. Donau)
Wenn dem Raetischen Landlimes nach der Donauüberquerung vom Hienheimer- zum Eininger- Ufer im Landkreis Kelheim der Rücken zugekehrt wird, setzt sich der DLR nun am sog. "Nassen Limes" mit jeder Menge spannender Highlights entlang der Donau flussabwärts fort.

Der Eininger Biergarten - idyllisch am Donauufer neben der Fähranlegestelle gelegen - ist für Naherholer, Ausflugsgäste, Regio- und Fernstrecken- Radler ein vielgepriesener Freizeit-Treffpunkt. Gemütlich rasten und gediegen seine geleerten Energiespeicher nachtanken damit die Beine danach genau das tun was erwartet wird, nämlich wieder kraftvoll die Kurbel schwingen. Die Stelle ist ein wahrer "Radler-Hot-Spot", denn hier treffen nicht weniger als acht (Fern-) Radwege zusammen. Für jene Radler, die in entgegengesetzter Fahrtrichtung unterwegs sind und ans Hienheimer Ufer übersetzen möchten erweist sich der Blickkontakt zur Fähre vom Biergartentisch aus als echter Glücksfall, weil das zeitliche Abpassen unnötige Wartezeiten verringert.

Foto: Römerfest 'Salve Abusina' (Eining, Landkreis Kelheim)
Der Raetische Donaulimes tangiert die Landkreise Kelheim, Regensburg, Straubing-Bogen, Deggendorf und Passau. Die Streckenführung teilt sich der DLR in diesem Bereich großteils mit dem internationalen Donau-Radweg, was den einsehbaren Streckenverlauf erheblich vereinfacht. Einzig drei kürzere Abschnitte von insgesamt 30 km Länge (≈ 15% der Gesamtstrecke) weichen vom Donau-Radweg ab. Erstmalig beim Startpunkt in Eining, wo der DLR eine Schleife über Sittling macht (5 km). Die zweite Gabelung erfolgt an der Fähranlegestelle in Weltenburg. Nachdem die Flussseite nach Stausacker gewechselt ist, wird linksseitig der Donau via Keltenwall und Befreiungshalle nach Kelheim geradelt, bevor sich beide Fernradwege am Kelheimer Ludwigplatz quasi wieder die Hände reichen (7 km). Die dritte Abweichung befindet sich zwischen Niederalteich und Winzer im Landkreis Deggendorf (Donauquerung), weil DLR abseits der Donau via Künzing nach Vilshofen (Landkreis Passau) führt, bevor nach einer weiteren Donauquerung wieder der Zusammennschluß erfolgt (18 km).

Kaum verwunderlich, wenn an einem hoch frequentierten Radwege-Verkehrsknotenpunkt - der zusätzlich noch eine Fährverbindung und einen beliebten Biergarten verfügt - zuhauf Radfahrer tummeln sowie einem buntgemischte Radtouristikgruppen aus nah und fern begegnen. Immerhin tangieren sich an diesem Velo-Drehkreuz nicht weniger als acht Radwege unterschiedlichster Kategorien, die mitunter deckungsgleiche Streckenabschnitte aufweisen.
Römerkastell Abusina

Das Kastell Abusina markiert den Endpunkt des etwa 550 km langen Obergermanisch-Raetischen Limes, sowie gleichzeitig den Beginn des Donaulimes. Nur rund 500 Meter von der Fähranlegestelle entfernt, stößt man am südlichen Ortsrand von Eining auf ein parkartiges Gelände in dem sich noch sichtbare Grundmauern des römischen Kastells Abusina befinden, das bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. von ca. 500 Fußsoldaten besetzt war. Das Römerkastell gilt als Nahtstelle zwischen dem Obergermanisch-Raetischen Limes (Landlimes) und dem Donaulimes (nasser Limes).
Weiteres Highlight: Das Kloster Weltenburg – eine Benediktinerabtei mit wunderschöner barocker Klosterkirche, die von den Künstlerbrüdern Asam gestaltet wurde – liegt am Beginn des Donaudurchbruchs, der von steilen Jura-Felswänden umsäumt ist. Das Naturschauspiel wurde sogar vom Ministerkomitee des Europarates mit dem Europa-Diplom ausgezeichnet.

Der beliebte Biergarten, wo leckere Schmankerl kredenzt werden, ist für ausgemergelte Radler bekanntermaßen das höchste der Gefühle. Im Innenhof der barocken Klosteranlage befindet sich einer der meistbesuchtesten Biergärten Bayerns, jene Örtlichkeit wo sich sich die heitere und gesellige Bayerische Lebensart am besten widerspiegelt. Immerhin ist die Klosterbrauerei Weltenburg die älteste Klosterbrauerei der Welt, wo seit anno 1050 edler Gerstensaft nach uraltem Braurezept aus benediktinischer Tradition von den Mönchen mit mineralhaltigem Juraquellwasser gebraut wird.

Wer sich nach der geselligen Biergarteneinkehr im Weltenburg eine komfortable Schiffspassage durch das Nationale Naturmonument „Weltenburger Enge“ vergönnt schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe. Erstens bleibt einem der beschwerliche 180 Höhenmeteranstieg samt 14 % Rampe erspart, zweitens erlebt man das Naturschauspiel an der tiefsten und engste Stelle der bayerischen Donau zwischen schroffen Jurafelsklippen aus nächster Nähe währenddessen über die Lautsprecher-Ansage die Namen der Felsen preisgegeben werden, und drittens bekommen die Beine ihre wohlverdiente Auszeit. Ach ja, und eine Zeitersparnis gibt's oben auf, denn per Schifff dauert es donauabwärts 20 min. während die Radfahrt - je nach Tempo - samt vergossener Schweißperlen etwa 50 min. beansprucht (wobei die Fährüberfahrt nach Stausacker auch entfällt).

Foto: wissbegierige Tandem-Radler aus Baden Württemberg, die mit großem Interesse die Kastellanlage Abusina bestaunten. Gerade Ausgrabungsorte machen das Erbe der Römer sichtbar, greifbar und lebendig. Auf Schritt und Tritt wandelt man hier auf den Spuren des römischen Weltreiches, deren Herrschaft fast sechs Jahrhunderte andauerte. Auch diese Ausgrabungsstätte - wie so viele andere auch die der DLR auf seiner langen Wegstrecke passiert - ist für jeden Römerfan ein mega Highlight!
Regensburg - Zweifache UNESCO Welterbestadt
Einst blühende Handelsmetropole und politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches, gilt Regensburg heute deutschlandweit als am besten erhaltene mittelalterliche Großstadt. Seit 2006 ist Regensburg mit 'Altstadt und Stadtamhof' UNESCO-Welterbe. Im Jahr 2021 kam mit dem Donaulimes - UNESCO-Welterbestätte "Grenzen des römischen Reichs" - ein zweiter renommierter Titel hinzu, was die außergewöhnliche kulturhistorische Bedeutung der Stadt belegt. Tatsächlich können sich nur wenige Städte weltweit gleich mit zwei UNESCO-Welterbetitel schmücken.
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| © Der Filmograph |
Einziger Legionsstandort der römischen Provinz Raetien war Castra Regina („Lager am Regen“; heutiges Regensburg), Hauptquartier der Legio III Italica. Das Legionslager des größten Garnisonsstandorts in Raetien wurde 179 n. Chr. im Auftrag von Kaiser Marc Aurel errichtet, worauf die Gründung der Stadt basiert.

Foto: Die Porta Praetoria - das ehemalige Haupttor des Legionslagers in Regensburg - ist einer der ältesten erhaltenen Bauwerke in Regensburg
Von den wuchtigen Toren des einstigen Legionärlagers blieben Teile des Nordtores (Haupttor) - eingebunden in die Nordfassade des Bischofshofs - bis heute in einem erstaunlich guten Zustand erhalten. Von dem 24,5 ha großen Lager gehören die Porta Praetoria, Fragmente der ehemals rund 6 m hohen Lagermauer sowie Reste von Mannschaftsbaracken unter dem Niedermünster zum Teil des Welterbes.

Zur Ausstellung »Roms neue Legionen - Alarm am Donaulimes« herrschte häufig großer Andrang im Historischen Museum in Regensburg
Des Weiteren sehenswert ist die römische Abteilung des Historischen Museums im ehemaligen Minoritenkloster, die Nordost- und Südostecke von Castra Regina sowie das document Legionslagermauer unter dem Parkhaus Dachauplatz (Informationstafeln und Kurzfilme) sowie die Ruine der vermutlich ältesten römischen Brauerei nördlich der Alpen (Schutzhaus am Kornweg), die zur Zivilsiedlung des Kleinkastells von Großprüfening gehörte.

Interview von Dr. Silvia Codreanu-Windauer, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege (Externlink)
Wer mehr über die zweitausendjährige Geschichte von Regensburg erfahren möchte klickt hier
Fortsetzung Straubing - Vilshofen - Passau
Die nächste Etappe verläuft durch die flache Gäubodenebene nach Straubing (Römermuseum), weiter über Künzing (Archäologiemuseum) und endet in der Dreiflüssestadt Passau.
Auch die niederbayerische Stadt Straubing blickt auf eine ereignisreiche Vergangenheit zurück, deren Historie über 7.000 Jahre zurückreicht. Zuerst ließen sich die Kelten nieder, später waren es die Römer, die wegen der strategischen Lage von dort ihr Reich gegen die Germanen beschützten. Bekennende Römerfans kommen am Besuch des Gäubodenmuseum im Stadtzentrum von Straubing nicht vorbei, zumal in lichtgeschützten Räumen ein Sensationsfund - der weltbekannte Römerschatz - schlummert. Die Gäuboden-Metropole, ein fruchtbarer Landstrich entlang der Donau ist auch eine Wiege der Bajuwaren, dazu war Straubing Herzogstadt und kurfürstliche Stadt.

Bild: Gäubodenmuseum Straubing (Niederbayern). Weltbekannt ist der ausgestellte Römerschatz, der 1950 in Straubing-Alburg ausgegraben wurde. Er stellt einen der bedeutendsten römischen Funde Deutschlands dar und beinhaltet Helme, Roßstirnen, Statuetten, Werkzeuge, Waffen sowie prunkvolle Paraderüstungen aus der Zeit der Alemanneneinfälle.
Nachdem zwischen Niederalteich und Winzer im Landkreis Deggendorf die Donau überquert wurde steuert der DLR abseits des Flusses den nächsten geschichtsträchtige Ort Künzing an.
Künzing

Foto: Museum Quintana (Archäologiemuseum Künzing, Landkreis Deggendorf)
Das Hilfstruppenkastell von Quintanis wurde um 90 n. Chr. errichtet und bot auf ca. 2 ha Grundfläche einer berittenen Kohorte mit etwa 500 Soldaten Platz.
Dreiflüssestadt Passau
Die Dreiflüssestadt bietet drei Stätten fürs Welterbe auf (bereits ausgewiesene Bodendenkmäler): Altstadt – Kastell und Vicus der mittleren römischen Kaiserzeit sowie spätrömisches Kastell Batavis (heute rund um Kloster Niedernburg), Boiotro, ein spätrömisches Kastell, Siedlung des Spätneolithikums (Chamer Gruppe) und der späten Latènezeit sowie Buntmetallwerkstatt des hohen und späten Mittelalters und Haibach – Burgus (Wachturm) der späten römischen Kaiserzeit, Ziegelei des hohen Mittelalters sowie Siedlung der späten Latenezeit und der mittleren römischen Kaiserzeit.

Foto: Römermuseum Boiotro im Passauer Stadtteil Innstadt
Wer sich auf (Römer-) Spurensuche begibt, der fühlt sich manchmal an eine Zeitmaschine erinnert. Sofern das Interesse am Limes geweckt worden ist, sollte sich in den Sattel schwingen und Tritt um Tritt das römische Geschichtsvergnügen entlang des UNESCO-Welterbes in vollen Zügen auskosten. Wer nach dem Donaulimes Lust auf mehr bekommen hat, dem bietet der Deutsche Limes-Radweg mit seiner beachtlichen Länge von weiteren 1.000 km entlang der ehemaligen römischen Reichsgrenze zur Genüge spannendes Erkundunspotential.



