Radwege -suche
Lamer-Winkel-Arber-Radweg - Alles. Außer gewöhnlich
Willkommen im »Arberland«
Nachdem der topographische Wendepunkt auf 1.048 Meter Höhe erreicht und der lange Aufstieg geschafft ist, lässt das Glücksgefühl nicht lange bitten. Umso mehr, als dass nach der bewaldeten Auffahrt - keine hundert Meter nach dem Landkreisschild - der Brennessattel eine grandiose Aussicht freigibt und einem postwendend klar wird, feinsäuberlich alle Höhenmeter gemeistert zu haben und obendrein quasi als Happy End ein fluffiges "Abfahrtsspektakel" nach Bayerisch Eisenstein geschenkt zu bekommen. Radelgenuss pur - Servus Arberland!
Urwüchsig - traditionsverbunden - naturgewaltig - gastfreundlich - so lässt sich das ARBERLAND kurz und knapp beschreiben. Umgeben von urwüchsigen Wäldern und umrahmt von 18 Berggipfel die die 1000er Höhenmarke überragen sind Beigaben der Natur, die Outdoorsportlern bzw. Naturfreunden geradewegs paradiesische Verhältnisse bieten. Dazu saftgrüne Wiesen, klare Bergseen und schier endlose Wälder, die immerhin 65 % der Region bedecken und den waldreichsten Landkreis Bayerns bilden. Die Urlaubsregion Bayerischer Wald bildet gemeinsam mit dem Böhmerwald sogar Mitteleuropas größtes zusammenhängendes Waldgebiet. Dass das „Grüne Dach Europas“ fast unsichtbar von Radwegen und Mountainbikerouten durchzogen ist, hat sich zumindest in Insiderkreisen herumgesprochen. So trägt ein Radweg sogar die namensverwandte Bezeichnung "Grünes-Dach-Radweg", der mit dem Lamer-Winkel-Arber-Radweg auf derselben Wegstrecke verläuft. Unter Rennradlern, Tourenradlern, Gravel- und Mountainbikern ist es längst kein Geheimnis mehr, welch immenses Potential im waldreichen ARBERLAND schlummert. Jedes Jahr durchqueren Ende Juli rund 1.500 Radsportler auf der 250 km langen Arber-Radmarathon- Schleife die Region. Mountainbiker und Gravelbiker kommen hingegen auf der TRANS BAYERWALD voll und ganz auf ihre Kosten, denn sie können sich auf der megalangen Wegstrecke Etappe für Etappe nach Lust & Laune "austoben".
Individual-Rundtour" Lamer-Winkel & Zellertal
Foto: an Straßengabelung am Brennessattel links abbiegen, nach 200 m nochmals links Richtung Mooshütte
Wer sich für den Lamer Winkel und das Zellertal interessiert für den gibt es ein echtes Radtouren-Schmankerl, allerdings mit reichlich Höhenmeter behaftet. Unahbhängig der Fahrtrichtung lässt sich Lamer-Winkel-Arber-Radweg mit dem Zellertal-Radweg zu einer "Individual-Rundtour" koppeln, für die zwei Etappentage einzuplanen sind. Das Bindeglied zwischen beiden Radwegen bildet die Arberseestraße, die den Brennessattel via Arber-Talstation - Großer Arbersee - Bretterschachten und Bodenmais miteinander verbindet.
Start Miltach:
- Lamer-Winkel-Arber-Radweg bis Brennes (42 km / 1.136 hm)
+ Verbindungsspange Brennes - Arber-Talstation - Großer Arbersee - Bretterschachten - Bodenmais (16 km / 274 hm )
+ Zellertal-Radweg nach Bad Kötzting (32 km / 560 hm)
∑ Strecke: 90 km / rund 2.000 hm

Foto: auf dem Brennessattel bekommt man einer der beliebtesten Fotomotive des Bayerischen Waldes zu Gesicht. Erhaben ragt der Große Arber (1.456 m ü.NHN.) - höchster Berg in Bayern außerhalb der Alpen - empor. Das markanteste Erkennungsmerkmal und Wahrzeichen des Großen Arbers sind seine zwei ringförmigen Radome, die auch heute noch der zivilen und militärischen Luftraumüberwachung dienen.
Landkreis- und Bezirksgrenzverlauf via Arber-Bergmassiv

Kein geringerer als der König des Bayerwalds steht als Namenspatron Pate: der Große Arber (1.456 m ü.NN.)
Während der Arbergipfel zum Gemeindegebiet von Bayerisch Eisenstein bzw. die Südwestflanke dem Markt Bodenmais im Landkreis Regen (Niederbayern) gehört, ist die Westflanke der Gemeinde Lohberg im Landkreis Cham (Oberpfalz) zugehörig. Da die geografische Trennlinie der Landkreis- und Bezirksgrenze über das Arber-Bergmassiv verläuft ist der Große Arber (1.456 m ü.NHH.) der höchste Berg von Niederbayern, währenddessen der höchste Gipfel der Oberpfalz der Kleine Arber (1.384 m ü.NHN.) ist, der gerade mal 2 km Luftlinie vom "großen Bruder" entfernt liegt. Genaugenommen ist dies jedoch nicht korrekt, weil die höchste Erhebung der Oberpfalz ein Felssporn namens Kleiner Seeriegel westlich des Arber-Hauptgipfels auf 1.438 m Höhe bildet. Das Arbermassiv besteht aus vier Bergspitzen: Gipfelriegel (1.456 m ü.NHN.), Großer Seeriegel (1.450 m ü.NHN.), Kleiner Seeriegel (1.440 m ü.NHN.) und Bodenmaiser Riegel (1.447m ü.NHN.). Bis auf den Kleinen Seeriegel befinden sich die anderen drei Gipfel in Niederbayern.
Unterhalb des Gerbirgmassivs befinden sich umrahmt von dichten Wäldern der Große Arbersee und der Kleine Arbersee, Relikte aus der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren, als sich die Gletscher am Großen Arber zurückzogen. Beide Karseen - der Kleine Arbersee wurde 1959 (404 ha) und der Große Arbersee bereits 1939 (157 ha) - als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Foto: im Hintergrund ist die Einmündung nach Moohütte zu sehen (rückwärtige Ansicht)
Nur 100 Meter vom Landkreisschild Cham/Regen entfernt gibt der unbewaldete Brennessattel die prachtvolle Sicht auf ein atemberaubendes Panorama bzw. den majestätischen Anblick auf den Großen Arber frei. Urplötzlich wird man von einem unbeschreiblichen Hochgefühl erfasst, denn einerseits registriert das Bewusstsein selbstzufrieden auf dem Dach des Lamer-Winkel-Arber-Radwegs angelangt zu sein und damit den Hammeranstieg - respektive den "inneren Schweinehund" - bezwungen zu haben. Die Redewendung, dass der Glaube Berge versetzt, hat für Radfahrer jeher schon eine "traditionelle" Bedeutungshoheit. Das "Berge versetzen" steht metaphorisch für eine extreme Herausforderung und besagt, dass alles gelingen kann, wenn man nur fest genug daran glaubt. Übertrumpft wird die Genugtung von der faszinierenden Aussicht, verbunden mit der Vorfreude, dass eine muskelschonende Abfahrt das Kapitel des Lamer-Winkel-Arber-Radwegs schließt.

Im Gleichklang des euphorischen Glücksgefühls das Dach des Lamer Winkel-Arber-Radwegs erreicht zu haben, drängt die Lust auf eine Pause - oder noch besser einer Einkehr - urplötzlich ins Bewusstsein, vor allem wenn man die Lokalitäten entlang der Brennesstraße zu Gesicht bekommt. Gelegenheit, um seine Energiespeicher wieder aufzuladen, schließlich hat die kräftezehrende Fahrt Körner gekostet, d.h. der Körper hat sich eine kulinarische Verwöhnpause redlich verdient. Es sei denn, dass ein "Arber-Gipfelsturm" ins Roadbook geschrieben steht (siehe weiter unten).
Bikepark-Action am Thurnhofhang des Großen Arber
Seit Sommer 2025 bietet der Große Arber mit seinem neu erschaffenen Bikepark Mountainbikern eine brandheiße Attraktion. In der ersten Ausbaustufe warten Flow, künstliche Features und eine Menge Spaß auf Gravity-Liebhaber und Adrenalin-Junkies.
Für all diejenigen, die den Lamer-Winkel-Arber-Radweg mit dem Mountainbike befahren besteht unweit der Originalroute beim Thurnhofhang die Gelegenheit ihrem Tourerlebnis einen Kick, sprich einige Adrenalinschübe zu geben. Hier wurden einige geshapte Trailbahnen unterschiedlicher Schwierigkeitsgradlevels ins Gelände "gezimmert".
Der Park deckt mit fünf Trails (Schwierigkeitsgrade Grün, Blau und Rot) - vom familienfreundlichen Einsteiger-Trail bis zur Jumpline mit Step-Ups, Shark-Fins und Tables - eine relativ große Bandbreite ab. Rauf geht's mit Sack & Pack mit dem 500 Meter langen Thurnhoflift (70 hm) auf rund 1.120 Meter Höhe hinauf. Die Strecken sind zwar vergleichsweise kurz, doch zahlreiche Verästelungen und Kombinationsmöglichkeiten sorgen für Fun, Abwechslung und jede Menge "Air-Time".
Actiongeladener Mega-Spaß
Last NEWS: im Sommer 2025 eröffnete auf Initiative des Betriebsleiters Thomas Eckl der selbst leidenschaftlicher Mountainbiker ist, ein brandneuer Bikepark am Großen Arber mit der Zielsetzung, das Terrain neben dem etablierten Wintersport auch zum angesagten Sommer- Hotspot auszubauen.
Das Trail-Angebot ist mit einem modernen Lifthalter-System (easyLOOP) am Schlepplift Thurnhof erschlossen. Dazu gibt es einen Bike-Verleih, Shop und Gastronomie, womit einem euphorischen Bike-Erlebnis absolut nichts mehr im Wege steht.
Für Adrenalinjunkies genau das Richtige, um an seiner Fahrtechnik zu feilen und gleichzeitig dem Nervenkitzel hinterher zu jagen.
Die erste Ausbaustufe enthält folgende Streckenvarianten:
• Jumpline: 1 km(SG Rot)
• Jumpline: 700 m (SG Blau)
• Flowline: 1 km (SG Blau)
• Singletrail: 900 m (SG Rot)
• Singletrail: 1 km (SG Blau)
• Anfängertrails: 400 m
In naher Zukunft sind Streckenerweiterungen in Planung, wofür als weitere Auftstiegshilfe ein zweiter Lift vorgesehen ist.
Der Lamer Winkel-Arber-Radweg erreicht nach dem Nationalpark-Radweg (max. 1.072 m ü.NHN.) das zweithöchste Höhenlevel eines offiziell ausgewiesenes Radwegs im Bayerischen Wald. Wenn's höher hinaus gehen soll - kein Problem, zumal die Arber-Talstation auf der Brennesstraße nur einen Katzensprung entfernt liegt (1.6 km/19 hm/6 min. FZ). Einfach sein Rad im Fahrradständer an der Talstation abstellen, Ticket lösen und schon geht's mit der modernen Sechser-Gondelbahn (täglich von 09.00 bis 16.30 Uhr in Betrieb) "aufi auf'n" Berg.
Rundwanderung über das Gipfelplateau des Großen Arbers

Der Gedanke, eine Radtour mit einem Gipfelmarsch zu kombinieren mag auf den ersten Blick zugegebenermaßen etwas kurios erscheinen. Doch angesichts einer geschätzten Fahrtdauer von rund 4 bis 5 Stunden für die Lamer-Winkel-Arber-Tour ergibt sich durchaus ein zeitlicher Spielraum für ein Naturschauspiel der Extraklasse, zumal ein Arber-Gipfelerlebnis mitsamt seinem spektakulären Bergpanorama ein abwechslungsreiches Kontrastprogramm liefert. Wer der Radtour ein Sahnehäupchen aufsetzen möchte nimmt sich die Zeit für eine kleine Rundwanderung über das Gipfelplateau des höchsten Berges des Bayerisch-Böhmischen Grenzgebirges. Eine orginelles Wechselspiel, das dem Outdoorabenteuer das berühmte „Tüpfelchen auf dem i“ verpasst, das dem Erlebnistag noch einen "Unvergesslichkeitsstempel" aufzudrücken vermag. Wer nur Klickies dabei hat, belässt es bei der Gondelfahrt einer Berg- u. Talfahrt und sieht sich die weitläufigen Höhenzüge des Bayerischen Waldes und Böhmerwaldes von der Bergstation aus an.

Rundwanderwegbeschreibung über das Gipfelplateau des Großen Arbers, Länge 2.4 km / 87 Höhenmeter (empfehlenswert nur bei halbwegs stabiler Wetterlage). Tourstart: Bergstation der Arber Bergbahn. Zunächst führt der Wanderpfad bergauf zum Gipfelkreuz, von wo man einen grandioses Panorma über den Bayerischen Wald und den Böhmerwald genießt und sogleich ein "obligatorisches" Selfie Freunden schicken kann. Entlang der Westseite des Arbers gehts zum Aussichtspunkt neben der schottrigen Auerhahnstraße nahe des Kleinen Seeriegels, der faszinierende Weitblicke über den Kleinen Arbersee, den Lamer Winkel, Osser und Hoher Bogen bietet. Nun folgt man 600 m der breiten Auerhahnstraße abwärts (60 TM) zur Bodenmaiser Mulde, bevor links ein Pfad links abzweigt. Nach 300 m (32 hm) gelangt man zum Bodenmaiser Riegel, der wegen seiner Felsformation auch als Richard-Wagner-Kopf bekannt ist. Die Namensgebung rührt daher, weil in seitlicher Ansicht betrachtet der Gneisfelsen dem Profil des berühmten Komponisten ähnelt. Nach weiteren 200 m wird die Zwieseler Hütte (1.443 m ü.NHN.) passiert - höchstgelegene Hütte im Bayerischen Wald (Tipp: Sitzgelegenheit mit genialer Aussicht, ein idealer Kraftort um neue Energie zu schöpfen). Von dort aus sind es nur 200 m bis zur Arberkapelle (Aufstieg zum Großen Seeriegel verlangt Trittsicherheit), bevor der Rückweg zum Ausgangspunkt angetreten wird (300 m).

Foto: Der Kleine Arbersee - ein eiszeitlich geprägter Kar- und Moränensee - aus der Vogelperspektive
Seinen Hunger bzw. Durst kann man im Arberschutzhaus unterhalb der Bergstation stillen/löschen. Ausgenommen der Arber-Bergbahn-Revisionszeiten (meist April/Mai und November) ist das urige Arberschutzhaus grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Warme Küche gibt es in der Regel täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr (Übernachtungen bedürfen einer Reservierung). Die angrenzende 'Eisensteiner Hütte' hat hingegen nur über die Wintersaison geöffnet.
Großer Arber
In weniger als 4 min Fahrzeit befördert die Arber-Gondelbahn Fahrgäste von der Talstation (1.050 m ü.NHN.) zur Bergstation (1.392 m ü.NHN.). In luftiger Höhe erwartet einem auf dem Großen Arber ein sagenhaftes Gipfelerlebnis mit spektakulärer 360° - Aussicht. Das fantastische Bergpanorama erstreckt sich über den Kleinen Arber 1.384 m ü.NHN., Großer Rachel 1.453 m ü.NHN., Lusen 1.373 m ü.NHN., Plöckenstein 1.363 m ü.NHN., Großer Falkenstein 1.315 m ü.NHN., Großer Osser 1.293 m ü.NHN., Kaitersberg 1.034 m ü.NHN., Hoher Bogen 1.050 m ü.NHN. sowie weitere 30 Gipfel mit mehr als 1000 m Höhe. Bei Fernsicht (nach einem kurzen Marsch zum Gipfelkreuz auf 1.456 Meter Höhe) erspäht man sogar den nördlichen Alpenhauptkamm.

Der Große Arber erreicht übrigens als einziger Gipfel des Bayerisch-Böhmischen Grenzmassives die klimatische Waldgrenze. Was vielen Besuchern unbekannt sein mag: Der Große Arber samt umliegenden Waldungen bis Bayerisch Eisenstein hinab sowie sämtliche Tourismus- und Gastronomieeinrichtungen im Arbergebiet sind im Besitz der Unternehmensgruppe Fürst von Hohenzollern in Sigmaringen. Abgesehen von fantastischen Rundblicken entlang des Weges steht auf etlichen Informationstafeln Interessantes zu Flora und Fauna des Großen Arbers nachlzuesen.

Foto: Arberkapelle (1.428 m ü.NHN.) unterhalb des Großen Seeriegel
Ein inspirierender Fußmarsch (ca. 1 Stunde) über das baumfreie Hochplateau-Areal bietet ein schöner Rundwanderweg, der ein atemberaubendes Panorama in allen Himmelsrichtungen in den Böhmerwald, den Bayerischen Wald bis hin zu den fernen Alpen preisgibt.

Irrtümlich wird häufig der Kleine Arber (1384 m ü.NHN.) als höchster Berg der Oberpfalz vermutet (Bsp. Wikipedia). Doch in Wahrheit heißt der oberpfälzische "Kollege" Kleiner Seeriegel. Sein "großer Bruder," der um 10 Meter höhere Große Seeriegel (1.450 m ü.NHN.) befindet sich dagegen auf niederbayerischer Seite. Wie dem auch sei, liegt in dieser Bergregion die Kernzone des Auerwild-Schutzgebietes. Von dem seltenen, prachtvollen und sehr scheuen Waldvogel gibt es leider nur noch wenige Exemplare in Deutschland.
Tipp: nur wenige Meter vom Kleinen Seeriegel entfernt befindet sich neben der Auerhahn-Schotterstraße eine felsige Aussichtposition, von wo man einen herrlichen Blick auf den Kleinen Arbersee, den Lamer Winkel sowie dem Osser und dem Hohenbogen genießen kann.

Der markante Richard-Wagner-Kopf öffnet das Aussichtsspektrum in den Süden. Inbesondere bei Föhnwetterlage hat man von hier aus eine grandiose Aussicht bis zum Alpenhauptkamm.

Vom Gipfelriegel genießt der Besucher eine überwältigende Aussicht über den Bayerischen Wald sowie den Böhmerwald. In östlicher Richtung liegt einem Bayerisch Eisenstein und Železna Ruda (Böhmisch Eisenstein) zu Füßen und erblickt hinter der Ortschaft den Pancír (1.214 m ü.NHN.) auf tschechischer Seite.
Grobe Zeitkalkulation für den Gipfelausflug: Hin- u. Rückfahrt mit dem Rad (Brennessattel-Talstation u. zurück 2x6 min.), marschierfertig herrichten + Ticketkauf ca. 10 min, Berg- und Talbahnfahrt (2x4 min) ergibt einschließlich Rundwanderung (ca. 1 Stunde) eine Gesamtzeit von 1 ½ Std., zzgl. Pausen-, Einkehrzeit. Wer in Miltach also frühzeitig startet, bekommt den empfehlenswerten Abstecher problemlos unter einen Hut.
Back to the roots

Nun darf die hart erarbeitete Lagenergie lustvoll in kinetische Bewegungsenergie umgewandelt werden. Immerhin stehen auf den letzten 7.5 km satte 400 Tiefenmeter an.

Die bewaldete Schlussetappe vom Brennessattel hinab zum Grenzort Bayerisch Eisenstein zieht nochmals ein hochkarrätiges Landschaftsregister aus dem Ärmel.
Wer sich der teils steileren Talfahrt auf dem 3 Meter breiten Forstweg mit wassergebundener Schotterdecke (Einmündung von der Brennesstraße vis a vis des ehemaligen Sporthotels Brennes) fahrtechnisch unsicher fühlt, kann alternativ auf der Haupttraße #2154 nach Bayerisch Eisenstein ausweichen (7 km). Für die Abfahrt (330 Tiefenmeter) setzt man etwa 15 Minuten Fahrzeit an.

Kurz vor dem Zielort trifft man auf den Großen Regen bzw. auf den Regental-Radweg, der gemeinsam mit dem Lamer-Winkel-Arber-Radweg nach Bayerisch Eisenstein führt (1.5 km).
Nach 4.5 km zweigt an einer unscheinbaren Wegekreuzung (708 m.ü.M) die Route im Wald links ab, wo man die restlichen 2,7 km der Regental-Radweg-Beschilderung folgt. Vorsicht: wer sich nicht von seinem Navigerät leiten lässt und sich an der Beschilderung orientiert: das Wegeschild ist bei rasantem Abfahrtsspeed leicht zu übersehen, zumal es links auf einer "Wegeinsel" platziert ist.
Regental-Radweg: Regenhütte (4 km) - dort besteht für Mountainbiker/Gravelbiker Einstiegsmöglichkeit in die TRANS BAYERWALD - Zwiesel (13 km), Regen (23 km) und weiter bis nach Regensburg (166 km)
Nun heißt es mit einem Sammelsurium von Eindrücken und Erlebnissen wehmütig Abschied nehmen, oder man setzt seinen "Bayerwald-Trip" auf dem nächsten verheißungsvollen (Fern-) Radweg fort. Am Bahnhofsvorplatz blinzelt durch die Baumkronen die Alleebäume majestätisch der Bayerwaldkönig – der Große Arber – hindurch.
Fazit
Naturbadeseen, lichtdurchflutete Wälder, kristallklare Wildbäche, atemberaubende Aussichtspunkte, traditionsreiche Bayerwald-Orte und jede Menge Tausendergipfel betören die Sinne, wenngleich der beschwerliche Aufstieg zum Brennessattel einige Körner kostet. Andererseits gibt es zahlreiche Einkehroptionen, die mit regionaltypischen Speisen, Mineralwasser, Saftschorle, Radlerhalbe oder kupferfarbenes Bier ihre Gäste verköstigen. Die Natur spielt in diesem Landschaftskino den Regisseur, Radfahrer sind hingegen Akteure was sich kurzum ideal ergänzt.
Es soll sie ja geben - Mountainbiker die nicht nur wahnwitzige Trailrinnen rocken, sondern manchmal auch gerne mal hindernisfrei durch's Gelände cruisen wollen. Sowohl für Mountainbiker als auch Gravelbiker ist der Lamer Winkel Arber-Radweg eine attraktive Tour-Option, denn das Kötztinger Land, der Lamer Winkel und das Arberland verspricht im Dreierpack entlang des Weißen Regen imposante Panoramen mit beeindruckender Bergkulisse.
Zielort Bayerisch-Eisenstein (730 m.ü.NN.)

Der staatlich anerkannte Luftkurort Bayerisch Eisenstein hat knapp 1.000 Einwohner. Die Bahnhofsanlagen bilden zugleich die Landesgrenze. Es ist der einzige Bahnhof Europas, wo die Staatsgrenze das Gebäude hoheiheitlich in zwei Länder teilt.
Informationszentrum und Museum im Grenzbahnhof
Der Grenzlandbahnhof wurde in ein Naturpark-Erlebniszentrum umgebaut. Die NaturparkWelten im Grenzbahnhof Eisenstein beherbergen insgesamt fünf verschiedene Ausstellungsebenen, die die Vielfalt des Naturparks Bayerischer Wald informativ, eindrucksvoll und spannend veranschaulichen. Darüber hinaus gibt es Wissenswertes über die Entstehungsgeschichte des Bahnhofes und die Bahnlinie zwischen Plattling und Klatovy.
Man erhält nicht nur Informationen über die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava, das Landschaftsschutzgebiet Šumava und den Naturpark Bayerischer Wald, sondern es gibt auf fünf Etagen verteilt ein Europäisches Fledermauszentrum, die Ausstellung „König Arber“, ein Ostbayerisches Skimuseum mit Bergrettungsausstellung und eine Ausstellung und Installation zur Geschichte der Eisenbahn. Im Wartesaal 1. Klasse aus dem Jahre 1877 können in dem musikantenfreundlichen Wirtshaus Speisen und Getränke im historischen Ambiente genossen werden. Ein Besuch des sehenswerten Informationszentrums und Museums vermag als Schlusskapitel die Radreise perfekt abzurunden.
Im Lokomotivschuppen, ist das Localbahnmuseum beheimatet.
Die eigentliche Gründung als Luftkurort erfolgte 1877, als die Eisenbahnlinie von Plattling nach Pilsen fertig gestellt war und Bayerisch Eisenstein (offizielle Namensbezeichnung seit 1951) bedeutender Grenzbahnhof wurde. Mit der Bahnlinie begann die aufstrebende wirtschaftliche Entwicklung des Ortes. Ein Glanzpunkt in der Geschichte des Grenzorts, war die Wiedereröffnung des grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehrs, als 1991 Bundeskanzler Helmut Kohl sowie zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens aus beiden Ländern den Staatsakt gebührlich feierten.
Bahnverbindungen

Linie RB 35 (Waldbahn): Bayerisch Eisenstein – Deggendorf – Plattling (Fernverkehrsanschluss Richtung Passau, Regensburg und München)
Linie RB 37 Zwiesel und Bodenmais
Linie RB 38 Gotteszell – Viechtach

Da sowohl der Start- als auch der Zielort über einen Bahnanschluss verfügen, ist eine klimaschonende und komfortable An- und Rückreise möglich. Wer nachhaltig reisen und die Umwelt schützen möchte nutzt öffentliche Verkehrsmittel, denn Zugfahrten sind klimafreundlich und obendrein bequem, zumal ICE-, IC- und EC-Züge seit 2018 innerhalb Deutschlands sogar mit 100 Prozent Ökostrom verkehren.
Vom Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein / Železná Ruda fahren mehrmals täglich die Züge der Tschechischen Staatsbahn (CD) in Richtung Klattau und Pilsen. Im Streckenabschnitt Grenzbahnhof bis Špicàk gelten Bayerwald-Ticket und GUTi.

Anschluss-Radwege
Nachdem zwischen den Staaten des Schengener Abkommens Grenzkontrollen weg vielen ist die Landesgrenzen ungehindert passierbar. Dort wo früher der "Eiserne Vorhang" West und Ost trennte, können Radfahrer heute bequem die Landesgrenze überqueren. Der Grenzübertritt in die tschechische Republik erfordert die Mitnahme eines gültigen Ausweisdokuments (Personalausweis oder Reisepass).
Iron Curtain Trail

Die Euro Velo 13 (Iron Curtain Trail) - initiiert vom ECF (European Cyclists Federation) - ist ein europäischer Radweg, der auf seiner 10 400 km langen Wegstrecke 20 Länder - darunter auch das ehemalige deutsch-deutsche Grenzgebiet sowie Ostbayern und Böhmen grenznah durchquert. Die Route führt über Neukirchen b.Hl. Blut via Lam nach Bayerisch Eisenstein von wo sie grenzüberschreitend im Böhmischen Wald weiter nach Haidmühle führt Iron Curtain Trail
Euro Velo 13, Europa-Radweg Eiserner Vorhang, ostbayerischer Abschnitt
Grenzüberschreitende Radtouren
• Rundtour Zelezna Ruda-Ferdinandsthal-Zwiesler Waldhaus–Regenhütte (21 km/260 hm)
• Nationalpark–Radweg: Ferdinandsthal-Debrnik – Frauenau – Spiegelau – Finsterau/Bucina –Haidmühle (108 km/1300 hm)
• Nationalpark - Radrundweg (Route 33): Zelezna – Ruda (durch den Nationalpark Sumava) – Kvilda - Landesgrenze Finsterau/Bucina –Spiegelau - Frauenau - Ferdinandsthal –Zelezna–Ruda – Bayerisch–Eisenstein (ca. 145 km/1500 hm)
• Sumava-Tour (Route 33) Bayerisch – Eisenstein - Zelezna – Ruda (Nationalpark Sumava) – Kvilda – Haidmühle (102 km/1100hm)
• Iron Curtain Trail


