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Lamer-Winkel-Arber-Radweg - Alles. Außer gewöhnlich

Vorfreude auf den Lamer-Winkel-Arber-Radweg ist mehr als berechtigt, verheißt die abwechslungsreiche Bayerwaldtour doch jede Menge Fahrspaß, birgt reizvolles Erlebnispotential und hält am Wegesrand die eine oder andere Überraschung parat. Allein das Momentum beim Galaanblick des „König des Bayerischen Waldes“, dem Großen Arber - höchster bayerischer Berg außerhalb der Alpen - macht die Kraftanstrengung des knackigen Schlussanstiegs mehr als wett.

Foto: Der Lamer-Winkel-Arber-Radweg nimmt in Miltach bei der Fahrradbrücke - die u.a. der Regental-Radweg quert - seinen Ausgang. Überdies wird der Radverkehrsknotenpunkt auch vom Donau-Regen-Radweg tangiert.

Kurzportrait

Der Lamer-Winkel-Arber-Radweg startet am Radverkehrsknotenpunkt in Miltach im Landreis Cham, passiert den Blaibacher See, verläuft durch das Kötztinger Land und den Lamer Winkel bevor die Strecke über das Hochplateau des Brennessattels führt und anschließend am Bayerisch Eisensteiner Grenzbahnhof im Arberland (Ldkrs. Regen) endet. Die Marktgemeinde Lam ist mit rund 2.600 Einwohnern die größte Ortschaft, die mit den Gemeinden Lohberg und Arrach am Weißen Regen die Urlaubsregion Lamer Winkel bilden. Eingebettet zwischen dem Kaitersberg, Hoher Bogen, Großer und Kleiner Osser und Großen Arber liegt einem eine beeindruckende Mittelgebirgslandschaft zu Füßen, deren ursprünglich gebliebene Naturkulisse die Sinne auf Trab hält und immer wieder von Neuem zu begeistern vermag. Erfreulich ist, dass die Route teilweise über Schotter-, Wald- und Forstwege verläuft, weswegen sich nicht minder auch Gravelbiker, Mountaibiker und e-Mountainbiker angesprochen fühlen dürfen. 

Der Löwenanteil des Lamer-Winkel-Arber-Radwegs verläuft durch den Naturpark Oberer Bayerischer Wald im Landkreis Cham (42 km ≈ 84%), währenddessen der Brennessattel 8 km vor dem Zielort die Landkreisgrenze zum 'Arberland' im Landkreis Regen bildet. Die Tour setzt sich aus asphaltierten Radwegen, wenig befahrenen Nebenstraßen sowie verborgenen Wald- und Schotterwegen zusammen. Sie führt von Miltach bis zum Kraftwerk Pulling an der Staumauer des Blaibacher Sees - der vom Schwarzen Regen durchflossen wird - 5 km dem Regen entlang, folgt dann in einer Nordost-Schleife dem Weißen Regen bis unterhalb des Quellgebiets und trifft abschließend in Bayerisch-Eisenstein auf den Großen Regen. So betrachtet bleibt dem Radler also nur der Kleine Regen (Quellfluss) verborgen, der im Nationalpark Šumava bzw. im Rachelwald entspringt und sich in Zwiesel mit dem Großen Regen zum Schwarzen Regen vereinigt. Der Steigungsschwerpunkt mit rund 460 Höhenmeter liegt zwischen Lohberghütte und dem Brennessattel am Fuß des Großen Arbers, der nach dem Verlassen der Arberseestraße (KM 38) bis zur Einmündung in die Hauptstraße #2154 Richtung Brennes 4.2 km geschottert ist. Der Lamer-Winkel-Arber-Radweg ist bis Lam (29.5 km) familiengeeignet, während der Schlussabschnitt entweder gute Kondition abverlangt oder im Zweifel ein ebike erforderlich macht. 

Foto: denkmalgeschützte Eisenbahnbrücke kurz vor dem Blaibacher See 

Der Lamer Winkel-Arber-Radweg lässt sich seinem unsteten Streckenprofil wegen in drei Schwierigkeitskategorien einteilen: leicht, mittelschwer und anspruchsvoll. Bis zur Marktgemeinde Lam fallen nur gelegentliche, moderate Steigungen ins Gewicht. Im "Anflug" auf das Gebirgsmassiv des Großen Arbers wird die Strecke ab Lohberghütte zunehmend bergiger. Das anspruchsvolle Profil fordert von sogenannten "Biobikern" bis zum Brennessattel eine gewisse Portion Leidensfähigkeit ab was Leistungsschwächeren wiederum nahelegt ein ebike zu wählen, damit der Fahrspaß nicht auf der Strecke bleibt.

Am Rande bemerkt: der Weiße Regen wird insgesamt zehnmal überquert. Die erste Flussquerung erfolgt beim Kraftwerk Pulling (KM 5.0), die letzte beim direkt beim Beginn des langen Schotteraufstiegs (KM 38) im Quellgebiet des Großen Arbers.

Streckenverlauf

Von Miltach führt die Route über Bad Kötzting, Grafenwiesen, Hohenwarth, Arrach, Lam und Lohberghütte zum 1.030 Meter hohen Brennessattel am Fuße des Großen Arbers, bevor sich eine 5 km lange Abfahrt ins tief gelegene Regental nach Bayerisch-Eisenstein anschließt. 

Blick auf den Großen Arber (1.456 m ü.NN.). Der höchste Berg des Bayerisch-Böhmischen Gebirgsmassivs ist der „König des Bayerischen Waldes“. Allein des Anblicks wegen macht sich die Kraftanstrengung bezahlt. Möchte man dem noch eins obenauf setzten, radelt einfach 1.5 km flach zur Arber-Talstation, löst ein Bergbahnticket und genießt die Gipfelaussicht aus der Vogelperspektive.

Nachdem Lam durchquert ist steigt das Höhenlevel ins 4 km entfernte Lohberghütte sanft an. Dort beginnt der acht Kilometer lange Aufstieg zum Streckenhochpunkt, der von Moorlandschaften, plätschernden Bächen und uraltem Baumbestand umgeben ist. Ab dem Abzweig von der Arberseestraße (letztmalige Überquerung des Weißen Regen, KM 38) setzt sich der längste unasphaltierte Streckenabschnitt (10 km Länge) bis zum Ortsrand von Bayerisch Eisenstein fort, der nur kurzzeitig von der 300 Meter langen Brennesstraße unterbrochen ist. Sobald das waldfreie Brennes-Hochplateau den Blick auf das atemberaubende Panorama bzw. den Frontalblick auf den Großen Arber freigibt der als einzige Erhebung im Bayerischen Wald die Baumgrenze überragt, ist entspanntes Innehalten angesagt. Im Nu ist der kräftezehrende Aufstieg vergessen, was in Anbetracht dieser herrlichen Naturgegend einen regelrechten Stimmungsumschwung bewirkt. Ohnehin eine altbekannte Binsenweisheit, dass giftige „Wadlbeißer“ nach jeder Gipfelerstürmung flugs vergessen sind und euphorische Glücksgefühle entfachen. Eine redlich verdiente Belohnung, die danach noch von einer fulminanten Abfahrt gekrönt wird. 

Raus aus dem Alltag - Rein ins Naturvergnügen

In genussorientierter Geschwindigkeit errechnet sich für den Lamer-Winkel-Arber-Radweg eine reine Fahrzeit von etwa fünf Stunden, wobei die Gesamtdauer wohlweislich von individuellen Präferenzen abhängt. Je nach Durchschnittstempo, Einkehr- Pausenzeiten, Besichtigungsprogramm und Wissensdrang (Schautafeln am Wegesrand) variiert dementsprechend der Zeitbedarf. Da sich Seen, Freizeitattraktionen und  Sehenswürdigkeiten aneinanderreihen sowie weitere Highlights das Tourerlebnis toppen, empfiehlt sich eine Tagestour, die dem Bedürfnis nach Genuss und Erlebnisvielfalt gerecht wird. 

Wer's nicht eilig hat und sich stattdessen mit Muße und ungetrübter Gelassenheit auf die herrliche Mittelgebirgslandschaft einlässt, sich zwischendurch Verschnaufpausen, kulinarische Genüsse und vielleicht noch eine erfrischende Abkühlung vergönnt (Blaibacher See, Kneipp-Heilbad Bad Kötzting, Freibad Grafenwiesen, Seebad Arrach, Osserbad Lam, Naturbad „Huber Weiher” in Lohberg), der darf sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf ein unvergessliches Tourerlebnis freuen.

Foto: Blick auf die Regenbrücke in Miltach (B 85)

Gerade weil die beeindruckende Naturlandschaft im verkehrsschwachen Lamer Winkel bzw. Arberland ein echtes Eldorado für Radfahrer ist, das darüber hinaus vielversprechende Attraktionen, Bademöglichkeiten und interessante Abstecher bereithält, zahlt sich ein großzügiges Zeitpolster aus. Zeit ist heutzutage ein kostbares Gut bzw. für Stressgeplagte ein stückweit Luxus, den man sich aber bei dieser Bayerwaldtour ruhigen Gewissens leisten sollte. Wird im entschleunigten Wohlfühltempo achtsam die Naturkulisse wahrgenommen und gönnt sich tiefentspannte Pausen kommt es dem Wohlbefinden zugute. Ohne ständig auf die Uhr blicken zu müssen, sind lässige Einkehrschwünge und zünftige Biergartenbesuche gleich doppelt so schön. Wäre jammerschade sich ausgerechnet dort in Verzicht üben zu müssen wo es am schönsten bzw. geselligsten ist, nur weil die Zeit zu knapp bemessen ist. 

Zu sehen bzw. zu erleben gibt's wahrlich vieles: Schnappsbrennerei in Bad Kötzting, Zündholzmuseum und Greifvogelpark in Grafenwiesen, Tierpark Lohberg oder der Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein, der die NaturparkWelten und fünf abwechslungsreiche Ausstellungen beherbergt, die die Vielfalt des Naturparks informativ und eindrucksvoll veranschaulichen sind Attraktionen die man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Wie dem auch sei, die facettenreiche Tour zum Dach des Bayerischen Waldes lässt sich kurz und bündig auch so zusammenfassen: "Alles. Außer gewöhnlich". Das Gute daran ist, dass emotionale Erlebnisse keine Eintagsfliegen sind, sondern jeder Glückspilz sie im Kopf mit nach Hause nimmt.

Angesichts der mannigfachen Möglichkeiten kommen ohne Weiteres auch zwei Etappentage in Betracht, die attraktive Tourschlenker ermöglicht.  Hier einige verheißungsvolle Beispiele, die das Erlebnispotential erhöhen: Abstecher zur Wallfahrtskirche Weissenregen, Schlenker zum Kleinen Arbersee, Bikepark Arber am Thurnhofhang wo sich Mountainbiker actiongeladen austoben können, oder eine komfortable Gondelfahrt auf den Gipfel des Bayerwaldkönigs - dem Großen Arber - was dieser Radtour zweifelsohne die Krone aufsetzt. 

Unterkunftsmöglichkeiten (Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen) gibt es in Bad Kötzting und den Gemeindeorten Hohenwarth, Arrach, Lam, Lohberg, Mooshütte (unterhalb des Brennessattels) sowie im Zielort Bayerisch Eisenstein. Wer sprichwörtlich ganz hoch hinaus möchte übernachtet im Arberschutzhaus auf 1.358 m Höhe, dem höchstgelegenen Berggasthaus im Bayerischen Wald.

 Da Start- und Zielort hervorragend ans (Fern-) Radwegenetz angebunden sind, ergeben sich reizvolle Touroptionen. Bekanntlich ist der Weg das Ziel, d.h. es empfiehlt sich den Startort Miltach per Pedes anzufahren, zumal am Startpunkt des Lamer-Winkel-Arber-Radwegs in Sichtweite zur Rad- und Fußgängerbrücke an der Kötztinger Straße der Regental-Radweg und der Donau-Regen-Radweg aufeinandertreffen. Ebenso verfügt Bayerisch Eisenstein erstklassige Radwegeanbindungen wie z.B. der Regental-RadwegNationalpark-RadwegTRANS BAYERWALD oder grenzüberschreitende Rundrouten nach Böhmen. 

Gestartet wird am Radverkehrsknotenpunkt in Miltach, wo die hölzerne Rad- und Fußgängerbrücke eine schöne Aussicht auf den Regen bietet.

Im Herzen des Naturparks Oberer Bayerischer Wald liegt Miltach im 'Kötztinger Land'. Die Brücke über den Regen ist von Radfahrern rege frequentiert, weil etliche Fernradwege darüber führen. Jedenfalls eine ideale Gelegenheit vom Rad zu steigen, durchzuatmen und die herrliche Flussauenlandschaft - eingebettet von sanften Anhöhen - mit Muße entspannt zu genießen.

 Naturschutzgebiet "Kleiner Arbersee" 

Foto: Kleiner Arbersee (919 m ü.NHN.) mit schwimmenden Inseln und Moorpflanzen im Quellgebiet des Weißen Regen unterhalb des Großen Arbers (1.456 m ü.NHN.). Der Kleine Arbersee ist ein Relikt aus der Eiszeit (eiszeitlicher Karsee) der für seine drei schwimmenden Inseln und das umliegende Naturschutzgebiet bekannt ist. Er liegt direkt an der Hanglage des Großen Arbers und ist über Wanderwege bzw. mit der Kleinen Arberseebahn von Lohberghütte aus aus erschlossen. 

Wegbeschreibung: abweichend vom beschilderten Routenverlauf besteht an der Weggabelung beim abzweigenden Forstweg (KM 38, 742 m ü.NHN.) die Möglichkeit, geradeaus die geteerte Arberseesstraße ins Naturschutzgebiet Kleiner Arbersee zum Gasthaus Seehäusl hinauf zu radeln (2.3 km / 182 hm). Alternative: am Verzweigungspunkt anstatt der Arberseestraße links der Originalroute 1.5 km dem Schotterweg folgen und bei der Spitzkehre geradeaus fahren (Trail).  

Ist man am Kleinen Arbersee angekommen, darf man im Gasthaus Seehäusl mit zünftigem Biergarten und phänomenalen Arberblick verdientermaßen ruhigen Gewissens eine erholsame Auszeit nehmen und sich eine kulinarische "Selbstbelohnung" gönnen, zumal die finalen 145 Höhenmeter zum Streckenhochpunk überschaubar sind. Als ehemaliger Glashüttenstandort diente das Gebäude später als Waldarbeiterhaus. Seit den 1950er Jahren ist es eine beliebte Ausflugsgaststätte.

Der Kleine Arbersee mit seinen schwimmenden Inseln ist eine absolute Besonderheit. Seine Entstehung verdankt er dem Kleinen Arberseegletscher, der während der letzten Eiszeit vom Großen Arber hinunter ins Tal führte und damals der zweitlängste aller Böhmerwaldgletscher war. Als der See 1885 zu Holztriftzwecken aufgestaut wurde, lösten sich Moordecken vom Seeboden ab. Seitdem schwimmen drei, zwischen 1,5 m bis 3,5 m dicke Inseln im See, von denen jedoch nur noch die Insel am Auslauf des Sees wirklich schwimmt die zudem ständig ihre Lage verändert.

  Im gesamten Naturschutzgebiet gilt ausnahmslos Wegegebot. Das Betreten der Inseln ist streng untersagt, Baden sowie die Seeumrundung per Rad ebenso nicht erlaubt! Auch Uferbereiche dürfen nicht betreten werden, um das sensbile Pflanzenvorkommen nicht zu beschädigen. 

Foto: idyllisch von Bergen umrahmt mit Ausblick auf den König des Bayerwalds macht das Fleckchen Erde im Herzen des 403 Hektar großen Naturschutzgebietes "Kleiner Arbersee" zu einem wahren Sehnsuchtsort. In dieser außergewöhnlichen Lage und zivilisationsfreier Stille kann man wahrhaft seine Seele baumeln lassen. Genug Argumente, warum das Kleinod angesteuert werden sollte, zumal der minimale Umweg sowieso nebensächlich ist. 

Der Rückweg zur Originalroute erfolgt über eine flache Querspange auf einem breiten Forstweg, wo nach 1.2 km beim Wanderparkplatz Kleiner Arbersee der Lückenschluß erfolgt. Der Schlenker misst im Vgl. zum Lamer-Winkel-Arber-Radweg nur 1.6 km Umweg, wobei 29 "Bonunshöhenmeter" kaum der Rede wert sind weil das mühsam erarbeitete Höhenlevel nicht mehr unterschritten wird. Vom Einmündungspunkt aus über Mooshütte bis zum Abzweig von der Brennesstraße links in die Schotterabfahrt nach Bayerisch-Eisenstein sind es 4 km (final 137 hm). 

Der Arbergipfel erreicht als einzige Erhebung des gesamt Bayerisch-Böhmischen Grenzgebirges die Waldgrenze. Selbst Baumarten wie Fichte und Vogelbeere kommen in dieser Höhe nur noch vereinzelt vor, während die Latsche großflächige Bestände bildet. Unter den Pflanzen können sich in dem rauhen Klima und den kargen Böden nur noch sogenannte Spezialisten behaupten.

Fazit

Naturbadeseen, lichtdurchflutete Wälder, kristallklare Wildbäche, atemberaubende Aussichtspunkte, traditionsreiche Bayerwald-Orte und jede Menge Tausendergipfel betören die Sinne, wenngleich der beschwerliche Aufstieg zum Brennessattel einige Körner kostet. Andererseits gibt es zahlreiche Einkehroptionen, die mit regionaltypischen Speisen, Mineralwasser, Saftschorle, Radlerhalbe oder kupferfarbenes Bier ihre Gäste verköstigen. Die Natur spielt in diesem Landschaftskino den Regisseur, Radfahrer sind hingegen Akteure was sich kurzum ideal ergänzt.

Hohe Tourismusakzeptanz

Unberührte Naturareale haben in unserem dicht bevölkerten Industrieland (Bevölkerungsdichte liegt im Bundesdurchschnitt bei 236 Einwohner pro km²) leider Seltenheitscharakter. Während die Oberpfalz durchschnittlich ca. 116 Einwohner/km² und Niederbayern durchschnittlich ca. 122 Einwohner/km² zählt, liegen viele Gebiete im Bayerischen Wald, sogar noch deutlich darunter. Umso größer die Freude der Naturliebhaber und Outdoorsportler, die im Kötztinger Land und dem Lamer-Winkel (Landkreis Cham 85 Einw. pro km²) sowie im Arberland (Landkreis Regen 80 Einw. pro km²) in schier unendlicher Weite grenzenlos ihrer Leidenschaft frönen können. Zum einen bildet die waldreiche Region ein Rückzugsgebiet für Flora und Fauna, zum anderen spendet es dem Menschen Ruhe, Entspannung und Erholung. Wer in dieser ruhigen Naturgegend wohnt, wo andere Urlaub machen hat gut Lachen. Weit entfernt von Hektik, Lärm und Großstadtstress gibt es weder Trubel, noch Massentourismus oder Verkehrskolonnen. Hierin verbirgt sich die Keimzelle für eine ausgeprägte Tourismusakzeptanz, die einem im Gegensatz zu überlaufenen Hot Spots allerorten entgegenschlägt. Letztlich trägt die Willkommenskultur dazu bei, damit sich Gäste in ihrem Urlaubsdomizil pudelwohl fühlen. Umso erfreulicher, als dass der naturverträgliche und nachhaltige Tourismus in der ländlich geprägten Region einen hohen Stellenwert hat, was in erster Linie Radfahrern, Mountainbikern, Wanderern und Trailrunnern zugutekommt. Angaben zur Bevölkerungsdichte laut Statista GmbH für den Erhebungszeitraum im Jahr 2022.

Es soll sie ja geben, Mountainbiker die nicht nur ruppiges Gelände bevorzugen sondern auch gerne mal hindernisfrei durch's Gelände cruisen wollen. Diesbezüglich ist für Mountainbiker und Gravelbiker der Lamer Winkel Arber-Radweg schon fast ein Geheimtipp, zumal das Kötztinger Land, der Lamer Winkel und das Arberland entlang des Weißen Regen imposante Panoramen mit beeindruckender Bergkulisse verspricht.

Bikepark-Action am Thurnhofhang des Großen Arber

Seit Sommer 2025 bietet der Große Arber mit seinem neu erschaffenen Bikepark Mountainbikern eine brandheiße Attraktion. In der ersten Ausbaustufe warten Flow, künstliche Features und eine Menge Spaß auf Gravity-Liebhaber und Adrenalin-Junkies. 

Für all diejenigen, die den Lamer-Winkel-Arber-Radweg mit dem Mountainbike befahren, können nur unweit der Originalroute beim Thurnhofhang ihrem Tourerlebnis einen besonderen Stempel verpassen und mit Lust & Laune die geshapten Trailbahnen unterschiedlicher Schwierigkeitsgradlevels rocken.

Der Park deckt mit fünf Trails (Schwierigkeitsgrade Grün, Blau und Rot) - vom familienfreundlichen Einsteiger-Trail bis zur Jumpline mit Step-Ups, Shark-Fins und Tables - eine relativ große Bandbreite ab. Rauf geht's mit Sack & Pack mit dem 500 Meter langen Thurnhoflift (70 hm) auf rund 1.120 Meter Höhe hinauf. Die Strecken sind zwar vergleichsweise kurz, doch zahlreiche Verästelungen und Kombinationsmöglichkeiten sorgen für Fun, Abwechslung und jede Menge "Air-Time".

Ultimatives Bergerlebnis 

 Der Lamer Winkel-Arber-Radweg erreicht nach dem Nationalpark-Radweg (max. 1.072 m ü.NHN.) das zweithöchste Höhenlevel eines offiziell ausgewiesenes Radwegs im Bayerischen Wald. Sahnehäupchen mit Kirsche: wenn's höher hinaus gehen soll - kein Problem, zumal die Arber-Talstation auf der Brennesstraße nur einen Katzensprung entfernt liegt (1.6 km/19 hm/6 min. FZ). Rad absperren, Ticket lösen und schon geht's mit einer der modernsten Seilbahnen Deutschlands komfortabel mit der Sechser-Gondelbahn "aufi auf'n" Berg. In weniger als 4 min Fahrzeit befördert die Gondel Fahrgäste von der Talstation (1.050 m ü.NHN.) zur Bergstation (1.400 m ü.NHN.). In luftiger Höhe erwartet einem auf dem Großen Arber ein sagenhaftes Gipfelerlebnis mit spektakulärer 360° - Aussicht. Das fantastische Bergpanorama erstreckt sich über den Kleinen Arber 1.384 m ü.NHN., Großer Rachel 1.453 m ü.NHN., Lusen 1.373 m ü.NHN., Plöckenstein 1.363 m ü.NHN., Großer Falkenstein 1.315 m ü.NHN., Großer Osser 1.293 m ü.NHN., Kaitersberg 1.034 m ü.NHN., Hoher Bogen 1.050 m ü.NHN. sowie weitere 30 Gipfel mit mehr als 1000 m Höhe. Bei Fernsicht (nach einem kurzen Marsch zum Gipfelkreuz auf 1.456 Meter Höhe) erspäht man sogar den nördlichen Alpenhauptkamm.

Zielort Bayerisch-Eisenstein (730 m.ü.NN.)

Der staatlich anerkannte Luftkurort Bayerisch Eisenstein hat knapp 1.000 Einwohner. Die Bahnhofsanlagen bilden zugleich die Landesgrenze. Es ist der einzige Bahnhof Europas, wo die Staatsgrenze das Gebäude hoheiheitlich in zwei Länder teilt. Nun heißt es mit einem Sammelsurium von Eindrücken und Erlebnissen wehmütig Abschied nehmen von der Regentalradtour. Am Horizont blinzelt durch die Alleebäume majestätisch der Bayerwaldkönig – der Große Arber – durch die Baumkronen hindurch.

Bahnverbindungen

Miltach und Bayerisch Eisenstein verfügen einen Bahnanschluss, was eine klimaschonende An- und Abreise ermöglicht:

Linie RB 28 (Oberpfalzbahn): Cham - Miltach - Blaibach - Bad Kötzting - Grafenwiesen - Hohenwarth - Arrach - Lam

Linie RB 35 (Waldbahn): Bayerisch Eisenstein – Deggendorf – Plattling (Fernverkehrsanschluss Richtung Passau, Regensburg und München)

Linie RB 37 Zwiesel und Bodenmais

Linie RB 38 Gotteszell – Viechtach