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Regensburg - Welterbe hoch² - Immer eine Reise wert
Einst blühende Handelsmetropole und politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches, zählt Regensburg heute mit mehr als 1.000 Denkmäler, wertvollen Kunstschätzen und römischen Relikten deutschlandweit zur besterhaltendsten mittelalterlichen Großstadt. Des Weiteren darf sich Regensburg als einer der wenigen Städte dieser Welt gleich mit einem doppelten UNESCO Welterbetitel schmücken. Zum einen gehört seit dem 13. Juli 2006 das Ensemble 'Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof' mit seiner Vielzahl an historischen Baudenkmälern zum UNESCO-Welterbe. Zum anderen wurde am 27. Juli 2021 der 'Donaulimes - Grenzen des Römischen Reiches' - (westlicher Abschnitt) in die Welterbeliste aufgenommen, der als militärische Grenze die römische Provinz Rätien vom freien Germanien (Barbaren) bzw. die Provinz Noricum (umfasste angrenzende Gebiete Bayerns und weite Teile des heutigen Österreichs) voneinander trennte. Heute wie damals prägt die Donau mitsamt der Altstadt, Stadtamhof, der Steinernen Brücke und dem Dom das markante Regensburger Stadtbild.
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| © Filmograph |
Städtetourismus boomt, was stetig wachsende Übernachtungszahlen in Regensburg belegen. Lagen 2005, im Gründungsjahr der RTG (Regensburg Tourismus GmbH ist ein 100% iges Unternehmen der Stadt Regensburg) die Übernachtungszahlen in den Hotels noch bei 695.000 Übernachtungen, so setzte 2024 mit einer nahezu verdoppelten Anzahl von 1,365 Millionen die Domstadt eine neue Benchmark. Für das Jahr 2025 liegt aktuell zwar noch keine Statistik vor, doch die "Boomtown" wurde bereits als Top-Reiseziel im „Marco Polo Trendguide 2026“ aufgenommen. Der positive Trend lässt sich gut begründen, denn schließlich kommen Touristen vom Staunen in der Regensburger Altstadt nicht raus. Es ist die außergewöhnliche Vielfalt aus Geschichte, Kultur und Naturerlebnis, die die Welterbestadt mit ihrem mittelalterlichem Flair, dem verwinkelten Gassengeflecht und den Wahrzeichen der Steinernen Brücke und dem Dom so unwiderstehlich anziehend machen.

Den eindrucksvollsten Galablick auf die Altstadt genießt man auf dem Dreifaltigkeitsberg, der sich auf dem Spitalkellerweg in einem kurzen Fußmarsch oder mit dem Rad via Schelmengraben und Österreicherweg (Teil der Ratisbona-Panoramatour) relativ schnell erklimmen lässt. Der Regensburger "Aussichtsbalkon" bietet - am besten bei tiefroter Sonnenuntergangsstimmung - ein faszinierendes Altstadt-Panorama aus der Vogelperspektive.
Die Altstadt strotzt nur so von prachtvollen Sakralbauten, herrschaftlichen Patrizierhäusern, wuchtigen Geschlechtertürmen und Relikte aus der Römerzeit. Dazu die mondänen Wahrzeichen mit dem gotischen Dom St. Peter und der ikonischen Steinernen Brücke. Dank solcher Monumentalbauten sowie mehr als 1.000 denkmalgeschützte Gebäude wurde das Ensemble 'Altstadt Regensburg mit Stadtamhof' 2006 als Welterbestätte aufgenommen. Auch wenn die meisten Zeugnisse der Römer zumeist tief unter der Erde schlummern, blieben diverse Relikte wie die Umwehrung des Legionslagers oder das größte erhaltene Bauwerk der Römerzeit in Bayern - die Porta Praetoria - der Nachwelt im sehenswerten Zustand erhalten. So rar was vom römischen Erbe als Vermächtnis aus der Antike übrig geblieben ist, so reichhaltig prunkt das Welterbe mit Zeugnissen aus dem Mittelalter, deren Epoche sich zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert erstreckt. Archäologische Funde wie die romanische Bausubstanz im Stadtquartier und Überreste von Kaiserpfalzen belegen die einzigartige Bedeutung der Stadt als politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches. Wer hätte gewußt, dass Regensburg um das Jahr 1050 mit ca. 40.000 Einwohnern die größte Stadt im Heiligen Römischen Reich - größer als die Hauptstadt Rom (ca. 35.000), Mainz (ca. 30.000) oder Köln (ca. 21.000) - war?
Regensburg, einziger Legionsstandort der römischen Provinz Raetien mit dem Namen Castra Regina - was so viel bedeutet wie „Festung am Regen“ - war einst das Hauptquartier der Legio III Italica. Das Legionslager des größten Garnisonsstandorts in Raetien wurde 179 n. Chr. im Auftrag von Kaiser Marc Aurel errichtet, welches zugleich das offizielle Gründungsdatum der Stadt belegt.
Vom römischen Legionslager finden sich heute noch die Überreste der Schutzmauer des Lagers sowie der Porta Praetoria zur Donau hin. Von der Römermauer blieben in der Regensburger Altstadt größere Relikte an drei unterschiedlichen Standorten erhalten: Südost-Ecke am Ernst-Reuter-Platz, Nordost-Ecke am Hunnenplatz sowie das größte Mauerwerk auf der Ostseite im Parkhaus am Dachauplatz, wo sich die Informationszentrale für das aus den drei Teilbereichen bestehende „document Legionslagermauer“ befindet.
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| © Der Filmograph |
Dass Regensburg die besterhaltenste historische Bausubstanz deutscher Städte verfügt fußt auf zwei Begebenheiten. Zum einen, verdankt Regensburg als ehemalige Handelsmetropole die Existenz verbliebener Baudenkmäler dem Umstand, dass sie als eine der ersten aus Stein erbauten Städte nördlich der Alpen war, weswegen sie nicht - wie so häufig im Mittelalter geschehen - von "holzfressenden" Feuerbrünsten heimgesucht wurde. Zum anderen blieb die mittelalterliche Kernzone von Bombardements im Zweiten Weltkriegs glücklicherweise verschont.
Wer sich für Geschichte und Kultur begeistern kann, für den ist Regensburg eine wahre Fundgrube. Eine Stadt voller Geschichte, lebendiger Traditionen und pulsierendem Leben, dessen kulturhistorisches Erbe fast 2.000 Jahre zurückreicht ist in der Altstadt auf Schritt und Tritt spürbar. Ein Streifzug durch's denkmalgeschützte Ensamble - inmitten eines verwinkelten Gassengeflechts - versprüht einen unglaublichen Charme, der jeden Besucher unweigerlich zu verzaubern vermag. Einst einer der bedeutendsten Orte Europas - heute doppeltes UNESCO-Welterbe - zieht die Domstadt scharenweise Touristen aus aller Welt an, was Übernachtungsrekorde eindrucksvoll belegen. Einheimische wie "Zuagroaste" und Touristen schwärmen unisono von Regensburg als einer der schönsten Städte auf unserem Planeten. "Zuagroaste san Leit, de wo ned aus Bayern stamma und in a boarische Region ziang." Auf Hochdeutsch: Zugereiste sind Menschen, die nicht aus Bayern stammen und von außerhalb in die bayerische Region übersiedeln.
Besucherzentrum Welterbe Regensburg
Jährlich am ersten Sonntag im Juni findet der bundesweite UNESCO-Welterbetag statt, bei dem die Welterbestätten in Deutschland die Vielfalt des Kulturerbes gebührend feiern. Die federührende Organisation liegt in den Händen der Deutschen UNESCO-Kommission sowie dem Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. die jedes Jahr eine der insgesamt 55 Welterbestätten auswählen, um die offizielle Eröffnung des Welterbetags mit einem feierlichen Festakt auszurichten. Diese spezielle Ehre wird 2026 Regensburg zuteil. Als offizieller Gastgeber des UNESCO-Welterbetags begeht die Stadt am 7. Juni 2026 unter dem Motto „20 Jahre Welterbe Regensburg – Geschichte, die verbindet!“ zudem ihr 20-jähriges Jubiläum über die Aufnahme in die Liste der Welterbestätten der UNESCO.
Regensburg gilt bekanntlich als die am besten erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands, was die einzigartige historische Bausubstanz des Welterbeareals glanzvoll widerspiegelt. Nach ihrer Blütezeit als Handelsmetropole des Mittelalters entwickelte sich die Stadt durch den Immerwährenden Reichstag zur politischen Weltbühne des Heiligen Römischen Reichs.
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| © Bilddokumentation Stadt Regensburg, Stefan Effenhauser |
Seit 2006 ist 'Regensburgs 'Altstadt mit Stadtamhof' UNESCO-Welterbe. Zum fünfjährigen Jubiläum als UNESCO-Welterbe eröffnete die Stadt 2011 am südlichen Brückenkopf der Steinernen Brücke das Besucherzentrum im historischen Salzstadel vis a vis der Thundorferstraße.
Eine Dauerausstellung informiert zum Thema Welterbe und zum mittelalterlichen Handel in Regensburg, gewährt Einblicke in die Stadtentwicklung und den Immerwährenden Reichstag, der von 1663 bis 1806 das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt prägte.
Die Dauerausstellung gliedert sich in fünf Themenbereiche:
- UNESCO-Welterbe
- Vom Römerlager zur modernen Stadt
- Stadt am Fluss – Stadt im Fluss
- Leben in der Stadt
- Stadt der Reichstage
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| © Bilddokumentation Stadt Regensburg, Stefan Effenhauser |
Bei der Ausstellung dreht sich alles um das Welterbeprogramm der UNESCO. In historischen Räumen des ehemaligen Salzstadels wird das Nominierungsverfahren veranschaulicht, die Grundlagen für den Regensburger Welterbetitel detailliert erläutert und Informationen zu allen Welterbestätten weltweit präsentiert.
Im Juli 2021 kam mit der Erweiterung der UNESCO-Welterbestätte „Grenzen des römischen Reichs“ für die Stadt ein zweiter beachtenswerter Welterbetitel hinzu. Einst bildete die Donau fast ein halbes Jahrtausend lang die natürliche Grenze ("Nasser Limes") des Römischen Reiches. Zum Donaulimes, dessen westliche Segment sich bis in die Slowakei erstreckt, gehören im bayerischen Flussabschnitt zwischen Eining (Ldkr. Kelheim) und Passau insgesamt neun Teilstätten zum UNESCO-Welterbe dazu.
Regensburg ist immer eine Reise wert

Foto: das populäre Postkartenmotiv mit Regensburgs Wahrzeichen, der Steinernen Brücke und dem Dom St. Peter, sowie das Stadttor, die beiden Salzstadel und der einzig noch erhalten gebliebene Brückturm genießt Weltberühmtheit
Ein Altstadtrundgang vom Alten Rathaus aus zum Dom, zur Steinernen Brücke, zur Porta Praetoria über malerisch verwinkelte Kopfsteinpflaster- Gassen zu schmucken Innenhöfen fasziniert jeden Stadtbesucher. Die Altstadt ist ein wahres Labyrinth der Romantik mit historischen Paradeplätzen, umsäumt von historischen Prachtbauten das systematisch entdeckt werden möchte. Geschichte trifft Moderne, denn zwischen bunten Fassaden, sonnigen Plätzen und lebendigen Gassen pulsiert das Leben wie in einer südländischen Stadt. Rasch wird klar, warum von Regensburg als nördlichste Stadt Italiens immer wieder die Rede ist. Geprägt vom italienischen Stil versprühen mittelalterliche Gebäude reicher Kaufleute wie Patrizierhäuser, Geschlechtertürme und faszinierende Innenhöfe wie z.B. das Thon-Dittmer-Palais mediterranes Flair. Die außergewöhnliche Kombination aus UNESCO-Welterbe gepaart mit südländischem Lebensgefühl macht entspanntes Flanieren so reizvoll. Es gibt wohl nichts schöneres, als an einem lauen Sommerabend inmitten des erhabenen Altstadt-Ensambles draußen zu sitzen und den Tag locker und beschwingt ausklingen zu lassen. Keine Frage, die Donaumetropole ist ein verlockendes Sehnsuchtsziel - ja ein unvergesslicher Städtetrip - der offenkundig zur Erkenntnis führen muss, wie sehr Regensburg wirklich eine Reise wert ist.

Zum Charme der Regensburger Altstadt gehören zweifellos auch die zahlreichen Cafés und Kaffeehäuser, die stilgerecht zum geruhsamen Verweilen einladen und den Aufenthalt mit ihren feinen Köstlichkeiten im wahrsten Sinne des Wortes versüßen. Überhaupt blickt die Kaffeehauskultur auf eine lange Tradition zurück, nicht zuletzt befindet sich an der Ecke Rathausplatz und Kohlenmarkt gegenüber dem Alten Rathaus das Café Prinzess mit eigener Konditorei das „älteste Kaffeehaus Deutschlands“. Auf einem Platzerl draußen vor dem Café, umgeben vom mittelalterlichen Ambiente ohne störenden Autoverkehr sein "Kaffeetscherl" genießen und vorbeischlendernde Menschen beobachten hat schon was. Eine Wandtafel weist auf das ehrwürdige Alter hin: „1686 wurde in Regensburg Deutschlands erstes Café-Haus eröffnet.“ Seltsam nur, dass "Dr. Google" Deutschlands ältestes Kaffeehaus nicht in Regensburg sondern in Leipzig verortet, in dem erst 34 Jahre später (1720) Kaffee ausgeschenkt wurde. Wie dem auch sei, das Altstadt-Flair und die Regensburger Kneipendichte sprechen für sich, dessen legendärer Ruf weit über die Stadtgrenze hinaus strahlt.

Radtouristen schätzen Willkommenskultur
Was in Regensburg sichtlich auffällt: wie im Fadenkreuz versammelt treffen nicht nur populäre (Fern-) Radwege, regionale Radrouten und Rundtouren aufeinander, sondern Radfahrer sind überaus gern gesehene Gäste, denen in vielerlei Belange eine ausgesprochene Willkommenskultur entgegenschlägt. Gelebte Kultur, die sich durch eine speziell ausgerichtete Infrastruktur auszeichnet (z.B. gut ausgebaute Radwege, umgewidmete Fahrradstraßen, übersichtliche Wegweisung, Fahrradabstellplätze u.v.m.). Dazu warmherzige Gastgeber in radfreundlichen Unterkünften mit entsprechenden Serviceangeboten - Radlerherz was willst du mehr? Logisch dass solche Pluspunkte wertgeschätzt werden, schließlich macht es den Aufenthalt spürbar komfortabler. Überdies wartet das urbane Zentrum - wie auch die ländliche Region im Regensburger Umland - mit traditionellen Gastronomiebetrieben und urigen Biergärten auf, die für leckeren Energienachschub ihrer hungrigen und durstigen Gäste sorgen.
Des Weiteren spricht das überschwängliche Tourenangebot unterschiedlichste Facetten des Radfahrens an. Eingebettet zwischen Bayerischem Jura, Vorderem Bayerischen Wald und der Gäubodenebene lässt das variantenreiche Routennetz rund um die Welterbestadt Regensburg wahrlich keine Wünsche offen. Die Stadt fungiert als touristische (Fern-) Radweg-Drehscheibe, dessen Umland von etlichen Fluss- Seen- Themen- und Bahntrassen- Radwegen durchzogen ist. Selbst auf den Spuren der Römer lässt es sich auf Deutschlands längstem Radweg - dem Deutschen Limes Radweg - u.a. enlang des raetischen Donaulimes wandeln, der am 27. Juli 2021 zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde. Alles in allem bietet die Urlaubs-Destination eine hervorragende Grundlage für abwechslungsreiche Sternradtouren. Von daher spielt es auch keine Rolle, ob ein Rennrad, ebike, Gravelbike oder Mountainbike sportiv oder entschleunigt bewegt wird, denn die Spaßgarantie in der abwechslungsreichen Naturlandschaft wird allen Zweiradliebhaber zuteil. Das Beste daran ist“, dass das Geländerelief flache, hügelige und bergigere Strecken bietet, deren topographische Vielfalt (Berge, Täler) breitbandig jedes Leistungsnviveau anspricht. Kurzum: jeder Zweiradfan kommt hier auf seine Kosten, weil er aus dem Vollen schöpfen kann.

Foto: Reisebus-Unternehmerin aus Freiburg i.Brsg. (Sportreisen Kern), daneben (Bayernbike-) Tourguide. Die redlich verdiente Selbstbelohnung darf nach jeder kräftezehrenden Tour natürlich keinesfalls fehlen. Mit zahlreichen Gastrobetrieben, Eisdiele und einladenden Freiplätzen zählt Stadtamhof in Sichtweite zur Steinernen Brücke zum beliebtesten städtischen Anlaufpunkt für Radfahrer. Jener Ort, wo sich die prickelnde Mischung aus bayerischer Gemütlichkeit und südländischem Flair stimmungsvoll entfaltet und einmal mehr verdeutlicht, warum "Bella Ratsbona" auch für Radtouristen zur beliebten Top-Destination zählt.
Wer wenig Zeit hat, aber als Städtereisender dennoch - quasi als "Gamechanger" - in die Rolle eines Radtouristen schlüpfen möchte, für den haben wir einen brandheißen Geheimtipp parat. In der Kürze liegt die Würze sagt der Vollksmund, was sich ohne Umschweife auch auf eine sehr kurzweilige Rundtour um Regensburg übertragen lässt. Möchte man eine Runde drehen die bombastische Ausblicke, spannende Einblicke in historische Begebenheiten sowie drei Traditionsbiergärten unter schattenspendenden Kastanienbäumen bietet, der landet mit der »Ratisbona-Panoramatour« garantiert einen Volltreffer. Die aussichtsreiche und gleichwohl geschichtsträchtige Tour umkreist die Stadt teils auf dem Panorama-Höhenweg der Winzerer Höhe in einem Halbrund, tangiert die Gemeindebereiche Lappersdorf, Pettendorf und Sinzing, bevor sie den Brückenschlag über die Naab und die Donau macht und wieder zum Ausgangspunkt Stadtamhof zurückführt. Je nach Lust & Laune stehen eine Kurzvariante (21 km), eine Mediumvariante (30 km) oder eine verlängerte Naabtalvariante (67 km) zur Wahl. Bayerns viergrößte Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln aus der Vogelperspektive zu betrachten und dabei einzigartige Natur- und Kulturjuwelen zu entdecken sowie sich gesellig an regionalspezfischer Kulinarik zu erlaben ist eine stimmungsvolle Attraktion die man erlebt haben muss.

Die Lokalpresse (Mittelbayerische Zeitung) stellte im Rahmen regionaler Radtouren rund um Regensburg die »Ratisbona-Panoramatour« bereits vor. Selbst Googles KI erwähnt die Radtour namentlich: "Regensburg ist ein wahres Radeldorado mit einer gut ausgebauten Infrastruktur, die durch Fahrradstraßen und Radwege entlang der Donau (Donauradweg) und durch das Umland (Regental-Radweg, Ratisbona-Panoramatour) geprägt ist." Hinweis: sowohl die Namensschöpfung als auch der Streckenverlauf wurde in Eigenregie (Bayernbike) erstellt. Die unbeschilderte Ratisbona-Panoramatour verbindet Radwege, Schotterwege und wenig befahrene Nebenstraßen zu einem hochkarätigem, aussichtsreichen Tourerlebnis. Hinweis: die Tour ist für Rennräder nicht geeignet und ausschließlich mit GPS-Track navigierbar.

Foto: Radtouristen am Domplatz
Radfahrern wird ein besonderes Highlight angeboten: Sight Biking. In der Regensburger Altstadt gibt es zwar auf engstem Raum verteilt unglaublich viel zu sehen – doch Manches liegt zu Fuß doch ein bisschen weiter auseinander bzw. außerhalb des Altstadtkerns.

Foto: Regensburg lässt sich mit dem Rad erstaunlich gut erkunden. Im Bild Radtouristen auf der Steinernen Brücke, die gespannt dem Reiseleiter zuhören (Tourguiding by Bayernbike). Vor allem die Sage des Bruckmandls bei der anscheinend der Teufel die Hände im Spiel hatte stösst jedesmal auf großes Interesse.
Symbiose von Geschichte & Moderne
Regensburg ist einer der ältesten Städte Deutschlands und war bayerische Hauptstadt des frühen Mittelalters. Die Stadt (335 m ü.NHN.) liegt am nördlichsten Punkt der Donau und an den Mündungen der linken Zuflüsse von Naab und Regen. Die aufstrebenede Wirtschaftsmetropole ist mit gut 170.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Bayerns und Sitz des Regierungsbezirks Oberpfalz, während der Landkreis Regensburg mit 41 Gemeinden bereits die 200.000er Marke übersprungen hat.

Bild oben: Pappelallee am Oberen Wöhrd nördlich des Wöhrdbads (eine von zwei Flussinseln in der Donau im Stadtgebiet) zwischen Pfaffensteiner Wehr und Pfaffensteiner Steg gelegen. 2018 bekam die Pappelallee einen Titel als "Naturdenkmal" verliehen. Der Alleenpfad aus uralten, knorrigen Pappeln strahlt eine mystische Stimmung aus, erst recht wenn man ihn in der Dämmerung oder Dunkelheit beschreitet. Eine mystische Aura im Angesicht der Donau, die einen an die neblig verhangene Themse aus Edgar-Wallace-Filmen erinnern mag.
Regensburg zählt insgesamt 24 öffentliche Parkanlagen mit einem Bestand von ca. 220 000 Bäumen, die Menschen entspannende Rückzugs- und Ruheoasen bereithalten. Als Wolfgang von Goethe 1786 auf einer seiner Italienreisen sich in Regensburg unter falschem Namen einquartierte war er so beeindruckt, das sich in der Aussage "Die Gegend müsste eine Stadt hierher locken" widerspiegelt.

Foto: Postartenansicht von Regensburg
Ob man auf der Flussinsel am Oberen Wöhrd, am Grieser Spitz oder am Regenufer in Reinhausen die Seele baumeln lässt, oder sich ins wuselige Altstadtgetümmel stürzt bleibt jedem selbst überlassen. Wirtshäuser - teils mit urigen Biergärten - noble Restaurants, Trattorias, Pizzerien, Kaffeehäuser, Bars und Lokalfreisitze reihen sich dicht an dicht aneinander. Das südländische Lebensgefühl lässt grüßen: buon giorno - Caffè Latte, Latte Macchiato, Espresso, Cappuccino, Gelati oder Aperol Spritz wirken in gut besuchten Lokalen wie eine Art Stimmungsbeschleuniger.
Wer sich für die Römische Geschichte interessiert, dem bietet der Deutsche Limes-Radweg bei der Spurensuche nach Zeugnissen aus der Antike unverschöpfliches Erkundungspotential. Da der Raetische Donaulimes und der Donau-Radweg die Stadt durchkreuzen, kann sich donauabwärts Richtung Passau oder donauaufwärts Richtung Eining (Landkreis Kelheim) erwartungsvoll auf den Weg machen.
Vitale Innenstadt
Feste soll man bekanntlich feiern wie sie fallen. Neben dem famosen Veranstaltungsangebot besticht das Kulturleben Regensburgs durch seine Vielfalt, wobei sich in den Sommermonaten zusätzliche Open-Air-Festivitäten buchstäblich die Türklinke in die Hand geben. Bekannt sind beispielweise das Regensburger Bürgerfest, Weinfest in Stadtamhof, das OstenGassenfest, Open Air im Villapark, Jazzweekend und die Thurn und Taxis Schlossfestspiele. Dazu die Internationale Kurzfilmwoche im Leeren Beutel, zweiwöchige Herbst- und Maidult (Volksfest) und Weihnachtsmärkte (sechs an der Zahl). Darüber hinaus gibt es Theater- und Tanzveranstaltungen, Konzerte, Feste, Ausstellungen und kulturelle und sportliche Ereignisse. Der Regensburger Veranstaltungskalender liefert einen übersichtlichen Überblick.
Bella Ratisbona
Allerorten genießt man ausgelassenes italienisches Flair, das schon eine sehr spezielle Aura versprüht. Da schmecken Cappuccino, Latte Macchiato, Aperol Spritz, Pizza, Pasta & Co im Straßencafé oder Restaurant bzw. leckeres Eis aus einer der zahlreichen Gelaterias in "Bella Ratisbona" - wie Regensburg gern als nördlichste Stadt Italiens genannt wird - gleich dopppelt so gut. Es gibt es wohl kaum eine Stadt im Freistaat, wo bayerische Gemütlichkeit und südländisches Flair derart aufeinanderprallen. Ob's eine deftige bayrische Brotzeit mit regional gebrautem Bier oder der "buona cucina italiana" mit adäquatem Vino oder fernöstliche Küche sein darf, bleibt letztlich dem "Glustara" (bedeutet soviel wie Appetit, Gaumenfreude, Geschmackssinn) überlassen. Vor allem wer jenseits vom "Weißwurst-Äquator" stammt kann in ländlichen Gebieten der Oberpfalz schon mal auf Verständigungsprobleme stoßen. Die dialektische Erklärung: "schmà:zn wai oan da Schnobl gwochsn is" (bedeutet sinngemäß, sie sprechen wie ihnen der Mund gewachsen ist). Apropos Dialekt: Gewusst, dass Bairisch älter ist als Hochdeutsch? Während die deutsche Schriftsprache im 15./16. Jh. entstand, stammen die ältesten altbairischen Texte nachweislich aus dem 8. Jahrhundert.
Dort wo deftige Hausmannskost auf der Speisekarte steht, ist "Schmalhans" jedenfalls nicht Küchenmeister. Bier ist Nationalgetränk und Inbegriff bayerischer Trinkkultur, und nirgendsonst kehrt sich Lebensfreude und Geselligkeit so nach außen wie in Biergärten. Dass Bayern und Bier unzertrennlich miteinander verknüpft sind ist weit mehr als ein Klischee, schließlich stammt das Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516 vom Bayerischen Herzog Wilhelm VI. Doch schon vor dem ältesten Lebensmittelgesetz der Welt gab es Anfang des 15. Jahrhundert in der Oberpfalz eine Verordnung. Regensburger Stadträte tranken damals "böses und arges Bier" und erstellten einen strengen Ehrenkodex, der es Brauern unter Androhung hoher Geldstrafen verbot, andersweitige Zutaten als Wasser, Hopfen und Malz zu verwenden. Die Regensburger Bierordnung war also der Vorläufer des späteren amtlichen Reinheitsgebots. Prost, wohl bekomms!

Bier gehört nicht nur zur bayerischen Trinkkultur, sondern verfügt als isotonisches "Sportlergetränk" (alkoholfrei) erstaunliche Qualitäten. Askese schön und gut, doch wer kräftig in die Pedale tritt und ordentlich Fett und Kohlenhydrate verbrennt, darf sich ruhigen Gewissens auch kulinarischen Genüssen hingeben. Ein altbekanntes bayerisches Sprichwort besagt: "Speis & Trank hält Leib und Seele zamm". In dieser Beziehung pflegt die Oberpfalz eine gediegene Esskultur.
Lukullische Genüsse
Da Regensburg mit der Römischen Geschichte - auf der die Stadtgründung beruht - eng verbunden ist, passt zum Thema Kulinarik der römische Feldherr und Konsul Lucius Licinius Lucullus (117–56 v. Chr.), der sinnbildlich für Feingeschmack & Genuss stand bestens in Bild. Bekannt für sein ausschweifendes Leben können es ihm heutige Genießer in Regensburger Lokalen gleichtun, und sich „lukullischen Genüssen“ hingegeben bzw. von einem „lukullischen Mahl" geschmacklich verzaubern lassen. Ob's lukullische Spaghetti, reichhaltig belegte Pizza, Salatvariationen oder deftige Bayerische "Hausmannkost sein darf, bleibt letztlich wie immer eine reine Geschmacksfrage.
Ein altbekanntes bayerisches Sprichwort besagt: "Speis & Trank hält Leib und Seele zamm". In dieser Beziehung pflegt die Feinschmeckerregion Oberpfalz eine gediegene Esskultur. Ob Straßen-Imbiss, Gaststätte, Pizzeria oder Restaurant - ob bayerische oder internationaler Küche - ob günstig oder hochpreisig - in Regensburg gibt ein ausgesprochen breitgefächertes Gastro-Angebot, das Köstlichkeiten für unterschiedlichste Geschmacksrichtungen anbietet, zumal es neben der Riesenauswahl an Gasthäusern und Speiselokalen noch vier sterneprämierte Feinschmeckerrestaurants gibt. Mit dem Ontra´s Gourmetstube dem Aska, der ROTE HAHN by Maximilian Schmidt und dem Storstad im historischen Goliathhaus inmitten der Regensburger Altstadt gibt es gleich vier Häuser die dem begehrten MICHELIN Stern ausgezeichnet wurden.
Wie heißt es so schön: Liebe geht durch den Magen. Köstlichkeiten wie das Zoiglbier, der Regensburger Landwein, das Juradistl-Lamm, Regensburger Bratwürstl und der Oberpfälzer Karpfen stehen als lukullischer Hochgenuss stellvertretend für diese Region. Orginelle oberpfälzische Schmankerl, die die Geschmacksrezeptoren auf Trab halten. Weitere regionaltypische Spezialitäten sind der "Weichser Radi“, der im Stadtteil Weichs auf dem Lößboden des Donauufers gezogen wird. Auch Leberkässemmel bzw. Bratwürstel mit süßem Regensburger Senf sind heiß begehrt. "Knacker", deren Name von ihrer Hauptzutat - dem Genickfleisch herrührt (bayerisch: Gnack) werden sowohl kalt als Wurstsalat oder gebraten als Knackersemmel serviert. Regensburger Knackersemmel "mit allem" (Meerrettich, Senf und Essiggurke) ist Kult.
Tourist Informationen befinden sich in der Fußgängerzone Regensburgs beim Alten Rathaus sowie zwischen dem Dachauplatz und dem Haus der Bayerischen Geschichte.

Foto: Brückenbögen im sanften Abendlicht
Trotz aller kulturhistorischer Superlativen verdient ein Blick über den Tellerrand - sprich über die Stadtgrenzen hinweg - besondere Aufmerksamkeit. Goethe hätte es bei seinem Stadtbesuch nicht trefflicher beschreiben können: "Regensburg liegt gar schön. Diese Gegend musste eine Stadt herlocken". So wenig wie es Johann Wolfgang von Goethes im Zuge seiner Italienischen Reise bei seinem Regensburger Besuch am 3. September 1786 entging, als ihm die entzückte Lage der Stadt ins Auge stach, so schwärmen 240 Jahre später (Rad-) Touristen vom Liebreiz der ländlich geprägten Naturlandschaft rund um Regensburg, die ein superbes Tourenpotential vorfinden. Wenn also Regensburg eine Reise wert ist, so lässt sich das ohne Umschweife auf das herrliche Umland übertragen. Ob Stadtbummeln, Museumsbesuche, Badespaß oder Radfahren - hier lässt sich vieles mit vielem kombinieren. Dank radfreundlicher Infrastruktur wird einem die chamäleonartige Verwandlung vom Stadttourist zum Radtourist tatsächlich äußerst schmackhaft gemacht.

Foto: Schillerwiese am nördlichsten Donaubogen. Der Donau-Radweg ebnet Radlern entlang der Donau sozusagen das Einfallstor ins Altstadtherz von Regensburg.
Pedalisten können in der Ferienregion Regensburg glückbeseelt durch abwechslungreiches Landschaftsgepräge gondeln, gleichgültig mit welcher Radgattung das Terrain erkundet wird. Das facettenreiche Landschaftsrelief ist ein echtes Dorado, das de facto für jede Radgattung das Gelbe vom Ei bietet. Dass sich die Stadt im Fadenkreuz vieler (Fern-) Radwege klammheimlich zur Radtourismushochburg gemausert hat liegt zum einen an der Schnittpunktlage etlicher (Fern-) Radwege, zum anderen an der wechselhaften Geländebeschaffenheit (flach, wellig, berigig). Wenngleich es sich vielleicht noch nicht überall herumgesprochen hat welch versteckte Tour-Trüffel geheimnisumwoben im Verborgenen schlummern, so sollte der Fingerzeig hellhörig machen. Die beeindruckende Landschaftskulisse - bestehend aus schroffen Kalkfelsen, sanften Hügeln, duftenden Wäldern, romantischen Flusstälern und klaren Badeseen - ist über jeden Zweifel erhaben. Gepaart mit einem breitgefächerten Strauß an Touroptionen entpuppt sich die Region als Urlaubsdestination, die Radfahrern den roten oder sagen wir besser den grünen Teppich ausrollt.
Rad- und Städtetourismus im Doppelpack
Stadttouristen interessieren sich normalerweise mehr für kulturhistorische Sehenswürdigkeiten denn für sonstige Freizeitaktivitäten. Demnach werden Städte weniger als radtouristisches Urlaubsziel sondern zumeist - auch der touristischen Infrastruktur wegen - als Etappenort genutzt, um am nächsten Tag die Radreise fortzusetzen. Doch wie gesagt, die Ferienregion bietet die attraktive Möglichkeit beides miteinander zu verbinden. Vieles spricht dafür sich auf den Sattel zu schwingen und die bezaubernden Naturidylle per Pedes zu erkunden. So bieten beispielsweise die Donau, Naab, Schwarze Laber und der Regen - ebenso wie Bahntrassen-Radwege und Themen-Radwege - nahezu steigungsfreie Profile. Wer hingegen leistungsorientiert kupiertes Gelände bevorzugt, darf im angrenzenden Bayerischen (Vor-) Wald gerne seinen Schweißtribut entrichten. Dem Motto "neuer Tag, neues Glück", bei dem einem die Region Tritt um Tritt mehr ans Herz wächst, steht nichts im Wege. Zur Einstimmung ein Geheimtipp - zu dem soviel verraten wird: die aussichtsreiche Schnuppertour präsentiert Regensburg in unterschiedlichsten Blickwinkeln aus der Vogelperspektive.

Radtouristen handeln gern pragmatisch und verbinden das Angenehme mit dem Nützlichen. Der Clou ist, wenn das 'City-Flair & Naturerlebnis' im Doppelpack als abwechslungsreiches Kontrastprogramm zweckmäßig gekoppelt wird. Einmal auf inspirierenden Tagestouren Kraftquellen der Natur anzapfen, ein ander Mal ins pulsierende Stadtleben eintauchen. Die Kombination der Gegensätze ergibt eine spannungsgeladene Mischung, auf dessen Trichter bestimmt noch nicht jeder Tourist drauf gekommen ist.





