• Ereignisreiche Geschichte und Geschichten einer zweitausend Jahre alten Stadt wollen aufgespürt sein
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  • Regensburg - Viertgrößte Großstadt des Freistaates Bayern
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  • Regensburg (lat. Castra Regina od. Ratisbona) - Hauptstadt des Regierungsbezirks Oberpfalz
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  • UNESCO-Welterbe Altstadt Regensburg mit Stadtamhof
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  • Haus der Bayerischen Geschichte
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  • Die Donau - zweitgrößter und zweitlängster Fluss Europas
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  • Regensburg - einer der schönsten Städte der Welt (Lord Norman Foster)
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  • Die Donau (lat. Danubius) - zweitlängster Strom in Europas
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  • Marc-Aurel-Ufer
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  • Internationaler Donau-Radweg (E6)
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  • Mariaorter Holzbrücke über die Naab
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  • Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt an der Mündung der Naab in die Donau
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  • Fahrradstraßen
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  • Sportstadt Regensburg
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  • Familientag der Welt-Kult-Tour Regensburg
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  • Regensburg/Reinhausen - Stand-Up-Paddling auf dem Regen
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  • »Neue Waag« mittelalterliche Patrizier-Hausburg auf dem Haidplatz
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  • Freie Fahrt in Fußgängerzonen
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  • Wehrbrücke "Donaukanal" - verkehrsfreie Verbindung zwischen (Fern-) Radwegen
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  • Regensburg »Eine der schönsten Städte der Welt« - Lord Norman Foster
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  • Steinerne Brücke - Wahrzeichen von Regensburg
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  • Straßenmusikanten auf der Steinernen Brücke
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  • UNESCO-Welterbe Altstadt Regensburg mit Stadtamhof
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  • Romantische Morgenstimmung
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  • Haus der Bayerischen Geschichte
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  • Regensburg/Sallern - stimmungsvolles Abendlicht am Regen
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  • Mediterranes Flair in Stadtamhof
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  • Regensburg »Eine der schönsten Städte der Welt« - Lord Norman Foster
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  • Anbindungsradweg ins Regensburger Umland
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  • Nordportal Porta Prätoria - neben Porta Nigra einzige römische Toranlage nördlich der Alpen
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  • UNESCO-Welterbe Altstadt Regensburg mit Stadtamhof
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»Ratisbona-Panoramatour« - City-Flair & Naturerlebnis im Doppelpack

Gretchenfrage: Wie holt man das Beste aus einem Urlaub heraus, wenn man in einer der reizvollsten Städte Deutschlands mit faszinierendem Zauber weilt? Guter Rat ist teuer, denn seinem Regensburger Städteurlaub ein außergewöhnliches Sahnehäupchen aufzusetzen ist angesichts der schier unerschöpflichen Möglichkeiten gar nicht so einfach. Das UNESCO Welterbe begeistert nämlich nicht allein durch seine phänomenale mitteralterliche Bausubstanz mit rund 1.500 Baudenkmäler sowie diverser Kulturangebote der Museen, Galerien, Theater und Konzerte, sondern vor den Toren der Stadt verbirgt sich ein wunderbares Naherholungsgebiet. Neben der reichhaltigen Denkmallandschaft prunkt die Donaumetropole mit einer inspirierenden Naturlandschaft, die geradewegs dazu einlädt Sightseeing mit einem entspannten Naturerlebnis zu verbinden. Da mag der Spruch "Kommt Zeit kommt Ra(d)" auf die Sprünge helfen. Quirliges City-Flair & erholsame Natur im Doppelpack, bei dem der Großstadttrubel gegen ländliche Naturidylle eingetauscht wird verheißt kontrastreiche Gegensätze. Angetrieben von der eigenen Muskelkraft oder unterstützt von E-Power ist auf Zubringer-Radwegen binnen 10-15 Minuten der Stadtrand erreicht. Sobald einem die verträumte Naturregion in Beschlag nimmt und würziger Wald- und Wiesenduft die Lungenflügel flutet nimmt das Kopfkino seinen Lauf und hält fortan die Sinne auf Trab.

Bayernbike hat sich auf Spurensuche begeben und verkehrsfreie Flur- und Schotterwege, verkehrsarme Nebenstraßen sowie kurzzeitige DejaVu-Erlebnisse mit dem Naabtal-Radweg, Fünf-Flüsse-Radweg, Fernradweg München-Regensburg-Prag und dem Donau-Radweg - an dessen Ufer der nördlichste Punkt des zweitlängsten Stroms Europas passiert wird - zu einer abwechslungsreichen Tour-Kombination zusammengestöpselt. Sich an überwältigenden Panoramen und romantischen Platzerl zu erfreuen, regionale Köstlichkeiten der zünftigen „Oberpfälzischen Wirtshaus- und Biergartenkultur“ zu genießen und dabei die Bekanntschaft mit populären Flussradwegen zu schließen klingt nicht nur verheißungsvoll sondern ist  es auch tatsächlich.

Ein Glück, wer im schönen Regensburg lebt oder als Tourist hier weilt. Erst Recht wer sportlich aktiv bzw. begeisteter Radfahrer ist, weil das facettenreiche Landschaftsrelief der Ferienregion Regensburg im Bayerischen Jura ein echtes Dorado für Radfahrer, Wanderer und für alle Freunde unberührter Natur ein traumhaftes Refugium darstellt. Die Urlaubsdestination verwöhnt mit einem bunten Strauß an Radtouren, die die Flüsse Donau, Regen, Naab und Schwarze Laber mit einbezieht. Majestätische Burgen und Ruinen, schmucke Schlösser und barocke Kirchen - umgeben von einer beeindruckenden Landschaftskulisse aus schroffen Kalkfelsen, sanften Hügeln, duftenden Wäldern, romantischen Flusstälern und glasklaren Badeseen - ziehen scharenweise Radfahrer aus nah und fern an. Sesam öffne dich, lüften wir den Vorhang und nennen das "Kind" beim Namen, das gleichzeitig Programm ist: »Ratisbona-Panoramatour«. Die Rundtour macht dem Spruch "In der Kürze liegt die Würze" aller Ehre, was  Radlerherzen zweifelsohne höher schlagen lässt. Sozusagen ein ultimativer Geheimtipp, der Erlebnisspaß und Inspiration verspricht und Glücksmomenten auf die Sprünge hilft.

 Eckdaten 

  • Streckenlänge: 28 km
  • 330 Höhenmeter
  • Höchster Streckenpunkt: 456 m.ü.N. (Tremmelhauserhöhe)
  • Niedrigster Streckenpunkt: 333 m.ü.N. (Stadtamhof)
  • Streckenverlauf: Stadtamhof/Pylonentor (Am Protzenweiher) → Wehrbrücke "Donaukanal"   Schelmengraben → Dreifaltigkeitsberg → Winzerer Höhen → Tremmelhausen → Schwetzendorf → Reifenthal → Adlersberg → Hummelberg → Mariaort → Naab-Brücke/Wallfahrtskirche → Eisenbahnbrücke Großprüfening → Einmündung Donau-Radweg → Baggersee → Schillerwiese → Pfaffensteiner Wehr → Holzländestraße → Am Weinmarkt → Keplerstraße → Fischmarkt → Goldene-Bären-Straße → Steinerne Brücke →  Stadtamhof 

  • Streckencharakteristik: Radwege, Feld- und Schotterwege, rund 85% verkehrsfrei; 41 % unasphaltiert: Winzerer Höhe - Tremmelhauserhöhe (KM 4.0 - KM 9.0), Hummelberg (KM 17.3 - KM 18.9), Donau-Radweg (KM 21.0-KM 26.0)
  • Lage: Stadt und Landkreis Regensburg (Gemeinden Lappersorf, Pettendorf, Sinzing), Bayerischer Jura (Oberpfalz)
  • Radgattungsempfehlung: Touren- Trekkingbike, Mountainbike, E-Bike, Gravelbike, Cyclocrosser
  • Fahrzeit: rund 3 Std., zzgl. Pausen/Einkehr Halbtagestour; sportliches Tempo: nonstopp: 1½ Std. (z.B. Feierabendrunde)
es gibt keine Wegweisung → Track-Download. Bei KM 6.3 (Auffahrt Richtung Grillplatz) kurzzeitig loser Schotterabschnitt / Regenrinnen, sowie bei KM 18 (Abfahrt nach Mariaort)

Streckenchronik

Wer Regensburgs Peripherie vom Logenplatz des Sattels aus erkunden möchte, trifft mit der »Ratisbona-Panoramatour« sprichwörtlich ins Schwarze. Die Rundtour umkreist die Stadt - teils auf gut 100 Meter höher gelegenen Panoramawegen - in einer 180° Grad weiten Bogenform. Bayerns viergrößte Stadt aus verschiedenen Blickwinkeln in Vogelperspektive zu betrachten und dabei einzigartige Natur- und Kulturjuwelen zu entdecken machen den Reiz dieser Genussroute aus. Da sich die körperliche Anstrengung im sanfthügeligen Gelände in Grenzen hält und die Strecke mit gängigen Tourenrädern befahrbar ist, kann man sich ausgiebig der Umgebung widmen und das Naturerlebnis in vollen Zügen auskosten. Die Rundtour ist weder zu schwer noch zu lang, außerdem ist sie 85% autofrei, also perfekt für Einsteiger, Freizeit- und Familienradler als auch für E-Biker. Dazu rollt man abschnittsweise auf (Fern-) Radwegen, die das Tor zum Radparadies Bayerischer Jura aufstoßen.

Wenn's a bisserl mehr sein darf... kein Problem. So führt z.B. eine Wegverbindung nahe Hummelberg auf einer feingeschotterten und verdichteten Fahrbahnoberläche 1.5 km hinab nach Goldtal ins Untere Naabtal. Ist man auf den Geschmack gekommen und zeitlich flexibel, lässt sich der tellerflache Naabtal-Radweg harmonisch in die Rundtour mit einflechten und zu einer vollwertigen Tagestour ausbauen. Der Abstecher via Distelhausen (Campingplatz/Biergarten) zu den beliebten Ausflugsorten Pielenhofen (Klostergaststätte/Biergarten), Heitzenhofen (Gaststätte/Biergarten) und dem bekannten Künstlerort Kallmünz - die "Perle des Naabtals" - ist eine verlockende Option.

In der Kürze liegt die Würze sagt der Volksmund. Gemessen an der überschaubaren Streckenlänge birgt die Tour erstaunlich viel Erlebnispotential. Egal wie lange man sich in Regensburg aufhält - ob als Tourist, Tagesausflügler oder Einheimischer - den verheißungsvollen Natur-Trip sollte man sich nicht entgehen lassen. Die "Schnuppertour" bietet faszinierende Ein- und Ausblicke in einer der schönsten Ecken Bayerns, ohne dabei die Welterbestadt groß aus den Augen zu verlieren. Speziell auf aussichtsreichen Höhenwegen wird man nicht das Gefühl los, quasi wie ein König auf Wolke sieben über den Dingen durch den Garten Eden zu schweben. Auch kulturhistorisch ist einiges geboten. So säumt beispielsweise ein historisches Stadttor, ein nostalgisches Eisenbahnrelikt - aber auch Kunstobjekte, Kirchen, Kapellen und Denkmäler den Wegesrand. Wie sagte einst der deutsche Dichter Matthias Claudius (†1815): „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen…“. Dies alles und noch vieles mehr - wie beispielsweise etliche Badestellen - erwarten den genussorientierten Tourenradler. Sowohl am Schwetzendorfer Weiher, der idyllisch zwischen Wald und Wiesen eingebettet liegt, wie auch die Schillerwiese - eine ausgedehnte Parkanlage entlang der Donau im Westenviertel von Regensburg - bieten Gelegenheit zur Abfrischung. Ein Sprung ins kühle Nass sorgt für Entspannung und Wohlbefinden. Deshalb für den Fall der Fälle Badehose nicht vergessen. Wer Kontraste liebt, unberührte Natur schätzt, sich für Gesschichte interesssiert und eine Leidenschaft für regionaltypische Köstlichkeiten hegt kommt auf der »Ratisbona-Panoramatour« garantiert auf seine Kosten.

"Der Weg ist das Ziel", was dem Radfahrer schon auf dem ersten Höhenzug schlagartig bewußt wird. Nicht ohne Grund wird der Dreifaltigkeitsberg bzw. die Winzerer Höhe als "Balkon" von Regensburg bezeichnet.

Der Alltagshektik den Rücken kehren, den Kopf frei bekommen und Naturreize wahrnehmen funktioniert am besten bei entschleunigter Fahrweise. Insofern sollte für die Tour genügend Zeit einkalkuliert werden. Wem Naturgenuss, Muße, Gemütlichkeit, Geselligkeit und Achtsamkeit etwas bedeuten plant am besten eine Halbtagestour ein. Dann ist einem ein unvergessliches Genusserlebnis in teils unberührten Naturräumen, welche seltenen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten, so gut wie sicher. Immerhin gibt es in der Stadt und dem Landkreis Regensburg Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von circa 1.000 Hektar.

Bella Ratisbona 

Bier ist nicht nur das "Nationalgetränk" der Bayern und Inbegriff bayerischer Trinkkultur, sondern verfügt als isotonisches "Sportlergetränk" (alkoholfrei) erstaunliche Qualitäten. Askese schön und gut, doch wer kräftig in die Pedale tritt und ordentlich Fett und Kohlenhydrate verbrennt, darf sich ruhigen Gewissens kulinarischen Genüssen hingeben. Nicht ohne Grund besagt ein altbekanntes bayerisches Sprichwort: "Speis & Trank hält Leib und Seele zamm". In dieser Beziehung pflegt die Oberpfalz eine gediegene Esskultur. Deswegen braucht man sich über das leibliche Wohl keinen Kopf zu machen, zumal die »Ratisbona-Panoramatour« mit urigen Ausflugsgaststätten und lauschigen Biergärten zu Genüge gesegnet ist. 

Dort wo deftige Hausmannskost auf der Speisekarte steht, ist "Schmalhans" jedenfalls nicht Küchenmeister. Auch wenn Bier Nationalgetränk und Inbegriff bayerischer Trinkkultur ist und sich das traditionelle Lebensgefühl nirgends so authentisch zeigt als in Biergärten so gilt dennoch: alles in Maßen nicht in Massen.

Überhaupt verfügt die Welterbestadt ein ausgesprochen breitgefächertes Gastro-Angebot aller Preiskategorien. Von regionaltypischen Spezialitäten über internationale Gerichte bis hin zu Sterne-Restaurants mit edelsten Speisekreaktionen findet man eine kulinarische Dichte und Vielfältigkeit die ihresgleichen sucht. Selbst verwöhnte Geschmacksknospen kommen auf ihre Kosten, zumal es laut <Guide MICHELIN Deutschland 2021> drei sterneprämierte Feinschmeckerrestaurants (Storstadt", Aska, Roter Hahn) gibt. 

Raus aus der City und rein ins Naturvergnügen, das nach 28 genussvollen Radkilometern im lebhaften UNESCO Weltkulturerbe Stadtamhof seinen würdigen Abschluss findet. Inmitten historischer Gebäude, der Rokokokirche und Klosteranlage St. Mang, der Spitalkirche St. Katharina und dem einstigen Salzlager Andreasstadel, wo heute Künstlerateliers, Galerien, ein Café untergebracht sind, genießt man ausgelassenes italienisches Flair, das der Stadt eine einzigartige Aura verleiht. Da schmecken Cappuccino, Latte Macchiato, Aperol Spritz, Pizza, Pasta & Co im Straßencafé oder Restaurant bzw. leckeres Eis aus einer der zahlreichen Gelaterias in "Bella Ratisbona" - wie Regensburg gern als nördlichste Stadt Italiens genannt wird - gleich dopppelt so gut. Abgesehen vielleicht von München gibt es wohl kaum einen anderen Ort im Freistaat, wo bayerische Gemütlichkeit und südländisches Lebensgefühl so hautnah aufeinanderprallen. Ob der deftigen bayrischen Brotzeit mit regional gebrautem Bier oder der "buona cucina italiana" mit adäquatem Vino oder der fernöstlichen Küche der Vorzug gegeben wird, bleibt letztlich dem "Glustara" (oberpfälzischer Dialekt, der soviel wie Appetit, Gaumenfreude, Geschmackssinn bedeutet) überlassen. Vor allem Touristen die jenseits des "Weißwurst-Äquator" entstammen (in Bayern gern als "Preißn" tituliert) haben in ländlich geprägten Gebieten der Oberpfalz schon mal Verständigungsprobleme. Kein Wunder, denn die Einheimischen "schmà:zn wai oan da Schnobl gwochsn is" (übersetzt: sie sprechen wie ihnen der Mund gewachsen ist). Apropos Dialekt: schon gewusst, dass Bairisch älter ist als Hochdeutsch? Während die deutsche Schriftsprache im 15./16. Jh. entstanden ist, stammen die ältesten altbairischen Texte nachweislich aus dem 8. Jahrhundert.

Urban Cycle & Nature Cycle

Wird ohne eigenes Rad angereist, braucht auf ein Radvergnügen deswegen noch lange nicht verzichten. Einfach ein Vehicle in einem Zweiradgeschäft ausleihen, schon liegt einem schwuppdiwupp die Stadt bzw. abgelegene Winkel im idyllischen Umland zu Füßen. Urban Cyle & Nature Cycle ist eine reizvolle Kombi, die nicht nur mobil und unabhängig macht, sondern unheimlich Spaß bereitet. So können kurzerhand auch entlegenere Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust besucht werden, ohne auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein.

Gerade die beschauliche Naturkulisse - durchzogen von Flüssen, Bächen, glitzernden (Bade-) Seen und schroffen Kalksteinfelsen - bietet beste Voraussetzungen für eine erholsame Auszeit. Abschalten - Staunen - Tafeln - Genießen - Erholen - im Kraftplatz der Natur lassen sich nachhaltig frische Energien auftanken.

Den lässigen Spruch "Pack mers" hat der Oberpfälzer gern auf den Lippen, wenn er seiner ungezähmten Aufbruchstimmung Ausdruck verleiht. In diesem Sinne: Vorhang auf, rein ins Naturvergnügen und rauf auf's "Sonnendeck" von Regensburg, um sich gedankenversunken ein laues Lüftchen um die Nase wehen zu lassen. 

 Streckenvarianten 

Die »Ratisbona-Panoramatour« lässt sich über mehrere Spangen individuell anpassen bzw. mit dem Naabtal-Radweg kombinieren.

Originalstrecke:        28.0 km / 330 hm

Kurzstrecke:             21.2 km / 225 hm; Abzweig KM 13.7 → Einmündung Mariaort KM 16.4

Pettendorfschleife:    32.3 km / 370 hm; Abzweig KM 12.2 (R 5) → Einmündung Adlersberg KM 16.3

Naabtal-Variante 1 :  30.0 km / 235 hm; Abzweig KM 16.3 → 1.5 km Naabtal-Radweg (Goldtal ) → Etterzhausen → Einmündung Originalroute in Mariaort KM 22.4 

Naabtal-Variante 2 :  65.0 km / 315 hm; Abzweig KM 16.3 → 1.5 km Naabtal-Radweg (Goldtal) → Pielenhofen → Kallmünz 18 km und    zurück  → Einmündung Originalroute in Mariaort KM 57.3 

Stadtamhof

Die erste urkundliche Erwähnung Stadtamhofs stammt aus dem Jahr 985, die Stadterhebung erfolgte 1496. Als Siedlung am nördlichen Ende der Steinernen Brücke gehörte Stadtamhof zunächst zur Regensburger Stadtlandschaft. Als Regensburg Mitte des 13. Jahrhunderts jedoch die Reichsfreiheit erlangte, ergaben sich daraus politische und wirtschaftlichen Konfrontationen zum bayerischen Stadtamhof. Im Mittelalter war Stadtamhof mit rund 2.000 Einwohnern gegenüber der freien Reichsstadt Regensburg eine vergleichsweise kleine bayerische Nachbarstadt, deren Zughörigkeit zu Bayern eine lang anhaltende Konkurrenzsituation hervorrief. Die ehemals selbständige, herzoglich- bzw. kurfürstlich-bayerische Stadt - am Nordufer der Donau gelegen - wurde erst am 1. April 1924 zu Regensburg eingemeindet. Seit dem 13. Juli 2006 gehört Stadtamhof gemeinsam mit der Regensburger Altstadt zum UNESCO-Welterbe. Bedingt durch seinen geschichtlichen Sonderstatus wartet Stadtamhof mit einigen Sehenswürdigkeiten auf: Rokokokirche und ehemalige Stiftskirche St. Mang sowie der Andreasstadel (erbaut 1600), deren bayerischer Salzhandel mit dem reichsstädtischen Salzhandel jenseits der Donau konkurrierte. Gegenüber des Europakanals befindet sich das Pylonentor sowie die restaurierte Lokomotive des Walhalla-Bockerls (Start- Zielpunkt der »Ratisbona-Panoramatour«).

Gedenkinschrift am Pylonentor

1809

SCHRECKENSTAGE

DURCH NAPOLEON

IM GEDENKEN

AN DIE OPFER

2009

Die Inschrift bezieht sich auf die sogenannte Schlacht von Regensburg. Am 23. April erstürmten und plünderten die französischen Truppen Napoleons Regensburg und versuchten das geschwächte österreichische Heer, das über die Donau und Stadtamhof flüchtete zu stellen. Diese starteten ihrerseits einen Gegenangriff, indem die Österreicher mit Granaten und Pechkränzen Stadtamhof systematisch in Brand schossen und es nahezu vollständig zerstörten. Danach wurde Stadtamhof in seinem heutigen Erscheinungsbild wieder aufgebaut. 

Der Start und Zielpunkt der »Ratisbona-Panoramatour« befindet sich in Stadtamhof beim Pylonentor (Am Protzenweiher). 

Bevor's losgeht, laden zum Auftakt das Pylonentor und das »Walhalla-Bockerl« zur Besichtigung ein.

Beim Busterminal erfährt man etwas über die nostalgische Eisenbahn-Epoche - genauer gesagt über eine Lokalbahn, die in Stadtamhof ihren Start- bzw. Endhaltepunkt hatte. Zu früheren Zeiten tuckerte hier die Walhallabahn, im Volksmund auch »Walhalla-Bockerl« genannt. Die 1960 ausgemusterte Dampflokomotive wurde nahe ihres ehemaligen Wirkungsorts in Stadtamhof als Technologie-Denkmal aufgestellt. Die lokale Bahnlinie war eine meterspurige Schmalspurbahn von Regensburg-Stadtamhof nach Wörth a.d. Donau. Ihren Namen sowie ihre Entstehung verdankte die Bahn der Walhalla bei Donaustauf. 

Die Mittelbayerische Zeitung stellt im Rahmen regionaler Radtouren rund um Regensburg u.a. die »Ratisbona-Panoramatour« vor. 

Streckengrafik mit Höhenprofil


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

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Entlang des Europakanals (Am Protzenweiher) radelt man direkt auf die Wehrbrücke "Donaukanal" zu. Diese stellt einerseits i.V. mit dem Pfaffensteiner Wehr die Zufahrt zum Naabtal-Radweg, Donau-Radweg sowie Anbindung zu weiteren Radwegen her, andererseits verbinden die Brücken den Stadtwesten mit dem Stadtnorden. 

Nach der Brückenauffahrt biegt man an der T-Gabelung rechts ab und überquert nach einem Rechts- Linksknick den Schleusenkanal.

 Links: nach Überquerung der Wehranlage des Donau-Süd und Nordarmes → Donau-Radweg

Fahrgastschiff im Schleusenkanal auf dem Weg Richtung Kelheim. Im Hintergrund ist das Riesenrad der Regensburger Dult zu sehen, die alljährlich im Frühjahr und Herbst stattfindet. Regensburg hat als viertgrößte Stadt Bayerns seine Entwicklung und wirtschaftsstrategische Position ein stückweit auch seiner exponierten Lage an vier Flüssen zu verdanken.

Die Wehrbrücke "Donaukanal" (Fußgänger- und Radfahrsteg) überquert den Europakanal.

Die Wehrbrücke "Donaukanal" übernimmt i.V. mit dem Pfaffensteiner Wehr für Radfahrer eine Verteilerfunktion in sämtliche Himmelsrichtungen.  Entsprechend hoch ist die Radler-Frequenz. In Höhe der Staustufe zweigt vom angestauten Donaustrom nach Nordosten der Schleusenkanal des Regensburger Europakanal ab, welcher den Stadtteil Stadtamhof nördlich umgeht, bevor er durch die Schleuse Regensburg dasselbe Niveau des von Norden zufließenden Flusses Regen erreicht und sich östlich wieder mit dem Nordarm der Donau vereinigt. 

 Nach Brückenabfahrt im spitzen Winkel links → verkehrsfreie Radwegverbindung nach Mariaort (Anschluss Naabtal-Radweg).

Nach Abfahrt von der Wehrbrücke wird geradeaus (entgegengesetzt zur vorherigen Fahrtrichtung) zum Schelmengraben geradelt.

Romantische Sonnenaufgangsstimmung mit Blick auf die Allebäume des Oberen Wöhrd. Radfahrer wertschätzen es, dass man sich schon nach wenigen Kilometern vom Stadtzentrum entfernt in einer liebenswert ländlichen Gegend befindet. 

Der Schelmengraben kredenzt die erste Steigung der Tour.

Dreifaltigkeitsberg

Ein 15 minütiger Fußmarsch bzw. 10 minütige Radfahrt von Stadtamhof zum Dreifaltigkeitsberg - schon liegt einem die Welterbestadt zu Füßen.  Direkt vor der Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit (1713) im Stadtteil Steinweg-Pfaffenstein genießt man einen atemberaubenden Blick über die Dächer der Stadt. Mehrere Wege führen auf die Anhöhe:

→ Schelmengraben/Österreicherweg (max. 10 % Steigung)  

→ Schwandorfer Straße /Alte Nürnberger Straße via Spitalkellerweg (17% Steigung) 

→ Schwandorfer Straße via Dreifaltigkeitsbergweg (nur Fußgänger)

→ Lappersdorfer Straße via Osterbergweg (max. 19% Steigung)

Trotz Lage in der flachen Donauebene überragen die Stadtteile Ziegetsberg (100 Meter), Brandlberg (70 Meter), Keilberg (150 Meter) und Winzerer Höhen (120 Meter) signifikant die Altstadt. Wird der Donauebene oder Flußtälern im Umland der Rücken gekehrt, sieht sich als Radfahrer mit (meist moderaten) Anstiegen konfrontiert. In Zeiten des e-bike-booms spielt jedoch die eigene Muskelkraft nur noch eine untergeordnete Rolle. Die »Ratisbona-Panoramatour« nimmt über den Schelmengraben vergleichsweise den einfachsten Anstieg, den Dreifaltigkeitsberg zu erklimmen. 

Der Schelmengraben war ursprünglich ein als Hohlweg schluchtartig ausgeprägter uralter Verkehrsweg, der die Donauniederung mit Amberg verband (Bayerische Eisenstraße). Auf halber Höhe zweigt der Österreicher Weg vom Schelmengraben ab, dessen Namen an die Schlacht von Regensburg im Jahr 1809 erinnert. Die strategisch günstige Höhenlage wurde von der österreichischen Artillerie genutzt, um die napoleonischen Truppen in Stadtamhof zu beschießen, was die komplette Zerstörung von Stadtamhof zur Folge hatte. 

Straßenname wie das Denkmal erinnern an die Schlacht von Regensburg. Inschrift: "Von diesem Platze aus wurde Stadtamhof am 23. April 1809 in Brand geschossen". 

Am Ende des Österreicher Wegs setzt sich einen unasphaltierter Schotterweg fort, der zur Dreifaltigkeitskirche und zu einer der beliebtesten Aussichtstelle  von Regensburg führt. 

Nach 3.3 km ist sozusagen der erste Peak (45 hm) überwunden. Zeit, um vom Rad zu steigen und sich an dem Blick auf die Welterbestadt ausgiebig zu ergötzen. Der geschichtsträchtige Dreifaltigkeitsberg - dessen Namen von der Dreifaltigkeitskiche abgeleitet ist -  bietet einen der schönsten Ausblicke auf Stadtamhof und Regensburg. Die Anhöhe befindet sich in Regensburg oberhalb des Stadtteiles Steinweg. Während in Regensburg um 1713 die Beulenpest wütete, errichteten einige Bewohner aus Stadtamhof und Steinweg auf dem Berg die Dreifaltigkeitskirche, verbunden mit einem Kreuzweg, um von der Epidemie verschont zu bleiben. Vor allem die zarte Abendröte bei romantischen Sonnenuntergängen zaubert eine stimmungsvolle Stimmung herbei. 

Die römisch-katholische Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit (1713) auf dem Dreifaltigkeitsberg im Stadtteil Steinweg-Pfaffenstein von Regensburg. Sowohl der Dreifaltigkeitsberg als auch die Winzerer Höhen ziehen an Schönwetter- Wochenenden scharenweise Spaziergänger, Radfahrer und Mountainbiker an.

Die Dreifaltigkeitskirche wurde erstmals 1837 durch den Architekten Freiherr von Reichlin umgebaut sowie eine Vorhalle samt Turm im byzantinischen Stil wurden an der Ostwand der Kirche angebaut, vermutlich nach Plänen von Leo von Klenze. 

Der Dreifaltigkeitsberg - für manche Regensburger ein energetischer Rückzugsort - lässt sich zu Fuß oder mit dem Rad relativ schnell erreichen. 

 Seidenplantage 

König Ludwig I versuchte 1833, die Zucht der Seidenraupe, und damit die Erzeugung von Rohseide in Regensburg zu beheimaten, indem er an den Hängen der Winzerer Höhe  ca. 6 Hektar Maulbeerbäume angepflanzen ließ. Dessen Blätter diente den Seidenraupen als Nahrung. Dasselbe wurde im übrigen bereitsl im 14. Jahrhundert schon einmal versucht. Diese Tradition lebte ab 1820 wieder auf, als König Ludwig I. Schirmherr und Direktor einer eigens gegründeten Aktiengesellschaft zur Förderung der Seidenzucht wurde. 1833 war die Geburtsstunde der „Seidenplantage“. Heute hingegen sprudelt in dem restaurierten Gebäude der denkmalgeschützten Seidenplantage das Wasser des „Vital Spa“. Der glamoröse Wellness-Tempel zieht Gäste aus ganz Bayern an.

Nach Querung des Schelmengraben beim Friedhof Dreifaltigkeitsberg biegt man auf die Straße "Auf der Winzerer Höhe" ein (KM 3.9), die bis zur Bergkuppe asphaltiert ist. Nach dem Dreifaltigkeitsberg folgt nun der zweite Höhenabsatz. Vorbei an der Seidenplantage zieht sich die Bergkuppe 45 Höhenmeter auf's Plateau (KM 4.5) hinauf. Vom dort setzt sich der breite, unasphaltierte Höhenweg fort, der mitunter die Landkreisgrenze bildet.

Da mehrere Waldpfade das Gelände durchziehen, ist wahlweise die Befahrung auf schattigen Forstwegen "Auf der Winzerer Höhe" möglich. An einer unscheinbaren Waldlichtung (KM 5.4) wo sich sinnigerweise mehrere Sitzbänke befinden, genießt man einen schönen Blick auf die Stadt mit ihren markanten Domtürmen. Nach weiteren 600 Metern weitet sich am Waldende das Blickfeld und gibt ein großartiges Panorama frei (mehrere Aussichtsbänke). Trotz liebenswerter provinzieller Anmutung in freier Natur steht kaum zu vermuten, dass dieser Landstrich immer noch zum Stadtgebiet Regensburg gehört, das sich im übrigen bis wenige Hundert Meter vor dem Weiler Tremmelhauserhöhe (Markt Lappersdorf) erstreckt. 

Zur Orientierung: Unterhalb der Winzerer Höhe liegen die Regensburger Stadtteile Steinweg-Pfaffenstein - der seinerseits an den Stadtteil Stadtamhof grenzt - Ober-Winzer, Nieder-Winzer und Kager. Im Osten reicht der Höhenzug beim Dreifaltigkeitsberg bis fast zum Fluss Regen (Stadtteil Reinhausen) heran. 

 Aussichtsbänke: KM 5.4, KM 6.0   

Kleinstes Weinanbaugebiet Bayerns

Die sonnenzugewandte Südhanglage der Winzerer Höhen lässt im Bereich des Regensburger Ortsteils Winzer vorzüglich Rebstöcke gedeihen. Als echte Rarität werden die handverlesen Trauben zum Regensburger Landwein verarbeitet. Im goldenen Herbst sind die reifen Trauben an den Weinstöcken Sinnbild für diese Jahreszeit.

Die Tradition des Weinbaus an den Winzerer Höhen geht vermutlich bis in die Römerzeit zurück, worauf der Ortsname „Winzer " - welcher römischen Ursprungs ist  („ad vinitores") - und übersetzt „bei den Winzern" bedeutet. Im Mittelalter wurde der sogenannte Baierwein auch an den königlichen Hof nach München geliefert.

   »Ad vinitores« 

Was kaum bekannt ist: an den Steilhängen des Regensburger Vorwalds erstreckt sich von Kager bis Wörth a.d.Donau das kleinste Weinanbaugebiet Bayerns. Unvorstellbar, dass hier eine 1 500 jährige Weinbautradition schlummert. Rund 20 Winzer haben sich neben Regensburg-Winzer mit den Landkreisorten Pentling, Tegernheim, Donaustauf, Bach a.d.Donau, Kruckenberg, Wiesent und Wörth a.d.Donau in den 70 er Jahren zusammengeschlossen und bewirtschaften seitdem eine Rebfläche von ca. 4 ha. Wie klein das Gebiet im Verhältnis zur Rebfläche Frankens macht der Vergleich deutlich, in dessen Bezirk 6 000 Hektar kultiviert werden. Eine über 50 % steile Hangneigung bedingt eine intensive Sonneneinstrahlung, die einen qualitativ gehobenen, meist trockenen Tafelwein mit gebietstypischem Charakter hervorbringt. "Staubtrocken" aber mit unvergleichlichem Armona - oft in Kabinettqualität - entdecken zunehmend Weinliebhaber den Regensburger Landwein als kraftvollen Weißwein. Der geringe Produktionsausstoß macht den edlen Tropfen aus der Oberpfalz zur begehrten Rarität. 

Die Stadt Regensburg kultiviert einen rund 1.000 Quadratmeter großen Weinberg im Ortsteil Winzer. Der Rotwein "Salutaris" ist streng rationiert und unverkäuflich – nur Regensburger Bürger, die ihren 90. Geburtstag feiern oder Persönlichkeiten die sich in besonderer Weise verdient gemacht haben, bekommen vom amtierenden Oberbürgermeister eine Flasche gratis überreicht. Jeder Jahrgang der „Salutaris“-Flaschen wird eigens von einem Künstler entworfenen Flaschenetiketten-Motiv geziert.

Wenngleich archäologische Zeugnisse fehlen ist davon auszugehen, dass der Weinbau an den Südlagen der Donau bis in die Römerzeit zurückreicht. Die latenische Bezeichnung »Ad vinitores« des Regensburger Stadtteils Winzer ist als Indiz zu werten, dass Legionäre des früheren Castra Regina den Weinbau bis am nördlichsten Punkt der Donau einführten. 

Erste urkundliche Erwähnungen des Weinbaus in Altbayern stammen aus dem 6./7. Jhrd. Der Bischof Aribo von Freising erwähnte 649 in der Vita des Heiligen Emmeram von Regensburg "regio Baiovariorum viniferax" - was übersetzt "das weintragende Land der Bajuwaren" bedeutet. 

Im Früh- und Hochmittelalter war der Weinbau an den Hängen der Donau in fester Hand der Klöster, Herzöge und Herrensitze. Schon im 8. Jhrd. werden u.a. Winzer,  Kager und Kruckenberg als Weinanbaustätten schriftlich erwähnt. Im Jahr 1271 taucht erstmalig der Name »Baierwein« auf. 

Als Bier den Wein als Volksgetränk gegen Ende des Mittelalters ablöste, geriet der Weinbau in Vergessenheit. Auch der Dreißigjährige Krieg trug zum Einbruch der altbayerischen Tradition entscheidend bei. So verringerte sich die Anbaufläche des »Baierweins« von geschätzten 2.000 Hektar in der Blütezeit bis 1968 auf den Tiefstand von 1 Hektar.

Vom »Baierwein« zum »Regensburger Landwein«: aufkommender Tourismus, bessere Rebsorten und optimierte Anbaumethoden ließen die Anbaufläche anwachsen und die Nachfrage des Baierweins steigen. 1983 wurde die Bezeichnung "Regensburger Landwein" eingeführt. Mehr zur Geschichte des Baierweins im Baierweinmuseum in Bach a.d.Donau.

Heute reifen in sonnenbefluteter Südhanglage der Winzerer Höhen bei Kager bis nach Wörth a.d.Donau Rebsorten, die einen naturreinen Müller-Thurgau trocken bzw. Bacchus in guter Qualität hervorbringen. Der »Regensburger Landwein« - eine rare Spezialität unter den Weißweinen - findet mit seinem fruchtig leichten Bukett und säurearmen Aroma zunehmend bekennende Weinliebhaber.

Hinauf zum Grillplatz steht ein letzter 40 Höhenmeter-Hügel an. Er markiert die höchste Stelle der Winzerer Höhe (450 m.ü.N.). Mit jedem Höhenmeter den man sich nach oben schraubt wird das Panorama eindrucksvoller.  

Wer einmal auf der Winzerer Höhen war weiß allzu gut, warum die Naherholungsregion ein Lieblingsziel (der Weg ist das Ziel) von Spaziergängern, Radfahrern und Mountainbikern ist. Auch wenn die kurzen Anstiege aus der Donauniederung einige Kraftanstrengung und Schweißperlen kosten, so machen die sagenhaften Panoramablicke die körperliche Anstrengung mehr als wett. 

Der von Südwesten kommende Fluß erreicht beim Ortsteil Winzer (Statue Sankt Nikolaus) seinen nördlichsten Punkt, von wo der Strom in südöstlicher Richtung weiter fließt. Ein besonderer View-Point der zum Innehalten verlockt. Tief durchatmen, Alltag ausknipsen und das Panorama auf sich einwirken lassen.  

Auf dem höchsten Punkt der Winzerer Höhe wird die Donaukrümmung erst richtig ersichtlich. Am rechten oberen Bildrand wo die Donau am Horizont verschwindet, befindet sich die Naabmündung bei Mariaort - ein weiteres Highlight der »Ratisbona-Panoramatour«. Die Stadt aus unterschiedlichsten (Vogel-) Perspektiven zu sehen ist ein Versprechen, das die Radtour Stück um Stück einlöst. Während man auf der einen Seite die Stadteile Sallern und Keilberg (Fersehturm) bzw. Kareth sowie die emporragende Hügelkette des Vorderen Bayerischen Walds erblickt, sieht man auf der anderen Seite die Naabmündung (Naabspitz), die Wallfahrtskirche und den Donau-Radweg, auf dem später zurück geradelt wird. 

Ob mit dem Trekkingrad- e- oder Mountainbike: es macht einfach tierisch Spaß auf der Anhöhe entspannt entlang zu gondeln und die freien Rundumblicke auszukosten. Irgendwo im Nirgendwo wird beim Grillplatz die Grenze zwischen dem nördlichen Stadtgebiet und den Landkreis Regensburg überschritten. 

Strahlemann & Söhne, der (Fahr-) Spaß ist unschwer von den Gesichtern abzulesen. Kein Wunder, wo man auf dem Hochplateau der Winzerer Höhe einen atemberaubenden 360 Grad-Rundumblick bis weit ins Hinterland genießt. 

 KM 7.6 Abstecher zur Watzlik-Kapelle (dreihundert Meter entfernt), die bereits zum Pettendorfer Gemeindegebiet gehört. Eine Quertraverse führt wieder auf den Hauptweg zur Tremmelhauser Höhe.

Egal welche Jahreszeit, die Sitzbänke an der Watzlik-Kapelle sind bei Radfahrern wie Spaziergängern sehr begehrt. 

Das Totenbrett erinnert an den böhmisch-deutschen Schriftsteller Hans Watzlik, der seine letzten Lebensjahre in Tremmelhausen verbrachte.

 KM 8.4 Abstecher (zweihundert Meter entfernt) zur Wallfahrtskapelle Maria Tannerl.

Tremmelhauserhöhe (456 m.ü.M.)

Nach 9 Kilometer erreicht man den beschaulichen Weiler Tremmelhauserhöhe (106 Einwohner), ein Ortsteil des Marktes Lappersdorf, der an das Gemeindegebiet von Pettendorf sowie dem Regensburger Stadtbezirk Ober-/Niederwinzer-Kager angrenzt. Der Schotterweg mündet hier in den asphaltierten Karether Weg und markiert zugleich den Zenit der »Ratisbona-Panoramatour« (456 m.ü.M.).

Dominiert wird der beschauliche Ort vom Gasthaus Huf (Zum Höhwirt), das bei Ausflüglern aus der Region - vor allem seiner bayerischen Küche wegen - äußerst beliebt ist. Rad- wie Wanderstrecken führen direkt am Lokal vorbei, im Winter werden bei ausreichender Schneelage von der Gemeinde sogar ein Loipennetz auf dem Höhenzug gespurt. 

Den Bekanntheitsgrad verdankt die Gaststätte in erster Linie seinem urigen Biergarten in idyllischer Lage, gleichwohl aber auch der bürgerlichen Küche mit hauseigenen Rezepten. Dass deftige Hausmannskost inmitten der Natur hervorragend munden und das frisch gezapfte Bier für ausgetrocknete (Radler-) Kehlen der Himmel auf Erden ist versteht sich von selbst. Absoluter Renner sind der klassische (Schweizer-) Wurstsalat oder Schlachtplatte mit selbstgebackenem Brot - die sprichwörtlich weg gehen wie die warmen Semmeln. Donnerstags ist Ruhetag, außer an Feiertagen.

Sind wir doch mal ehrlich: nach einer schweißtreibenden Fahrt und ausgetrockneter Kehle geht doch nicht's über ein gekühltes bernsteinfarbenes und regional gebrautes Bier aus der Oberpfalz. Am besten noch in stilgerechter bayerischer "Radler-Tracht". Bier ist Nationalgetränk und Inbegriff bayerischer Trinkkultur. Das goldgelbe Gebräu ist Dank des 1516 erlassenen Bayerischen Reinheitsgebots ein gesundes Lebensmittel, da die Zutatenliste im Wesentlichen aus Wasser, Hopfen, Gerste und Gewürze besteht. In diesem Sinne: „Hopfen und Malz, Gott erhalt's“. 

Für viele Menschen aus der näheren Umgebung genießt das seit Jahrzehnten famiilär geführte Traditionslokal absoluten Kultstatus. Im lauschigen Biergarten zwischen schattenspendenen Apfel- und Kastanienbäumen - gepaart mit inspirativer Aussicht - mundet die bayerische Brotzeit und frisch gezapftes Prösslbier unter freiem Himmel vorzüglich - Mensch was willst du mehr? Kein Wunder, hier die Zeit aus den Augen zu verlieren und länger als gedacht sitzen zu bleiben. Sich mit Freunden in freier Natur zu treffen, geselliges Zusammensein genießen Alltagssorgen hinter sich zu lassen ist das höchste der Gefühle.

Legendär: Gansessen (im Herbst, nur auf Vorbestellung - dito Spanferkel). Ganz nach bayerischer Lebensart: "Speis und Trank halten Leib und Leben zusammen". Oder andersrum gesagt: ohne richtige Gaumenfreuden kommen Leib und Seele aus dem Gleichgewicht. 

Vorübergehend - genauer gesagt 2.5 km - muss man ab KM 9.6 zwar mit einer Verkehrsstraße Vorlieb nehmen, gleichwohl herrscht kaum Autoverkehr. 

Die Route verläuft nun auf einer Nebenstraße (Karether Weg), auf der 600 Meter nach Ortsende an einer T-Kreuzung links nach Altenried abgebogen wird. Auf der folgenden Gefällstrecke fällt das Höhenlevel bis kurz vor Schwetzendorf um 70 Tiefenmeter. 

Gefahrenstelle: kurz nach einer 14%- Gefällrampe folgt auf dem schmalen Sträßchen eine unübersichtliche Rechtskurve. 

In Schwetzendorf biegt man an der T-Kreuzung links in die Dorfstraße ein (KM 11.3). Am Ortsende kann man auf den linksseitigen Radweg wechseln der parallel zur Kreisstraße R 39 verläuft und schnurstraks zum Schwetzendorfer Weiher am Rande des Schwetztales führt.

Eingebettet von altem Baumbestand und idyllischen Liegewiesen lockt der Badesee mit Strandkiosk an warmen Sonnentafen zu einem Sprung ins kühle Wasser.  

 Pettendorf - Schleife

Mit der abschnittsweisen Einbeziehung der Rundtour R 5 ab dem Schwetzendorfer Weiher (KM 12.2 rechts abbiegen) gelangt man nach Pettendorf. Da der Gemeindeort auf einer Anhöhe liegt sind 90 Höhenmeter zu bewältigen, erspart sich dafür aber im Gegenzug den Adlersberger Anstieg (50 hm). Unterm Strich bleiben also 40 Höhenmeter, die dieser Weg quasi mehr "am Buckel" hat. Die Scheife trifft nach 4.1 km (kurzes Gefälle) in Adlersberg wieder auf die Originalroute, wo sich der Weg rechts (Hummelbergstraße) fortsetzt.  

Vom Schwetzendorfer Weiher verläuft der Radweg nach Reifenthal KM 13.2). Am Ortsbeginn ist die Straßenseite zu wechseln, um rechtsseitig der Straße den weiterführenden Radweg zu nutzen.

KM 13.7: rechts in die Dominikanerinnenstraße abbiegen. Beginn des sanften Aufstiegs nach Adlersberg (50 hm). 

Kurzvariante Kneiting

Abkürzungsvariante bei KM 13.7: unterhalb von Adlersberg dem Radweg geradeaus entlang der Pettendorfer Straße folgen. Bei Kneiting (2 km) rechts, nach 200 m links, nach weiteren 500 m tifft man auf den Radweg Regensburg-Mariaort (KM 16.4) 

Im Hintergund schön zu sehen: die Winzerer Höhen, welche vorher in ihrer gesamten Länge von 4 Kilometer befahren wurden.  

Rechts: entlang der Donau → Mariaort 1.5 km

Links: → R-Pfaffenstein entlang der Donau → nach A 93-Unterquerung scharf rechts über die Kanalbrücke (von hier ab identischer Streckenverlauf wie beim Hinweg) zum Ausgangspunkt Stadtamhof/Pylonentor (4.8 km). Gesamtstrecke 21.2 km / 225 hm.

Am gegenüberliegenden Hang lugt die Tremmelhauser Höhe hervor, auf der man vorher unterwegs war. 

Schon Generationen von Regensburgern und Gästen aus Nah und Fern pilgern zum Adlersberg hinauf, um hier eine entspannte Zeit zu genießen. Der überregionale Bekanntheitsgrad stammt vom weltweit größten Starkbierfest - dem legendären Palmator-Anstich - der mittlerweile mehr als 10.000 Besucher auf die Anhöhe lockt. Jeden Palmsonntag wird der Palmator beim Prössl-Bräu am Adlersberg angestochen wobei es sich im engeren Sinn eigentlich dabei um keinen klassischen Anstich handelt. Wird die erste Maß ausgeschenkt, gilt der Bock als angestochen.

Die hohe Süße der Stammwürze wird beim Palmator durch einen sehr hohen Hopfenanteil kompensiert. Eine einzigartige Kombination, die dem Palmator sein unverwechselbares Geschmacksaroma verleihen. Die milde, ausgewogene Würze erhält der Palmator durch ein spezielles Verfahren, dessen äußerst aufwändiger Produktionsprozess eigentlich nur noch in kleinen Brauereien angewandt wird.

Adlersberg

Das Dominikanerinnenkloster Adlersberg wurde um 1232 bis 1250 von Herzog Ludwig dem Strengen gegründet und erbaut, worauf Nonnen hier fast 300 Jahre lang ihr Kosterleben entfalteten.

Seit 1838 ist das Gut und die "Breystadt" in Besitz der Familie Prößl, die das seit nunmehr fünf Generationen an dieser historischen Stätte lebt und wirkt und mit selbstgebrautem Bier und solider Hausmannskost gepflegte Gastlichkeit bietet.

Den besonderen Flair der bayerischen Gastlichkeit macht natürlich in erster Linie das selbstgebraute Bier, dazu eine typisch bayerische Kost in den gediegenen Gaststuben oder dem urigen Biergarten.

Eine Äbtissin des ehemaligen Dominikanerinnen Kloster auf dem Adlersberg verfügte, dass am Palmsonntag jeder Gast seinen Palmator und jedes Kind eine Breze erhalten sollte. Das war der Ursprung des "Bockanstichs" jeweils am Palmsonntag auf dem Adlersberg.

Adlersberg bietet abermals einen schönen Ausblick auf Regensburg. Bei KM 14.9 wird links in die Hummelbergstraße abgebogen, welche bei KM 16.3 in Geradeaus-Richtung wieder verlassen wird. Der unasphaltierte Feldweg führt auf eine kleine Anhöhe hinauf. 

Ein Teil der Strecke verläuft ab Adlersberg auf einem 5.5. km langen Bienenlehrpfad,  der an sechs Stationen mit interessanten Informationen rund um die Honig- und Wildbienen entlang führt. Neben Infotafeln, Insektenhotels, Wildbienenhügeln und Blühflächen, die eigens für den Lehrpfad angelegt wurden, durchfährt man eine kleinteilige Landschaft mit Hecken, Obstbäumen, Äckern, Wiesen und herrlichen Aussichten.

 Naabtalvarianten 

a) Abbiegepunkt Hummelstraße (am Waldrand), rechts (KM 16.3) → Alte Kneitinger Straße (unasphaltiert)  → Goldtal (1.5 km / 90 Tiefenmeter) Straßenunterführung; Einmündung (KM 17.8) links, 400 m entlang der Regensburger Straße dann rechts (Etterzhausen) 400 m entlang Nürnberger Straße (B 8) dann links → Mariaorter Straße (KM 18.6) - Waltenhofen (KM 20.9) - Mariaort (KM 22.4)  → Einmündung in »Ratisbona-Panoramatour« (Originalroute) 

b) Abstecher nach Kallmünz (Tagestour, ges. 64 km): Abzweig / Einstieg Naabtal-Radweg wie oben. Goldtal rechts → Distelhausen (5.3 km, Campingplatz/Biergarten) → Pielenhofen (1.5 km, Gaststätte/Biergarten) → Kallmünz (11 km, Gaststätte/Biergarten)  

Nach einer kleinen Bergkuppe geht es hinab in eine kleine Senke, wo sich ein schöner Rastplatz befindet.

Nach dem kurzen Gegengefälle folgt nach dem Rastplatz eine sanfte Steigung (30 hm), bevor es ins Naabtal hinab geht.

Nach kurzem Small Talk wird der letzte Hügel in Angriff genommen. Vom Scheitelpunkt der letzten Anhöhe (453 m.ü.M.) aus fällt das Höhenniveau um 110 Meter ab. 

Die Route läuft abschüssig direkt auf Regensburg zu. Linkerhand das Donautal, rechterhand das Naabtal. Auf der Anhöhe von Hummelberg radelt man schnurstraks auf den Stadtwesten zu und genießt nochmals ein herrliches Panorama bevor es nach Mariort hinab geht.

Zwischen Mai und Juni radelt man teilweise durch blühende Rapsfelder. 

Nach der Gefällstrecke trifft man im Kreuzungsbereich vor der B 8-Unterführung (KM 19.3) auf eine Radwegegabelung. 

 Abzweig rechts: verkehrsfreie Zufahrtsverbindung entlang der Bundesstraße zum Naabtal-Radweg nach Etterzhausen. Tipp: Die offizielle Naabtal-Radweg-Route verläuft am gegenüberliegenden Naabufer (Naabrücke queren) auf der verkehrsberuhigten Mariaorter Straße.

Abzweig links: regionale Rundtour R 5 verläuft auf dem Sträßchen "Zur Alten Mühle" Richtung Kneiting. In Gegenrichtung verläuft diese Tour bis zum Donauwehr mit der »Ratisbona-Panoramatour« auf derselben Wegstrecke.

Unser Weg führt uns geradeaus durch die Unterführung in die Greifenbergstraße (Mariaort) und nach einem Linksabzweig weiter in die Naabstraße (200 Meter geradeaus Gaststätte/Biergarten), rechts → Fischerweg → Wallfahrerweg zur Naabbrücke. 

Mariaort hat rund 120 Einwohner. Der Dorfname leitet sich von der Ufernase (‚Ort‘) an der Mündung der Naab in die Donau sowie der Wallfahrtskirche am gegenüberliegenden Naabufer ab. Während Mariaort ein Ortsteil der Gemeinde Pettendorf im Landkreis Regensburg ist, ist die Wallfahrtskirche der Gemeinde Sinzing zugehörig.

Für Radfahrer stellt das idyllische Kleinod an der Naab einen bedeutsamen Routen-Schnittpunkt dar, da sich vier Fluss-Radwege (Naab, Donau, Schwarze Laber sowie 5-Flüsse-RW) verzweigen bzw. Anbindungen zu diesen bestehen. Dies erklärt - abgesehen von "Biergarten-Ausflüglern" warum Radfahrer zum allgemeinen Erscheinungsbild des Ortes gehören. 

Mariaort ist ein gern besuchter Naherholungsort, der radwegemäßig bestens erschlossen ist. So besteht beiderseits des Donauufers jeweils eine verkehrsfreie Anbindung nach/von Regensburg. Für Kanu- und Schlauchbootfahrter (z.B. von Kallmünz) gilt Mariaort im übrigen als Zielhaltepunkt. 

Die Naabbrücke (KM 19.8) lädt zum Innehalten ein, weil sie in zwei Blickrichtungen eine herrliche Aussicht bietet. Die vormalige alte Holzbrücke wich 2008 einem kompletten Neubau. Man mag es nicht glauben, aber der erste Brückenschlag über die Naab liegt schon Jahrhunderte zurück. Demnach ließ Maximilian I., Kurfürst von Bayern bereits 1641 von Pionieren die erste Holzbrücke an dieser Stelle errichten.

Broschüre Unteres Naabtal

Die Naab-Überquerung bietet in allen Richtungen einen wahrlich malerischen Anblick.  

Die geschwungene Holzkonstruktion der Naab-Brücke fügt sich harmonisch ins Landschaftsbild ein. Sie verbindet Mariaort mit der Wallfahrtskirche und stellt insbesondere für Radfahrer eine Verbindung zum Donauufer (flussaufwärts) nach Kleinprüfening / Sinzing bzw. in entgegengesetzter Richtung entlang des Naabufers (flussaufwärts) Richtung Etterzhausen her. 

Flusskunde

Die Naab entsteht aus dem Zusammenfluss von Haidenaab (entspringt im Fichtelgebirge) und Waldnaab ca. neun Kilometer Luftlinie südlich von Weiden bei Unterwildenau gelegen. Rechnet man den wasserreicheren Quellfluss der Waldnaab (99 km) hinzu, weist die Naab eine Gesamtlänge von etwa 197 km auf. Die Waldnaab wird ihrerseits durch die Vereinigung zweier Quellflüsse (Tirschenreuther Waldnaab aus dem Oberpfälzer Wald und der wasserreicheren Fichtelnaab aus dem Fichtelgebirge) gebildet.

Die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt befindet sich an der Mündung der Naab in die Donau, vis a vis der Naab-Brücke. Das Generalkonservatorium München bezeichnete die Wallfahrtskirche sogar als eine der schönsten Kirchen des 18. Jahrhunderts in der Umgebung Regensburgs. 

Unmittelbar am Steilhang von Mariaort mündet die Naab in die Donau und formt dabei den sogenannten „Naabspitz“, eine schmale Landzunge, von der aus sich ein beeindruckender Ausblick auf beide Flüsse bietet. Den Naabspitz erreicht man im Angesicht der Wallfahrtskirche nach Überquerung der Mariaorter Holzbrücke (links halten) auf einem schmalen Pfad in herrlicher Auenlandschaft. Vis a vis der erstmals 1352 erwähnten Marienkirche führt ein Wiesenweg neben dem Fußgänger- Radlsteg entlang am Naabufer direkt zum Gedenkstein der Rhein-Main-Donau AG am „Spitz“, der an den Ausbau der Donau erinnert. Bis zur Donaumündung am Schwarzen Meer sind es 2.385 km.

Idyllisches Rastplätzchen am Naabufer mit Nepomuk-Stele. St. Nepomuk war ein böhmischer Priester und gilt als Brückenheiliger und Patron des Beichtgeheimnisses. Als einziger Heiliger wird er neben Maria mit einem Sternenkranz dargestellt.

 

Alternative links: via Kleinprüfening nach Sinzing zum Startpunkt Schwarze Laber Radweg (Laber-Beratzhausen-Parsberg-Neumarkt i.d.OPf., 85 km) 

Alternative rechts: flussaufwärts (linkes Naabufer): Naabtal-Radweg und Fünf-Flüsse-Radweg verlaufen auf der verkehrsberuhigten Mariaorter Straße via Waltenhofen nach Etterzhausen bis Kallmünz auf identischer Wegstrecke. Der Naabtal-Radweg folgt großteils dem (mäandernden) Verlauf des Flusses. 

Naabtal-Radweg: Etterzhausen → Kallmünz → Burglengenfeld → Schwandorf → Schwarzenfeld → Nabburg → Luhe-Wildenau

Einstieg Fünf-Flüsse-Radweg (entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn): Kallmünz → Schmidmühlen (Vilstal) → Amberg → Nürnberg

Radtour Bayerische Eisenstraße (durchquert ab Regensburg eines der bedeutendsten ehemaligen Montanreviere Europas, 139 km): Kallmünz → Schmidmühlen (Vilstal) → Amberg → Sulzbach-Rosenberg (bis hier identisch mit Fünf-Flüsse-Radweg) → Auerbach → Pegnitz  

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Fortsetzung »Ratisbona-Panoramatour«: Wir halten uns zunächst rechts, und am Eck der Wallfahrtskirche links hinauf zur Auffahrtsrampe der Eisenbahnbrücke Großprüfening.

Ab der steilen Auffahrtsrampe ist die Eisenbahnbrücke Großprüfening offiziell als Fußgängerweg ausgewiesen weswegen Räder zu  schieben sind. Aufgrund der geringen Durchfahrtsbreite ist die Donauquerung für Kinderanhänger/Lastenräder/Liegeräder ungeeignet!

Von der Eisenbahnbrücke Großprüfening überblickt man die Teilstrecke der Winzerer Höhen, die voher befahren wurde. Nach der Brückenabfahrt mündet man in die Straße "Am Pflanzgarten" ein die direkt auf den Donau-Radweg zusteuert.

Trifft man auf den internationalen Donau-Radweg, verläuft unsere Tour rechts abzweigend stadteinwärts (KM 21.3). Die Vielzahl der Radweg-Hinweiser deutet unverkennbar darauf hin, welch bedeutsame Radwege-Drehscheibe dieser Streckenpunkt unweit der Eisenbahnbrücke Großprüfening wiederspiegelt.

 Donauradweg 

In Deutschland ist der Donauradweg durchgängig mit dem einheitlichen "Deutsche Donau"-Signet gekennzeichnet, das sich eingehängt in den Ziel- und Pfeilwegweisern befindet. Der Startpunkt des Donau-Radwegs liegt bei der vom römischen Kaiser Tiberius als "Ursprung der Donau" bezeichnete Quelle im Fürstenbergischen Park der Stadt Donaueschingen in Baden-Württemberg (Schwarzwald). Die Streckendistanz beträgt bis Passau (Rathausplatz) 589 Kilometer, wobei ein Gutteil auf den bayerischen Streckenabschnitt (Schwaben, Oberbayern, Oberpfalz, Niederbayern) entfällt.  

Der populäre Donauradweg ist seit 2017 laut ADFC-Klassifizierung mit 4-Sternen prämiert. Die Flussroute quer durch Süddeutschland genießt anhaltend hohe Beliebtheitswerte, was regelmäßige Spitzenränge in der ADFC-Radreiseanalyse belegen. Seit Jahren landet der Donauradweg dort in der TOP-TEN-Liste der beliebtesten Radrouten in Deutschland.

Flussaufwärts: Regensburg → Donaueschingen 443 km
Flüssabwärts:  Regensburg → Passau 153 km (Passau → Landesgrenze Österreich / Kraftwerk Jochenstein 24 km)

Informationsschautafeln des Radfernweges Via Danubia erinnern an die römische Geschichte und Kultur, deren Zeugnisse unterwegs auf dem Donau-Radweg auftauchen (von lat. via – „Weg“; Danubius – „Donau“, nach der männlichen Flussgottheit Danuvius). Der "Via Danubia-Radweg" (Römerschätze, historische Denkmäler, archäologische Zeugnisse) beginnt im Kurort Bad Gögging und führt über Regensburg (52 km) nach Passau (164 km).

Eine weitere Schautafel informiert über den rund 310 km langen Fünf-Flüsse-Radweg, deren Rundtour den Bayerischen Jura mit den Landkreisen Regensburg, Neumarkt i.d.OPf., Amberg und Schwandorf sowie das Nürnberger Land (Landkreis Feucht) durchquert. Befahren im Uhrzeigersinn verläuft die Route auf derselben Wegstrecke des Donau-Radwegs bis nach Kelheim, von wo er dann gemeinsam mit dem Altmühltal-Radweg Richtung Beilngries weiterführt. In entgegengesetzter Fahrtrichtung gelangt man nach Kallmünz (identischer Wegeverlauf mit dem Naabtal-Radweg).

 

Einmündung Donau-Radweg - Abzweig Links (stadtauswärts)

Donau-Radweg: Sinzinger Eisenbahnbrücke → Bad Abbach → Kelheim → Ingolstadt → Ulm → Donaueschingen

Limes-Radweg: → Kelheim (identisch Donau-Radweg) → Gunzenhausen → Aalen → Aschaffenburg....

Fünf-Flüsse-Radweg (im Uhrzeigersinn): Bad Abbach → Kelheim → Beilngries → Neumarkt i.d.OPf. → Nürnberg → Amberg

Fernradweg München-Regensburg-Prag: Kelheim → Bad-Gögging (identisch Donau-Radweg) → Abensberg → Mainburg → Freising → München

Niederbayerntour: Kelheim → Landshut → Passau

Einmündung Donau-Radweg - Abzweig Rechts (stadteinwärts)

Fernradweg München-Regensburg-Prag: Regensburg → Nittenau → Roding → Cham → Furth im Wald → Prag

Donau-Radweg: Regensburg → Deggendorf → Passau → Linz → Wien

Donaulimes beschert Regensburg den zweiten Welterbetitel

   Donaulimes UNESCO Welterbe

Fast ein halbes Jahrtausend lang bildete die Donau die natürliche Grenze des Römischen Reiches (Nasser Limes). Der Donaulimes bildet in Niederbayern/Oberpfalz den nördlichsten Abschnitt dieser Flussgrenze, die sich von Eining im Landkreis Kelheim bis nach Passau erstreckt.

Trotz des fragwürdigen Ausstiegs von Ungarn hat die UNESCO den Donaulimes als Teil der Grenze des antiken Römischen Reiches überraschend als neues Welterbe ausgezeichnet. Das zuständige Komitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation (UNESCO) gab am 30.07.2021 die Entscheidung auf seiner 44. Sitzung im chinesischen Fuzhou bekannt.

Der bayerische Anteil des Donaulimes umfasst Flächen in den Regierungsbezirken Niederbayern und Oberpfalz, die sich in den Landkreisen Kelheim und Deggendorf und den Städten Regensburg, Straubing und Passau befinden. Sie spiegeln die unterschiedlichen Phasen der römischen Grenzsicherung vom 1. bis in das 5. Jahrhundert n. Chr. wieder. Der Raetische Landlimes traf bei Eining in Niederbayern auf die Donau, die ab hier die „nasse“ Grenze der Provinz Raetien bildete. Damals sicherten zwischen Eining und Bratislava ingesamt zwölf Legionen die umkämpfte Grenze des Imperiums.   

Die ostbayerischen Landkreise sowie die oben genannten Städte konnten nach der nervenaufreibenden "Zitterpartie" der langwierigen Entscheidungsfindung erleichtert aufatmen, weil der Donaulimes vom UN-Komitee nach dem überraschenden Ausstieg von Ungarn wider Erwarten für Welterbe-würdig befunden wurde. Der Donaulimes als Welterbe ergänze in idealer Weise das Prädikat für Regensburgs Altstadt mit Stadtamhof sagte Dr. Matthias Ripp - Regensburgs Welterbe-Koordinator - gegenüber der Mittelbayerischen Zeitung. Während der Titel für die Altstadt/Stadtamhof primär das mittelalterliche Regensburg fokussiert, wird das römische Erbe des Donaulimes zur Zeit der Antike (Epoche 800 v. Chr. bis ca. 600 n. Chr.) grenzüberschreitend gewürdigt, was die internationale Bedeutung unterstreicht.

Das einzige Legionslager der römischen Provinz Rätien befindet sich in der heutigen Altstadt von Regensburg. Es wurde Ende des 2. Jh. n. Chr. errichtet und steht im Zusammenhang mit den Markomannenkriegen. Die Ausdehnung betrug 25 ha, die Befestigungsmauer war etwa 8 m hoch und 2 m breit und ist in Teilen auch heute noch sichtbar. Von den gewaltigen Toren mit den flankierenden, wehrhaften Türmen sind Teile des Nordtores - der Porta Praetoria - erhalten. Die Porta Praetoria ist das höchste, noch in Teilen erhaltene Bauwerk der Römerzeit in Bayern und gilt neben der Porta Nigra in Trier als bedeutendstes römisches Monument in Deutschland. Es bildete das nördliche, dem feindlichen Germanien zugewandte Tor im Geviert (viereckiger Platz) des Legionslagers. Bis 932 war die römische Porta Praetoria als Wassertor „Porta Aquarum“ bekannt und als Zugang zur Donau genutzt, bevor es nach der Errichtung der Steinernen Brücke Mitte des 12. Jahrhunderts ihre einstmalige Funktion als Nordtor endgültig verlor. Erst nach Abbriss (1885) des 1649 angebauten bischöflichen Brauhauses an das Tor kam der römische Torbogen wieder zum Vorschein.

Als UNESCO-Welterbestätten des Nassen Limes befinden sich von neun Stätten in Bayern drei in Regensburg: als prominenteste Zeugnisse, die an das antike Imperium erinnern gehören die Befestigungsmauern der Porta Praetoria sowie die Befunde unter dem Niedermünster. Weitere Teilflächen (component parts) sind in der Zivilsiedlung (canabae) rund um das Velodrom und die Königliche Villa gelistet, als auch eine Fläche im Großen Gräberfeld an der Kumpfmühler Brücke. Ebenfalls gelistet das Kastell Großprüfening, deren weitläufigen Bodendenkmäler im Ackerland gegenüber der Naabmündung verborgen im Erdreich ruhen. Dort wo heute am Stadtrand Getreide und Wildblumen am Donauufer gedeihen, lebten früher bis ins dritte Jahrhundert zur Bewachung der Reichsgrenze römische Soldaten. Es handelte sich um eine strategisch bedeutsame Position, denn der Regensburger Donaubogen stellte den nördlichsten Punkt der Donau dar, deren einmündende Flüsse von Naab und Regen als Naturbarrieren effektiv gegen germanische Invasionen überwacht werden konnten. Auch das Kastell Kumpfmühl (im Erdreich schlummern Bodendenkmäler wie Befestigungsanlagen und Zivilsiedlung) wurde als Welterbestätte aufgenommen. 

Die Ernennung des Donaulimes“ zum Weltkulturerbe gilt als logische Fortsetzung zum nahtlos angrenzenden Obergermanisch-Raetischen Limes, der die römische Landgrenze zwischen dem Rhein und der Donau bei Eining bildet und bereits 2005 den Welterbetitel zugesprochen bekam. Die beiden Limesabschnitte sind nach den römischen Provinzen Raetia (Rätien) und Germania superior (Obergermanien) benannt. Schon damals war der Obergermanisch-Raetische Limes nicht als nationales Denkmal nominiert, sondern als Teil einer seriellen transnationalen Welterbestätte "Frontiers of the Roman Empire" eingestuft, die die Grenze des römischen Reiches repräsentiert.

Ergänzend dazu hat das UNESCO Welterbekomitte am 27. Juli 2021 den Niedergermanischen Limes als Weltkulturerbe anerkannt, der ca. 400 Kilometer entlang des Rheins von Rheinbrohl in Rheinland-Pfalz bis zur Nordsee (Niederlande) verläuft.

Der eingetragene Welterbe-Abschnitt des Limes - der Donaulimes - verläuft mit einer Länge von 600 Kilometern von Niederbayern und der Oberpfalz über Österreich bis in die Slowakei. Der bayerische Abschnitt erstreckt sich von Bad Gögging im Landkreis Kelheim über Regensburg und Straubing bis nach Passau, wo sich im Zentrum der Dreiflüssestadt an der Mündung von Donau, Inn und Ilz verschiedene römische Anlagen des Donaulimes befinden. Zu den länderübergreifenden Welterbestätten gehören neben Bau- auch Bodendenkmäler, beispielsweise Überreste von Legionslagern, Kastellen und umgebenden zivilen Siedlungen, die von der antiken Kultur mit ihrer Wehrtechnik, Architektur, Kunst, Religion, Verwaltung und Politik des nördlichen Grenzverlaufs des Römischen Reiches zeugen. 

Rund 40 Kilometer flussaufwärts von Regensburg befindet sich die Nahtstelle der römischen Flussgrenze (Donaulimes) und des Obergermanisch-Raetischen Land-Limes, die beide zum transnationalen Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ gehören. In Hienheim (Landkreis Kelheim) auf der Nordseite der Donau traf der Obergermanisch-Raetische Limes auf den Fluss, dessen Schuttwall der ursprünglich ca. 3 m hohen Limesmauer („Teufelsmauer“) teilweise heute noch zu erkennen ist. Die über Land führende Grenzlinie (Raetischer Limes) verlief vom Fluss weg als Mauer in nordwestlicher Richtung bis zum Main (Trockener Limes). Nachdem das Provinzgebiet nördlich der Donau Mitte des 3. Jahrhunderts zugunsten der Germanen aufgegeben wurde, bildete die Donau bereits ab der Illermündung die Flussgrenze. 

Am südlichen Ortsrand von Eining befindet das römische Kastell Abusina (namensgebend war der Bach Abens), das bis ins 5. Jahrhundert von den Römern gehalten wurde. An diesem Grenzabschnitt sind eine der seltenen noch vollständig freigelegten und in ihren Grundmauern rekonstruierten Wehranlagen sichtbar. Vier Kilometer (Donau-Radweg) südlich des Kastells Abusina liegt der heutige Kurort Bad Gögging, dessen Schwefelquellen eine römische Thermenanlage nutzte, welche als Heilbad für die in der Region stationierten Soldaten diente. 

2005 beschloss das Welterbekomitee der UNESCO in Durban (Südafrika) den Obergermanisch-Raetischen Limes (550 Kilometer) als weiteren Teil des Welterbes „Grenzen des römischen Reiches“ in die Liste der Welterbestätten aufzunehmen, welcher sich von Rheinbrohl bis zum Kastell Eining an der Donau erstreckt. Der Welterbetitel für den Donaulimes ergänzt den zweiten Abschnitt der römischen Außengrenze auf der UNESCO-Welterbeliste. 

Der „Donaulimes enthält in Bayern“ neun Welterbestätten:

1. Bad Gögging – Heilbad (nahe Neustadt a.d. Donau)

2. Eining-Weinberg – Wachtturm und Heiligtum (bei Bad Gögging)

3. Weltenburg - Am Galget – Kleinkastell (Stadt Kelheim/Weltenburg)

4. Regensburg Großprüfening – Kastell und Vicus 

5. Regensburg Kumpfmühl – Kastell und Vicus 

6. Regensburg – Legionslager 

7. Straubing – Ostkastell und Kastell St. Peter 

8. Künzing – Amphitheater und Vicus 

9. Passau Altstadt – Kastell/Passau Boiotro – Kastell/Passau Haibach – Burgus 

Vom ersten Jahrhundert vor Christus bis ins sechste Jahrhundert nach Christus regierten die Römer ihr riesiges Imperium, dessen Grenzverlauf von einem aufwändigen System bestehend aus Mauern, Wällen, Wachttürmen, Wachposten oder natürlichen Barrieren wie Gebirge oder Flüsse (nasser Limes) gesichert war. Deshalb finden sich entlang des Gewässers von Bayern bis in die Slowakei unzählige Denkmäler aus römischer Zeit. Der sogenannte Limes (der lateinische Begriff bedeutete ursprünglich Grenzweg bzw. Schneise) erstreckte sich auf einer Länge von 6.000 Kilometer von West- nach Osteuropa, über Vorderasien und Nordafrika. Die UNESCO strebt die vollständige transnationale Einschreibung des Grenzverlaufs in seiner Gesamtheit des Römischen Reiches" an. 

Die Befestigungsanlagen entlang der Donau bilden nach dem bereits ausgezeichneten Hadrians- und Antoninuswall in Großbritannien (1987, 2008), dem Obergermanisch-Raetischen Limes in Deutschland (2005), dem Niedergermanischen Limes im Rheinland und in den Niederlanden (2021) sowie dem Donaulimes in Deutschland, Österreich und der Slowakei den fünften Teilabschnitt dieses Großprojekts. Durch den Ausstieg Ungarns bleiben 400 Kilometer des Donaulimes und 98 von insgesamt 175 römischen Bauten entlang der Donau bis auf weiteres ausgeklammert. Langfristiges Ziel bleibt nach wie vor die vollständige Aufnahme des Donaulimes in die Welterbeliste. Die "Grenzen des Römischen Reiches" ("Frontiers of the Roman Empire“) umfasst als „transnationales Welterbe“ 24 Staaten entlang der 6.000 km langen Außengrenze des ehemaligen Imperium Romanum in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika.

 Die Eisenbahnbrücke Großprüfening i.V. mit der angrenzenden Naab-Brücke eröffnet vielfältige Tourkombinationen im Umland der Stadt Regensburg. 

  Die Donau

Die Donau ist der längste Fluss Mitteleuropas und nach der Wolga der zweitgrößte Strom Europas. Sie entspringt in Donaueschingen im Schwarzwald und mündet nach 2860 km im weit verzweigten Donau-Delta ins Schwarze Meer (Bulgarien). Sie verbindet von der Quelle bis zur Deltamündung folgende Anrainerstaaten:

  • Deutschland
  • Österreich
  • Slowakische Republik
  • Ungarn
  • Kroatien
  • Serbien & Montenegro
  • Bulgarien
  • Rumänien
  • Republik Moldau
  • Ukraine

Die Donau ist eine der ältesten und bedeutendsten europäischen Handelsrouten. Der Strom verbindet unterschiedlichste Kulturkreise und entwässert ein Gebiet von 817.000 Quadratkilometer, was fast das 2,5 fache der Gesamtfläche Deutschlands entspricht. Im Gegensatz zur herkömmlichen Zählweise (flussabwärts) wird die Entfernung der Donau von der Mündung ab stromaufwärts bis zu den Quellen in Donaueschingen angegeben. Somit beziehen sich die Flusskilometerangaben auf die Distanz zur Mündung (nahe Sulina im mittleren Delta in Rumänien). Die Eisenbahnbrücke Großprüfening befindet sich bei Flusskilometer 2385,7.

Die Flussanteile in den einzelnen Donauländern sind sehr unterschiedlich: während Rumänien mit 1075,00 Flusskilometer den längsten Anteil hat, sind es in der Republik Moldau gerade mal 570 Meter! Deutschland: 655 Stromkilometer (inklusive Breg 45,9 km - der größere Quellfluss im Vgl. zur Brigach („Brigach und Breg bringen die Donau zuweg“).

 EuroVelo 6

Die Atlantik-Schwarzes Meer Route - EuroVelo 6 - verläuft von der französischen Atlantikküste ans Schwarze Meer (Rumänien): Nantes - (F) – Tour (F) – Orleans (F) – Besancon (F) – Mulhouse (F) – Basel (CH) – Bad-Säckingen - Waldshut-Tiengen – Schaffhausen - Singen – Tuttlingen – Sigmaringen - Ulm – Günzburg –Donauwörth – Ingolstadt - Regensburg – Straubing – Deggendorf - Passau –Jochenstein – Linz (A) – Wien (A) – Bratislava (SK) – Budapest (H) – Ossijek(HR) – Belgrad (SRB) – Bucarest (RO) – Constanta (RO).

Die Gesamtstreckenlänge der EV 6 beträgt 4.448 km, wovon der Donau-Radweg (ab Tuttlingen) mit ca. 3.100 Streckenkilometern (davon Deutschland: 582 km / Bayern 425 km) den Löwenanteil einnimmt.

Regensburg → Mündungsdelta Sulina ca. 2.700 km

Die Brückenpfeiler der knapp 200 m langen Stahlträgerkonstruktion wurden 1870 in der Donau hochgemauert. Mitsamt der steinernen Rundbogenbrücke überspannt die Eisenbahnbrücke Großprüfening die Talaue auf einer Gesamtlänge von rund 550 Meter.

Mit jeder Kurbelumdrehung kommt man der Stadt näher. In dem naturnahen Grüngürtel befindet sich der weitläufige Donau-Park. 

Der Donaupark - mitunter auch Westpark genannt - befindet sich im Westenviertel von Regensburg und ist mit 65 Hektar die größte Parkanlage der Stadt. In Folge reihen sich zahlreiche Spielplätze, Skateanlagen, Sportanlagen (zwei Ruder-Clubs, Tennisplätze) und sandige Badebuchten entlang der Donau auf. Überdies säumen mehrere Kunstobjekte diesen Streckenabschnitt. Die Grünanlage ist das größte innerstädtische Naherholungsgebiet Regensburgs.

Der Donau-Radweg fungiert für Ausflügler wie für Fernradler als Ein- oder Ausfallstor zur/von der Domstadt. Ab der Schillerwiese steht eine stark verbreiterte Fahrbahn zur Verfügung was jedoch angesichts der hohen Dichte an dem "Freizeitverkehr" auch nötig ist. 

Im Folgeverlauf wird der Baggersee sowie »das Stadtwerk.Westbad« passiert.  Der Regensburger Baggersee nahe der Westheimsiedlung im Westenviertel - mitunter auch Baggerweiher oder Westbadweiher genannt - ist der größte See (Grundwassersee) innerhalb des Stadtgebiets. 

Die Schillerwiese ist eine Parkanlage entlang der Donau im Westenviertel innerhalb des Stadtgebiets von Regensburg. Sie liegt im Donaubogen am nördlichsten Punkt der Donau auf einer Höhe von ca. 335 m ü. NN. und zieht sich über mehre Kilometer hin. Der langgezogene Naherholungsbereich ist bei der Stadtbevölkerung sehr beliebt. Entsprechend hoch ist die Radfahrerdichte in diesem Abschnitt.  Einerseits tummeln sich Naherholungssuchende, Freizeitsportler und Ausflügler hier, andererseits dient der Donau-Radweg Fern- Transit- und Tourenradlern sowohl vom Stadtosten als auch von Westen her als ausgeschilderte Hauptachse durch das pulsierende Altstadtherz.

Im Rahmen der Umgestaltung der Schillerwiese am nördlichsten Punkt der Donau gewann Ludwig „Wigg“ Bäuml 2015 einen Kunstwettbewerb. Dessen symbolisch angedeutete Schiff samt angrenzender Weinlaube befindet sich kurz vor dem Pfaffensteiner Wehr. Beide Objekte stehen in engem Bezug sowohl zum Schifffahrtsweg der Donau als auch dem gegenüberliegenden Weinanbaugebiet an den Winzerer Höhen, auf dessen Höhenkante die »Ratisbona-Panoramatour« entlang läuft.

Die tragende Stahlkonstruktion des „Schiffs“ und des stählernen Bugs sowie die mit stilisierten Weinblättern aus Aluminium gedeckte Pergola wurden in einem aufwendigen Produktionsverfahren von ortsansässigen Handwerksbetrieben fachmännisch angefertigt. 

Das würdige Kunstdenkmal markiert den nördlichsten Punkt der Donau. Blickt man aufmerksam ans gegenüberliegende Donauufer, ist die Statue des Heiligen St. Nikolaus zu erkennen, welche ebenfalls auf die nördlichste Stelle der Donau hinweist.

 Am Pfaffensteiner Wehr - unmittelbar nach Unterquerung der Autobahnbrücke -  steht bei KM 25.3 eine alternative Richtungsentscheidung an. 

Wer den Verkehr im Altstadtbereich bzw. die zumeist dicht bevölkerte Steinerne Brücke meiden möchte, schlägt den Weg links über die Wehrbrücke ein und radelt auf der Staustufe nach dem Generatorenhaus (zweite rechts) - vor der Kanalbrücke - jene Brückenabfahrt Richtung Dultplatz hinab, die zu Beginn der Tour bereits befahren wurde. Dieser Weg ist 1 km kürzer als die Originalstrecke.

Blick von der Staustufe des Wasserkraftwerk Regensburg.

Die Originalroute folgt geradeaus weiterhin dem Flussverlauf der Donau. 

Aussicht auf den Jachthafen am Oberen Wöhrd.

Allmählich hat man sich darauf einzustellen, dass die verkehrsfreie Passage an der Einmündung in die Holzländestraße endet. Auch wenn diese Straße das Attribut "Fahrradstraße" trägt, ist gleichwohl auf den Verkehr zu achten.

Der Donau-Radweg ist im Stadtbereich keine durchgängig verkehrsbefreite Radroute. Ab der Holzländestraße (hier endet die verkehrsfreie Trassenführung des Donau-Radwegs) → Am Weinmarkt → Keplerstraße →  Fischmarkt → Goldene-Bären-Straße → zur Steinernen Brücke ist wegen des Straßenverkehrs erhöhte Vorsicht geboten.

Auf der Fahrradstraße darf nebeneinander gefahren werden, ohne dass nachfolgende Auto überholen dürfen. 

Am Ende der Holzländestraße endet zugleich die Fahrradstraße. Verkehr vom Weißgerbergraben (rechts) bzw. entgegen kommender Abbiegeverkehr" sind vorfahrtsberechtigt.  

Nachdem die Steinerne Brücke überquert ist hat man sein Ziel in Stadtamhof erreicht. Nun heißt es wehmütig von der »Ratisbona-Panoramatour« Abschied nehmen. Andererseits besteht jederzeit die Option die Tour vielleicht ein andermal in entgegengesetzter Fahrtrichtung im Uhrzeigersinn zu fahren und die Gelegeneheit zu nutzen, den einen oder anderen Abstecher mit einzuflechten. 

Sympathiebekundungen namhafter Persönlichkeiten

Einheimische wie Touristen schwärmen unisono von Regensburg als einer der schönsten Städte auf unserem Planeten. Nicht nur Dicher und Denker Goethe war von der Domstadt sowie ihrer exqusiten Lage verzückt. Zitat: "Regensburg liegt gar schön. Die Gegend musste eine Stadt herlocken"Ebenso Stararchitekt Sir Norman Foster, der aus seiner großen Sympathie keinen Hehl machte als er sagte: "Regensburg ist eine der schönsten Städte der Welt“. 

Dort wo sich mittelalterliche Zeugnisse heute mit Lifestyle und Lebenslust vermischen, d.h. Historie & Moderne auf engstem Raum aufeinanderprallen widerfährt einem zweifelsohne eine sehr spezielle Aura. Nicht ohne Grund gilt Regensburg als nördlichste Stadt Italiens, dessen südländisches Flair man in verwinkelten Gassen und mondänen Plätzen zu spüren bekommt. Dass die Welterbestadt zudem über eine hohe Kneipendichte verfügt, kommt Einheimischen wie Touristen absolut entgegen. Und wo lässt es sich in der Donaustadt am entspanntesten Chillen? In der Altstadt sowie in Stadtamhof reihen sich Restaurants, Lokale, Cafes, Eisdielen und Kneipen wie an einer Perlenkette aufgereiht aneinander. Bei entsprechendem Wetter sind die Freisitze angesagter Locations nicht selten komplett belegt. Herausstechend die exponierte Lage von Stadtamhof, das eingebettet zwischen Donauufer bzw. der Steinernen Brücke und dem Dreifaltigkeitsberg viele Menschen in seinen Bann zieht.