Radwege -suche
Regensburg - 2.000 Jahre Stadtgeschichte - Doppeltes UNESCO-Welterbe
![]() |
| © Der Filmograph |
Altstadtensamble
Regensburg - besterhaltenste mittelalterliche Großstadt Deutschlands - prunkt mit mehr als 1.000 Denkmälern, wertvollen Kunstschätzen und mit bis zu 2.000 Jahre alten römischen Relikten. Eine unglaubliche Vielzahl von Bauwerken zeugt von der ereignisreichen Geschichte der Stadt als eines der Zentren des Heiligen Römischen Reiches, darunter 'Porta Praetoria', Geschlechtertürme, romanische und gotische Kirchenbauten und Klöster, spätgotisches Rathaus und die prunkvollen Wahrzeichen 'Steinerne Brücke' und 'Dom St. Peter'. Dazu kulturhistorische Vielfalt mit Museen, Kunstgalerien, Theatern und Konzertveranstaltungen. In einer der reizvollsten Städte Deutschlands kann es schon mal vorkommen Priorisieren zu müssen, um alles halbwegs unter einen Hut zu bringen.
Steinerne (Herrschafts-) Häuser „steinreicher“ Kaufleute, Schlösser und prachtvolle sakrale Bauten zeugen von Reichtum und architektonischem wie handwerklichem Können der Oberpfälzer. Sie bilden eine prächtige Kulisse für spannende Streifzüge durch die zweitausendjährige Geschichte Regensburgs. Prägend die romanische und gotische Architektur des Mittelalters, welche im weltkulturgeschütztem Altstadtensamble an allen Ecken und Enden ins Auge sticht.
Besucherzentrum Welterbe Regensburg
Jährlich am ersten Sonntag im Juni findet der bundesweite UNESCO-Welterbetag statt, bei dem die Welterbestätten in Deutschland die Vielfalt des Kulturerbes gebührend feiern. Die federührende Organisation liegt in den Händen der Deutschen UNESCO-Kommission sowie dem Verein UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V. die jedes Jahr eine der insgesamt 55 Welterbestätten auswählen, um die offizielle Eröffnung des Welterbetags mit einem feierlichen Festakt auszurichten. Diese spezielle Ehre wird 2026 Regensburg zuteil. Als offizieller Gastgeber des UNESCO-Welterbetags begeht die Stadt am 7. Juni 2026 unter dem Motto „20 Jahre Welterbe Regensburg – Geschichte, die verbindet!“ zudem ihr 20-jähriges Jubiläum über die Aufnahme in die Liste der Welterbestätten der UNESCO.
Regensburg gilt bekanntlich als die am besten erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands, was die einzigartige historische Bausubstanz des Welterbeareals glanzvoll widerspiegelt. Nach ihrer Blütezeit als Handelsmetropole des Mittelalters entwickelte sich die Stadt durch den Immerwährenden Reichstag zur politischen Weltbühne des Heiligen Römischen Reichs.

Hinweis: Veröffentlichung fotografierter Exponate mit freundlicher Genehmigung der Stadt Regensburg (Kulturreferat | Amt für kulturelles Erbe | Welterbekoordination)
Seit 2006 ist 'Regensburgs 'Altstadt mit Stadtamhof' UNESCO-Welterbe. Zum fünfjährigen Jubiläum als UNESCO-Welterbe eröffnete die Stadt 2011 am südlichen Brückenkopf der Steinernen Brücke das Besucherzentrum im historischen Salzstadel.
Im Juli 2021 kam mit der Erweiterung der UNESCO-Welterbestätte „Grenzen des römischen Reichs“ für die Stadt ein zweiter beachtenswerter Welterbetitel hinzu. Einst bildete die Donau fast ein halbes Jahrtausend lang die natürliche Grenze ("Nasser Limes") des Römischen Reiches. Zum Donaulimes, dessen westliche Segment sich bis in die Slowakei erstreckt, gehören im bayerischen Flussabschnitt zwischen Eining (Ldkr. Kelheim) und Passau insgesamt neun Teilstätten zum UNESCO-Welterbe dazu.

Im Erdgeschoß des ehemaligen Salzstadels befindet sich am südlichen Brückkopf der Steinernen Brücke das Besucherzentrum Welterbe Regensburg. Besucher erwarten interaktive Spielstationen, Medieninstallationen und faszinierende Exponate zu Regensburgs ereignisreicher Geschichte. Direkt angrenzend im Brückturm ist ein Museum untergebracht, das von Anfang April bis Ende Oktober öffentlich zugänglich ist und auf vier Ebenen interessante Einblicke in die Geschichte der Brücke gewährt. Tipp: den grandiosen Ausblick aus den Fenstern der obersten Brückturmetage sollte man keinesfalls entgehen lassen.

Hinweis: Veröffentlichung fotografierter Exponate mit freundlicher Genehmigung der Stadt Regensburg (Kulturreferat | Amt für kulturelles Erbe | Welterbekoordination)
Eine Dauerausstellung informiert zum Thema Welterbe und zum mittelalterlichen Handel in Regensburg, gewährt Einblicke in die Stadtentwicklung und den Immerwährenden Reichstag, der von 1663 bis 1806 das wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt prägte.
Die Dauerausstellung gliedert sich in fünf Themenbereiche:
- UNESCO-Welterbe
- Vom Römerlager zur modernen Stadt
- Stadt am Fluss – Stadt im Fluss
- Leben in der Stadt
- Stadt der Reichstage
![]() |
| © Bilddokumentation Stadt Regensburg, Stefan Effenhauser |
Bei der Ausstellung dreht sich alles um das Welterbeprogramm der UNESCO. In historischen Räumen des ehemaligen Salzstadels wird das Nominierungsverfahren veranschaulicht, die Grundlagen für den Regensburger Welterbetitel detailliert erläutert und Informationen zu allen Welterbestätten weltweit präsentiert.
![]() |
| © Bilddokumentation Stadt Regensburg, Stefan Effenhauser |
Ausgehend vom Welterbetitel Regensburgs vermittelt die Ausstellung einen Überblick über die Stadt und wirft Schlaglichter auf ihre Geschichte.
Dom St. Peter

Dank der zwei Großbauprojekte - im 12. Jahrhundert der Bau der Steinernen Brücke (älteste Steinbrücke Deutschlands), und ab dem 13. Jahrhundert die Errichtung des gotischen Doms stieg die Hauptstadt Regensburg zur Weltstadt, einer „Metropole des Mittelalters“ auf.

Neben der Steinernen Brücke besitzt Regensburg mit dem gotischen Dom St. Peter aus dem 13. Jh. ein weiteres Wahrzeichen von herausragender Bedeutung. Der Bau erstreckte sich von 1275 bis 1450, wobei der finale Ausbau der beiden Domtürme und der Turmhelme erst von 1859 bis 1869 erfolgte. Der Regensburger Dom ist die bedeutendste Kirche der Stadt Regensburg und gleichzeitig die Kathedrale des Bistums Regensburg. Als einzige gotische Kathedrale Bayerns zählt der Dom St. Peter (benannt nach dem hl. Petrus) neben dem Kölner Dom zu den herausragendsten Kirchen dieser Stilrichtung in Deutschland.

Die Kathedrale St. Peter ist das geistliche Herz des Bistums und als Wahrzeichen mit seinen 105 m hohen Turmspitzen bei Anreise schon von weitem zu sehen. Nach mehreren Vorgängerbauten wurde der gotische Dom ca. 1260-1520 gebaut. Der abschließende Bau der Turmhelme mitsamt dem Querhausgiebel erfolgte unter König Ludwig I. erst 1859-1872. Das Hauptportal des sakralen Gotikbaus wurde vor dem Papstbesuch Benedikts XVI. 2006 restauriert. Beeindruckend sind u.a. die farbenprächtigen Fenster aus dem 13./14. Jahrhundert die bei Sonnenschein ein leuchtend funkelndes Schauspiel abgeben.
Wenn der aus Knaben und jungen Männern bestehende, weltberühmte Domchor - die Regensburger Domspatzen - im Hauptschiff der Kathedrale singt, erhallt in dem Mauergewölbe ein akustisches Klangerlebnis. Die Regensburger Domspatzen (seit 975 n.Chr.) blicken auf eine über tausendjährige Geschichte zurück, was sie zu einer der ältesten Knabenchöre der Welt macht.

Auf dem Domplatz steht ein Reiterstandbild des König Ludwigs I. das eine in den Marmorsockel eingravierte Inschrift enthält: „Errichtet von der dankbaren Stadt Regensburg“. König Ludwig I. ist es zu verdanken, dass die Türme des Doms fertiggestellt wurden. Außerdem bereicherte er die Kulturlandschaft in der Region mit dem Bau der Walhalla bei Donaustauf sowie der Befreiungshalle in Kelheim. Das 1902 am Dom aufgestellte Reiterstandbild wurde 1936 an die Bahnhofsallee verlegt, wobei die Nässe durch das Laub der Bäume dem Standbild aus Bronze stark zusetzte. Nach Restaurierung wurde das Denkmal 2010 an seinem Ursprungsstandort auf dem Domplatz wieder aufgestellt.
Die historischen Bauwerke der Regensburger Altstadt versprühen auf Schritt und Tritt buchstäblich lebendiges Mittelalter. Dazu eine Hotellerie - vielfach in historischen Gebäuden - die einem den Aufenhalt so angenehm wie möglich machen. Schon Mozart, der 1790 hier "prächtig zu Mittag speiste, eine göttliche Tafelmusik“ genoss und den guten Wein lobte, rühmte Regensburgs Gastlichkeit in vollen Tönen.
Geschlechtertürme
Den größten Bestand an Geschlechtertürmen im bayerischen Raum weist heute der von Kriegsbeschädigungen weitgehend verschont gebliebene Altstadtbereich von Regensburg auf, wo an die 20 Exemplare erhalten blieben, darunter der siebengeschossige und mit einem Zinnenkranz geschmückte "Baumburger Turm" mit einer Höhe von knapp 28 m (erbaut Ende des 13. Jahrhunderts) und der "Goldene Turm" mit einer Höhe von 52 m. Mit nur 16 m Höhe fiel der romanische Turm im "Runtingerhaus", erbaut um 1250 (später "Gasthof zur Goldenen Krone") dagegen eher zierlich aus, wurde aber um 1300 zu einem Wohnhaus umgebaut und durch einen schmäleren, höheren Wohnturm ersetzt. Aus dem 12. Jahrhundert stammen vermutlich die Turmbauten in der Kapellengasse, in der Oberen Bachgasse und in der Unteren Bachgasse. Der "St.-Oswald-Hausturm" in der Engelsburgergasse in Regensburg und der Turm des Hauses "Vor der Grieb 3" wurden etwa zeitgleich im Jahre 1210 errichtet.

Foto: Goldene Turm, Wahlenstraße 16
In punkto Höhe (52 m) sticht der 'Goldene Turm' unter allen Patriziertürmen in der Wahlenstraße 16 heraus, der um 1260 erbaut wurde und als einer der repräsentativsten Gebäudekomplexe nördlich der Alpen gilt. Der Wohnturm überragt die Dächer der UNESCO-Weltkulturerbe Stadt, dessen beeindruckender Innenhof jederzeit besichtigt werden kann. Zugang besteht sowohl von der Wahlenstraße, als auch von der Unteren Bachgasse aus. Wenngleich der Dom St. Peter mit seinen 105 Meter hohen Türmen zwar majästetisch die Altstadt überragt, so ist der neunstöckige Goldene Turm trotzdem zumindest das höchste Wohngebäude in der Altstadt.

Foto: 'Baumburger Turm', Watmarkt 4 (beim Kohlenmarkt/Rathausplatz)
Geschlechtertürme prägen - schon allein ihrer Höhe wegen - maßgeblich die Regensburger Altstadt-Silhouette. Die im 12. und 13. Jhrd. errichteten Turmbauten fungierten im späten Mittelalter als untrügliches Statussymbol der politisch-wirtschaftlichen Oberschicht, die damit ihre herausragende gesellschaftliche Position öffentlich kund tat. Nach italienischem Vorbild wurden die Turmbauten von einflussreichen Patrizierfamilien (Kaufmannsfamilien) in Regensburg übernommen. Je wohlhabender die Familie umso höher der Turm, desto beeindruckender das Statussymbol.
Haidplatz
Der Haidplatz liegt im Zentrum der Regensburger Altstadt, der die innerstädtische Platzfolge ab Kohlenmarkt und Rathausplatz von Ost nach West bis zum Arnulfsplatz fortsetzt. Er zählt zu den ältesten und traditionsreichsten Plätze von Regensburgs historischer Altstadt. Ursprülich befand sich an dieser Stelle eine langgestreckte dreieckige Wiese ("Heide"), westlich des ehemaligen Römerkastells gelegen. Im Laufe der Jahrhunderte entstanden hier prunkvolle Prachtbauten, wo sich Berühmtheiten die Klinke in die Hand gaben bzw. auf dessen Platz die Regensburger ihre rauschenden Feste feierten. Wo seit alters her die Regensburger rauschende Feste feiern hat sich bis in die Gegenwart nichts geändert. Im Mittelalter beispielsweise Ritterturniere statt - heute gibt es auf dem Haidplatz das ganze Jahr über eine Reihe von Festivitäten und Veranstaltungen.

Foto: mittelalterliche Patrizier-Hausburg - die sogenannte Neue Waag
Die mittelalterliche Patrizier-Hausburg, die sogenannte Neue Waag, beherrscht die östliche Stirnseite des Haidplatzes im Zentrum der Regensburger Altstadt. Die Hausburg erstreckt sich über die volle Breitseite des Haidplatzes. Der Nord-Trakt einschließlich des Turms ist der älteste Kern der Anlage (errichtet um 1300 vom Regensburger Patriziergeschlecht der Gumprecht). Aus Privatbesitz wurde die Hausburg 1441 von der Stadt Regensburg erworben, die im Gebäude die Stadtwaage unterbrachte, von deren Nutzung sich der Name ableitet. Im 15./16. Jhrd. wurde die dreigeschossige Vierflügelanlage mehrfach umgebaut, weshalb sich Stilelemente aus Gotik und Renaissance vereinen. Wenngleich der südliche Gebäudetrakt durch einen Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg erheblich beschädigt wurde, konnte der denkmalgeschützte Bau mit viel Sorgfalt und Expertise im ursprünglichen Zustand wieder hergestellt werden.

Am Haidplatz erspäht das aufmerksame Auge vor dem Schaufenster des Musikgeschäfts Zittl an der Stirnseite der mittelalterlicher Patrizier-Hausburg - die sogenannte 'Neuen Waag' - die versteinerte Miniatur einer Stadtmaus, die beim Streicheln angeblich einen Wunsch erfüllen soll. Ob's letztlich zutrifft wie die Sage vorgibt ist dürfte eher zweitrangig sein. Das tierische Utensil ist für Touristen ein beliebtes Mitbringsel als Andenken an die Stadt, das es beispielsweise in der Tourist-Info am Rathausplatz zu kaufen gibt.
Ehemalige Kaiserherberge „Goldenes Kreuz“
Am Haidplatzes thront die ehemalige Kaiserherberge „Goldenes Kreuz“, in der einst Diplomaten, Könige und Kaiser – bisweilen auch hübsche Damen - verkehrten.

Berühmte Persönlichkeiten besuchten seit der frühen Neuzeit den Gasthof "Zum Goldenen Kreuz", so wie z.B. Kaiser Karl V. der hier Stammgast war, wenn er an Reichstagsversammlungen teilnahm. Bei seinem letzten Aufenthalt in der Stadt verliebte er sich in die Regensburger Gürtlerstochter Barbara Blomberg, wodurch 24 Jahre später das Abendland vor den Türken gerettet wurde: Don Juan d'Austria, der Held der Seeschlacht von Lepanto. Der Saal im Erdgeschoss des damals wohl bedeutendsten deutschen Gasthofs war Treffpunkt der Mächtigen von König Ludwig I. von Bayern bis hin zum späteren deutschen Kaiser Wilhelm I. von Preußen oder Kaiser Franz Josef I. von Österreich.

Besonders typisch für Regensburg sind neben den mittelalterlichen Patrizierburgen vor allem die zahlreichen Geschlechtertürme. Einer dieser frühgotischen Türme des 1250 erbauten Goldenen Kreuz wurde zur vornehmsten Herberge der Stadt erweitert. Da unter anderem Kaiser Karl V. des öfteren hier übernachtete wird das Haus heute auch Kaiserherberge genannt.
Die wuchtige Patrizierburg aus dem 13. Jahrhundert erzählt viel von Regensburgs Geschichte, schließlich ging ins erste Haus am Platze zur Zeit des Reichstags Europas feine Gesellschaft ein und aus. Der barocke Kaisersaal reicht über zwei Etagen und ermöglicht den Besuchern noch heute den Blick auf den ehemaligen Turnier- und Festplatz der Stadt. Seine Stuckdecke (entstanden um 1650) zeigt den doppelköpfigen Reichsadler und das Wappen des Heiligen römischen Reiches deutscher Nation. An den Wänden prangen sechs Reliefs mit Porträts berühmter Gäste: Kaiser Karl V., Kaiser Franz Joseph I. von Österreich und Kaiser Wilhelm I. sowie die Könige Ludwig II von Bayern, Karl von Württemberg und Johan von Sachsen. Auch Napoleon III. soll 1823 hier übernachtet haben.

Foto: Der aus mehreren Patrizierhäusern zusammengefasste Gebäudekomplex des „Thon-Dittmer-Palais“ ist ein wahres architektonisches Schmuckstück am Haidplatz. Es liefert einen einzigartigen Einblick in die architektonische Kunstgeschichte Regensburgs und vereint Stilelemente aus Gotik und Renaissance hinter einer eleganten klassizistischen Fassade.
Direkt angrenzend neben dem "Goldenen Kreuz" steht das klassizistische Thon-Dittmer-Palais, das zuletzt Eigentum der Kaufmannsfamilie v. Thon-Dittmer war. Internationale Beziehungen machten die Dittmers zu Regensburgs erfolgreichsten Handelsherren des 18. Jahrhunderts. Heute ist in dem Baukomplex u.a. das Bayerische Verwaltungsgericht Regensburg untergebracht.
Auf der östlichen Stirnseite des Haidplatzes befindet sich das Gebäude der „»Neue Waag«, eine mittelalterliche Patrizier-Hausburg mit Turm. Die auffällig rot-verputzte Vierflügelanlage aus dem 14. Jahrhundert beherbergte ab 1441 die städtische Waage. Später wurde hier die „Herrentrinkstube“, das patrizische Gesellschaftshaus, eingerichtet. Der imposant wirkende spätgotische Patrizierturm auf nördlicher Seite des Gebäudes wurde im 16. Jahrhundert ausgiebig restauriert und umgestaltet.
Bismarckplatz

Bild: Im Präsidialpalais (klassizistisches Bauwerk) am Bismarckplatz, in dem seit 2015 das 'Haus der Musik' untergebracht ist. Direkt gegenüberliegend befindet sich das Stadttheater, dessen wunderschönes Gebäude im Jugendstil erstrahlt.
Auf dem einst zusammenhängenden Areal der Freiflächen Arnulfsplatz und Bismarckplatz kreuzten sich schon zur Zeit der Römer bedeutende Handels- und Heeresstraßen. Hier trafen sich die Wege nach Westen zu einem römischen Kastell an der Naabmündung, zum heutigen Augsburg sowie ins heutige Österreich. Im Mittelalter diente dieses Areal vor allem als Lager- und Hinrichtungsstätte. Mit Erbauung des Theatergebäudes wurde der vormals genannte „Jakobsplatz“ in „Arnulfsplatz“ umbenannt. Heute fungiert der Arnulfsplatz als wichtiger (Bus-) Verkehrsknotenpunkt am Rande der Regensburger Altstadt, an dessen Ecke zur Kreuzgasse sich die Gaststätte Kneitinger und das Velodroms befindet.

Das Goliathhaus ist eine zinnengekrönte, frühgotische, ehemalige Hausburg aus der Zeit 1220/30, das sich zwischen der Goliathstraße und dem Watmarkt befindet. Von der Steinernen Brücke kommend läuft man in der engen Brückstraße genau auf die Nordfassade des Goliathhauses zu, dessen Schaufront ein seit 1573 mehrfach erneuertes, überdimensionales Gemälde des Kampfes zwischen David und Goliath ziert. Die aktuelle Fassung stammt vom Maler Franz Rinner (1900–1927).
Bei einer Besichtigungstour darf auf verschlungenen Wegen durch die Altstadt das Alte Rathaus am Kohlenmarkt natürlich nicht fehlen. Dieses liegt nur einen Steinwurf vom Goliathhaus entfernt. Wie der Name schon sagt, war der Platz zu früheren Zeiten ein Holzkohlemarkt für Schmiede und Bürger der Stadt.
In einer Seitenstraße befindet sich der Zieroldsplatz mit seiner auffälligen Statue des Don Jan d´Austria. Er war Sohn des römisch-deutschen Kaisers Karl V. sowie einer Regensburger Bürgerin. Als siegreicher Heerführer der Seeschlacht bei Lepanto gegen die osmanische Flotte 1571 ging er in die Geschichtsbücher ein.
Die 'documente'
Die römische Vergangenheit ist in Regensburg nach wie vor sehr präsent und im wahrsten Sinne des Wortes an manchen Stellen mit den Händen tastend greifbar. So widmet das Historische Museum der römischen Epoche der Stadtgeschichte nicht nur eigens die Abteilung, „Römisches Regensburg, sondern stellt unter dem Label „documente“ der Stadt Ausgrabungsstellen in Szene, wie die unten erwähnte Porta Praetoria, Teile der Legionslagermauer sowie unter der romanischen Niedermünsterkirche aus dem 12. Jahrhundert, die sich auf engem Raum in der Altstadt verteilen.

Neben dem Historischen Museum und der Städtischen Galerie im Leeren Beutel gehören zum Verbund der städtischen Museen sogenannte 'documente', die historische Örtlichkeiten widerspiegeln und im Rahmen von Führungen zu vorgegebenen Terminen öffentlich zugänglich sind.

Foto: die Ausstellung »Roms neue Legionen - Alarm am Donaulimes« im Historischen Museum in Regensburg, Dachauplatz 4, das sich im ehemaligen Minoritenkloster befindet, war gut besucht.
Besonders sehenswert ist die römische Abteilung, in der auch die in Stein gemeißelte Gründungsinschrift des Castra Regina ausgestellt ist, die Bauarbeiter vor gut 150 Jahren zufällig fanden. Sie gehört nicht nur zu den bedeutendsten Römerfunden Regensburgs, sondern auch nördlich der Alpen. Überhaupt wartet das Museum mit einem riesigen Fundus an Römer-Exponaten mit mehreren hundert Inschriften von Gräbern und Tempeln auf. Sogar einen römischen Meilenstein kann man sich anschauen. Des Weiteren ist dort auch das originale Bruckmandl-Fragment (1579) deren Duplikat die Steinerne Brücke ziehrt. Einen schönen Abschluß bietet das schicke MuseumsCafé, von wo man einen guten Blick auf die Minoritenkirche im ehemaligen Klostergarten hat.
Die große Dichte an Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zeichnet sich durch kurze Wege aus. So befindet sich schräg gegenüber des Historischen Museums das 'document Legionslagermauer' im Parkhaus am Dachauplatz. Ebenfalls nur wenige Schritte entfernt wurde am Hunnenplatz (gegenüber dem Haus der Bayerischen Geschichte) eine Römermauer freigelegt. Von dort aus ist es wiederum nur einen Katzensprung zum Nordportal Porta Preatoria (Unter den Schwibbögen).
'document Porta Praetoria'

Abgesehen von Resten der etwa 8 m hohen Befestigungsmauer vermittelt das imposante Nordtor Porta Praetoria einen überwältigenden Eindruck von der unvorstellbaren Macht und den jahrhundertelangen Einfluss der Römer. Für die Römer bildete die Porta Praeotria als sogenanntes „Ausfalltor“ das Nordportal des römischen Legionärslagers „Castra Regina“, dessen Alter laut Inschrift knapp 1.900 Jahre beträgt. Das Tor ist das höchste, noch in Teilen erhaltene Bauwerk der Römerzeit in Bayern, und gilt neben der Porta Nigra in Trier als bedeutendstes römisches Monument in Deutschland.

Abgesehen von Resten der etwa 8 m hohen Befestigungsmauer vermittelt das imposante Nordtor Porta Praetoria einen überwältigenden Eindruck von der unvorstellbaren Macht und den jahrhundertelangen Einfluss der Römer. Das Tor ist das höchste, noch in Teilen erhaltene Bauwerk der Römerzeit in Bayern, und gilt neben der Porta Nigra in Trier als bedeutendstes römisches Monument in Deutschland.

Originaltext der Inschrift:
PORTA PRAETORIA
des römischen Castells
CASTRA REGINA
Erbaut um 179 n. Chr.
von Kaiser MARCUS AURELIUS
Aufgedeckt A.o 1885
Die nachgebildete Inschrift an der Außenmauer des ehemaligen Nordtors (Unter den Schwibbögen) weist auf das Gründungsdatum von Regensburg. Die originale Inschrift aus der römischen Zeit, die das Kastell Castra Regina nachweislich bezeugt, stammt indes vom Osttor (Porta principalis dextra), die im Historischen Museum ausgestellt ist. Die Donaustadt bestand in antiker Zeit aus einem Legionslager samt einer angrenzenden Zivilsiedlung. In der Spätantike schrumpfte die Lagerbesatzung, sodass die Zivilbevölkerung hinter schützenden Mauern genügend Platz fand. Es entstand eine befestigte Siedlung, währenddessen die ungeschützte Zivilsiedlung außerhalb den Toren der Stadt unterging. In der Spätantike und im Mittelalter wurden die massiven Überreste des Legionslagers benutzt, um die Stadt wehrhaft gegen Feinde zu verteidigen. Somit ist das mittelalterliche Regensburg - anders als bei sovielen anderen römischen Stadtgründungen - nicht aus der Zivilsiedlung, sondern tatsächlich aus dem Legionslager hervorgegangen.
Bis 932 war die römische Porta Praetoria als Wassertor „Porta Aquarum“ bekannt, bevor es nach der Errichtung der Steinernen Brücke Mitte des 12. Jahrhunderts seine bedeutsame Funktion endgültig verlor. Nach Abbriss (1885) des 1649 angebauten bischöflichen Brauhauses an das Tor, wurde der römische Torbogen zufällig wiederentdeckt, der für die Nachwelt restauriert optisch im ansprechenden Glanz erstrahlt.
'document Legionslagermauer'
Am Dachauplatz wurde im Untergeschoss ein langes Stück der wuchtigen Römermauer freigelegt und konserviert und kann seit 2013 eindrucksvoll inszeniert mit multimedialer Didaktik als Zentralstelle für dieses document kostenfrei besichtigt werden (Schließung der Informationszentrale in den Nachtstunden).

Vom römischen Legionslager finden sich heute noch Überreste der Schutzmauer des Lagers, von denen drei größere Relikte zu sehen sind: Südost-Ecke am Ernst-Reuter-Platz, Nordost-Ecke am Hunnenplatz (beim Museum "Haus der Bayerischen Geschichte") sowie das größte Mauerwerk auf der Ostseite im Parkhaus am Dachauplatz wo sich im Untergeschoß die Informationszentrale befindet. Auf einer Monitorwand kann man sich Filmsequenzen in visualisierter Perspektive die einzelnen Bauschritte der Befestigungsmauer anschauen.
Umgeben von einer ausgedehnten Lagervorstadt für die Zivilbevölkerung beherbergte das Legionslager rund 6000 Soldaten. Das Siedlungsareal vor dem Kastell erstreckte sich im 3. Jahrhundert stellenweise sogar über die Fläche der späteren mittelalterlichen Stadt hinaus. Außerhalb der Lagervorstadt mit ihren Wohn- und Geschäftshäusern, Läden, Herrschaftsvillen, Heiligtümern und einer Badeanlage (Therme) befanden sich im Süden entlang einer Straße Gräberfelder.
'document Niedermünster'

Unter der romanischen Niedermünsterkirche aus dem 12. Jahrhundert befindet sich unweit vom Dom eine der größten archäologischen Ausgrabungsstätten Deutschlands, auf denen heute die UNESCO Welterbestadt Regensburg thront. Das einzigartige „document niedermünster“ in der Nordostecke des ehemaligen römischen Legionslagers „Castra Regina“ führt auf 600 m² durch die Vergangenheit und kann mittels moderner 3D-Technik authentisch (nach-) erlebt werden. Ein gesonderter Bereich widmet sich auch den Römern.

'document Neupfarrplatz'
In sechs Metern Tiefe liegen am Neupfarrplatz Reste des römischen Legionslagers Castra Regina begraben. Dazu erhält man Einblick in das mittelalterliche Judenviertel, das erstmals um 1000 urkundlich erwähnt wird und aus dessen Blütezeit der spektakulärste Fund der Ausgrabungen (1995-1998) - ein aus 624 Goldmünzen bestehender Schatz des ausgehenden 14. Jahrhunderts - stammt.

Die Neupfarrkirche ist eine evangelische Pfarrkirche. Sie befindet sich am gleichnamigen Neupfarrplatz in direkter Nachbarschaft zum Domplatz inmitten der Regensburger Altstadt. Ursprünglich als katholische Wallfahrtskirche geplant wurde mit dem Bau der Kirche nach den Abriss des Judenviertels im Jahr 1519 begonnen. Den Grundriss der ehemaligen Synagoge machte der israelische Künstler Dani Karavan durch ein am 13. Juli 2005 eingeweihtes begehbares Bodenrelief aus weißem Beton für die Öffentlichkeit sichtbar.
Stadtplan Jüdisches Regensburg
Stadtplan der Regensburger Altstadt
'document Reichstag'

Zwischen 1663 und 1806 tagte im Alten Rathaus der Immerwährende Reichstag. Ein historischer Ort, an dem im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben wurde, denn im hier schlug über Jahrhunderte das Herz der Freien Reichsstadt Regensburg. Zudem war auch das Gefängnis, die schauerliche Fragstatt - die Folterkammer des Mittelalters - und das Gerichtswesen ansässig. Was viele nicht wissen: Redewendungen wie z.B. "etwas auf die lange Bank schieben" und "am grünen Tisch entscheiden" haben ihren Ursprung im Alten Rathaus Regensburg, wo sich die Entscheidungsprozesse sehr lange hinaus zogen. Die sogenannte "lange Bank" gab's in Form einer längeren Sitzreihe tatsächlich, auf der Gesandte bzw. Bittsteller Platz nahmen und geduldig auf Entscheidungen warten mussten.
Zum ältesten Teil des Gebäudekomplexes zählt der 55 Meter hohe Rathausturm, der bereits zur Freien Reichsstadterhebung im Jahr 1245 entstand. Etwas später um 1320/1330 wurde dann der Reichssaalbau errichtet, der ursprünglich als Tanzsaal vorgesehen war. Die Blütezeit hatte der Reichstagsaal, als ausschließlich an diesem Ort der Immerwährende Reichstag fast 150 Jahre lang tagte. Über Jahrhunderte hinweg schlug hier nicht nur das Herz der Freien Reichsstadt Regensburg, sondern der Reichstagssaal gilt gemeinhin als Vorläufer der deutschen Parlamente, der Europäischen Union, ja sogar der UNO. Eine Führung durch den historischen Reichssaal, das Reichstagsmuseum mit dem Beratungszimmer der Reichsstände, die Dokumentensammlung sowie die furcheinflössende Fragstatt sollte man nicht verpassen. Es lohnt sich wirklich!
Am Rathausplatz 4 befindet sich im Erdgeschoss des Alten Rathauses die Tourist Information.

Foto: Reste der Römermauer am Ernst-Reuter-Platz
Eine gut erhaltene, und für Besucher frei zugängliche Fundstelle der Befestigungsmauer befindet sich am heutigen Ernst-Reuter-Platz wo sich stellenweise auch Überbleibsel der mittelalterlichen Stadtmauer Regensburgs befinden.
Die mächtige Quadermauer des Legionslagers schützte nach dem Abzug der Römer im 5. Jahrhundert anschließend die frühmittelalterliche Stadt. Da die Ostseite der Römermauer auch im Hochmittelalter noch als Stadtmauer diente und deswegen instandgehalten wurde, blieb sie als fast 2000 jähriges Vermächtnis der Römer bis in die heutige Zeit erhalten. Die uneinheitliche Bauweise zeugt davon, dass die Lagermauer bereits in der Römerzeit Umbauten erfahren hatte. Die Legionslagermauern sind Teil des zweiten prestigeträchtigen UNESCO-Welterbes „Grenzen des römischen Reichs" (im Rahmen des Donaulimes).
Die Steinerne Brücke
Die Steinerne Brücke zählt zum herausragendsten Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst, die zur Entstehungszeit die einzige Donaubrücke zwischen Ulm und Wien war und gemeinhin als „Weltwunder“ galt. Neben dem Regensburger Dom gehört die fast 900- jährige Steinerne Brücke zum bedeutendsten Bauwerk in Regensburg, die beide zusammen die Wahrzeichen der Stadt bilden.

Foto: Blick auf den Salzstadel (links) - wo das Besucherzentrum des Welterbe Regensburg untergebracht ist - angrenzend der Brückturm, daneben der schwibbogenartige Überbrückungsbau und rechts zu sehen der ehemalige Amberger Stadel. Der Amberger Stadel - ein geschütztes Baudenkmal - wurde 1487 auf Veranlassung von Bayernherzog Albrecht IV. errichtet und 1551 von der Reichsstadt Regensburg vergrößert neu aufgebaut. Der städtische Salzstadel östlich der Steinernen Brücke wurde zur Lagerung von Steinsalz bzw. Speisesalz zwischen 1616 und 1620 erbaut, womit die Lagerkapazität des "weißen Goldes" - wie damals das wertvolle Salz genannt wurde - maßgeblich erhöht wurde. Der Brückturm, Teil der Stadtbefestigung, wurde im späten 13. Jahrhundert errichtet. Zeitweise war im Untergeschoß ein Gefängnis untergebracht (Schuldturm).
Der größere Torbogen zur Durchfahrt für die neue Straßenbahn nach Stadtamhof wurde 1902/1903 errichtet, da sich das Brücktor mit 3 Meter Breite als zu schmal erwies. Damals wurde sogar in Betracht gezogen den Brückturm abzureißen, was nur durch das vehemente Engagement von Stadtbaurat Adolf Schmetzer verhindert werden konnte. So wurden westlich des Brückturmes zwei angrenzende Häuser – darunter das Brückenzollhaus – abgerissen und die entstandene Lücke wurde durch einen zusätzlichen Torbogen überspannt. Zu der Zeit stand gar ein kompletter Abriß der Steinernen Brücke - samt Ersatzneubau aus Stahlbeton - zur Debatte. Nicht auszumahlen, wenn das ikonische Bauwerk unwiderruflich verloren gegangen wäre.
Der Brückturm sowie dessen Museum ist von April-Oktober begehbar. Die Aussicht vom letzt verbliebenen Turm bietet einen überwältigenden (Vogelperpektiven-) Blick über die Dächer der Altstadt, die Donau und die Steinerne Brücke. Dazu werden auf mehreren Stockwerken durch Modelle, Schautafeln und Illustrationen verschiedene Aspekte der fast 900 jährigen Brückengeschichte erklärt.
Auch die Dreieinigkeitskirche (Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde der Neupfarrirche und Dreieinigkeitskirche) in der Pfarrergasse 5 ermöglicht für 2€ Eintritt (kommt dem Bauunterhalt zugute) in den Sommermonaten eine Turmbesteigung.

Wie kein anderes profanes Bauwerk symbolisiert die Steinerne Brücke die Blüte der ehemaligen Reichsstadt. Das mittelalterliche Bauwunder trug über Jahrhunderte hinweg zur Wohlstandsmehrung der Stadt bei. Das mondäne Brückenbauwerk überspannt den zweitlängsten Strom Europas, der vor 2.000 Jahren den Grenzverlauf des Römischen Reiches bestimmte (Donaulimes) und Regensburg 2021 schließlich den zweiten Welterbetitel 'Grenzen des Römischen Reiches' bescherte. Die Donau grenzte vom 1. Jh. bis 5. Jh. n.Chr. als sogenannter „Nasser Limes" fast ein halbes Jahrtausend das Imperium Romanum vom Barbaricum ab wie die Römer das Land jenseits des Limes nannten. Dem einizigen Legionärsstandort Castra Regina in der Provinz Raetien bescherte die strategische Grenzlage einen überwältigenden Aufschwung, der wiederum eine Entwicklungsspirale von ungeahntem Ausmaß in Gang setzen sollte.
Fatal: viel Wissen der Römer - samt ihrer herausragenden Fähigkeiten - ging nach ihrem Abzug in unterschiedlichsten Bereichen unwiderruflich verloren. Tatsächlich haben technische Leistungen der römischen Ingenieure im Brückenbau, insbesondere beim Bau von Steinbogenbrücken absoluten Legendenstatus. Obwohl die Römer fast 400 Jahre in Regensburg waren, konnten die Erbauer der Steinernen Brücke trotzdem nicht vom genialen Know How profitieren.
Die sich aus dem Römerlager Castra Regina entwickelnde Ansiedlung wuchs bis zum 11. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten und reichsten Städte auf dem Gebiet des heutigen Deutschland heran. Durch internationalen Fernhandel bis Paris, Venedig und Kiew - insbesondere mit Salz - erlebte die Stadt über Jahrhunderte hinweg ihre wirtschaftliche Blütezeit. Sie war damals eine der wohlhabendsten und einwohnerstärksten Städte Deutschlands. Um das Jahr 1050 war Regensburg mit ca. 40.000 Einwohnern sogar die größte Stadt im Heiligen Römischen Reich, noch vor der Hauptstadt Rom (ca. 35.000), Mainz (ca. 30.000) und Köln (ca. 21.000).
Um den Handel nicht nur auf den Flüssen sondern auch auf dem Landweg zu sichern, war eine ganzjährig passierbare Brücke zur damaligen Zeit von unschätzbarem Wert. Umso mehr, als dass es über weite Entfernungen weder stromab- noch stromaufwärts stabile Donaubrücken gab. Regensburg/Eiserne Brücke (Referenzpunkt für die Pegelmessung) liegt bei Flusskilometer 2.379, Ulm bei KM 2.582 (Entfernung 203 km) und Wien bei KM 1.921 (Entfernung 458 km). Die enorme Bedeutung des Brückenbauwerks ergibt sich allein aus dem Umstand, dass es im Mittelalter zwischen Ulm und Wien auf einer Länge von 661 km nur einen einzig sicheren Donauübergang gab. Vermutlich existierten zeitweise zwar vereinzelte Holzbrücken, allerdings wurden sie von Hochwasser, massiven Eisstößen oder Feuerbrünsten immer wieder zerstört.
Die Gründe für den Bau der Brücke aus Stein waren weder militärisch geprägt, noch von der damals allmächtigen Kirche beeinflusst. Vielmehr dürfte die Initiative für den kostspieligen Monumentalbau - was für damalige Zeiten höchst ungewöhnlich war - aus dem Bürgertum wohlhabender Kaufleute gekommen sein. Man versprach sich von einer stabilen Steinbrücke den Effekt, den Verlauf wichtiger Handelsrouten langfristig an die Stadt zu binden. Demzufolge beruht die Umsetzung des Mammutprojekts auf einer privat initiierten und ökonomisch begründeten Zukunftsinvestition, die sich im späteren Verlauf bewahrheitet hatte.
Die Bauzeit der Steinernen Brücke (1135 bis 1146) betrug gerade mal 11 Jahre. Für damalige Verhältnisse galt die geniale Ingenieurstleistung wegweisend, die über lange Zeit hinweg vorbildhaft für weitere Brückenbauten wie zum Beispiel die Karlsbrücke in Prag Pate stand.

Foto: 2013 versperrte beim Brückenbasar in Stadtamhof ein eindrucksvolles Schwarz-Weiß-Banner in formatfüllender Brückenbreite den Zugang zur Steinernen Brücke (Generalsanierung), das erstaunlich echt wirkend die Straßenbahn (1903 - 1964) und Menschen gekleidet im Stil des frühen 19. Jhrd. abbildete.
Zerstörerisches Gefährdungspotential
Was musste die 'Stainern Pruckn' nicht alles aushalten. Angefangen mit Kreuzzugsheeren, die auf ihrem Weg ins Gelobte Land (1096: Gottfried von Boullion, 1147: Konrad III., 1189: und 1189 Friedrich I. genannt Barbarossa (italienisch für „Rotbart“) übers Kopfsteinpflaster der Brücke stapften? Im 15. Jahrhundert marschierten während der 'Venezianischen Türkenkriege' Truppen über die Brücke, und 1633 wurde das dritte Brückenjoch von bayerischen Truppen gesprengt, um dem anrückenden schwedischen Heer die Eroberung der Stadt zu vereiteln. Der Schwarze Turm (nach Heinrich I. (Ostfrankenreich) Heinrichsturm genannt - einer der drei Wehrtürme der Steinernen Brücke - wurde 1809 im Dreißigährigen Krieg bei der Regensburger Schlacht durch Kanonenbeschuß so stark beschädigt, dass er später abgerissen werden musst. Der Turm sicherte bis dahin den nördlichen Zugang zur Steinernen Brücke, die Regensburg mit der damaligen bayerischen Ortschaft Stadtamhof verband.
Um 1900 hatte sich die Donau zu einer Großschifffahrtsstraße entwickelt und städtischen und staatlichen Stellen war die Steinerne Brücke als Verkehrshindernis zunehmend ein Dorn im Auge. Ein Abriss der Steinernen Brücke sowie ein Stahlbeton-Neubau geisterte durch manch vermeintlich fortschrittlich denkenden Kopf. Allerdings formierte sich in der Bevölkerung massiver Widerstand, und als im Laufe des Ersten Weltkrieges eine durchgehende Wasserstraße für Getreidetransporte zunehmend wichtiger wurde bewog die Rhein-Main-Donau-AG zur Streitbeilegung einen Kanalbau in der nördlich von Stadtamhof verlaufenden Flutmulde (Protzenweiher), der jedoch erst in den 70er Jahren fertig erstellt wurde.
Im Zweiten Weltkrieg rollten schwere Panzer über das Baudenkmal, deren Tragfähigkeit für Kettenfahrzeuge ganz und gar nicht ausgelegt war. Am 23. April 1945 sprengten deutsche Truppen den zweiten und elften Pfeiler, wodurch vier Rundbögen einstürzten, um das Vorrücken der alliierten Streitkräfte zu verzögern. Freilich brachte der sinnbefreite Akt keinerlei strategische Vorteile, zumal die deutsche Wehrmacht 2 Wochen später bedingungslos kapitulierte und damit das Ende des Zweiten Weltkriegs besiegelte. Die Wiederinstandsetzung zog sich ab 1951 über 16 Jahre hin. Nicht zu vergessen die natürlichen Gefahren wie verheerende Hochwasser und Eisstößen die die Steinerne Brücke Zeit ihres Bestehens ausgesetzt war.
In der Nachkriegszeit stieg die Verkehrbelastung rapide an. Zu guter Letzt setzten auch die bis zu 28 Tonnen schweren Gelenkbusse dem Bauwerk erheblich zu. Erst als ein beauftragtes Gutachten die Verkehrssicherheit auf der Brücke in Frage stellte, erfolgte 1997 die Verkehrsperrung für KFZ, 2008 wurde auch der Bus- und Taxiverkehr eingestellt. Streusalz und der wachsende Schwerverkehr (Straßenbahn, Gelenkbusse) setzten der Bausubstanz der Brücke dermaßen zu, so dass eine Generalsanierung und Erneuerung der Brückenpfeiler, Beschlächte und Brüstungen unumgänglich war (2010 bis 2018). Seitdem ist die Brückenpassage nur noch für Radfahrer und Fußgänger freigegeben, die sich über ein autofreies 'Brückenerlebnis' freuen können.

Hinweis: Veröffentlichung fotografierter Exponate mit freundlicher Genehmigung der Stadt Regensburg (Kulturreferat | Amt für kulturelles Erbe | Welterbekoordination)
Das Foto REGENSBURG ''Schöner Prospect der Steinern Brücken zu Regenspurg" stellt in flussabwärtsgewandter Blickrichtung das Monumentalbauwerk in Szene. Der Kupferstich von Matthäus Merian zeigt die Steinerne Brücke um das Jahr 1644. Zu sehen auch drei Türme, von denen bis dato nur noch der Brückturm (rechts im Bild) steht. Einer der 16 Bögen war zu dieser Zeit bereits überbaut.
Auf der Steinernen Brücke herrschte schon immer reger Betrieb. So ergab eine Verkehrszählung im Jahre 1876, dass die Brücke täglich von durchschnittlich 22.138 Personen und 664 Fuhrwerken überquert wurde. Um der steigenden Belastung standzuhalten wurden 1877 die Sandstein-Brüstungsplatten durch Granitplatten aus Flossenbürg ausgetauscht, währenddessen die aus dem Jahr 1502 stammende hölzerne Verbindungsrampe zum Oberen Wöhrd durch eine Eisenkonstruktion ebenfalls ersetzt wurde.
Ihrem repräsentativen Charakter entsprechend, erhielt die Brücke im Mittelalter reichhaltigen Skulpturenschmuck. Die Verwaltung oblag einem eigens dafür berufenen Brückenmeister, wobei seit dem 14. Jahrhundert die Stadt einen Brückenzoll erhob. Erst Regensburg in Bayern 1810 wieder eingegliedert wurde, verlor die Brücke ihre bedeutsame Grenzlage.

Heute fungiert die Steinerne Brücke als begehbares Bindeglied zwischen dem UNESCO-Welterbe 'Altstadt Regensburg' und 'Stadtamhof', das den "Brückenschlag" zwischen Vergangenheit und Gegenwart symbolisiert, an deren Stelle sich zwei UNESCO-Welterbestätten kreuzen. An der Brüstungsmauer des mittelalterlichen Bauwerks innezuhalten und gedankenversunken die Blicke über die Donaustrudel, das Altstadt-Ensamble, das Bruckmandl, Stadtamhof bis zur Dreifaltigkeitskirche mit Muße schweifen zu lassen ist ein Ritual, dem sich selbst einheimische Regensburger - unabhängig davon wie häufig die Brücke überquert wird - liebend gerne suchtreflexartig hingeben.
Wer frühmorgens vor der fußläufigen "Rush Hour" die Brücke quert bevor der tägliche Menschen- und Touristentrubel losbricht kann sich gedankenversunken mit etwas Phantasie in die Vergangenheit zurückversetzen wie z.B. Landsknechte im 30-jährigen Krieg mit ihren Hellebarden über die Brücke stolzierten, Kreuzzugsheere auf dem Weg ins Gelobte Land aufmarschierten und kaiserliche, schwedische, französische, türkische, deutsche und amerikanische Truppen im Lauf der Zeit die Brücke passierten. Unglaublich, welche denkwürdigen Ereignisse sich auf der Steinernen Brücke - die von 1806 bis 1918 die Freie Reichsstadt Regensburg vom Königreich Bayern abgrenzte - schon abgespielt haben.
Naturkatastrophen, Kriege, Abrissszenarien, Verkehrsbelastung - all das barg enorm hohes Gefährdungpotential welches das Baudenkmal immerwährend bedrohte. Tatsächlich ist Regensburg ohne Steinerne Brücke schlicht und ergreifend nicht vorstellbar, steht sie doch als älteste erhaltene Steinbrücke Deutschlands - zusammen mit dem Dom - sinnbildlich für die geschichtsträchtige Stadt. Heute zählt die Steinerne Brücke als ikonisches Bauwerk mit ihrer knapp 900-jährigen Geschichte zum städtischem Kulturgut allerersten Ranges.
Besonderheit: die Donau - mit 2860 km Länge nach der Wolga zweitlängster Strom Europas - weist entgegen der üblichen Zählweise eine umgekehrte Kilometrierung auf, was bedeutet, dass sich die Flusskilometer auf den Nullpunkt bei Sulina am Schwarzen Meer im rumänischen Teil des Donaudeltas beziehen die flussaufwärts zur Quelle gemessen werden, was im übrigen auch für die Nebenflüsse Inn und Salzach gilt.
Denkmalgeschütztes Bruckmandl - Zwischen Mythos, Wahrheit & Sage
Am Brückenscheitel befindet sich auf der Mauerbrüstung das steinerne Bruckmandl. Einst symbolisierte das Brückenmännchen die städtischen Freiheitsrechte und die Emanzipation aus der Vormundschaft des Bischofs.

Bereits im Mittelalter rankten sich allerhand Mythen und Legenden über die Steinernen Brücke. Vor allem über das ominöse Bruckmandl als Brücken-Wahrzeichen ringen Historiker bis heute um Deutungshoheit ihrer Thesen. So hinterlässt die Inschrift: „Schuck wie hais, zu Regensburg seyn dy heut faist“, welches der Figur im Mittelalter beigegeben worden war, mehr Rätsel als dass sie Erklärungen liefert.
Laut Sage soll sogar der Teufel seine Hand im Spiel gehabt haben. Das Bruckmandl - ein sitzendes Männchen - befindet sich am höchsten Punkt der Steinernen Brücke und blickt auf der westlichen Steinbrüstung nach Süden Richtung Dom. Das 11 Meter über dem Donaustrudel thronende Brückenmännchen wurde als zweiter Nachfolger am 23. April 1854 aufgestellt, das 1579 zerstört worden war. Laut einer stadtbekannten Sage stellt das Bruckmandl den nicht mehr bekannten Baumeister der Steinernen Brücke dar. Dieser hatte mit Hilfe des Teufels eine Wette gegen den Dombaumeister gewonnen, in der es darum ging, das jeweilige Bauwerk schneller fertig zu stellen. Demnach verkörpert das Bruckmandl der Sage nach den besorgt nach dem Baufortschritt des Domes schauenden Brückenbaumeister. Von einem zeitlichen "Kopf-an-Kopfrennen" kann wohl keine Rede sein, lagen die Fertigstellungszeitpunkte der Großbauprojekte doch immerhin 300 Jahre auseinder. Der Dom Mitte wurde Mitte des 15. Jahrhunderts fertig erstellt, wobei die Vervollständigung beider Türme mit ihren Turmhelmen erst zwischen 1859 und 1869 erfolgte.
Bruckmandl-Original (1579): die ursprüngliche Figur - ein Torso - wurde 1817 bei einem Sturm schwer beschädigt. Ein Fragment der originalen Plastik befindet sich im Historischen Museum.

Die ehemals 336 Meter und heute 309 Meter lange Brücke verfügt seit der Sanierung keine ausgewiesenen Gehwegstreifen mehr, d.h. sie ist in voller Breite von rund 7,50 Meter - abzüglich der jeweils 18 cm dicken Brüstungsmauern - für Fußgänger und Radfahrer nutzbar. Besonders in den Sommermonaten und an Schönwetter-Wochenenden herrscht auf "da Bruck" quirliges Treiben. Radfahren ist auf der Steinernen Brücke zwar erlaubt, gleichwohl macht es bei viel Trubel trotz geräumiger Fahrbahnbreite Sinn, sein Vehicle sicherheitshalber besser zu schieben. Der gemütliche Gang über die Brücke verheißt den Vorteil, die Altstadt-Silhouette und die Aussicht auf den Dom sowie die Donau wesentlich entspannter genießen zu können, anstatt hochkonzentriert zwischen vorrangberechtigten Fußgänger umherzirkeln zu müssen.

Unter den 14 noch sichtbaren Rundbögen der 335 Meter langen Steinerne Brücke strömt die Donau mit so hoher Fließgeschwindigkeit hindurch, dass sich etwa 30 m unterhalb der Pfeiler Stromschnellen - die bekannten Donaustrudel - bilden.
Die quirligen Strudel brachte findige Unternehmer auf die einfallsreiche Idee, z.B. selbstgemachte Pizzen, Pasta, gefüllte Teigtaschen, herzhafte Flammkuchen oder süße Strudel, Quiche & Co den Namen 'Donaustrudel' zu geben. Außerdem gibt es ein Sozialmagazin namens DONAUSTRUDL, das von bedürftigen Zeitungsverkäufern (gegen geringe Provision) feil geboten wird. Selbst ein Strudelrennen gab's bereits, das zum Fest der Bayern im Milleniumjahr 2000 veranstaltet wurde.
Wurstkuchl
Gleich ums Eck beim Historischen Salzstadel steht am Rand der Thundorferstraße in unmittelbarer Sichtweite der Donaustrudel der Steinernen Brücke seit über 500 Jahren die historische Wurstkuchl. Dort, wo sich einst im Mittelalter hungrige Steinmetze und Hafenarbeiter stärkten, scheint tatsächlich die Uhrzeit stehen geblieben zu sein. Vieles blieb nämlich bis heute beim Alten: offener Holzkohlengrill, hausgemachte Würstl aus Hinterschinken vom Schwein, Sauerkraut aus eigenem Gärkeller und natürlich der bekannte Wurstkuchl-Senf nach hauseigenem Rezept, den sich manche Touristen als orginelles Souvenir sogar bis in Überseeländer nach Hause schicken lassen.


Ein Besuch der ältesten Bratstube der Welt gehört an und für sich zum touristischen "Pflichtprogramm", denn in historischen Gemäuern werden in der Wurstkuchl schmackhafte Regensburger Bratwürstl zubereitet. Die rauchigen Grillwürstl aus Regensburgs Historischer Wurstkuchl mit ihrer fast 650-jährigen Geschichte sollte man auf alle Fälle probiert haben, denn die hausgemachten Bratwürste über offenem Holzkohlenfeuer schmecken gebrutzelt verdammt lecker. Serviert mit würzig-süßem Wurstkuchlsenf nach geheimer Gewürzrezeptur, dazu Sauerkraut aus eigenem Gärkeller, knusprige Schwarzer-Kipferl und ein vollmundiges Bier aus hiesiger Brauerei - fertig ist der orginelle Gaumenschmaus made in "Rengschburg". Dazu gibt's gratis den Galablick auf das »8.Weltwunder« - die Steinerne Brücke und den Donaustrudl.

Im Schatten des mehrgeschössigen Salzstadels - wo das Besucherzentrum Welterbe Regensburg untergebracht ist - trotzt die altehrwürdige »Kuchl« schon Jahrhunderte dem Hochwasser. Immerhin diente das Gebäude schon im 12. Jahrhundert den Erbauern als Baubüro und "Imbissbude". Die »Kuchl«, wie sie im Regensburger Jargon gern genannt wird, musste schon viel Ungemach über sich ergehen lassen. Hochwasser, Brände und nicht zuletzt einen kurios-amüsanten "Würstlkrieg".

Für lokalpatriotische Regensburger stand schon immer außer Zweifel, dass die historische Wurstkuchl am Fuße der Steinernen Brücke die älteste Bratwurstküche der Welt ist. Allerdings bedurfte die Feststellung dieser Tatsache eines rechtlich nicht bindenden Schiedsspruchs des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, weil sich ein Nürnberger Konkurrent im Recht wähnte, ihm gehöre diese "Auszeichnung" zugesprochen. Somit ging's sprichwörtlich um die Wurst bzw. die "frängische Broudworschd". Das salomonische Urteil lautete: Nürnberg darf sich zwar mit dem Attribut "ältestes Bratwursthaus der Welt" rühmen, doch der Titel „älteste Bratwurstküche der Welt“ ist und bleibt in Regensburg. Urkundlich belegt, werden in der Regensburger Wurstbude seit 1378 Bratwürste gegrillt (Nürnberg 1419). Fazit: ironisch betrachtet sind die Regensburger den Nürnbergern um etliche Wurstlängen voraus:-)

Hochwassermarken im Gastraum der Historischen Wurstuchl
Die historische Wurstkuchl gab's schon, als die Brücke erbaut wurde und noch heute trifft sich an ihren schweren Holztischen Alt und Jung zu ›Sechse mit Kraut‹. Gemeinhin wird gemunkelt: Wer hier keine Bratwurst gegessen hat, ist nicht in Regensburg gewesen! Wer's noch nicht weiß: die bekannte Regensburger Spezialität "Sechs auf Kraut", also Bratwürste aus eigener Herstellung, serviert auf ebenfalls selbst hergestelltem Sauerkraut mit Schwarzer Kipferl sind Kult.

Gleich gegenüber der Wurstkuchl befindet sich im Historischen Salzstadel die 'Schenke', die in gemütlichem Ambiente eine Vielfalt schmackhafter bayerischer Speisen anbietet.

Direkt angrenzend zur Historischen Wurstkuchl befindet sich am 'Marc-Aurel-Ufer' eine Bronzehalbkugel, die anlässlich der Einschreibung in die UNESCO-Welterbeliste als offizielle Gedenktafel 2009 errichtet wurde. Das Miniatur-Relief zeigt das mittelalterliche Regensburg um 1700, noch lange bevor die Türme des Doms fertiggestellt waren. Das Relief kann von blinden Menschen mittels Tastsinn sehr gut wahrgenommen werden.

Die Marc Aurel Promenade verbindet die Steinerne Brücke mit dem "Haus der Bayerischen Geschichte", wo auf dem Hunnenplatz eine Römermauer freigelegt wurde. Der verkehrsfreie Verbindungsweg entlang der Donau ist eine beliebte touristische Flaniermeile.
Haus der Bayerischen Geschichte

Das 'Haus der Bayerischen Geschichte' in Regensburg liegt direkt an der Donau und zählt zu den modernsten Museumsbauten in Europa.

Hinweis: Veröffentlichung fotografierter Exponate mit freundlicher Genehmigung vom 'Haus der Bayerischen Geschichte' (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst)
Empfangen werden die Gäste von einem großzügig gebauten Foyer, wo sich im Erdgeschoss eine Sonderausstellungsfläche von 1.000 Quadratmetern befindet. Dazu gibt es einen Museumsladen, ein bayerisches Wirtshaus und in den Sommermonaten stehen schöne Freiplätze am Donauufer zur Verfügung. Im Empfangs-Foyer befindet sich u.a. der Cinema-Saal, wo der Kabarettist und Schauspieler Christoph Süß filmisch in 40 Rollen schlüpft, und mit sarkastischem Humor - beginnend von der Römerzeit bis zum Königreich Bayern 1806 - amüsant durch die 2.000 jährige bayerische Geschichte führt.
Eine lange Rolltreppe führt vom Foyer aus hinauf in die Dauerausstellung, die so gar nichts mit verstaubter Museumspädagogik gemein hat.

Hinweis: Veröffentlichung fotografierter Exponate mit freundlicher Genehmigung vom 'Haus der Bayerischen Geschichte' (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst)
Im 'Haus der Bayerischen Geschichte' erlebt man Geschichtstheater und fantastische Inszenierungen auf 30 Bühnen mit rund 1.000 Exponaten und zahlreichen multimedialen Installationen auf rund 2.500 Quadratmetern, die die geschichtliche und kulturelle Vielfalt Bayerns in unterhaltsamer Weise allen Bevölkerungsschichten zugänglich macht.

Hinweis: Veröffentlichung fotografierter Exponate mit freundlicher Genehmigung vom 'Haus der Bayerischen Geschichte' (Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst)
Automobile made in Bavaria. Die Oldtimer - Goggomobil, Isetta (Flugkabinenroller), NSU und BMW sind absolute Hingucker.
Haus der Bayerischen Geschichte
![]() |
| © Der Filmograph |
Es gilt als weit verbreitetes Klischee, dass Bayern nur aus Weißwurst, Lederhosen, Dirndl, Bier und Oktoberfest besteht. Freilich ist Bayern tausendfach bunter, vielfältiger und diverser. Wer mehr über Bayern bzw. DIE Bayern mitsamt ihrer Geschichte erfahren möchte besucht das Museum »Haus der Bayerischen Geschichte«.
Bayern ist natürlich viel mehr als Weißwurst, Bier und Lederhosen - gleichwohl sind sie dennoch elementarer Bestandteil der Kultur des Landes. Wie sich Bayern zum "Freistaat" entwickelte und was das Bundesland bzw. seine Menschen so einzigartig macht – bekommt im neuen Museum im »Haus der Bayerischen Geschichte« Antworten. Am 5. Juni 2019 wurde das Museum feierlich eröffnet. Der Gebäudekomplex fungiert als neues Tor zur UNESCO-Welterbestadt Regensburg. Im lichtdurchfluteten Foyer begrüßt ein über vier Meter großer Löwe die Besucher. Das Foyer ist kostenfrei zugänglich und dient als Flaniermeile zwischen Altstadt und Donau.
Im Obergeschoss des Museums »Haus der Bayerischen Geschichte« präsentiert die Dauerausstellung die Geschichte Bayerns vom Königreich bis heute. Der chronologische Rundgang wird von acht Kulturkabinetten flankiert, die im weitesten Sinn kulturelle Phänomene und Klischees hinterfragen, die mit Bayern verbunden werden. Dies erstreckt sich vom Dialekt über Feste und Religion bis hin zur Natur.
Praktischerweise befindet sich das Museumsgebäude im Schnittpunkt mehrerer herausragender Sehenswürdigkeiten. So befindet sich in unmittelbarer Nähe nicht nur das Historische Museum am Dachauplatz, sehenswerte Relikte der Römermauer (Parkhaus und Hunnenplatz) sondern auch das bekannte Nordtour Porta-Praetoria - allesamt in nur 1-2 Gehminuten erreichbar. Ebenso ist das Ostentor durch die Ostengasse binnen weniger Minuten zu Fuß erreichbar.
Parkplätze gibt es am gegenüberliegenden Donauufer neben der Eisernen Brücke an der Wöhrdstraße oder am Unteren Wöhrd (Altes Eisstadion).
Ostentor

Foto: Am 2. Juli 2022 fand in Regensburg das 'OstenGassenfest' statt. Größte Attraktion war eine fahrende Straßenbahn auf einem extra aufgebauten Gleisstück, was an die nostalgische Zeit der Regensburger Straßenbahn erinnerte.
Der Ostentor-Turm war einer von sechs Tortürmen der ehemaligen Stadtbefestigungsanlagen, der 1284 zum Schutz der damaligen sogenannten „Ostenvorstadt“ errichtet worden war. Das Tor befand sich an der Ausfallstraße nach Wien, durch das der auf der Donau aus Wien kommende jeweilige Kaiser in die Stadt einzog. Die Errichtung des fünfgeschossigen gotischen Turm-Bauwerks konnte nach aufgefundenen Steinmetzzeichen der Regensburger Dombauhütte zugeordnet werden. Das repräsentative Bauwerk zählt zu den besterhaltenen gotischen Stadttortürmen in Deutschland. So wie für die Steinerne Brücke gab es auch für das Ostentor Pläne, das historische Bauwerk zu Gunsten einer autogerechten Erschließung der Altstadt abzureißen, was glücklicherweise doch nicht geschah. Im übrigen wurde am Osttor (Porta principalis dextra) die originale Inschrift aus der römischen Zeit, die das Kastell Castra Regina nachweislich bezeugt aufgefunden, die im Historischen Museum ausgestellt ist.
Direkt hinter dem Ostentor-Turm grenzt der idyllische Villapark mit seiner königlichen Villa an, die im 19. Jahrhundert von König Maximilian II. von Bayern als Sommerresidenz erbaut wurde und heute im Besitz des Freistaats Bayern ist.

Einzigartiges Relikt mit ungewöhnlichem Standort: eine erstaunlich gut erhaltene Römermauer zieht sich über eine Länge von 70 Meter durch das Untergeschoß eines Parkhauses
Des Weiteren sehenswert ist die römische Abteilung des Historischen Museums im ehemaligen Minoritenkloster, die Nordost- und Südostecke von Castra Regina sowie das document Legionslagermauer im Untergeschoß des Parkhauses am Dachauplatz (dort befindet sich auch das Historische Museum mit einer sehenswerten Römerabteilung) sowie die Ruine der vermutlich ältesten römischen Brauerei nördlich der Alpen (Schutzhaus am Kornweg), die zur Zivilsiedlung des Kleinkastells von Großprüfening gehörte.




