ADFC-Radreiseanalyse 2020

Erstmals stellte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club seine 21. ADFC-Radreiseanalyse aufgrund der Absage der Internationalen Tourismus-Börse nicht im Rahmen der weltgrößten Reisemesse in Berlin vor. Ein lang anhaltender Trend setzt sich fort, denn Radurlaub erfreut sich weiterhin wachsender Beliebtheit. 

Die wichtigsten Erkenntnisse vorweg: Radurlaub ist weiterhin angesagt, wobei Kurz- und Wochenendreisen mit dem Rad signifikant angestiegen sind. Überraschend ist, dass der Radtourismus nicht nur neue Zielgruppen erschließt sondern Menschen nach einem Radurlaub das Rad auch häufiger im Alltag nutzen. Im Urlaub oder in der Freizeit Fahrrad zu fahren, hat laut Radreiseanalyse einen nachhaltigen Einfluss auf das Radfahrverhalten im Alltag. Synergien, die u.U. der Mobilitätswende frische Impulse zu geben vermag. Beleg: gezielte Umfragen ermittelten, dass 90 % derer, die im Rad-Urlaub positive Eindrücke sammelten und schöne Erlebnisse hatten, ihr Zweirad danach auch häufiger im Alltag nutzen. (2019: 40 % fahren danach mehr Rad im Alltag, 2018: 35 Prozent).

Das Spektrum von Radreisen ist riesig. Es erstreckt sich vom mehrwöchigen Rad-Urlaub, über die Wellness-Reise mit Fahrradausflügen, spontane Radkurztrips mit Städtebesuch, Sterntouren mit derselben Unterkunft bis hin zu Radtouren in Wohnortnähe. Klassische Radreise-Destinationen, Städte und ländliche Regionen können sich jedenfalls über viele neue Radreisende und freuen, die eine beträchtliche Wertschöpfung generieren. „Sie geben 70 bis 100 Euro pro Tag aus und sind ein Konjunkturprogramm für die ganze Republik“, sagt ADFC-Tourismusexpertin Louise Böhler. 

Die Zahl der Radreisenden, die Urlaube mit drei und mehr Übernachtungen machen, ist mit 5,4 Millionen auf dem hohen Niveau im Vergleich zum Vorjahr geringfügig gesunken (5,5 Millionen in 2018). Hierbei gilt zu berücksichtigen, dass Vergleiche von Jahrezahlen zu einem gewissen Maß dem Einflußfaktor saisonaler Wetterschwankungen unterliegen. 

Beim Beliebtheitsgrad deutscher Radfernwege gab es neben üblicher Verschiebungen mit dem Altmühl-Radweg einen "Newcomer" in der Top Ten Liste. Während der Bodensee-Radweg 5% an Popularität einbüßte konnte der Bodensee-Königsee-Radweg äquivalent 5% zulegen. Auch der Donau-Radweg (Inland) musste "Federn" lassen (-4%), während der Main-Radweg sein gutes Vorjahresergebnis mit +/- 0 halten konnte. Den Spitzenplatz heimste indes zum zweiten Mal in Folge der Weser-Radweg ein. Auf den Plätzen folgten der Elberadweg und RuhrtalRadweg.

Es ist schon bezeichnend, dass allein fünf der beliebtesten Fernradrouten Deutschlands  (Bodensee-Königsee-Radweg, Main-Radweg, Donau-Radweg, Altmühl-Radweg, Bodensee-Radweg) in der TOP 10 Liste den Freistaat Bayern tangieren.