UNESCO-Weltkulturerbe "Grenzen des Römischen Reiches - Obergermanisch-Raetischer Limes" 

Wer sich für die Geschichte der Römer interessiert und gleichzeitig eine sportliche Herausforderung sucht, der wird mit der Befahrung des Limes-Radwegs seine wahre Freude haben. Der Deutsche Limes-Radweg geleitet uns entlang der damaligen Reichsgrenze - dem Obergermanisch-Raetischen Limes welcher das Römische Imperium vom Land der „wilden“ Germanen in der Antike trennte - durch ruhige, abwechslungsreiche Landschaften fernab hektischer Ballungszentren. 

Der Deutsche Limes-Radweg führt durch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Der Routenverlauf passiert zahrleiche Zeugnisse aus der Römerzeit und verbindet historische Stationen entlang der damaligen Grenzlinie. Das UNESCO Weltkulturerbe "Grenzen des Römischen Reiches: Obergermanisch-Raetischer Limes" tangiert in den vier Bundesländern mehr als 150 Kommunen und 20 Landkreise.

Landschaftsabschnitte wie der Westerwald, Hochtaunus, Rheingau-Taunus, die Wetterau, Maintal, Odenwald, Schwäbisch Fränkischer Wald, die Schwäbische Alb, das Fränkische Seenland und der Naturpark Altmühltal verwöhnen Naturliebhaber auf Schritt und Tritt - wenngleich knackige Steigungen ihren Schweißtribut einfordern.

Vor allem geschichtsbegeisterte Radler dürfen sich auf rekonstruierte Limeswachttürme und Kastelle, Schutzbauten über Ruinen römischer Badeanlagen, Befestigungsanlagen mit Wall, Graben und Palisaden sowie Römermuseen und aktuelle Ausstellungen sowie diverse Festivitäten freuen. Dazu begeistern Etappe für Etappe malerische Städtchen, Burgen und Schlösser.  Der Begriff "Limes" lässt sich aus dem Lateinischen mit „Grenzweg“ bzw. „Schneise“ übersetzen.

 

 

 

 

 

 Der Obergermanische und Raetische Limes

Der Limes ist nach der Chinesischen Mauer mit 550 km weltweit das längste Bodendenkmal. Es stellte in der Zeit vom frühen zweiten bis zum dritten Jahrhundert die Grenzlinie zwischen dem Römischen Reich und den germanischen Stammesverbänden dar. Er verläuft durch die Gebiete der heutigen Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz.

Errichtet wurde der Limes in der Zeit zwischen 100 n.Chr. und 160 n.Chr. Über einhundert Militärlager und neunhundert Wachttürme reihten sich entlang der Grenzsperren, die in der Provinz Obergermanien aus Holzpalisaden bzw. Erdwällen und Gräben bzw. in der Provinz Raetien aus Steinmauern bestanden

Als künstlich über Land gezogene Grenzlinie, blieb das Gelände bzw. die Topographie unberücksichtigt, weshalb das technische Bauwerk intelligente Ingenieurskunst erforderte. Als überwachte Demarkationslinie repräsentierte der Limes das äußere Ende der durch Rom verwalteten und beschützten Welt an. Germaneneinfälle nach der Mitte des 3. Jhs läuteten den Niedergang der römischen Siedlungen entlang und hinter dem Limes ein,

Das Welterbe-Komitee der UNESCO beschloss 2005 in Durban (Südafrika) die Aufnahme des Obergermanisch-Raetischen Limes als Teil des neuen Welterbes „Grenzen des römischen Reiches“ in die Liste der Welterbestätten.

 Tour-Eckdaten

  • Startort: Bad Hönningen (nordöstlich von Koblenz), Landkreis Neuwied (Rheinland-Pfalz)
  • Streckenlänge: 826 km
  • Höhenmeter Gesamtstrecke: 7 740 hm
  • Tiefster Punkt: Bad Hönningen (65 m.ü.M.)
  • Höchster Punkt: Feldberg, KM 172 (780 m.ü.M.)
  • Zielort Regensburg (340 m.ü.M.; Bayern)

Streckenabschnitte

  • Bad Hönningen – Holzhausen, 107 km
  • Holzhausen - Echzell, 146 km
  • Echzell - Miltenberg, 125 km
  • Miltenberg - Lorch, 165 km
  • Lorch - Weißenburg i. Bay., 147 km
  • Weißenburg i. Bay. - Regensburg, 128 km

Streckengrafik mit Höhenprofil - Limes-Radweg


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Der Obergermanisch-Rätische Limes - einem römischen Grenzwall aus dem ersten bzw. zweiten Jahrhundert n. Chr., stellt mit einer Länge von 550 km Länge ein beachtliches archäologisches Denkmal dar und erstreckt sich von Rheinbrohl bis zum Kastell Eining an der Donau. Er wurde im Jahr 2005 zum Welterbe der UNESCO erklärt. Der Limes-Radweg folgt der ehemaligen römischen Grenzbefestigung und führt vorbei an zahlreichen Zeugnissen römischer Besiedlung.

Gebietsentwicklung am Limes

Unter den römischen Kaisern Titus (79-81 n. Chr.) und Domitian (81-96 n. Chr.) überschritten römische Truppen die Donau und errichteten Kastelle. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Grenzlinie weiter vorgeschoben und durch weitere Kastellanlagen, schließlich auch durch den Limes – als militärische Grenzsicherung - geschützt.

 

 

Der um 160 n. Chr. errichtete Obergermanisch- Raetische Limes war die nördlichste dauerhafte Grenzlinie der römischen Provinzen Raetien und Obergermanien.   

 Wachtürme am Limes

Eines der wesentlichen Elemente des römischen Limes in Germanien stellten die Wachttürme dar. Ihre Hauptaufgabe diente nicht der Verteidigung der jeweiligen Limesabschnitte als vielmehr deren Überwachung.  Daher musste zwischen den einzelnen Türmen bzw. den nächstgelegenen Kastellen eine Kommunikation (akustisch/visuell) gewährleitstet sein. Voraussetzung hierfür war die Sichtbarkeit der wachhabenden Soldaten, weshalb die Turmabstände je nach Gelände mehr oder weniger stark variierten (0.2 – 1 km). Somit sicherten die Türme eine durchgängige Meldekette, indem von Turm zu Turm Zeichen weitergeben wurden. Bei Sichtbehinderungen wie Nebel wurden die Signale mit Hörnern akustisch, bei Nacht mit Fackeln optisch weitergegeben.

Die Wachmannschaften (4-5 Soldaten) konnten größere Angriffe auf längere Sicht nicht abwehren sondern mussten sich nur so lange halten bis Verstärkung aus den umliegenden Kastellen eintraf. 

Entlang des Limes wurden insgesamt über 900 Türme errichtet. Anfänglich war die Grenze nicht durch Palisaden oder Mauern befestigt. Zunächst als Holztürme auf Erdhügeln errichtet, waren sie von Gräben umzogen welche der Entwässerung dienten. Ab Mitte des 2. Jahrhunderts wurden die Holztürme am Limes durch widerstandsfähigere Steintürme ersetzt. 

Ein Vergleich der Raetischen Mauer mit der erheblich aufwendigeren Anlage der Hadriansmauer in Großbritannien zeigt, dass der Raetische Limes nicht wie in Großbritannien als Verteidigungsbollwerk, sondern lediglich als Demarkationslinie diente, die den römischen Verwaltungsbereich sichtbar machen sollte.

Die Türme waren in der Regel nur über eine Leiter im ersten Stock zu betreten wo sich der Wohnraum der Soldaten befand. Das Erdgeschoss diente als Vorratsraum. Im zweiten Obergeschoss lag die Wachstube, deren Besatzung aus vier bis fünf Mann bestand, die jeweils für mehrere Tage aus den hinter der Grenze gelegenen Kastellen zum Wachdienst am Limes abkommandiert waren.

Nicht römische Legionäre wie man glauben mag dienten am Limes sondern die Soldaten der Hilfstruppen (Auxilia. Diese Auxiliareinheiten rekrutierten sich v.a. aus Peregrini, d.h. Soldaten, die aus der rechtlich schlechter gestellten Bevölkerung der römischen Provinzen stammten. Mit ihrer ehrenvollen Entlassung nach 25 Jahren Dienst erhielten sie allerdings das römische Bürgerrecht für sich und ihre Nachkommen womit sie den römischen Bürgern rechtlich gleichgestellt waren.

Die Grenzsicherung mit 7 Legionen war für das römische Reich extrem aufwändig. Immerhin umfasste jede Legion über 5000 Soldaten. 

Streckencharakter

Der Limes-Radweg nutzt verkehrsarme Nebenstraßen, Flurbereinigungs- sowie land- und forstwirtschaftliche Wirtschaftswege. Die Fahrbahnoberfläche ist abwechselnd asphaltiert, geschottert oder wassergebunden. Die Grenzsicherungslinie berührt strategisch wichtige Landschaftspunkte weswegen sie mitunter im Zickzackkurs vorzugsweise Höhenrücken und Flusstäler passiert. Damit waren z.T. enorme Höhenunterschiede verbunden, was Radfahrern heute eine gute Fitness und Kraftausdauer abverlangt. Insbesondere der nördliche Abschnitt von Bad Hönningen über den Feldberg im Taunus weist knackige Anstiege auf. Bis Schwäbisch Hall gibt es Steigungen und Gefällstrecken von 15% bis 20% die zudem großteils ungeteert sind.

Das Höhenprofil in Bayern fällt mit kürzeren und sanfteren Anstiegen (durchschnittlich 5-8%) zahmer als in den anderen Bundeländern aus, obgleich auch hier ein ständiges Auf und Ab an den Kräften zehrt. Dafür ist der finale Abschnitt (36 km) auf dem Donau-Radweg von Kelheim nach Regensburg absolut flach. In Weltenburg besteht die Alternative, die bergige Passage mit einer idyllischen Schifffahrt durch das Naturschauspiel der Weltenburger Enge nach Kelheim zu umgehen.

Aufgrund des anspruchsvollen Streckencharakters ist der Limes-Radweg weniger geübten Radfahrern allenfalls mit E-Bikes zu empfehlen. Entsprechend der kumulierten Höhenmeter sollte die Distanz der Tagesetappen nicht zu üppig bemessen sein, um am Ende des Tages nicht völlig verausgabt anzukommen. Da die gesamte Route nicht lückenlos beschildert ist, empfiehlt sich geeignetes Kartenmaterial mitzunehmen, bzw. den GPS-Track auf sein Empfängergerät zu laden. 

 Welterbe-Titel "Grenzen des Römischen Reiches / Frontiers of the Roman Empire“

Die UNESCO verleiht den Titel Welterbe an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind und von den Staaten, in denen sie liegen, zur Erlangung des Titels vorgeschlagen werden.

Als erstes Teilstück der römischen Grenze wurde der Hadrianswall (Großbritannien) 1987 zum Welterbe erklärt.

2005 beschloss das Welterbe-Komitee der UNESCO die Aufnahme des Obergermanisch-Raetischen Limes in die Liste des Weltkulturerbes.

2008 wurde der Antoninus Wall ebenfalls in das Welterbe aufgenommen.

Hadrians Wall, Antoninus Wall und Obergermanisch-Raetischer Limes bilden gemeinsam die ersten drei Teilabschnitte eines „transnationalen Welterbes“, das unter dem Namen "Grenzen des Römischen Reiches / Frontiers of the Roman Empire“ in Zukunft 24 Staaten entlang der über 5.000 km langen Außengrenze des ehemaligen Imperium Romanum in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika umfassen soll.

Der bayerische Teil des Donau-Limes ab Einingi(Landkreis Kelheim) via Regensburg - Passau nach Obernzell) wurde in die deutsche Vorschlags-Listefür das Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. Die Entscheidung des Welterbekomitee der Unesco über eine Anerkennung der bayerischen und österreichischen Abschnitte des Donau-Limes (ab Passau schließt sich der „Römerradweg“ an, der 242 km über Bad Füssing - Innviertel - Attersee - Vöcklabruck - Wels nach Enns führt) fällt im Juni 2018.          

Streckenverlauf

Wie die touristisch bekannte Deutsche Limes-Straße folgt in ähnlichem Routenverlauf auch der Limes-Radweg dem obergermanisch-rätischen Limes und verbindet zahlreiche Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit. 

1. Teilabschnitt Obergermanischer Limes Rheinland Pfalz: Details

2. Teilabschnitt Obergermanischer Limes Hessen: Details

3. Teilabschnitt Obergermanischer Limes Bayern: Details

4. Teilabschnitt Obergermanischer Limes Baden Württemberg: Details

5. Teilabschnitt Raetischer Limes Baden Württemberg: Details

6. Teilabschnitt Raetischer Limes Bayern: Details

Obergermanischer Limes Bayern 

Kurz nach Seligenstadt im Landkreis Offenbach in Hessen überschreitet der Limes-Radweg die bayerische Landesgrenze. Auf dem Main-Radweg verläuft die Strecke in der Urlaubsregion Spessart-Mainland und Fränkisches Weinland über Aschaffenburg nach Miltenberg. Nun schwenkt die Route in südlicher Richtung nach Walldürn ab worauf man kurz darauf die Landesgrenze Baden Württemberg erreicht.  Anschaulich präsentieren Museen die römische Vergangenheit, die museumspädagogischen Abteilungen bieten Erlebnistage, Workshops oder interaktive kindgerechte Ausstellungen wie beispielsweise im Pompejanum in Aschaffenburg oder im „Römerkabinett“ im Malerwinkelhaus in Marktbreit.

Obergermanischer Limes Baden Württemberg

Von der Stadt Walldürn (Neckar-Odenwald-Kreis) geht es über Öhringen - Lorch - der Stauferstadt Schwäbisch Gmünd und Aalen (Limesmuseum) nach Mönchsroth (mittelfränkischer Landkreis Ansbach) wo abermals die bayerische Landesgrenze überquert wird.

UNESCO-Welterbe, Grenzen des Römischen Reiches

Fortsetzung Raetischer Limes Bayern Seite 2

Infos/Bezugsquellen

Tourist Information
Rathausstr. 12
91710 Gunzenhausen

Tel.: 09831 508300
Mail: touristik@gunzenhausen.de

www.gunzenhausen.de

Deutsche Limeskommission 
Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission
Römerkastell Saalburg
61350 Bad Homburg v.d.H.

Mail: geschaeftsstelle@deutsche-limeskommission.de

http://www.deutsche-limeskommission.de

Verein Deutsche Limes-Straße
Marktplatz 30
73430 Aalen

Tel. 07361 / 52 1159
Fax 07361 / 52 1931

Mail: limesstrasse@aalen.de

http://www.limesstrasse.de/

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Rheinland Pfalz

RömerWelt am Caput Limitis
Arienheller 1
56598 Rheinbrohl

Tel. 02635/92 18 66
Fax 92 24 85

www.roemer-welt.de

info@roemer-welt.de

Hessen

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Römerkastell Saalburg
Saalburg 1
61350 Bad Homburg

 

Tel. 06175/9374-0
Fax 9374-11

 www.saalburgmuseum.de,

 info@saalburgmuseum.de         

Baden Württemberg

Limesinformationszentrum Baden-Württemberg
St.-Johann-Straße 5
73430 Aalen

Tel. 07361/52 82 87-41
Fax 52 82 87-49

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Bayern

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Martin-Luther-Platz 3
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Tel. 09141/907-124
Fax 907-121

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