Radwege -suche
Welterbe - Grenzen des Römischen Reiches - Obergermanisch-Raetischer Limes
Deutscher Limes-Radweg
Streckendaten
Ausgangspunkt: Millingen am Rhein (NL) / Emmerich am Rhein (NRW)
Endpunkt: Passau (Bayern)
Streckenlänge: 1227 km
Höhenmeter: 8478 hm (empfohlene Fahrtrichtung)
- Tiefster Streckenpunkt des DLR: Düffelward (13 m ü.NN.) - 5.6 km von der Landesgrenze D/NL entfernt
- Streckenzenit des DLR: 787 m ü.NN. bei Schlossborn/Glashütten im hessischen Hochtaunuskreis nahe des Großen Feldberg
Limesabschnitte
• Niedergermanischer Limes - NRW/RLP: 257 km / 78 hm (HQ 0.3)*
• Obergermanischer Limes RLP: 98 km / 1.646 hm (HQ 16.8)
• Obergermanischer Limes HE/BY: 281 km / 2.475 hm (HQ 8.8) - dav. 100 km/2.000 hm (HQ 20.0) 181 km/475 hm (HQ 2.6)
• Obergermanisch-Raetischer Limes BW: 227 km / 2.764 hm (HQ 12.2)
• Raetischer Limes BY: 154 km / 1.200 hm (HQ 7.7)
• Donaulimes BY: 209 km / 350 hm (HQ 1.7)
*Höhenmeterquotient (HQ) gibt an, wieviel Höhenmeter pro Kilometer gleichverteilt anfallen (Durchschnittswert in Relation zur Streckenlänge)
Streckenbeschaffenheit
- Radweg: 32 %
- Unbefestigt: 18 %
- Verkehr: 5 %
- Forst- und Flurbereinigungswege 47%
Streckenanteile nach Bundesländer
- Nordrhein-Westfalen: 239 km (Niedergermanischer Limes)
- Rheinland Pfalz: 116 km (davon Niedergermanischer Limes 18 km Obergermanischer Limes 98 km)
- Hessen: 218 km (Obergermanischer Limes)
- Baden Württemberg: 227 km (davon Obergermanischer Limes 149 km Raetischer Limes 78 km)
- Bayern: 427 km (davon Obergermanischer Limes 63 km Raetischer Limes 155 km Raetischer Donaulimes 209 km)
∑ Gesamtdistanz 1.227 Kilometer
Wer sich für die Römergeschichte interessiert und mal wirklich etwas Außergewöhnliches erleben möchte, der wird mit dem Deutschen Limes-Radweg (DLR) seine wahre Freude haben und nichtsdestoweniger über das beeindruckende Vermächtnis, das uns die Römer hinterließen, mehr als erstaunt sein. Der Themenradweg verläuft 1.227 km entlang der ehemaligen römischen Reichsgrenze, dessen Grenzwälle, Befestigungsanlagen sowie natürliche Grenzbarrieren (Rhein, Main, Donau) das Römische Imperium vom sog. Land der „wilden“ Germanen abriegelte. Egal welche Etappe auch immer befahren wird, ob Niedergermanischer Limes, Obergermanisch-Raetischer Limes oder Raetischer Donaulimes - allesamt UNESCO Weltkulturerbe - gefühlt schwingt die bewegende Römergeschichte immer und überall mit. Schlußendlich ein kulturhistorisches Abenteuer, dessen faszinierender Zauber von Etappe zu Etappe steigt.
Der Deutsche Limes-Radweg ist mit Zeugnissen der römischen Geschichte buchstäblich gepflastert. Entlang des Limes haben die Römer im Westerwald, Hochtaunus, Rheingau-Taunus, Wetterau, Maintal, Odenwald, Schwäbische Alb sowie in Franken - genauer gesagt in der Urlaubsregion Spessart-Mainland, im Fränkischen Weinland, im Romantischen Franken, im Fränkischen Seenland und im Naturpark Altmühltal sowie in Niederbayern und der Oberpfalz im Bayerischen Jura und dem Bayerischen Golf und Thermenland zahlreiche Spuren hinterlassen. Ausgrabungsstätten, Kastelle, Thermenanlagen, rekonstruierte Wachttürme bis hin zu bemerkenswerten Funden, die in örtlichen (Römer-) Museen ausgestellt sind, machen die Etappentour zurück in die Zeit der späten Antike zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Für "Limesradler" ist es wahrlich eine spannende Zeitreise in eine fast 1.900- jährige Vergangenheit, als die römischen Imperatoren Trajan und Hadrian über tausende von Kilometer den Limes buchstäblich aus dem Boden stampfen ließen, und dem Römischen Reich zur größten Ausdehnung über drei Kontinente hinweg verhalfen.
LIMES ist der Oberbegriff für römische Befestigungsanlagen zur Sicherung der Nordgrenze gegen germanische Stämme, dessen Wehrbauten bis heute von der unvorstellbaren Macht und Einfluss des alten Römischen Reichs zeugen. Der sogenannte Limes, was soviel wie „Grenzweg“, "Grenzwall" oder „Schneise“ bedeutet, erstreckte sich von West- nach Osteuropa, über Vorderasien und Nordafrika. Über weite Strecken markierten Mauern und Wachttürme oder natürliche Barrieren wie Gebirge oder Flüsse den Grenzverlauf.
Streckengrafik
Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Foto: rekonstruierter Limes-Wachtturm (Turmstelle WP 14/48) nahe Burgsalach mit Palisadenzaun
Der Raetische Donaulimes wurde am 27. Juli 2021 - zeitgleich mit dem Niedergermanischen Limes - zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Dem Obergermanisch-Raetischen Limes wurde die renommierte UNESCO-Auszeichnung bereits im Juli 2005 zugesprochen, womit die prädikatisierten Limesabschnitte weltweit auf derselben Stufe mit etwa 900 anderen bedeutenden Stätten der Menschheit stehen. Das westliche Segment des Donaulimes - Teil des UNESCO-Welterbe „Grenzen des römischen Reiches“ - umfasst mit Deutschland, Österreich und die Slowakei 600 Kilometer. Die Nominierung für den östlichen Teil durch Ungarn, Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien wird von diesen Donauanrainerstaaten in Eigenregie vorbereitet.
Beschilderung
Für den Niedergermanischen Limes besteht aktuell noch keine einheitliche Beschilderung! Da der Deutsche Limes-Radweg über die gesamte Distanz auf dem Rheinradweg verläuft, orientiert man sich an dessen Wegweisung.
Der Deutsche Limes-Radweg startet an der deutsch-niederländischen Grenze im Grenzort Millingen a.Rhein (NL) und folgt der UNESCO-Welterbestätte Niedergermanischer Limes flussaufwärts dem Rheinradweg EuroVelo 15. Die Route verläuft durch Nordrhein-Westfalen (Hauptanteil) und Rheinland-Pfalz bis nach Bad Hönningen / Rheinbrohl (257 km), wo sich der Obergermanischen Limes fortsetzt.
Das Logo mit dem stilisierten Wachtturm ist die offizielle Markierung des Deutschen Limes-Radweg. Der Obergermanisch-Raetische Limes ist durchgängig mit (rot-) braunen Hinweisschildern und einheitlichem Logo (Buchstaben „D“ und „L“ im umfassten Limesturm) in beiden Fahrtrichtungen gekennzeichnet.
Entlang des Donaulimes dient analog zur bestehenden DLR-Wegweisung das Signet des Donau-Radwegs ebenfalls der Orientierung.

Großformatige Radwegschilder bzw. Einschubplaketten an Hauptwegweisern kennzeichnen den Routenverlauf. Dennoch ist es ratsam, zusätzlich eine App oder GPS-Navigation zu verwenden. Sollte die GPS-Trackanzeige wider Erwarten doch einmal von der Beschilderung abweichen, empfehlen wir der offiziellen Wegweisung zu folgen.
Streckencharakter
Der Streckencharakter des Land- und Fluss-Limes unterscheidet sich erheblich. Während der Limes einen ziemlich geradlinigen Verlauf aufweist, ist der Deutsche Limes-Radweg - speziell entlang der Landlimesabschnitte - über Rad- Forst- Flurbereinigungs- Schotterwege und Nebenstraßen mit ständigen Richtungswechseln behaftet (Zickzackkurs). Verglichen mit der Grenzlinie des Obergermanisch-Raetischen Limes, der zwischen dem rheinland-pfälzischen Rheinbohl und dem niederbayerischem Eining eine Länge von 550 Kilometer aufweist, kommt der gewundene Streckenverlauf des DLR hingegen auf 762 Kilometer. Da sich der LIMES aus richtungsändernden Geraden über strategisch bedeutsame Landmarken zusammen setzte, führt der Deutsche Limes-Radweg dementsprechend über Berg und Tal, was in Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg teilweise mit erheblichen Steigungen und einer längeren Streckendistanz verbunden ist (trifft für den 'Nassen Limes' nicht zu).
Im Gegensatz zum kupierten Landlimes sind Flusspassagen entlang des Niedergermanischen Limes (Rhein) sowie des Donaulimes (bis auf vereinzelte Ausnahmen) ausgesprochen flach. Der Raetische Limes in Bayern zwischen Mittelfranken und Niederbayern reiht sich mit seinem welligen Streckenprofil sozusagen in der goldenen Mitte ein (siehe Schwierigkeitsgradangaben am Seitenende).

Bild: Römerfest »Salve Abusina« im Kastell Abusina in Eining an der Donau, Landkreis Kelheim (Niederbayern)
Der DLR setzt sich aus einem Geflecht von Radwegen, verkehrsberuhigten Nebenstraßen, Flurbereinigungswegen sowie naturnahen Wald- und Schotterwegen zusammen. Die Fahrbahnoberfläche besteht abwechselnd aus asphaltierten, geschotterten, gepflasterten, erdigen oder wassergebundenen Untergrund, deren Bodenbeschaffenheit sich im Allgemeinen recht gut befahren lässt. Trotz enormer Gesamdistanz wird das Streckenprofil ausschließlich von zwei Grundsatzmerkmalen dominiert. Einerseits vom "Nassen Limes" (Rhein, Main und Donau), andererseits vom kupierten Geländerelief des Landlimes. Gleichwohl bestand entlang der Strecke ursprünglich eine kontinuierlich verlaufende Grenzmarkierung, die als künstliche Trennlinie vielfach keine Rücksicht auf (topographische) Naturgegebenheiten nahm. Vorzugsweise verlief der "Trockene Limes" über Höhenrücken (Wachttürme wurden meist in Sichtweite zueinander errichtet), was unweigerlich mit Steigungen einherging, die Radfahrern heutzutage den Schweiß auf die Stirn treibt. Im Taunus, Odenwald und der Schwäbischen Alb macht sich das kupierte Relief besonders bei muskelbetriebenen Rädern bemerkbar.
Robuste Tourenräder, Trekkingbikes, Mountainbikes, E-Bikes und Gravelbikes mit widerstandsfähiger Pannenschutzbereifung sind für diese Strecke am besten geeignet.
Streckenverlauf
Der Deutsche Limes-Radweg verläuft auf weiter Flur durch stille, verborgene Naturschauplätze und passiert dazu reihenweise Zeugnisse der römischen Zeitgeschichte. Dabei werden auch historische Städte und malerische Ortschaften durchquert. Unabhängig vom spannungsgeladenen Geschichtsbezug trumpft der DLR auch in landschaftlicher Hinsicht mit einer Naturkulisse auf, die eins ums andere Mal ins Staunen versetzt. Vieles von dem was man zu sehen bekommt wie beispielsweise versteckte Rastplätze, entlegene Wald- und Schleichwege, idyllische Kleinode und beeindruckende Aussichtspunkte - würde man ohne Limesbefahrung - schon allein wegen der beschwerlichen Zugänglichkeit im abgeschiedenen Gelände - wohl kaum jemals zu Gesicht bekommen. Gerade weil die abgelegene und verwinkelte Strecke mitunter durch geheimnisvoll entrückte Gegenden in unberührter Natur verläuft, versprüht die Tour ihren außergewöhnlichen Reiz. Angefangen vom Naturpark Rhein-Westerwald durch das Lahntal, den Taunus, die Wetterau, das Maintal, den Odenwald, den Schwäbisch-Fränkischen Wald, die Schwäbische Alb, das »Romantische Franken«, »Fränkisches Seenland« und »Naturpark Altmühltal« bis hin zur Donau mit seinen ostbayerischen Feriengebieten entlang des Donaulimes - nur um einige herausragende Regionen aufzuzählen.
Die weltkulturerbe-prämierten Abschnitte entlang des Niedergermanischen Limes, dem Obergermanisch-Raetischen Limes und dem Donaulimes bieten ein schier unvorstellbares Erlebnispotential, deren Trassenband immer wieder die römische Hochkultur aufblitzen lässt.
Mit einer Streckenlänge von 1.227 Kilometer ist der Deutsche Limes-Radweg die längste Fernradroute Deutschlands. Naheliegend sich den Themenradweg nach altbekannter Jakobswegmanier etappenmäßig einzuteilen. Egal ob eine beliebige Tagesetappe (heimatnah) herauspickt wird oder mehrere Etappen aneinander gehängt werden, das Vermächtnis der Römer schwingt überall mit. Dass die Befahrung des Limes wachsende Begeisterung auslöst und manch einer sich zum eingefleischten Fan der Römergeschichte entwickelt, darf als Normalfall angesehen werden (Autor spricht aus Erfahrung).
Etappenplanung
Angesichts der vielfältigen römischen Relikte empfiehlt es sich genügend Zeit einzuplanen, um sehenswerte Zeugnisse bzw. rekonstruierte Nachbauten angemessen würdigen zu können. Der DLR führt entlang der Außengrenzen der römischen Provinzen Niedergermanien (»Germania inferior«), Obergermanien (»Germania superior«) und Raetien (»Raetia«) zu spektakulären Fundplätzen und Ausgrabungsstätten, die eine beeindruckende Kulturgeschichte widerspiegeln. Im folgenden als grobe Richtschnur eine Etappenübersicht:
- Niedergermanischer Limes in Nordrhein-Westfalen/Rheinland Pfalz (259 km; flach): 3-4 Etappentage (Ø Tagespensum 86 km / 64 km)
- Obergermanischer Limes in Rheinland Pfalz (98 km; bergig): 2 Etappentage (Ø Tagespensum 49 km)
- Obergermanischer Limes in Hessen/Bayern (281 km; bergig+flach): 4 Etappentage (Ø Tagespensum 70 km)
- Obergermanisch-Raetischer Limes in Baden Württemberg (227 km; bergig): 3-4 Etappentage (Ø Tagespensum 76 km / 57 km)
- Raetischer Limes in Bayern (154 km; hügelig): 2-3 Etappentage (Ø Tagespensum 78 km / 52 km)
- Raetischer Donaulimes in Bayern (209 km; flach): 3 Etappentage (Ø Tagespensum 70 km)
Für die Befahrung der Gesamtstrecke des DLR nimmt nach dieser Auflistung einen Zeitraum von 17 - 20 Etappentage in Anspruch.

Je nach Streckeprofil, körperlicher Fitness und Interesse an der Römergeschichte ergibt sich eine "rechnerische" Tagesreichweite. Gerade weil es in Deutschland keinen anderen Themenradweg gibt, der wie an einer Perlenkette aufgereiht soviel dichtgedrängte Attraktionen und Sehenwürdigkeiten bietet, sollten Limesradler das Motto „Auf den Spuren der Römer radeln“ beherzigen und wissbegiertig in die Zeit der Antike eintauchen, anstatt "blindlings" von Ort zu Ort zu eilen. Um unterwegs stets im Bilde zu sein wo sich archäologische Denkmäler befinden ist es hilfreich, sich die Standorte (POI's) in chronologischer Reihenfolge zu notieren (filterbar via interaktive Kartengraphik des Vereins Deutsche Limes-Straße). Die Besichtigung von Kastellen, Badeanlagen und rekonstruierten Wachttürme mitsamt ihrer Grenzbefestigungen (Wallanlagen, Gräben, Mauern und Palisaden) sowie das Sammelsurium an Informationsschautafeln bedarf einer ausgeklügelten Zeiteinteilung. Zudem vermitteln Römermuseen mit ihren zahllosen archäologischen Fundstücken wertvolles Fachwissen. In Anbetracht dessen sollte das Tagespensum (Etappenlänge) zweckmäßig angepasst werden.
Größere Ortschaften oder Tourismusorte verfügen i.d.R. eine adäquate Auswahl an Hotels, Gasthöfen und Pensionen. Während Individualreisende (1-2 Pers.) Unterkünfte i.d.R. durchaus kurzfristiger buchen können, tun dies Gruppenreisende vor allem in der Hauptsaison (Juli/August) möglichst frühzeitig.

Die Graphik zeigt den Grenzverlauf des Obergermaischen-Raetischen Limes einschließlich Donaulimes, der die römischen Provinzen »Germania Superior« und »Raetien« vom »Barbaricum« - wie das außerrömische Territorium genannt wurde - abgrenzte. Der Bereich umfasste etwa 120 Kastelle/Kleinastelle im nahegelegenen Hinterland, verbunden mit ca. 900 Wachttürmen die vor Übergriffen oder unerlaubten Grenzübertritten schützten. Augusta Vindelicum (heutiges Augsburg) war Hauptstadt der Provinz Raetien, während Castra Regina („Lager am Regen“; heutiges Regensburg) mit dem Hauptquartier der Legio III Italica der einzigste Legionsstandort war. Am Obergermanisch-Raetischen Limes (Provinz Obergermanien) gab es in Mainz (Mogontiacum) und Straßburg (Argentoratum) zwei weitere Legionslager.
LIMES ist der Oberbegriff für römische Befestigungsanlagen zur Sicherung der Nordgrenze gegen germanische Stämme, dessen Wehrbauten bis heute von der unvorstellbaren Macht und Einfluss des alten Römischen Reichs zeugen. Der sogenannte Limes, was soviel wie „Grenzweg“, "Grenzwall" oder „Schneise“ bedeutet, erstreckte sich von West- nach Osteuropa, über Vorderasien und Nordafrika. Über weite Strecken markierten Mauern und Wachttürme oder natürliche Barrieren wie Gebirge oder Flüsse den Grenzverlauf.

Über die Herrschaftsdauer des Römischen Reiches (lat. Imperium Romanum) kursieren widersprüchliche Angaben, da die Zeitabgrenzung definitionsabhängig ist. Wird das Jahr 753 v.Chr. als Gründungszeit Roms und das Jahr 1453 n.Chr. (Fall von Byzanz, Beginn des Mittelalters) als Ende des Imperiums zu Betracht gezogen, ergibt sich eine Zeitspanne von 2.206 Jahren. Wird dagegen die Teilung des Römischen Reichs im Jahre 395 n.Chr. als Untergang begriffen sind es 1.148 Jahre.
Informationsmaterial
Flyer „Deutscher Limes-Radweg"
Publikation des Landesamtes für Denkmalpflege „UNESCO-Welterbe Grenzen des Römischen Reiches (Obergermanisch-Raetischer Limes in Baden Württemberg)
Deutsche Limesstraße von Bad Hönningen/Rheinbrohl am Rhein bis Passau an der Donau (Externlink)

Maßstab: 1:60.000
Umfang: 328 Seiten
Auflage: 1. Auflage, 2021
ISBN: 978-3-85000-823-5
LIMES ist der Oberbegriff für römische Befestigungsanlagen zur Sicherung der Nordgrenze gegen germanische Stämme, dessen Wehrbauten bis heute von der unvorstellbaren Macht und Einfluss des alten Römischen Reichs zeugen. Der sogenannte Limes, was soviel wie „Grenzweg“, "Grenzwall" oder „Schneise“ bedeutet, erstreckte sich von West- nach Osteuropa, über Vorderasien und Nordafrika. Über weite Strecken markierten Mauern und Wachttürme oder natürliche Barrieren wie Gebirge oder Flüsse den Grenzverlauf.
Die Limesabschnitte der römischen Provinzen Raetia (Rätien) und Germania superior (Obergermanien) stellten in der Geschichte erstmals räumlich klar definierte und optisch eindeutig erkennbare Außengrenzen des römischen Herrschaftsbereichs dar. Mit Ausnahme zwischen Großkrotzenburg (Hessen) und Miltenberg (Unterfranken) entlang der 60 Kilometer langen Flussgrenze des Main ist der Obergermanisch-Raetische Limes die längste Landgrenze im europäischen Limes. Ansonsten wurden über weite Strecken hinweg natürliche Flussgrenzen wie der Rhein (Niedergermanischer Limes) und die Donau (Raetischer Donaulimes) für den Grenzverlauf genutzt.
Die geographische Schnittstelle des obergermanischen und des raetischen Limes befindet sich in der liebenswerten Kleinstadt Lorch im Herzen des Stauferlandes, rund 10 km westlich von Schwäbisch Gmünd (Baden Württemberg). Nordöstlich des Klosters Lorch (ehemalige Benediktinerabtei) verlief einst die Nordgrenze der römischen Provinzen Germania und Raetia, weshalb dort ein rekonstruierter Limes-Wachturm daran erinnert. Zugleich bildete der von Norden kommende Limes das sogenannte Limesknie, da von hier ab der Grenzwall nach Eining an der Donau bzw. der Donaulimes nach Passau und weiter bis ans Schwarze Meer in süöstlicher Richtung verläuft.
Anstatt kriegerisch ins Barbaricum einzufallen, baute das römische Heer den Limes zwischen dem Ende des 1. und Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. als Korridor durch das uneroberte Gebiet zwischen Rhein und Donau. Streckenweise durchschnitt dieser Korridor unwegsames Gelände und dichte Wälder über Berg und Tal. Zunächst wurde nur ein unscheinbarer Weg angelegt, der später von errichteten Holz-Wachttürmen flankiert war, von denen die Soldaten eine Sichtverbindung zueinander hatten.
Entlang des Weges verlief zusätzlich eine Palisade aus etwa 3 Meter hohen, nach oben zugespitzten Holzpfählen sowie einem (Erd-) Wall und einem Graben. Von mindestens 900 Wachttürmen aus - die bis zu drei Etagen gehabt haben und etwa 10 Meter hoch gewesen sein sollen - unternahmen die Soldaten regelmäßig ihre Patrouillengänge. Im Laufe der Zeit wurden noch Mauern und steinerne Wachttürme gebaut. So entwickelte sich aus einem ursprünglichen Weg durch unerobertes Land eine künstlich erschaffene Grenzlinie, die die römischen Provinzen Obergermanien und Rätien gegenüber dem Barbaricum abgrenzte und sich über Deutschland, die Niederlande bis Britannien fortsetzte (Hadrianswall / Antoniuswall).Im Hinterland des Limes entstanden Kastelle zur Unterbringung für die Truppen. Bis zum dritten Jahrhundert hatte der (Land-) Limes in Deutschland eine Länge von etwa 500 Kilometer, zu über 60 Kastelle und eine ganze Anzahl von Kleinkastelle gehörten.
Mit einer Gesamtlänge von 550 Kilometern ist der römische Grenzwall - gesäumt von rund 100 Kastellen, Feldwachen und 900 Wachtürmen - das größte Bodendenkmal Deutschlands, welches im zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus das Römische Reich von Germanien trennte. Auf bayerischem Gebiet verlief der Wall von Aschaffenburg in Unterfranken (ausgenommen des 164 km langen Abschnitts in Baden Württemberg) bis zur Donau.
![]() |
| © TI Gunzenhausen |
Das Römische Reich hinterließ beeindruckende Spuren und Zeugnisse, die manchmal beeindruckend zum Vorschein kommen oder von rekonstruierten Nachbauten ersatzweise dargestellt sind. So gehören beispielsweise Legionslager, Auxiliarkastelle, Kleinkastelle, Wachttürme, Brückenköpfe, Marschlager wie auch zivile Siedlungen zum UNESCO-Welterbe. Das Gute dabei ist: Ausgrabungsstätten, Römerparks, Römermuseen, Limes-Informationszentren, Ausstellungen, Rekonstruktionsbauwerke, klassische Infotafeln und nicht zuletzt die äußerst beliebten Römerfeste mit Gladiatorenkämpfen bieten eine unglaublich reichhaltige Wissensvermittlung über die römischen Lebensgewohnheiten und Artefakte der Kultur.
Limes - Durchlässiger Schutzwall anstatt unüberwindbares Bollwerk
In der archäologischen Forschung wird der Limes nicht mehr als unüberwindbares Sperrwerk (Staatsgrenze) betrachtet, sondern eher als Grenzmarkierung begriffen, an der die Provinzterritorien und mit ihr die römischen Kultur- und Wertvorstellungen endeten. Abgesehen vom kontrollierten Personen- und Warenverkehr ist dabei interessant, dass sich der Geltungsbereich der römischen Ordnung sogar über die Grenze hinweg weit ins Hinterland der Germanen verschob. Militärisch betrachtet konnte der Limes als Grenzbarriere sowieso nur einzelne Personen oder kleinere Gruppen aufhalten. Gegen größere feindliche Übergriffe war der Limes schlicht und ergreifend nicht konzipiert. Zugleich versiegte mit dem Bau des Limes mit seinen künstlich erschaffenen Grenzanlagen und der natürlichen Flussgrenzen das römische Expansionsbestreben, d.h. die Römer beschränkten sich nun auf die Sicherung des eroberten Territoriums.
Die althergebrachte Vorstellung vom Limes als Bollwerk gegen Barbaren mag landläufig immer noch weit verbreitet sein, doch aus archäologischer Sicht gilt diese Annahme mittlerweile als widerlegt. Neuesten Forschungserkenntnissen zufolge fungierte der Limes nicht als undurchdringliche Grenzlinie, d.h. der territoriale Grenzverlauf entlang natürlicher Barrieren wie dem Rhein, Main und der Donau einschließlich gebauter Befestigungsanlagen (Landlimes) war kein hermetisch abgesichertes Bollwerk. Der Limes diente lediglich der Abgrenzung zwischen der zivilisierten, römischen Welt und den Gebieten außerhalb ihres Einflussbereiches. Anstatt einer unüberwindbaren Mauer war der Limes wie eine Membran in beiden Richtungen eine relativ durchlässige Grenze, deren zivile Übergangsstellen einem überwachten Personen- und Warenverkehr galt. Somit war der Grenzverlauf keine Demarkationslinie der die Gebiete strikt voneinander trennte, sondern diente vielmehr römischen Wirtschaftsinteressen, um den Wohlstand in den besetzten Gebieten abzusichern. Sozusagen eine überwachte Wirtschaftsgrenze, die einen friedlichen Grenzverkehr samt Zoll- und Steuereinnahmen erlaubte. Der "Schutzwall" diente dieseits der Grenze reinen imperialen Machtinteressen zur Festigung des Einflussbereichs, hatte aber auch jenseits der Grenze Auswirkungen auf die dort lebende Bevölkerung (Barbaren). So entstanden um die Kastelle herum Zivilsiedlungen (Vici), in denen Handwerk, Gewerbe und Warenhandel aufblühten. Deshalb waren Limeskastelle bzw. Legionenstandorte keine Festungen, sondern genau genommen lediglich befestigte Kasernen. Manche Städte wie z.B. Augsburg (Augusta Vindelicorum), Kempten (Cambodunum), Regensburg (Castra Regina) und Passau (Batavis) lassen sich auf solche zivile Ansiedlungen zurückführen was einmal mehr zeigt, welch ungeheuren Einfluss das einstige Römische Reich bis in die Gegenwart noch besitzt.
Zitat Wolfgang Moschek (Buchautor "Der Limes" - Grenze des Imperium Romanum): "Der Limes war alles andere als ein Eiserner Vorhang, sondern eher eine Membran, an der eine Art osmotischer Austausch von Menschen, Waren aller Art und Ideen von hüben nach drüben zum normalen Alltag gehörte." Versuche, jenseits des Limes römische Legionäre anzusiedeln bzw. im reichsfremden Gebiet Auxiliarsoldaten anzuwerben, deuten ebenso auf eine Romanisierung der Bevölkerung jenseits des Limes hin.

"Ubi bene, ibi patria" ist ein lateinischer Ausdruck, der übersetzt soviel wie "Wo es mir gut geht, da ist mein Vaterland" bedeutet und besagt, dass die Heimat dort ist, wo man sich wohl und glücklich fühlt und nicht notwendigerweise an einen Geburtsort gebunden ist.
Der römischen Besatzungsmacht war langfristig eher an einer Versöhnung denn Feindschaft gelegen, was durch Verträge, finanzielle Zuwendungen, Gewährung des römischen Bürgerrechts sowie Warenaustausch und Dienstleistungen untermauert wird. So sollten engere kulturelle Bande zwischen Römern und Indigenen (Erstbewohner) geknüpft werden. Untertanen sollten nicht in Römer "umerzogen" werden, sondern nur dazu gebracht werden, sich mit den Vorteilen der römischen Zivilisation zu identifizieren. Die römischen Eroberer verfolgten nicht das Ziel, ihre eigene Lebensart einer fremden Kultur aufzuzwingen. Der Schlüssel des Erfolgs lag also nicht in einer gewaltsamen Unterdrückung des anfänglichen Widerstands gegen die Okkupation, sondern die schrittweise, freiwillige Assimilation der Bevölkerung in das römische Gesellschaftssystem.
Das Römische Imperium setzte zugunsten machtpolitischer Ziele auf vorteilhafte Zweckbündnisse mit reichsfremden Stämmen bzw. der germanischen Landbevölkerung, was Unruhen oder Aufständen vorbeugend entgegen wirkte. Dies minderte nicht nur das Widerstandspotential der Reichsfremden, sondern erhöhte auch die militärische Durchschlagskraft sowie die zivile Präsenz der Römer. Eine Taktik, die dem expansiven Großmachtbetreben in die Hände spielte. Friedvolles Miteinander im Zivilleben, reger Handel bis hin zum Einbürgerungsrecht als Römischer Bürger waren Mittel zum Zweck, die das Herrschaftsstreben über Jahrhunderte absicherte.
Tacitus - einer der berühmtesten Geschichtsschreiber der damaligen Zeit - beschreibt die Germanen zwar mit der damals üblichen herrschenden Überheblichkeit des kultivierten Römers, lobt sie aber gleichwohl für ihre Einfachheit, Ehrlichkeit, sittliche Lebensweise, Tapferkeit und Wertschätzung gegenüber der Familie. Allerdings unterstellt er ihnen aber auch exzensiven Alkoholkonsum und Faulheit, verurteilt ihr einfaches Essen und zeichnet das Bild eines nachlässig gekleideten, wilden Volkes. Die Region der germanischen Volksstämme wurde deshalb auch als "Babaricum" bezeichnet, weil sie diese für sozial und intellektuell für rückständige "Barbaren" hielten, wenngleich der berühmte Geschichtsschreiber seine Verachtung für die dekadente römische Lebensweise nicht verhehlte.
Germanen - die zumeist Bauern waren und kein Geld kannten - wollten durchaus am Wohlstand der Römer teilhaben, weswegen an einer Zerstörung dieser Kultur kein Interesse bestand. Zudem steht fest, dass es die Germanen als einheitliches Volk nie gegeben hat. Es scheint wohl eher so gewesen sein, dass sich viele Stämme untereinander bekämpften, anstatt sich zu einer schlagkräftigen Einheit zusammenzuschließen und ihre territorialen Machtansprüche gegenüber den Römern (kriegerisch) durchzusetzen.
Germanien steht als Oberbegriff für die Stämme im Gebiet zwischen Rhein, Donau und Weichsel, die vor 2000 Jahren weder einen gemeinsamen Staat noch eine gemeinsame Identität bildeten, Bezeichnenderweise taucht der Begriff “Germanen” erstmals um 90 v. Chr. in einer römischen Geschichtsschreibung auf, der auf den römischen Feldherren Gaius Julius Caesar (* 13. Juli 100 v. Chr. in Rom; † 15. März 44 v. Chr.) zurückzuführen ist.
Als die Römer ihr Reich bis an den Rhein und die Donau ausdehnten, kamen Kelten bzw. Germanen - mit bis dahin - völlig unbekannten Neuerungen wie Straßenbau, mediterrane Küche, Geldwesen, Schrift, Kalender und die architektonische Verwendung von Stein in Architektur und vieles andere mehr erstmals in Kontakt. Andererseits kannten die Römer nur sehr wenig über die "wilden" Germanen und bezeichneten sie als "Barbaren" was darauf abzielte, dass sie weder eine griechische noch römische Kultur besaßen.
Kurioserweise nannten sich die Germanen selbst niemals so, da sie weder ein einheitliches Volk waren, noch eine gemeinsame Identität geschweige einen gemeinsamen Staat (Hohheitsgebiet) besaßen. Vielmehr bestand „Germanien“ aus zahlreichen Stämmen, die oft untereinander verfeindet waren. Zu diesen Stämmen gehörten unter anderem die Westgoten, Alemannen, Sachsen, Angeln, Bajuwaren und Franken – insgesamt waren es etwa 70 Stämme. Ihre Gesellschaftsstrukturen waren einfach, und sie lebten vorwiegend von der Landwirtschaft und dem Vieh. Aus heutiger Sicht schon erstaunlich, dass der Begriff "Germanen" auf einer römerischen Schöpfung beruht.
Rekonstruierte Nachbauten
Rekonstruierte Nachbauten repräsentieren wegen vager Forschungskenntnisse (aus der Römerzeit existieren nur archäologische Fragmente oder bruchstückhafte Mauerfundamente) keine wirklichkeitssgetreuen Nachbildungen. Zuweilen mag es manchmal eher idealtypischen Vorstellungen denn der Originalität entsprechen. Doch letztlich ist es belanglos, weil Nachbauten mehr den Zweck einer Besucherattraktion als wissenschaftliche Ansprüche genügen sollen. Rekonstruierte Nachbauten wie beispielsweise Palisaden, Gräben, Kastelle, Lagereinrichtungen, Wachttürme usw. vermitteln zumindest eine Vorstellung davon, wie Grenzsicherungsanlagen - aber auch die Lebensgewohnheiten der Römer - ausgesehen haben könnten. Schlussendlich liefern rekonstruierte Nachbildungenam Wegesrand grundsätzlich einen Anlass inne zu halten, um sich mit der Geschichte der Römer näher zu befassen.

Foto: Römerpark Ruffenhofen (Landkreis Ansbach)
Das überdimensionale Schaubild vermittelt einen authentischen Eindruck ins ländliche Zivilleben sesshaft gewordener Römer in der Provinz Ratien. In Zivilsiedlungen (vicus) lebten in den nördlichen Provinzen des Römischen Reichs Verwandte, Familien von stationierten Soldaten, Handwerker, Händler und sonstige "Dienstleister".

Foto: Römerpark Ruffenhofen (Landkreis Ansbach)
Abbildungen/Graphiken/Skulpturen ect. veranschaulichen den fürs bloße Auge heute nicht mehr sichtbaren Limes, wobei die Geschichte der Nachbauten antiker Gebäude zugegebenermaßen eine Geschichte des im Nebel Stocherns ist. Für die interessierte Öffentlichkeit sind die Nachbauten wichtig, weil sie Geschichte greifbar machen, für Wissenschaftler indes sind sie eher problematisch, weil sie zum großen Teil Spekulation sind. Nachbauversuche geben eher Auskunft über den aktuellen Forschungsstand, als dass sie den tatsächlichen antiken Bauzustand widerspiegeln. Doch Dank neuer Funde und Forschungsmethoden lernt die Archäologie stetig dazu.

Foto: Römerfest "Salve Abusina" in Eining im niederbayerischen Landkreis Kelheim

Foto: beeindruckendes Schauspiel der "Cohors IX Batavorum", das regelmäßig vor dem LIMESEUM Ruffenhofen in der Region Hesselberg aufgeführt wird
Traditionelle Festivitäten in römischen Gewändern, Schaukämpfe, Waffennachbildungen u.v.m. vermitteln Eindrücke ins damalige Leben, Lebensgewohnheiten, Kampftechniken usw. - kurzum in die (Hoch-) Kultur der Römer.
Höhenmetervergleich nach Limesabschnitte
- Niedergermanischer Limes - NRW / RLP: HQ 0.3 (sehr leicht)
- Obergermanischer Limes RLP: HQ 16.8 (schwer)
- Obergermanischer Limes HE / BY: HQ 8.8 (100 km sehr schwer / 181 km sehr leicht)
- Obergermanisch-Raetischer Limes BW: HQ 12.2 (schwer)
- Raetischer Limes BY: HQ 7.7 (leicht bis mittelschwer)
- Donaulimes BY: HQ 1.7 (sehr leicht)
Der Höhenmeterquotient (HQ) gibt an, wieviel Höhenmeter pro Kilometer gleichverteilt anfallen (Durchschnittswert in Relation zur Streckenlänge). Der Quotient erlaubt unabhängig der Distanz und Streckenprofilierung die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Strecken, was bedingte Rückschlüsse auf den Schwierigkeitsgrad erlaubt.
Topographische Ausreißer
Das unhomogene Streckenprofil (Land- und Fluss-Limes) des Obergermanischen Limes (Hessen/Bayern) weist einen diversen Charakter auf, da sowohl im bergigen Taunus nahe des Großen Feldberg (881 m ü.NN.) als auch im tiefen Flachland (Main) geradelt wird. Während im ersten Drittel auf 100 km ca. 2.000 hm zu Buche schlagen (HQ 20.0), weist die 181 km lange Flachpassage - bedingt durch den Mainlimes (50 km) - nur 475 hm (HQ 2.6) auf. Der Abschnitt zwischen Holzhausen an der Haide (Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis) bis kurz vor Butzbach im hessischen Wetteraukreis am nordöstlichen Übergang des Taunus zur Wetterau entpuppt sich als anspruchsvollster Streckenabschnitt (HQ 20.0) des gesamten Deutschen Limes-Radweg! Weitere Zahlen und Fakten: auf einem 10 km langen Anstieg wird bei Schlossborn (KM 51) im hessischen Hochtaunuskreis mit 540 Höhenmeter nicht nur die größte Höhenniveaudifferenz (Ø-Steigung 5%) überwunden, sondern erreicht auf dem Scheitelpunkt zudem den Streckenzenit des DLR (787 m ü.NN.).
Insbesondere die bergigen Landlimesabschnitte erfordern eine gute Kondition (Kraftausdauer), wobei sich die körperliche Belastung für ebiker je nach Akku-Zuschaltung entsprechend relativiert. Die Reichweitenkapazität sollte man immer im Auge behalten!
Der Deutsche Limes-Radweg ist mit einer Streckenlänge von 1.227 km der längste Fernradweg im Bundesgebiet, gefolgt von der »Tour de Brandenburg« (1.111 km), dem Rheinradweg (900 km) und dem Elberadweg (840 km). Die summierte Streckenlänge von Rhein, Main und Donau beträgt 516 km (leichter Streckencharakter), womit sich in Relation zur Gesamtstrecke des Deutschen Limes-Radweg eine Flusswegeanteil von 42% ergibt.
Kontaktdaten
Verein Deutsche Limes-Straße e.V.
St.- Johann-Str. 5
73430 Aalen
Tel. 07361 - 52 828 725
Mail: limesstrasse@aalen.de
Web: Limesstrasse
Deutsche Limeskommission
Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission
Am Römerkastell 1
61350 Bad Homburg v.d.H.
Mail: geschaeftsstelle@deutsche-limeskommission.de
Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (Nordrhein-Westfalen)
Hubertusstraße 9
40219 Düsseldorf
Telefon: 0211 - 8618 - 50
Mail: poststelle@mhkbd.nrw.de
LIMESINFORMATIONSZENTREN
Rheinland Pfalz
RömerWelt am Caput Limitis
Arienheller 1
56598 Rheinbrohl
Mail: info@roemer-welt.de
Web: roemer-welt
Hessen
Limesinformationszentrum auf der Saalburg
Römerkastell Saalburg
Am Römerkastell 1
61350 Bad Homburg
Tel. 06175 - 9374 - 0
Mail: info@saalburgmuseum.de
Web: Saalburgmuseum
Baden Württemberg
Limesinformationszentrum Baden-Württemberg
St.-Johann-Straße 5
73430 Aalen
Tel. 07361 - 9141 - 688
Mail: info@liz-bw.de
Bayern
Bayerisches Limes-Informationszentrum
Martin-Luther-Platz 3
91781 Weißenburg
Tel. 09141 - 907 - 189
Mail: museum@weissenburg.de


