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Welterbe - Grenzen des Römischen Reiches - Niedergermanischer Limes
Deutscher Limes-Radweg - Niedergermanischer Limes
Streckendaten
Ausgangspunkt: Millingen am Rhein (NL) / Emmerich am Rhein (NRW)
Endpunkt: Bad Hönningen / Rheinbrohl (Landkreis Neuwied / Rheinland-Pfalz)
Streckenlänge: 257 km
Höhenmeter: 78 hm (empfohlene Fahrtrichtung)
Der Niedergermanische Limes wurde am 27. Juli 2021 als Bodendenkmal zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Der Niedergermanische Limes grenzte die Provinz »Germania inferior« vom römisch unbesetzten Gebiet »Germania magna« ab. Dieser trennte damals den linksrheinischen Teil des Rheinlands sowie der Niederlande - zugehörig zum Römischen Reich - von den kaum kontrollierten rechtsrheinischen Gebieten, dem sogenannten freien Germanien ab. Das Welterbe „Niedergermanischer Limes“ setzt sich aus 44 Bestandteilen von Rheinland-Pfalz bis ins niederländische Katwijk zusammen, und spiegelt ein wertvolles Zeugnis der mehr als 400 Jahre andauernden römischen Entwicklung im Norden des einstigen Imperiums wider.
Die Startetappe des DLR beginnt an der Landesgrenze Niederlande/Deutschland nahe des niederländischen Grenzorts Millingen a. Rhein (13 m ü.NN.). Die Route verläuft bis südlich von Bad Honnef 239 km durch Nordrhein-Westfalen, bevor die Grenze zu Rheinland-Pfalz überschritten wird.
Streckengrafik
Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.
Mehr als 400 Kilometer erstreckte sich die Grenze zwischen der römischen Provinz Niedergermanien und dem freien Germanien. Entlang dieses Abschnitts reihen sich vom niederländischen Katwijk bis nach Rheinland-Pfalz 44 Fundplätze des UNESCO-Welterbes „Grenzen des Römischen Reiches – Niedergermanischer Limes“ - auf, die die römische Entwicklung von über 400 Jahren des einstigen Imperiums aufzeigen.
Abzüglich des 18 km langen Schlussabschnitts durch Rheinland-Pfalz beläuft sich der nordrhein-westfälische Streckenanteil des Deutschen Limes-Radweg am Niedergermaischen Limes auf 239 Kilometer.
Der Deutsche Limes-Radweg startet an der deutsch-niederländischen Grenze im Grenzort Millingen a.Rhein (NL) und folgt der UNESCO-Welterbestätte Niedergermanischer Limes flussaufwärts dem Rheinradweg EuroVelo 15. Der Niedergermanische Limes bildete entlang des Rhein die natürliche (Fluss-) Grenze der römischen Provinz »Germania inferior«. Die Route verläuft 239 km durch Nordrhein-Westfalen und deckt gemeinsam mit dem 18 km langen Schlussabschnitt nach Bad Hönningen/Rheinbrohl den gesamten Niedergermanischen Limes ab. Nachdem dem Rhein in Rheinbrohl der Rücken zugekehrt wird, setzt sich nahtlos der sog. Landlimes - der Obergermanische Limes (Provinz »Germania superior«) - fort.
Großformatige Radwegschilder bzw. Einschubplaketten an Hauptwegweisern kennzeichnen den Routenverlauf. Dennoch ist es ratsam, zusätzlich eine App oder GPS-Navigation zu verwenden. Sollte die GPS-Trackanzeige wider Erwarten doch einmal von der Beschilderung abweichen, empfehlen wir der offiziellen Wegweisung zu folgen.
Der Niedergermanische Limes grenzte die Provinz »Germania inferior« vom römisch unbesetzten Gebiet »Germania magna« ab. Dieser trennte damals den linksrheinischen Teil des Rheinlands sowie der Niederlande - zugehörig zum Römischen Reich - von den kaum kontrollierten rechtsrheinischen Gebieten, dem sogenannten freien Germanien.
Streckencharakteristik
Beginnend vom niederländischen Startort Millingen a. Rhein (13 m ü.NN.) - direkt an der deutschen Landesgrenze gelegen - ist der gesamte Streckenabschnitt nach Bad Hönningen/Rheinbrohl (58 m ü.NN.) bis auf einen Minihügel kurz vor dem Etappenziel (26 hm) auf einer Länge von 257 km steigungsfrei. Der Höhenunterschied zwischen Start- und Ziel beträgt gerade mal 45 Höhenmeter. Die natürliche Flussgrenze des Niedergermanischen Limes beschert Radfahrern die längste durchgängige Flachetappe (gefolgt vom Donaulimes) des gesamten Deutschen Limes-Radwegs.

Je nach Streckeprofil, körperlicher Fitness und Interesse an der Römergeschichte ergibt sich eine "rechnerische" Tagesreichweite. Gerade weil es in Deutschland keinen anderen Themenradweg gibt, der wie an einer Perlenkette aufgereiht soviel dichtgedrängte Attraktionen und Sehenwürdigkeiten bietet, sollten Limesradler das Motto „Auf den Spuren der Römer radeln“ beherzigen und wissbegiertig in die Zeit der Antike eintauchen, anstatt "blindlings" von Ort zu Ort zu eilen. Um unterwegs stets im Bilde zu sein wo sich archäologische Denkmäler befinden ist es hilfreich, sich die Standorte (POI's) in chronologischer Reihenfolge zu notieren (filterbar via interaktive Kartengraphik des Vereins Deutsche Limes-Straße). Die Besichtigung von Kastellen, Badeanlagen und rekonstruierten Wachttürme mitsamt ihrer Grenzbefestigungen (Wallanlagen, Gräben, Mauern und Palisaden) sowie das Sammelsurium an Informationsschautafeln bedarf einer ausgeklügelten Zeiteinteilung. Zudem vermitteln Römermuseen mit ihren zahllosen archäologischen Fundstücken wertvolles Fachwissen. In Anbetracht dessen sollte das Tagespensum (Etappenlänge) zweckmäßig angepasst werden.
Etappenplanung
Angesichts der vielfältigen römischen Relikte empfiehlt es sich genügend Zeit einzuplanen. Die Tour führt entlang der Außengrenze der römischen Provinz Niedergermanien (»Germania inferior«) zu spektakulären Fundplätzen und Ausgrabungsstätten, die eine beeindruckende Kulturgeschichte widerspiegeln.
Für den flachen Niedergermanischen Limes ist eine drei- bis viertägige Etappentour (Ø Tagespensum 86 km oder 64 km) ratsam, um sehenswerte Zeugnisse und rekonstruierte Nachbauten angemessen würdigen zu können.
Größere Ortschaften oder Tourismusorte verfügen i.d.R. eine adäquate Auswahl an Hotels, Gasthöfen und Pensionen. Während Individualreisende (1-2 Pers.) Unterkünfte i.d.R. durchaus kurzfristiger buchen können, tun dies Gruppenreisende vor allem in der Hauptsaison (Juli/August) besser frühzeitig.
Wichtige touristische Zentren bzw. archäologische Stätten befinden sich am Niedergermanischen Limes in Xanten, Neuss, Bonn und Köln sowie am Etappenziel bei Bad Hönningen/Rheinbrohl.
Historie
Am nordwestlichen Rand des Römischen Reiches bildete der Rhein von der Nordseeküste bei Katwijk aan Zee (NL) bis zur Einmündung des Vinxtbachs bei Bad Hönningen-Rheinbrohl (D) den „Nassen Limes“. Der rund 400 km lange Niedergermanische Limes - war Roms früheste Außengrenze, die die Provinz Germania Superior rund 450 Jahre vom unbesetzten Germania Magna trennte. Sein fast fünfhundertjähriger Bestand spiegelt sich in der Vielzahl archäologischer Fundplätze wie beispielsweise Militärlager und zugehörigen Zivilsiedlungen der römischen Kaiserzeit wider.
Die Römer bauten hier erstmals eine befestigte städtische Siedlung. Es entstanden im heutigen Altstadtkern das Kastell Confluentes zur Sicherung der Römischen Rheintalstraße (Mainz–Köln–Xanten) und in Niederberg das Kastell Niederberg zur Sicherung des Limes sowie erster Brücken über Rhein und Mosel. Koblenz gehört somit zu den ältesten Städten Deutschlands.
Die Rheinlinie des Niedergermanischen Limes war mit aneinandergereihten Kastellen für Auxiliartruppen bis zum Mündungsbereich des Oude Rijns bei Katwijk (NL) in die Nordsee gesichert. Noch heute sind Relikte des Limes zu sehen, wobei manche Teile rekonstruiert wurden. Diverse Inschriften und Skulpturen, Waffen, Keramik sowie weitere Gebrauchsgegenstände, die von den in der Grenzzone lebenden Soldaten und Zivilisten hergestellt und benutzt wurden, sind heute in etlichen Museen ausgestellt. Die Römer nutzten den Fluss als natürliches Annäherungshindernis, weswegen - im Gegensatz zu anderen Limesabschnitten - am „nassen Limes“ keine linearen Grenzbefestigungen erforderlich waren.
Zur Sicherung der Grenze lag ein großer Teil des römischen Heeres am Niedergermanischen Limes. Zum Heeresteil, dem "exercitus Germaniae inferioris" gehörte auch die Rheinflotte, die classis Germanica. Entlang des Rheins säumten Militärlager, Kastelle sowie Wachttürme das linke Rheinufer. Dabei stellte die sogenannte Limesstraße die Verbindung her, deren Verlauf mit dem der heutigen Bundesstraße 9 weitestgehend identisch ist. Sowohl für das Militär als auch für den zivilen Verkehr war die Verkehrsader entlang des Grenzverlaufs gleichermaßen von Bedeutung.
Der von der niederländischen Nordseeküste kommende Niedergermanische Limes endet an dieser Stelle. Auf dem rechten Rheinufer bei Rheinbrohl beginnt der Obergermanisch-Raetische Limes. Insgesamt erstreckte sich die Grenze zwischen der römischen Provinz Niedergermanien und dem freien Germanien als "Nasse Grenze" von der Nordsee (inkl. holländischer Streckenanteil) 400 Kilometer. Der Limes bildete in römischer Zeit die Grenze zwischen den römischen Provinzen und dem freien Germanien. In Rheinland-Pfalz treffen zwei dieser Grenzen aufeinander. Ein rund 20 Kilometer langer Abschnitt des Niedergermanischen Limes liegt heute in Rheinland-Pfalz. Sein südliches Ende markiert das auf dem Stadtgebiet von Remagen liegende Kastell Rigomagus mit Zivilsiedlung und Gräberfeldern, das von 5 v. Chr. bis ca. 450 n. Chr. bestand. Südlich davon - genauer gesagt im Vinxtbachtal bei Bad Breisig - verlief die Grenze zwischen den beiden römischen Provinzen Nieder- und Obergermanien. Am gegenüberliegenden Ufer, etwas weiter rheinaufwärts, begann der Obergermanisch-Raetische Limes, dem das Kleinkastell Rheinbrohl bereits zuzurechnen ist.
An beiden Strecken bauten die Römer zahlreiche Militäranlagen unterschiedlicher Größe. Während der Obergermanisch-Raetische Limes sich durch eine Befestigung aus einem System aus Wall und Graben sowie hölzernen Palisaden bzw. Mauern auszeichnet, verfügt der Niedergermanische Limes keine solchen Sicherungsanlagen. Hier bildet der antike Rheinverlauf eine natürliche Grenze (Nasser Limes) gegen das freie Germanien. Entlang des rund 220 Kilometer langen Grenzabschnitts im heutigen Nordrhein-Westfalen lagen einige der wichtigsten Militärstützpunkte und zivilen Zentren des Niedergermanischen Limes.
Die Colonia Claudia Ara Agrippinensium, das heutige Köln, war damals die Hauptstadt der Provinz Niedergermanien. Hier befand sich auch der Amtssitz des Statthalters, das Praetorium, das heute noch unter dem „Spanischen Bau“ des Rathauses in gut erhaltenem Zustand befindet.
Bedeutende Fundstätten des römischen Militärs in Nordrhein-Westfalen sind zum Beispiel die Legionslager von Vetera bei Xanten, Novaesium/Neuss und Bonna/Bonn sowie die „Alteburg“ (heutiger Standort der Rheinflotte in Köln-Marienburg).
Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung (Nordrhein-Westfalen)
Hubertusstraße 9
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Telefon: 0211-8618-50
Mail: poststelle@mhkbd.nrw.de
(Römer-) Museen in NRW
Römisches Museum Haus Bürgel
Urdenbacher Weg 1
40789 Monheim am Rhein
Tel.: 02173/9518930
LVR-LandesMuseum Bonn
Colmantstraße 14 — 16
53115 Bonn
Tel.: 0228/20700
Museum Burg Linn
47809 Krefeld
Tel.: 02151/155390
Römisch-Germanisches Museum
Roncalliplatz 4
50667 Köln
Tel.: 0221 / 22124438
roemischgermanischesmuseum@stadtkoeln.de
www.roemisch-germanisches-museum.de
Limeskastell Pohl
Kirchstraße
56357 Pohl
Tel.: 06772/9680768
LVR-Archäologischer Park Xanten / LVR-RömerMuseum
Siegfriedstraße 39
46509 Xanten
Tel.: 02801/9889213
