• Schauspiel der "Cohors IX Batavorum" - Römerpark Ruffenhofen
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  • Wachtturm bei Burgsalach (Turmstelle WP 14/48)
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  • Römerfest » «Salve Abusina
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  • Römertage Salve Abusina
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  • Römerfest Gunzenhausen (Burgstall)
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  • Kipfenberg - Oberbayerischer Landkreis Eichstätt
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  • Kipfenberg im oberbayerischen Landkreis Eichstätt
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  • Skulpturen visualisieren in Kipfenberg das UNESCO-Welterbe Limes
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  • Gunzenhausen
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  • Gunzenhausen
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  • Pulverturm (Gunzenhausen)
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  • Wachtturm (Nachbau) bei Hienheim (Turmstelle WP 15/46)
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  • Römisches Kastellbad (Theilenhofen)
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  • Kastell Ellingen (Castellum Sablonetum)
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  • Reiterkastell Weißenburg (Biriciana)
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  • Limeseum im Römerpark Ruffenhofen
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  • Reiterkastell Weißenburg (Biriciana)
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  • Römische Thermen (Weißenburg i.Bay.)
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  • Stadtplatz Weißenburg i.Bayern
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  • St.-Martin-Kirche Oberhochstatt (OT Weißenburg i.Bayern)
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  • »Burgus Burgsalach« - Römisches Militärlager (LK Weißenburg-Gunzenhausen)
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  • Römerskulptur bei Burgsalach
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  • Infotafel am Limes Wachturm nahe Burgsalach
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  • Limes Wachturm nahe Burgsalach
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  • Pfahldorf bei Kipfenberg (LK Eichstätt, Oberbayern)
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  • Limes Wachturm nahe Kipfenberg
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  • Bergstraße zur Burg Kipfenberg
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  • Aussichtspunkt Kipfenberg
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  • Infopoint Limes - Burg Kipfenberg
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  • Infopoint Limes - Burg Kipfenberg - Geographischer Mittelpunkt Bayerns
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  • Infopoint Limes - Burg Kipfenberg
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  • Freundschaftsdenkmal - Gemeinde Denkendorf
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  • Raetischer Limes bei Altmannstein
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  • Raetischer Limes bei Altmannstein
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  • Raetischer Limes
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  • Gierseilfähre - Eining-Hienheim (Donau)
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  • Kastell Abusina (Eining, OT Neustadt a.d.Donau, LK KEH)
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  • Raetischer Limes - Kastell Abusina (Eining, LK KEH)
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  • Raetischer Limes - Kastell Abusina (Eining, LK KEH)
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  • Deutsche Limes Radweg - Kastell Abusina (Eining, LK KEH)
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  • Deutsche Limes Radweg - Bad-Gögging-Eining
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  • Deutsche Limes Radweg - Bad-Gögging
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  • Deutsche Limes Radweg - Burgsalach
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  • Deutsche Limes Radweg
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zu den
Informationen

Deutscher Limes-Radweg - Raetischer Limes

Streckendaten

Ausgangspunkt: Mönchsroth (Landkreis Ansbach)
Endpunkt: Eining (Landkreis Kelheim)

Streckenlänge: 155 km
Höhenmeter: 1200 hm (empfohlene Fahrtrichtung)

Start: Mönchsroth im mittelfränkischen Landkreis Ansbach (441 m ü. NHN)

Ziel: Eining (OT von Neustadt a.d.Donau) im niederbayerischen Landkreis Kelheim (356 m ü. NHN) 

  • Streckenlänge: 155 km
  • Höhenmeter: 1.200 hm 
  • Höchster Punkt: Oberhochstadt (KM 79), 587 m ü.NHN
  • Tiefster Punkt: Eining a.d.Donau, 356 m ü.NHN

Kastelle / Kleinkastelle

  • Ruffenhofen (Römerpark / Limeseum); KM 12* 
  • Dambach; KM 25
  • Gunzenhausen - Hinterer Schloßbuck; KM 44 
  • Gündersbach; KM 65)
  • Ellingen (Castellum Sablonetum); KM 69
  • Weißenburg i. Bay. (Reiterkastell Biriciana); KM 72
  • Burgsalach (Burgus); KM 82
  • Raitenbuch; KM 85
  • Kaldorf (KM 92)
  • Biebig Hegelohe (KM 111)
  • Böhming (KM 112; 2 km abseits der Route)
  • Hinterer Seeberg b. Schamhaupten (KM 134) 
  • Eining (Kohortenkastell Abusina); KM 155

Rekonstruierte Turmnachbauten

  • Mönchsroth (rekonstruierter Wachtturm); KM 0.5
  • Burgsalach (KM 82)
  • Erkertshofen (KM 98)
  • Kipfenberg (2 km vor Kipfenberg, KM 112) 
  • Hienheim (KM 152; 2 km abseits der Route)

Kastellbäder

  • Theilenhofen (KM 52)

Römermuseen

  • LIMESEUM / Römerpark Ruffenhofen; KM 12
  • Archäologisches Museum Gunzenhausen; KM 42
  • RömerMuseum Weißenburg Bayerisches Limes-Informationszentrum; KM 72
  • Römer und Bajuwaren Museum, Burg Kipfenberg; KM 115
* KM-Angaben beziehen sich auf den Etappenstartort Mönchsroth 

Südlich der Gemeinde Mönchsroth im mittelfränkischen Landkreis Ansbach beginnt dieser Streckenabschnitt entlang des Raetischen Limes und erreicht in Eining (Ortsteil von Neustadt a.d.Donau) im niederbayerischen Landkreis Kelheim nach 155 km das Etappenziel.

Auch in Mittelfranken hinterließen die Römer entlang des Obergermanisch-Rätischen Limes bedeutsame Spuren, sowohl überirdisch an einigen Stellen noch erkennbar, als auch unterirdisch im Boden verborgen. Bereits wenige hundert Meter vom Startpunkt in Mönchsroth entfernt, befindet sich mit der Ruine eines Limesturmes schon das erste römische Relikt an der Wegstrecke. Des Weiteren zeugen von der Grenzanlage das Römerlager und Limeseum in Ruffenhausen südlich des Hesselberges, das teilrekonstruierte (Reiter-) Kastell Biriciana, die Römischen Thermen und Deutschlands kostbarsten römischen Schatzfund in Weißenburg i. Bay. sowie das Militärlager Burgus Burgsalach und rekonstruierte Wachttürme. Dazu befand sich in Gunzenhausen ein Kastell und ein Kleinkastell.

Abgesehen vom geschichtlichen Bezug bereitet die abwechslungsreiche Naturlandschaft im gemäßigten Geländerelief durch die mittelfränkischen Urlaubsregionen Romantisches Franken, Fränkisches Seenland sowie den oberbayerischen Naturpark Altmühltal jede Menge Fahrspaß. 2025 feierte der Rätische Limes sein 20 jähriges UNESCO Welterbe Limes Jubiläum.

Der Streckencharakter dieser Etappe ist mit 1.200 Höhenmeter vergleichsweise moderat, wobei sich nennenswerte Steigungen auf zwei Passagen beschränken. So sind vom Talkessel hinter Ellingen via Weissenburg (KM 70) bis ins 9 km entfernte Oberhochstatt (587 m ü.NN.) 240 Höhenmeter zu bewältigen, wo zugleich der Streckenzenit dieser Etappe überschritten wird. In Kipfenberg (KM 110) folgt eine kurze aber knackige 12 % Steigung (160 hm), bevor das Höhenlevel - bis auf wenige kleinere Gegensteigungen - zur Donauebene im niederbayerischen Landkreis Kelheim kontinierlich absinkt (349 m ü.NN.).

Streckengrafik


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Langfurth 

Im Wald bei Ammelbruch verläuft der Limes entlang der Gemeindegrenze zu Wittelshofen. Er knickt in seinem Nord-Ost-Verlauf ab und richtet sich nach Osten. Durch den sog. Limesknick wurde der Hesselberg in das römische Gebiet eingeschlossen.

Wittelshofen Nordöstlich von Dühren: Etwa 1 m hoher wiederaufgebauter Steinturm WP 13/24.

Zwischen Ehingen, Arberg und Gunzenhausen 

Nordöstlich von Ehingen: Vom Kastell Dambach, das idyllisch nahe der Fischweiher liegt, sind so gut wie keine Spuren erhalten. 250 m östlich Wälle einer ovalen Anlage mit drei Eingängen nachvollziehbar. Kleines Amphitheater; benachbart Schuttwall des Limes. Am Ostufer des Dennenloher Sees ist ein Teil der raetischen Limesmauer nachgebaut. Bei den aufgemauerten Fundamenten von WP 13/41 befindet sich eine Infostele. Bereich WP 13/44 und 13/45: Schuttwall der Limesmauer gut sichtbar; WP 13/45 mit aufgemauerten Fundamenten selbst im Gelände erkennbar.

Der 20 ha große Dennenloher See nahe der Ortschaft Dennenlohe (11 km vor Gunzenhausen) liegt idyllisch eingebettet im Dennenloher Forst, einem großen Wald- und Heidegebiet. Anders als die größeren Seen wie z.B. der Altmühlsee und Brombachsee dient der Dennenloher See im künstlich geschaffenen Fränkischen Seenland nicht dazu, das nordbayerische Wassermangelgebiet durch die Donau-Main-Überleitung mit zu versorgen. Frequentiert ist der See von Radfahrern, Anglern und Wanderern. Am Ufer befindet sich ein Campingplatz mit öffentlichem Biergarten, wo auch Nicht-Camper-Gäste freundlich bewirtet werden. 

Unterschwaningen/Wassertrüdingen 

Südlich von Unterschwaningen liegt ein Holzkastell mit einem Lagerdorf. Nach Aufgabe des Kastells wurde dort ein römischer Gutshof errichtet. Im Umfeld von Wassertrüdingen lagen weitere Gutshöfe, die die Limeskastelle mit Nahrungsmitteln belieferten.

Landkreis Weissenburg-Gunzenhausen

Kommend vom Landkreis Ansbach überschreitet der DLR die Landkreisgrenze kurz vor Unterharmbach (KM 34) und verlässt diese 55 km später hinter Raitenbuch (KM 89) wo sich die Route im Landkeis Eichstätt fortsetzt. Römerfans kommen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen voll und ganz auf ihre Kosten, denn die Region in Mittelfranken steuert extrem viel greif- und sichtbares zur Römergeschichte bei, auch weil sich der Limes als einstige Grenze des Imperium Romanum durch die gesamte Region zieht. Sowohl Ausgrabungsstätten als auch rekonstruierte Nachbauten pflastern buchstäblich den Wegesrand. An manchen Stellen zeichnet sich sogar auch heute noch der Grenzverlauf in der Landschaft ab und hat darüber hinaus im Hinterland seine Spuren hinterlassen. Die Überreste von Kastellen, Wachttürmen oder Thermen zeugen von der Geschichte und der Lebensart der Römer. Dazu gibt es mehrere Museen im Landkreis, die diese Historie mit eindrucksvollen Originalfunden aufbereiten. Die Region ist in der Tat Anlaufstelle für Römerinteressierte. Die Dichte der Attraktionen und Sehenswürdigkeiten verlangt bei dieser Etappe allerdings vor allem eines: viel Zeit!

Zweigt man am Ortsschild Unterwurmbach (2.7 km westlich von Gunzenhausen) links ab dann fallen zwischen WP 13/46 und WP 13/54 etliche Fahnenstangen auf, die auf ehemalige Wachtturmstellen hindeuten.

Gunzenhausen 

Die mittelfränkische Stadt Gunzenhausen - staatlich anerkannter Erholungsort - liegt in idyllischer Lage am Rand des Altmühlsees. Mit knapp 17.000 Einwohnern ist die Markgrafenstadt Gunzenhausen - nach Weißenburg i.Bay. - die zweitgrößte Stadt im Landkreis.

Auch rund um Gunzenhausen hat der Limes und die Römer sichtbare wie unsichtbare Spuren hinterlassen. Es gibt etliche Informationschautafeln die Auskunft über die Römergeschichte geben. Soviel vorweg: der kleine Abstecher hinauf zum Schloßbuck sollte man unbedingt machen. Wem der steile Anstieg mit dem Rad zu beschwerlich ist, macht einfach einen Fußmarsch. Es lohnt sich auf alle Fälle! 

Foto: Radtouristen am Altmühlsee, 1.5 km vom Stadtzentrum Gunzenhausen (Fränkisches Seenland) entfernt

Die Limesroute führt nur 1 km am Altmühlsee vorbei. Den kurzen Abstecher sollte man sich nicht entgehen lassen, zumal sich dort verlaufenden Altmühltal-Radweg etliche See-Restaurants und Biergärten befinden.

Da entlang des Altmühlsees auch einer der beliebtesten Fluss-Radwege Deutschlands - der Altmühltal-Radweg - verläuft, erklärt die hohe Radlerfrequenz in Gunzenhausen. 

Unter Radlern ist die Markgrafenstadt Gunzenhausen im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen ein beliebtes Etappenziel. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt unweit vom Altmühlsee entfernt und verfügt über ein hochklassiges Radtourennetz. 

 Den Westhang des Schloßbucks - ein Waldgebiet östlich des Stadtkerns von Gunzenhausen - sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Vom straßenbegleitenden Radweg (Frickenfelder Straße) führt in Höhe der Waldschänke ein Schotterweg hinauf in den dichten Burgstallwald (50 hm) zu Überresten der Römer aus dem 2. Jhrd. n. Chr., wie Wachttürmen und einem Kastell, die den Limes zur Verteidigung stärkten. Am zweiten Wegeabzweig (neben der Treppe kann das Rad in einer Regenrinne geschoben werden) geht es links zum Bismarck-Denkmal (z. T. aus Steinen der Limesmauer erbaut). Da es sich zwischen den historischen Relikten um relativ kurze Wege handelt, ist die Besichtigung auch zu Fuß machbar, zumal man sich dann den schweißtreibenden Anstieg per Pedes erspart.

Foto: Gunzenhausen (Burgstallwald am Schloßbuck). 

Östlich des Bismarckturms (z. T. aus Steinen der Limesmauer erbaut) kommt man zu einem restaurierten Limesturm (WP 14/4) mit Holzpalisade. Dicht daneben der später an die Limesmauer angesetzte WP 14/5. Ca. 500 m östlich Reste des Schuttwalls der Limesmauer erkennbar. Kleinkastell auf dem Hinteren Schloßbuck mit Gedenkstein: Holzturmhügel und Steinfundament von WP 14/6 deutlich erkennbar. 

Am Westhang des Schloßbucks ergab sich die seltene Gelegenheit die Höhe für die Raetische Mauer genauer zu bestimmen. Einfach deswegen, weil ein Mauerteil umgestürzt war und in der Folgezeit zudem kein „Steinraub“ zu beklagen war. Die etwa 1.2 Meter dicke und ca. 3 Meter hohe Mauer verfügte weder einen Wehrgang noch einen vorgelagerten Graben. Interessant ist der Vergleich mit dem Hadrianswall in Großbritanien der als Grenzbefestigung mit einer Mauerbreite von 3 Metern und 5 Meter Höhe vergleichsweise einen wesentlich wehrhafteren Charakter besaß. Die deutlich aufwendigere Grenzanlage der Hadriansmauer in Großbritanien zeigt, dass der Raetische Limes im Gegensatz zur massiveren britischen Variante nicht als Verteidigungsbollwerk, sondern lediglich als Demarkationslinie diente, welche den römischen Verwaltungsbereich abgrenzte.

Zeugen aus der Vergangenheit finden sich heute noch im Burgstallwald, am ehemaligen Schloßbuck sowie entlang der Limesstraße. Dort, wo der Limes bzw. die Römer Spuren hinterlassen haben, informieren vor Ort Informationstafeln über die historischen Ereignisse. Sie beschreiben die jeweiligen Besonderheiten sowie allgemeine Themen rund um den Limes, die Raetische Mauer und die Limespalisade, Wachtürme und Soldaten, Signalübertragung und Limesdurchgänge, die Gebietsentwicklung bis hin zum Ende des Limes sowie über den Limesforscher Heinrich Eidam.

Direkt neben der Bismarcksäule befinden sich die Überreste eines Kleinkastells sowie Holzpalisaden (angespitzte Holzpfähle). Folgt man dem Waldweg in östlicher Richung, werden nacheinander vier Limesturm-Fundamente passiert. 

Der Burgstallwald am Stadtrand von Gunzenhausen ist regelmäßig Schauplatz traditioneller Römer-Festivitäten.

Bild: Der stattliche Rundturm aus dem 14. Jahrhundert wurde gemäß seiner Nutzung ursprünglich auch Pulverturm (erbaut mit Römersteinen) bezeichnet, ebenso Diebsturm, da er einst als Pulvermagazin und Gefängnis benutzt wurde. Sein heutiger Name <Färberturm> stammt von einer Färberei, die am Fuße des Turmes betrieben wurde.

Gunzenhausen ist ein attraktiver Standort für Wirtschaft, Kultur und Tourismus. Vor allem im Sektor Kultur & Geschichte wuchert die Stadt mit "Pfunden", denn sie besitzt nicht weniger als sechs Museen. Sechs auf einen Streich: Im Stadtmuseum, dem ehemaligen Adelspalais derer von Zocha, präsentiert Gunzenhausen heute seine Geschichte. Im Museum für Vor- und Frühgeschichte werden zahlreiche Exponate, die der Gunzenhäuser Limesforscher Heinrich Eidam vor Ort geborgen hatte, präsentiert und das Fossilien- und Steindruckmuseum zeigt Interessantes zur Erdgeschichte. Jeden Donnerstag und Sonntag während der Saison öffnet der Blasturm seine Pforten. Spannend ist vor allem die komplett eingerichtete Türmerwohnung. Jeden ersten und dritten Sonntag im Monat lädt das Schloss Cronheim zur Besichtigung ein. Und im Feuerwehr-Museum sind Exponate zur Geschichte der Feuerwehr zu bestaunen.

In Gunzenhausen präsentiert das Archäologische Museum im historischen Faulstich-Haus (18. Jh.) auf drei Etagen Exponate zur Vor- und Frühgeschichte von Stadt und Umland aus Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Hallstattzeit, die sich über fünf Jahrtausende Kultur- und Siedlungsgeschichte erstreckt.

Das Archäologische Museum im historischen Faulstich-Haus (18. Jh.) in Gunzenhausen schickt den Besucher auf eine Zeitreise durch fünf Jahrtausende Kultur- und Siedlungsgeschichte. Auf drei Etagen werden Exponate zur Vor- und Frühgeschichte von Stadt und Umland Gunzenhausen aus Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Hallstattzeit präsentiert. Es gibt Funde aus jungsteinzeitlichen Dörfern des Altmühltales, der Stockheimer Bronzeschatz (ca. 1200 v. Chr.) oder Objekte aus Hügelgräbern der Hallstattperiode (800–480 v. Chr.) zu sehen. Weitere Schwerpunkte sind: Römer am Limes, römischer Alltag, Mithras-Heiligtum und Frühes Mittelalter. Die römische Epoche wird mit Funden aus den Kastellen Gunzenhausen, Gnotzheim, Munningen und Theilenhofen sowie verschiedener Wachttürme entlang des Limes präsentiert.

Nachdem die vom fränkischen Baustil geprägte Altstadt und das Museum für Vor- und Frühgeschichte mit römischen Funden aus der Region um Gunzenhausen - besichtigt wurde führt der Limes-Radweg durch eine feuchte wiesenreiche Ebene. Im Burgstallwald und bei Rittern sind Reste der raetischen Mauer und steinerne Fundamente von Wachttürmen gut erhalten. 

Ist der 70 Höhenmeter-Anstieg von Pfofeld auf's Hochplateau erklommen, erspäht (rückwärtig) erspäht man kurz vor dem Kastellbad Theilenhofen den 689 m hohen Hesselberg. Seiner exponierten Lage mitsamt markantem 119 m hohen Fernsehturm ist es zu verdanken, dass der höchste Berg Mittelfrankens von allen Himmelsrichtungen aus von der Ferne sichtbar empor ragt.

Theilenhofen 

Kastell: Eine Steinsäule bezeichnet die Nordostecke; Feldwege markieren den Verlauf der Umfassungsmauern, Baumbepflanzungen die Kastellecken. Ein Hochplateau garantiert gute Fernsicht. Das Kastellbad liegt am oberen Ende einer Talmulde. Nach der Ausgrabung wurden die Mauern der jüngeren Bauphase konserviert. In der Ortsmitte befindet sich der Limes-Infopunkt mit Schautafeln und Modellen zur römischen Geschichte Theilenhofens. Der 12 Kilometer lange Rundweg „Limes-Römerbad” führt zum Kastellbad, dem Kastell und vorbei an sechs Stelen, die die ehemaligen Standorte römischer Wachttürme markieren.

In dem Kastell bei Theilenhofen, wo eine teilberittene Kohorte von 500 Mann stationiert war, wurde ein bronzener Prunkhelm für Paraden und ein Helm aus Eisen eines Soldaten gefunden. Neben dem römischen Kastellbad verlockt die ausgesprochen idyllische Lage zwischen zwei kleineren Seen auch zum entspannten Pausieren.

Bild: Badegebäude im Kastell "Iciniacum" in Theilenhofen (Gemeinde Pfofeld am Brombachsee) im Fränkischen Seenland in Mittelfranken.

Zwischen Theilenhofen, Pleinfeld und Ellingen

Nördlich von Theilenhofen befinden sich die aufgemauerten Fundamente des Steinturms WP 14/17. Die Wachtturmstellen WP 14/12 bis WP 14/17 sind jeweils mit Fahnenstangen markiert. Zudem gibt es Infoelemente. Der Limesverlauf ist in diesem Bereich gut in der Landschaft nachzuvollziehen. Auch die Fundamente von WP 14/20 südlich von Pleinfeld bei Dorsbrunn wurden aufgemauert.

Nach Einmündung in das idyllische Tal der Schwäbischen Rezat erreicht man nach knapp 4 km das nächste Etappenziel, die Stadt Ellingen (3 713 Einwohner) wo sich das pompöse Deutschordenschloss Ellingen befindet. 

Ellingen 

Bild: Residenz Ellingen. Die Schlossanlage wurde von 1717-1721 erbaut. Die Stadt Ellingen bietet beeindruckende Sehenswürdigkeiten wie z.B. das Castrum Sablonetum, Deutschordensschloss mit Fürstlichem Brauhaus und Schlosspark, Franziskanerkloster, Kath. Pfarrkirche St. Georg, Mariahilfkapelle, Maximilianskirche (genannt Fischkirche), Pleinfelder Tor, Rathaus, Ellinger Plateosaurus und Römischer Kaiser.

Nach Weißenburg sind es 4.3 km, die teils ansteigend verlaufen. 

Castellum Sablonetum

Kommend von der Pleinfelder Straße zweigt man vis a vis des Ellinger Rathauses in der Stadtmitte an der Kreuzung Weißenburger Straße/Schlossstraße schräg versetzt geradeaus in die Hausner Gasse, die in die Höttinger Straße mündet.

Das Kastell Sablonetum liegt auf einer Anhöhe 1.7 km vom Stadtkern entfernt, abseits der offiziellen Limes-Radweg-Route. Der Rückweg erfolgt über dieselbe Strecke, wo man an der Kreuzung links in die Weißenburger Straße abbiegt.

Die moderat ansteigende Höttinger Straße verläuft bis zu einem beschilderten Abzweig, dessen schmales Sträßchen wenige hundert Meter später zur Ausgrabungsstätte führt. Der kurze Abstecher weist 60 hm mit einer Ø Steigung von 3.2% auf.

Kastell nach vollständiger Ausgrabung in Teilen nachgebaut: Nordwestturm mit Nordmauer samt Erdrampe. Eine Bauinschrift aus dem Jahr 182 n. Chr. datiert eine umfassende Umbaumaßnahme und nennt den antiken Namen des Platzes (Sablonetum). Ein 11 km langer Rundwanderung führt zum Kastell Sablonetum sowie zum Limesverlauf, einer Wachtturmstelle und einem zweiten Kastellstandort.

Das Kastell Ellingen (der lateinische Name Castellum Sablonetum lässt sich in etwa mit “Lager am Sand” übersetzen) war ein römisches Militärlager, das nahe am Rätischen Limes einen bestimmten Abschnitt der Grenzanlagen sicherte. Die römische Befestigung liegt auf einer Hochfläche rund 700 Meter östlich der Stadt Ellingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (1,8 Kilometer südlich des Limes) bzw. vier Kilometer nördlich vom nächsten Militärstützpunkt Weißenburg-Biriciana entfernt. 

Das Kastell Ellingen wurde in frühhadrianischer Zeit errichtet, wahrscheinlich um das Jahr 120. Auf einer älteren Bauphase (in Holz-Erde-Technik ausgeführte Umwehrung) folgte um das Jahr 182 eine weitere Ausbauphase mit einer Steinmauer. Der Umbau wie auch der antike Name des Lagers sind durch eine Bauinschrift bezeugt. Deren Inhalt lautet übersetzt:

"Dem Imperator Cäsar Marcus Aurelius Commodus Antoninus Augustus, Germanenbesieger, allergrößter Sarmatenbesieger, mit tribunizischer Gewalt, Konsul zum 3. Mal, Vater des Vaterlandes, wurden vom Castellum Sablonetum die Mauer mit den Toren durch Steine ersetzt auf Anordnung des Quintus Spicius Cerialis, des kaiserlichen Legaten mit proprätorischer Gewalt, unter dem Konsulat des Mamertinus und des Rufus durch die Singulares Pedites, unter der Leitung des Aurelius Argivus, Zenturio der 3. Italischen Legion."

Vom Kreuzungspunkt in der Stadtmitte von Ellingen führt der Limes-Radweg (rechts abbiegen) nach Weißenburg (4.5 km). 

Limesrundweg, Castrum Sablonetum 

Bild: im Hintergrund das reich verzierte Ellinger Rathaus, das in der Stadtmitte an der Kreuzung Weißenburger Straße/Schlossstraße steht. Das spätbarocke Gebäude wurde von 1744 bis 1747 vom Deutschen Orden von Franz Joseph Roth (Stuckateur und Baumeister) erbaut. 

Ellingen stellt auf der Limes-Radweg-Route gewissermaßen eine Talsohle dar. Nachdem es entlang der Schwäbischen Rezat leicht abschüssig nach Ellingen ging, steigt das Höhenniveau zur Römerstadt Weißenburg und weiter bis nach Oberhochstatt stetig an. Innerhalb des 11 km langen Streckenabschnitts sindd 236 Höhenmeter zu bewältigen. 

Stadt Weißenburg i.Bay. 

Die mittelfränkische Kreisstadt Weißenburg i.Bay. mit rund 18.400 Einwohnern - ehemals Freie Reichs- und alte Römerstadt - liegt eingebettet zwischen den beliebten Urlaubslandschaften Fränkisches Seenland und Naturpark Altmühltal. Die Altstadt zählt zu den beeindruckendsten Stadtkernen und Denkmalensembles der Region, die mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten aus römischer und reichsstädtischer Zeit aufwartet. So hat das Bayerische Limes-Informationszentrum hier seinen Sitz, wo der Besucher alles Wissenswerte zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ in Bayern erfährt. Eine Vielzahl von Informationsschautafeln (Kastell Biriciana) vermittelt eine Vorstellung darüber, wie das Leben der Menschen am Limes vor fast 1.900 Jahren wohl ausgesehen haben könnte. 

Es bieteten sich gleich mehrere Highlights zur Besichtigung an. Hier befindet sich nicht nur das teilrekonstruierte Kastell Biriciana sondern auch die Römischen Thermen sowie der größte römische Schatzfund Deutschlands. Das Römermuseum der Stadt beherbergt zudem das Bayerische Limes-Informationszentrum.

Kastell: Auf leichter Anhöhe im Westen der heutigen Stadt, über 3 ha groß; Besatzung war eine Reitereinheit. Umwehrung und bekannte Innenbauten durch Steinplatten gekennzeichnet. Nordtor nach wissenschaftlichen Ausgrabungen rekonstruiert.

Thermen: 220 m westlich des Steinkastells. Vollständig ausgegrabenes und restauriertes römisches Militär- und Zivilbad. Größte ausgegrabene Thermenanlage in Süddeutschland auf 65 m x 43 m Grundfläche. Die Befunde sind unter einem Schutzbau als Thermenmuseum zugänglich. Vielfältige Vermittlungsangebote im Empfangsgebäude, das sich als „Tor zum römischen Weißenburg“ versteht. Besonders beliebt ist ein 3D-Film.

RömerMuseum: Wenige Meter von den großen Thermen entfernt wurde ein Hortfund mit Bronzestatuetten bester Qualität, Paraderüstungsteilen und vielen anderen Kostbarkeiten entdeckt, der heute den Grundstock des Weißenburger RömerMuseums, eines Zweigmuseums der Archäologischen Staatssammlung München, bildet. Im Erdgeschoss dieses Gebäudes wurde das Bayerische Limes-Informationszentrum eingerichtet.

Bild: von ehemals drei Stadttoren blieb nur das mittelalterliche Ellinger Tor erhalten, das bereits zwei Briefmarken der Deutschen Bundespost zierte. Der Hauptturm stammt aus dem 14. Jh. und wurde 1510 um zwei kleinere Türme mit geschwungenen Kuppelhauben erweitert. Hier trennt sich das Déjà-vu mit dem Altmühltal-Radweg. Der Limes-Radweg führt auf der Ringstraße und Niederhofener Straße stadtauswärts weiter Richtung Kipfenberg.

Weißenburg i. Bay. ist für eingefleischte "Römer-Fans" eine wahre Fundgrube. So lag hier, wie anderswo auch, neben dem Kastell eine große Zivilsiedlung mit Brunnen, Bädern und Häusern aus Stein. Emsig arbeiteten hier Handwerker und Händler boten ihre Waren feil. Für die Besatzung des Kastells gab es eigens eine Thermenanlage, die bislang größte ihrer Art in Süddeutschland. Betreten wurde die Anlage über die „Basilica“, eine über 300 Quadratmetergroße Gymnastikhalle, an der sich Warm-, Lau- und Kaltbäder mit eigenen Wasserbecken ins Schwitzbad anschlossen. Die Badegäste schritten über polierte Solnhofer Platten bzw. edlen Terazzoboden mit Fußbodenheizung. Selbst die Wände waren durch Hohlziegel beheizt und mit Wandmalereien geschmückt. 

Mächtige Legionslager wie in Mainz oder Regensburg gab es am Limes nicht. Während im größten Limeskastell bei Aalen gut 1000 Mann stationiert waren weist auch die zweitgrößte Anlage mit 175 mal 180 Meter im Geviert, einer 1,20 Meter breiten Wehrmauer mit drei Gräben, vier Toren und 20 Türmen in Weißenburg i. Bay. beachtliche Ausmaße auf. Gebaut wurde sie unter Kaiser Domitian (81-96) zunächst aus Holz. Ab dem Jahr 90 war hier eine 500 Mann starke Reitereinheit („Ala I Hispanorum Auriana“) stationiert, die ursprünglich in Spanien aufgestellt worden war. Sie war nach der doppelt so starken Reitertruppe in Aalen die schlagkräftigste Einheit auf Raetischem Gebiet. 

Kastell Biriciana

  • Römisches Kastell Biriciana, Am Römerlager, 91781 Weißenburg i.Bay. 
  • Öffnungszeiten: Das Gelände ist ganzjährig begehbar (Eintritt frei)

Bereits im Jahre 1889 begannen systematische Ausgrabungen im Kastellbereich am Westrand des heutigen Weißenburg. Von 1890 bis 1913 wurde die steinerne Umwehrung mit vier Toren, vier Eck- und acht Zwischentürmen und ein Teil der Innengebäude freigelegt und konserviert. An der Nordfront des Kastellbereiches (befindet sich seit 01.01.1966 im Besitz der Stadt Weißenburg) fanden 1986/87 umfangreiche archäologische Ausgrabungen statt, die neue Erkenntnisse brachten und die früheren Untersuchungsergebnisse ergänzten, aber auch korrigierten. Dabei bestätigten die Grabungen eine lang gehegte Vermutung, dass an dieser Stelle ein Holzkastell als Vorgänger des Steinkastells existiert hat.

Biriciana gilt als einer der am besten erforschten Kastellorte am Obergermanisch-Raetischen Limes. Das Kastell Biriciana und die Überreste der Zivilsiedlung sind Teil des UNESCO-Welterbes „Grenzen des Römischen Reiches“ (2005). Dank des nachgebauten Kastelltors, der visualisierten Grundrisse der Innengebäude sowie der teilweise aufgemauerten Umwehrung lassen sich die Größe und Wehrhaftigkeit des ehemaligen römischen Reiterkastells in einem archäologischen Park mit etwas Phantasie ganz gut erahnen.

Das Nordtor – porta decumana

Wie die gesamte Kastellanlage wurde das in Richtung Limes gerichtete Nordtor um die Mitte des 2. Jhrd. n.Chr. in Stein gebaut. Die Wehrmauern sowie vier Toranlagen waren ursprünglich weiß verputzt und mit rotem Fugenstrich versehen, um ein regelmäßiges Quadermauerwerk vorzugauckeln. Neuesten Forschungen zufolge waren die originalen Kastelltore früher vermutlich wesentlich höher, als dies der Nachbau von 1990 suggeriert.

Foto: Reiterkastell Biriciana in Weißenburg mit rekonstruiertem Nordtor

Für den geschichtsbewußten Limes-Radler gehört natürlich der Besuch des Kastell Biriciana (Am Römerlager), das Römermuseum und Bayerische Limes-Informationszentrum (Martin-Luther-Platz 3) sowie die Römischen Thermen (Am Römerbad 17 a) zum "Pflichtprogramm".

RömerMuseum

Es ist spannend zu erfahren wie die Soldaten am Grenzverlauf des Limes ihren Alltag verbrachten wenn – wie die meiste Zeit – Frieden herrschte. Ebenso spannend ist auch der Blick jenseits der Grenze zu den Germanen. Das RömerMuseum Weissenburg verschafft samt einzigartiger Funde interessante Einblicke in das (Alltags-) Leben der Menschen an der Nordgrenze des Imperium Romanum. Beginnend von den Anfängen im frühen 2. Jahrhundert bis zum Rückzug der Truppen Mitte des 3. Jahrhunderts nach Christus erfährt man viel Wissenswertes über den bayerischen Streckenteil am Welterbe Limes was auf manche Fragen oftmals überraschende Antworten liefert.

Weißenburger Römerschatz

Kastell und Zivilsiedlung vielen in den Wirren um die Mitte des 3. Jahrhunderts  einem Brand zum Opfer, weshalb vermutlich ein wohlhabender Privatmann oder Soldat seinen persönlichen Besitz vergraben hatte. Erst 1700 Jahre später kam der „Weißenburger Schatz“ zum Vorschein. Ursprünglich aus über 150 Teilen bestehend sind die wichtigsten Stücke, darunter Votivgaben aus Silber, eine Bronzerüstung, Eisenwerkzeuge, zwei eiserne Klappstühle sowie 17 kunstvoll gearbeitete bronzene Götterfiguren, heute im Römermuseum in Weißenburg i. Bay. zu bestaunen. 

Nach einem germanischen Überfall (250 n. Chr.) wurde der „Weißenburger Schatz“ 1979 entdeckt. Nach dem Erwerb durch den Freistaat Bayern (1980) wurde das RömerMuseum als Zweigmuseum der Archäologischen Staatssammlung München gegründet und 1983 eröffnet. Seitdem kann der Weißenburger Römerschatz, bestehend aus einzigartigen Götterfiguren sowie Votivtafeln, Sakralgefäße, Alltagsgegenstände sowie Paradeausrüstungsteile hier besichtigt werden.

Limes-Informationszentrum

Im Bayerischen Limes-Informationszentrum erfährt der Besucher alles Wissenswerte zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ in Bayern. Informationen zu den Kastellen und den am Limes stationierten Truppen vermitteln eine Vorstellung wie die das Leben an den Grenzsicherungsanlagen vor 1800 Jahren aussah.

Römische Thermen

  • Römische Thermen, Am Römerbad 17a, 91781 Weißenburg i.Bay.  

Nachdem 1977 bei Bauarbeiten zufällig antike Grundmauern entdeckt wurden, leitete das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege noch im selben Jahr umfangreiche Sicherheitsgrabungen ein. Im Lauf der vollständigen Gebäude-Freilegung stellte sich heraus, dass sich die Architekturreste in einem außerordentlich guten Erhaltungszustand befanden. Die Badeanlagen wurden Anfang der 1980er Jahre konserviert und restauriert sowie mit einem massiven Schutzbau versehen. Die Römischen Thermen zählen in Weißenburg zu den am besten erhaltenen und bedeutendsten Thermenanlagen in Süddeutschland. 

Die 1977 entdeckte Thermenanlage gewährt einen vielsagenden Einblick in die angenehme Lebenswelt römischer Kultur. Thermen der antiken Welt waren nicht nur Ort der luxuriösen Entspannung und Erholung sondern vor allem auch ein äußerst beliebter sozialer Treffpunkt. So kamen bei Sport und Spiel leibliche Genüsse wie Essen und Trinken wahrlich nicht zu kurz. Darüber hinaus ließen an diesem Ort vorzüglich Geschäfte erledigen bzw. Klatsch und Tratsch austauschen, weshalb sie von der gesamten Bevölkerung besucht wurden. Dabei genügten Thermen nicht allein dem Vergnügen und Zeitvertreib, sondern Bäder stellten die Sauberkeit, Hygiene und Gesundheit der Menschen sicher. 

Streckenabschnitt Weißenburg i. Bay. - Kipfenberg (41 km)

Von Weißenburg aus verläuft die Limesroute in östlicher Richtung über Oberhochstatt - Raitenbuch - Eckertshofen - Hirnstetten - Pfahldorf - zum Markt Kipfenberg. 

Zwischen Weißenburg und Burgsalach 

Nördlich von Oberhochstatt folgt ab WP 14/37 die eindrucksvollste Strecke in Bayern. Der Limes, die sog. Teufelsmauer, zieht sich als Damm schnurgerade durch die Landschaft und ist deutlich kenntlich durch eine Hecke („Pfahlhecke“). Der 24 km lange Wanderweg „Via Biriciana” zwischen Burgsalach und Weißenburg führt zum sog. Burgus, dem Kastell Biriciana und den römischen Thermen.

Burgsalach 

Die Gemeinde Burgsalach in der südlichen Frankenalb (Fränkisches Seenland) liegt auf der Hochfläche des Weißenburger Juras. Der Gemeindebereich grenzt unmittelbar an den Naturpark Altmühltal. Absolut sehenswert ist der „Burgus“, dessen Anlage sich allerdings etwas versteckt im Waldstück in der "Harlach" bei Burgsalach befindet (von der Limesroute nicht einsehbar). Die ungewöhnliche Anlage der Römer wurde bisher für ein Kleinkastell aus der Spätlimeszeit gehalten wie es sonst nur in Nordafrika zu finden ist. Neuesten Erkenntnissen zufolge handelt es sich dabei jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach um eine "mansio", eine römische Gaststube. 

Fundamente an diesem Ort lassen auf einen steinernen Wachturm und einen Holzwachturm aus der Zeit der römischen Herrschaft schließen.

Hier befindet sich auch ein Römererlebnispfad mit Spielstationen für Kinder und Jugendliche sowie Informationstafeln und Modellen, die über den Limes, die Römerstraße und den sog. Burgus in der Harlach unterrichten. Am Weg konserviertes Fundament des WP 14/48 und Nachbau eines hölzernen Limesturmes. Ausgangspunkt des Weges am Sportplatz Burgsalach mit Parkplätzen und Informationspavillon. Eine kurze (5,8 km) und eine lange (12,7 km) Routenvariante sind möglich. Sog. Burgus in der Harlach: Mauerzüge des quadratischen Baus (32,6 m Seitenlänge) im Gelände konserviert und beschrieben. Der Bau verfügt über einen einzigen Eingang an der Südseite mit einem halbrunden Vorhof. Durch einen 3,5 m breiten Durchgang mit zwei Toren, deren Schwelbalkenspuren noch vorhanden sind, gelangt man in einen quadratischen Innenhof, von dem aus Zugänge zu fast allen anderen Räumen führen. Der gebogene Eingang ist ungewöhnlich für Bauten am raetischen Limes. Eine ähnliche Torrekonstrukion findet sich nur beim Kastell Theilenhofen. Als Funde zur Datierung der Anlage existieren lediglich zwei Terra-Sigillata-Scherben und ein Schüsselbruchstück aus dem 2. Jh. n. Chr.

Der geographische Begriff Barbaricum entstammt dem antiken Sprachgebrauch und wird in historischen und archäologischen Fachkreisen für das an das römische Imperium angrenzende Gebiet (nach römischem Verständnis ausschließlich von „Barbaren“ bewohnte) jenseits des Limes bzw. jenseits von Rhein und Donau in Nord-, Mittel- und Südosteuropa angewandt. Der Verlauf der Limesmauer ist im Bereich der Gemarkung Burgsalach besonders gut erkennbar. Sogar heute stellt der Limes noch Gemarkungs- und Flurgrenzen dar. 

In der Forschung werden die Begriffe Germania (womit Germania Magna gemeint ist) und Barbaricum teils synonym benutzt, sind aber weder in ihrer zeitlichen noch in ihrer räumlichen Bedeutung deckungsgleich. Der als Barbaricum bezeichnete, außerrömische Raum wurde seit dem Beginn der Völkerwanderungszeit neben Alanen, Hunnen und slawischen Stämmen hauptsächlich von Germanen bewohnt.

Zwischen dem (germanischen) Barbaricum und dem Imperium gab es vielfältige kulturelle, soziale und wirtschaftliche Kontakte, was sich z.B. archäologisch durch zahlreiches römisches Fundmaterial im damaligen Barbaricum nachweisen lässt. Trotz der schwer überwindbaren Befestigungslinie welcher das Land in zwei völlig unterschiedliche „Welten“ teilte, konnten die „Barbaren“ - wie sie von den Römern genannt wurden - sogenannten Hilfstruppen beitreten. 

Zwischen Burgsalach und Böhming

Südlich von Burgsalach bis zum WP 14/56 (Limesknick bei Petersbuch) ist der Limes über weite Strecken als schnurgerader Waldrand bis heute in der Landschaft sichtbar. Dort, wo er im Wald verläuft, ist die raetische Mauer streckenweise wieder gut als Schuttwall erkennbar. St. Egid: Reste des WP 14/54 erkennbar: St. Egid WP 14/55: Grundriss konserviert (Hinweistafel 6. St. Egid). Petersbuch, Limesabschnitt bis Hirnstetten und Pfahldorf; Schuttwall durch Lesesteine überhöht, mit Hecken bewachsen und weithin als dominierende Landmarke auf der Jurahochfläche zu erkennen.

Erkertshofen 

In Erkertshofen (KM 98), Gemeindeteil des Marktes Titting im Landkreis Eichstätt im Naturpark Altmühltal wurde der erste Nachbau eines steinernen Limeswachturms in Bayern (1992)  errichtet – vermutlich an etwa jener Stelle, an der früher vermutlich auch sein antiker Vorgänger gestanden haben muss. Bislang konnte man die tatsächlichen Reste der Turmstelle WP14/63 noch nicht lokalisieren. Bezieht man allerdings die in diesem Verlauf des Limes bisher gefundenen Turmreste und die üblichen Abstände zwischen den Türmen mit ein, müsste sich der Standort im näheren Umkreis befunden haben.

In direkter Nachbarschaft zum Limesturm wurde in der Limesstraße ein sogenannter „Römerspielplatz“ angelegt. 

Östlich des Ortes Erkertshofen ist der Limesverlauf gut erkennbar. Am östlichen Ortsausgang steht (100 m östlich von WP 14/63) der einzige vollständige Nachbau eines steinernen Wachtturms am Limes in in Deutschland. Der dreigeschossige Bau aus handbehauenen Kalkbruchsteinen wurde bereits 1992 – also 13 Jahre bevor der Obergermanisch-Raetische Limes zum Weltkulturerbe ernannt wurde - fertiggestellt. WP 14/64 und 14/65 Holzturmhügel und restaurierte Grundmauern. Östlich von Hegelohe liegt WP 14/68 auf einer leichten Anhöhe in einem kleinen Magerrasenbiotop, die Reste dieser Turmstelle sind gut sichtbar. Wie des Öfteren wird auch hier die ältere Holzturmruine von der steinernen Limesmauer durchschnitten. Reste der Limesmauer ziehen sich über 1 km durch offenes Wiesengelände, sind als Feldrain mit Heckenbewuchs kenntlich. Unmittelbar südlich von WP 14/66 liegt das Kleinkastell „Biebig”, eines der am besten erhaltenen Bodendenkmäler am bayerischen Limesabschnitt, das durch den ca. 3 km langen Limes-Lehrpfad zwischen Erkertshofen und Hegelohe erschlossen wird. 

Römische Wachposten waren auf dem Pfahlbuck postiert, die direkten Sichtkontakt zum Kastell Böhming hatten. Mittels akustischer Signale, Rauch- oder Feuerzeichen konnten die Soldaten die Besatzung des Kastells alarmieren, die versuchten den Eindringlingen habhaft zu werden.

Der Tourismusverein Kipfenberg errichtete am Originalstandort die Rekonstruktion einer Holzpalisade.

 

Foto: das Schild weist auf ein anspruchsvolles Gelände hin 

Vorsicht Steilgelände! Ein steiler Schotterweg führt auf 4 km Länge vom Buchenwald Kipfenberg hinab ins tief gelegene Altmühltal (rund 180 Tiefenmeter). Nach dem Wachtturm beträgt bis kurz vor der Einmündung in die Pfahldorfer Straße am Ortsrand von Kipfenberg Steilgefälle 20%, dessen loser Untergrund versierte Fahrtechnik verlangt. Wer sich fahrtechnisch dem nicht gewachsen fühlt steigt sicherheitshalber vom Rad und schiebt es auf einige hundert Meter (80 Tiefenmeter, durchschn. 9%, max 20%) den Steilhang hinab. 

Kipfenberg 

Die Marktgemeinde Kipfenberg im oberbayerischen Landkreis Eichstätt liegt im tief eingeschnittenen Talkessel des Altmühltals (375 m ü.NN.), an deren steile Flanken des Frankenjuras beidseitig bis zu einer Höhe von 551 Metern emporragen. Kommend von Pfahldorf sinkt das Höhenlevel innerhalb 4 km um 180 Meter. Gegenüberliegend beginnt am Ortsrand von Kipfenberg nach der Altmühlüberquerung Richtung Gelbelsee ein 4 km langer Anstieg (160 hm).

Die Marktgemeinde macht mit seinem Limesfest und historischen Darbietungen alljährlich im August auf seine Lage am römischen Limes aufmerksam. Das UNESCO Weltkulturerbe Obergermanisch-Raetischer Limes verläuft in dieser Region auf einer Strecke von ca. 11 Kilometern durch die Ortsteile Hirnstetten, Pfahldorf, Böhming und Kipfenberg, das zudem an der Deutschen Limesstraße, der Via Raetica (Nordroute kommend von Donauwörth) und dem Altmühltal-Radweg liegt.

Westlich des Ortes Weg auf dem Limes. Konservierte Grundmauern von WP 14/77. Ab hier bis zur Spitze des Bergsporns zwischen Altmühl und Kälbertal besonders eindrucksvolles und vorzüglich erhaltenes Limesstück, das hier als mächtiger Damm verläuft. In der Nähe von WP 14/78 wurde ein hölzerner Wachtturm als Aussichtsturm rekonstruiert.

In den Landkreisen Eichstätt und Kelheim heißt es Augen auf, denn die Spuren des Limes werden manchmal nur mit dem geschulten bzw. aufmerksamen Auge wahrgenommen. Insgesamt sieben Skulpturen visualisieren in den Limesgemeinden Altmannstein, Denkendorf, Kinding, Kipfenberg, Titting, Walting und in Neustadt/Donau das UNESCO-Welterbe Limes.  

Unmittelbar neben der Altmühlbrücke stehen neben der Pfahldorfer Straße sieben drei Meter hohe Stelen aus Jurakalkstein, die die römische Vergangenheit der Antike wiederaufleben lässt. Der Limes - einst Grenze des römischen Imperiums - ist in dieser Region ein prägendes Thema. Dies bringt z.B. das Kunstwerk „No Limit“ von Rupert Fieger aus Eichstätt zum Ausdruck, dessen Kunstwerk das römische Erbe in Landschaft, Sprache und Kultur über die Grenzen von Zeit und Ort hinweg verdeutlicht. 

I

Kipfenberg - an der Wegekreuzung des DLR und des Altmühltal-Radweg gelegen ist ein beliebter Etappen- bzw. Pausenort. Am Marktplatz befinden sich Gasthäuser mit schönen Freiplätzen. 

 In Kipfenberg quert der Altmühltal-Radweg schräg versetzt die Pfahldorfer Straße 

Pfünz (abseits der Route)

Die Ortschaft Pfünz liegt südlich der Limes-Radwegroute direkt am Altmühltal-Radweg. Das Museum für Ur- und Frühgeschichte auf der Willibaldsburg bietet in seiner großen römischen Abteilung vor allem Funde aus den Römerkastellen Pfünz und Böhming sowie der Zivilsiedlung Nassenfels. Neu ist ein detailgetreues Modell des Römerkastells Pfünz, das ebenfalls im Museum ausgestellt ist. Von Eichstätt aus ist ein Abstecher nach Möckenlohe (ca. 9 km) möglich zu einem vollständig rekonstruierten Hauptgebäude eines römischen Gutshofes (villa rustica), in dem sich ein Museum mit Originalfunden und mit Informationen über die römische Landwirtschaft befindet; angeschlossen ist ein römischer Haustierpark.

Foto: KUNSTamBANDamLIMES in Walting

Böhming (2 km abseits der Route)

Bevor man über die Brücke nach Kipfenberg fährt, kreuzt auf der Pfahlstraße der Altmühltal-Radweg (rechts nach Böhming abzweigen).  

Eine Kirche in der Altmühlniederung westlich des Ortes liegt innerhalb des Lagers. Kastellumwehrung auf allen Seiten als deutlicher Wall erkennbar. Das Kastell liegt 800 m vom Limes entfernt.

Streckenabschnitt Kipfenberg - Altmannstein - Hienheim (40 km)

Vom Ortskern Kipfenberg hinauf zur Burg steht eine kurze aber knackige 12 % Steigung an, die sich bis zum Ort Gelbelsee allmählich abflacht (160 hm). Der schweißtreibende Anstieg bringt den Vorteil mit sich, dass der exponierte Streckenverlauf schöne Ausblicke auf Kipfenberg erlaubt.

Auch wenn die Steigung kurzzeitig ihren Schweißtribut abverlangt, so entschädigen mehrere Aussichtspunkte über die wunderschön gelegene Marktgemeinde Kipfenberg im Altmühltal für die Strapazen.

Nach dem steilsten Abschnitt der knackigen Bergfahrt kommt der vom Wald umsäumte Biergarten beim Römer- und Bajuwarenmuseum auf der Burg Kipfenberg zur entspannten Pause gerade recht. Die Weiterfahrt nach Gelbelsee weist nur noch eine moderate Steigung auf.

Das Römer und Bajuwarenmuseum Burg Kipfenberg ist ein archäologisches, volkskundliches und heimatkundliches Museum des Marktes Kipfenberg im oberbayerischen Landkreis Eichstätt. Der Schwerpunkt des Museums liegt auf der Darstellung der Römerzeit in der Provinz Raetia, Aufbau und Fall des Limes, der Völkerwanderungszeit und der Zeit der ersten Bajuwaren in der Region Altmühltal. Das Museum wurde 1999 vom Verein der Freunde und Förderer des Römer und Bajuwaren Museums Burg Kipfenberg e. V. gegründet und bis 2017 betrieben (Partnermuseum der Archäologischen Staatssammlung in München). Seit 2018 betreibt die Marktgemeinde Kipfenberg in alleiniger personeller und organisatorischer Verantwortung das Museum. 2006 wurde zs. der regionale Infopoint Limes untergebracht. Anlass für den Aufbau des Museums war in der Nähe die Entdeckung eines aufsehenerregenden germanischen Kriegergrabes mit einer reichhaltigen Beigabenausstattung im Jahr 1990.

Besucher sind herzlich eingeladen, das kulturelle Erbe und seinen Einfluss im Römer- und Bajuwarenmuseum neugierig zu inspizieren. Das Museum auf der Burg Kipfenberg mit Infopoint Limes zeigt die Römer in der Provinz Raetien, Aufbau und Fall des Limes und das Grab eines reichen Germanen, der im spätrömischen Heer als Soldat gedient hatte. Besondere Attraktion: Wer sich einmal als richtiger Römer fühlen will, für den bietet das Römer- und Bajuwarenmuseum Burg Kipfenberg die einzigartige Chance, mit Freunden oder der Familie in die Rolle eines Römers zu schlüpfen. Dazu gehört z.B. im Legionärszelt schlafen, Schmackhaftes am Lagerfeuer zubereiten, Patrouillengänge am Limes unternehmen, historisches Handwerk ausprobieren und vieles andere mehr.  

Östlich vom Ort gelegen ist auch heute noch die Limesmauer als deutlicher Schuttwall zu erkennen. Der 18 km lange Limesrundweg führt zum nachgebauten Wachtturm, am Limes entlang und zu den Kunstwerken „No limit” und „Römer”. 

Der Markt Kipfenberg ist laut Landesvermesssungsamt in unmittelbarer Nähe der Burg geographischer Mittelpunkt von Bayern. Das war natürlich nicht immer so, denn zur Römerzeit verlief hier die Grenze zwischen den "zivilisierten" Welt zum "wilden" Land.

Römergedenksäule Denkendorf

Auf ausdrücklichen Wunsch von König Max II. Joseph begann 1852 der bayerische Staat, Gedenktafeln und Gedenksteine an geschichtlich bemerkenswerten Stätten im Königreich Bayern aufzustellen und dabei die Art ihrer Ausführung verbindlich vorzuschreiben. Innerhalb von nur zwei Jahren waren in Bayern bereits 120 Gedenktafeln und Gedenksteine aufgestellt, darunter drei am Limes. 

An der sogenannten „Teufelsmauer“, wie der Limes im Volksmund einst genannt wurde, wurden Standorte bevorzugt die der Publikumswirksamkeit wegen den Limes dort kennzeichnen, wo sich verkehrsreiche Straßen kreuzten. Die Gedenksteine sind in der Regel Vierkantstelen mit quadratischem Grundriss von 53 Zentimetern Seitenlänge auf dreifach zurückspringenden quadratischen Sockeln mit rund 180, 120 und 65 Zentimetern Seitenlänge und mehr als zwei Meter Gesamthöhe. 

Der Limesstein Denkendorf („Maxlstein“) steht am Mühlwegäcker am Ortsrand von Denkendorf. Der neuzeitliche Gedenkstein erinnert an die Tradition von Max II. Joseph, derartige Steine entlang des Limes aufstellen zu lassen. Er ist eine denkmalgeschützte, neuzeitliche Replik einer der fünf ausgeführten und erhalten gebliebenen Limes-Gedenksteinen aus dem Jahr 1861 und markiert den Verlauf der römischen Grenzmauer im Gemeindegebiet. Wer aufmerksam die Umgebung betrachtet entdeckt noch vereinzelte Spuren als Feldweg, Hecke oder flacher Schuttwall. Im Gemeindewappen ist der Gedenkstein stilisiert dargestellt.

Vierseitige Inschriften:

Der Pfahlrain, limes Danubianus, Vallum Hadriani auch Probi, später die Teufelsmauer genannt, unter Kaiser Hadrianus angelegt und unter Kaiser Probus noch mehr befestigt

Dieser Gedenkstein wurde errichtet unter König Max II. im Jahre 1861

Gedenkstein: Landmarkung zwischen dem einstigen Reiche der Römer und Germanen. Anfang am sog. Haderfleck zwischen Hienheim und Weltenburg. 

Westliche Hauptrichtung durch Bayern und Würtenberg bis zu Rems und Lorch. Sodan nordwestlich an den Main und Rain

Der Pfahlrain zieht von der Donau über Altmannstein, die Landshuter = Beilngrieser Staatsstraße bei Sandersdorf überschreiend über Zandt hier vorüber nach Kiepfenberg

Im heutigen Gewerbegebiet läßt sich vom Limes nur seine Richtung am Verlauf der Straße erahnen. Erst im nah gelegenen Wäldchen südöstlich von Denkendorf sind Spuren des Limes als Steinwall bzw. in 300 Meter Entfernung mit der Turmstelle noch sichtbar.

Bild oben: schmucker Ortskern Altmannstein

Östlich der Straße Altmannstein-Mendorf: Schuttwall der Mauer sehr gut erhalten; streckenweise noch Mauerschalen erkennbar. Reste des WP 15/31. Hienheimer Forst: Reste mehrerer WP und Teile des Schuttwalls der Limesmauer erhalten. WP 15/42: Ruine des Steinturmes und Ringgraben des Holzturms erkennbar.

An der Straße Hienheim - Kelheim 

Moderne Interpretation eines hölzernen Limeswachtturms mit umfangreichen Informationen zum Limes. Von dort aus gute Sicht bis weit ins Donautal und nach Eining. Östlich der Straße sog. Hadriansäule, 1861 unter König Max II. von Bayern am Limes unweit der Donau errichtet. Der Schuttwall der Limesmauer ist hier sehr gut erhalten.

Pförring 

Etwa 1 km nördlich des Ortes liegt das Kastell Pförring, das antike Celeusum. Der römische Name leitet sich vom naheliegenden Kelsbach ab. Unter Kaiser Trajan (117– 138 n. Chr.) ist dort ein Holz-Erde-Kastell errichtet worden, das 141 n. Chr. in Stein ausgebaut wurde. Hiervon zeugt die Bauinschrift, die bis heute erhalten ist und auf dem Marktplatz in Pförring besichtigt werden kann. Das Kastell war Standort einer Reitereinheit und diente der Sicherung des Limes und des Donauüberganges. Das Steinkastell mit einer Grundfläche von 3,9 ha hatte einen nahezu quadratischen Grundriss (194 x 201 m). Es verfügte über Ecktürme und vier Tore, die mit von zwei Türmen flankierten Doppeldurchfahrten ausgestattet waren. Eines der Tore wurde als begehbare Stahlkonstruktion visualisiert. Um das gesamte Kastellgelände führt ein Rundweg.

 Kurz vor Hienheim (Landkreis Kelheim) bietet sich ein kurzer Abstecher zur sog. "Hadriansäule" und einem rekonstruierten Limes-Wachturm an. Der Abstecher liegt nur 1.6 km von der Route entfernt. Anstatt ins Dorf zu fahren einfach geradeaus bis zur Kelheimer Straße radeln, dort links abbiegen und nach 1.3 km beim Parkplatz (Hadriansäule) abermals links abzweigen. Hier setzt sich ein 300 m langer Schotterweg fort. Der Rückweg erfolgt auf derselben Route, wobei dann Hienheim durchquert wird und anschließend zur Fähranlegestelle radelt (Gesamstrecke Limes-Wachturm -Fähranlegestelle One Way 3.8 km). 

 "Hadriansäule" / Rekonstruierter Limeswachturm

Bei Hienheim auf der Nordseite der Donau traf der Obergermanisch-Raetische Limes auf die Donau, dessen Schuttwall, der ursprünglich ca. 3 m hohen Limesmauer („Teufelsmauer“) heute noch an manchen Stellen erkennbar ist. 

Zur Markierung des hier beginnenden Raetischen (Land-) Limes unweit der Donau gelegen, wurde an der Straße Hienheim-Kelheim der als „Hadrianssäule“ bezeichnete Gedenkstein errichtet. Publius Aelius Hadrianus (*76 n. Chr., †138 n. Chr.) war der vierzehnte römische Kaiser. Hadrian war ebenso wie sein Großonkel und kaiserlicher Vorgänger Trajan in Hispanien (heutiges Spanien) beheimatet.  

Auf der Inschrift, der im 19. Jahrhundert errichteten Säule steht zur Erinnerung an den Limes geschrieben:

Hier am linken Donauufer beginnt der von den römischen Kaisern Trajan, Hadrian und Probus in den Jahren 117 bis 282 n.Chr. gegen die Teutschen angelegte bis an den Rhein laufende Wall auch Teufelsmauer genannt.“

Wenngleich die Inschrift heute wissenschaftlich zum Teil überholt ist, erinnert die Steinsäule an den ehemaligen Grenzeverlauf des Römerreiches. Hadrian (* 24. Januar 76, † 10. Juli 138 n.Chr.) - der den Hadrianswall (gehört zur Grenzbefestigung des britannischen Limes, der heutigen Grenze zwischen Schottland und England) und das Pantheon (ein zur Kirche umgeweihtes antikes Bauwerk in Rom) errichten/fertigstellen ließ - trat als kaiserliche Lichtgestalt mit einer Vielzahl von Bauwerken während seiner Herrschaftszeit in Erscheinung. Dazu gehört auch, dass er den obergermanischen Limes mit Gräben, Palisaden und Schutzwällen verstärken ließ. Die Imperatoren Trajan und Hadrian führten das Weltreich damals zu seiner größten Blüte. Bezeichnenderweise waren es die Römer, die den Begriff „Imperium" (leitet sich von dem lateinischen  Verb „imperare" ab, was so viel wie  „herrschen", „befehlen“ oder „gebieten“ bedeutet) erstmals verwendeten. 

Eisenstelen säumen den Wegesrand zum Limes-Wachturm, was beim Radfahrer auf dem Schotterweg zweifelsohne für gesteigerte Spannung sorgt, bis endlich der Limes-Wachturm ins Blickfeld rückt.

300 Meter westlich von der Hadriansäule entfernt, wurde der rekonstruierte Holzturm errichtet, der etwas abseits der nachgewiesenen Turmstelle Wp. 15/45 errichtet wurde. 500 Meter in östlicher Richtung sind die Konturen des Limes an der Donau in einem Feldrain heute noch sichtbar.

Natürlich ist der Limes-Wachturm - wie alle rekonstruierten Bauwerke - ein Nachbau eines römischen Wachturmes. An derselben Stelle stand zuvor (1975 - 2009) ein Vorgängerbau, der durch Brandstiftung leider vollständig zerstört wurde. 

Der neu errichtete Limes-Wachturm in Stahlskelettbauweise mit Holzverkleidung und modernen "Zeitfenstern" befindet sich in der Nähe des nachgewiesenen Wachtpostens 15/46 nördlich von Hienheim. Dem aufmerksamen Besucher bzw. eingefleischten "Römerfan" entgeht auf der gegenüberliegenden Donauseite die Anhöhe des Weinbergs nicht, von dem eine direkte Sichtverbindung sowohl zum Wachturm WP bei Hienheim als auch zum Auxiliarkastell Abusina bestand und der heute Teil des UNESCO-Welterbes "Grenzen des Römischen Reiches" ist. Schautafeln vermitteln Informationen zur Epoche der Römer und erläutern die Situation an römischen Wachtürmen. Südlich des Turmnachbaus ist ein Limeswall (Höhe ca. 40 - 50 cm) erkennbar, der rund 200 m östlich auf die verbliebenen indirekten Spuren des dortigen römischen Holzturms trifft. 

Gierseilfähre Hienheim - Eining 

Für Radfahrer ist die Gierseilfähre ein wahrer Segen, weil am gegenüberliegenden Ufer insgesamt acht Fern- und Themenradwege aufeinandertreffen. Die Geschichte des Ortes ist eng mit dieser Fährverbindung verflochten, denn nachweislich wird die Überfuhr bereits im Jahr 1270 erwähnt.

Bei Sturm, Hoch- Niedrigwasser oder Starkregen ist der Fährbetrieb eingestellt (Mittagspause beachten). Zur Winterpause ist die Fähre vom 3. Oktober bis 1. April außer Betrieb!

 Umfahrungsalternative bei eingestelltem Fährbetrieb (Eining/Hienheim)

Falls die Fähre außer Betrieb ist, besteht für Radfahrer auf unasphaltierten Feldwegen entlang der Donau, Ilm und Abens eine unbeschilderte Umfahrungsalternative, die obendrein landschaftlichen Hochgenuss bietet. Streckenbeschreibung: Von der Anlegestelle Hienheim verläuft ein 6 km langer Feldweg entlang des Flussufers durch idyllische Donauauen flussaufwärts zur Donaubrücke (B 299). Nach der Donauüberquerung (1.4 km) erfolgt quasi eine 180° Kehrtwende.

Nach der Donauüberquerung (1.4 km) verläuft ein Dammweg zunächst 2.6 km flussabwärts zwischen Donau und Ilm (diese mündet dort in die Abens) und radelt schließlich entlang der Abens nach Eining (3.5 km) → Anschluss DLR.

Verkehrsfreie Donauüberquerung parallel der B 299

Gesamtdistanz der Umfahrung: 13.5 km / ca. 80 hm

 (Römer-) Museen in Bayern

Museum für Ur- und Frühgeschichte
Burgstraße 19
85072 Eichstätt

Tel.: 08421/89450

webmaster@histver.de

www.histver.de/museum/

Archäologisches Museum Gunzenhausen
Brunnenstraße 1
91710 Gunzenhausen

Tel.: 09831/508306

stadt@gunzenhausen.de

www.archaeologisches-museum.gunzenhausen.de

Stadtmuseum Ingolstadt
Auf der Schanz 45
85049 Ingolstadt

Tel.: 0841/3051885

stadtmuseum@ingolstadt.de

www.ingolstadt.de/Kultur_Freizeit/Museen_Ausstellungen/Stadtmuseum/

Römer und Bajuwaren Museum
Burg Kipfenberg
85110 Kipfenberg

Tel.: 08465/905707

bajuwarenmuseum@altmuehlnet.de

www.bajuwaren-kipfenberg.de

Bayerisches Limes-Informationszentrum
Martin-Luther-Platz 3 — 5
91781 Weißenburg i. Bay.

Tel.: 09141/907189

limesinfozentrum@weissenburg.de

www.museen-weissenburg.de

RömerMuseum Weißenburg
Martin-Luther-Platz 3 — 5
91781 Weißenburg i. Bay.

Tel.: 09141/907189

museum@weissenburg.de

www.museen-weissenburg.de

LIMESEUM und Römerpark Ruffenhofen
Römerpark Ruffenhofen 1
91749 Wittelshofen

Tel.: 09854/9799242

info@roemerpark-ruffenhofen.de

www.limeseum.de