Radwege -suche
Deutscher Limes-Radweg - Obergermanischer Limes
Streckendaten
Ausgangspunkt: Rheinbrohl / Bad Hönningen
Endpunkt: Holzhausen an der Haide
Streckenlänge: 98,2 km
Höhenmeter: 1646 hm (empfohlene Fahrtrichtung)
Der Startpunkt dieser Etappe in Rheinbrohl befindet sich an der Schnittstelle zwischen den römischen Provinzen »Germania inferior« (Niedergermanien) und »Germania superior« (Obergermanien). Der Obergermanische Limes, als Ostgrenze der Provinz »Germania superior« stellte die Landverbinung zwischen dem Rhein und dem Main im heutigen hessischen Bundesland her.
Sobald in Rheinbrohl die natürliche Rheingrenze des Niedergermanischen Limes verlassen wird, setzt sich der sog. Landlimes - der Obergermanische Limes (Provinz »Germania superior«) - ins bergigere Landesinnere fort (Obergermanien). Die Etappe endet nach 98 km südlich von Holzhausen an der Haide (Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis) an der Bundeslandgrenze Rheinland-Pfalz / Hessen.
Streckengrafik
Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.
Der Obergermanisch-Raetische Limes umfasst eine Länge von 550 Kilometern* und durchzieht von Bad Hönningen/ Rheinbrohl am Rhein (Rheinland Pfalz) bis zum Kastell Eining an der Donau (Niederbayern) über 150 Kommunen und 20 Landkreise. Der Grenzabschnitt wurde in mehreren Bauphasen zwischen 100 n. Chr. und dem Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichtet, deren Befestigung im Wesentlichen aus Kastellen, Wachttürmen, Mauern, Wällen und Palisaden bestand. *Der Zickzackkurs des DLR entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes ergibt eine Wegstrecke von 760 km, womit die Radstrecke im Vgl. zum römischen Grenzverlauf 210 km länger ist.
Beschilderung
Das Logo mit dem stilisierten Wachtturm ist die offizielle Markierung des Deutschen Limes-Radweg. Der Obergermanisch-Raetische Limes ist durchgängig mit (rot-) braunen Hinweisschildern und einheitlichem Logo (Buchstaben „D“ und „L“ im umfassten Limesturm) in beiden Fahrtrichtungen gekennzeichnet.
Großformatige Radwegschilder bzw. Einschubplaketten an Hauptwegweisern kennzeichnen den Routenverlauf. Dennoch ist es ratsam, zusätzlich eine App oder GPS-Navigation zu verwenden. Sollte die GPS-Trackanzeige wider Erwarten doch einmal von der Beschilderung abweichen, empfehlen wir der offiziellen Wegweisung zu folgen.
Inkludiert mit der 18 km lange Strecke am Niedergermaischen Limes durch Rheinland-Pfalz, beläuft sich der gesamte rheinlandpfälzische Streckenanteil am Obergermaischen Limes auf 116 Kilometer.
Streckencharakteristik
Geradelt wird abwechselnd auf Radwegen, verkehrsberuhigen Nebenstraßen, Flurbereinigungswegen sowie naturnahen Wald- und Schotterwegen, wobei die Bodenbeschaffenheit im Allgemeinen recht gut ist. Die Fahrbahnoberfläche besteht abwechselnd aus asphaltierten, geschotterten, gepflasterten oder wassergebundenen Untergrund. Das Streckenprofil weist den üblichen hügeligen "Landlimes-Charakter" auf - einhergehend mit entsprechenden Höhenmetern. Schließlich verlief der "Trockene Limes" vornehmlich über Höhenrücken (Wachttürme wurden meist in Sichtweite zueinander errichtet), was dementsprechend mit einem ständigen Up & Down einhergeht.
So steigungsfrei wie sich der Niedergermanische Limes am Rhein ("Nasser Limes") präsentiert, ist die Nachfolgeetappe am Obergermanischen Limes (Landlimes) in Rheinland Pfalz also beileibe nicht. Der relativ kurze Abschnitt zwischen Bad Rheinbrohl (58 m ü.NN.) bis zum Etappenziel Holzhausen an der Haide (403 m ü.NN.) enthält auf 98 km Länge immerhin knapp 1.700 Höhenmeter. Der Unterschied zwischen Flussradweg und Landlimes-Verbindung wird unweigerlich spürbar. Bereits im Starort Rheinbrohl im Landkreis Neuwied am rechten Ufer des Mittelrheins gelegen, beginnt abrupt ein längerer Anstieg zur Wüstung Rockenfeld hinauf (315 hm). Die größte Höhendifferenz von rund 350 Meter verbirgt sich zwischen Bad Ems (KM 67) und Bechteln, wo gleichzeitig der Streckenzenit dieser Etappe überschritten wird (425 m ü.NN.).
Während der Deutsche Limes-Wanderweg ohne größere Abweichungen entlang des römischen Grenzwall folgt, weicht der Deutsche Limes-Radweg hinsichtlich der Befahrbarkeit notgedrungen auf bestehende Rad- Forst- Flurbereinigungs- und Schotterwege sowie Nebenstraßen aus, woraus sich ein regelrechter Zickzackkurs ergibt. Da der Limes in einer direkten Linie (richtungsändernde Geraden) über strategisch wichtige Landmarken verlief, führt der DLR über Berg und Tal, was sich an der Höhenmeterangabe ablesen lässt.
Insbesondere die bergigen Landlimesabschnitte erfordern eine gute Kondition (Kraftausdauer), wobei sich die körperliche Belastung für ebiker entsprechend der Akku-Zuschaltung relativiert. Die Reichweitenkapazität (Höhenmeter saugen Strom) sollte im Auge behalten werden!

Je nach Streckeprofil, körperlicher Fitness und Interesse an der Römergeschichte ergibt sich eine "rechnerische" Tagesreichweite. Gerade weil es in Deutschland keinen anderen Themenradweg gibt, der wie an einer Perlenkette aufgereiht soviel dichtgedrängte Attraktionen und Sehenwürdigkeiten bietet, sollten Limesradler das Motto „Auf den Spuren der Römer radeln“ beherzigen und wissbegiertig in die Zeit der Antike eintauchen, anstatt "blindlings" von Ort zu Ort zu eilen. Um unterwegs stets im Bilde zu sein wo sich archäologische Denkmäler befinden ist es hilfreich, sich die Standorte (POI's) in chronologischer Reihenfolge zu notieren (filterbar via interaktive Kartengraphik des Vereins Deutsche Limes-Straße). Die Besichtigung von Kastellen, Badeanlagen und rekonstruierten Wachttürme mitsamt ihrer Grenzbefestigungen (Wallanlagen, Gräben, Mauern und Palisaden) sowie das Sammelsurium an Informationsschautafeln bedarf einer ausgeklügelten Zeiteinteilung. Zudem vermitteln Römermuseen mit ihren zahllosen archäologischen Fundstücken wertvolles Fachwissen. In Anbetracht dessen sollte das Tagespensum (Etappenlänge) zweckmäßig angepasst werden.
Etappenplanung
Angesichts der vielfältigen römischen Relikte empfiehlt es sich genügend Zeit einzuplanen. Die Tour führt entlang der Außengrenze der römischen Provinz Obergermanien (»Germania superior«) zu spektakulären Fundplätzen und Ausgrabungsstätten, die eine beeindruckende Kulturgeschichte widerspiegeln.
Für den recht bergigen Obergermanisch-Raetischen Limes durch Rheinland Pfalz ist eine zweitägige Etappentour (Ø Tagespensum 49 km) ratsam, um sehenswerte Zeugnisse und rekonstruierte Nachbauten angemessen würdigen zu können.
Größere Ortschaften oder Tourismusorte verfügen i.d.R. eine adäquate Auswahl an Hotels, Gasthöfen und Pensionen. Während Individualreisende (1-2 Pers.) Unterkünfte i.d.R. durchaus kurzfristiger buchen können, tun dies Gruppenreisende vor allem in der Hauptsaison (Juli/August) besser frühzeitig.
Streckenbeschreibung
Auf Bad Hönninger Gebiet wurde aus römischen Bruchsteinen nahe des ursprünglichen Standortes (Rheinbrohl) rekonstruiert. WP 1/8 Limes- Lehr-Pfad, restauriertes Originalfundament. WP 1/9 nahe des ursprünglichen Standortes auf dem Beulenberg in Rheinbrohl wurde als begehbarer Holz-Aussichtsturm errichtet. Das Erlebnismuseum RömerWelt führt interaktiv und spielerisch an das umfassende Thema Römer und Limes heran. Hier wird die römische Geschichte lebendig.
Zwischen Rheinbrohl und Neuwied
Der Limes zieht sich über einen Ausläufer des Westerwaldes, wo die Befestigung streckenweise gut erhalten ist. Durch Wanderwege wie den Westerwaldsteig, der in Rheinbrohl/Arienheller identisch mit dem Limeswanderweg ist, sind die Originalstellen gut zugänglich. Die schönste Strecke reicht von Arienheller, vorbei an den inszenierten Turmfundamenten am WP 1/8, Richtung WP 1/9 auf dem Beulenberg.
Neuwied
Die Kastelle in den Ortsteilen Heddesdorf und Niederbieber lösten einander ab. Das Ende des 2. Jahrhunderts gegründete Kastell von Niederbieber war über 5 ha groß, wahrscheinlich lagen dort zwei Einheiten. Zahlreiche außergewöhnliche Fundstücke verweisen auf Reiterei. Das Kastellbad von Niederbieber ist obertägig im Grundriss kenntlich. Bei der Reithalle in Oberbieber wurde ein Pali- sadennachbau errichtet. Ein spätantiker Burgus bestand in Engers. Das Mauerwerk des Kernbaus befindet sich im Kellerbereich einer Wohnanlage und ist nach Absprache zugänglich.
Zwischen Neuwied und Bendorf
Auf dem Wingertsberg nördlich von Oberbieber wurde WP 1/37 nachgebaut. Im Distrikt „Sandschleife“ im Heimbach-Weiser-Gladbacher-Wald (HWG-Wald) ist der Limes auf Teilabschnitten hervorragend erhalten. Wall und Graben lassen sich im Gelände verfolgen.
Bei WP 1/40 „Auf der Alteck“ wurde einer der höchst seltenen sechseckigen Turmgrundrisse ausgegraben. Die Umfassungsmauern des Kleinkastells Anhausen bei WP 1/41 sind im Gelände als Schuttwälle ablesbar. Dieses Kastell oberhalb des Neuwieder Beckens befindet sich am nördlichsten Punkt der Deutschen Limes-Straße. Ausgehend vom Wanderparkplatz Heidegraben führt eine Rundwanderung auf dem 13,5 km langen „Historischen Römer- und Keltenweg” zum Kleinkastell Anhausen, zum Limesverlauf sowie zu mehreren Wachtturmstellen.
Bendorf
Spuren mehrerer früher Holz-Erde-Kastelle, eines steinernen Kastellbades und umfangreiche Teile des Kastellvicus sind bekannt. Auf dem Pulverberg, oberhalb von Sayn, wurde bereits im Jahr 1912 ein einzigartiger Limes- Erlebnisraum geschaffen. Hierzu gehört der denkmalgeschützte, in den Jahren 2009/2010 aufwändig restaurierte Nachbau eines römischen Wachtturms (neben den Fundamenten von WP 1/54) mit Wall und Palisaden und die nach dem Streckenkommissar der Reichslimeskommission benannte „Löschke-Ruhe“, ein in Bruchstein gemauerter Aussichtspunkt am Limes.
Zwischen Bendorf und Hillscheid
Zwischen WP 1/63 und WP 1/64 liegt das Kleinkastell Ferbach. Wall und Graben der Limeslinie im Vorfeld sind hervorragend erhalten. Südöstlich vom Kastell Ferbach befinden sich gut sichtbare Limes- abschnitte im Vallendarer Stadtwald südlich von Höhr.
Hillscheid
Steinturmnachbau in der Nähe von WP 1/68. Das Turminnere über drei Stockwerke ist museal gestaltet. Das Kleinkastell auf der Höhe nördlich von Hillscheid ist seit 2003 in den Grundmauern markiert. Erläuterung durch Hinweistafeln vor Ort.
In unmittelbarer Nähe des Limesturms finden Sie einen „römischen Nutzgarten“ (hortus rusticus) mit einem kleinen Rebgarten, Kräuter- und Staudenbeeten, Obstbäumen so- wie einem Atriumbeet, in dem eine Skulptur des Faunus die Besucher begrüßt. Weitere Besonderheiten sind ein „römischer Backofen“ und der Weidenflechtzaun im Eingangsbereich des Gartens. Ausgehend vom Limesturm erschließt der ca. 5 km lange Rundwanderweg „Limespfad Hillscheid” mehrere römische Sehenswürdigkeiten.
Zwischen Hillscheid und Arzbach
Östlich von Hillscheid im Bereich von WP 1/72 und WP 1/73 sind Wall und Graben des Limes sehr gut erhalten.
Arzbach
Kastell am südlichen Ortseingang zum Schutz des tief eingeschnittenen Emsbachtales; vor Ort durch Tafel erläutert. Bei WP 1/84 auf dem „Großen Kopf“ sogenannter Stefansturm, nachgebauter Limesturm mit Panoramablick.
Bad Ems
An drei Standorten befinden sich Palisadennach- bauten sowie entlang des gesamten Limesverlaufs zahlreiche Infotafeln. Südlich der Lahn auf dem Wintersberg wurde der 1858 ausgegrabene WP 2/1 zu Ehren Kaiser Wilhelms I. wieder aufgebaut. Auf der Gemarkung Bad Ems bestanden drei Kastelle: das Auxiliarkastell, das Kleinkastell „Auf der Schanz” am südlichen Ufer der Lahn und das Kleinkastell auf dem Blöskopf aus dem 1. Jahrhundert. Die römischen Funde sind in der neuen Limesabteilung im Kur- und Stadtmuseum zu besichtigen. Auf der Bahnhofsbrücke zeigt ein Stereoskop, wie Bad Ems hier in römischer Zeit ausgesehen hat.
Nassau
Der Limeswanderweg im Naturpark Nassau reicht von Hillscheid bis zum Kastell Holzhausen. Auf zahlreichen Infotafeln werden der Limes, seine Befestigung sowie das militärische Leben der Römer erklärt. Auf diesem Abschnitt befindet sich südlich der Lahn der Drei-Kastell-Rundweg, der die Kastelle Pohl (Nachbau), Pfarrhofen und Holzhausen besonders in Szene setzt. Der Rundweg für Wanderer und Radfahrer wurde von den Verbandsgemeinden Nastätten, Nassau und Katzenelnbogen eingerichtet.
Pohl
In den bewaldeten Abschnitten zwischen Hunzel und Pohl sind Limeswall und Limesgraben noch sehr gut erhalten. Auch der WP 2/21 ist im Gelände auszumachen. Der Limes, auch Pfahlgraben genannt, gab der Gemeinde Pohl den vom Wort „Pfahl“ hergeleiteten Namen. An der Stelle, an der der Limes einen großen Bogen nördlich um den Ort herum macht, lag ein Kleinkastell mit einer Fläche von rund 30 m x 40 m, das mit Holz-Erde-Mauer und Spitzgraben befestigt war.
Das Limeskastell Pohl ist ein nach heutigem Forschungs- stand authentischer Nachbau eines Kleinkastells mit einem Wachtturm. Diese in Deutschland einzigartige Anlage ist als Freilichtmuseum konzipiert und liegt – eingebettet in landschaftlich reizvoller Umgebung – direkt an der Deutschen Limes-Straße (B 260, Bäderstraße Taunus) zwischen Wiesbaden und Bad Ems am südöstlichen Beginn des rheinland-pfälzischen Limesabschnittes. Das Limeskastell Pohl bietet sich als Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Informationsort sowie als zentraler Ausgangspunkt für viele Aktivitäten in der Region an.
Pfarrhofen
Das Kleinkastell Pfarrhofen (Nastätten-Miehlen), 180 m hinter dem Limes bei WP 2/28 gelegen, verfügte mit rechtwinkligen Ecken über eine Besonderheit, die nur we- nige Kastelle am Limes aufweisen. Normalerweise sind die Ecken der Kastelle abgerundet. Spuren der Umwehrung des quadratischen Kastells von 0,15 ha Größe haben sich im Hochwald erhalten.
Zwischen Bad Ems und Holzhausen
Wall und Graben der Limesbefestigung zeichnen sich eindrucksvoll im Wald zwischen Schweighausen und Dornholzhausen ab. In der Nähe von WP 2/25 sind gut erhaltene Streckenabschnitte des Limes zu finden. Östlich des Kastells Holzhausen ist der Limes hervorragend erhalten. Er wurde lediglich vor dem Kastell eingeebnet.
Holzhausen
Das Kastell befindet sich unterhalb des 544 m hohen Grauen Kopfes. Mit nur 1,4 ha gehört es zu den klein- sten Kohortenkastellen (Infanterie-Einheiten) am Obergermanisch-Raetischen Limes. Es ist eines der besterhaltenen Kastelle mit konservierten Grundmauern. Die sichtbaren Überreste betreffen die Verteidigungsgräben, Kastellecken mit Einbauten, Tore und das Fahnenheiligtum. Die Baureste des Kastellvicus sind zum Teil als leichte Erhebungen im Gelände erkennbar. Die Militäranlage von Holzhausen liegt an der Grenze des Naturparks Nassau zum hessischen Naturpark Rhein-Taunus. Quelle: Deutsche Limes-Straße e.V.
(Römer-) Museen in Rheinland Pfalz
RömerWelt am Caput Limitis / Limesinformationszentrum
Arienheller 1
56598 Rheinbrohl
Mail: info@roemer-welt.de
Web: roemer-welt
Museum Bad Ems
Römerstraße 97
56130 Bad Ems
Tel.: 02603 - 35 72
Landesmuseum Koblenz
Festung Ehrenbreitstein
56077 Koblenz
Tel.: 0261 - 667 50
landesmuseumkoblenz@gdke.rlp.de
www.torzumwelterbe.de/festung-ehrenbreitstein
Landesmuseum Mainz
Große Bleiche 49 - 51
55116 Mainz
Tel.: 06131 - 285 70
landesmuseummainz@gdke.rlp.de
Römisch-Germanisches Zentralmuseum
Ernst-Ludwig-Platz 2
55116 Mainz
Tel.: 06131 - 912 40
