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Welterbe - Grenzen des Römischen Reiches - Obergermanisch-Raetischer Limes
Deutscher Limes-Radweg - Obergermanischer Limes
Streckendaten
Ausgangspunkt: Holzhausen an der Haide (Meereshöhe: 393 m)
Endpunkt: Amorbach (südlich Miltenberg)
Streckenlänge: 281 km
Höhenmeter: 2475 hm (empfohlene Fahrtrichtung)
Der hessische Streckenteil des Obergermanischen Limes startet südlich von Holzhausen an der Haide (Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis) kurz nachdem die Bundeslandgrenze zu Rheinland-Pfalz überquert wurde.
Nach 203 km trifft die Route in Großkrotzenburg südlich von Hanau auf den Main (15 km danach wird südlich von Seligenstadt die Grenze zu Bayern überschritten). Der Mainlimes wird auf einer Länge von 65 km bis Miltenberg befahren, bevor die Limesroute in südlicher Richtung abzweigt und nach 13 km auf Baden Württemberg trifft (2 km hinter Schneeberg).
Streckengrafik
Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.
Der Obergermanisch-Raetische Limes umfasst eine Länge von 550 Kilometern* und durchzieht von Bad Hönningen/ Rheinbrohl am Rhein (Rheinland Pfalz) bis zum Kastell Eining an der Donau (Niederbayern) über 150 Kommunen und 20 Landkreise. Der Grenzabschnitt wurde in mehreren Bauphasen zwischen 100 n. Chr. und dem Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. errichtet, deren Befestigung im Wesentlichen aus Kastellen, Wachttürmen, Mauern, Wällen und Palisaden bestand. *Der Zickzackkurs des DLR entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes ergibt eine Wegstrecke von 760 km, womit die Radstrecke im Vgl. zum römischen Grenzverlauf 210 km länger ist.
Streckensegmente in Bayern
In Bayern besteht der DLR entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes aus drei Streckenabschnitten. Am Mainlimes südlich von Seligenstadt beginnt an der Bundeslandgrenze zu Hessen der erste bayerische Teilabschnitt. Die Route führt über Miltenberg 50 km entlang des Main, wo sich dann ein kurzer Landlimesabschnitt nach Schneeberg (Unterfranken) anschließt der zur Landesgrenze Baden-Württemberg führt (13 km). Somit entfallen 218 km auf den hessischen bzw. 63 km auf den bayerischen Streckenanteil.
Beschilderung
Das Logo mit dem stilisierten Wachtturm ist die offizielle Markierung des Deutschen Limes-Radweg. Der Obergermanisch-Raetische Limes ist durchgängig mit (rot-) braunen Hinweisschildern und einheitlichem Logo (Buchstaben „D“ und „L“ im umfassten Limesturm) in beiden Fahrtrichtungen gekennzeichnet.
Großformatige Radwegschilder bzw. Einschubplaketten an Hauptwegweisern kennzeichnen den Routenverlauf. Dennoch ist es ratsam, zusätzlich eine App oder GPS-Navigation zu verwenden. Sollte die GPS-Trackanzeige wider Erwarten doch einmal von der Beschilderung abweichen, empfehlen wir der offiziellen Wegweisung zu folgen.
Streckencharakter
Geradelt wird abwechselnd auf Radwegen, verkehrsberuhigen Nebenstraßen, Flurbereinigungswegen sowie naturnahen Wald- und Schotterwegen, wobei die Bodenbeschaffenheit im Allgemeinen recht gut ist. Die Fahrbahnoberfläche besteht abwechselnd aus asphaltierten, geschotterten, gepflasterten oder wassergebundenen Untergrund. Das Streckenprofil weist den üblichen hügeligen "Landlimes-Charakter" auf - einhergehend mit entsprechenden Höhenmetern. Schließlich verlief der "Trockene Limes" vornehmlich über Höhenrücken (Wachttürme wurden meist in Sichtweite zueinander errichtet), was dementsprechend mit einem ständigen Up & Down einhergeht.
Topographische Ausreißer
Das unhomogene Streckenprofil (Land- und Fluss-Limes) des Obergermanischen Limes (Hessen/Bayern) weist einen diversen Charakter auf, da sowohl im bergigen Taunus nahe des Großen Feldberg (881 m ü.NN.) als auch im tiefen Flachland (Main) geradelt wird. Während im ersten Drittel auf 100 km ca. 2.000 hm zu Buche schlagen (HQ 20.0), weist die 181 km lange Flachpassage - bedingt durch den Mainlimes (50 km) - nur 475 hm (HQ 2.6) auf. Der Abschnitt zwischen Holzhausen an der Haide (Ortsgemeinde im Rhein-Lahn-Kreis) bis kurz vor Butzbach im hessischen Wetteraukreis am nordöstlichen Übergang des Taunus zur Wetterau entpuppt sich als anspruchsvollster Streckenabschnitt (HQ 20.0) des gesamten Deutschen Limes-Radweg! Weitere Zahlen und Fakten: auf einem 10 km langen Anstieg wird bei Schlossborn (KM 51) im hessischen Hochtaunuskreis mit 540 Höhenmeter nicht nur die größte Höhenniveaudifferenz (Ø-Steigung 5%) überwunden, sondern erreicht auf dem Scheitelpunkt zudem den Streckenzenit des DLR (787 m ü.NN.).
Insbesondere die bergigen Landlimesabschnitte erfordern eine gute Kondition (Kraftausdauer), wobei sich die körperliche Belastung für ebiker je nach Akku-Zuschaltung entsprechend relativiert. Die Reichweitenkapazität (das Bergprofil der ersten 100 km dieser Etappe saugt überproportional viel Strom) sollte im Auge behalten werden!

Je nach Streckeprofil, körperlicher Fitness und Interesse an der Römergeschichte ergibt sich eine "rechnerische" Tagesreichweite. Gerade weil es in Deutschland keinen anderen Themenradweg gibt, der wie an einer Perlenkette aufgereiht soviel dichtgedrängte Attraktionen und Sehenwürdigkeiten bietet, sollten Limesradler das Motto „Auf den Spuren der Römer radeln“ beherzigen und wissbegiertig in die Zeit der Antike eintauchen, anstatt "blindlings" von Ort zu Ort zu eilen. Um unterwegs stets im Bilde zu sein wo sich archäologische Denkmäler befinden ist es hilfreich, sich die Standorte (POI's) in chronologischer Reihenfolge zu notieren (filterbar via interaktive Kartengraphik des Vereins Deutsche Limes-Straße). Die Besichtigung von Kastellen, Badeanlagen und rekonstruierten Wachttürme mitsamt ihrer Grenzbefestigungen (Wallanlagen, Gräben, Mauern und Palisaden) sowie das Sammelsurium an Informationsschautafeln bedarf einer ausgeklügelten Zeiteinteilung. Zudem vermitteln Römermuseen mit ihren zahllosen archäologischen Fundstücken wertvolles Fachwissen. In Anbetracht dessen sollte das Tagespensum (Etappenlänge) zweckmäßig angepasst werden.
Etappenplanung
Angesichts der vielfältigen römischen Relikte empfiehlt es sich genügend Zeit einzuplanen. Die Tour führt entlang der Außengrenze der römische Provinz Obergermanien (»Germania superior«) zu spektakulären Fundplätzen und Ausgrabungsstätten, die eine beeindruckende Kulturgeschichte widerspiegeln.
Für den anfangs recht bergigen Obergermanischen Limes in Hessen und dem anschließenden flachen Abschnitt ist eine viertägige Etappentour (Ø Tagespensum 70 km) ratsam, um sehenswerte Zeugnisse und rekonstruierte Nachbauten angemessen würdigen zu können.
Größere Ortschaften oder Tourismusorte verfügen i.d.R. eine adäquate Auswahl an Hotels, Gasthöfen und Pensionen. Während Individualreisende (1-2 Pers.) Unterkünfte i.d.R. durchaus kurzfristiger buchen können, tun dies Gruppenreisende vor allem in der Hauptsaison (Juli/August) besser frühzeitig. Da Unterkunftsmöglichkeiten im Hochtaunus eher rar gesät sind, bietet sich Glashütten (KM 56) auf 513 m Höhe als Übernachtungsort an, was den Vorteil mit sich bringt, dass sich der längste Anstieg des DLR (540 hm) auf zwei Tagesetappen verteilt.
Museum und regionales Limes-Informationszentrum im hessischen Main-Kinzig-Kreis in Großkrotzenburg (KM 202) südlich von Hanau. Ein Rundweg führt geschichtsinteressierte Besucher durch den Ort, zum Museum und zu historischen Stätten bzw. Fundstellen des ehemaligen Römerkastells mit der dazugehörigen Zivilsiedlung. Der geschichtliche Hintergrund wird auf 15 Informationsschautafeln eingehend erläutert.
2 km nach der Gemeinde Großkrotzenburg wird der Main überquert, wo der DLR bis nach Mainaschaff (KM 223) am linken Mainufer entlang läuft, bevor ein weiterer Uferseitenwechsel erfolgt.
In Aschaffenburg (KM 229) wird ein weiteres Mal der Fluss überquert, bevor nach 39 km bei Miltenberg der Mainlimes in südlicher Richtung verlassen wird.
Streckenbeschreibung
Zwischen Holzhausen und der Idsteiner Senke
Im Wald bei Laufenselden finden sich 5 sichtbare Turmfundamente, auf dem Dörsterberg Fundamente eines Kleinkastells. In Huppert Beginn eines 3,5 Kilometer langen Rundwegs, der am WP 2/44, einem Hügelgrab und dem Kleinkastell entlang führt. Im Wald ist das Fundament des WP 2/47 teilweise freigelegt. Auf dem Pohl bei Kemel findet sich ein Aussichtsturm mit Blickmöglichkeiten bis zum Feldberg und ein Infostand zum benachbarten Kleinkastell. Bei Bad Schwalbach-Adolfseck quert der Limes die Aar. An dieser Stelle wurden Reste einer römischen Holzbrücke entdeckt. Hier findet sich auch der so genannte Justinusfelsen, der eine römische Felsinschrift aufweist.
Bad Schwalbach
Das interessanteste Zeugnis römischer Zeit in Bad Schwalbach ist eine Inschrift. Auf dem Justinusfelsen, 200 m vor dem Limes, hat sich ein römischer Soldat namens Januarius Justinus verewigt. Diese Felsinschrift ist am Welterbe Limes in Deutschland einzigartig. Der ca. 10 Kilometer lange Limes-Rundwanderweg „Auf den Spuren der Römer”, der im Stadtteil Lindschied beginnt und endet, führt zum Justinusfelsen, zu drei mutmaßlichen Wachtturmstellen im Bereich des älteren Limesverlaufs und einer Schanze des 17. Jahrhunderts. Spuren des Kleinkastells Adolfseck im Aartal haben sich nicht erhalten.
Taunusstein
Kastell Zugmantel: Um 90 n. Chr. wurde ein Numeruskastell aus Holz zunächst auf 0,7 ha errichtet, später auf 2,1 ha vergrößert und in Stein ausgebaut. Das Kastell war von einem Lagerdorf, mehreren Heiligtümern und zwei Amphitheatern umgeben, deren Reste noch teilweise sichtbar sind. Es handelt sich um das kleinste Kastell einer cohors equitata (berittene Kohorte) in Obergermanien. Die Umwehrung des Steinkastells ist rundum als Erdwall, stellenweise auch als Böschung zu erkennen. Ein ausgeschilderter Rundwanderweg führt zu den das Kastell umgebenden weiteren Zeugnissen. Beim Kastell Zugmantel überquert der Limes die B 417. Funde sind im Saalburgmuseum zu sehen.
WP 3/15: Rekonstruktion eines Steinturms sowie eines Limesabschnitts mit Palisade, Graben und Wall. Der Limes ist hier nach Osten auf einer Strecke von 2 km gut zu verfolgen. Er zählt zu den ältesten Abschnitten des obergermanischen Limes, hier lassen sich die verschiedenen Ausbaustufen sowohl der Grenzbefestigung als auch des Kastells gut nachvollziehen.
Idstein
Am Limesverlauf zwischen Idstein und Niedernhausen steht an der L 3026 der WP 3/26 als Rekonstruktion auf der Dasbacher Höhe. In der Gemarkung Heftrich befindet sich das Kastell Alteburg, ein ca. 1 Hektar großes Numeruskastell. Ausgehend von der Idsteiner Altstadt erschließt der „Kombinierte Rundwanderweg Idstein” auf 13,8 km den Römerturm und das Kastell. Östlich des Kastellareals – über dem römischen Vicus – findet dreimal im Jahr der Alteburger Markt, ein überregionaler Kram- und Viehmarkt mit jahrhundertetealter Tradition, statt. Der alte Baumbestand auf dem Marktareal bildet ein eindrucksvolles Naturdenkmal.
Glashütten
Graben und Wall der Limesbefestigung südlich von Kröftel, am Schloßborner Feld, gut erkennbar. Neben dem Weg Glashütten – Kröftel liegt Kleinkastell Maisel, die Spuren seiner Umwehrung sind rundum erkennbar. In Glashütten beginnt der Limeserlebnispfad Taunus, der bis Ober-Mörlen im Wetteraukreis reicht. Hier befindet sich ein Einstiegsportal, das dem Besucher Hinweise auf die römischen Relikte entlang der Wanderstrecke gibt.
Kastell Feldberg
Das Kastell liegt in der Mulde zwischen dem Großen und dem Kleinen Feldberg, dicht an der Weil- quelle. Mit etwa 700 m handelt es sich um das höchstgele- gene Kastell am Limes in Deutschland. Die Kastellruine ist sehr gut erhalten und grundlegend restauriert worden. Die Fundamente der Umwehrung mit den vier Kastelltoren las- sen sich deutlich erkennen. Von den Innenbauten sind Teile des zentralen Stabsgebäudes mit dem Fahnenheiligtum und der Grundriss eines Speichers sichtbar. Mauerzüge eines weiteren Bauwerks neben dem Stabsgebäude mögen zum Kommandantenhaus gehört haben.
Zwischen Kastell und Limes blieben die Grundmauern des Kastellbades erhalten, im Volksmund »Heidenkirche« genannt. Das Kastell sicherte offenbar den benachbarten Pass »Am roten Kreuz«, wo noch heute die Landstraße den Taunuskamm quert (dort Parkmöglichkeit). Kastell, Badegebäude sowie die umliegenden Wachtturmstellen sind durch einen beschilderten Rundweg erschlossen.
Zwischen den Kastellen Feldberg und Saalburg
Etwa in 1,5 km Entfernung vom Feldbergkastell liegt das konservierte Fundament von WP 3/49. Am Abhang des Feldberges befinden sich im Wald die Reste des Holzturmes WP 3/49. Der kreisrunde Ringgraben des Turmes wurde nach der Ausgrabung offen gelassen und ist deutlich zu erkennen. Dieser Wachtturm ist mit einer Höhenlage von 825 m der höchstgelegene des Obergermanisch-Raetischen Limes. WP 3/50 am Steinkopf oberhalb des Ehrenmals des Taunus- clubs ist konserviert. Graben und Wall haben sich zwischen WP 3/49 und WP 3/50 gut erhalten. Die Fundamente des WP 3/52 auf dem Mittelberg wurden konserviert.
Östlich vom Sandplacken, 350 m östlich der Straße Oberursel – Schmitten, befindet sich das Kleinkastell Altes Jagdhaus. Seine Umwehrung ist gut zu erkennen und im Inneren finden sich die konservierten Grundmauern des Jagdhauses aus dem 17. Jahrhundert. Am westlichen Fuß des Klingenkopfs begannen die Römer aufgrund des harten, steinigen Grundes das Graben- und Wallsystem durch eine Mauer aus anstehendem Gestein zu ersetzen, deren zerfallene Reste als Schuttwall zu erkennen sind. Auf der Höhe liegt WP 3/55. Die Grundmauern des Steinturms wurden konserviert. Am Fuße des Klingenkopfes ist die Befestigung wieder als Graben und Wall ausgebildet, nordöstlich folgt eine gut erhaltene Strecke bis zum Kleinkastell Heidenstock, dessen Umwehrung deutlich erkennbar ist.
Nordöstlich des Kleinkastells ist die Limeslinie deutlich sichtbar. Bei WP 3/60 Einsiedel liegt ein konserviertes Steinturmfragment wenige Meter hinter der Mauer, die hier auf einem kleinen Stück wieder aufgerichtet wurde. Nordöstlich WP 3/60 ist die Limesmauer vorzüglich erhalten (zum Teil noch bis zu einer Höhe von 0,5 m). Spuren der vorgelagerten Palisade sind gelegentlich als flacher Graben im Gelände nachvollziehbar. WP 3/61 Kieshübel gehört zu den besterhaltenen Wachtposten im Taunus. Zwei Holzturmstellen mit kreisrunden Ringgräben und zwei Steinturmfundamente wurden gefunden, letztere sind konserviert. WP 3/63 Weißestein mit konserviertem Steinturmfundament liegt etwa 25 m hinter der Limesmauer. Westlich von WP 3/63 sind Wall und Graben vorzüglich erhalten.
Bad Homburg v. d. Höhe, Saalburg
Dieser Kastellplatz ist besonders gut durch die jahrzehntelangen intensiven Ausgrabungen von L. und H. Jacobi bekannt. Kaiser Wilhelm II. veranlasste 1897 den Wiederaufbau, eine einzigartige Maßnahme bei römischen Militäranlagen. Im Jahr 2003 begann mit der Rekonstruktion weiterer Gebäude der Ausbau zu einem archäologischen Park.
Die Räumlichkeiten innerhalb des Kastells dienen heute als Forschungsinstitut und Museum für Ausgrabungsfunde von der Saalburg selbst und weiterer Taunuskastelle. Der Besucher trifft auf rekonstruierte Gebäude aus Stein und Holz. Auf das Eingangstor folgt das große Speichergebäude (horreum), das einen Teil der Schausammlung beherbergt. Gegenüber liegt das Kommandantenwohnhaus (praetorium) mit Museumsverwaltung und Forschungsinstitut. Im Zentrum steht das große Stabsgebäude (principia) mit Innenhof, der von einem offenen Umgang gesäumt wird. Dieser wiederum gewährt Zutritt zu weiteren Museumsräumen. Hier befanden sich früher die Amtsräume und Schreibstuben beziehungsweise Waffenkammern. Ein weiteres Museumsgebäude ist einem antiken Handwerkerbau (fabrica) nachempfunden. Zwei Mannschaftsbaracken aus Holz (centuriae) mit einer komplett eingerichteten Mannschaftsstube ergänzen das Spektrum römischer Baulichkeiten. Hier befindet sich ferner das Museumscafé Taberna, in dem es auch nach antiken Vorbildern rekonstruierte Einrichtungsgegenstände zu sehen gibt. Im hinteren Kastellbereich sind funktionsfähige Backöfen rekonstruiert.
Es gehört zu den Besonderheiten der Saalburg, dass Hausgrundrisse und Keller des zugehörigen Kastellvicus im Außengelände nach der Ausgrabung konserviert worden sind. Besichtigt werden können unter anderem Teile einer Badeanlage (thermae) und des Unterkunftshauses (mansio). Steinkeller entlang der römischen Straße verweisen auf die einstige Größe der Zivilsiedlung. Zwei rekonstruierte Häuser dienen heute als Kasse und Museumsshop. In dem dort eingerichteten Zentralen Limesinformationszentrum Hessen kann man sich kostenlos über das UNESCO-Welterbe Limes informieren.
Hinter dem Kastell befindet sich ein gut erhaltener Limes- abschnitt mit Wall und Graben. Hier wurden an einem his- torischen Durchgang Teile der Befestigung rekonstruiert. Neben diesem Bereich gibt es im Gelände um die Saalburg herum weitere Rekonstruktionen archäologischer Denk- mäler aus der römischen Epoche und der Zeit des Wieder- aufbaus. Sie erschließen sich dem Besucher bei einem Spaziergang auf dem 2,4 km langen „Rundweg Saalburg“. Ca. 400 m östlich der Bundesstraße befindet sich der WP 3/68 am Fröhlichemannskopf. Das Fundament des unge- wöhnlich großen Steinturms ist konserviert.
Kapersburg/Wehrheim
Die Ruinen des Kastells und des zugehörigen Bades sind gut sichtbar. Die Kapersburg gehört zu den besterhaltenen Limeskastellen in Hessen. Besonders eindrucksvoll sind die beiden konservierten Torbauten in der Umwehrung. Vom Stabsgebäude im Kastellinneren sind das Fahnenheiligtum und Teile der einstigen beheizbaren Schreibstuben für die Verwaltung sichtbar. Außerdem lassen sich Mauerreste des Getreidespeichers erkennen. Zwischen Limes und dem Kastell Kapersburg befinden sich konservierte Grundmauern des Thermengebäudes neben einer Quelle. Die Kapersburg lässt sich auf einem 16 km langen Rundwanderweg um Wehrheim auch zu Fuß entdecken. Östlich von Pfaffenwiesbach liegt das Kleinkastell Kaisergrube. Seine Umwehrung ist an der Südseite als hoher Wall mit vorgelagertem Graben gut erkennbar.
Etwas weiter nördlich steht die Rekonstruktion des WP 4/16 auf dem Gaulskopf. Das Fundament ist besonders kräftig ausgeführt und mit Strebepfeilern versehen, was auf eine beträchtliche Höhe des Turmes schließen lässt und eine Funktion als Signalturm wahrscheinlich macht. Möglicherweise bestand Sichtverbindung mit dem Turm ähnlicher Funktion auf dem Johannisberg in Bad Nauheim.
Ober-Mörlen
Das Kastell Langenhain befand sich östlich der heutigen Ortslage auf der heute »Gickelsburg« benannten Höhe. In dem 3,2 ha großen Steinkastell, das unter Wie- sen und Äckern liegt, ist die Cohors I Biturigum equitata bezeugt. Im Osten an der Straße nach Friedberg wurde der bislang einzige große Steinbau des Lagerdorfes, ein Töpferofen und das Gräberfeld festgestellt. Von Kastell und Lager- dorf ist nichts zu sehen. Letztes sichtbares Zeugnis der Anwesenheit von römischem Militär ist ein Baustein der Legio XXII Primigenia Pia Fidelis vom Kastellplatz, der an der Südostecke der Pfarrkirche in Langenhain-Ziegenberg vermauert ist. Auf dem Gaulskopf ist der rekonstruierte Wachtturm WP 4/16 zu sehen. In Ober-Mörlen an der B 275 befindet sich der östliche Beginn des Limeserlebnispfades Taunus.
Butzbach
WP 4/33 auf dem Schrenzer – südwestlich des Ortes – ist durch einen rekonstruierten hölzernen Wachtturm gut kenntlich. Die Grundmauern des jüngeren Steinturmes wurden konserviert, davor befindet sich die Rekonstruktion eines Stückes der Limespalisade. Auf Butzbacher Gemarkung selbst gab es zwei Kastelle: eines am nordwestlichen Ortsrand, etwa 700 m hinter dem Limes, im Volksmund Hunneburg genannt. Direkt am Limes lag das Klein- kastell Degerfeld, das einen wichtigen Limesdurchgang zu überwachen hatte. Von den beiden Kastellen wie auch vom Limes sind keine Reste erkennbar. Das Kleinkastell Degerfeld wird heute von einem Parkplatz überlagert, dessen Ausgestaltung die Umrisse des ehemaligen Kastells aufgreift und ansatzweise visualisiert. Nordwestlich davon entsteht gerade ein Baugebiet, in dem der Limesverlauf durch einen zukünftigen Grünstreifen wahrnehmbar werden wird.
Wichtige Funde aus dem Kohortenkastell und der zugehörigen Zivilsiedlung sind im Museum der Stadt Butzbach zu besichtigen (römische Abteilung im Gewölbekeller). Das Museum ist das regionale Limes-Informationszentrum für die westliche Wetterau.
Zwischen Butzbach und Pohlheim
Nördlich von Butzbach ist der Wall der Limesbefestigung über weite Strecken vorzüglich erhalten, da er in die spätere Landwehr einbezogen wurde. In weiten Teilen bildet er hier eine Waldgrenze oder einen heckenbestandenen Ackersaum. Direkt an der K 162 liegt das Kleinkastell Holzheimer Unterwald. Die Umwehrung des Kastells ist noch immer gut erhalten und grenzt direkt an den davorliegenden Limeswall. Die ehemalige Innenbebauung wird durch Markierungen angedeutet. Auf dem Sandberg bei Grüningen befindet sich eine Turmrekonstruktion zusammen mit einem rekonstruierten Abschnitt von Palisade, Graben und Wall.
Zwischen Pohlheim und Lich-Arnsburg
Nordwestlich von Arnsburg ist der Limes zwischen den WP 4/52 und WP 4/57 durchweg gut erhalten. Nordöstlich der Peterseen wurde an der Turmstelle 4/56 das Turmfundament visualisiert. Die Turmstelle ist Teil eines beschilderten Rundwegs, ebenso ein Metallmodell des Kastellgeländes im Maßstab 1:200, das den Besuchern Ausdehnung und Proportionen von Kastell und Vicus vor Augen führt.
Lich-Arnsburg
Das Kohortenkastell Arnsburg lag ca. 1 km südwestlich des Klosters Arnsburg auf einer Lößhochfläche über dem Wettertal. Seine Ruine diente als Steinbruch bei Errichtung des Klosters. Teile der Nordfront mit Nordwest- ecke und Kastelltor sind im Gelände markiert. Kastellareal und Vicus sind für den Besucher mit einem beschilderten Rundweg erschlossen und als archäologisches Reservat aus der landwirtschaftlichen Nutzung herausgenommen.
Hungen
Die Umwehrung des Kleinkastells am Nordrand des Feldheimer Waldes ist als schwache Erhöhung im Gelände sichtbar. Daneben ist ein Teil der Limesbefestigung mit einspringender Ecke erhalten. Knapp 1 Kilometer nordöstlich von Inheiden, unweit der Horloff, liegt ein 0,7 ha großes Kas- tell. Luftaufnahmen des Platzes verweisen unter anderem auf mehrere Umbauphasen. Bemerkenswert sind die vergleichsweise großen Bauwerke der zugehörigen Zivilsiedlung. Das Kastellareal und der benachbarte Limesverlauf werden durch einen beschilderten, 3,2 km langen Rundweg erschlossen, der am Hof Grass beginnt. Hier befindet sich das regionale Limes-Informationszentrum für den Landkreis Gießen.
Echzell
Mit einer Fläche von 5,2 ha gehört es zu den größten Kastellen am obergermanischen Limes überhaupt. Im Kastell waren eine Ala und eine Kohorte von jeweils 500 Soldaten stationiert. Das zugehörige Militärbad befindet sich unter der heutigen evangelischen Pfarrkirche. Einige Mauern sind dort in einem Kellerraum sichtbar, weitere vor der Kirche im Pflaster markiert. Die einzigartigen Wandmalereien aus dem Echzeller Kastell befinden sich in der Saalburg (Principia, neben dem Fahnenheiligtum; Speiseraum einer Offizierswohnung), die Darstellungen beschäftigen sich mit dem antiken Sagenkreis. Weitere Fundstücke aus dem Kastell werden im Limesinformationszentrum für die östliche Wetterau im Museum Echzell präsentiert. Im Vorgarten ist eine meterhohe so genannte Jupitersäule aufgestellt.
Florstadt
Etwa 2,5 km vom Limes entfernt lag das Kastell Ober-Florstadt (2,8 ha) mit ausgedehntem Vicus. Hier war die Cohors XXXII voluntariorum civium Romanorum stationiert. Das Kastell bestand bis in die Zeit um 260 n. Chr. Luftbilder zeigen, dass die Zivilsiedlung durch einen Verteidigungsgraben geschützt war. 1984 wurde ein Schatzfund von 1136 Denaren entdeckt, einer der umfangreichsten seiner Art. Die Denare und andere Funde aus dem Kastell sind im Wetterau-Museum in Friedberg ausgestellt. Staden: Kleinkastell von überdurchschnittlicher Größe (0,4 ha), im Gelände ist heute jedoch nichts mehr sichtbar. Stammheim: Im Stammheimer Wald auf dem Winterberg befand sich der höchste Limes-Wachtposten (WP 4/96) der Umgebung. Hier sind Wall und Graben noch sichtbar. In Sichtweite östlich von Stammheim lag das Kleinkastell und WP 4/95, heute ist jedoch nichts mehr sichtbar.
Altenstadt
Am südwestlichen Ortsrand von Altenstadt liegt ein vielfach umgebautes Numeruskastell mit vergleichsweise kleiner Fläche. Im heutigen Ortsbild ist hiervon allerdings nichts mehr sichtbar.
Limeshain
An der Grenze von Altenstadt zu Limeshain deutet noch ein Hügel auf das ehemalige Kleinkastell Buchkopf hin. Gegenüber befinden sich die „Germanen-Stämme“. Der Limes verläuft hier mit Wall und Graben noch gut sichtbar im Wald, südlich von Rommelhausen und Himbach. Eine Rekonstruktion der ursprünglichen Grenzanlage verdeutlicht den Ausbau um etwa 200 n. Chr. Bei dem WP 4/103 sind die Fundstellen des hölzernen und des steinernen Wachtturmes noch sichtbar. In direkter Nachbarschaft wurde mit experimenteller Archäologie ein Wachtturm aus Basaltgestein rekonstruiert. Er entstand in dreijähriger Bauzeit mit wissenschaftlicher Begleitung weitestgehend authentisch und ist seit 2013 für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich. Die mittlere Etage wird als Wohnstube eingerichtet und ist bei Führungen zu besichtigen. Im weiteren Verlauf des Limes, in der Nähe des vermuteten WP 4/104, befindet sich die Kunstinstallation „Schwert und Schild“ in überdimensionaler Größe. Verbunden sind die römischen Relikte mit dem 3 km langen Limesrundweg, der geschichtliche und naturkundliche Einblicke aufschlussreich ver- mittelt.
Hammersbach
Eine teilberittene Einheit war im Kastell Marköbel stationiert, das sich inmitten des Ortskerns befindet, zur Sicherung verschiedener Verkehrswege. Ein kurzer Abschnitt der Kastellmauer ist auf dem Friedhof zu sehen, der Grundriss des Kastellbades ist an der Kirche durch Steine markiert. Am Krebsbach befindet sich unweit des Limes eine Rekonstruktion der Palisade.
Neuberg
Der Obergermanisch-Raetische Limes in Neuberg verlief zwischen den Kastellen in Rückingen und Marköbel in annähernder Süd-Nord-Richtung. In Neuberg lag er zwischen den heutigen Ortsteilen Rüdigheim und Ravolzhausen. In Ravolzhausen sind Teile des Limesverlaufs als Grünstreifen im Neubaugebiet am nördlichen Ortsrand visualisiert.
Erlensee-Rückingen
Am westlichen Ortsrand bestand das ca. 2,5 ha große Kastell Rückingen. Leider ist seine Fläche vollständig überbaut. Südlich der Kinzigniederung unter einer Baumgruppe konnten jedoch die Fundamentmauern des Kastellbades konserviert werden. Seine Erforschung blickt auf eine lange Tradition, beginnend 1802 bis 1804, zurück. Die Besatzung des Kastells sollte in Rückingen vor allen Dingen einen Limesübergang über die Kinzig überwachen.
Hanau
Auf der Gemarkung Hanau sind drei Kastellplätze bekannt geworden. Die Befestigung auf dem Salisberg gehörte zum älteren östlichen Wetteraulimes und diente der Überwachung des Mainknies. Auf dem Gelände des alten Kesselstädter Friedhofs sind die Fundamentmauern des Kastellbades sichtbar. Eine ältere, enorme 14 ha große Mi- litäranlage, die jedoch nur kurz genutzt wurde, liegt unter dem heutigen Ortskern von Kesselstadt und Schloss Phi- lippsruhe. Die Wallanlage eines Holz-Erde-Kleinkastells am Neuwirtshaus, im Hanauer Stadtteil Großauheim, ist sicht- bar. Die Rekonstruktion eines Mithräums und weitere römische Funde, darunter ein römischer Münzschatz, werden im Museum Schloss Steinheim präsentiert.
Zwischen Rückingen und Großkrotzenburg
Südlich von Erlensee-Rückingen ist der Limes in bewaldeten Gebieten über längere Strecken erhalten. Östlich von Hanau-Wolfgang ist der Limes bei WP 5/12 am Doppelbiersumpf sehr gut erhalten.
Großkrotzenburg
Im Bereich des Ortskerns sind Teile der Wehrmauer des Kohortenkastells sichtbar. In der Nähe der Kirche lassen sich die Südwestecke der Garnison sowie der mittelalterlich überarbeitete Eckturm erkennen. Beim Eingang der Kirche haben sich noch Teile der Südmauer erhalten. Ganze 20 m östlich der Mauerfront des Kastells zog der Limes vorbei. Sensationell sind die Pfahlgründungen einer römischen Steinpfeilerbrücke im Main, die in den 30er Jah- ren des 2. Jahrhunderts errichtet wurde. In diesen Zusammenhang gehört eine Benefiziarier-Station am Mainufer. Römische Fundstücke aus dem Kastell und der Zivilsiedlung werden im Heimatmuseum (neben der Kirche) gezeigt. Dies ist gleichzeitig das regionale Limes-Informationszentrum für den Main-Kinzig-Kreis.
Seligenstadt
Das Gelände des über 3 ha großen Kohortenkastells ist heute vollständig überbaut. Es liegt inmitten des modernen Ortes und bildete einst das nördlichste Kohortenkastell an der »älteren Mainlinie«. Das Steinmaterial, unter anderem ein Inschriftenstein, wurde in der karolingischen Einhard-Basilika verbaut. Weitere Inschriftsteine befinden sich im Kreuzgang neben der Basilika. Das Landschaftsmuseum beheimatet das regionale Limes-Informationszentrum für den Kreis Offenbach.
Quelle: Deutsche Limes-Straße e.V.
In Großkrotzenburg trifft man auf den Main bzw. den Main-Radweg, der bis kurz vor Miltenberg (Unterfranken) auf 66 km Länge Wegbegleiter des Deutschen Limes-Radweg ist. Zuvor wird etwa 6 km östlich von Seligenstadt im Landkreis Offenbach in Hessen die bayerische Landesgrenze (Landkreis Aschaffenburg) überschritten.
Kurz nach Seligenstadt im Landkreis Offenbach in Hessen überschreitet der Limes-Radweg die bayerische Landesgrenze. Auf dem Main-Radweg verläuft die Strecke in der Urlaubsregion Spessart-Mainland und Fränkisches Weinland über Aschaffenburg nach Miltenberg. Nun schwenkt die Route in südlicher Richtung nach Walldürn ab worauf man kurz darauf die Landesgrenze Baden Württemberg erreicht. Anschaulich präsentieren Museen die römische Vergangenheit, die museumspädagogischen Abteilungen bieten Erlebnistage, Workshops oder interaktive kindgerechte Ausstellungen wie beispielsweise im Pompejanum in Aschaffenburg oder im „Römerkabinett“ im Malerwinkelhaus in Marktbreit.
Kontaktdaten
Limesinformationszentrum Hessen
Am Römerkastell 1
61350 Bad Homburg
Tel.: 06175 - 93 740
www.saalburgmuseum.de/limes/liz01.html
(Römer-) Museen in Hessen
Römerkastell Saalburg
Am Römerkastell 1
61350 Bad Homburg
Tel.: 06175 - 93 740
Museum Echzell
Lindenstraße 3
61209 Echzell
Tel.: 06008 - 71 24
Archäologisches Museum Frankfurt
Karmelitergasse 1
60311 Frankfurt am Main
Tel.: 069 - 212 35 896
info.archaeolmus@stadtfrankfurt.de
www.archaeologisches-museum.frankfurt.de
Wetteraumuseum Friedberg
Haagstraße 16
61169 Friedberg
Tel.: 06031 - 88 215
wetteraumuseum@friedberghessen.de
Museum Großkrotzenburg
Im Römerkastell 2
63538 Großkrotzenburg
Tel.: 06186 - 89 22
info@museum-grosskrotzenburg.de
www.museum-grosskrotzenburg.de
Museum Schloss Steinheim
Schlossstraße 9
63456 Hanau-Steinheim
Tel.: 06181 - 659 701
www.hanau.de/kultur/museen/sth/
Römermuseum Obernburg am Main
Römerstraße 62 - 64
63785 Obernburg am Main
Tel.: 06022 - 619 117
Heimatmuseum Stockstadt am Main
Maingasse 1
63811 Stockstadt am Main
Tel.: 06027 - 2005 - 0
https://www.stockstadt-am-main.de/seite/de/gemeinde/045:81/-/Heimatmuseum.html
Römerausstellung im Bürgerhaus
Rathausstraße 29
63939 Wörth a. Main
09372 - 98 93 - 0
RegioMuseum Seligenstadt
Klosterhof 2
63500 Seligenstadt
Tel.: 06182 - 824 483
www.kreis-offenbach.de/RegioMuseum
Heimatmuseum Stockstadt am Main
Maingasse 1
63811 Stockstadt am Main
Tel.: 06027 - 23 31
Museum Burg Miltenberg
Conradyweg
63897 Miltenberg
verwaltung@museum-miltenberg.de
Museum Stadt Miltenberg
Hauptstraße 169 - 175 (Am Schnatterloch)
63897 Miltenberg
Tel.: 09371 - 668 504
Mainlimes (Bayern)
Etwa 6 km östlich von Seligenstadt im Landkreis Offenbach in Hessen überschreitet der Deutsche Limes-Radweg die bayerische Landesgrenze (Landkreis Aschaffenburg). Von dort aus passiert die Route auf dem flachen Main-Radweg die unterfränkischen Urlaubsregionen Spessart-Mainland und Fränkisches Weinland und führt über Aschaffenburg bis kurz vor Miltenberg (56 km).
Stockstadt
Die Militäranlagen auf Stockstädter Gemarkung wurden massiv modern überbaut, vor allem durch die Bahnlinie und die Papierfabrik, und deshalb in großen Teilen ausgegraben. Die Ruine des Stockstädter Kastellbades wurde in den Park von Aschaffenburg-Nilkheim versetzt. Für die ausgedehnte Zivilsiedlung (Vicus) sind u. a. ein Dolichenus-Heiligtum und mehrere Mithrastempel charakteristisch, wo orientalische Gottheiten verehrt wurden, die bei den Angehörigen der römischen Truppe äußerst beliebt waren.
Darüber hinaus gab es auch in Stockstadt eine Benefiziarier-Station am Main sowie einen hölzernen Schiffskai. Das reiche Fundmaterial aus den Ausgrabungen wird im Stiftsmuseum Aschaffenburg sowie im Saalburgmuseum in Bad Homburg v. d. Höhe präsentiert. Auch im Heimatmuseum vor Ort wird eine Auswahl von Fundstücken ausgestellt. Informationstafeln und eine Nachbildung des Weihesteines des Paternus stehen am Alten Stadtweg.
Aschaffenburg
Aschaffenburg war in der römischen Kaiserzeit ein wichtiger Ort außerhalb der römischen Reichsgrenze am Mainlimes. Römische Funde in der Region gaben den Anlass zur Museumsgründung 1854 in Aschaffenburg. Bis heute werden in den Archäologischen Sammlungen die Funde aus der Region gesammelt, aufbewahrt und im Stiftsmuseum ausgestellt. Ein exzellenter Ort zum Studium antiker Kunst und Lebensweise entstand im 19. Jahrhundert mit dem idealtypischen Nachbau eines römischen Hauses aus Pompeji, genannt Pompejanum, ergänzt durch einen mediterranen Garten in unmittelbarer Umgebung.
Ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert stammt die weltweit größte Sammlung antiker römischer Architekturmodelle aus Kork in Schloss Johannisburg. Dort befindet sich auch das Modell des Kolosseums mit einem Durchmesser von über 3 Metern. Die umgelagerten Ruinen vom Kastellbad des einstigen Römerlagers Stockstadt befinden sich seit 1968 im Nilkheimer Park, direkt am Limes-Radweg.
Niedernberg
Das römische Steinkastell mit ca. 2,2 ha Fläche, von dem heute allerdings nichts mehr sichtbar ist, lag im alten Ortskern. Hinweistafeln mit dem Kastellgrundriss und Bodenmarkierungen an den ehemaligen Kastelltoren informieren über das Kastell. An der Porta Principalis Sinistra steht die Bronzestatue (Neuentwurf) eines römischen Auxiliarsoldaten. Das Achsenkreuz der Hauptlagerstraßen, der via principalis und der via praetoria, entsprechen dem heutigen Kreuzungsbereich der Haupt- und Schulstraße.
Funde aus Niedernberg werden im Dommuseum Fulda und im Stiftsmuseum Aschaffenburg aufbewahrt. Eine Nachbildung der in Niedernberg gefundenen römischen Brunnenmaske (Silen) wurde in Fundortnähe als Wasserspeier installiert. Auf dem neugestalteten Marcellusplatz, im Nor- den der Gemeinde, steht die Reproduktion des römischen Grabsteins (Marcellusstein), dessen Inschrift Aufschluss über die in Niedernberg stationierte Kohorte gibt. Hier befindet sich auch die Informationstafel über die römische Vergangenheit Niedernbergs.
Obernburg
Das knapp 3 ha große Kohortenkastell befindet sich unter dem heutigen Ortskern. Der 2 Kilometer lange Rundweg „Römerspaziergang” erläutert die römische Ver- gangenheit der Stadt. Südlich der Garnison befand sich eine der wenigen archäologisch untersuchten Benefiziarier-Stationen (Benefiziarier waren Legionäre, die für besondere Aufgaben abberufen wurden). Weihesteine der dort stationierten Sonderbeauftragten und zahlreiche Funde aus dem Kastell sind im Römermu- seum in Obernburg ausgestellt.
Wörth
Am nördlichen Ortsausgang von Wörth befand sich ein Numeruskastell (0,8 ha). Es ist wahrscheinlich, dass bei Wörth der sogenannte Odenwaldlimes beginnt. Das Kastell liegt in den Obstwiesen unmittelbar östlich der Umgehungsstraße. Eine Bodenwelle im Gelände lässt noch die südöstliche Kastellmauer erahnen.
Miltenberg
Die Stadt liegt am Übergang des sogenannten Mainlimes, einem Grenzabschnitt am Fluss, zum Limes, der künstlichen Grenzbefestigung aus Palisade, Wall und Graben. Sichtbar sind die Mauerreste und Teile des Bades des sogenannten Altstadtkastells, Nachbauten der Fundamente von drei Wachttürmen finden sich entlang des Limes- Wanderwegs.
Ein konservierter römischer Töpferofen der Zivilsiedlung des kleineren, überbauten Numeruskastelles kann im Foyer des Altenheims Haus Maria Regina besichtigt werden. Viele Schautafeln bieten weitere Informationen.
Funde aus dem Altstadtkastell und dem Numeruskastell befinden sich im Museum Stadt Miltenberg am Marktplatz und im Museum Bürgstadt. Der 15,5 km lange Rundweg „M1 Römer-Weg” erschließt den Standort eines Merkurheiligtums sowie die Grundmauern mehrerer römischer Wachttürme. Quelle: Deutsche Limes-Straße e.V.
Nahe Miltenberg kehrt die Route dem Main bzw. dem Main-Radweg den Rücken. Nun verläuft der DLR - gemeinsam mit dem 3 Länder Radweg - über Amorbach - Schneeberg zur Landesgrenze Baden Württemberg (13 km) und führt weiter zur Stadt Walldürn im Neckar-Odenwald-Kreis.
(Römer-) Museen in Bayern
Stiftsmuseum Aschaffenburg
Stiftsplatz 1a
63739 Aschaffenburg
Tel.: 06021/4447950
stiftsmuseum@museen-aschaffenburg.de
Museum Bürgstadt
Am Mühlgraben 1
63927 Bürgstadt
Tel.: 09371/99560
Museum Burg Miltenberg
Conradyweg
63897 Miltenberg
Museum Stadt Miltenberg
Hauptstraße 169 — 175 (Am Schnatterloch)
63897 Miltenberg
Tel.: 09371/668504
Museum Bürgstadt
Am Mühlgraben 1
63927 Bürgstadt
Tel.: 09371/99560
