Obergermanischer Limes Rheinland Pfalz

Der Obergermanische Limes, als Ostgrenze der Provinz Germania superior verläuft vom Rhein zum Main (Rheinland-Pfalz und Hessen).

Rheinbrohl, Bad Hönningen

Der Startpunkt des Limes-Radwegs - wie auch der Deutschen Limes-Straße - befindet sich in Rheinbrohl, Bad Hönningen, wo der obergermanische Limes auf der rechten Rheinseite in Höhe des Vinxtbaches (Grenze der römischen Provinzen Niedergermanien und Obergermanien) beginnt.

Auf Bad Hönninger Gebiet  wurde aus römischen Bruchsteinen nahe des ursprünglichen Standortes (Rheinbrohl) rekonstruiert. WP 1/8 Limes- Lehr-Pfad, restauriertes Originalfundament. WP 1/9 nahe des ursprünglichen Standortes auf dem Beulenberg in Rheinbrohl wurde als begehbarer Holz-Aussichtsturm errichtet. Das Erlebnismuseum RömerWelt führt interaktiv und spielerisch an das umfassende Thema Römer und Limes heran. Hier wird die römische Geschichte lebendig.

Erlebnis mit allen Sinnen ist das Motto! Anfassen und Ausprobieren ist erlaubt! Ob man nun herausfinden will, wie schwer ein Kettenhemd ist oder wie damals römisches Handwerk oder eine Soldatenstube im Contubernium aus- gesehen hat, was gehandelt wurde und wie der Alltag am Limes aussah: Dies selbst zu entdecken ist in der Römer-Welt möglich. Direkt an den Wanderwegen Rheinsteig, Westerwaldsteig und Limeswanderweg gelegen. Rundwanderung auf dem RömerWeltWeg von und zur RömerWelt.

Zwischen Rheinbrohl und Neuwied

Der Limes zieht sich über einen Ausläufer des Westerwaldes, wo die Befestigung streckenweise gut erhalten ist. Durch Wanderwege wie den Westerwaldsteig, der in Rheinbrohl/Arienheller identisch mit dem Limeswanderweg ist, sind die Originalstellen gut zugänglich. Die schönste Strecke reicht von Arienheller, vorbei an den inszenierten Turmfundamenten am WP 1/8, Richtung WP 1/9 auf dem Beulenberg.

Neuwied

Die Kastelle in den Ortsteilen Heddesdorf und Niederbieber lösten einander ab. Das Ende des 2. Jahrhunderts gegründete Kastell von Niederbieber war über 5 ha groß, wahrscheinlich lagen dort zwei Einheiten. Zahlreiche außergewöhnliche Fundstücke verweisen auf Reiterei. Das Kastellbad von Niederbieber ist obertägig im Grundriss kenntlich. Bei der Reithalle in Oberbieber wurde ein Pali- sadennachbau errichtet. Ein spätantiker Burgus bestand in Engers. Das Mauerwerk des Kernbaus befindet sich im Kellerbereich einer Wohnanlage und ist nach Absprache zugänglich.

Zwischen Neuwied und Bendorf

Auf dem Wingertsberg nördlich von Oberbieber wurde WP 1/37 nachgebaut. Im Distrikt „Sandschleife“ im Heimbach-Weiser-Gladbacher-Wald (HWG-Wald) ist der Limes auf Teilabschnitten hervorragend erhalten. Wall und Graben lassen sich im Gelände verfolgen.

Bei WP 1/40 „Auf der Alteck“ wurde einer der höchst seltenen sechseckigen Turmgrundrisse ausgegraben. Die Umfassungsmauern des Kleinkastells Anhausen bei WP 1/41 sind im Gelände als Schuttwälle ablesbar. Dieses Kastell oberhalb des Neuwieder Beckens befindet sich am nördlichsten Punkt der Deutschen Limes-Straße. Ausgehend vom Wanderparkplatz Heidegraben führt eine Rundwanderung auf dem 13,5 km langen „Historischen Römer- und Keltenweg” zum Kleinkastell Anhausen, zum Limesverlauf sowie zu mehreren Wachtturmstellen.

Bendorf

Spuren mehrerer früher Holz-Erde-Kastelle, eines steinernen Kastellbades und umfangreiche Teile des Kastellvicus sind bekannt. Auf dem Pulverberg, oberhalb von Sayn, wurde bereits im Jahr 1912 ein einzigartiger Limes- Erlebnisraum geschaffen. Hierzu gehört der denkmalgeschützte, in den Jahren 2009/2010 aufwändig restaurierte Nachbau eines römischen Wachtturms (neben den Fundamenten von WP 1/54) mit Wall und Palisaden und die nach dem Streckenkommissar der Reichslimeskommission benannte „Löschke-Ruhe“, ein in Bruchstein gemauerter Aussichtspunkt am Limes.

Zwischen Bendorf und Hillscheid

Zwischen WP 1/63 und WP 1/64 liegt das Kleinkastell Ferbach. Wall und Graben der Limeslinie im Vorfeld sind hervorragend erhalten. Südöstlich vom Kastell Ferbach befinden sich gut sichtbare Limes- abschnitte im Vallendarer Stadtwald südlich von Höhr.

Hillscheid

Steinturmnachbau in der Nähe von WP 1/68. Das Turminnere über drei Stockwerke ist museal gestaltet. Das Kleinkastell auf der Höhe nördlich von Hillscheid ist seit 2003 in den Grundmauern markiert. Erläuterung durch Hinweistafeln vor Ort.

In unmittelbarer Nähe des Limesturms finden Sie einen „römischen Nutzgarten“ (hortus rusticus) mit einem kleinen Rebgarten, Kräuter- und Staudenbeeten, Obstbäumen so- wie einem Atriumbeet, in dem eine Skulptur des Faunus die Besucher begrüßt. Weitere Besonderheiten sind ein „römischer Backofen“ und der Weidenflechtzaun im Eingangsbereich des Gartens. Ausgehend vom Limesturm erschließt der ca. 5 km lange Rundwanderweg „Limespfad Hillscheid” mehrere römische Sehenswürdigkeiten.

Streckengrafik mit Höhenprofil - Obergermanischer Limes Rheinland Pfalz


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Zwischen Hillscheid und Arzbach

Östlich von Hillscheid im Bereich von WP 1/72 und WP 1/73 sind Wall und Graben des Limes sehr gut erhalten.

Arzbach

Kastell am südlichen Ortseingang zum Schutz des tief eingeschnittenen Emsbachtales; vor Ort durch Tafel erläutert. Bei WP 1/84 auf dem „Großen Kopf“ sogenannter Stefansturm, nachgebauter Limesturm mit Panoramablick.

Bad Ems

An drei Standorten befinden sich Palisadennach- bauten sowie entlang des gesamten Limesverlaufs zahlreiche Infotafeln. Südlich der Lahn auf dem Wintersberg wurde der 1858 ausgegrabene WP 2/1 zu Ehren Kaiser Wilhelms I. wieder aufgebaut. Auf der Gemarkung Bad Ems bestanden drei Kastelle: das Auxiliarkastell, das Kleinkastell „Auf der Schanz” am südlichen Ufer der Lahn und das Kleinkastell auf dem Blöskopf aus dem 1. Jahrhundert. Die römischen Funde sind in der neuen Limesabteilung im Kur- und Stadtmuseum zu besichtigen. Auf der Bahnhofsbrücke zeigt ein Stereoskop, wie Bad Ems hier in römischer Zeit ausgesehen hat.

Nassau

Der Limeswanderweg im Naturpark Nassau reicht von Hillscheid bis zum Kastell Holzhausen. Auf zahlreichen Infotafeln werden der Limes, seine Befestigung sowie das militärische Leben der Römer erklärt. Auf diesem Abschnitt befindet sich südlich der Lahn der Drei-Kastell-Rundweg, der die Kastelle Pohl (Nachbau), Pfarrhofen und Holzhausen besonders in Szene setzt. Der Rundweg für Wanderer und Radfahrer wurde von den Verbandsgemeinden Nastätten, Nassau und Katzenelnbogen eingerichtet.

Pohl

In den bewaldeten Abschnitten zwischen Hunzel und Pohl sind Limeswall und Limesgraben noch sehr gut erhalten. Auch der WP 2/21 ist im Gelände auszumachen. Der Limes, auch Pfahlgraben genannt, gab der Gemeinde Pohl den vom Wort „Pfahl“ hergeleiteten Namen. An der Stelle, an der der Limes einen großen Bogen nördlich um den Ort herum macht, lag ein Kleinkastell mit einer Fläche von rund 30 m x 40 m, das mit Holz-Erde-Mauer und Spitzgraben befestigt war.

Das Limeskastell Pohl ist ein nach heutigem Forschungs- stand authentischer Nachbau eines Kleinkastells mit einem Wachtturm. Diese in Deutschland einzigartige Anlage ist als Freilichtmuseum konzipiert und liegt – eingebettet in landschaftlich reizvoller Umgebung – direkt an der Deutschen Limes-Straße (B 260, Bäderstraße Taunus) zwischen Wiesbaden und Bad Ems am südöstlichen Beginn des rheinland-pfälzischen Limesabschnittes. Das Limeskastell Pohl bietet sich als Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Informationsort sowie als zentraler Ausgangspunkt für viele Aktivitäten in der Region an.

Pfarrhofen

Das Kleinkastell Pfarrhofen (Nastätten-Miehlen), 180 m hinter dem Limes bei WP 2/28 gelegen, verfügte mit rechtwinkligen Ecken über eine Besonderheit, die nur we- nige Kastelle am Limes aufweisen. Normalerweise sind die Ecken der Kastelle abgerundet. Spuren der Umwehrung des quadratischen Kastells von 0,15 ha Größe haben sich im Hochwald erhalten.

Zwischen Bad Ems und Holzhausen

Wall und Graben der Limesbefestigung zeichnen sich eindrucksvoll im Wald zwischen Schweighausen und Dornholzhausen ab. In der Nähe von WP 2/25 sind gut erhaltene Streckenabschnitte des Limes zu finden. Östlich des Kastells Holzhausen ist der Limes hervorragend erhalten. Er wurde lediglich vor dem Kastell eingeebnet.

Holzhausen

Das Kastell befindet sich unterhalb des 544 m hohen Grauen Kopfes. Mit nur 1,4 ha gehört es zu den klein- sten Kohortenkastellen (Infanterie-Einheiten) am Obergermanisch-Raetischen Limes. Es ist eines der besterhaltenen Kastelle mit konservierten Grundmauern. Die sichtbaren Überreste betreffen die Verteidigungsgräben, Kastellecken mit Einbauten, Tore und das Fahnenheiligtum. Die Baureste des Kastellvicus sind zum Teil als leichte Erhebungen im Gelände erkennbar. Die Militäranlage von Holzhausen liegt an der Grenze des Naturparks Nassau zum hessischen Naturpark Rhein-Taunus.

Quelle: Deutsche Limes-Straße e.V.