Rückblick 35. Arber-Radmarathon 

VCR-Repräsentanten und Sponsoren in Reih und Glied. Der Veloclub zeigt mit dem farbfreudigem Arber-Radmarathon-Trikot - vorgestellt am 8. Juli bei der Pressekonferenz - erstmals grünweiße "Flagge". Im Unterschied zum bekannten rot gepunkteten Bergtrikot weist das neue ARM-Trikot signalgrüne Punkte auf. Dem zweifachen Ex-Rallye-Weltmeister Walter Röhrl war es ein Herzensanliegen ein besonders auffälliges Trikot präsentieren zu dürfen. Für ihn stellen Signalfarben ein optisches Sicherheitsmerkmal dar, damit die Radfahrer im Straßenverkehr besser wahrgenommen werden. 

Pressekonferenz 13. Mai 2019

Alle Jahre wieder steppt am letzten Juliwochenende sozusagen der Bär am Regensburger Dulplatz: Barbara Wilfurth (VCR-Präsidentin) sagte bei der diesjährigen Pressekonferenz über den Arber-Radmarathon - welcher bereits seit dreieinhalb Jahrzehnten seinen festen Platz im Breitensportkalender einnimmt und auch diesmal wieder rund 7000 begeisterte Radsportler wie Mountainbiker bundesweit anlocken wird - „Es ist eine große Radsportfamilie, die sich bei uns in Regensburg trifft“.

Über die Jahre hinweg hat sich das Orga-Procedere nahe der Perfektion eingeschliffen. Dies bedeutet aber nicht, dass man Neuem gegenüber nicht aufgeschlossen wäre. Barbara Wilfurth: „Aber wenn wir irgendwo etwas Neues finden, schauen wir es uns gleich ab“. Diesmal haben sich die Mountainbiker eine Neuerung einfallen lassen. Sie ermitteln unter den Teilnehmern, die in Wettstreit treten wollen, auf einem 1200 Meter langen und mit durchschnittlich 12,5 Prozent Steigung versehenen Anstieg bei Süssenbach mit einer Zeitwertung, die sonst beim Arber-Radmarathon fehlt, König und Königin am Berg".

 35. ARM 2019

Deutschlands größte Radtouristikveranstaltung - der 35. Arber-Radmarathon - ist Geschichte. Insgesamt stürzten sich 6.101 Teilnehmer - davon knapp 1.000 Mountainbiker - mit Elan ins schweißtreibende Vergnügen. Das Wetter kann man mit einem lachenden und weinenden Auge betrachten. Erfreulich war, dass sich die miesen Wettervorhersagen nicht bewahrheiteten und überraschenderweise trockenes Radlerwetter herrschte. Auch wenn es in der Nacht regnete so waren die Straßen bis zum Startschuss bereit wieder abgetrocknet. Nach der unterträglichen Hitzeperiode war das Thermometer auf angenehme 25 Grad gefallen, worüber sich auch Barbara Wilfurth, Präsidentin des veranstaltenden Veloclub Ratisbona freute. Kehrseite der Medaille: das vermeintlich hohe Regenrisiko hielt nicht wenige davon ab sich spontan noch am Samstag oder Sonntag anzumelden. Da die Anmeldezahlen bis dahin noch auf demselben Niveau von 2018 lagen, erklärt der Einbruch der Nachmelderzahlen den Teilnehmerschwund von etwa 10%. Pech also für die Daheimgebliebenen und Glück für diejenigen, die sich nicht beirren ließen und den ARM mit viel Spaß und körperlichem Einsatz rockten und sich nach der Zieldurchfahrt emotional ergriffen die Glückshormonschwemme "abholten".  Was lehrt uns das? Trotz x-facher Wetter-Apps und theoretischer Wettemodelle nicht alles für bahre Münze nehmen und vielleicht frühmorgens doch mal einen Blick aus dem Fenster risikieren um zu sehen was Sache ist.

Für viele Hobby-Radsportler stellt der Arber-Radmarathon nach wie vor ein Saison-Highlight dar. Für bevorstehende Herausforderungen wie die Pirker Zoigltour, Wendelstein-Rundfahrt oder den Ötztal-Radmarathon bietet die Radtouristikveranstaltung durch den kuperierten Bayerischen Wald eine ideale Gelegenheit in formidable Hochform zu kommen.

Erstmalig wurden Bewegtbilder im Videoformat 16:9 auf eine 15 Quadratmeter große LED-Display-Wand projiziert. Packende Rennszenen und Berichterstattung per Live-Streaming - für Teilnehmer wie Zuschauer Entertainment vom Feinsten.

Statistik 2018

Streckenfrequenz Radstrecken (2018) 

Teilgesamtheit 5 Radstrecken 5 518 Teilnehmer 

  • Große Arberrunde (A) - 250 km/3 750hm  - 1 273 Teilnehmer (23.0%)
  • Kleine Arberrunde (B) - 170 km/2 400hm  - 1 110 Teilnehmer (20.1%)
  • Bayerwaldrunde (C)    - 125 km/1 400 hm - 1 478 Teilnehmer (26.8%)
  • Panoramarunde (D)    - 100 km/    900 hm  -   463 Teilnehmer (8.4%)
  • Familienrunde (E)       -   56 km/    100 hm - 1 194 Teilnehmer (21.6%)

Streckenfrequenz Mountainbike (2018) 

Teilgesamtheit 3 MTB-Strecken 1 291 Teilnehmer 

  • Regentalrunde (Tour F)        - 106 km/2 050 hm - 218 Teilnehmer (16.9%)
  • Süssenbachrunde  (Tour G)  -  88 km/1 576 hm  - 375 Teilnehmer (29.0%)
  • Altenthannrunde (Tour H)     -  69 km/  990 hm  - 698 Teilnehmer (54.1%)

Der Anteil der Mountainbiker entspricht mit 1 291 Teilnehmern von der Grundgesamtheit (6 809) 19%.  

Start- und Zielpunkt

Start- und Zielpunkt ist der Dultplatz in der historischen UNESCO-Welterbestadt Regensburg

Das Spektakel beginnt bereits am Samstag, wo auf der Fahrradmesse zahlreiche Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren und die obligatorische Nudelparty für volle Glycogenspeicher sorgt.  

Etwa 100 Ehrenamtliche wuseln auf dem Dultplatz, wo es zur Morgenstund ein leckeres Frühstück gibt. Ein weiterer Trupp von 150 fleißigen Helferleins verteilt sich auf insgesamt 9 Verpflegungsstellen, wovon die weiteste ca. 120 km entfernt liegt (Regenhütte). Nach einem ausgeklügelten Verteilungsmuster ist es eine logistische Meisterleistung, die Labestationen mit 4 Tonnen Obst, tausende Snacks, Energieriegel, Wurst- und Käsesemmeln sowie x- Hektoliter Säfte, Elektrolytgetränke und (alkoholfreies) Bier zeit- und mengengerecht zu bestücken. Langjährige Erfahrung ist Garant dafür, dass alles wie am Schnürchen klappt.

 Historie

Der Arber-Radmarathon gilt als traditionsreiches Urgestein der Radtouristik-Klassiker in Deutschland. In Sachen Historie und Bekanntheitsgrad spielt das Mega-Event in der Champions League internationaler Radsport-Events. 1985 aus der Taufe gehoben, schickten sich damals 85 Radsport-Pioniere an, von Regensburg aus dem Namenspatron und König des Bayerischen Waldes – dem Großen Arber - zu umrunden und zurück in die Donaumetropole zu radeln. Die Route führte damals noch an der Arber-Sesselbahn-Talstation vorbei zum Bretterschachten (220 km / 2950 hm). Im Jahr darauf nahmen bereits 300 Radler teil. Heute umfasst das Streckenangebot für Renn- Genuss- und Familienradler fünf leistungsabgestufte Routen. Durchschnittlich nehmen etwa 6 500 Hobbyradler teil, womit der Arber-Radmarathon die größte Radtouristikveranstaltung Deutschlands ist.

Seit dem Jahr 2000 bereichern Mountainbike-Routen die Veranstaltung, dessen vier Streckenvarianten ins kupierte Terrain des Bayerischen Vorwalds führen. Jährlich nehmen gut 1.000 Mountainbiker an dem Mega-Event teil.

Seit 2015 gehört das <Weltenburger-Dunkles-Radler-Kriterium> am Vortag zum Rahmenprogramm. Lizenzierte Radamateure fahren in den Kategorien Jugend- Junioren und Elite auf dem 1 km langen Rundkurs um den Regensburger Dultplatz ihre spannenden Radrennen aus. Aufgrund des Sponsorwechsels trägt das Rennen bei der 36. Ausgabe des ARM den Namen

Die Wetterkapriolen reichten in der Vergangenheit von Schneefall, Dauerregen bis Bullenhitze. 2013 ging als Hitzeschlacht in die Analen des Arber-Radmarathons ein. Das Thermometer stieg auf rekordverdächtige 37 Grad, weshalb die Genehmigungsbehörde erstmals sogar den Ausschank von alkoholhaltigem Bier auf der Verpflegungsstation in Saulburg untersagte. 2016 gab es sintflutartige Regenfälle, Stürme und Windbruch, was den hartgesottenen Teilnehmern grenzwertige Leistungen abverlangte. Ein YouTube-Video vermittelt authentische Einblicke über die damalige Schlammschlacht der Mountainbiker.

Ab 6.00 Uhr werden nacheinander die großen Startfelder vom Regensburger Dultplatz aus Richtung Bayerischer Wald bzw. Donautal geschickt. Zaungäste betrachten das wuslige Treiben von der Oberpfalzbrücke aus der Vogelsperspektive. 

Euphorische Stimmung vor dem Startschuss

Die allgemeine Hektik frühmorgens ab 5.00 Uhr auf dem Dultplatz ist nichts für schwache Nerven. Schallende Songs heizen die Stimmung an, und verbreiten einen Hauch von Tour de France Feeling. Die von Muskelfluids, ätherischen Ölen und Sportcremes durchschwängerten Luftschwaden versprühen eine unvergessliche Sinnesaura, die den ungeduldig wartenden Hasardeuren den letzten Kick versetzt. Das Gemeinschaftsgefühl, welches sich wie eine schützende Decke über den Tross legt ist schon sehr speziell. 

In der langen Startschlange reiht sich ein buntes Meer von Radsportlern dicht aneinander gedrängt in Reih und Glied auf. Humorvolle, Ernsthafte, Extrovertierte, Sinnierende, Ambitionierte, Coole, Nervöse und so weiter und so fort. Jeder erlebt sein eigenes emotionales Kopfkino bzw. Wechselbad der Gefühle inmitten im Stimmenwirrwarr des farbenfrohen Gewimmels. Allein das quirlige Startprocedere sorgt für Aufregung und erhöhten Adrenalinpegel.

Tausende Hobby- und Freizeitsportler erzeugen eine einzigartige Stimmung, dessen spannungsgeladene Funken von Fahrer zu Fahrer überspringen. Keiner kann sich der prickelnden Atmosphäre entziehen. Als radtouristische Veranstaltung gibt es weder eine offizielle Zeitmessung noch eine Siegerehrung. Es gilt die STVO. 

Aufputschklassiker wie „I love to ride my bycycle“ oder „we are the champions“ lassen Niemanden kalt. Wie auch immer - die letzten Sekunden des Herunterzählens 10 – 9 – 8 ... zünden die Engines und fluten die Spannkraft bis in die letzte Muskelfaser. Pulsmesser gecheckt, Höhenmesser kalibriert, Helmriemen festgezurrt, ins Pedal eingeklickt, und der Blick stoisch nach vorn gerichtet. Die Nervosität und Anspannung steigt vor dem markerschütternden Startschuss bis zu den letzten Sekunden die kaum von der Uhr zu tropfen scheinen - ins Unermessliche.

34. Arber-Radmarathon

Am 16. Mai hatte der Veloclub Ratisbona zur Pressekonferenz für den 34. Arber-Radmarathon Sponsoren, Medien, kommunale Vertreter von Stadt und Land sowie Polizeiorgane geladen. Eines vorweg: Dank jahrzehntelanger Historie entwickelte sich das renommierte Breitensport-Event unter Führung der Vereinsvorsitzenden Barbara Wilfurth für die Welterbestadt Regensburg sowie das Umland zum Aushängeschild mit überregionaler Strahlkraft. Gesetzt den Fall, dass Petrus am 29. Juli wohlgesonnen ist und seine Niederschlagsschleusen dicht hält könnte die Rekordmarke von mehr als 7000 Radsportbegeisterten womöglich geknackt werden, zumal die Anmeldezahlen derzeit 30% über dem des Vorjahreszeitraums liegen. Zum aktuellen Arber-Trikot wurde die Katze noch nicht aus dem Sack gelassen. Mut zur "Lücke" - sprich knallige Farben - hatte man 2016 mit dem pinkfarbenen Trikot jedenfalls bewiesen. Derzeit steht nur soviel fest, dass es blaufarbig sein wird.  Das aktuelle Arber-Radmarathon-Plakat mit glücksbeseeltem Radfahrer bringt das Wesen dieses faszinierenden Sports auf den Punkt. Die stilisierte Abbildung drückt jenes überschwängliche Glücksgefühl aus wie es Abertausende Teilnehmer des Arber-Radmarathons im Moment des Finish tief ergriffen erleben. Eine Symbolik die Leidenschaft, Freude, Demut und Glücksempfinden verkörpert und damit den Hobby-Radsport eindrucksvoll charakterisiert. Die vermittelte Botschaft kam bei den Journalisten und Sponsoren gut an, wenngleich der zuständige polizeiliche Einsatzleiter das Bild mahnend als rennaffine „Siegerpose“ empfand. Absolute Neuheit: die Veranstaltung brilliert im Start- und Zielbereich erstmalig mit Bewegtbildern im Videoformat 16:9. Per Live-Streaming werden Szeneaufnahmen auf eine 15 Quadratmeter große LED-Display-Wand projiziert. Kurzum: nicht nur die aktiven Teilnehmer kommen auf ihre Kosten sondern auch die Besucher genießen Entertainment vom Feinsten.

9.02.2019: Teampräsentation Veloclub Ratisbona p/b Zweirad-Center Stadler. Die sportlichen Leiter Paul Renger und Ronny Knackfuss haben es verstanden innerhalb weniger Jahre eine schlagkräftige homogene Rennmannschaft zu formen. Das ausgewogene Verhältnis von Sprinter- und Bergqualitäten soll bei Bundesligarennenden (Elite-Amateure) Platzierungen in den Top 10 -15 ermöglichen. Die Chemie scheint zu stimmen, denn bei der Vorstellung betonten alle Rennfahrer das ausgesprochen harmonische Verhältnis untereinander. Neben exzellenter Form und eiserner Willenskraft spielt die Stimmung und Wellenlänge zwischen den Fahrern im geschlossenen Mannschaftsgefüge - wo jeder für jeden bedingungslos einsteht - eine enorm wichtige Rolle. Neben Bundesligarennen weist das dicht gedrängte Saisonprogramm zusätzlich 11 Radrennen der »UCI Europe Tour« auf. Bevor es am 24.02. zum »GP Slovenien Istria«  (UCI-Kat. 1.2) bzw. am 6.03. zur »Trofej Umag«  (UCI-Kat. 1.2) geht, steht die sportmedizinische Leistungsdiagnostik auf dem Programm, deren Testverfahren die tatsächliche Leistungsfähigkeit in den jeweiligen Schwellenbereichen belegen. Das Wissen über die anaerobe Schwelle sowie Lactatabbau bzw. Lactatfreisetzung zeigt dem Fahrer auf, welche Stellschrauben zu verändern sind, um das Leistungspotential zu erhöhen. Zur VCR-Rennmannschaft