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43. Arber-Radmarathon • 25. Juli 2027
»Große Arberrunde« (Tour A) - Teil I
Gut trainierte Hobbyradler bzw. Amateurradsportler kommen bei der »Großen Arberrunde« landschaftlich wie sportlich betrachtet voll auf ihre Kosten. Mit 243 km Länge und 3.750 Höhenmetern braucht sich die längste Rundschleife beim Arber-Radmarathon weder hinter alpenländischen noch vor inländischen Radmarathons zu verstecken. Wer die harte Nuß knackt, darf sich mit Fug und Recht als Heroe fühlen.

Anspruchsvolle Radmarathons sind für Jedermannfahrer die Königsklasse schlechthin, die zweifelsohne das Palmares aufwerten. Die Disziplin ist von folgenden Kriterien gekennzeichnet: Distanz mindestens 200 Kilometer, Höhenunterschiede von oft über 3.000 Höhenmetern und zumeist mit 15 bis über 20 Steigungsprozente bestückt. Ebenso kommen herausfordernde Abfahrten ins Spiel (Steilheit, enge Kurven, Serpentinen, ggf. schlechter Asphaltbelag) die fahrtechnisches Geschick und hohe Konzentrationsleistung erfordern. Gemessen an Breitensportverhältnisse stellt die Bewältigung eines Radmarathons jedenfalls eine überdurchschnittliche Leistung dar.
Zu den härtesten Eintages-Radmarathons in Deutschland zählen neben der Königsdisziplin des Arber-Radmarathons der Schwarzwald Super in Baden-Württemberg (Gold: 255 km / 6.500 hm, Silber: 195 km / 4.800 hm, Bronze: 130 km / 3.300 hm), der Schwarzwald Ultra Radmarathon (239 km / 4.210 hm) sowie der Rhön Radmarathon (258 km / 4.800 Höhenmeter) in Hessen. Im Hochgebirge stellt das Alpenbrevet in der Schweiz (Platin 270 km/7.000 hm, Gold 212 km/5.000 hm) und der Ötztal-Radmarathon in Tirol (238 km/5.400 hm) die internationale Speerspitze dar. Wer einen Startplatz für den "Ötzi" ergattern konnte, für den bietet der 4 Wochen zuvor stattfindende »Arber-Radmarathon« zur Formvollendung eine ideale Generalprobe.
»Große-Arberrunde« (Tour A)
Eckdaten
Streckenlänge: 243 km
Höhendifferenz: ↑ 3.750 hm (laut Veranstalter)
Streckenzenit: Bretterschachten, 1.120 m ü.NHN. (KM 128)
Streckencharakteristik: bergiges Profil
Verpflegungsstationen:
- Cham (KM 57)
- Regenhütte (KM 121)
- Kolmberg (KM 171)
- Untermiethnach (KM 207)
Startzeit: 6.00 Uhr
Nennenswerte Anstiege:
- Unterlichtenwald (KM 16) - Hochplateau: 4.0 km ↑ 176 hm
- Forstmühle (KM 23) - Bruckbach: 3.0 km ↑ 128 hm
- Völling (KM 38.3) - Michelsneukirchen: 3.6 km ↑ 130 hm
- Chamerau (KM 64) - Lederdorn: 4.3 km ↑ 158 hm (Ø 3.5 %, max. 14 %)
- Bad Kötzting (KM 73) - Hohenwarth: 4.3 km ↑ 150 hm ( (Steigung max. 15 %)
- Arrach (KM 88) - Scheiben/Hindenburgkanzel: 17.5 km ↑ 600 hm (ab Lohberghütte, 430 hm, Ø 4.2 %)
- Regenhütte (KM 120) - Bretterschachten: 7.8 km ↑ 510 hm / Steigung Ø 6,5 %
- Arnbruck (KM 148) - Heitzenzell: 4.0 km ↑ 165 hm / Steigung Ø 3,6 %
- Viechtach (KM 160) - Kolmberg: 11.0 km ↑ 430 hm
- Klinglbach (KM 173) - Maibrunner Höhe: 3.5 km ↑ 202 hm (Ø 6.0 %, max. 13 %)
- Ascha (KM 194) - Falkenfels: 4.1 km ↑ 151 hm (Ø 3.4 %)
• Falkenstein (KM 37): »Panoramarunde«
• Schorndorf (KM 49): »Bayerwaldrunde«
• Bad Kötzting (KM 74): »Bayernwerk-Arberrunde«
Streckeneinmündungen:
• Heitzenzell (KM 153) »Bayernwerk-Arberrunde«
• Ascha (KM 194): »Bayerwaldrunde«
• Falkenfels (KM 198) »Panoramarunde«
Eignungsklassifizierung: anspruchsvolles Mittelgebirgsprofil (Bayerischer Wald ist das zweithöchste Mittelgebirge Deutschlands)
Streckenverlauf: Regensburg/Dultplatz → Falkenstein (KM 37) → Schorndorf (KM 49) → Cham (KM 57, V1) → Bad Kötzting (KM 74) → Lam (KM 92) → Lohberghütte (KM 95) → Brennes (108) → Bayerisch Eisenstein (KM 115) → Regenhütte (KM 120, V2) → Bretterschachten → Bodenmais (KM 134) → Drachselsried (KM 145) → Viechtach (KM 160) → Kolmberg (KM 170, V3) → Grün/Maibrunn (KM 174) → Mitterfels (KM 189) → Ascha (KM 193) → Falkenfels (KM 198) → Untermiethnach (KM 207, V4) → Regensburg (KM 243)

Extreme Ausdauerleistungen auf Breitensportniveau zu bewältigen erfordert enormen (Trainings-) Ehrgeiz, eiserne Disziplin und ausgeprägtes Durchhaltevermögen. Es bedarf eines durchgetakteten Zeitmanagements, um Arbeit, Familie und tausende Trainingskilometer unter einen Hut zu bringen.
Streckenbeschreibung Regensburg-Cham
Streckenbeschreibung Cham - Regenhütte
Streckenbeschreibung Regenhütte - Kolmberg
Streckengrafik mit Höhenprofil - Tour A • Große Arberrunde ≈ 3.750 hm laut Veranstalter
Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.
Streckenabschnitt Regensburg - Cham (57 km)

Streckenabschnitt Regensburg - Falkenstein - Cham
Streckenverlauf: Regensburg (Dultplatz) → Falkenstein (KM 37) → Michelsneukirchen (KM 43) → Schorndorf (KM 49) → Cham (KM 57 / Verpflegungsstelle)
Streckendaten: 57 km / 800 hm
Streckencharakteristik: 16 km Flachstück bis Unterlichtenwald, danach welliges Profil mit Anstiegen < 10%
Streckengabelung Falkenstein (KM 37): »Panoramarunde«
Streckengabelung Schorndorf (KM 48) »Bayerwaldrunde«

Zuschauer verabschieden anfeuernd und klatschend die Fahrer auf der Oberpfalzbrücke. Auch wenn der Arber-Radmarathon kein Radrennen ist, loten nicht wenige Sportler ihr Leistungslimit aus. Während die einen mit der Einstellung keine Gnade für die Wade zu Werke schreiten, steht für andere das Genussprinzip im Vordergrund.
Schlag auf Schlag erfolgen ab 6.00 Uhr Massenstarts. Per Startschuss werden die Radler unter musikalischer Begleitung auf ihre Reise geschickt. Mit surrenden Ketten - begleitet von Schaltungsklackern - wälzelt sich hinter dem Führungsfahrzeug ein schier endloser Lindwurm an Rennradlern dannen.
Startphase

Vom Dultplatz (Start- Zielareal) schwenken dichte Starterpulks auf die Oberpfalzbrücke ein, um nach Einmündung auf der zweispurigen Frankenstraße Fahrt aufzunehmen.
Massenstarts erfordern im dichten Startpulk erhöhte Vorsicht, Bremsbereitschaft und Rücksichtnahme. Dasselbe gilt bei Rückankunft, zumal Radwegebenutzungspflicht besteht, die polizeilich überwacht wird.

Die zweispurige Frankenstraße und Walhalla-Allee am Donau-Einkaufszentrum vorbei ist während der Startphasen stadtauswärts für den Straßenverkehr gesperrt. Von der historischen UNESCO-Weltkulturerbestadt Regensburg verläuft die Strecke in östlicher Richtung zur Vorortgemeinde Tegernheim, nach dessen Durchquerung abrupt der dichtbesiedelte Großraum von Regensburg in eine herrliche Naturlandschaft der Ferienregion Regensburg Land übergeht.

Während der hektischen Startphase ist stadtauswärts erhöhte Vorsicht geboten. Adrenalingeladen ist das frühe Stadium von engem Gedränge, hektischen Manövern und abrupten Geschwindigkeitswechseln geprägt, was zwingend einer vorausschauenden und bedachten Fahrweise, Reaktionsschnelligkeit und Bremsbereitschaft bedarf, um die kritische Phase sicher zu überstehen.
Sobald nach 8 km der zweite Kreisverkehr am Ortsende von Tegernheim passiert wird, hat sich das Feld schon etwas sortiert, die allgemeine Hektik beruhigt und Pulks zumeist auf Einerreihe formiert. Das Gebot der Stunde ist, sich einen guten Windschatten hinter einem gleichmäßig ruhig fahrenden Vordermann zu suchen und auf unüberlegte Sprints bzw. kräftezehrende Attacken zu verzichten - es sei denn man verfügt als begnadeter Crack unerschöpfliche Energie - ansonsten droht bei zu ungestümer Fahrweise (Laktat) zu einem späteren Zeitpunkt womöglich ein Leistungseinbruch.

Nachdem Donaustauf passiert ist, rollt man an der imposanten Walhalla - dem Ruhmestempel des bayerischen Königs Ludwig I. - vorbei, worauf nach 1 km bei Sulzbach a.d.Donau auf die St 2145 Richtung Falkenstein abgezweigt wird.

Sonnenaufgang bei der Anfahrt ins Tor des Bayerischen Vorwaldes kurz vor Hammermühle. Die leicht abschüssige Strecke führt ins idyllische Otterbachtal und verläuft ab Hammermühle auf einer teils unübersichtlichen, kurvigen Straße nach Unterlichtenwald. Die hügelige Landschaft wird von Einheimischen häufig als der „liebliche“ Teil des Bayerischen Waldes bezeichnet. Für Rennradler birgt dieser Streckenabschnitt ein welliges Profil mit zahlreichen, kürzeren Anstiegen. Gleichzeitig trennt die bewaldete Region die Donauebene vom Bayerischen Vorwald.

Das Ortsschild Unterlichtenwald (KM 16) markiert das Ende der Flachetappe, was die flotte Geschwindigkeit im dichten Fahrerpulk schlagartig herunterdimmt. Direkt nach einer scharfen Linkskurve beendet der erste Anstieg des Tages die energiesparende Winschattenpassage. Nun heißt es zügig raufschalten, um mit optimaler Kadenz schnellstmöglich seinen Rhythmus zu finden. Der Anstieg ist von zahlreichen Überholmanövern geprägt, die die Spreu vom Weizen trennt und so ebenbürtige Fahrer auf begrenzte Zeit zusammenschweißt. Die Ausläufer des Vorderen Bayerischen Waldes fordern ihren Schweißtribut, wobei die Steigung mit rund 5% moderat ausfällt (4 Kilometer / 176 Höhenmeter).

Nachdem der Donauebene der Rücken zugekehrt wurde, öffnet sich im Otterbachtal das Tor zum Bayerischen Vorwald. Erste Hügelketten geben einen Vorgeschmack auf das, was emsigen Radsportlern noch bevorstehen wird.
Der Bayerische Vorwald ist durch ein sanftwelliges Profil gekennzeichnet. Von knackigen Wadlbeissern bleibt man auf dem ersten Streckenabschnitt nach Cham verschont. Das kilometerlange Starterfeld wälzelt sich über Unterlichtenwald nach Brennberg von 330 Meter auf gut 500 Meter Höhe - unterbrochen von einzelnen Gefällpassagen - die ersten Hügel des Tages hinauf.

Da die Anstiege im einstelligen Bereich liegen und zudem nicht sehr lang sind bleiben relativ große Gruppen bis Cham recht dicht zusammen. Hier muss keiner seine Zeit langweilig als Solist fristen sondern ist eigentlich immer in illustrer Gesellschaft und kann so energieeffizienten Windschatten nutzen. Wird vorne auf die Tube gedrückt und harmonisch durchrotiert kann von Beginn an richtig Zeit gutmachen und obendrein Körner sparen.

Nach dem ersten Anstieg genießt man danach umso mehr die erste berauschende Gefällpassage zur Talsenke Forstmühle.

Forstmühle ist ein Ortsteil der Gemeinde Altenthann im Oberpfälzer Landkreis Regensburg. Nach dem Ortsende beginnt die Straße anzusteigen (anfangs 6%, im oberen Abschnitt 10%).
Tempomacher ziehen große Fahrerfelder im Schlepptau hinterher. Verliert man den Gruppenanschluß ist es kein Hals und Beinbruch, da andauernd in kurzen Zeitabständen herannahende Fahrerfelder wieder aufschließen. Ob ein Loch - also Lücke - im aneoroben Bereich zugefahren werden soll, will reiflich überlegt sein, zumal man als Einzelfahrer sowieso wieder aufgesammelt wird. Wer sich in der hektischen Anfangsphase ein zu hohes Tempo zumutet und sich vielleicht "blau" fährt kann dies im nachhinein womöglich bitter büßen.

Die zweite Steigung des Tages zieht sich aus der Talsenke von Forstmühle (KM 23) drei Kilometer hinauf bis kurz vor Bruckbach (128 hm). Kurz vor Falkenstein wird die Landkreisgrenze Cham im Naturpark Oberer Bayerischer Wald sowie die Höhenmarke von 600 Meter überschritten.

Die Führungsgruppe passiert den Markt Falkenstein bereits gegen 7.00 Uhr, wobei das dichte Starterfeld schon kilometerweit auseinandergerissen wurde. Je nach variiert die Geschwindigkeit zwischen 25 km/h und 35 km/h. Eine ökonomische Fahrweise - verbunden mit maximaler Ausnutzung von Windschatten - hilft wertvolle Körner einzusparen, zumal die großen Berge noch bevorstehen.
Während die Tour A, B und C im Linksschwenk auf den Markplatz von Falkenstein einbiegen, zweigt die »Panoramarunde« (Tour D) rechts Richtung Wiesenfelden → Falkenfels → Saulburg ab.
Am Ende des Markplatzes folgt eine scharfe 45 Grad Kurve, worauf eine steile Gefällpassage in eine Talsenke folgt, die ansatzlos in den Anstieg nach Völling und weiter bis kurz vor Michelsneukirchen übergeht (128 hm).

Auf einer Anhöhe kurz vor Michelsneukirchen bei einem Rast-Pavillon blitzt am Horizont erstmals das beeindruckende Panorama des Bayerischen Waldes auf. Manch einer mag von gewisser Ehrfurcht ergriffen sein, sofern er sich die Große- oder Kleine Arberrunde vorgenommen hat.

1.5 km hinter Michelsneukirchen wird rechts Richtung Cham abgezweigt, während die Straße geradeaus nach Roding führt. Es schließt sich eine abschüssige Streckenpassage an bei der das Höhennivau um 200 Meter abfällt. In Schorndorf befindet sich die zweite Streckengabelung. Hier zweigt rechts die »Bayerwaldrunde« (Tour C) Richtung Zinzenzell ab, die weiter nach Pilgramsberg → Ascha → Saulburg verläuft.
Nachdem Radling passiert ist rückt das flache Regental mit der Kreisstadt Cham ins Blickfeld. Über einen Kreisverkehr gelangt man auf die Werner von Siemens Straße die stadteinwärts zum Parkplatz des Siemensgeländes führt, wo sich die Verpflegungsstation befindet.

Die Führungsgruppe bzw. Fahrer die auf "Zeitenjagd" unterwegs sind lassen in aller Regel die erste Verpflegungsstation in Cham aus und steuern nonstop die V 2 in Regenhütte an (KM 121).

Streckenabschnitt Cham - Bad Kötzting - Brennes - Regenhütte (64 km)
Streckenabschnitt Cham - Bad Kötzting - Lam - Bayerisch Eisenstein - Regenhütte
Streckenverlauf: Cham (KM 57 / Verpflegungsstelle) → Chamerau/Kreisverkehr (KM 63.5) → Lederdorn (KM 68) → Bad Kötzting (KM 74) → Lam (KM 92) → Lohberghütte (KM 95) → Brennes (108) → Bayerisch Eisenstein (KM 115) → Regenhütte (KM 121 / Verpflegungsstelle)
Streckendaten: 64 km / 750 hm → kumuliert ab Regensburg: 121 km / 1.550 hm
Streckencharakteristik: welliges Profil bis Lohberghütte, dann Bergprofil
Anstiege:
Chamerau: 5.5 km / 143 hm (Ø bis Lederdorn 3.8 %, danach max. 14 %)
Bad Kötzting - Hohenwarth: 3.5 km / 140 hm ( (Steigung max. 15 %)
Lohberghütte (584 m) - Scheiben/Langlaufzentrum (1.053 m): 9 km / 470 hm / Ø 5,7 %
Streckengabelung Bad Kötzting: »Kleine Arberrunde« mündet nach 9 km in Heitzenzell wieder in die »Große Arberrunde« ein

Von der Verpflegungsstation Cham verläuft die Strecke via Kreisverkehr in die Janahofstraße auf der kurz danach rechts Richtung Chammünster abgebogen wird. In Chamerau wird das Regental verlassen, was nach dem Kreisverkehr umgehend in einen Anstieg mündet. Der lange "Zieher" führt nach Lederdorn. Dort nimmt die Steigung ab einer Links- Rechtskurve bis zu 14% zu.
Der Streckenabschnitt im Kötztinger Land sowie im Lamer Winkel bis nach Lohberg zum Fuße des Großen Arbers weist ein welliges Profil auf, das Windschattenfahrten fördert. Immerhin sinkt der Energieverlust bei einer Geschwindigkeit von etwa 35 km/h um rund 1/3, sobald dem kraftraubenden Luftwiderstand Angriffsfläche genommen wird. Unter allen Einzelwiderständen ist der Luftwiderstand der härtestete Widersacher des Radfahrers.
In Bad Kötzting (KM 74) zweigt die »Kleine Arberrunde« Richtung Wettzell ab. Die Route verläuft via Wettzell (KM 78) und erreicht nach 351 Höhenmeter ihren Zenit (749 m.ü.NHN.). Die Einmündung in »Große Arberrunde« erfolgt nahe Heitzenzell (KM 83).

Nachdem Bad Kötzting passiert stellt sich kurz darauf eine giftige 15% Rampe (Richtung Hohenwarth)in den Weg. Bereits kurze giftige Stiche reichen aus, Windschatten-Zweckbündnisse zu pulverisieren.

Die 120 Höhenmeter-Rampe ist geschafft, worauf sich ein kurzes Steilgefälle anschließt. Trotz körperlicher Anstrengung "nötigt" einem die schöne Naturlandschaft immer wieder bewundernswerte Blicke ab.

Die Straße führt im Kötztinger Land entlang des 8 km langen, imposanten Bergmassivs des Hohenbogen (1.050 m.ü.NHN.).

Zweckbündnisse auf Zeit geraten besonders an den 15% - Stichen in Lederdorn oder der fiesen, lang gezogenen Rampe kurz hinter Bad Kötzting ernsthaft in Gefahr. Ansonsten kann man auf der flachen Straße im Lamer Winkel bis Lohberg gut Tempo machen, bevor es am Fuß des Großen Arber ans Eingemachte geht. Spätestens dort haben federleichte Bergflöhe gut Lachen, nun schlägt ihre Stunde. Sie fühlen sich in ihrem Element und machen sich mit entwaffnendem Antritt sang und klanglos aus dem Staub. Wer mehr Speck auf den Rippen hat tut sich dementsprechend schwerer, müssen doch im Vergleich mehr Watt je Kg Körpergewicht nach oben gewuchtet werden. Ein unumstössliches Gesetz, das sich an jedem Berg von Neuem bewahrheit.

Auch Triathleten nehmen gern beim Arber-Radmarathon teil, obwohl die Streckencharakteristik nicht unbedingt der einer klassischen Tria-Radstrecke entspricht. Abgesehen davon stählt eine hochintensive Ausdauer-Trainingseinheit auch die Willenskraft wovon man als Leistungssportler nie zuviel haben kann. Im Hintergrund lugen der Große- und der Kleine Osser hervor.

Im Lamer Winkel rauschen nach wie vor zahlreiche Radlerpulks durch die morgendliche Stille der schönen Naturlandschaft. Ab Lam beginnt die Straße nach Lohberghütte - wo die Straße den Weißen Regen überquert - allmählich anzusteigen (2% / 80 hm).

Wurde das Ortsschild von Lohberghütte passiert beginnt nach einer langgezogenen Linkskurve der 9 Kilometer lange Anstieg bis Scheiben wo sich ein Langlaufzentrum befindet. Das Asphaltband schraubt sich durchschnittlich mit etwa 6 % nach oben. Nun werden die Karten quasi wieder neu gemischt.

Jedes Jahr stehen am Straßenrand von Lohberg klatschende und anfeuernde Zaungäste und zollen den vorbeiradelnden Fahrern ihre emotionale "Aufwartung" ob deren sportlichen Höchstleistungen. Eine Motivationsspritze, die jeder (ausgemergelte) Radler gut gebrauchen kann zumal ab dieser Stelle nun 500 Höhenmeter zu erklimmen sind. Angesichts der Marathondistanz und dem anspruchsvollen Streckenprofil wegen darf man durchaus von sportlichen Höchstleistungen sprechen. Schließlich nehmen beim Arber-Radmarathon in aller Regel keine Profisportler sondern Hobby-Aspiranten teil, wovon nicht wenige bis an ihre Leistungsgrenzen gehen.
Nach vorübergehender Abflachung zieht die Steigung am Ortsende von Lohberg wieder an und pendelt sich allmählich konstant bei 6–7 % ein. Bei der relativ homogenen Steigung gewinnt man schnell an Höhenmeter.

Bild oben: hinter dem Kirchturm von Lohberg bäumt sich der Große Osser (1.293 m) auf. Am Ortseingang von Lohberghütte wird der Weiße Regen überquert. Sobald die Steigung ihre Daumenschrauben anzieht schmilzt der hart erarbeitete Schnitt wie das Eis in der Sonne. Wer sich in Lohberg noch über seinen fulminanten Schnitt freut, traut oben am Brennes seinen Augen nicht. Je nach Kletterqualität, bekommt die Durchschnittsgeschwindigkeit eine gewaltige "Delle" nach unten.

Die hohe Kunst des cleveren Radsportlers ist, aus der gleichmäßigen Belastung einer flachen Strecke im plötzlich beginnenden Aufstieg möglichst rasch seinen Rhythmus in der gewählten Belastungsintenisität zu finden. Anfänglich mit bis zu 7 % Steigung flacht sie am Ortsausgang wieder etwas ab. Am Ortsende von Lohberg zieht die Steigung wieder an und und pegelt sich dann ziemlich gleichmäßig zwische 6 und 7 % ein. Schon bald wird man vom in Wald "verschluckt".

Hat man sich etwa 7 km nach oben geschraubt gibt eine Waldlichtung in einer Linkskurve kurz eine beeindruckende Aussicht frei. Nach weiteren 2 km flacht die Steigung merklich ab, das Hochplateau in Scheiben ist erreicht. Bis zum 4 km entfernten Brennes verliert man einige Meter an Höhe. Hier sollte man Ausschau nach Fahrern halten, um einen Windschatten bis zur Verpflegungsstelle in Regenhütte zu ergattern.
Nach gut einem weiteren Kilometer wird die Hindenburgkanzel passiert.

Wer nicht gerade auf der "Flucht" oder für den als fern angereister ARM-Teilnehmer das Bayerwald-Naturidyll Neuland ist sollte sich an der Hindenburgkanzel kurz Zeit nehmen und die atemberaubende Aussicht über den Lamer Winkel genießen, zumal ein Parkplatz ein gefahrloses Stoppen ermöglicht.

Der Arber-Hochstraßenabschnitt erreicht 200 Meter vor dem Brennes nicht nur die Landkreisgrenze von Cham / Regen sondern man wechselt gleichzeitig den Regierungsbezirk zwischen der Oberpfalz und Niederbayern.

Und plötzlich taucht er auf - der Große Arber - höchster Berg des Bayerischen Waldes (1456 m). Sofern es die Sicht erlaubt, erhascht man auf dem Brennes kurzzeitig einen majestätischen Gipfelblick. Leider verpasst man allzuschnell den grandiosen Moment, weil die Konzentration in aller Regel dem Hinterrad des Vordermanns gewidmet ist.

Der Arberblick ist der Aussichtspunkt schlechthin. Welcher Radler am ehemaligen Sporthotel Brennes kurz durchschnauft und inne hält wird mit einem grandiosen Moment belohnt. Wer also nicht grad auf "Rekordzeitenjagd" unterwegs ist, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, dem König des Bayerwaldes seine "Aufwartung" bzw. einen Snapshot zu machen.

Es folgt eine 7 km lange Abfahrt ins 350 Meter tiefer gelegene Bayerisch Eisenstein. Rechnet man das sanfte Gefälle der Bundesstraße 11 bis zur Verpflegungsstation Regenhütte mit ein (6 km, 83 Tiefenmeter) genießt man eine Abfahrt von insgesamt 13 Kilometer Länge. Glück dem, der noch eine flotte Gruppe erwischt. Kette rechts!

In Bayerisch Eisenstein steuert man kurzzeitig direkt auf den Großen Arber zu. Das sanfte Gefälle der gut ausgebauten Bundesstraße 11 von Bayerisch Eisenstein bis zum Abzweig Regenhütte ist ein wahrer Genuss. Flotte Geschwindkeit bei gleichzeitig erträglicher Pulsfrequenz macht Laune, umso mehr wenn vorne ein "Pacemaker" auf die Tube drückt.

Kurz vor der Verpflegungsstelle Regenhütte wird der Große Regen überquert, dessen Gewässer (nach mehreren Namenswechseln: ab Zwiesel "Schwarzer Regen", ab Blaibach "Regen") in Regensburg in die Donau mündet.

Die Verpflegungsstation Regenhütte stellt den Wendepunkt der Großen Arberrunde dar. Nun wird wieder Kurs Richtung Ziel genommen, wobei auf dem Rückweg noch satte 2.000 Höhenmeter ihren Schweißtribut einfordern.
Zwischenbilanz: im Verhältnis zur Gesamtstrecke sind bis Regenhütte knapp die Hälfte der Kilometer bzw. rund 43% der Höhenmeter geschafft. Im übrigen befindet man sich im »Arberland« im bergigsten Streckenteil, wo zwischen Lohberg und Bretterschachten bei zwei Anstiegen innerhalb 32 Kilometer gut 1000 Höhenmeter zu bewältigen sind.
