Streckenabschnitt Regensburg - Cham, 55 km / 800 hm

Schlag auf Schlag erfolgen ab 6.00 Uhr Massenstarts. Per Startschuss werden die Radler unter musikalischer Begleitung auf ihre Reise geschickt. Mit surrenden Ketten - begleitet von Schaltgeräuschen - wälzelt sich hinter dem Führungsfahrzeug ein schier endloser Lindwurm hoch motivierter Rennradler wie erlebnishungrige Tourenradler von dannen. Wie sagte einst Albert Einstein: "Das Leben ist wie ein Fahrrad. Man muss sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren". Bild oben: hoch motiviert tritt der Seniorchef von Deutschland größtem Zweiradcenter Helmut Stadler in die Pedalen. Zuliebe seiner teils weniger gut trainierten Freunde gab er der Bayerwaldrunde (125 km) den Vorzug, denn seine eigentliche Lieblingstrecke ist nach wie vor die anspruchsvollere Kleine Arberrunde (170 km). Der sportliche Ehrgeiz verdient großen Respekt. Vor allem sollten sich Menschen älteren Semesters zur Nachahmung ermutigt fühlen. 

Auch wenn der Arber-Radmarathon kein Radrennen ist, rücken im Eifer des Gefechts gut gemeinte Ratschläge und Sicherheitshinweise rasch in den Hintergrund. Irrationale Emotionen haben das Denk- und Verhaltensregiment übernommen. Für leistungsorientierte Radpsportler heißt die Devise keine Gnade für die Wade. Trotzdem steht für die überwiegende Mehrheit eindeutig das "Dabei sein ist alles Prinzip" im Vordergrund. Neben vereinzelten Tandemfahrer nehmen auch gehandicapte Liegeradfahrer am Event teil.

Bild oben: fokussiert überqueren nacheinander dichte Starterpulks die Oberpfalzbrücke, um nach Einmündung auf der - für den Verkehr gesperrten Frankenstraße - Fahrt aufzunehmen. 

Es hat schon was, bei Sonnenaufgang in Regensburg zu starten. Je nach Strecke wird es mehr oder weniger langer Tag. 

Das gibt es nur beim Arber-Radmarathon: gesperrte Frankenstraße und Walhalla-Allee vorbei am Donau-Einkaufszentrum.

Hier passiert der Pulk die Ortschaft Donaustauf.

Wer kurz nach Donaustauf einen kurzen Blick nach links wagt, erblickt die trohnende Walhalla - dem Ruhmestempel des bayerischen Königs Ludwig I. - wo seit 1842 bedeutende Persönlichkeiten mit Marmorbüsten und Gedenktafeln geehrt werden.

Sonnenaufgang bei der Anfahrt ins Tor des Bayerischen Vorwaldes kurz vor Hammermühle. Bald ist Schluß mit Lustig, denn nach der Ortschaft Unterlichtenwald begrüßt die erste Steigung des Tages die emsigen Radsportler.

Gefällpassage in die Talsenke von Forstmühle.

"Begleitfahrzeug" in Form einer Zivilstreife. Hinter der Windschutzscheibe gut sichtbar: eine Videokamera. Jedem Teilnehmer sollte bewußt sein, dass bei der Radtouristikveranstaltung strikt die StVO einzuhalten ist.

Der Mittelgebirgscharakter ist nicht zu unterschätzen, denn ein Honigschlecken ist die kupierte Topographie beileibe nicht. Knackige Wadlbeisser sowie kurvenreiche Gefällpassagen fordern körperlich wie mental. Anspruchsvoll ist der Arber-Radmarathon – selektiv hingegen nicht. Riesige Starterfelder bringen den Vorteil mit sich, dass man eigentlich so gut wie nie allein dahin rollt. Komprimiert durch die Massenstarts verheißt das auf weiter Flur geselligen Fahrspaß, zumal das wellige Profil - abgesehen von kürzeren Anstiegen - bis zum Fuße des Arbers (90 km) meist energieeffizientes Windschattenfahren ermöglicht.

So kommt es, dass konditionierte "Alphatiere" als Tempomacher große Fahrerfelder im Schlepptau nach Falkenstein, Cham (1. Verpflegungsstation), Bad Kötzting (Streckenteilung), Lam und Lohberg hinterher ziehen. Insofern kein Hals und Beinbruch, wenn der Gruppenanschluss verloren wird, denn nachfolgende Fahrerfelder sind nicht weit. Ob ein Loch - also Lücke - zugefahren werden soll, will wohl überlegt sein, zumal Einzelfahrer eben innerhalb kürzester Zeit wieder aufgesammelt werden. Motivationsüberschuss in der hektischen Anfangsphase kann sich beim Marathon hinten raus bitter rächen. 

Bis Unterlichtenwald (10 km) verläuft die Strecke flach, dann kündigt sich der wellige Bayerische Vorwald an. Pfeilt die Führungsgruppe bereits gegen 7.00 Uhr durch den Markt Falkenstein (Abzweig Tour D) bzw. 30 min. später durch Cham, lässt es das Groß des Teilnehmerfeldes gemütlicher angehen. Lieber mit den Kräften haushalten, und durch ökonomische Fahrweise im Windschatten wertvolle Körner sparen, denn der Tag ist noch lang. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Wird vorne auf die Tube gedrückt und rechtzeitig durchrotiert,  hebt es das Stundenmittel an.

Bei Michelsneukirchen zeigt sich erstmals das herrliche Panorama des Bayerischen Waldes. In Schorndorf zweigt die "Bayerwaldrunde" (Tour C) ab, schon kurz darauf erspäht man in der Senke des Regentals die Kreisstadt Cham.