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Streckenabschnitt Grenzübergang Hochstraße (Schafberg/Ovcí vrch) - Prag (CZ)


Herzlich Willkommen in Böhmen - Vítejte v Cechách
Der Grenzübergang Hochstraße / Ovcí vrch (KM 264) - nur für Wanderer und Radfahrer erlaubt - liegt in unmittelbarer Nähe des 557 Meter hohen Schafberg. Beginnend ab Furth im Wald (KM 259) ist das Streckenprofil nach der Landesgrenze auf einer Länge von weiteren 6 km - verteilt auf zwei Anstiege - recht hügelig. Der berigige Teilabschnitt (ab Furth im Wald) summiert sich innerhalb der 10 km langen Hügelstrecke auf 300 Höhenmeter.
Streckenverlauf in Tschechien (201 km): Landesgrenze (KM 264) → Babilon (KM 272) → Domažlice (KM 288) → Stankov (KM 307) → Pilsen (KM 353) → Rokycany (KM 372) → Horovice (KM 406) → Zadni Treban (KM 433) → Prag (KM 465)
Radwegewechsel / Schnittstelle Landesgrenze (KM 264)
Von der Landesgrenze setzt sich der 201 km lange Streckenabschnitt durch West- und Mittelböhmen fort, der konditionell etwas anspruchsvoller ist, als die bayerischen Flussradwege. Dazu radelt man in der Tschechischen Republik zumeist auf verkehrsschwachen Nebenstraßen, wobei die Route durchgängig und einheitlich bis Prag markiert ist (Radweg # 3, gelbe Wegweisungsschilder). Der böhmische Fernradweg ist Teil der Eurovelo 4 sowie des Paneuropäischen Radwegs, der ab Pilsen auf identischer Wegstrecke des »Fernradweg München-Regensburg-Prag« verläuft.
Attraktionen & Sehenswertes entlang der Wegstrecke in West- und Mittelböhmen
• Domažlice - historisches Stadtzentrum (Denkmalreservat), Bürgerhäuser im gotischen und Renaissance-Stil
• Pilsen
- Brauerei von Pilsner Urquell
- St.-Bartholomäus-Kathedrale
- Platz der Republik
• Landschaftsschutzgebiet Brdy
• Berounka Tal / Pürglitzer Wald (Klivoklátsko) UNESCO-Biosphärenreservat
- Burg Karlstein
• Prag (siehe unten)
Kurzportrait
Der Radweg # 3 führt zunächst nach Domazlice, der Hauptstadt der tschechischen Volksgruppe der Choden. Zugegebenermaßen ist die veränderte Schilderoptik (schwarze Schrift auf gelbem Hintergrund) anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Auf verkehrsarmen Nebenstraßen geht es nach via Horšovský Týn (Bischofteinitz), eine Stadt im westböhmischen Okres Domažlice in Tschechien mit rund 5000 Einwohner, dessen historisches Stadtzentrum zum städtischen Denkmalreservat erklärt wurde. Nun folgt man via Stankov – Dobrany bis zur südlichen Vorstadt von Pilsen 48 km dem Flusslauf der Radbuza, die den rechten Quellfluss der Berounka (Beraun, früher Mies) bildet. Nach 111 km vereinigt sich die Radbuza in Pilsen am Brauerei-Areal der Plzenský Prazdroj mit der Mže/Mies zur Berounka (Beraun), wo der Fluss an seiner Mündung eine Breite von 15 Metern hat. Über die Bezirksstadt Rokycany (14.309 Einwohner) geht es weiter zum Naturschutzgebiet Brdy. Schon bald rückt das romantische Flusstal der Berounka ins Blickfeld, dessen Flusslauf man bis zur Moldau-Mündung folgt. Von dort aus ist es nur noch ein Katzensprung nach Prag.
Einreise für deutsche Staatsangehörige: Reisepass, Personalausweis, Kinderreisepass. Reisedokumente müssen zum Zeitpunkt der Einreise noch mindestens bis zum Reiseende gültig sein!

Beispielfoto vom unweit gelegenen Grenzübergang Neuaign/Vseruby. Leicht verständliche Wegweisung in der Tschechischen Republik: Hauptrouten haben 1 Ziffer, Querverbindungen zwei, Zubringer drei und das örtliche Radwegenetz vier Ziffern.

Beispielfoto (Grenzübergang Neuaign/Vseruby): zusätzliche Kennzeichnung mit EuroVelo-Signet (Iron Curtain Trail)
Wurde der Grenzübergang Hochstraße nahe des 557 Meter hohen Schafbergs (nur für Wanderer und Radfahrer erlaubt) passiert, orientiert man sich an gelbe Radwegschilder (z.B. Nr. 2014 bis nach Domazlice/Taus).
Sowohl der niedrigste (188 m ü.NN.) als auch der höchste Streckenpunkt des »Fernradweg München-Regensburg-Prag« befindet sich in Tschechien. Bereits 5 km hinter der Landesgrenze (Westböhmen) wird der Streckenzenit des »Fernradweg München-Regensburg-Prag« überschritten (549 m.ü.NN).
Pilsner Region (Plzenský kraj)
Tschechien wird in 14 selbstverwaltende Gebietseinheiten gegliedert - bezeichnet als kraj (vergleichbar mit bayerische Regierungsbezirke). Der »Fernradweg München-Regensburg-Prag« durchquert zuerst die Pilsener Region (Plzensky kraj), dann die Mittelbömische Region (Stredocesky kraj) bis schließlich die Radreise in der Region der Hauptstadt Prag (Kraj Hlavni mesto Praha) ihr Ende nimmt.

Foto: Domažlice/Taus
Die Pilsner Region (Plzenský kraj) liegt im Südwesten Böhmens und grenzt direkt an Bayern (Oberpfalz). Als drittgrößte Region Tschechiens und hat sie rund 605.388 Einwohner. Verwaltungssitz ist die Stadt Pilsen (Plzen).

Nachdem Babylon durchquert ist (KM 272) - wird Kurs auf Domažlice/Taus (KM 280) - die sogenannte „Hauptstadt“ des Chodenlandes - genommen. Die Stadt liegt in der westböhmischen Pilsner Region (Plzenský kraj) und hat etwa 11.000 Einwohner. Die vor ca. 1000 Jahren gegründete böhmische Grenzstadt, gelangte durch die Zollstelle der böhmischen Könige zu ungeahnter Blüte, die der Bevölkerung Wohlstand bescherte.

Das historische Stadtzentrum von Domažlice wurde 1975 zum städtischen Denkmalreservat erklärt. Es ist für seine gut erhaltenen historischen Gebäude berühmt und beliebt. Allen voran der restaurierte Marktplatz, der mit seinen farbenfrohen Bürgerhäusern im gotischen und Renaissance-Stil eindrucksvoll das Stadtbild prägt. Ebenso sehenswert sind die prächtigen Laubengänge und schön verzierte Fassaden, Chodenburg, Kirche und der Stadtturm am Stadtplatz, den man während der Öffnungszeiten auf einer schmalen Wendeltreppe emporsteigen kann.

Auf verkehrsarmen Nebenstraßen führt die Strecke von Domažlice weiter über Stankov und Dobrany nach Pilsen (KM 353).
Pilsen
Pilsen (181.240 Einwohner) befindet sich im flachen Pilsener Becken am Zusammenfluss der Flüsse Mies, Radbusa, Úhlava und Úslava. Die Innenstadt liegt auf einer Höhe von 308 m .ü.NN., wobei Anhöhen im hügeligen Stadtgebiet eine stattliche Höhe von bis zu 452 m .ü.NN. erreichen. Eine Stadtvisite der Kultur-, Industrie- und Bier-Metropole Westböhmens sollte definitiv auf dem Programm stehen. Die historische Altstadt hat viele jüdische und technische Denkmäler. Pilsen ist für seine zahlreichen Brauereien gemeinhin bekannt, wobei die ehemalige Kulturhauptstadt Europas noch viel mehr zu bieten hat. So sollte der Besuch der aufgehübschten Altstadt ebenso wenig fehlen wie die Besichtigung der drittgrößten Synagoge der Welt, die Aussicht auf die Stadt und ihre Umgebug vom höchsten Kirchturm Tschechiens aus, der Besuch einer Brauerei, sowie eine Stippvisite ins Bier-Museum samt Verkostung und last but not least ein Restaurantbesuch, um die leckere böhmische Küche kennen zu lernen. Allesamt Attraktionen, die unbedingt auf die To-do-Liste gehören!
Brauereiebesichtigungen und Bierverkostungungen sind an sich nichts Außergewöhnliches. Doch dass eine Brauerei die mit Abstand populärste Sehenswürdigkeit einer Stadt ist, ist gelinde gesagt schon sehr bemerkenswert. Pilsen und Bier sind derart eng miteinander verbunden, weil Brauereien die Stadt zur Biermetropole machten, bei der die Sorte 'Pilsner Urquell' sogar einen weltberühmten Ruf genießt. Allein deshalb ist ein Pilsner Lager mit Schaumhaube in der Stadt des Bieres Kult! Nicht ohne Grund wird gemunkelt: "wer in Pilsen war ohne das weltberühmte Pilsner Bier gekostet zu haben, war nie hier gewesen".
Pilsener Bier ist hell, untergärig und wird nach Original Pilsner Rezeptur gebraut, wobei es sich von anderen Lagerbieren durch den markanten Hopfengeschmack unterscheidet. Das Geschmackserlebnis findet natürlich mit einer feinen Speise ihre genussfreudige Vollendung, wenn man zum Beispiel gebratene Ente mit Sauerkraut isst. Die Gelegenheit, die (welt-) berühmte Pilsner Urquell-Brauerei zu besuchen und das Verfahren des Bierbrauens aus nächster Nähe zu beobachten - Verkostung mit eingeschlossen - sollte man sich keinesfalls entgehen lassen. Dazu besticht das Brauerei-Museum mit dem kleinsten Bierkrug der Welt, einem Bierbrau-Labor und gotischer Mälzerei, sowie eine unterhaltsame Ausstellung zur Geschichte des Bierbrauens vom Mittelalter bis zur Gegenwart.
In Pilsen verbündet sich der »Fernradweg München-Regensburg-Prag« mit dem internationalen Paneuropa Radweg (Paris - Prag, 1.438 km / 9.440 hm) die beide auf identischer Wegstrecke nach Prag verlaufen.
Nordöstlich der Pilsener Innenstadt - genauer gesagt am Wasserturm der Plzenský Prazdroj - entsteht durch den Zusammenfluss von Mže/Mies und Radbuza die Berounka, die nach 138 km in die Moldau mündet. Die mäandernde Berounka ist in Mittelböhmen Bestandteil der Fernradwegroute, an deren Ufer 21 km entlang geradelt wird.
Tour-Fortsetzung
Am nordöstlichen Stadtrand von Pilsen beginnt der hügeligste Abschnitt durch Tschechien, der sich bis ins 35 km entfernte Dorf Tene hinzieht. Drei aufeinanderfolgende Anstiege kumulierten sich auf insgesamt 500 Höhenmeter. Nachdem das letzte Hochplateau überwunden ist (KM 391) - in 546 Meter Höhe wird der zweithöchste Streckenpunkt der Fernradwegeroute überschritten - verflacht sich zunehmend das Streckenprofil.
Mittelbömische Region (Stredocesky kraj)
Landschaftsschutzgebiet Brdy
Die Strecke verläuft über Rokycany (KM 372) nach Horovice (KM 406) - wo sich südlich der Gebirgszug Brdy (Mittelböhmen) ausbreitet, auch bekannt als Brdská vrchovina.
Unweit vom Stadtzentrum von Horovice befindet sich ein schönes Barockschloss mit angrenzendem Schlossgarten
Die reizvolle Berglandschaft erstreckt sich im Südwesten in nordöstlicher Richtung über die Städte Rokycany und Príbram bis an den Prager Stadtrand. Die höchsten Erhebungen übersteigen die 800 Meter Marke, wobei der höchste Gipfel Tok eine Höhe von 865 Meter erreicht. Das Landschaftsschutzgebiet mit ausgedehnten Wäldern, Heideflächen, Torfmooren und Feuchtgebieten bietet eine erstaunlich ursprüglich erhaltene Naturregion, da ein großer Gebietsteil jahrzehntelang als Truppenübungsplatz genutzt wurde. Dank des ehemaligen militärischen Sperrgebiets blieb die Natur glücklicherweise vor menschlichen Eingriffen behütet, was den Ursprungszustand buchstäblich konserviert hat. Da die Landschaft nicht kultiviert sondern sich selbst überlassen wurde, blieb die biologische Vielfalt erhalten, d.h. seltene Tier- und Pflanzenarten blieben vor dem Aussterben bewahrt. Weil das Gebiet seit 2015 unter Naturschutz steht, sehr dünn besiedelt und seit 1.01.2016 für die Öffentlichkeit frei zugänglich ist, wird das Naturreservat heute von einem attraktiven Rad- und Wanderwegnetz durchzogen. Der Name Brdy leitet sich vom tschechischen Wort „brdo“ ab, was versinnbildlicht bewaldeter Hügel bedeutet. Selbstredend, dass bei Radfahrern in dem abgelegenen Mittelgebirgskamm in einsamer Naturidylle jede Menge Fahrfreude aufflammt.
Abstecher (Rundtour) zum höchsten Gipfel Mittelböhmens (Tok, 865 m ü.NN.). Start/Ziel: Horovice 56 km / 1.415 hm
Nahe des Scheitelpunkts wird 1.5 km östlich von Tene die Bezirksgrenze zur Mittelbömische Region (Stredocesky kraj) überschritten (KM 394), wo das Höhenlevel bis ins 45 km entfernte Berounka-Tal - nur unterbrochen von kleineren Gegensteigungen (250 hm) - schrittweise um 345 Meter zu fallen beginnt. Innerhalb dieser Wegstrecke sorgen schlußendlich 600 berauschende Tiefenmeter für reichlich Abfahrtsspaß. Vom Weiler Viznan (KM 422) weiter zum Fluss Berounka und der Moldau bis nach Prag (43 km) ist der Schlussabschnitt weitestgehend flach (170 hm/316 tm).
Berounka Tal
In der Niederung (212 m ü.NN.) von Zadni Treban (KM 433) trifft man auf das verschwiegene Berounka-Tal, das vom gleichnamigen Fluss durchflossen wird. Der angrenzende, nur spärlich besiedelte Pürglitzer Wald (Klivoklátsko) ist ein 628 km² großes Schutzgebiet westlich von Prag zwischen der Stadt Rakovnik im Norden und der Stadt Beraun im Südosten. Das großflächige Waldgebiet ist von dichten Eichenwäldern, Felsformationen, Waldsteppen sowie dem romantischen Flusstal der Berounka geprägt. Das Gebiet ist ein UNESCO-Biosphärenreservat, ein wertvolles Ökosystem mit zahlreichen Burgen (wie z.B. Burg Karlstein, Krivoklát, Tocník und die Burgruine Žebrák), da die Region einst ein bevorzugtes Jagdgebiet Böhmischer Könige war. Das wildromantische Flusstal der Berounka (Zusammenfluss von Mže und Radbuza in Plzen) im Naturschutzgebiet Böhmischer Karst (Ceský kras) ist mit seiner malerischen Landschaft ein echtes Paradies für Radfahrer. Wenig Wunder, dass die Gegend aufgrund ihrer zahlreichen Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten auch ein sehr beliebtes Tagesausflugsziel für die Einwohner von Prag ist.
Kurztrip zur Burg Karlstein, errichtet im Jahre 1365: in Zadni Treban (KM 433) von der Fernradwegroute (Trebanská) links auf die Straße V Zahrádkách abzweigen und flussaufwärts der Berounka bis Karlštejn (Karlstein) folgen, dann rechts hoch zur Burganlage (6 km / 140 hm). Der 1.4 km lange Burganstieg hat zwar 93 hm, dafür genießt man auf der Burganlage eine grandiose Aussicht. Für Hin- Rückweg u. Besichtigung sollten mindestens 2.5 Stunden eingeplant werden. Mit knapp 150.000 Besuchern im Jahr zählt sie zu den meistbesuchten Burgen Tschechiens.
Radtour durch's idyllische Berounka-Tal: wie oben in Zadni Treban von der Fernradwegroute links abbiegen und dem Radweg mit dem Titel „Auf den Spuren der böhmischen Könige“ nach Nižbor folgen (30 km / 440 hm, einschl. An- und Abfahrt zur Burg Karlstein). Für Hin- u. Rückfahrt kalkuliert man grob geschätzt eine Halbtagestour ein.
Ab Zadni Treban (KM 433) - 12 km südöstlich von Beroun gelegen - genießt man dank zweier Flüsse bis zur tschechischen Landeshauptstadt einen steigungsfreien Schlussabschnitt von 32 km Länge. Zunächst verläuft die Strecke über Revnice und Cernovice entlang der Berounka - die sich im Berounka-Tal unreguliert durch dichte Auenwälder und tiefe Täler schlängelt - zum Mündungsbereich (KM 454). Die restlichen 12 Schlusskilometer gleitet man der Moldau (Vltava) entlang, die den Weg zur Prager Innenstadt weist. Die Moldau - Tschechiens länger Fluß - misst vom Quellursprung im Böhmerwald bei Kvilda (Außergefild) bis zur Elb-Mündung bei Melnik eine Länge von 430 km.
"Grande Finale"
Das Beste kommt zum Schluss, pflegt man gern zu sagen. Doch welche Naturschönheiten, Glücksmomente und Erlebnisse sich nachhaltig tatsächlich ins Gedächnis einprägen liegt grundsätzlich im Auge des Betrachters, d.h. die Beurteilung ist immer subjektiv geprägt weil sie von der individuellen Wahrnehmung abhängt. Klar ist nur, dass nach dem reizvollen "Fünf-Flüsse-Erlebnis" auf bayerischer Seite der finale Abschnitt in Tschechien entlang idyllischer Flusslandschaften ein sprichwörtliches "Grande Finale" bietet. Demnach sticht quasi das letzte "Flüsse-Ass" des internationalen »Fernradwega München-Regensburg-Prag« in der Endphase, wenn die mäandernde Berounka sowie als krönendes Highlight der längste Fluss Tschechiens - die Moldau - den unentwegt emsig dahin kurbenlnden Radler ins pulsierende Prager Stadtzentrum geleiten. So idyllisch wie man sich an den Auftakt in der bayerischen Landeshauptstadt am Isarufer zurück erinnern mag, so fulminant vollzieht sich der Schlußakt in Prag an der Moldau, wo sicherhlich ein wehmütiger Abschied dieser außergewöhnlichen Radreise erfolgt. Mit anderen Worten: wer auf der Suche nach Sehnsuchtszielen ist wird überrascht sein, wieviel Landstriche bzw. Kleinode eine berörnde Anziehungskraft ausstrahlen. Schon bald erblickt man entlang des Moldauufers die Prager Burg, das Nationaltheater und viele andere Sehenswürdigkeiten der tschechischen Hauptstadt. So idyllisch wie man sich an den Auftakt in der bayerischen Landeshauptstadt am Isarufer zurück erinnern mag, so fulminant vollzieht sich der Schlußakt in Prag an der Moldau. Jener denkwürdige Moment, an dem sich der Spannungsbogen dieser außergewöhnlichen Radreise schließt.
Die Goldene Stadt Prag
Nach der Ankunft hat es jeder selbst in der Hand Prag, die Stadt der hundert Türme, UNESCO-Denkmal und Stadt vieler historischer Bauten mit eigenen Augen kennen zu lernen. Eine Stadtbesichtigung setzt dem angereicherten Erlebnisschatz zum Schluß jedenfalls die Krone auf, zumal das Historische Zentrum beiderseits der Moldau, als auch der über 200 ha große Landschaftspark von Pr?honice (19 Jh.; mit Schloss und Kirche) ca. 10 km südlich von Prag zur Welterbestätte zählen. Dabei ist die Goldene Stadt mit ihren Kopfsteinpflasterstraßen, verwinkelten Gässchen des jüdischen Viertels, die aus den Büchern von Franz Kafka berühmt sind nicht nur für Geschichtsliebhaber, sondern nicht weniger auch für Gourmets interessant. Schlußendlich hat man es sich nach der körperlichen Verausgabung redlich verdient, sein Tourerlebnis mit einem schmackhaften "Sahnehäupchen" in der Hauptstadt von Tschechien stilgerecht abzurunden. Schlemmen und relaxt die Beine baumeln lassen - geradwegs ideal, um die dringend benötigte Regenerationsphase genussvoll einzuleiten.
Prag (1,398 Mill. Einwohner, 1. Jan. 2025) - Hauptstadt der Tschechischen Republik (192 m ü.NN.) liegt an der Moldau und ist als "Stadt der hundert Türme", bunten Barockgebäuden, gotischen Kirchen und der mittelalterlichen astronomischen Uhr, an der zu jeder Stunde ein animiertes Glockenspiel zu sehen ist, sehr bekannt. Die Bezeichnung „Goldene Stadt“ rührt von zahlreichen Sandsteintürmen die bei Sonnenschein golden schimmern und dem ganzen ein magisches Antlitz verleihen.

Der Altstädter Ring im historischen Teil von Prag bestgeht aus einem zentralen Marktplatz mit mehr als 9000 Quadratmetern Grundfläche. Neben dem Altstädter Rathaus mit astronomischer Uhr als prägendes Gebäude lassen sich hier auf engstem Raum auch die Teynkirche, das Palais Kinský, das Haus zur steinernen Glocke und die Kirche St. Nikolaus bewundern. Auffällig sichbar ist, wie die Baustile verschiedener Epochen ineinander übergehen.
Sehenswürdigkeiten
- Karlsbrücke
- Prager Burg
- Wenzelsplatz
- Altstädter Rathaus / Astronomische Uhr
- Altstädter Ring
- Pulverturm
- Veitsdom
- Goldene Gässchen
- Loreto in Prag
- Petrin Turm
- Prager Fernsehturm Zizkov
- Alte Jüdische Friedhof
- Klementinum
- Obecni Dum
- Prager Metro (U-Bahn)
- John-Lennon-Mauer
- Metronom (Park mit Aussicht)
- Tanzende Haus
- Nationaltheater
- Moldau / Moldauinsel Kampa

Die 1402 fertiggestellte Karlsbrücke - bestückt mit Statuen katholischer Heiliger - weist mit ihren 16 Steinpfellern und ihren Rundbögen durchaus eine gewisse Ähnlichkeit zur Steinernen Brücke in Regensburg auf. Auch die Donaubrücke, die gut 250 Jahre älter ist (erbaut von 1135 bis 1146) hatte früher 16 Segmentbögen, von denen heute jedoch nur noch 14 zu sehen sind.

Prager Karlsbrücke
- Ortsteil Prager Altstadt
- Konstruktion: steinerne Bogenbrücke
- Gesamtlänge circa 516 m
- Breite 10 m
- Höhe 13 m
- Bauzeit 1357 - 1402
Die Karlsbrücke ist eine im 14. Jahrhundert errichtete, historisch bedeutsame Brücke über die Moldau, die die Prager Altstadt am rechten Ufer mit der Kleinseite am linken Ufer verbindet. Sie ist die älteste erhaltene Brücke über die nordwärts fließende Moldau und eine der ältesten Steinbrücken Europas. Die Brücke erhielt ihren heutigen Namen nach Kaiser Karl IV. erst im Jahr 1870, gilt als Wahrzeichen der Stadt und gehört zu den Nationalen Kulturdenkmälern. Seit jeher fasziniert die gotische Karlsbrücke Maler, Fotografen und Dichter, die ihr mit ihren Werken dem geschichtsträchtigen Baudenkmal ihre Ehre erweisen.
Moldau-Ursprung (Kalte Moldau / Studená Vltava)
Den finalen Streckenabschnitt bis Prag darf man als krönendes Highlight entlang der Moldau genießen. Mitunter wird die Moldau auch „Böhmisches Meer“ bezeichnet. Sie ist mit 430 km Länge der längste Fluss Tschechiens bevor sie bei Melník als größter Nebenfluss in die Elbe mündet.

Foto: Moldau-Ursprung wird bei der Haideltour passiert
In der herrlichen Natur-Oase am Moldau-Ursprung lässt es sich bei Vogelgezwitscher, dem Rauschen der Bäume und gurgelndem Wasser bestens abschalten. Die Kalte Moldau (Studená Vltava) entspringt im Bayerischen Wald nördlich des Bramandlberges und des Hirschberges auf einer Höhe von 855 m ü.M. Hierbei bildet der Zusammenfluss der Quellbäche Weberaubach, Goldgrubenbach und Rothbach im sumpfigem Waldgebiet am Hang des Berges Haidel den Ursprung der Kalten Moldau.
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| © Tourist-Info Haidmühle |
Der Felsblock mit den eingravierten Quellbächen symbolisiert sozusagen den geographischen Ursprung der Kalten Moldau. Nachdem die Kalte Moldau bei Haidmühle den Mirasatbach und den Kreuzbach aufgenommen hat markiert sie nach den Zuflüssen des Moorbaches und des Ruttenbaches auf rund zwei Kilometer Länge den deutsch-tschechischen Grenzverlauf bevor sie in Nové Údolí (Neuthal) ins tschechische Nachbarland abfließt.

Hinter der Landesgrenze stehen auf einer Fläche von 101 ha die Bergmoorwiesen seit 1985 als ausgewiesenes Naturdenkmal Spálený luh unter besonderem Schutz. Unterhalb der Lorenzberge und dem Stožec (Tussetberg, 1065 m ü.M.) fließt die Kalte Moldau durch den Ort Stožec (Tusset) und weiter nach Cerný Kríž (Schwarzes Kreuz). Der Unterlauf der Kalten Moldau mäandert jenseits der Grenze durch geschützte Auenlandschaft, wo sie sich nach 24 Kilometern (Höhendifferenz 121 Meter) bei Chlum (Humwald) - einem Ortsteil der Stadt Volary (Wallern) - im Moor Mrtvý luh (Tote Au) mit der Warmen Moldau (Teplá Vltava) vereinigt, die ihrerseits etwa 500 m nördlich der bayerisch-tschechischen Grenze (nahe Kvilda/CZ (Außergefild) am Südosthang des Schwarzberg (Cerná hora) im Böhmerwald entspringt (Quellhöhe 1.172 m ü.M.). Ab dem Zusammenfluss (736 m ü.M.) heißt der Fluß Moldau (Vltava) - abgeleitet aus dem altgermanischen "Wilt ahwa" (wildes Wasser). Mäandrierend fließt sie durch ein flaches, waldreiches Tal, ehe sie bei Nova Pec (Neuofen) im 48 Kilometer langen Lipno-Stausee (Moldaustausee) gestaut wird.
Tipp: Zwischen Stozek (Tusset) und Nova Pec (Neuofen) am Moldaustausee besteht entlang der mäandernden Moldau durch idyllische Hochmoorlandschaften eine 9 km lange, verkehrsfreie, flache Straßenverbindung.

Kalte Moldau am Ortsrand von Stožec (780 m). Zur Zeit des Kalten Krieges (1949-1989) war Europa durch den Eisernen Vorhang geteilt, weswegen das Tal der Kalten Moldau zwischen Stožec und der deutschen Grenze damals Sperrgebiet war.
Anschlussverbindungen
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Moldau- Elberadweg Prag Dresden:
1. Tagesetappe am Moldau-Radweg: Prag – Melnik (ca. 55 km)
2. Tagesetappe am Elberadweg: Melnik – Leitmeritz (ca. 45 km)
3. Tagesetappe am Elberadweg: Leitmeritz – Decin (ca. 50 km)
4. Tagesetappe am Elberadweg: Decin – Dresden (66 km)
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Fernradweg Wien-Prag (478 km / 5.000 hm)
Wer in umgekehrter Fahrtrichtung unterwegs ist und in Prag startet findet sowohl in Regensburg als auch München zahlreiche Anschluss-Radwege wie z.B. Donauradweg, Isarradweg, Deutsche Limes Radweg, Fünf-Flüsse-Radweg, Iron Curtain Trail.
Rückfahrt per Bahn
Von Prag aus gibt es eine Direktverbindung mit der Bahn zurück nach München. Mit dem Alex (preisgünstiges Prag-Spezial-Ticket) geht es von Prag über Pilsen - Furth im Wald - Cham - Schwandorf - Regensburg - Landshut nach München. Zudem fahren täglich Fernbusse (u.a. Flixbus, Eurolines).

Foto: Regional-Express München - Regensburg - Prag - unterwegs in der Further Senke
RE 25: München Hbf - Landshut Hbf - Regensburg Hbf - Schwandorf - Roding - Cham - Furth im Wald - Domazlice - Plzen hl.n. - Praha-Smichov - Praha hl.n.

