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Streckenabschnitt Abens-Radweg


Streckenverlauf Abens-Radweg (66 km): Marzling (KM 38) → Langenbach (KM 46) → Nandlstadt (KM 62) → Mainburg (KM 76) → Siegenburg (KM 91) → Abensberg (KM 99) → Bad Gögging (KM 104)
Kumulierter Höhenunterschied (bergauf/bergab): ↑ 686 hm ↓ 774 TM
Radwegewechsel / Schnittstelle
An der Streckengabelung des Isar-Radweg nimmt direkt neben der Isarbrücke der Abens-Radweg seinen Ausgang (KM 38). Man folgt der Isarstraße und biegt nach 500 m in Marzling rechts in die Bahnhofstraße, kurz darauf abermals rechts in die Rudlfingerstraße und radelt dann Richtung Langenbach weiter.
Herzlich Willkommen im Hopfenland Hallertau
Der Abens-Radweg stellt die Verbindung zwischen Isar und Donau her. Er führt im Abenstal via Mainburg und Rudelzhausen nach Bad Gögging, wo der regionale Radweg auf den Donau-Radweg trifft.
Attraktionen & Sehenswertes entlang des Abens-Radwegs
- Nandlstadt: Marktstraße mit Rathaus und Kirche
- Mainburg: Altstadt mit Rathaus, Kloster und Klosterkirche St. Salvator, Hallertauer Heimat- und Hopfenmusuem
- Ratzenhofen: Schloss mit Biergartenbetrieb am Wochenende, Hopfen- und Biererlebnispfad
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Siegenburg: Kirche St. Nikolaus, Ensemble am Marktplatz, Naturschutzgebiet Binnenlanddünen
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Abensberg: Historische Altstadt, Schlossruine, Hopfen- und Spargellehrpfad, Niederbayer. Vogelpark, Herzogkasten Stadtmuseum Abensberg, Kuchlbauer-Turm (Architekturprojekt des Künstlers Friedensreich Hundertwasser)
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Bad Gögging: Limestherme, St. Andreas-Kirche mit frühchristlichem Portal (kunsthist. Rarität), Römisches Museum für Kur- und Badewesen
Flusskunde
Die Abens entspringt zwischen Dürnzhausen und Sünzhausen im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und fließt durch Ober- und Niederbayern. Nach gut 70 km mündet sie bei Eining im Landkreis Kelheim rechtsseitig in die Donau. Während das Kastell in Eining seinen römischen Namen Abusina der nahen Abens verdankt, blieb die Herkunft des Flussnamens bis heute ungeklärt.
Streckenbeschreibung
Nachdem der Isar in nördlicher Fahrtrichtung der Rücken zugekehrt wurde, heißt sie das Hopfenland Hallertau herzlich Willkommen. Die ländliche Idylle im Herzen Bayerns wird von den Städten Freising, Kelheim, Landshut und Pfaffenhofen a.d. Ilm umrahmt, wobei das Landschaftsbild maßgeblich von Spargelfeldern und Hopfenstangen geprägt ist, zählt die Region doch zu der größten Hopfenanbaugebieten der Welt. Bereits seit vielen Jahrhunderten wird in dieser Region die „bayerischste“ aller Pflanzen – der Hopfen – angebaut und kultiviert, was auch die Identität und Kultur der Bewohner prägt. Dementsprechend wurden passenderweise Themen-Radwege konzipiert, die sich der Pflanzengattung der Familie der Hanfgewächse widmen, wie beispielsweise die 'Radtour zum Ursprung des Bieres' (88 km) oder die 170 km lange 'Hallertauer Hopfentour'.
Idyllische Dörfer, saftige Wiesen und bewirtschaftete Felder vermitteln das Gefühl, dass hier die Uhren hier langsamer getaktet sind als anderswo. Im Gegensatz zu den übrigen vier Fluss-Radwegen wird in der Halltertau überwiegend auf schwach befahrenen Nebenstraßen geradelt, wobei auch gelegentliche Steigungspassagen zu überwinden sind, die vor Nandlstadt ihren Hochpunkt erreichen (504 m ü.NN.).
Diese abwechslungsreiche Radtour verbindet nicht nur den Donau-Radweg mit dem Isar-Radweg, sondern auch das Flair oberbayerischer Kleinstädte und malerischen Dörfern - umgeben von der beeindruckenden Kulisse der Hopfengärten. Dass dabei Genuss und regionale Schmankerl nicht zu kurz kommen, versteht sich von selbst. Allen voran der überregional bekannte Spargel
Wer das Glück hat während der Spargelernte durch die Hallertau zu radeln, kommt an dieser kulinarischen Spezialität kaum vorbei. Die Spargelernte beginnt wetterabhängig meist ab Mitte April und endet traditionell am 24. Juni, dem sogenannten "Spargelsilvester". Geernet wird der Spargel in der Regel in mühsamer Handarbeit, wobei weißer Spargel gestochen und grüner Spargel abgeschnitten wird.
Vor Inkofen wird die Amper überquert (KM 50).
Bei KM 70 wird zwischen Tegernbach und Puttenhausen die Landkreisgrenze Freising/Kelheim sowie die Bezirksgrenze Oberbayern / Niederbayern überschritten. Erst von hier ab rückt die Abens (Überquerung) ins Blickfeld. Nun werden auf dem Abens-Radweg und dem Donau-Radweg 77 km im Landkreis Kelheim abgespult, bevor kurz nach Bad Abbach (hinter Oberndorf) ein erneuter Landkreis- (Regensburg) und Regierungsbezirkswechsel von Niederbayern in die Oberpfalz ansteht.
Nach Durchquerung der Stadt Mainburg (15.271 Einwohner, 31. Dez. 2024) wird Kurs auf den Markt Siegenburg genommen ((4.160 Einwohner, 31. Dez. 2024).
Auf Schloss Ratzenhofen (KM 83) gibt es einen urigen Biergarten der zu einer Stärkung einlädt, um danach wieder Fahrt Richtung Siegenburg aufzunehmen.
Umgeben von Feuchtwiesen der Abens-Auen geht es nach Siegenburg (KM 91), wo im Zentrum des Hopfenanbaus alljährlich die deutsche Meisterschaft im Hopfenzupfen ausgetragen wird.
Entlang der sich gemächlich dahin schlängelnden Abens im Kernland der Hallertau gelangt man auf wenig befahrenen Nebenstraßen über Biburg in das Anbaugebiet des Abensberger Qualitätsspargels. Unter Feinschmeckern ist der delikate Abensberger Spargel sehr wohlklingender Begriff. Wer den zarten Spargel goutieren bekommt zur Erntezeit zwischen März und Juni die Gelegeheit dazu. Dann hat die leckere und kalorienarme Delitkatesse Hochsaison und wird in vielfachen Variationen dem Gast frisch zubereitet serviert.
Nachdem der bekannte Gillamoos-Festplatz passiert ist, zweigt die Route von der Münchener Straße links in die Jahnstraße ab. Es sei denn, der sehenswerten Stadt Abensberg (KM 99) wird ein Besuch abgestattet. Für den Fall wird die Abens und der Kreisverkehr geradeaus gequert, wo die anschließende Babostraße direkt in die historische Altstadt führt.
Abensberg
Die Abensberger Altstadt ist bekannt für ihre zum Teil über 400 Jahre alten Bürgerhäuser, deren markante Giebel und Fassaden einen besonderen Charme ausstrahlen. Ein Besuch im Stadtmuseum, im KunstHausAbensberg oder einer Besichtigung des Kuchlbauer Turms, der nach Plänen von Friedensreich Hundertwasser erbaut wurde, sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen.

Die Kleinstadt Abensberg (15.061 Einwohner, 31. Dez. 2024) hat viel Interessantes zu bieten. Abensberg besticht durch einen liebevoll sanierten Altstadtkern, der durch prächtige Bürgerhäuser, das Rathaus und den Maderturm geprägt wird. In Cafés und Wirtshäusern herrscht auf dem malerischen Stadtplatz eine wahrhaft lebendige Atmosphäre. Freunde der bayerischen Bierkultur kommen in Abensberg definitiv auf ihre Kosten.

Foto: Der 34 Meter hohe Turm wurde von Friedensreich Hundertwasser geplant, der jedoch im Jahr 2000 während der Planungsphase starb. Unter der Leitung des Architekten Peter Pelikan wurde das Bauwerk nach dem Tod Hundertwassers - allerdings mit erheblichen Änderungen gegenüber dem ursprüglichen Entwurf Hundertwassers - gebaut, und unter der Regie von Leonhard Salleck, dem Inhaber der Brauerei schließlich vollendet.
Die Besteigung des Kuchlbauer Turms, einschließlich die Erfahrung auf welche Art und Weise sich Kunst & Biergenuss miteinander verbinden, ist ein unverzichtbarea Highlight dieser Radtour. Bei einer Stadtführung gewinnt man überdies spannende Einblicke in die Geschichte und kann sein Wissen damit vertiefen.

Foto: Das 'KunstHausAbensberg' wurde vom Wiener Architekten Peter Pelikan - ein langjähriger Freund und Weggefährte von Friedensreich Hundertwasser - entworfen. Das außergewöhnliche Gebäude entstand zwischen 2011 und 2014 und gehört heute zum bedeutenden Bestandteil der Kuchlbauer’s Bierwelt. Das Gebäude ist ein lebendiges Kunstwerk welches mit seinem schiefen Turm, geschwungenen Linien und farbenfroher Fassade Hundertwassers Vision von einer naturverbundenen, menschenfreundlichen Architektur authentisch verkörpert.
Das kulturelle Angebot von Abensberg ist ausgesprochen vielfältig – vom Stadtmuseum bis hin zu hochkarätigen Kulturreihen. Weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt ist der Gillamoos, der jährlich am ersten Septemberwochenende stattfindet und auf eine über 700-jährige zurückblickt. Der größte Jahrmarkt der Hallertau ist einer der ältesten in Bayern und hat sich mittlerweile als bedeutender politischer Stammtisch etabliert.
Römische Badekultur in Bad Gögging

In östlicher Richtung verläuft die Route von Abensberg über Heiligenstadt zum Kur- und Urlaubsort Bad Gögging, wo der Abens-Radweg endet. an der Einmündung der Heiligenstädter Straße in die Neustädter Straße der Abens-Radweg auf den Donau-Radweg. Im Kurort vollzieht sich nunmehr der dritte Flusswechsel des »Fernradweg München-Regensburg-Prag«.

Der "G'sundheitsort" Bad Gögging steht ganz im Zeichen des körperlichen Wohlbefindens, ist aber auch nicht weniger bekannt für die Epoche der Römer, die überall hier und in der Umgebung ihre Spuren hinterlassen haben. Allen voran das Kastell Abusina, Teil des UNESCO-Welterbe Limes, sowie Überreste einer der größten römischen Badeanlagen nördlich der Alpen, seit Juli 2021 Teil des UNESCO-Welterbe Donaulimes, wirken bis in die Gegenwart hinein inspirierend für das Kur- und Badewesen. Die neuzeitliche Bädergeschichte von Bad Gögging begann unter den bayerischen Königen mit den Kurhäusern "Römerbad" und "Trajansbad", die dem Kurort bereits im Jahre 1919 das Prädikat als offizieller Badeort sicherte.

Überall wo man in Bad Gögging hinblickt erinnern Straßennamen, Hinweisschilder, Limestherme, Kaiser Trajan Hotel oder das Römische Museum ans Römische Reich.
Tatsächlich wussten die Soldaten - genannt Legionäre - Kaiser Trajans schon damals um die heilende Wirkung von Schwefelwasser und Co. Im Römischen Museum für Kur- und Badewesen, in der Römer-Sauna der Limes-Therme und besonders zum Römerfest im Kastell Abusina lebt die Geschichte der Römer vor 2.000 Jahre wieder auf. Grund genug, am Schnittpunkt des Abens-Radweg und des Donau-Radweg seine "Zelte" - wie seinerzeits die Römer - aufzuschlagen, um am nächsten Etappentag frisch gestärkt und erholt seine Tour fortzusetzen.
Bereits unter Kaiser Trajan (*53 †117 n. Chr.) wurden 80 n. Chr. Badeanlagen bei den Schwefelquellen erbaut, wodurch die Örtlichkeit damals zur Zeit der Antike eines der größten Staatsbäder nördlich der Alpen verfügte. Relikte können heute im Römischen Museum bestaunt werden. Die neuzeitliche Bädergeschichte von Bad Gögging begann unter den bayerischen Königen mit den Kurhäusern "Römerbad" und "Trajansbad", die dem Kurort bereits im Jahre 1919 das Prädikat als offizieller Badeort sicherte.

Vor knapp 2000 Jahren entspannten Legionäre, die im Kastell Abusina stationiert waren, im heutigen Bad Gögging bei Schwitz- und Thermalbädern und genossen die wohltuende gesundheitsfördernde Wirkung des Schwefelwassers. Vorbild war die traditionsreiche Badekultur des antiken Roms, bei der Bäder und Entspannungsräume mit aufwendiger Heiztechnik, Massagen sowie Unterhaltungsangebote Standard waren. Die lateinische Redewendung "Mens sana in corpore sano" besagt, dass „ein gesunder Geist in einem gesunden Körper“ wohnt.

Foto: Römisches Museum für Kur- und Badewesen in Bad Gögging
Wer Bad Gögging als Etappenort wählt, kann seiner Muskulatur in der Limes-Therme in Schwefel- und Thermalwasserbecken Gutes tun, im SPA-Bereich Wellness-Behandlungen genießen bzw. sich in der Römer-Sauna in antikem Ambiente gründlich entspannen und erholen.
Das Heilbad von Bad Gögging, welches ab dem späten 2. Jahrhundert n. Chr. von der Legio III. Italica genutzt wurde, als auch das Heiligtum auf dem Weinberg bei Eining sind Teil der Welterbe-Nominierung. Ebenso das Kleinkastell "Weltenburg-Am Galget" - datiert im mittleren 1. Jh. n. Chr. - das Teil der ersten linearen Grenzsicherung Roms in der Frühzeit des Donaulimes war, deren historische Stätten vom »Fernradweg München-Regensburg-Prag« passiert werden.

Radwegewechsel / Schnittstelle (KM 104)
Im Kur- und Heilbadeort Bad Gögging - genauer gesagt am Kreuzungspunkt der Neustädter- und Heiligenstädter Straße - endet der Abens-Radweg, wo er im übertragenen Sinn quasi das "Zepter" an den Donau-Radweg übergibt.
