Startpunkt Grenzübergang Haidmühle / Nové Údolí (Neuthal)

Haidmühle (1421 Einwohner) – staatlich anerkannter Erholungsort - liegt in einer sanften Talmulde unweit der Grenze zur Tschechischen Republik im Bayerischen Wald, genauer gesagt im Dreiländereck Deutschland (Ostbayern), Tschechien (Südböhmen) und Österreich (Österreichisches Mühlviertel). Umgeben von reizvoller Berg- und  Waldlandschaft breitet sich z.T. ein grenzüberschreitendes Radtourennetz aller Schwierigkeitsgrade aus. Zum Radfahren herrschen ideale Bedingungen, weil die Gegend nachweislich eine der reinsten Luftqualitäten Deutschlands besitzt was den Freizeit- und  Erholungswert ungemein steigert.

Das Dreiländer-Radparadies im Muldental der Kalten Moldau bzw. des Mirasatbaches wurde von den "Naturfreunden Internationale" zur Landschaft des Jahres 2000 ausgezeichnet. Umrahmt von Haidel (1 167 m) und Dreisesselmassiv (1 312 m) nehmen in Haidmühle - im sogenannten <Grünen Dach Europas> - Radrouten unterschiedlichster Prägung ihren Ausgang. Irgendwie logisch, denn besser als vom Sattel aus lässt sich die malerische Bergregion mit dichten Wäldern, Hochmooren, Seen, Bachläufen und Flußauen wohl kaum erkunden.

Kurzbeschreibung

Auf dem Donau-Wald-Radweg lässt es sich im Einklang der Natur insbesondere auf dem Bahntrassenabschnitt des identisch verlaufenden Adalbert-Stifter-Radwegs wundersam entspannt dahin cruisen. Den Radfahrer erwartet eine idyllische Hügellandschaft, ausgedehnte Bergwälder, schöne Aussichtspunkte und emporragende Granitfelsen – alles in allem eine bezaubernde ursprünglich gebliebene Kulturlandschaft. Sauerstoffreiche Wälder, Bäche, verwittertes Granitgestein und sattgrüne Wiesenhänge bieten einen Naturgenuss von besonderer Güte. Und sei das alles noch nicht genug, erwartet den Radler kurz vor Tourende quasi der dramaturgische Höhepunkt. Der sogenannte Final Countdown bietet im eng eingeschnittenen Griesenbachtal auf einer ehemaligen Zahnradbahnstrecke ein unvergessliches Natur- und Fahrerlebnis. Die Tour endet also so wie sie begonnen hat: mit einem kurvenbeschwingten Hinabrollen. 

Abgesehen von insgesamt drei Bahntrassenpassagen schlängelt sich die Radroute auf schwach befahrenen Nebenstraßen bzw. kürzeren Forstwegen durch die Landkreise Freyung-Grafenau und dem Passauer Land dem Donautal entgegen. Auch wenn sich die Höhenmeter im zweiten Streckenteil zwischen Jandelsbrunn und Obernzell zwar gut verteilen darf man sich jedoch sicher sein, dass nach jeder Abfahrt ziemlich schnell der nächste Anstieg folgt - was für die nördliche Fahrtrichtung sogar noch mehr zutrifft. 

Der Donau-Wald-Radweg verläuft von Breitenberg bis zum Rannasee grenznah zu Österreich. Die Radroute verbindet die abwechslungsreiche Mittelgebirgslandschaft des Dreiländerecks - von der 150 Jahre zuvor schon Adalbert Stifter in höchsten Tönen schwärmte - mit dem Donautal bzw. dem Naturschutzgebiet Donauleiten, das aufgrund ihrer einmaligen Pflanzen- und Tierwelt sowie der herausragenden Schönheit und Einzigartigkeit besonders schutzbedürftig ist.

Haidmühle wie Obernzell sind durch Anschluss-Radwege in den Nationalpark Sumava (Südböhmen) bzw. österreichisches Mühlviertel sowie im Donautal hervorragend vernetzt.

Eckdaten

  • Startpunkt Grenzübergang Haidmühle / Nové Údolí (Neuthal)

  • Endpunkt: Obernzell / Donauufer (Anschluss Donau-Radweg)
  • Streckenlänge: 64.1 km
  • Südliche Fahrtrichtung: Haidmühle-Obernzell: 691 hm
  • Nördliche Fahrtrichtung: Obernzell-Haidmühle: 1 236 hm
  • Scheitelpunkt 872 m (Frauenberg)
  • Tiefpunkt 294 m (Obernzell)
  • Haidmühle-Jandelsbrunn (17 km) unasphaltierter Bahntrassen-Radweg (identische Wegstrecke des Adalbert-Stifter-Radwegs)
  • Jandelsbrunn-Obernzell (45 km), teils schwach befahrene Nebenstraßen, bergiges Profil

 Aufgrund identischer Streckenführung orientiert man auf der umgewidmeten Bahntrasse zwischen Haidmühle und Jandelsbrunn nach der Beschilderung des Adalbert-Stifter-Radwegs.

Donau Wald Radweg Video

Streckenportrait

Der Donau-Wald-Radweg verläuft 17 km von Haidmühle bis Jandelsbrunn auf einer wassergebundenen, stark verdichteten Fahrbahnoberfläche, die den Rollwiderstand spürbar senkt.

Die Streckencharakteristik lässt sich grundsätzlich in zwei Abschnitte teilen welche sich hinsichtlich Anspruchsprofil und Topographie unterscheiden. Einerseits das gleichmäßige Bahntrassenprofil, dessen abschüssige Trasse (1-2% Gefälle) bis Jandelsbrunn verkehrsfrei ist und rhythmisches Radeln geradezu fördert.

Andererseits ein hügeliger Verlauf, deren kupierte Topographie bis Obernzell (45 km) 600 hm beschert. Auf schwach befahrenen Nebenstraßen sowie unasphaltierten Abschnitten beim Rannasee, Untergriesbach und Obernzell schlängelt sich die Radroute durch die Landkreise Freyung-Grafenau und Passau dem Donautal entgegen. 

 

 E-Bike-Technologie

Der Fahrradbestand ist in Deutschland laut Schätzungen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) auf 73 Mio. Fahrzeuge (2016) angewachsen, wobei der Anteil an E-Bikes auf über 3 Millionen geschätzt wird. Für die rasant wachsende Anzahl von E-Bikern relativiert sich jedes Anspruchsprofil. In Zeiten der emissionsfreien Elektro-Mobilität lassen sich E-Biker selbst von steileren Berggipfeln nicht mehr abschrecken - ganz im Gegenteil. Was bis vor wenigen Jahren undenkbar erschien, entwickelt sich heute zur völligen Normalität: E-Biker und E-Mountainbiker stoßen mit leistungsstarken Motoren in Bergregionen vor, die für viele bislang unbezwingbar waren. Intelligente Software vermag mittlerweile die Reichweite dynamisch zu steuern, indem der gemessene Leistungsverbrauch die Schubkraft über einen Algorithmus regelt. Testbericht

Bezogen auf Distanz und Höhenprofil braucht man sich über die Reichweite eines voll aufgeladenen, leistungsfähigen Akkus keinen Kopf machen. Bei dosierter Fahrweise sollte eine Akkuladung bis ins Ziel ausreichen, zumal Gefällpassagen (1209 Tiefenmeter) sowieso keine Schubkraft benötigt. In entgegengesetzter Richtung könnte es jedoch womöglich "eng" werden, da die Höhendifferenz des Start- und Zielorts zusätzliche 536 hm mit sich bringen.

 E-Bike-Verleih- und E-Bike-Ladestationen: interaktive Regionsgraphik 

Zeiteinteilung

Der mittelschwere Donau-Wald-Radweg füllt an und für sich ein Tagesprogramm, sofern man sich in Genussgeschwindigkeit fortbewegt und regelmäßig Pausen einlegt. So sollte z.B. ein längerer Aufenthalt am Rannasee drin sein, um ggf. dem Badespaß zu frönen.

Die entgegengesetzte Fahrtrichtung benötigt eine längere Fahrzeit, da die Höhendifferenz von 536 m des Start- Zielorts sich maßgeblich auf die Durchschnittsgeschwindigkeit auswirkt. Dies gilt es bei der Tourplanung zu berücksichtigen.

Radbuslinien

Die Saison startet jährlich am 1. Mai und geht bis zum Ende der Allerheiligenferien. 

Radbuslinie 6101 Passau-Obernzell-Jochenstein-Gottsdorf-Breitenberg

Streckengrafik mit Höhenprofil


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Haftungsausschluss:

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Streckenabschnitt I Haidmühle - Jandelsbrunn

Beginnend in Haidmühle (1 341 Einwohner) radelt man bis Frauenberg vis a via des Mirasatbachs in einer idyllischen und sauerstoffreichen Waldpassage. 

 Die Kalte Moldau

Der Zusammenfluss der Quellbäche Weberaubach, Goldgrubenbach und Rothbach im sumpfigem Waldgebiet unterhalb des Haidel bilden den Ursprung der Kalten Moldau. Die Kalte Moldau (Studená Vltava) ist der rechte Quellfluss der Moldau (Vltava). 

Zur Zeit des Kalten Krieges war Europa durch den Eisernen Vorhang geteilt, weswegen das Tal der Kalten Moldau zwischen Stožec und der deutschen Grenze bis 1990 Sperrgebiet war. 

Kneippanlage Jogl

1.6 km nach Haidmühle erwartet Radfahrer ein echter Gesundheitsknüller. Der eiskalte Mirasatbach speist hier die Kneippanlage Jogl und sorgt nicht nur für ein abwechslungsreiches Vergnügen sondern hilft gepiesackten Beinen beschädigte Muskulatur zu reparieren (je nachdem in welcher Fahrtrichtung man unterwegs ist). Also genau das, was der Körper zur Wiederherstellung benötigt.  

Wassertreten (30-120 Sekunden) leitet schonend die Regenerationsphase ein. Beim abschließenden lockeren Pedallieren auf der 1.5 km langen Flachetappe nach Haidmühle erwärmen sich die kalten Füße. Die Kneippanlage am Mirasatbach befindet sich am Schnittpunkt des Albert-Stifter-Radweg mit der Haideltour-Route.   

Kneippen regt -  in dem Kaltwasserbecken nicht nur den Kreislauf und den Stoffwechsel an bzw. fördert die Durchblutung - sondern stärkt dazu auch das Immunsystem. Darüber hinaus wirkt die Methode ganzheitlich, d.h. Körper, Kopf und Seele kommen in Einklang. Eine wahre Wohltat, die für ausgemergelte Radfahrer wie gerufen kommt.  

Die unmittelbare Nähe des beliebten Adalbert-Stifter-Radwegs bringt es mit sich, dass viele Radfahrer von dem natürlichen "Gesundbrunnen" regen Gebrauch machen.

Im Wasser liegt das Heil; es ist das einfachste, wohlfeilste und - recht angewandt - das sicherste Heilmittel

- Sebastian Kneipp - 

 Sebastian Kneipp

Sebastian Kneipp

Sebastian Kneipp wurde am 17.05.1821 geboren. 1844 zog er mit seinem Förderer Dr. Matthias Merkle nach Dillingen, wo er am Gymnasium trotz Tuberkulose das Abitur machte. 1849 begann er mit dem Theologiestudium und entdeckte rein zufällig ein Buch des Arztes Johann Siegmund über die Heilkraft von kaltem Wasser. Beeindruckt von dessen Erkenntnissen unternahm Kneipp im Selbstversuch Bäder in der kalten Donau. Sein Gesundheitszustand verbesserte sich derart, weshalb er seine kostenlosen Behandlungsformen auch auf Patienten ausdehnte. Bezeichnend, dass ausgerechnet Ärzten das Vorgehen missfiel und sie gegen Kneipps selbstlose Behandlungsmethode ein Gerichtsverfahren anstrengten. Die Heilkraft des Wassers entdeckte Kneipp wieder, da bereits die Römer in der Antike mit Wasseranwendungen arbeiteten. Erst 2015 entschied die Deutsche UNESCO-Kommision "Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps" offiziell als immaterielles Kulturerbe anzuerkennen.

Radlergruppen aus allen Herren Länder kommen sich an dieser Wellness-Stätte näher.

Nach der erfrischenden Wellness-Pause geht's mit Frohgemut und Elan weiter. Auf der Kuppe mündet man vom Zufahrtsweg in den Adalbert-Stifter-Radweg ein. 

Bahntrassenradeln hat viele Vorteile. So ist zum einen die Wegeführung leicht erkennbar, Kurvenradien sind großzügig bemessen und Höhenunterschiede machen sich durch das nivellierte Trassenniveau kaum bemerkbar.  

Der breite Radweg ist 1 a ausgeschildert - wobei der Trassenverlauf ohnehin leicht einsehbar ist. Idyllisch angelegte Rastplätze locken immer wieder zu erholsamen Pausen. Die wassergebundene Fahrbahnoberfläche wird von den zuständigen Behörden regelmäßig gewartet was den Rollwiderstand minimiert. Die Anrainergemeinden lassen sich die laufende Instandhaltung einiges kosten.

Vom Startpunkt in Haidmühle (830 m) steigt die ehemalige Bahntrasse bis Frauenberg (Europäische Wasserscheide) unmerklich an. Nachdem der Scheitelhochpunkt (872 m) überschritten ist, fällt das Höhenniveau bis zum Bahntrassen-Ende (523 m) am Stadtrand von Waldkirchen insgesamt um 350 Tiefenmeter kontinuierlich ab.

 Abzweig Dreiländer-Radweg

Am Loipenzentrum Frauenberg vorbei - der Adalbert-Stifter-Radweg erfährt eine saisonale Mehrfachnutzung, da bei entsprechender Schneelage Langlaufloipen gespurt werden - rollt das Rad auf der 22 km langen Gefällstrecke (1-2%) fast gänzlich ohne Krafteinsatz locker dahin. 

 Wasserscheide 

In Frauenberg erinnert ein Denkmal an die Wasserscheide von Elbe und Donau. Die Moldau entwässert nach Norden hin großflächig das Gebiet, wo nach Mündung in die Elbe später in die Nordsee fließt. Die Moldau - häufig auch als „Böhmisches Meer“ bezeichnet - ist der längste Fluss in Tschechien (430 km) und zugleich der größte Nebenfluss der Elbe. Richtung Süden und Westen sammeln dagegen Ilz, Erlau und Große Mühl Wasser auf und fließen bei Passau bzw. Linz in die Donau, die ins Schwarze Meer mündet.

Durch eine technische Meisterleistung wurde die Wasserscheide mit dem Bau der Kreuzbachklause und dem zugehörigen Triftkanal, der das der Moldau gehörige Dreisesselwasser in den Osterbach und damit in die Ilz brachte überwunden. Heute ist der Kanal ist größtenteils verfallen, weshalb der Kreuzbach wie zu früheren Zeiten wieder der Moldau zufließt.

Im Folgeverlauf verengt sich zunehmend der Geländeeinschnitt. Hoch aufragende Felsen geben ansatzweise eine Vorstellung darüber, wie hart die Menschen sich im 19. Jahrhundert mit denen ihnen damals zur Verfügung stehenden Arbeitsmittel durch das felsige Terrain schufteten, um die Trasse zu legen. Für den Bahnabschnitt zwischen Haidmühle und Waldkirchen waren gewaltige Erdbewegungen erforderlich.

 Sicherheitshinweis

Eisenpoller (ca. 80 Pfosten) stellen aufgrund der geringen Durchfahrtsbreite (3 Poller nebeneinander) ein erhöhtes Unfallrisiko dar. 

Ab einer Lenkerbreite von 760 mm bzw. mit montierten Satteltaschen ist kein Durchfahren möglich (absteigen). Von Windschattenfahrten bzw. nahes Auffahren zum Vordermann ist abzuraten, da für Hinterherfahrende die Hindernisse kaumbzw. spät erkennbar sind und sich die Reaktionszeit auf Bremsvorgänge dementsprechendverkürzt. 

Nach Neureichenau ändert sich das Landschaftsbild und das weitflächige Hügelprofil gibt immer häufiger schöne Panoramablicke die hügelige Landschaft des Bayerischen Waldes frei. 

Die Gemeinde Neureichenau wird nur am Rande gestreift. Nach Überquerung der Dreisesselstraße wird kurzzeitig auf eine Straßenverbindung ausgewichen.

Die kraftsparende Gefällfahrt auf der verkehrsfreien Trasse fördert das beschwingte Gefühl von Leichtigkeit des Seins. Dies schaufelt Denkkapazitäten frei, und ermöglicht schweifende Blicke in die herrliche Naturregion. Sobald man seinen Trittrhythmus in Wohlfühlgeschwindigkeit gefunden hat, radelt man bisweilen selbstvergessen durch die anmutende Naturlandschaft.

Dichte Fichtenwälder und saftig grüne Wiesen künden von einer noch wenig von Menschenhand beeinflusster Natur.

Direkt nach dem Jandelsbrunner Bahnhofsgebäude (634 m) zweigt der Donau-Wald-Radweg auf die Bahnhofstraße ab, die nach einem kurzen Anstieg auf die Hauptstraße trifft. Demzufolge wurden seit dem Streckenzenit in Frauenberg innerhalb 13 km 238 Tiefenmeter potentielle Energie in Bewegungsenergie umgewandelt. 

Die Gemeinde Jandelsbrunn (3 317 Einwohner) 

 Der Adalbert-Stifter-Radweg via Waldkirchen führt geradeaus weiter nach Fürsteneck.