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5. Etappe Dingolfing - Landau a.d. Isar - Plattling - Deggendorf (50 km)
Die Finaletappe verläuft durch die niederbayerische Tiefebene.
Die „Schlussetappe“ bis an das Donauufer hält landschaftliche, naturkundliche und kulturelle Leckerbissen bereit. Fernab des Touristenrummels kommt einem hier alles ein wenig kleiner, beschaulicher und ursprünglicher vor. Im Angesicht der Isar, die seit 200 km Flusslänge viel Wasser aus dem großräumigen Einzugsgebiet von ca. 9 000 km² zugeführt bekam, prägen mehrere Stauseekomplexe das Bild. Am Unterlauf der Isar passiert man die niederbayerischen „Isarhochburgen“ Dingolfing, Landau, Plattling und Deggendorf. Vorwiegend auf unasphaltierten Flussauenwegen radelt man gemächlich dem Mündungsdelta entgegen. Das Untere Isartal – eingebettet in sanfter niederbayerischer Hügellandschaft verzückt die Radler mit dieser Flachetappe. Lockerem Tourenradeln samt „Kind und Kegel“ steht hier wahrlich nichts im Wege. Die Stauseen „Altheim“ und „Niederaichbach“ bilden eine riesige Seenfläche, an der man samt Isarseitenkanal über 11 km entlang radelt. Kurz vor Dingolfing bzw. Landau folgen zwei weitere Staustufen. Bei der Nibelungenstadt Plattling gabelt sich die Route. Eine führt ins 11 km entfernte Deggendorf, die andere verläuft auf abwechslungsreichen „Wald-, Wiesen-, Forstwegen durch das Naturschutzgebiet „Isarmündung“ und trifft nach 16 km auf die Donau. 1989 sprach das damalige Bundesumweltministerium der Isarmündung nationale Bedeutung zu, weshalb seither die Auenlandschaft als Naturschutzgroßprojekt gefördert wird. Die Isar ergießt sich in einem unberührten und unzugänglichen Augebiet als weit verzweigtes Flussnetz in die Donau, worauf das Gebirgswasser Kurs auf das Schwarze Meer nimmt. Lohnenswerter Abstecher zur Isar-Mündung: ein unbefestigter Weg zweigt von Moos (Ortschaft wurde der regelmäßigen Überschwemmungen wegen aufgelöst, die Bewohner umgesiedelt) links ab und führt nach 1.5 km zu eines der letzten naturnahen Mündungsgebiete eines Alpenflusses.
Die folgenden 20 km verlaufen auf Top gewarteter Fahrbahnoberfläche, was die Konzentration auf die z.T. mit Schilfrohr umsäumten Isarufer erleichtert. Die feine, wassergebundene Kiesoberfläche vermindert spürbar den Rollwiderstand. Wunderschön angelegte Rastplätze in bezaubernder Landschaft und Infotafeln am Wegesrand machen das Rasten und Verweilen am Isarufer zum Naturerlebnis.
Ein wahres Naturparadies weitet sich mit der wildwüchsigen Seenlandschaft aus - umspülte Isarinseln, seerosenbewachsene Teiche und Tümpel auf denen Schwäne und Enten ihr Zuhause haben wechseln sich ab. Tipp: wunderschöner Rastplatz (9 km nach Dingolfing) in landschaftlich reizvoller, ruhiger Lage inmitten parkartiger Landschaft.
Ab der Großgemeinde Mamming breitet sich die letzte Staustufe bis kurz vor Landau aus (5 km Länge), bevor die Isar in die Donau mündet. Tipp: bei Usterling liegt im Wald ein einzigartiges Naturphänomen verborgen – der „Wachsende Felsen" (Johannisfelsen). Vom Radweg führt ein 300 m langer Fußpfad hinauf. Das Naturschauspiel ist europaweit eine äußerst seltene Erscheinung. Seit 1961 steht der "Wachsende Felsen" unter Naturschutz und wurde 2006 als erdgeschichtliches Denkmal in die Liste der 77 bedeutendsten Geotope Deutschlands aufgenommen.

An den Quellaustritten von kalkreichen Grundwässern findet man häufig Quellkalkbildungen, die sich in seltenen Fällen zu einer „Steinernen Rinne" entwickeln, wie der „Wachsende Felsen" von Usterling ist mit fast 40 m Länge und 5 m Höhe die größte
Ein Quellbächlein hat im Laufe von Jahrtausenden mit stark kalkhaltigem Wasser einen wandartigen rund 50 m langen und bis zu 5 m hohen bizarr geformten Felsen gebildet. Der schätzungsweise 1000 Jahre alte Felsen wächst durch ständige Kalkablagerungen jährlich um einige Millimeter. Dem Quellwasser wird Heilkraft nachgesagt.

Die Dorfkirche Usterling birgt einen äußerst wertvollen spätgotischen Flügelaltar mit reichem Aufbau über dem Schrein, der Johannes den Täufer und Johannes den Evangelisten als Hauptfiguren zeigt. Die meisterlichen Schnitzereien auf den Flügeln präsentieren Szenen aus dem Leben der Heiligen.
Landau
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| © Werner Berthold |
Bald taucht die auf Isarterrassen hoch gelegene, historische Wittelsbacher Herzogstadt Landau a.d.Isar auf (KM 248). Eine Stadtvisite erfordert der Hanglage wegen einen kurzen aber schweißtreibenden Berganstieg. Ende des letzten Jahrhunderts präsentierte sich Landau a. d. Isar noch als beschauliches, verschlafenes Provinzstädtchen. Heute hat das Mittelzentrum über 13.000 Einwohner. Die Stadt wurde 1224 vom Wittelsbacher Herzog Ludwig dem Kelheimer gegründet und zählt zu den ältesten Städten Niederbayerns.
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| © Werner Berthold |
Die Altstadt liegt exponiert auf einem Hügel am Unterlauf der Isar. Das Stadtbild wird dominiert von einer der größten Kirchen Niederbayerns, der barocken Stadtpfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt, sowie dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Herzogssitz "Kastenhof". Dort ist auch das Niederbayerische Archäologiemuseum untergebracht, dessen museums-pädagogisches Konzept als eines der modernsten Bayerns zählt. Es ist ein Zweigmuseum der prähistorischen Staatssammlung in München, und zeigt Exponate aus der Region. Als erstes voll digitalisiertes Museum für experimentelle Archäologie erhielt es 1997 den Europäischen Museumspreis. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Wallfahrtskirche Maria Steinfels und die „Bockerlbrücke“.
Die Landschaft ist geprägt von sanften Hügelketten, die das Tal der Isar nach beiden Seiten hin begrenzen. Von der Anhöhe aus erblickt man das Donautal und den Mittelgebirgszug des Bayerischen Waldes.
Tourtipp: Bockerlbahn-Radweg, 48 km - Abzweig an der „Bockerlbrücke".. Der familienfreundliche Radweg führt auf der alten Bahnlinie vom Isar- ins Vilstal und Kollbachtal und Kreuzt in Aufhausen den Vilstal-Radweg.
So wie man Landau erreichte, verlässt man es wieder auf gekiester Streckenoberfläche, gesäumt von farbenprächtigen Hochstauden in Sichtkontakt zur Isar. Auf die finalen 37 km bis zum Mündungsbereich darf sich der Isarradler nicht ohne Grund freuen. Ein Fischerei- Lehrpfad. Wald-, u. Wiesenpassagen wechseln sich in angenehmer Harmonie ab.
Abermals unbemerkt geschieht der nächste Landkreisübertritt (Deggendorf), und schon bald taucht die Silhouette der Nibelungenstadt Plattling am Horizont auf.
Routengabelung
Kurz vor der Nibelungenstadt Plattling gabelt sich der Isar-Radweg am Staudamm in zwei Varianten: entweder linksseitig die Finaletappe direkt nach Deggendorf einschlagen, oder 1.7 km geradeaus fahren, die Passauer Straße queren und an der Kirche St. Jakob vorbei ins Isarmündungsgebiet und weiter zur Fähre von Thundorf radeln.
An der Staustufe 2 km vor Plattling besteht die Alternative, anstatt der offiziellen Hauptroute (Isarüberquerung) nach Deggendorf zu folgen, geradeaus bis zur Querung der Passauer Straße und weiter durch das Naturschutzgebiet Isarmündung nach Thundorf a.d.Donau zu radeln (19 km). Die Nebenroute führt ans Donauufer, wo man mit der Fähre nach Niederalteich übersetzen kann (Anschluss Donau-Radweg / Donau-Ilz-Radweg).
• Variante 1 (Hauptroute 13.4 km) nach Deggendorf die über die Geh- und Radwegbrücke in den städtischen Donaupark führt.

Foto: Donauüberquerung (Thundorf a.d.Donau - Niederalteich)
• Variante 2 (Nebenroute 19 km): verläuft über die Kirche St. Jakob in Plattling im niederbayerischen Landkreis Deggendorf mitten hinein ins Isarmündungsgebiet zum Infozentrum Isarmündung (Dr. Georg Karl Haus) in Moos-Maxmühle und weiter zur Fährverbindung an die Donau. Auf gut befestigten Wegen (überwiegend geschottert) verläuft die Strecke - teils auf Dammkronen entlang - durch lichten Auenwald (Erlen, Ulmen, Pappeln und Weiden). Vorbei am Infozentrum Isarmündung und dem historischen Kraftwerk Grafenmühle beim Mühlbach / Stögermühlbach an der Maxmühle (unweit entfernt befindet sich ein kleiner Aussichtsturm an der Isar) gelangt man zur idyllisch gelegenen Waldschänke Grieshaus (E-Bike-Ladestation), die ein beliebter Ausflugstreffpunkt ist. Kurz vor Thundorf a.d.Donau zweigt links ein Zubringerweg zur Donaufähre ab.
Wer sich für die Nebenroute entscheidet und in Thundorf eine Donauüberquerung mit der Fähre beabsichtigt, sollte sich vorher informieren, ob Fährbetrieb herrscht (verkehrt u.U. bei Hoch- oder Niedrigwasser nicht). Da das Schiff wegen eines Defekts seit Mai 2026 auf dem Trockendock liegt ist mit Inbetriebnahme frühest im Frühjahr 2027 zu rechnen.

Foto: Isarmündung
Der Mündungsbereich vermittelt eindrucksvolle Blicke in die unberührte Ufervegetation. Vom ehemaligen Dorf Isarmünd führt ein beschildeter Wald- und Wiesenpfad zur Mündung (Stichweg einfach 1.5 km), von wo man am vegetationsreichen Ufer einen herrlichen Mündungsblick genießt. Hier, wo unterhalb Deggendorf die Donau das Isarwasser aufnimmt verläuft ihr Stromtal unmittelbar am Fuß des Vorderen Bayerischen Waldes. Das Isar-Mündunggebiet liegt somit am Übergang zweier gegensätzlicher Naturräume - der relativ jungen Niederung des Dungaus und dem alten Mittelgebirge des Bayerischen Waldes. An der Mündungsstelle schließt sich sozusagen der Bogen von der Quelle zur Mündung, womit die Isartour ihren denkwürdigen Abschluss findet.


