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Sommer adé - Goldener Herbst Juchhe!

Für Meteorologen beginnt der Herbst am 1. September und endet am 30. November. Eine willkürliche Festlegung, mit der vier Jahreszeiten von konstanter Länge erzeugt und so Wetteraufzeichnungen wie Klimadaten über längere Zeiträume statistisch miteinander vergleichbar werden.

Astronomisch betrachtet beginnt der kalendarische Herbstbeginn auf der Nordhalbkugel stets zur Tag-und-Nacht-Gleiche am 22. oder 23. September. In diesem Monat wandert die Sonne von Norden nach Süden und sorgt auf der Nordhalbkugel für kürzere Tage und fallende Temperaturen. Äquivalent dazu beginnt südlich des Äquators der Herbst dagegen im März, während die Nordhalbkugel im Zeichen des Frühlingsanfangs steht.

Herbstzeit ist Radelzeit

Verabschiedet sich der Sommer und spitzt der Herbst ums Eck, dann steht Radfahrern aus vielerlei Gründen die beste Jahreszeit ins Haus. Umso mehr heißt es dann nichts wie raus, denn umgeben vom bunt gefärbten Farbenfeuerwerk, frischer klarer Luft machen Radtouren gleich noch viel mehr Spaß. Also möglichst die verbleibende Zeit sinnvoll nutzen, bevor tristes Novemberwetter Einzug hält. Die farbenfrohen Herbstmonate sollten Motivation genug sein, sich lustvoll in den Sattel zu schwingen solange es die Wetterlage halbwegs erlaubt. Mit dem sogenannten „Indian Summer“ wurde in den USA und Kanada sogar eigens ein Begriff geschaffen, der das kunterbunte Wettleuchten der Blätter in den dortigen Laubwäldern beschreibt. Auch hierzulande vollzieht sich ein Farbenspiel sondersgleichen, das sich  innerhalb von drei Monaten eindrucksvoll beobachten lässt.

Foto: Donau-Radweg nahe Regensburg

Da Radfahrer in der Natur ihrer Leidenschaft frönen schadet es nicht, ein wenig über die natürlichen Vorgänge der Flora Bescheid zu wissen. Besonders in den Wäldern vollzieht sich jedes Jahr im Herbst ein beeindruckendes Schauspiel, wenn sich die Blätter in leuchtend gelbe, rote und braune Farbschattierungen verwandeln. Spannend, welche natürlichen Prozesse beispielsweise Bäume durchlaufen. Hinter dem ganzen Spektakel steckt nämlich nichts anderes, als ein genial perfektioniertes "Baum-Recycling". Bäume zerlegen im Herbst die in den Blättern erhaltenen Nährstoffe, welche sie zuvor durch ihre Wurzeln dem Erdreich entzogen haben. Diese werden im Stamm gespeichert, um sie an sonnigen April- oder Maitagen wieder für den kräftezehrenden Austrieb des frischen Grüns bereit zu stellen. Später werden die grünen Kraftwerke des Chlorophylls im Herbst wieder in ihre Bestandteile zersetzt und entschwinden peau a peau aus der Farbpalette, weswegen dann andere Farbstoffe dominierend sind.

 Der Herbst ist auch bekannt dafür, dass Schwammerl - in Abhängigkeit der jeweiligen Niederschlagsmenge - aus dem Boden sprießen. Vorausgesetzt man kennt sich mit "Fungi" (botanische Bezeichnung) gut aus, der kann die Gaben der Natur sammeln, im Rucksack verstauen und sich späterer ein leckeres Pilzgericht kochen. 

Foto: Blick auf die Naab (Bayerischer Jura)

Inspirierender Radelgenuss bei erfrischend kühleren Temperaturen und warmen Pastellfarben: mit dem Verfärben der Blätter rutscht das überhitzte Gemüt des Sommers allmählich in erträglichere Temperaturbereiche. Bemerkbar ist auch, dass selbst auf viel befahrenen Radwegen die Nutzerfrequen spürbar nachlässt und langsam mehr Ruhe einkehrt. Naturlandschaften zeigen sich von ihrer wunderbarsten Seite. So bereitet die Farbenpracht als schönste Zugabe der Natur das „Grande Finale“, mit der die Radsaison Schritt für Schritt - besser gesagt Tritt für Tritt - zu Ende geht, sofern man mal von hartgesottenen Winter-Radlern absieht.

Was für ein ergreifender Vorgang, wenn die Natur ihren Verwandlungsprozess turnusgemäß durchläuft, bei dem sie uns ihre Farbpalette mit köstlicher Üppigkeit schenkt. Erste zaghafte Verfärbungen sind beispielsweise bei der Kupfer-Felsenbirne je nach Witterung bereits Anfang September zu beobachten. Buntes Laub, klare Luft, schöne Bergpanoramen, gemäßigte Temperaturen - das in vollen Zügen auszukosten macht den Herbst für Naturliebhaber so faszinierend. Keine Frage, jede Jahreszeit hat ihren Reiz. Dabei sind Naturliebhaber sowieso am besten Weg, dem Frühling, Sommer, Herbst und Winter die besten Seiten abzugewinnen.

Natürlich hat der Herbst mit kälteren, windigeren und regnerischen Tiefdruckgebieten seine sprichwörtlichen Schattenseiten, wo man wenig Lust verspürt einen Fuß vor die Tür zu setzen. Wäre da nicht die passende Allwetterkleidung, die sämtliche Wetterereignisse buchstäblich abtropfen lässt. Dass Freiluftsport nachweislich die Laune hebt und dem viel zitierten "Herbstblues" effektiv entgegenwirkt ist ja gemeinhin bekannt. Zudem stärkt regelmäßige Bewegung unser Immunsystem, was Erkältungskrankheiten vorbeugt. Insofern sollte der Gesundbrunnen der Natur maximal genutzt werden.

Herbstimpressionen

Herbstblues ist für Radfahrer ein Fremdwort, weil die chamäleonartige Verwandlung der Naturlandschaft auf die Psyche wie ein Stimmungsaufheller wirkt. In farbenprächtiger Vegetation bei angenehmen Temperaturen Rad zu fahren, steigert den Fahrgenuss ungemein. Keineswegs steht der Herbst nur für Regen, Wind, Kälte und Einheitsgrau Pate - ganz im Gegenteil. Schließlich steht der Goldene Oktober für Schönwetterperioden, indem sich ein beeindruckendes Naturschauspiel vollzieht, wenn sich die Blätter verfärben und die Landschaft abwechselnd in warmen Gelb-, Rot- und Brauntönen erstrahlt und besonders in den Hochlagen der Mittelgebirge häufig die Sonne scheint.

Bergpanorama

Bei gutem Herbstwetter bieten Hochlagen meist eine grandiose Fernsicht.

Foto: Dreisesselmassiv (Landkreis Freyung-Grafenau) mit Alpenblick

Das Alpenvorland (Bodensee, Ammergauer Alpen/Allgäu, Zugspitzregion, Karwendelgebirge, Chiemgau und Berchtesgadener Land) als auch Mittelgebirgshochlagen glänzt im Herbst bei stabiler Wetterhochdrucklage mit phänomenalen Panoramaaussichten. Während in Flussniederungen und Tallagen häufig zähe Nebelschwaden wabbern, strahlt derweil auf Bergipfeln zumeist die Sonne. Und eins ist auf alle Fälle sicher: herrscht Fön-Wetterlage (warmer, trockener Fallwind, der meist auf der der Windrichtung abgewandten Seite, der Leeseite, in Gebirgen auftritt) genießt man auf Anhöhen bzw. Berggipfel eine atemberaubende Fernsicht. Dann kann's nur eins geben: aufi auf'n Berg!

Foto: Blockhalde am Plattengipfel (884 m) im Fichtelgebirge

Foto: Dreisesselmassiv (Landkreis Freyung-Grafenau) mit Alpenblick

Der Freistaat Bayern wartet mit acht einzigartigen Mittelgebirgen auf, die sich über das gesamte Bundesland verteilen. Besonders auf amtitionierte Rennradfahrer, aber auch für Trekkingbiker und ebiker übt das kupierte Mittelgebirgsprofil eine magische Anziehungskraft aus, der man sich nur schwerlich entziehen kann:

  • Bayerischer Wald (Oberpfalz/Niederbayern)
  • Oberpfälzer Wald 
  • Frankenwald (OFr)
  • Fränkische Schweiz (OFr) 
  • Fichtelgebirge (OFr)
  • Spessart (UFr)
  • Rhön (UFr)
  • Odenwald (UFr) - Schnittpunkt Hessen / Bayern / Baden-Württemberg

Frühjahr belebt - der Herbst inspiriert - sagt der Volksmund. Mit Sicherheit ist etwas Wahres dran. Wer jetzt sein Rad voreilig einmottet, verpasst ein grandioses Naturschauspiel, wenn Mutter Natur buchstäblich zur "Hochform" aufläuft und sich ihre goldene Krone aufsetzt. Gerade der Goldene Oktober lädt mit lauen Temperaturen, Schönwetterperioden und guter Fernsicht auf den Hochlagen zu ausgedehnten Tagestouren ein. Farbgetupfte Laubbäume, säuselnder Wind, herabfallendes Laub und Blätterrauschen versprühen dabei ihren charakteristischen Charme. Die Farbpalette reicht vom satten Rot, Sonnengelb, leuchtend Orange bis hin zu Purpur - kennzeichnend für die Herbstmonate. Die lebendige Schönheit der Natur entfaltet sich am glanzvollsten, sobald Sonnenstrahlen die Vegetation zum Leuchten bringt. Reißt die Wolkendecke auf, prunkt das Landschaftsensemble in all erdenklichen Farbschattierungen. Besonders das flammend Rot-Orange der Lärchen sticht dann aus der golden- braun und gelb schimmernden Farbenpracht heraus. Die wechselnden Farbnuancen folgen einem streng programmierten Vorgang der Natur von begrenzenter Zeitdauer. Frühmorgendlich lässt sich ein sehr spezielles Schauspiel beobachten, wenn zarter Morgentau behutsam Grashalme umhüllt und winzige Tröpfchen im aufgehenden Sonnenlicht wie unzählige Kristalle gleißen. Gleichsam ist die Jahreszeit geprägt von klarer, frischer Luft, Nebelschwaden, herabfallendes Laub, azurblauem Himmel und glitzerndem Morgentau. Dreingaben von Mutter Erde, die unsere Sinne unaufhörlich auf Trab halten. 

Foto: Regental-Radweg (Ferienregion Regensburg Land)

Spätestens dann, wenn sich der "Altweibersommer" mit spätsommerlichen Temperaturen verabschiedet und die Sommersaison endgültig beendet, ist die sonnenverwöhnte Kurzarm/Kurzhose-Zeit Geschichte. Der "Altweibersommer" ist von einer vorübergehenden Phase stabiler Witterung im gekennzeichnet, die sich durch ein stabiles Hochdruckgebiet und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge geht der Ausdruck "Altweibersommer" auf das altdeutsche Wort "weiben" zurück das sich auf das Spinnennetze weben bezieht, deren Fäden besonders im Herbst gut sichtbar sind, wenn sich frischer Tau darin fängt.  

Dass Regenschauer, sinkende Temeraturen, auffrischende Winde und kürzer werdendes Tageslicht den Jahreszeitenwechsel einläuten, ist für die Jahreszeit typisch. So mancher Zeitgenosse hadert wehmütig der warmen Sommerzeit hinterher, zumal abrupte Wetterumschwünge als ungewohnte Zäsur empfunden werden. Sobald Schluss ist mit eitel Sonnenschein und spätsommerlicher Wärme, nehmen Tiefdruckgebiete zunehmend Kurs auf's europäische Festland und bescheren uns dicke Wolkenbänke mit schauerartigen Regenwalzen. Doch es gehört zur Binsenweisheit, dass es kein schlechtes Wetter sondern allenfalls nur schlechte Kleidung gibt.

Foto: Herbstzeit am Naabtal-Radweg (Pielenhofen)

Nach extremen Dürre- und Hitzeperioden kommen kühlere Temperaturen und höhere Niederschlagsmengen der geschwächten Vegetation - insbesondere den Wäldern - zugute. Dies ist bitter nötig, da die Bäume in den letzten Jahren an akutem Trockenstress litten. Laut Experten stellt massiver Niederschlagsmangel die bedeutendste Auswirkung des Klimawandels auf das Waldwachstum dar.

 Waldzustandsbericht

Ein Drittel der Landesfläche Deutschlands (11,4 Millionen Hektar) ist mit Wald bedeckt, wobei die häufigsten Baumarten die Nadelbäume Fichte (25 Prozent) und Kiefer (23 Prozent), gefolgt von den Laubbäumen Buche (16 Prozent) und Eiche (11 Prozent) sind. 

Der Waldzustandsbericht ist eine bundesweit durchgeführte Waldzustandserhebung, bei der anhand einer Stichprobe von ca. 10.000 Bäumen der Vitalitätszustand des Waldes erfasst wird. Dabei wird in jährlichen Stichprobenerhebungen der Kronenzustand deutscher Wälder bewertet, um Veränderungen und Risiken zu erkennen, welche als Grundlage für wichtige Entscheidungen zum Schutz des Waldes dienen.

Der Kronenzustand der lebenden Bäume hat sich 2021 im Durchschnitt gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. Der Anteil der seit dem Vorjahr abgestorbenen Probebäume hat sich auf hohem Niveau stabilisiert. Eine Entwarnung ist aber nicht absehbar.

Die anhaltende Dürre in den Vegetationszeiten 2018 - 2020 führte verbreitet zum vorzeitigen Blattabfall. Bei der Fichte begünstigte sie die weitere Massenvermehrung von Borkenkäfern. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Absterberate nochmals gestiegen. Vor allem Bäume mit einem Alter von über 60 Jahren sind betroffen. Es sind nach diesen Borkenkäfer- und Dürreschäden seit 2018 etwa 380.000 ha wiederzubewalden. Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 

Waldzustandserhebung in Bayern, 2021 

Auch wenn das Wetter rauher und kälter wird und uns Wetterumschwünge mit Kaltfronten, Stürmen und Niederschlägen beschert, so sind es doch gerade die klimatischen Gegensätze die den Liebreiz der Goldenen Jahreszeit ausmachen. Die dritte Jahreszeit prunkt mit farbenprächtiger Vegetation sowie goldenem Herbstlaub und ist mit zahlreichen Feiern wie z.B. Halloween oder dem Erntedankfest traditionell tief verwurzelt. 

Genetisch bedingter Entfaltungsprozess

Frühling, Sommer, Herbst und Winter teilen das Leben der Menschen in wiederkehrende Zyklen ein. Jahreszeitlich bedingte Schwankungen charakterisieren die Grundprinzipien des Lebens, wonach sich die Natur ausrichtet. Bäume, Pflanzen und Sträucher folgen im Jahresablauf einem genetisch festgeschriebenen Entfaltungsprozess.

Der Herbst beschert uns die farbenprächtigste Jahreszeit. Ob er als ultimativ schönste Jahreszeit wahrgenommen wird, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Erste zaghafte Herbstverfärbungen - wie beispielsweise bei der Kupfer-Felsenbirne (Amelanchier lamarckii) - sind je nach Witterung bereits Anfang September zu beobachten. Der sommergrüne Strauch ist unter Hobbygärtner wegen seiner weißen Blüten, der kupferroten Blätter-Tönung, seiner prächtigen Herbstfärbung sowie schmackhaften Früchte als Zier- wie Nutzgehölz sehr beliebt. Zur herbstlichen Farbenpracht gehört auch der Vogelbeerbaum (Sorbus aucuparia), deren rote Beeren für Insekten, Vögel und Säugetiere eine wertvolle Futterquelle sind. Bis zum Winter hin verabschiedet sich der sommergrüne Baum mit einer furiosen Laubfärbung. Die Farbkomposition wird durch die beständigen Blüten der Einjährigen, des Sonnenhut-, Astern-, Eisenhut- und Silberkerzensortiments, der Dahlien und des Fruchtbehangs von Obst- und Zierobstgehölzen und Sträuchern noch bunter und reichhaltiger. Dazu gesellen sich noch braungelbe Linden, goldgelbe Kletterhortensien, knallrote Ahornbäume, wilder Wein und weinrote Ebereschen - allesamt Emporkömmlinge eines zauberhaften Naturspektakels.

Da Bayern ein nahezu unerschöpfliches Radtouren-Potential entlang an Seen, Flüssen bzw. durch großflächige Waldgebiete verfügt und überdies Mittelgebirge und die Voralpenregion mit grandiosen Bergpanoramen locken, sollte die Gunst der Zeit so oft als möglich genutzt werden mit dem Rad durch's farbenfrohe Landschaftsensemble zu gondeln bevor sich im November neblige Tristesse, diffuses Tageslicht und nasskaltes Wetter breit macht.

Das Naturschauspiel von dezenten Pastellfarben bis zu flammroten Feuertönen - besprenkelt mit wechselnden Licht-Schatteneffekten - verfehlt seine faszinierende Wirkung nicht. Braungelbe Linden, goldgelbe Kletterhortensien, herausstechend knallrote Ahornbäume, wilder Wein und weinrote Ebereschen spenden jedem Landschaftsgepräge ein unverwechselbares Antlitz. Je nach Art und Standort schwanken beim Ahorn die Töne von Goldgelb über feuriges Orange bis hin zu kräftigen Rot- und Purpurtönen. Den Schlußpunkt der Färber setzt u.a. die Rot-Buche (Fagus sylvatica), der Eisenholzbaum (Parrotia persica) und die Sumpf-Zypresse (Taxodium distichum). 

In die dritte Jahreszeit fällt auch die Apfelernte. Je nach Apfelsorte hängen die reifen Früchte manchmal bis weit in den November hinein an den Bäumen (obiges Bild wurde am 6. November im Fichtelgebirge aufgenommen). Das farbenprächtige Obst - umgeben von Raureif - könnte die krassen Kontraste dieser Jahreszeit nicht besser widerspiegeln.

Die Pflanzengattung der Kernobstgewächse umfasst bis zu 55 Arten laubwerfender Bäume und Sträucher, von denen einige Arten bzw. Sorten im Herbst purpurnes Laub tragen. Anmerkung: Wer sich in "freier Wildbahn" an unbehandeltem Obst erlabt, führt seinem Körper weit mehr gesunde und verwertbare Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zu, als dies künstlich (chemisch) hergestellte Vitaminpräparate (Nahrungsergänzungsmittel) jemals vermögen könnten.

In manchen Gegenden scheinen einem die Früchte in den Mund zu wachsen, wie das Bild oben zeigt (Falkenstein-Radweg). Umso mehr macht es in punkto Ökobilanz nachdenklich, wenn angesichts schadstoffbelastender Transportwege südamerikanische Äpfel gekauft werden, wo hierzulande jährlich hundertausende Tonnen Obst verrotten. 

Foto: Herbstgenuss auf neuen Relaxbänken am Naabtal-/ Fünf-Flüsse-Radweg (Pielenhofen)

Herbstimpressionen

Frühling, Sommer, Herbst und Winter – zuverlässig folgt eine Jahreszeit auf die nächste und gibt Tieren wie Pflanzen einen saisonalen Rhythmus vor. Dabei spiegelt der Wechsel der Jahreszeiten sich auch in menschlichen Genen wider, wie Forscher vom Diabetes and Inflammation Laboratory der Universität Cambridge festgestellt haben.

Wenn Petrus schlechte Laune hat, kann's schnell ungemütlich werden. Umso mehr, wenn man auf dem Rad quasi kalt erwischt wird und den Wetterkapriolen schutzlos ausgeliefert ist. Dann ist Schluß mit lustig. Regen, Kälte und Windböen können einem den Spaß an der Freud gründlich verderben. So mancher Radfahrer streicht dann endgültig seine Segel, d.h. die Saison ist für ihn gelaufen. Dabei ist raues Herbstwetter beileibe kein Grund, sich zu Hause zu verkriechen und Trübsal zu blasen. Ausgerechnet in einer Zeit, wo die Natur beginnt sich gewissermaßen aus dem "Ei zu pelen", wäre es ein unseliger Entschluss sein Gefährt winterfest einzumotten und voreilig das Handtuch zu werfen. Schließlich geht die Radsaison im Herbst nicht nur in die Verlängerung, sondern sie strebt einem Höhepunkt entgegen bei dem sich die Natur von der prunkvollsten Seite entpuppt.

Zweifelsohne kostet es Überwindung, sich aufzuraffen und den inneren Schweinhund zu überlisten, wenn's draußen kalt und nass ist. Doch wer sich des geläufigen Spruchs entsinnt, dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur falsche Kleidung" gibt, kapituliert deswegen nicht. Wer sich rechtzeitig auf die klimatischen Veränderungen einstellt, sich entsprechend kleidet und einige jahreszeitlich bedingte Punkte beachtet, vermag jedem Wetter ein Schnippchen zu schlagen. 

Selbstverständlich steht der Herbst nicht allein für Regen, Wind, Kälte und Einheitsgrau Pate - ganz im Gegenteil. Jedes Jahr vollzieht sich nämlich ein beeindruckendes Naturschauspiel, wenn sich die Blätter verfärben und die Landschaft abwechselnd in warmen Gelb-, Rot- und Brauntönen erstrahlt. Neben abgeernteten Feldern und umgepflügten Äckern ist die Landschaft von einer überschwänglichen Farbenpracht gekennzeichnet. Allen voran Baumarten wie der Spitz-Ahorn (weltweit gibt es rund 200 verschiedene Ahorn-Arten) und die Hainbuche leuchten überaus kräftig. Die Farbtöne reichen von Goldgelb über feuriges Orange bis hin zu kräftigen Rot- und Purpurtönen samt aller Übergänge und Farbverläufe. Der Rot-Ahorn (Acer rubrum) zählt hierzulande - a la Indian Summer im östlichen Teil Nordamerikas - zu den auffälligsten Hauptakteuren des herbstlichen Farbspektakels. 

Die Blätter des Essigbaums (Rhus typhina) verfärben sich von gelb zu leuchtend orange ins Rot bis sie schlussendlich braunrot werden, d.h. die Pflanze leuchtet im gesamten Herbstfarbenspektrum.