WeltKultTour 2017

Die Jubiläums-WeltKultur-Teilnehmer ließen sich von Regenradar-Meldungen nicht entmutigen und reagierten auf die negativen Wetterszenarien sehr flexibel. Dank Zeiten übergreifender Vernetzung wurden Starttermine mittels WhatsApp einfach verschoben, um sich an lokalen Regenschauern vorbei zu mogeln.


Die VCR-Mannen inkl. "Quoten-Dame hoch motiviert an der Startlinie. 

So kam es, dass der Fährmann in Weltenburg seit Bestehen der WKT die häufigsten Überfahrten hatte, weil versprenkelte Gruppen im Zeitfenster von 4 Stunden in Staussacker am Donauufer anlandeten. 

Wie so oft sollten alle Wetterprognosen-Apps Unrecht behalten. Bis auf ein paar Regentropfen blieb es den ganzen Tag trocken. Vor allem für jene, die ihren Start kurzerhand um 1-2 Stunden auf später verschoben. Dank WhatsApp verabredeten sich viele Teilnehmer untereinander und legten individuelle Starttermine fest. 

Wahrlich keine Selbstverständlichkeit: Kompliment für die spontane Hilfsbereitschaft der Feuerwehr Viehhausen, die einem Fahrer mit irreparablen Defekt aus der Patsche half und ihn kurzerhand im Dienstfahrzeug ins Zielgelände beförderte. Herzlichen Dank!

Der Veloclub Regensburg räumte den ersten Preis des teilnehmerstärksten Vereins ab, dessen 29 Fahrer insgesamt 4 225 km abspulten. Auf den Plätzen 2 und 3 folgten der Patenverein SV Lupburg (37 Starter, 3 580 km) und das Team Minikin (14 Starter, 1 860 km).

Bereits am Samstag ging bei bester Stimmung der AOK-Familientag über die Bühne. Landrätin Tanja Schweiger - Schirmherrin der Jubiläumsveranstaltung - ließ es sich nicht nehmen, abermals den Startschuss für die schönen Landkreis-Rundtouren zu geben.

Bambinis, Kids und Teens konnten ihre überschüssige Energie auf den drei angebotenen Strecken nach Herzenslust los werden. 

Verpflegungsstation Eilsbrunn: das "schlimmste" - die giftige Kühschlag-Rampe bei Schönhofen - hat man hinter sich gebracht.  Nun stellt sich nur noch die zweite Hälfte des Eilsbrunner Berges sowie der steile Stich nach Viehhausen in den Weg, bevor das Streckenprofil gezähmt ausläuft. 

Altersgrenzen gibt es bei der WKT weder nach unten noch nach oben. 

Mittlerweile Kult: beim Emfpangzelt wird jedem Ankömmling persönlich für die vollbrachte Leistung gratuliert.

Und hier ein besonders zäher "Knochen", der die 205 km Marathonstrecke einfach mal so mit dem Mountainbike erfolgreich absolvierte. Chapeau!

Lisa Althammer - erste <Miss Welt-Kult-Tour> hatte auf ihrer 125 km Runde mit den Extrem-Radsport-Begleitern Rainer und Bernhard Steinberger - besser bekannt unter dem Pseudonym <Steinberger Briada> ihren Heidenspaß. Wobei sich der Spaß auf Gegenseitigkeit bezog. Auf die Frage, ob sie nächstes Jahr wieder dabei ist kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen: klaro, diesen Fun auf der Radtour lass ich mir nicht entgehen.

Für den Begleitservice und die entegengebrachte Geduld, ausnahmsweise in Wohlfühlgeschwindigkeit nicht an der Führungsspitze zu radeln, wurde von Vorstandsgattin Gudrun Lammel eine Rose überreicht.

An Leckereien mangelte es wahrlich nicht. 

Die Freude über zwei Fässer Freibier steht den Teilnehmern ins Gesicht gemeißelt.

Ende gut alles gut. Auch die fleißige Helfermannschaft hatte sichtlich ihren Spaß.

Pressekonferenz zur 10. Welt-Kult-Tour

Die 10. Welt-Kult-Tour Regensburg feiert am 9./10. September runden Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums wurde bei der Pressekonferenz im Schalander der Regensburger Traditionsbrauerei Bischofshof ein ganzes Maßnahmenbündel an Neuigkeiten verkündet. So werden die diesjährigigen Strecken ab Kelheim erstmals entgegengesetzt des Uhrzeigersinns gefahren, womit sich sowohl der Streckencharakter als auch das wahrgenommene Landschaftsbild grundlegend verändert. 

Lisa Althammer - das Gesicht der Jubiläums-WeltKultour

Lisa Althammer wurde von einer vierköpfigen Jury zur ersten <Miss Welt-Kult-Tour> gewählt und bekam bei der Pressekonferenz vom Vereinsvorstand Peter Lammel einen Blumenstrauß überreicht. Neben der einjährigen kostenlosen Mitgliedschaft in Regensburgs größtem Radsportverein erhielt die sympathische Dame ViP-Startplätze beim Arber-Radmarathon sowie zur 10. Welt-Kult-Tour. Die frisch gekürte <Miss Welt-Kult-Tour> genießt am 10. September überdies das Privileg, mit den Extrem-Radsportlern Rainer und Bernhard Steinberger - die von ihr gewählte 100 km gemeinsam zu fahren. 

Highlight: der Abt der benediktinischen Klostergemeinschaft, Thomas Maria Freihart sowie der Geschäftsführer des Klosterbiergartens sagten zu, dass die Verpflegungsstation im Kloster Weltenburg aufgebaut wird. Neben der Auswahl vieler leckeren Energiehäppchen wird es auch heiße Weißwürscht mit Brezen sowie frisch gezapftes Bier geben. Vorfreude ist also mehr als berechtigt. 

Bild oben. v.L.: Wolfgang Böhm (Bischofshof), Armin Wolf (Sportstimme Ostbayerns) , Lisa Althammer (Miss Welt-Kult-Tour), Peter Lammel (Vorstand Biketeam Regensburg), Markus Dawo (Markenbotschafter)

Aufgrund wachsenden Zuspruchs wurde das Teilnehmerlimit für den AOK-Familientag von 300 auf 500 Teilnehmer herauf gesetzt. Für die Welt-Kult-Tour bleibt dagegen das bisherige Limit auf 1200 Teilnehmer bestehen. Dies ist im wesentlichen dem Qualitätsstandard geschuldet, um weiterhin eine reibungslose Durchführung und familiäre Atmosphäre zu gewährleisten. 

Die diesjährige Schirmherrin des AOK-Familientags, Landrätin Tanja Schweiger rühmte die Radsportveranstaltung schon letztes Jahr als sportliches Aushängeschild für die Stadt, den Landkreis und der Oberpfalz. Dementsprechend ist das mit Herz und Seele organisierte Event aus der Region nicht mehr weg zu denken.

Radsportler aus Nah und Fern dürfen sich zur Jubiläumsveranstaltung auf die 5 beschilderten Rundtouren von 60 bis 205 km quer durch's wellige Regensburger- und Kelheimer Umland freuen. Schirmherrin für die Welt-Kult-Tour ist Regensburgs Bürgermeisterin Frau Gertrud Maltz-Schwarzfischer. 

Bleibt zu hoffen, dass Petrus schönes Spätsommerwetter auspackt, damit die Veranstaltung sprichwörtlich unter einem guten Stern steht.

Los geht's am Samstag mit dem AOK-Familientag, wo Bambinis, Kids und Teens als Hauptdarsteller im Mittelpunkt standen. Je nach Alter und Leistungsvermögen kann aus drei beschilderten Routen gewählt werden, die dem Filius am meisten Spaß verspricht. 

Highlights im Jubiläumsjahr 2017

  • 1. Miss Welt-Kultur-Tour - Lisa Althammer - wird gekürt
  • Cheerleader am Start
  • Jubiläumsstrecken ab Kelheim entgegengesetzt im Uhrzeigersinn
  • Attraktivere Streckenführung der 100 km Distanz
  • Verpflegungsstation im Klosterbiergarten Weltenburg
  • Jubiläumstrikot zum Hammerpreis
  • Klosterbrotzeit für 1 €
  • Trikot-Satz im Wert von 600 € für Gruppen ab 10 Teilnehmer zu gewinnen
  • Teilnehmer der Marathonstrecke erhalten ein Kettenspray, Porta-Prätoriia-Bier und -Senf

Auch neu: sportlicher Firmen- und Teamwettkampf (bewältigte Kilometer der Gruppen werden addiert) und jene Teams mit den meisten Kilometern prämiert sowie in einer ewigen Bestenliste veröffentlicht.

Weitere Infos zur Welt-Kult-Tour im TVA-Video-Clip

WeltKultTour 2016

371 Teilnehmer verteilten sich beim AOK-Familientag wie folgt:

  • 17 km 112 (30.2%) - davon 56 Kinder/Jugendliche
  • 24 km   93 (25.1 %) - davon 37 Kinder/Jugendliche
  • 42 km 166 (44.7 %) - davon 68 Kinder/Jugendliche

Der Mädchen/Frauenanteil lag bei 40.2 %.

    Die Grundgesamtheit der 806 Teilnehmer verteilte sich bei der WKT wie folgt:

    • Fitnesstour, 60 km  104 (12.9%) 
    • Funsportrunde, 100 km   207 (25.7%)
    • Hart-aber Herzlich-Tour, 125 km   257 (31.9%)  
    • Welt-Kult-Tour, 175 km  123  (15.3%) 
    • Bischofshof-Freundschaftstour, 205 km  115 (14.3%) 

    Knapp 58 % aller Teilnehmer wählten mit der 100 und 125 km Strecke die goldene Mitte. Knapp  30% gaben den anspruchsvolleren Strecken (175/205 km) den Vorzug. Der Frauenanteil lag bei 27.4%.

    WeltKultTour 2015


    Das beliebte Breitensport-Event ruft sogar Profisportler auf den Plan wie die Teilnahme des ProContinental-Profis und Tour-de-France-Teilnehmer Andreas Schillinger vom Team Bora-Argon 18 zeigt. Bernhard Steinberger - Europameister und Ultracycling Sieger des Race Around Ireland, AK-Weltmeister im Ultra-Radmarathon und 24 Stunden Sieger von Kelheim (2008) - sein Bruder Rainer, 2016 Sieger der Ultracycling Weltmeisterschaft, des Glocknerman und Rad am Ring (Nürburgring), Weltklassetriathletin Sonja Tajsich und der vierzehnfache Weltmeister Gerd Schoenfelder (erfolgreichster Athlet der Paralympics) zählen zu den altbekannten Gesichtern der WKT.  

    2015 gab es  einen echten Paukenschlag. Kein geringerer als ProContinental-Fahrer und Tour-de-France-Teilnehmer Andreas Schillinger bekam von seinem Zweitdivisionär-Team Bora-Argon 18 grünes Licht für die Teilnahme an der Welt-Kult-Tour (2015). Andreas Schillinger, der 32 Jahre alte Oberpfälzer aus Kümmersbruck (Landkreis Amberg-Sulzbach) kam beim Prestigeklassiker Paris-Roubaix (12.04.2015) mit nur 31 Sekunden Rückstand auf den Sieger John Degenkolb zeitgleich mit dem Top-Favoriten Alexander Kristoff (Norwegen) als 16. ins Ziel. Mit dieser Topleistung war Schillinger zweitbester deutscher Profi und bestplatzierter Fahrer eines der sieben Zweitdivisionäre, die per Wildcard starten durften. Abgesehen davon stand der Oberpfälzer im Fahreraufgebot der Bayern-Rundfahrt und startete 2015 in Regensburg

    Bild rechts: der armamputierte Gerd Schoenfelder unterwegs im Naabtal. 

    Andreas Schillinger

    Sonja Tajsich 

    Gerd Schoenfelder

    Bernhard und Rainer Steinberger

    Denise Schindler (Paracycling-Klasse C3, Silber- und Bronzemedaille 2016 in Rio)

    Auch, oder gerade weil es sich um eine radtouristische Veranstaltung und kein Rennen handelt bietet sich die WKT zum Saisonabschluss zu einer locker-flockigen Trainingseinheit durch die kupierte Naturlandschaft des Bayerischen Jura an. 

    Die Breitensportveranstaltung ist als radtouristische Veranstaltung deklariert, bei der ausnahmslos die Straßenverkehrsordnung zu beachten ist. 

    Eine Hitzeschlacht steht in der dritten Jahreszeit normalerweise kaum zu befürchten. Gleichwohl kann es frühmorgens empfindlich kalt und neblig sein. Bei (nass-) kaltem Wetter gehören eine zusätzliche Textilschicht, lange Handschuhe, Arm- Beinlinge, Helmmütze, Regen- bzw.  Softshell-Jacke ins Marschgepäck. 

    Oben: Biketeam-Fahrer Sepp hatte zur 8.WKT in ProConinental-Profi Andreas Schillinger seinen Meister gefunden.

    Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: man könnte vermuten Rainer Steinberger hat im unteren Rahmendreieck einen Akku a la Fabian Cancellara versteckt. Fehlenanzeige -  der angebrachte Kunststoffbehälter dient dem Flüssigkeitstransport.

     Rahmenprogramm

    Beim AOK-Familientag schlägt am Samstag (ab 13.00 Uhr) den großen "Kleinen" ihre Stunde. Es ist DER Radspaß für die ganze Familie! 40 km bzw. 15 km stehen zur Wahl. Pommes und Eis bei Mc Donalds, Pokale, Rosen für Mamis, und dann ab in die Hüpfburg. Trikots können käuflich erworben werden. Rasch anmelden, denn die 500 Startplätze am Familyday gehen weg wie warme Semmeln. Die Startgebühren der Kinder werden für einen Wohltätigkeitszweck gespendet.

    Nach schweißtreibender Kurbelarbeit erwartet die Teilnehmer im Ziel Ramba-Zamba mit Liveband, Ehrung der teilnehmerstärksten Vereine und Firmen sowie eine reichhaltige Auswahl leckerer Speisen und Getränke. Beste Gelegenheit die Radsaison tiefenentspannt ausklingen zu lassen.

     

     

     

     

    Für einen geringen Obolus gibt es ein opulentes Frühstücksbuffet.
    In der frühherbstlichen Jahreszeit ist in den Morgenstunden mit einstelligen Temperaturen und Nebelschwaden zu rechnen. Softshelljacke, Windstopper, Arm- Beinlinge, Regenhaut und Handschuhe sind angebracht. Wie bei radtouristischen Veranstaltungen üblich, ist die Straßenverkehrsordnung ausnahmslos einzuhalten. Sollte Tagesform, Wetter oder technischer Defekt einem einen Strich durch die Rechnung ziehen, kann an den entsprechenden Verzweigungspunkten problemlos abkürzen.

     

    Labe Eilsbrunn

    Radsport verbindet. Bild unten: die Gäste vom Union RadClub Stöger Raika Ebbs (Tirol) nehmen nicht nur seit Jahren an der Welt-Kult-Tour teil, sondern unter den Vereinsmitgliedern beider Vereine entstanden persönliche Freundschaften. Dementsprechend finden auch Gegenbesuche vom Biketeam Regensburg in Tirol statt, wo z.B. am Ebbser Gaudirace teilgenommen wurde.

    Selbst unter angreisten Tirolern ist die WKT mittlerweile populär. Kohlenhydratnachschub wie das süffige Bischofshof-Weizenbier scheint unseren alpenländischen Nachbarn genau so gut zu schmecken als den einheimischen Sportskollegen.

    Auch dieses Mal haben die Tiroler in Sachen Pokale und Sponsorengeschenke wieder kräftig abgeräumt. Im Bild von links: Rainer Steinberger, Mario Renner, Bernhard Steinberger, Luka Renner und Andreas Schillinger. 

      Welt-Kult-Tour Regensburg 2015 


    Das  Biketeam Regensburg - Ausrichter der Welt-Kult-Tour - scheint überirdische Kontakte zu Petrus zu pflegen. Anders ist der glückliche Umstand kaum zu erklären, dass Samstag vormittag Regentropfen vom Himmel fielen, während rechtzeitig zum AOK-Familien-Start die Sonne schien und den 300 Teilnehmern schönstes Spätsommerwetter bescherte. Ein gutes Omen, weil die Einweihung des neu angeschafften Start-Zielbogen symbolträchtig von Gottes Gnaden optimal in Szene gesetzt wurde. Auch am Sonntag herrschten für 1 000 Radsportler bei 25 Grad und Windstille ideale Bedingungen was zu einem Gutteil für einen Teilnehmerrekord sorgte. Ein anrückendes Tiefdruckgebiet hielt sich bis abends vornehm zurück - besser hätte das Wetter-Timing nicht sein können. Die Schirmherren, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs und Landrätin Tanja Schweiger begrüßten um 7.25 Uhr das Starterfeld und rühmten die Radsportveranstaltung als sportliches Aushängeschild für die Stadt, den Landkreis und der Oberpfalz. Kaum zu glauben, aber Radprofi Andreas Schillingernahm erstmalig in seiner Radsport-Karriere an einer RTF teil, was ohne Umschweife als Ehre für die Welt-Kult-Tour zu werten ist. Nach Zielankunft des "Sieger-Quartetts" der 205 km langen Marathonstrecke bekundete der 32 jährige ProContinental-Fahrer und Tour-de-France-Teilnehmer vom Zweitdivisionär-Team Bora-Argon 18im Interview, dass seine Teilnahme ursprünglich als "lange Trainingseinheit" zur finalen Vorbereitung der Straßen-Weltmeisterschaften in Richmond/Virginia (USA, 20. bis 27.09.) gedacht war. Obwohl er wider Erwarten vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) nicht ins Aufgebt der Nationalmannschaft berufen worden war hielt er Wort und nahm an der Welt-Kult-Tour teil. Gegen Titelkandidaten wie Tony Martin (30/Cottbus/Etixx-Quick Step) und John Degenkolb (26/Gera), oder Top-Profis wie Johannes Fröhlinger (30/Gerolstein), Simon Geschke (29/Berlin/alle Giant-Alpecin), Andre Greipel (33/Rostock/Lotto-Soudal), Christian Knees (34/Bonn/Sky), Nikias Arndt (23 Jahre/Buchholz/Giant-Alpecin), Paul Martens (31/Rostock/Lotto-NL Jumbo), Marcel Sieberg (33/Castrop-Rauxel/Lotto-Soudal), Paul Voss (29/Rostock/Bora Argon 18) hatte Andreas Schillinger beim Auswahlverfahren nur geringe Chancen zumal krankheitsbedingt überzeugende Resultate in letzter Zeit fehlten (beendete z.B. aufgrund eines Infekts die Tour de France vorzeitig). 

    Trotzdem bereute er die Teilnahme an der Welt-Kultur keineswegs, ganz im Gegenteil. Der Profisportler genoss es sichtlich, endlich mal druckbefreit nicht auf Teufel komm raus um jeden Millimeter fighten bzw. strikt nach Trainingsplan-Vorgaben kurbeln zu müssen. Entgegen üblicher Renngepflogenheiten wo der Energienachschub hastig im Vollgasmodus geschieht wurden nun stressfrei Verpflegungsstationen angesteuert, gemütlich Kaffee getrunken und feiner Kuchen verzehrt. Für einen Profi wie Andreas Schillinger eine absolut neue Erfahrung, was für jeden Hobby-Radler indes zur genüsslichen Selbstverständlichkeit zählt. Erstmals hatte der Radprofi Gelegenheit den Kosmos des Breitensports hautnah kennenzulernen. Aber auch umgekehrt nutzten etliche Teilnehmer die Chance, mit dem Pro ungehemmt ins Gespräch zu kommen. Angesprochen auf die Frage, ob sein Debüt bei dem Breitensportevent eine Eintagsfliege bleiben würde, gab er zu Protokoll, dass ein weiterer Auftritt bei dem landschaftlichen Hochkarräter wie der Welt-Kult-Tour durchaus denkbar ist - sofern das Wetter passt. Da dürften einige Stoßgebete in der Vorstandsschaft um Peter Lammel nötig sein, um Petrus gnädig zu stimmen.

    Sportliche Ziele: Schilli, wie er von seinen Freunden genannt wird besitzt exzellente Allroundqualitäten. 2016 erhofft er sich die eine oder andere Top-Ten-Platzierung in einem UCI-WorldTour-Klassiker. Am liebsten bei den sogenannten fünf „Monumente des Radsports“ Mailand–Sanremo, Flandern-Rundfahrt, Paris–Roubaix, Lüttich–Bastogne–Lüttich oder Lombardei-Rundfahrt. Dass das Ziel von der Wirklichkeit nur mehr eine Radlänge voneinander entfernt liegt, beweist sein beachtlicher 16. Rang als zweitbester Deutscher nach dem Sieger John Degenkolb beim Prestige-Klassiker Paris-Roubaix. Mit 73 kg und 1.89 m Größe bringt der Modellathlet ideale physische Voraussetzungen eines Klassikerjägers mit.

    Da der sympathische Oberpfälzer aus Kümmersbruck keine Spur von Starallüren zeigte, konnte jeder Hobby-Fahrer mit ihm in Zweierreihe ein nettes Pläuschen halten. Allerdings wurde nach der Fährüberquerung in Eining Dampf gemacht, so dass ihm nur noch zwei Lizenzfahrer des Velo-Clubs Regensburg und Extremsportler Rainer Steinberger(4.Platz Gesamt beim härtesten Eintagesrennen der Welt -Race Across the Alps (RATA, 533 km/ 14.000 hm) und 1.Platz beim Race Around Slovenia (1250km/13800 hm im Zweier Team) folgen konnten. Dass sich der Autor in dem Elite-Quartett als windschattengeschütztes fünftes (Wagen-) Rad verzweifelt die Lunge aus dem Leib fuhr um packende Action-Bilder einzufangen sei nur am Rande erwähnt. Der grenzwertige Einsatz am Rande der Leistungsfähigkeit gewährte im Gegenzug faszinierende Einblicke über die professionelle Fahrweise mit blitzschnellen Fahrmanövern. Obwohl Bernhard Steinberger - frisch gebackener Europameister - noch das Race around Ireland(2 160 km / 23 000) hm) gehörig in den Beinen steckte, trudelte der Ultraradmarathonspezialist nur wenige Minuten nach den Schnellsten im Ziel ein. Sich Zeit nehmen und die Tour in vollen Zügen zu genießen - dem leisteten die Biergartentemperaturen Vorschub. Nicht ohne Grund traf man im Zielbereich reihenweise auf strahlende Gesichter. Rückmeldungen der Teilnehmer fielen einhellig aus: jeder lobte die Top-Organisation und die überschwängliche Verpflegung, denn Schmalhans ist bei der Welt-Kult-Tour beileibe nicht der Küchenmeister. Damit alles wie am Schnürchen klappt, sind immerhin über 200 ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Natürlich spielte das Wetter eine entscheidende Rolle. Wie bemerkte 2 Wochen zuvor Jan Ullrich beim Ötztal-Radmarathonin Sölden: wer heute nicht radelte ist selber Schuld, was glücklicherweise auch für die WKT zutraf. Bei Musi, Speis und Trank leerten sich deshalb die voll besetzten Bierbänke erst allmählich in der lauen Abendsonne.