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Regental-Radweg - Die faszinierende Bayerwaldmagistrale

Willkommen im »Arberland« (Landkreis Regen)

Streckenverlauf (67 km): Krailing → Fichtental → Viechtach → Fernsdorf → Patersdorf → Kaikenried → Altenmais → Metten → Regen → Schweinhütt → Dreieck → Zwiesel → Ludwigstal → Regenhütte → Seebachschleife → Bayerisch Eisenstein (Ziel)
Nachdem auf der Bahntrasse die Landkreisgrenze und zugleich auch die Bezirksgrenze Oberpfalz / Niederbayern - überschritten (KM 99.5; 456 m ü.NN.) wurde, radelt man 67 km durch den schönen Landkreis Regen, der die touristische Bezeichnung 'Arberland' trägt. Die finale Etappe durch das Arberland, schließt den landschaftlichen Spannungsbogen des Regental-Radwegs und erreicht im Schlussabschnitt seinen fesselnden Höhepunkt.
Bahnrassenradeln - selbstvergessenes Cruisen mit der Leichtigkeit des Seins
Die ehemalige Bahnstrecke Blaibach-Viechtach, die von 1928 bis 1993 in Betrieb war, wurde nach der Streckenstillegung zu einer der schönsten Bahntrassen-Radwege Bayerns umgewidmet. Viele Familien- Genussradler und ebiker schätzen seitdem das abgeschiedene Naturhighlight und erfreuen sich über das 14 km lange Teilstück, das die Bayerwaldmagistrale - sprich den Regental-Radweg - signifikant aufwertet. Umso tiefer man in den Bayerischen Wald vordringt, desto urwüchsiger erscheint die schwach besiedelte Gegend. Der feingekieste, wassergebundene Belag mindert den Rollwiderstand, wobei die nivellierte Steigung von 1 - 2 % (KM 95-101) und das sanfte Gefälle kaum wahrnehmbare Kraftanstrengung erfordert. Umsäumt von Fichten-, und Tannenwäldern „cruist“ man in sauerstoffreicher Luft dem Scheitelpunkt in Höhe des ehemaligen Bahnhaltpunkts Krailing auf 488 m.ü.NN. entgegen, worauf - bis auf eine kleine Welle von 22 hm - das Höhenlevel bis Viechtach wieder auf 410 m ü.NN. abfällt.
Radeln auf historischen Eisenbahntrassen - umgeben von unberührter Naturlandschaft - fördert die Entspannung und letztlich die Balance vom stressgeplagten Alltag. Wer dazu noch seinen inneren "Tempomat" auf entschleunigten Wohlfühlmodus dimmt, kann seine Sinne in Ruhe schweifen lassen und dabei reichlich Energie schöpfen. Die achtsame Wahrnehmung der Landschaft, die bewusste Auseinandersetzung mit der Kultur und „Heimatgeschichte“ der Bevölkerung sowie Wissbegierde an der Bahnhistorie auf dessen Spuren man wandelt, bereichert eine Radtour ungemein. So bitter Bahnstreckenstilllegungen aus Wirtschaftlichkeitsgründen auch sein mögen (in den 70 er, 80er und 90 er Jahren wurden jährlich durchschnittlich 400 km Schienenweg wegrationalisiert) – leistet der Radtourismus vor allem in ländlichen Räumen einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität.
Dr. Achim Bartoschek - Betreiber Deutschlands populärster Bahntrassenradwege -Plattform - gilt gemeinhin als ausgewiesener Fachexperte für Radwege auf stillgelegten Eisenbahntrassen. Sein Statement zu dem Bahntrassen-Radweg von Blaibach/Kreuzbach nach Viechtach: "Nicht so lang wie der benachbarte Donau-Regen-Radweg, aber genauso schön ist der Bahntrassenabschnitt des Regental-Radwegs mit einem leicht hügligen Profil". Bemerkenswert, dass er den Donau-Regen-Radweg deutschlandweit nicht nur zur persönlichen Top-Favoriten-Liste zählt, sondern diesen zusätzlich mit dem höchsten "Scoring" (4 Fahrradymbole/Sterne) auszeichnete. Der 14 km lange Bahntrassenabschnitt des Regental-Radwegs erhielt immerhin (3 Fahrradymbole/Sterne).

Rund 4.5 km nach Beginn der Bahntrasse wird zum dritten - und zugleich zum letzten Mal - die Landkreisgrenze überschritten (KM 99.5; 456 m ü.NN.). Die Landkreisschilder markieren aber auch die Bezirksgrenze der Oberpfalz und Niederbayern. Nun verlässt man den Naturpark Oberer Bayerischer Wald und taucht ins verheißungsvolle Arberland ein (Landkreis Regen).

Nur wenige hundert Meter nach dem Landkreisübertritt wird in einer Waldlichtung der ehemalige Bahnhaltebpunkt Lehen passiert. Überhaupt verlocken im weiteren Verlauf Sitzgelegenheiten und Rastplätze zum Absteigen und Innehalten, dazu säumen Kinderspielplätze, Wetterschutz-Pavillons und Infotafeln die Wegstrecke.

Sobald bei Krailing die Waldpassage verlassen wird, weitet sich das Blickfeld auf das geschwungene Landschaftsrelief mit seinen Bayerwaldgipfel.

Bahntrassen-Radwege vereinen viele Vorteile. Besonders Kinder kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Können sie doch zum einen nahezu steigungsfrei und verkehrsfrei kurbeln und sich auf den Rastplätzen nach Lust und Laune austoben. Vorsicht ist einzig an den Straßenquerungen geboten (vorfahrtsberechtigter Verkehr).

Schon von weitem fällt das ehemalige Bahnhofsgebäude Fichtental mit seinem roten Fassadenanstrich auf. Der ehemalige Bahnhof wurde behutsam restauriert.

Ohne Zweifel sind nivellierte Bahntrassen für Radwanderer das Höchste.
So sanft wie es bergan ging, so locker gleitet vom Scheitelpunkt hinab nach Viechtach (358 m.ü.M.) wo am Viechtacher Bahnhof (Waldbahn) (KM 111) der wunderschöne Bahntrassen-Radweg nach "Prellbock-Manier" abrupt endet. Unvermittelt sieht man in einer ungewöhnlichen 17% steilen Rampe konfrontiert. Erste Vorboten, dass die Topographie für Radfahrer die Daumenschrauben anzieht.
Viechtacher Land
Das Viechtacher Land ist vom bergigen Landschaftscharakter geprägt. Hier verbirgt sich rund um Sankt Englmar, Neukirchen, Schwarzach, Kollnburg, Achslach, Rattenberg und Konzell das größte zusammenhängende, markierte Mountainbikenetz (400 km ) des Bayerischen Waldes.

Viechtach (8.060 Einwohner) liegt an einer idyllischen Talschleife des Schwarzen Regen. Eingezwängt zwischen zwei Hauptkämmen des Bayerischen Waldes zeichnet sich der staatlich anerkannte Luftkurort durch ausgesprochen mildes Klima aus, weswegen die Stadt ein beliebter Ferienort des Bayerischen Waldes ist. Der Stadtplatz ist mit seinen Straßencafes, Eisdielen und Biergärten ein beliebter Anlaufpunkt. Herausragende Sehenswürdigkeiten sind die, Stadtpfarrkirche, die „Gläserne Scheune“ und das Kristallmuseum.
Das geologische Naturschauspiel - der so genannte "Pfahl" - eine kristalline Verwerfung die sich über den gesamten Bayerischen Wald erstreckt - sollte man sich bei Viechtach nicht entgehen lassen.
Der Bayerische Pfahl
Der Bayerische Pfahl ist eines der auffälligsten geologischen Naturdenkmäler Bayerns. Wie eine bloßgelegte Wirbelsäule ragt er aus dem Erdboden heraus. Als geradliniger Quarzgang-Zug, erstreckt sich der Pfahl durchquert als uralte Bruchlinie über 150 km von Nabburg in der Oberpfalz bis nach Passau durch das nordostbayerische Grundgebirge und weiter bis in das oberösterreichische Mühlviertel bis kurz vor Linz. Über 10 Schutzgebiete bewahren seit Mitte des 20. Jahrhunderts dieses Naturerbe, wobei die wichtigsten Gebiete in das Natura 2000 Netz der Europäischen Union aufgenommen wurden.
Der Naturpark Bayerischer Wald hat im Alten Rathaus von Viechtach eine Pfahl-Infostelle mit Dauerausstellung eingerichtet. Hier erfährt man Wissenswertes rund um das Thema Pfahl: Landschaft und Lebensräume, Tiere und Pflanzen, Entstehungs- und Nutzungsgeschichte, Pfahl-Sage, Burgen und Schlösser bis hin zu einer Steinbruch-Inszenierung. Über 10 Schutzgebiete bewahren seit Mitte des 20. Jahrhunderts dieses Naturerbe, wobei die wichtigsten Gebiete in das Natura 2000 Netz der Europäischen Union aufgenommen wurden.
Zwischen Viechtach und Bad Kötzting liegt der waldumsäumte Höllensteinsee im wildromantischen Tal des Schwarzen Regen. Der Höllensteinsee entstand in den Jahren 1923 -1926 durch den Bau des Höllenstein-Kraftwerkes. Zum Zwecke der Stromerzeugung wurde der "Schwarze Regen" auf einer Länge von 5,6 km aufgestaut, wodurch sich das erholsame Kleinod umgeben von herrlicher Naturlandschaft herausbildete.

Ab Viechtach verändert sich der bisherige leichte Streckencharakter schlagartig. Da die Route bis zur Kreisstadt Regen das flache Regental verlässt, fordert das bergige Streckenprofil unweigerlich seinen „Schweißtribut“. Höhen-Aufzeichnungen belegen schwarz auf weiß, dass auf dem 30 km langen Streckenabschnitt zwischen Viechtach und Regen immerhin 750 hm gesammelt werden.
Über Fernsdorf (591 m.ü.NN.) gelangt man über weitflächige grüne Wiesen und Tannenwälder nach Patersdorf (511 m.ü.NN.).

Nach einer bewaldeten Trailabfahrt ist alsbald die Mühle Pratersdorf (468 m.ü.NN.) erreicht.

In Patersdorf zweigt der Waldbahnradweg ab, der über Ruhmannsfelden -Gotteszell - Grafling bis nach Deggendorf das Regental mit dem Donautal verbindet. Dort besteht Anschluss an den Donauradweg und den Isarradweg. Der Waldbahnradweg verläuft parallel zur Waldbahnstrecke Plattling/Deggendorf - Bayer. Eisenstein, wodurch die Radtour mit einer Bahnfahrt kombiniert werden kann. Entscheidend ist die Fahrtrichtung: hinab ins Donautal ist die Route wesentlich einfacher zu fahren als in entgegengesetzter Richtung.

Die Talsohle der Mühle Pratersdorf (468 m.ü.NN.) markiert den Beginn des knackigen Anstiegs bis zu 20% Steigung. Dieser Abschnitt ist der anspruchsvollste Teil des gesamten Regental-Radwegs. Senioren bzw. Freizeitradler mit konditionellen Defiziten können bzw. sollten auf Akku-Anschiebhilfe setzen, denn E-Bikes helfen einem sprichwörtlich über den Berg.

Bis zur 5 km entfernten Ortschaft Altenmais wird das Hochplateau auf 690 m.ü.M. erklommen. Da zwischendurch auch Gefällstrecken dazwischenliegen konzentrieren sich allein auf diesen Kernabschnitt über 300 Höhenmeter.

Einen Vorteil hat der Schwenk hinauf ins dünn besiedelte Hochland allemahl - man radelt in unberührter Natur in reiner Luft und genießt die Ruhe und Einsamkeit. Zeitweise erschließen sich nur Tourenradlern bzw. Wanderern solch abgelschiede Regionen, die fern vom lästigen Straßenverkehr und Alltagstrubel liegen. Dazu entschädigen die kräftezehrenden Berganstiege mit beeindruckenden Panoramablicken.

Von der Höhenlage des Bayerischen Waldes geht es nun bergab Richtung Regental.

Bayernbike auf Recherchetour unterwegs
Auf rasenten Abfahrten wird die potentielle Energie in (kinergetische) Bewegungsenergie umgewandelt. Schwupp di wupp ist man wiederum im Regental und erreicht die Kreisstadt Regen. Auf der Eisenbahnbrücke (Bild) verläuft die Bahnstrecke Plattling–Bayerisch Eisenstein (Bayerische Waldbahn) genannt, die das Donautal mit dem Bayerischen Wald und grenzüberschreitend den Böhmischen Wald verbindet.

Die Stadt Regen (536 m.ü.NN.) ist Kreisstadt und zugleich wirtschaftliches Zentrum des Landkreises (10 855 Einwohner). In einer gepflegten Parkanlage spannt eine harmonisch ins Landschaftsbild passende Holzbrücke den Bogen über den Regen. Entlang des Regen führt der Weg im Grüngürtel wieder aus der Stadt hinaus.

Burgruine Weißenstein
Die Burgruine Weißenstein mit ihrer exponierten Lage auf einer der höchsten Erhebungen des Pfahls (750 m.ü.M.) zählt zu den bedeutendsten und größten Burganlagen des Bayerischen Waldes. Die Burg wurde etwa in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts an zentraler Stelle am Handelsweg von der Donau nach Böhmen von den Grafen von Bogen als Ministerialsitz errichtet.

Stadtauswärts führt die Route von Regen entlang eines Promenadestrands zu einem idyllisch gelegenen Stausee. Sitzbänke laden in dieser landschaftlich reizvollen Umgebung mit Baumalleen zum „Innehalten“ ein. Auf einer Waldpassage entlang des Stausees kann man medidativ seinen Sinnen freien Lauf lassen.

Nachdem der Stausee auf einer Holzbrücke und die B 11 überquert ist beginnt der letzte längere Anstieg nach Schweinhütt (100 hm). Anschließend rollt anfangs leicht wellig dann sanft abwärts entspannt der 750 Jahre alten Stadt Zwiesel (10 350 Einwohner, 585 m.ü.NN.) entgegen.
Ferienort Zwiesel

Eine Stippvisite des staatlich anerkannten Luftkurorts Zwiesel (knapp 10.000 Einwohner) - bekannt für seine Glasindustrie - bietet sich an, zumal der Ort rund 3800 Gästebetten und zwei Campingplätze verfügt. Der Name der Stadt entstammt dem bajuwarischen Wortstamm "zwisl", der die Form einer Gabelung bezeichnet. Die Gabelung nimmt Bezug auf die beiden Flüsse Großer Regen und Kleiner Regen, dessen dazwischenliegende Land Zwiesel genannt wurde.
Die „Regental-Dramaturgie“ bringt es mit sich, dass die Schlussetappe gebührend einen „krönenden Abschluss verspricht. Die inspriative Stille wird allenfalls von Vogelgezwitscher, Waldrauschen oder dem plätschernden Großen Regen (ab Zwiesel) unterbrochen.

Wer in der Glasmacherstadt Zwiesel aufmerksam nach seinem "Flussbegleiter" Ausschau hält (KM 148) erblickt innerhalb von nur 700 Metern gleich drei "Namensvertreter". Angefangen mit dem Schwarzen Regen (Graphik linker Bildrand) der schon zuvor erstmalig in der Kreisstadt Regen ins Blickfeld rückte, und nun von der Langdorfer Straße kommend bei der Flussüberquerung abermals sein Antlitz zeigt. Kurz darauf erspäht man den Mündungsbereich des Kleinen Regen (siehe Graphik rechter Bildrand) in den Großen Regen (oberer Bildrand) also exakt jene Stelle, von der ab der Fluss den Namen Schwarzer Regen trägt, wo er nach dem Zusammenfluß mit dem Weißen Regen beim Kraftwerk Pulling seine Kurzbezeichnung "Regen" bis zur Donaumündung in Regensburg erhält.
Umgeben von intakter Naturlandschaft wurde Zwiesel 1972 vom Freistaat Bayern mit dem Prädikat "Luftkurort" zertifiziert. Zahlreiche Hotel- und Gastronomiebetriebe zeugen vom prosperierenden Tourismus, der sich zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor gemausert hat. Zum einen liegt der älteste Nationalpark Deutschlands, der im Jahr 2020 sein 50-jähriges Jubiläum feiert quasi vor der Haustüre. Nach dessen Philosophie „Natur, Natur sein lassen“ darf sich diese innerhalb der Nationalparkgrenzennoch nach ihren eigenen Gesetzen frei entwickeln. Zum anderen bieten der König des Bayerischen Waldes - der Große Arber - und der Große Falkenstein die sich beide in unmittelbarer Nähe befinden ein touristisches Highlight für Naturliebhaber.
Zwiesel bietet jede Menge an touristischen Attraktionen. Erlebnisbad, Spielzeugmuseum, Waldmuseum, Pfarrkirche St. Nikolaus („Dom des bayerischen Waldes“), Erlebnisbrauerei, Glasbetriebe, Schauglashütten, Abenteuer-Spielplatz im Stadtpark, Glasmuseum, Theresienthal u.v.m. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. zählt zu den ältesten Naturparks Bayerns. Er erstreckt sich mit einer Fläche von etwa 278.000 Hektar vom Landkreis Regen über die nördlich der Donau gelegenen Abschnitte der Landkreise Deggendorf, Straubing-Bogen und Freyung-Grafenau. Das Naturparkhaus (Nullenergiehaus) bietet neben einer Energietechnik-Ausstellung auch eine naturkundliche Dauerausstellung, welche die Beziehung Mensch - Natur im Wandel der Zeit vorstellt.
Die Glassstraße
Zwiesel - Die Glasstadt - blickt seit 1421 auf eine lange Glasmacher-Tradition zurück. Das alte Sprichwort „Fein Glas und gut Holz sind Zwiesels Stolz“, verdeutlicht worauf sich die Menschen der Region seit dem 15. Jahrhundert verlassen konnten: nämlich den Wald, der die Glasproduktion erst ermöglichte. 1997 hatte Bundeskanzler Helmut Kohl die Glasstraßeeröffnet, die sich von Weiden in der Oberpfalz durch das Kerngebiet des Bayerischen Waldes, quer durch den Zwieseler Winkel nach Passau erstreckt. In vielen Betrieben kann man den Glasmachern und Veredlern noch heute bei der Arbeit zusehen.
Zwiesel, im Herzen des Bayerischen Waldes gelegen spricht sowohl genussorientierte Familien- und Tourenradler wie auch ambitionierte Radsportler und lässige Mountainbiker an. Den Offroad-Liebhabern steht ein schier unerschöpfliches Terrain mit allerhand fahrtechnischen Schmankerln aller Schwierigkeitsgrade offen. Dazu gibt es für Radfahrer wildromantische Rundtouren im Zwieseler Winkel inmitten dem „Grünen Dach Europas. Das Routenpotential lässt sich grenzüberschreitend in den Böhmerwald beliebig erweitern. Bis zum Grenzübergang nach Bayerisch-Eissenstein sind es nur 17 km.
Nationalparkzentrum »Haus der Wildnis«
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| © Johannes Haslinger; Nationalpark Bayerischer Wald |
Das Besucherzentrum »Haus der Wildnis« bei Ludwigsthal im Nationalpark Bayerischer Wald, bietet u.a. interaktive Ausstellungen, fiktive 3D-Wildnisreise im Kino, Wurzelgang (verborgene Welt der Wildnis), Souvenirladen und kulinarische Spezialitäten aus dem Bayerischen Wald
Im Haus zur Wildnis zeigt die Ausstellung wilde Natur - weltweit und vor der Haustüre -, wobei die Entwicklung der Nationalparkwälder hin zur Wildnis im Mittelpunkt steht. Einblicke in die umgebende Region beidseits der Landesgrenze und umfassende Auskünfte zum Nationalpark und zu möglichen Aktivitäten runden das Angebot ab.
Regen - Ein Fluss - Fünf Namen

Foto: Regenbrücke (sogenannte Unglücksbrücke) über den Großen Regen nahe Ludwigsthal. Sie befindet sich vom Parkplatz Deffernik ca. 500 m vom Nationalpark-Radweg entfernt vis a vis der B11. Im Volksmund wird sie Unglücksbrücke genannt, da die Brücke einst unter der Last eines Holzfuhrwerks zusammenbrach und dabei Holzarbeiter tödlich verunglückten.

Foto: der Große Regen bei Ludwigsthal
Fünf Namen - ein Fluss. Der Große Regen (Rezná) entspringt am Osthang des Panzer (1214 m.ü.M.) im Böhmerwald und fließt über Železná Ruda in Bayerisch Eisenstein auf deutsches Staatsgebiet.
Die Quelle des Kleinen Regen (Malá Rezná) liegt dagegen am Fuße des Großen Rachel nur 1 km jenseits der Bayerischen Grenze entfernt in Tschechien. Der Kleine Regen fließt durch die Trinkwassertalsperre Frauenau und mündet in Zwiesel in den Großen Regen. Von dort ab trägt der Fluss den Namen Schwarzer Regen. Er durchfließt westlich von Viechtach den Höllensteinsee und anschließend den Blaibacher See.
Der Weiße Regen entspringt dem Kleinen Arbersee (918 m.ü.M.) als „Seebach“ und fließt über Lohberg, Lam, Arrach bis nach Pulling, wo er unweit des Kraftwerks in den Schwarzen Regen mündet. Ab der Verschmelzung beider Flüsse trägt der Fluss bis zur Mündung in die Donau in Regensburg den Namen Regen.

Die Germanen nannten den Fluss Regana, den die Römer leicht abgewandelt als Reganum und Reganus bezeichneten. Im 11. Jahrhundert trug der Fluss den Namen Regin. Orte wie Regensburg, Regen, Regenstauf, Regenhütte und Weissenregen sind nach dem Fluss benannt.

Kurzzeitig verläuft die Route parall zur B11, bevor sie dann unterquert wird.

An der T-Kreuzung (B11/Waldhausstraße) „Nationalpark Bayerischer Wald“ (608 m ü.NN.) verläuft der Regental-Radweg parallel zur B11 geradeaus, unterquert kurz darauf die Bundesstraße und wechselt über eine kleine Brücke die Flussseite des Regen.

Im übrigen nutzt die populäre Trans Bayerwald Nordroute bis Regenhütte (3 km) dieselbe Wegführung des Regental-Radwegs. Des Weiteren stößt beim Knotenpunkt der EV 13 (Iron Curtain Trail) - ein knapp 10.000 km langer europäischer Radfernweg - auf die Regentalroute, die gemeinsam nach Bayerisch Eisenstein führen (siehe Wegweiser oben). Kurz vor Regenhütte befindet sich – vom Radweg nicht einsehbar – ein kleiner Badesee. Kurz nach der Seebach-Schleife, 708 m.ü.NN., KM 166: hier vereinigen sich der Lamer-Winkel-Arber-Radweg und der Regental–Radweg die beide nach Bayerisch-Eisenstein (2.7 km) führen.
Der Lamer-Winkel-Arber-Radweg führt ab der Verzweigungsstelle „Seebach-Schleife“ zum Brennessattel (4.5km; 1 030 m.ü.NN.). Der Berganstieg weist die ersten 3 km noch einstellige Prozentwerte auf, während im oberen Schlussdritten die Steigung auf bis zu 16% ansteigt. Vom Brennessattel aus führt eine flache Straße zur 1.5 km entfernten Arber-Talstation.
Bayerisch Eisenstein (730 m.ü.NN.)

Der staatlich anerkannte Luftkurort Bayerisch Eisenstein hat knapp 1.000 Einwohner. Die Bahnhofsanlagen bilden zugleich die Landesgrenze. Es ist der einzige Bahnhof Europas, wo die Staatsgrenze das Gebäude hoheiheitlich in zwei Länder teilt. Nun heißt es mit einem Sammelsurium von Eindrücken und Erlebnissen wehmütig Abschied nehmen von der Regentalradtour. Am Horizont blinzelt durch die Alleebäume majestätisch der Bayerwaldkönig – der Große Arber – durch die Baumkronen hindurch.
Da sowohl der Start- als auch der Zielort des Regental-Radwegs über einen Bahnanschluss verfügen, ist eine klimaschonende und komfortable An- und Rückreise möglich.
Informationszentrum und Museum im Grenzbahnhof
Der Grenzlandbahnhof wurde in ein Naturpark-Erlebniszentrum umgebaut. Die NaturparkWelten im Grenzbahnhof Eisenstein beherbergen insgesamt fünf verschiedene Ausstellungsebenen, die die Vielfalt des Naturparks Bayerischer Wald informativ, eindrucksvoll und spannend veranschaulichen. Darüber hinaus gibt es Wissenswertes über die Entstehungsgeschichte des Bahnhofes und die Bahnlinie zwischen Plattling und Klatovy.
Man erhält nicht nur Informationen über die Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava, das Landschaftsschutzgebiet Šumava und den Naturpark Bayerischer Wald, sondern es gibt auf fünf Etagen verteilt ein Europäisches Fledermauszentrum, die Ausstellung „König Arber“, ein Ostbayerisches Skimuseum mit Bergrettungsausstellung und eine Ausstellung und Installation zur Geschichte der Eisenbahn. Im Wartesaal 1. Klasse aus dem Jahre 1877 können in dem musikantenfreundlichen Wirtshaus Speisen und Getränke im historischen Ambiente genossen werden. Ein Besuch des sehenswerten Informationszentrums und Museums beendet als ideales Schlusskapitel würdevoll die Regental-Radreise.
Vom Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein / Železná Ruda fahren mehrmals täglich die Züge der Tschechischen Staatsbahn (CD) in Richtung Klattau und Pilsen. Im Streckenabschnitt Grenzbahnhof bis Špicàk gelten Bayerwald-Ticket und GUTi.
Im Lokomotivschuppen, ist das Localbahnmuseum beheimatet.
Die eigentliche Gründung als Luftkurort erfolgte 1877, als die Eisenbahnlinie von Plattling nach Pilsen fertig gestellt war und Bayerisch Eisenstein (offizielle Namensbezeichnung seit 1951) bedeutender Grenzbahnhof wurde. Mit der Bahnlinie begann die aufstrebende wirtschaftliche Entwicklung des Ortes.

Ein neuer Glanzpunkt in Eisensteins Geschichte, war die Wiedereröffnung des grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehrs, als 1991 Bundeskanzler Helmut Kohl sowie zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens aus beiden Ländern den Staatsakt gebührlich feierten.
Großer Arber
Die Arber–Gondelbahn befördert einem in nur wenigen Minuten auf „das Grüne -Gipfeldach“ des Bayerwaldes in 1456m Höhe – wo man einen einstündigen unvergesslichen Fußmarsch um den Arbergipfel sowie zum Gipfelkreuz genießen kann. Der Große Arber erreicht übrigens als einziger Gipfel des Bayerisch-Böhmischen Grenzmassives die klimatische Waldgrenze. Dass Pedaleure herzlich willkommen sind, zeigen Fahrradständer an der Talstation sowie die Möglichkeit von Gepäckdeponierung. Ermässigte Fahrpreise der Arber Bergbahn für Berg-, u. Talfahrten schonen das Budget (Fahrradhelm vorzeigen). Die 6er-Gondelbahn befördert in der Stunde 2000 Personen und legt in 4 min. Fahrzeit eine Fahrstrecke von 964 m mit einem Höhenunterschied 342 m zurück.
Eine Auswahl des fantastischen Bergpanoramas: Kleiner Arber 1 384 m, Großer Rachel 1453 m, Lusen 1373 m, Plöckenstein 1363 m, Großer Falkenstein 1315 m, Großer Osser 1293 m, Kaitersberg 1034 m, Hohen Bogen 1050m sowie weitere 30 Gipfel mit mehr als 1000 m Höhe kann man vom Arbergipfel erblicken.
Anschluss-Radwege
Nachdem zwischen den Staaten des Schengener Abkommens Grenzkontrollen wegvielen, können die Grenzen ungehindert passiert werden. Dort wo früher der "Eiserne Vorhang" West und Ost trennte, können Radfahrer heute bequem die Landesgrenze überqueren. Der Grenzübertritt zum Radwegenetz der tschechischen Republik erfordert allerdings zwingend die Mitnahme eines gültigen Ausweisdokuments (Personalausweis oder Reisepass).
Anschluss-Radwege verbinden verschiedene Radwege miteinander, sodass Radfahrer Routen verlängern bzw. gewisse Streckenabschnitte miteinander kombinieren können, was letzten Endes einem zusammenhängenden Radwegenetz Rechnung trägt.
Lamer–Winkel–Arber–Radweg: Lohberg → Lam → Bad Kötzting → Miltach (50,5 km)
Wer nach der Regental-Radweg-Befahrung vom Bayerischen Wald noch mehr sehen möchte kann seinem Erkundungsdrang die Krone aufsetzen. Wird der Nationalpark-Radweg (108 km) mit Ziel Haidmühle dran gehängt (Startpunkt Ferdinandstal nähe Zwiesler Waldhaus), der durchquert das Mittelgebirge in seiner gesamten Längsachsenausdehnung.
Überdies gibt es in Bayerisch Eisenstein weitere grenzüberschreitende Verbindungen nach Böhmen.
Iron Curtain Trail
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| © Andreas Meyer |
Die Euro Velo 13 (Iron Curtain Trail) ist ein europäischer Fernradweg, der von der norwegisch-russischen Grenze in der Barentsee durch insgesamt 20 Länder bis zur bulgarisch-türkischen Grenze am Schwarzen Meer (10.400 km) verläuft und darunter auch das ehemalige deutsch-deutsche Grenzgebiet (u.a. Ostbayern und Böhmen) grenznah tangiert. Der Iron Curtain Trail verläuft zwischen Bayerisch Eisenstein und Ludwigstal auf derselben Wegtrasse wie der Regental-Radweg. Die Route führt über Neukirchen b.Hl. Blut via Lam nach Bayerisch Eisenstein von wo sie grenzüberschreitend im Böhmischen Wald weiter nach Haidmühle führt Iron Curtain Trail
Euro Velo 13, Europa-Radweg Eiserner Vorhang, ostbayerischer Abschnitt



