»Radfernweg Bayern-Böhmen«

Grenzenloser Radwanderspaß in der Oberpfalz, dem Fichtelgebirge und Westböhmen (CZ) 

 

Streckenverlauf

Bischofsgrün (Fichtelgebirge) → Windischeschenbach (KM 56) → Neustadt a.d.Waldnaab (KM 69) → Weiden (KM 76) → Vilseck (KM 120) → Sulzbach-Rosenberg (KM 141) → Amberg (KM 156) → Kastl (KM 178) → Hohenburg (KM 192) → Schmidmühlen (KM 202) → Kallmünz (KM 217) → Burglengenfeld (KM 226) → Schwandorf (KM 245) → Schwarzenfeld (KM 253) → Oberviechtach (KM 283) → Schönsee (KM 301) → Abzweig Eslarn (KM 311) → Grenzübergang Tillyschanz (KM 314) → Tachov (Streckenteilung KM 347) → Mariánské Lázne (Marienbad, KM 380) → Grenzübergang Griesbach (KM 406) → Neualbenreuth (KM 434) → Waldsassen (KM 450) → Marktredwitz ((484 km) → Luisenburg (KM 494) → Fichtelberg (KM 510) → Bischofsgrün (KM 522).

Da der »Radfernweg-Bayern-Böhmen« eine Rundtour ist, sind Start- und Zielort im Prinzip beliebig wählbar. Es wird empfohlen die Mehrtages-Etappentour entgegengesetzt des Uhrzeigersinns zu befahren. 

Streckencharakteristik

Der »Radfernweg-Bayern-Böhmen« verläuft durch die bayerischen Regierungsbezirke Oberpfalz und Oberfranken (Fichtelgebirge) sowie grenzüberschreitend durch Westböhmen in der Verwaltungsregion Plzenský kraj (CZ). Vom Grenzübergang Tillyschanz durchquert die Strecke via Tachov und Marienbad bis zum Grenzübergang Griesbach 92 Kilometer tschechisches Territorium. Der »Radfernweg-Bayern-Böhmen« nutzt sowohl Radwege als auch schwach befahrene Nebenstraßen. Dazu gibt es unasphaltierte Streckenabschnitte wie idyllische Waldwege oder ehemalige Bahntrassen, die eine wassergebundene, verdichtete Fahrbahnoberfläche aufweisen. Die Streckencharakteristik pendelt zwischen flach bis hügelig, wobei sich der leichtere Streckenteil im westlichen Halbkreis befindet. Hier werden ab dem offiziellen Startpunkt in Bischofsgrün bis zum Abzweig im Naabtal Richtung Wölsendorf an der Schwarzach (242 km) etwa ein Drittel der Gesamthöhenmeter bewältigt. Von dort ab wird das Streckenprofil über den hügeligen Nordteil des Böhmerwaldes und weiter auf die Höhen des Fichtelgebirges zurück nach Bischofsgrün (283 km) etwas anspruchsvoller, wobei die Steigungen meist moderat bleiben. Anstiege mit mehr als 10% Steigung gelten als Ausnahme. Verkehrsfreie Bahntrassenabschnitte (beispielsweise Wölsendorf-Schönsee) oder Flachpassagen entlang der Flüsse Waldnaab, Lauterach, Vils (Fünf-Flüsse-Radweg) und der Naab (Naabtal-Radweg) erlaubt das steigungsfreie Streckenprofil erholsames, inspiratives Genussradeln.

Neben Tourenrädern, Trekkingbikes und E- Bikes eignen sich in gewisser Weise auch Gravelbikes für die abwechslungsreiche Strecke.

Etappenplanung

In wieviele Tagesetappen die Radrunde eingeteilt wird obliegt letztlich der eigenen Fitness. Damit der Genuss nicht zu kurz kommt, planen durchschnittlich konditionierte Tourenradler gut 6 - 7 Etappen ein. Aufgrund der enormen Streckenlänge bietet sich ein Ruhetag an, um dem Körper und der Psyche eine regenerative Auszeit zu gönnen. Entspannt ein paar Gänge runter schalten, langsam machen und die Entschleunigung genießen. Dies schafft Freiraum zur Erholung bzw. für anderweitige Unternehmungen. In ausgeruhtem Zustand werden bevorstehende Etappen gut gelaunt einfach lockerer bewältigt.  

Es ist immer noch ein besonderer Moment, die deutsch - tschechische Grenze zu überqueren, gerade weil dies zu Zeiten des "Kalten Krieges" nicht möglich war. Dort, wo früher der "Eiserne Vorhang" West und Ost und damit die Menschen dieseits und jenseits der Grenze trennte, kann man heute ohne bürokratische Hemnisse die Landesgrenze passieren. Beide Völker sind seit dem EU-Beitritt nicht mehr nur benachbart, sondern dank vieler gemeinsamer Interessen (auch touristisch) eng miteinander verflochten. Rechtzeitig mit dem Beitritt der Tschechischen Republik zur Europäischen Union wurde Mitte Juni 2004 die Eröffnung des neuen grenzüberschreitenden Radfernweges „Bayern-Böhmen“ gefeiert. Aus der Taufe gehoben hat diesen Radfernweg die EUREGIO EGRENSIS in Kooperation mit den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Schwandorf, Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth, Bayreuth und Wunsiedel und den kreisfreien Städten Amberg und Weiden sowie dem Klub Ceských Turistu.

Auf bayerischer Seite ist der Radfernweg mit dem Signet der EUREGIO EGRENSIS markiert, während man sich auf tschechischer Seite an entsprechenden Radwegenummern orientiert.

Eckdaten

  • Ausgangspunkt (Start- u. Ziel) Bischofsgrün (676 m.ü.M.) im Fichtelgebirge
  • Streckenlänge: 525 km
  • Gesamthöhenmeter: 3.673 hm
  • Geographische Lage: Regierungsbezirk Oberpfalz und Oberfranken (Fichtelgebirge) sowie Westböhmen (Verwaltungsregion Plzenský kraj)
  • Tschechischer Streckenanteil: 92 km
  • Rund 10% unasphaltiert
  • Hochpunkt: nähe Landegrenze Griesbach in Westböhmen KM 359 (775 m.ü.M.)
  • Tiefpunkt: Burglengenfeld (KM 209) 340 m.ü.M.
  • Südlichster Punkt: Kallmünz
  • Nördlichster Punkt: Bischofsgrün

 Anbindung ans Fernradwegenetz: Fünf-Flüsse-Radweg, Fichtelnaab-Radweg, Waldnaabtal-Radweg, Haidenaab-Radweg, Pfreimdtal-Radweg, Naabtal-Radweg, Schwarzachtal-Radweg, Bockl-Radweg, Bayerisch-Böhmischer Freundschaftsweg, Schweppermann-Radweg, Aschatal-Radweg, Iron Curtain Trail, Paneuropa-Radweg.

Die EUREGIO EGRENSIS

Die EUREGIO EGRENSIS ist eine grenzüberschreitende Organisation, die 1993 mit den drei selbstständigen Arbeitsgemeinschaften Bayern, Vogtland/Westerzgebirge und Böhmen gegründet wurde. Das Wort EUREGIO steht dabei als Kurzform für den Begriff "Europäische Region".

Der Name EGRENSIS ist lateinischer Abstammung und ist von einer historischen Bezeichnung für das Gebiet um die Stadt Eger (tschechisch: Cheb) abgeleitet. 

Die EUREGIO EGRENSIS hat den Zweck, zu Verständigung und Toleranz beizutragen und im Geiste guter Nachbarschaft und Freundschaft die grenzüberschreitende Zusammenarbeit durch konkrete Projekte zu fördern. Heute umfasst das Gebiet der EUREGIO EGRENSIS insgesamt eine Fläche von ca. 17 000 qm mit rund zwei Millionen Einwohnern.

Streckencharakteristik / Oberflächenbeschaffenheit:

Grenzland Tour

Überwundene Grenzen im Herzen Europas - dieses Motto könnte über dem EUREGIO EGRENSIS-Radfernweg Bayern-Böhmen stehen. Er ist ein Folgeprojekt des im Jahr 2000 eröffneten EUREGIO EGRENSIS-Radfernwegs Bayern-Thüringen-Sachsen-Böhmen, der mit einer Länge von 580 Kilometern den nördlichen Teil der EUREGIO EGRENSIS radtouristisch erschließt. Die nun ausgewiesene Route, die in Zusammenhang mit dem ADFC Landesverband Bayern und den Landkreisen entstanden ist, erkundet im Wesentlichen die nördliche Oberpfalz sowie die angrenzende Region um Tachov und führt damit durch eine von Grenzen geprägte Region. Hier griffen seit der Zeit der Völkerwanderung der Siedlungsraum slawischer und germanischer Völker ineinander und verwoben sich zu einer gemeinsamen Geschichte.

Aufbruch nach Europa nach Jahren der Trennung

Eine einschneidende Rolle spielte die bayerisch-böhmische Grenze in der jüngeren Vergangenheit: Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie Teil des "Eisernen Vorhangs", der die Welt in zwei politische Systeme teilte. Nach dem Zerfall des Kommunismus und der Öffnung der Grenzen steht die Region heute an der Schwelle zu einer neuen Ära: Die Erweiterung der Europäischen Union um die mittel- und osteuropäischen Nachbarländer birgt die Chance zu einer grenzfreien Zukunft in einem gemeinsamen Europa. Oberpfalz und Böhmen befinden sich im Herzen Europas. Mit ihrer Geschichte der überwundenen Grenzen können diese Regionen auch einen wichtigen Beitrag leisten zur regionalen Vielfalt in einem geeinten Europa.

Streckenbeschreibung:

Den Radler erwartet ein Wechselspiel aus glitzernden Teichen und Seen, saftige Wiesen umringt von sanften Berggipfeln sowie herrlichen Panoramen. Verwunschene Burgen und Ruinen, Schlösser und Kirchen, entlegene Täler und einsame Bergkuppen prägen das Erscheinungsbild. Die Region spart aber auch nicht mit Kultur und Kulinarik. Bayerische Bierseligkeit bzw. regionaltypische Speisen gehören zu dieser Tour definitiv dazu. Deshalb ran an die die leckeren Fischgerichte, (Böhmische) Knödel & Co, um die Energiespeicher für den nächsten Etappentag wieder aufzuladen. 

In ihrem südwestlichen Teil zwischen dem Fichtelgebirge und der bayerisch-böhmischen Grenze in Tillyschanz bei Eslarn verläuft die Route vielfach entlang von Flussläufen, führt also durch Tallagen oder leicht gewelltes Hügelland. Im Bereich von Fichtelnaab und Waldnaab wechselt die Route allerdings mehrmals die Talseite, was mit unvermeidlichen Anstiegen verbunden ist. Längere, zumeist jedoch eher sanfte Anstiege müssen auch in Kauf genommen werden, um auf die Höhen des Fichtelgebirges und des Oberpfälzer Waldes zu gelangen. In Tschechien führt die Radroute durch den hügeligen Nordteil des Böhmerwaldes. 

Das Fichtelgebirge ragt im Nordosten Bayerns mit seinem höchsten Gipfel - den Schneeberg - bis zu 1051 Meter empor. Das Mittelgebirge setzt sich im Nordwesten Tschechiens fort.

Wegequalität:

Die Strecke verläuft überwiegend auf verkehrsarmen Straßen und Wegen oder auf Radwegen, wobei die in die Route einbezogenen landwirtschaftlichen Wege und Forststraßen meist nicht asphaltiert sind. Die Tour eignet sich also nicht für Rennräder. Optimal ist ein Trekking- oder Reiserad mit nicht zu schmaler Bereifung, die auch auf nicht asphaltiertem Untergrund ein sicheres Fahren erlaubt.

Einteilung der Route

Vorgegebener Ausgangsort des EUREGIO-EGRENSIS-Radwegs Bayern-Böhmen und gleichzeitig Anknüpfungspunkt an die bestehende Nordroute ist Bischofsgrün.

Befahren werden kann der Radfernweg in beiden Richtungen und ist auch in beide Richtungen ausgeschildert. Die gesamte Route wurde in sieben größere Abschnitte (mit einer Länge zwischen 53 und 90 Kilometern) gegliedert. Diese Abschnitte haben die Länge einer sportlichen Tagesetappe, können aber selbstverständlich eigenständig in mehrere kleinere Teilabschnitte untergliedert werden.

Bischofsgrün - Weiden (75,9 km)

Die Route startet im Fichtelgebirge, das die europäische Wasserscheide bildet: Nach Westen sammelt sich das Wasser im Weißen Main, nach Norden in der Fränkischen Saale, nach Osten in der Eger und nach Süden hin in der Fichtelnaab. Startort ist Bischofsgrün, Knotenpunkt verschiedener Radfernwege. Von dort geht es um den Ochsenkopf herum nach Fichtelberg, in dessen Nähe die Fichtelnaab entspringt. Auf dem Fichtelnaab-Radweg führt die Route hinaus aus dem Fichtelgebirge und durch den Steinwald nach Windischeschenbach. Dabei wird die Kontinentale Tiefbohrung berührt, ein geophysikalisches Forschungsdenkmal mit der größten Landbohranlage der Welt. Weiter geht’s westlich des Oberpfälzer Waldes auf dem Waldnaabtal-Radweg in Richtung Weiden, dem Zentrum der nördlichen Oberpfalz mit einer sehenswerten Altstadt.

Weiden - Amberg (79,8 km)

Südlich von Weiden verlässt die Route die Waldnaab und wendet sich entlang der Haidenaab nach Westen. In Weiherhammer verlässt sie den Haidenaab-Radweg und führt entlang der Bahnlinie Nürnberg-Weiden nach Freihung, wo sie die Vils erreicht. Auf dem Vilstal-Radweg geht es über Vilseck nach Hahnbach. Die Route schwenkt dann nach Westen, um Sulzbach-Rosenberg mit seiner reizvollen Altstadt und dem Schloss der Sulzbacher Grafen einen Besuch abzustatten. Von dort geht es auf dem Fünf-Flüsse-Radweg nach Amberg, der einstigen Hauptstadt der Oberpfalz. Der Landkreis Amberg-Sulzbach gehört zum Bayerischen Jura, den östlichen Ausläufern der Frän-kischen Alb.

Pfalzgrafenstadt Amberg

Amberg - Schwandorf (89,3 km) 

Die Route verlässt die Amberger Altstadt über das ehemalige Landesgartenschaugelände und führt auf dem Schweppermann-Radweg nach Kastl mit seiner Klosterburg. Durch das idyllische Lauterachtal geht es über Hohenburg mit seiner Burgruine nach Schmidmühlen. Hier mündet die Lauterach in die Vils. Auf dem Fünf-Flüsse-Radweg geht es weiter nach Kallmünz, den malerischen Ort mit seiner Burgruine am Zusammenfluss von Vils und Naab. Damit ist der südlichste Punkt des EUREGIO-EGRENSIS-Radfernwegs Bayern-Böhmen erreicht. Naabaufwärts führt die Strecke nun in nordöstlicher Richtung nach Burglengenfeld und weiter durch eine von zahlreichen Weihern und kleinen Seen geprägte Landschaft nach Schwandorf.

Schwandorf - Schönsee (56 km) 

Auch die Landschaft nordöstlich von Schwandorf ist von zahlreichen Weihern und Seen geprägt. Auf dem Naabtal-Radweg erreicht die Route Schwarzenfeld, wo sie sich nach Osten wendet hinein in den Oberpfälzer Wald. Ab Zangenstein geht es auf einer stillgelegten Bahntrasse nach Oberviechtach. Autofrei gelangt man weiter über Schneeberg durch das Aschatal nach Schönsee.

Schönsee - Mariánské Lázne (Marienbad) (78,8 km)

Von Schönsee geht es nach Norden, bis sich kurz vor Eslarn die Route nach Osten zur bayerisch-tschechischen Grenze wendet. Bei Tillyschanz wird diese überschritten und es geht durch ein aus-gedehntes Waldgebiet nach Norden. Durch Hügelland erreicht die Route die schmucke einstige Kreisstadt Tachov (Tachau). Von hier aus besteht die Möglichkeit auf einer Abkürzungsroute direkt nach Brand weiterzuradeln und so den Grenzübergang Griesbach auf kurzem Weg zu erreichen. Es lohnt sich aber, auf der Hauptroute über Planá nach Mariánské Lázne (Marienbad) weiterzufahren und diesem berühmten Badeort im Kaiserwald (Slavkovskles) einen Besuch abzustatten.

Mariánské Lázne (Marienbad) - Waldsassen (75,2 km) 

Auf der tschechischen Radroute 361 und 36 geht es in südwestlicher Richtung zurück in Richtung Grenze. Ab hier decken sich die Routen des EUREGIO EGRENSIS-Radfernwegs Bayern-Böhmen und des EUREGIO EGRENSIS-Radfernwegs Bayern-Thüringen-Sachsen-Böhmen, die sich wie in einer Acht aneinanderfügen. Der Streckenabschnitt Marienbad-Fichtelberg ist der gemeinsame Mittelteil in dieser Acht. Bei Brand vereinigt sich die Hauptroute wieder mit der zehn Kilometer langen Abkürzung aus Richtung Tachov, um gemeinsam durch die Wälder auf die Grenze hinzuführen, die am autofreien Übergang Griesbach überquert wird. Mehr oder weniger parallel der Grenze geht es dann über die Höhen des nördlichen Oberpfälzer Waldes nach Neualbenreuth mit dem Sybillenbad und weiter nach Waldsassen ins Stiftland.

Waldsassen - Fichtelberg (54,5 km) 

Bild oben: 4 km nach Waldsassen radelt man direkt an der Kappl Wallfahrtskriche vorbei. Die Dreifaltigkeitskirche Kappl zählt zu den eigenartigsten Kirchenschöpfungen Deutschlands und befindet sich in einer Sattelmulde zwischen dem Glasberg und dem Dietzenberg auf 599 m ü. NN. Die Anhöhe beschert dem Radfahrer 120 Höhenmeter, wobei die Steigung relativ moderart ist. In dem barocken Zentralbau - erbaut 1685–1689 - ist die göttliche Dreifaltigkeit als Architektursymbol dargestellt. Auffällig, wie in allen Bauteilen die Zahl drei dominiert. So ist im Außenbau der Gedanke der Dreieinigkeit in drei Türmen und drei Dachreitern mit Zwiebelhauben versinnbildlicht. 

Über Arzberg und Marktredwitz geht es in Richtung Fichtelgebirge. Bad Alexandersbad ist nach Marienbad und dem Sybillenbad bei Neualbenreuth ein weiterer Kurort in dieser an heißen und kalten Mineralquellen reichen Region Europas. Einen landschaftlichen Höhepunkt in diesem Streckenabschnitt bildet die Luisenburg mit ihrer beeindruckenden Felsenwildnis. Als Teil des Kösseinemassivs gehört sie bereits zum Fichtelgebirge. Über Nagel geht’s dann nach Fichtelberg und zurück nach Bischofsgrün.

Streckengrafik mit Höhenprofil - Radfernweg Bayern-Böhmen


Bewegen sie ihren Cursor auf dem Höhenprofil, wird interaktiv oben auf der Streckengraphik die geographische Position eingeblendet.

Haftungsausschluss:

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Der Oberpfälzer Wald ist unter Radfahrern äußerst beliebt. Das schöne Fleckchen Erde zwischen den alten Reichsstädten Regensburg (heutige Bezirkshauptstadt) und Eger in Westböhmen lädt Radtouristen ein romantische Städte, idyllische Märkte, schmucke Dörfer, Burgen, Ruinen, Schlösser und Klöster zu erkunden. Kulturbeflissene können sich in Museen ein historisches Bild über Land & Leute machen. Die Schönheit der Landschaft liegt immer im Auge des Betrachters. Ob beschaulich entlang der Flüsse, ob sportlich berauf - bergab oder rüber bis nach Böhmen – Radler mit Entdeckergeist und Sinn für blühende Natur- und Kulturlandschaftlen bekommen im Oberpfälzer Wald garantiert strahlende Augen.

Oberpfälzer Zoiglkultur

Wer fern vom überlaufenen "Mainstream" in Ruhe seine Kilometer abspulen möchte, Traditionsbewusstsein und bezahlbare Preise der gastfreundlichen Hotel- und Gastronomiebranche schätzt, der fühlt sich in diesem Landstrich gut aufgehoben. Mächtige Burgen und malerische Burgruinen, Renaissance- und Eisenhammerschlösser, prächtige Kirchen, Kapellen und Mühlen sind Zeugen einer ereignisreichen lebhaften Geschichte, die auf wirtschaftliche, politische wie militärische Macht der damaligen Landesherren hindeutet. Kleinstädte mit mittelalterlichen Toren, Türmen, Schutzmauern und engen Gassen ziehen viele Feriengäste in ihren Bann. Die kontrastreiche Landschaft gepaart mit geschichtsträchtigem Kulturgut gibt dem Oberpfälzer Wald eine unverwechselbare Note, was der Radtour auf dieser Route gleichsam inspirierend wie spannend macht.

Die Hügellandschaft ist überzogen von satt grünen Wiesen und blühenden Feldern. Dazu radelt man auf den Spuren des legendären Zoigl-Bieres durch das Land der 1000 Teiche. Frischer Fisch und Braukunst haben auf dieser Route seit Jahrhunderten Tradition. Und eine großartige Teichlandschaft gibt’s noch obendrauf! Die teils kupierte Landschaft wartet sowohl mit längeren Flachpassagen als auch einige Anstiege auf. Aber keine Sorge, die sanften, überwiegend gleichmäßigen Anstiege lassen sich rhythmisch gut erklimmen und sorgen nicht für brennende Oberschenkel.

Sanft geschwungene Waldhügelketten, wildromantische Flusstäler, aussichtsreiche Hochplateaus - alles zu haben auf verkehrsarmen Nebenstraßen. Hinzu kommt gelebter Brauchtum wie z.B. das Zoiglbier - eine Besonderheit des Oberpfälzer Waldes. Die seit dem 15. Jahrhundert lebendige Oberpfälzer Zoiglkultur - welche das gemeinschaftliche Brauen und den von bestimmten Ritualen begleiteten örtlichen Ausschank von Zoiglbier umfasst - erlebt seit den 1970er Jahren eine wahre Renaissance. 

Der Radfernweg Bayern-Böhmen folgt zwischen Windischenschenbach bzw. Neuhaus (beides Hochburgen des Zoigl mit 16 Zoiglstuben) über Neustadt/WN und Weiden i.d. OPf. auf einer Länge von 24 km den Spuren der Zoigl-Brau-Tradition bis nach Pirk. Bis heute wird die traditionelle Zoiglkultur in fünf Orten lebendig gehalten: Neuhaus (seit 1415), Windischeschenbach (seit 1455), Falkenberg (seit 1467), Eslarn (seit 1522) und Mitterteich (seit 1516). Selbstgebrautes Bier bildete für die ländliche Bevölkerung bis in das 20. Jahrhundert ein wichtiges Nahrungsmittel sowie eine Möglichkeit, Getreide im rauen, feuchten Klima zu konservieren.

Sehenswürdigkeiten entlang der Wegstrecke (Auswahl)

KTB Windischeschenbach: Das Geo-Zentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung informiert über die Ergebnisse der Hauptbohrung von 1990-94 (Endtiefe von 9.101 m).

Stadtmuseum, Max-Reger-Sammlung und Tachauer Heimatmuseum: Verschiedene kulturelle Einrichtungen finden sich im "Alten Schulhaus" in Weiden.

Stadtmuseum Sulzbach-Rosenberg: Hier werden u.a. Gegenstände der alten Handwerkskultur, alte Druckereierzeugnisse und die Geschichte des Eisenerz- und Ockerbergbaus vorgestellt. 

Kurfürstenbad Amberg: Freizeitbad mit Riesenrutsche, Wildwasserkanal, Niagara-Wasserfall, Hot-Whirl-Pools, Aquariumgrotte und Warmwassertümpel

Historische Felsenkeller Schwandorf: Diese Lagerkeller für Bier sind zum Teil in Führungen zugänglich.

Die Stadt Tachov (11.500 Einwohner) an der "Goldenen Straße" liegt in einem der ältesten besiedelten Gebiete in Westböhmen (erste Erwähnung im Jahr 1115).

Der westböhmische Kurort Marienbad (ca 13.000 Einwohner) liegt etwa 35 km von Tachov entfernt. Die Stadt ist von Wald, Mineralquellen und grünen Parks umgeben. Im Park Boheminium sind Miniaturmodelle tschechischer Denkmäler ausgestellt. Die barocke Hauptkolonnade zeichnet sich durch ihre Bronzereliefs und ihre Deckenfresken aus. Sehenswert im Kurbad mit der "Singenden Fontäne" ist v.a. die Bäderarchitektur des Neoklassizismus. 

Bild oben: die beliebte Radsportveranstaltung Panoramatour kreuzt den Stadtplatz von Waldsassen. Die Stadt an der Bayerischen Porzellanstraße ist das kulturelle Zentrum des Oberpfälzer Stiftlands. Sehenswert: die Stiftsbasilika, dessen Klosterbibliothek den kulturhistorisch bedeutensten Teil der Klostergebäude darstellt. 

Neualbenreuth: Das Kurmittelhaus in Sibyllenbad mit Badetempel, Kurpark und Therapiepfad bietet sich nach einer langen Radtour zur Entspannung an. 

Luisenburg: Das Felsenlabyrinth wurde als einer der 100 schönsten Geotope Bayerns 2003 ausgezeichnet.

Mit seinen mehr als 3800 Teichen ist der Landkreis Tirschenreuth wortwörtlich das Land der tausend Teiche. Aber nicht nur die Teichlandschaft hat ihre Reize, sondern auch die Mittelgebirgslandschaft und die Senken bieten zauberhafte Kontraste. Darüber hinaus ist der Landkreis Tirschenreuth bekannt für seine hervorragende Fischküche. 

"Habe die Ehre!“ ist die freundliche ostbayerische Referenz an den Gast. Und diese Freundlichkeit setzt sich fort in gemütlichen Wirtshäusern und Gasthöfen, wo man noch preiswert wohnt .

Der Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab liegt im Herzen des Oberpfälzer Waldes. Dieses waldreiche Mittelgebirge ist Teil des größten zusammenhängenden Waldgebirges Mitteleuropas und wird mit 1.700 qkm Wald und genausoviel Wiesenfläche auch "Grüne Lunge Bayerns" genannt. Der geographische Mittelpunkt Mitteleuropas in Hildweinsreuth bei Flossenbürg dokumentiert die zentrale Lage dieser Ferienregion. Der 901 m hohe Entenbühl im Nordosten ist die höchste Erhebung, wobei der 801 m hohe Fahrenberg als "Hausberg" des Naturparkgebietes "Nördlicher Oberpfälzer Wald" gilt.

Praktische Tipps

Wegweisung

Die komplette Route ist in beiden Richtungen ausgeschildert. Auf bayerischer Seite ist die Wegweisung am Logo der EUREGIO EGRENSIS erkennbar, auf tschechischer Seite sind Radrouten generell nummeriert und einheitlich beschildert. Eine Anbringung des Logos der EUREGIO EGRENSIS auf den staatlich genormten Schildern war nicht möglich.

Für das Gebiet Marienbad empfiehlt sich ergänzend die im Kompass Verlag erschienene Wander- und Radwanderkarte "Marienbad und Umgebung", 1:50 000, Blatt 2018; 

ISBN 3-85491-958-1

Bahnanreise

In Bayern kreuzen folgende Bahnstrecken die Route: Nürnberg-Marktredwitz-Prag (Nah- und Fernverkehr), Regensburg-Marktredwitz-Hof (Nahverkehr), Nürnberg-Schwandorf (Nahverkehr) und Nürnberg-Weiden. Günstigste mit der Bahn erreichbare Ausgangspunkte für ein Abradeln der gesamten Route sind als Kreuzungspunkte verschiedener Bahnlinien Marktredwitz, Schwandorf und Weiden. Sollen zusätzlich Teile des EUREGIO EGRENSIS-Radfernwegs Bayern-Thüringen-Sachsen-Böhmen in die Radreise einbezogen werden, eignen sich vor allem die Bahnhöfe Neusorg oder Marktredwitz. 

Infos zum bayerischen Bahnnetz gibt’s unter www.bayern-takt.de, zum tschechischen unter www.vlak.cz (auch in Deutsch).

EgroNet

Im EgroNet sind einige öffentliche Verkehrsmittel im Gebiet der EUREGIO EGRENSIS in einem grenzüberschreitenden Fahrplan- und Fahrpreis-System verknüpft. Innerhalb dieses Systems gibt es ein EgroNet-Ticket als Tageskarte für Einzelpersonen oder Familien. Die Fahrradmitnahmeka-pazität der Züge des EgroNets ist begrenzt. 

Weitere Infos unter www.egronet.de 

Fahrrad in Bahn und Bussen 

Züge, in denen Fahrradbeförderung möglich ist, sind im Aushang-Fahrplan am Fahrradsymbol b zu erkennen. Meist handelt es sich dabei um Züge des Nahverkehrs. Das Fahrradabteil des Zuges ist außen am Wagen ebenfalls mit Fahrradsymbol gekennzeichnet. Für den Fahrradtransport ist zusätzlich zur Fahrkarte eine Fahrradkarte zu lösen. Auf der Strecke Regensburg-Hof ist zwischen Maxhütte-Haidhof und Hof die Fahrradbeförderung kostenlos, ebenso auf der Strecke Nürnberg-Prag zwischen Pegnitz und Marktredwitz (Stand 2003); hier tragen die entsprechenden Landkreise die Kosten.

Fahrrad-Hotline der Deutschen Bahn AG: Tel. 01805/151415

Wesentlich dichter als das Bahnnetz ist im nordostbayerischen Raum das Netz der Buslinien. Zwar gibt es in den Bussen der Regionalbus Ostbayern GmbH (RBO) keine generelle Fahrradmitnahme. Außerhalb der Stoßzeiten ist aber bei ausreichend Platz im Bus ein Fahrradtransport auf Anfrage durchaus möglich. Die Entscheidung trifft der Busfahrer. Hilfreich werden kann dies insbesondere bei Pannen oder anderen Schwierigkeiten unterwegs auf der Strecke.

Pannenhilfe

Überprüfen Sie vor Reisebeginn Ihr Fahrrad oder geben Sie es zur Inspektion, um Pannen vorzubeugen. Unverzichtbar im Gepäck sind Reifenflickzeug und Luftpumpe sowie ein Ersatzschlauch. Auch Werkzeug wie ein variabler Maulschlüssel, Schraubenzieher und Reifenheber sowie ggf. passende Inbusschlüssel sollten mit. Zur Ersatzteilbeschaffung oder für größere Pannen sind Orte mit Fahrradwerkstätten im Radführer gekennzeichnet.

Ein- und Ausreise 

Deutsche Touristen können bis zu 90 Tage mit gültigem Personalausweis oder Reisepass nach Tschechien einreisen. Die Dokumente müssen noch eine Restgültigkeit von mindestens 3 Monaten aufweisen. Für Kinder unter 15 Jahren ist ein eigenes Reisedokument oder der Eintrag im Elternpass erforderlich. 

Bitte informieren Sie sich rechtzeitig vor der Reise über die aktuell geltenden Vorschriften zur Einreise nach Tschechien, z.B. unter www.czech-embassy.de

Sprache

Deutschsprachige Touristen kommen in Hotels, Restaurants, Banken und Touristinformationen mit Deutsch oder Englisch weiter. Ein paar Worte Tschechisch sind aber hilfreich und eine Geste des guten Willens. Jedes Wort wird auf der ersten Silbe betont. Als Hilfe ist z. B. die Publikation „Do kapsy – Für die Hosentasche“ von Tandem (Koordinierungszentrum deutsch-tschechischer Jugendaustausch) zu empfehlen. 

Weitere Informationen unter www.tandem-org.de

Verkehrsvorschriften

Verkehrsregeln und Verkehrszeichen in der Tschechischen Republik gleichen denen der übrigen europäischen Länder. In Sachen Alkohol gilt auch für Radfahrer eine Null-Promille-Vorschrift. Auf dem Fahrrad besteht für Kinder bis zum 15. Lebensjahr eine Helmpflicht. Bei Verkehrsunfällen mit Personenverletzungen und größerem Sachschaden besteht unverzüglich Meldepflicht bei der Polizei, landesweit Tel. 158.

Landesgrenze

Achtung beim Grenzübertritt: Personalausweis unbedingt erforderlich! Bitte die Grenzöffnungszeiten beachten!

Eisendorf (durchgehend), 

Grenzübergang für Radler u. Fußgänger

Griesbach-Brand (1.4.-30.9. 6-22 Uhr, 1.10.-31.3. 8-18 Uhr) Grenzübergang für Radler u. Fußgänger

Radwegführer

Der Radführer zum Radfernweg Bayern - Böhmen ist für 6,50 EUR (ISBN 3-936990-07-7) erhältlich in allen Buchhandlungen, Landkartenverkaufsstellen, bei den Touristinformationen entlang der Radstrecke und beim Galli Verlag + Vertrieb GmbH, www.galli-verlag.de

Der Radwegführer enthält eine genaue Routenbeschreibung, detaillierte Karten im Maßstab 1:75.000, alle für Radfahrer wichtigen Infos zu den Orten entlang des Radweges Bayern-Böhmen und Reisetipps für Tschechien. Er ist ein idealer Begleiter im handlichen Taschenformat.

Die Routenausarbeitung, die Streckenbeschreibung und die Höhenprofile hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Landesverband Bayern e.V. erstellt. 

Dieses Projekt wird von der Europäischen Union

aus INTERREG III A gefördert.

Zu diesem Radweg ist beim Galli-Verlag folgende Radwanderbroschüre mit Kartographien im Maßstab 1 : 75 000 erhältlich:

ISBN: 3-936990-07-7 

EUREGIO EGRENSIS-Radfernweg Bayern-Böhmen

Marktredwitz - Neustadt a.d.W. - Weiden - Amberg - Burglengenfeld - Schwandorf - Schönsee - Eslarn - Tachov - Marienbad - Waldsassen - Marktredwitz

Kartographie 1:75.000, 12 x 22 cm, 64 Seiten, Radwegebeschreibungen, Fahrradreparaturwerkstätten, Ortsbeschreibungen, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten.   

Infos/Bezugsquellen

Weitere Informationen über die EUREGIO EGRENSIS erhalten Sie bei:

EUREGIO EGRENSIS Arbeitsgemeinschaft Bayern e.V.

Fikentscherstr. 24

D-95615 Marktredwitz

Tel. 09231/6692-0

Fax: 09231/6692-29 

info@euregio-egrensis.de

www.euregio-egrensis.de oder www.euregio-egrensis.org  

Tourist Information Fichtelgebirge

Gablonzer Str. 11, 95686 Fichtelberg,

Tel. (09272) 96903-0, Fax (09272) 96903-66

www.fichtelgebirge.de

Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald - Landkreis Tirschenreuth

Mähringer Str. 7, 95643 Tirschenreuth

Tel. (09631) 88223, Fax (09631) 88305

www.tirschenreuth.de und www.oberpfaelzerwald.de

Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald - Landkreis Neustadt a. d. Waldnaab

Stadtplatz 34, 92660 Neustadt a. d. Waldnaab

Tel. (09602) 79105 und 79106, Fax (09602) 79810

www.neustadt.de und www.oberpfaelzerwald.de

Tourist-Information Weiden

Dr.-Pfleger-Str. 17, 92637 Weiden i.d. OPf.

Tel.(0961) 4808250, Fax (0961) 4808251

www.weiden-oberpfalz.de

Tourist-Information Landkreis Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg

Zeughausstr. 1a, 92224 Amberg

Tel. (09621) 39-135, Fax (09621) 37605333

www.amberg-sulzbach.de/tourismus 

und Tel. (09621) 10239, Fax (09621)10863

www.amberg.de 

Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald - Landkreis Schwandorf

Obertor 14, 92507 Nabburg

Tel. (09433) 203810, Fax (09433) 203820

www.touristik-opf-wald.de und www.oberpfaelzerwald.de 

Tschechische Zentrale für Tourismus - Vertretungen in Deutschland Berlin: 

Karl-Liebknecht-Str. 34, 10178 Berlin

Tel/Fax: (030) 2044770 

München: 

Karlsplatz 3, 80335 München

Tel (089) 54885913-14, Fax (089) 54885915

www.czech-tourist.de 

Tourismusverband Ostbayern e.V.

Luitpoldstr. 20, 93047 Regensburg

Tel. (0941) 58539-0, Fax (0941) 58539-39

www.tourismus-ostbayern.de