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Chambtal-Radweg - Genusstour im mystischen Drachenland

Ausgangspunkt des Chambtal-Radwegs ist die 1000 Jahre alte Kreisstadt Cham im »Naturpark Oberer Bayerischer Wald« in der Oberpfalz. Die steigungsarme Route verläuft überwiegend verkehrsfrei auf meist asphaltierten Radwegen über Arnschwang, Furth im Wald, Eschlkam zum Grenzübergang Neuaign/ Vseruby (Neumark) nach Westböhmen. Das Streckenprofil des Chambtal-Radwegs weist hinsichtlich Topographie und Befahrbarkeit einen zweigeteilten Charakter auf. Die ersten 19 km ab Cham (≈140 hm) sind nahezu steigungs- und verkehrsfrei (Ausnahme vereinzelter Ortsdurchfahrten und Kreuzungsbereiche). Hervorzugeben ist die ausgezeichnete Asphaltqualität bis Arnschwang. Der nachfolgende Streckenabschnitt zur deutsch-tschechischen Landesgrenze Neuaign/Vseruby (17 km) weist hingegen ab Furth im Wald einen sanfthügeligen Charakter auf (≈290 hm). Ausgenommen des 4 km langen verkehrsfreien Radwegs zwischen Grossaign und Landesgrenze, verläuft die Route in diesem Abschnitt auf verkehrsberuhigten Nebenstraßen.
Chambtal-Radweg - Grenzenloses Radvergnügen
Das familienfreundliche Streckenprofil des Chambtal-Radwegs in der bayerisch-böhmischen Grenzregion wird maßgebend von der flachen 'Further Senke' bestimmt. Die ruhige abgeschiedene Lage im »Naturpark Oberer Bayerischer Wald«, verbunden mit dem flachen und großteils verkehrsfreien Streckencharakteristik entlang des mäandernden Chambs, bietet das optimale Mischungsverhältnis zwischen körperlicher Aktivität und inspirativem Naturgenuss. Dank der weitläufigen Auenlandschaft erweist sich diese Flusstour für Genussradfahrer als wahrer Glücksgiff, zumal die waldfreie Strecke faszinierende Ausblicke auf die höchsten Berggipfel des Bayerischen-Waldes und des Böhmerwalds erlaubt ohne dass die bezaubernde Bergkulisse das Höhenprofil erschwerend beeinflusst.

Stets präsent im Blickfeld: der markante Hohenbogen mit seinen unverwechselbaren Natotürmen und dem BR-Sendeturm. Der 8 km lange Höhenzug mit seinen Gipfeln Burgstall (976 m ü.NN.), Bärenriegel (1.017 mü.NN.), Eckstein (1.073 mü.NN.), Schwarzriegel (1.079 mü.NN.) und Ahornriegel (1.050 m) prägen dank exponierter Lage die Landschaftskulisse des Hohenbogenwinkel.
Chamer-Further Senke
Die etwa 40 km lange und 5-10 km breite Chamer-Further Senke, trennt die Grundgebirgslandschaften Oberpfälzer und Bayerischer Wald. Sie bildet eine natürliche Zäsur im ostbayerischen Grundgebirgszug, die sich aufgrund ihrer naturräumlichen Gegebenheiten nicht nur in der Höhenlage sondern auch im Nutzungsmuster deutlich von den angrenzenden Mittelgebirgen unterscheidet. Der östliche Landschaftsteil erreicht Höhen zwischen 400 bis 500 Meter, der gefällearme westliche Teil 360 bis 400 Meter. Die Senke, in denen Chamb und Regen mit ihren Nebenflüssen mäandrieren sind randlich von höheren Terrassen umgeben. An die Wiesenauen mit einer Vielzahl von Ufergehölzen, Altwässern, Gräben und Fischteichen schließen sich sanfte Rücken und Hügelgruppen aus Gneisen und Graniten an, wobei nur die Kuppenlagen mit Fichte und Kiefer bewachsen sind. Die Niederung der Cham-Further Senke stellt zugleich die Verbindung der Oberpfalz mit Westböhmen her.

Als Einschnitt zwischen Oberpfälzer und dem Bayerischen Wald stellte die „Further Senke“ einen der großen Völkerwanderwege Europas dar. Kaiser, Könige, Heerkolonnen und Handelszüge nutzten die geographischen Vorteile des flachen Chambtals und der Further Senke als Übergang zwischen Bayern und Böhmen. Die wichtige Wegeverbindung führte einst vom Donautal bei Regensburg über die Bodenwöhrer Bucht und die Cham-Further Senke durch das ostbayerische Grenzgebirge in den böhmischen Kessel.

Der Chambtal-Radweg durchquert in der Further Senke einen geschichtsträchtigen Naturraum, da er sich am Verlauf einer alten Handelsstraße orientiert, auf der bereits vor über tausend Jahren Feuersteine vom Bergwerk Abensberg-Arnhofen nach Böhmen (CZ) transportiert wurden (Feuersteinstraße). Der Flussradweg ist bis Kammerdorf (5 km) Teil des Grünen Dach Radwegs (305 km) und des Regental-Radwegs (166 km), während der Fernradweg München-Regensburg-Prag (470 km) bis Furth im Wald (20 km) deckungsgleich verläuft.
Höhepunkte bietet der Chambtal-Radweg gleich mehrere. So z.B. das Fahrradmuseum in Arnschwang, das die über 200 jährige Geschichte des Fahrrads von den ersten Anfängen des Karl Freiherr von Drais eindrucksvoll dokumentiert.
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| © TECHNOMUSEUM Mannheim |
Lange bevor sich der Mensch ins Auto setzte, mit der Eisenbahn fuhr oder ein Flugzeug betrat stieg er bereits aufs Fahrrad, das schon vor der Industrialisierung im 18. Jhrd. als praktisches Fortbewegungsmittel wertvolle Dienste leistete. Mehr als zweihundert Jahre liegen zurück, als Karl Freiherr von Drais am 12. Juni 1817 die Jungfernfahrt mit seiner von ihm erfundenen Laufmaschine unternahm. Drais, der mit vollständigem Namen Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn hieß grübelte damals darüber nach, wie man das Pferd - wenn schon nicht als Arbeitstier, so wenigstens als Mittel zur Fortbewegung für den Menschen ersetzen könnte. Sein unermüdlicher Erfindergeist brachte die "Laufmaschine" hervor, welche als Vorläufer des Fahrrads gilt. Drais' Erfindung war aus heutiger Sicht absolut revolutionär - prägt sie doch die Mobilität der Menschen maßgeblich bis in die Gegenwart. Parallel zur Fahrrad-Entwicklung standen später z.B. das Kugellager und der Luftreifen sogar für den Automobilbau Pate.

Im Fahrradmuseum kann man orginelle Radtrikots erwerben (solange der Vorrat reicht).

Nicht nur die Unterkellerung des Gebäudekomplexes aus dem 15.Jahrhundert, das die ehemaligen Schrazllöcher beherbergte und im Krieg als Unterschlupf und Vorratskammern diente ist ein Relikt aus vergangener Zeit, sondern ebenso die ehemalige Pferdewechselstation. Die Rossumspannstation war in den Zeiten des blühenden Salzhandels nötig, um erschöpfte Pferde auf ihrem mühsamen Weg von Regensburg nach Prag gegen frische Pferde auszuwechseln.
Am 17.4.2006 wurde der Förderverein Fahrradmuseum Arnschwang e.V. mit dem Ziel gegründet, ein Fahrradmuseum in Arnschwang zu errichten und zu betreiben. Zweck des Vereins ist die Förderung und Pflege der Fahrradkultur, insbesondere die Erforschung und Dokumentation der Entwicklungsgeschichte des Fahrrads und des Radfahrens.

Jedes Jahr von Neuem ein Riesenspektakel: In den ersten drei Augustwochen schwärmen tausende Besucher in die Stadt, um sich das Schauspiel des Further Drachenstichs anzusehen. Klar ist: wer die vielfältigen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten der Drachenstadt besichtigen möchte benötigt viel Zeit. Allein für ein entspanntes Sightseeing durch die historische Altstadt, Besuch der faszinierenden Museen sowie eine Vielzahl weiterer spannender Erlebnisse oder Ausflugsziele die sich rundherum erkunden lassen erfordert zwangsläufig einen längeren Aufenthalt. Ein großer Vorteil ist, dass sich der Stadtturm - Wahrzeichen der Stadt Furth im Wald (nach einem Stadtbrand in den Jahren 1864 bis 1866 im neugotischen Stil neu errichtet), die stattlichen Gebäude des Landestor- und Drachenmuseums sowie das Glockenspiel auf engstem Raum gegenüber dem Rathaus befinden. Der Stadtturm lässt sich im Rahmen eines Besuches des Landestor- und Drachenmuseums sogar besteigen, deren Aussichtsplattform eine wunderbare Rundumsicht bietet.

Es bietet sich an, vom Freizeitufer zur Staustufe an der Daberger Straße den unasphaltierten Panoramarundweg zu nehmen. Erstens erspart einem der schön gelegene Uferweg den Straßenanstieg den man zuvor herunter rollte, zweitens befährt man ein andere Verbindungsspange um wieder auf die Originalroute zu gelangen. Der Schotterweg führt schnurstraks zum begehbaren Kunstwerk „Mythos Drache“ (600 m).

Der Drache aus Deutschlands ältestem Volksschauspiel, dem „Further Drachenstich“ gab dem 2009 entstandenen staatlichen Hochwasserspeicher seinen Namen. Der 175 Hektar große See der den Chamb aufstaut, zählt zum wichtigsten Naherholungsgebiet dieser Region. Rund um den Stausee finden Erholungssuchende ein herrliches Naturrefugium, das obendrein mit seinem faszinierenden Bergpanorama begeistert.
Die Brücken-Skulptur ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Mythos Drachen, der lange Zeit "das Böse, das aus dem Osten kommt" symbolisierte. Nachts glüht es geheimnisvoll grün im Inneren, und von 22.00 bis 24.00 Uhr fällt ein roter Lichtstrahl auf das Wasser, der den "wunden Punkt" des Drachen sichtbar macht. Das Material der Skulptur besteht aus hochwertigem Cortenstahl.

Beim „Seuchauer Ufer“ befindet sich der Promenadenplatz mit Freizeitarena und Informationspavillon. Die größte Attraktion bildet das besteigbare Kunstwerk „Mythos Drache“, von deren Aussichtsplattform man einen wunderbaren Blick über den See genießt (in den Abendstunden stimmungsvoll beleuchtet). das als Symbol auf das Aufeinanderzugehen diesseits und jenseits der Landesgrenze erinnert.
Über das Jahr verteilt finden auf der Seebühne verschiedenste Veranstaltungen statt.

