Radwege -suche
»Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« - 'DO MUASST HI'

Foto: gemütliches Bahntrassenradeln auf dem beliebten Adalbert-Stifter-Radweg
'DO MUASST HI'
Der Winter ist gelaufen, die Radsaison 2026 kann kommen. Endlich wieder mehr Sonnenschein, längeres Taglicht und wärmere Temperaturen. Befreit vom lästigen Zwiebelschalenlook entfacht das Frühjahr mit zunehmender Lichtintensität die pure Lust zum Radfahren. Raus in die Natur und sich im Fahrradsattel entschleunigt den säuselnden Wind um die Ohren wehen bzw. sich frisch frei fröhlich inspirieren zu lassen. Nach monatelanger Kälte und widrigem Wetter wächst das Bedürfnis draußen an der frischen Luft wieder aktiv zu sein. Um die Reizschwelle noch mehr wach zu kitzeln kommen wir mit einem spannenden Destinationsvorschlag ums Eck. Der Fokus richtet sich auf eine Naturregion, in der die Uhren noch etwas langsamer zu ticken scheinen. Lüften wir den Vorhang: der »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«, im Land der finsteren Wälder, imposanten Berggipfeln, verschwiegenen Tälern, schier endlosen Waldpassagen mit ausgezeichneter Luftqualität, gurgelnden Gebirgsbächen, kristallklaren Bergseen, entlegenen Triftklausen und wildromantischen Hochmooren herzlich willkommen. Der Bayerische Wald« hat in der Tat viele Gesichter. Dies lässt sich sowohl auf die Landschaft, Topographie, Küche, Sitten, Tradition als auch im übertragenen Sinn auf die einheimischen Menschen beziehen denen Bodenständigkeit, Authentizität und Traditionsbewusstsein am Herzen liegen. Dazu eine Landschaft, die durch ihre rauhe Schlichtheit besticht.

Foto: einsam auf weiter Flur unterwegs über den Geiersberg zum Aussichtsturm Oberfrauenwald nahe Waldkirchen
Wer sich über sein Feriendomizil noch unschlüssig ist, sollte das Naturjuwel »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« im Landkreis Freyung-Grafenau mal genauer unter die Lupe nehmen. Nicht ohne Grund tragen mehrere Orte im Landkreis Freyung-Grafenau das Prädikat eines staatlich anerkannten Luftkurorts. Überreste einer ehemaligen Kulturlandschaft von Bergweiden und Streuobstwiesen konnten sich in der Schutzzone des Nationalparks Bayerischer Wald jahrzehntelang ohne menschliche Eingriffe prächtig entwickeln. Ein Segen, der Naturliebhabern zugute kommt bzw. Radfahrern in die Hände spielt. Dabei ist es völlig egal mit welcher Radgattung man sich auf eine spannende Entdeckungsreise begibt. Ob Rennrad, Gravelbike, Mountainbike, ebike oder Trekkingrad - das variantenreiche Routennetz bietet mit oder ohne e-Antrieb, On- oder Offroad für jedes Leistungslevel die passende Strecke. Apropos "Schotterräder": an alle, die noch nicht vom Gravel-Virus befallen sind bringt es eine sarkastische Bemerkung auf den Punkt. Grundsätzlich ist wegen der verkürzten Inkubationszeit höchste Vorsicht geboten. Heißt: einmal drauf gesessen und auf knarzendem Schotter durch den Wald gepfeilt, schon machen sich nach wenigen Kilometern erste Symptome bemerkbar. Dann hat der Suchtbazillus ganze Arbeit gleistet. Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt! Fakt ist, dass kein anderes Rad Sportlichkeit und unermessliches Naturerlebnis derart harmonisch vereint wie ein Gravelbike. Also nichts wie raus zum "Graveln" und der Sucht ihren freien Lauf lassen.

Eines ist sicher: inmitten einer atemberaubenden Mittelgebirgslandschaft lassen emotionale Begeisterungsschübe nicht lange auf sich warten, sobald die endlosen Weiten und beeindruckenden Panoramen ein Gefühl von unbegrenzter Freiheit vermitteln. Für Radtouristen ist die zauberhafte Naturkulisse ein echtes Eldorado. Vom Wandern einmal abgesehen, gibt es wohl keine bessere Fortbewegungsart als achtsames Genussradeln, um versteckte Kleinode aufzuspüren, Einheimische kennenzulernen, sich an landschaftlichen Reizen und historischen Sehenswürdigkeiten zu erfreuen, sowie an stillen Kraftorten die Seele Baumeln zu lassen. Trümpfe, die diese Naturregion für Radfahrer so reizvoll machen: beschilderte Routen mit abwechslungsreichen Streckenverläufen, idyllische (Wald-) Rastplätze, sagenhafte Aussichtspunkte, faszinierende Naturschauspiele und zünftige Einkehrmöglichkeiten. Im Prinzip ein Package, aus denen schlicht und ergreifend Radlerträume gestrickt sind. Dazu erweitern noch unzählige Schautafeln den Wissenshorizont, die Einblicke über das Land, seiner Bevölkerung, Kultur und Geschichte gewähren.
Aufsteigen und genießen - Absteigen noch mehr genießen
Macht sich allmählich ein Erschöpfungszustand bemerkbar, wächst die Vorfreude auf einen erholsamen Einkehrschwung mit jeder Kurbelumdrehung. Somit geht das Landschafts- und Genusserlebnis ineinander über, denn nach strapaziöser Kurbelarbeit sich relaxt zurückzulehnen und die niederbayerischen Kochkünste auf der Zunge zergehen zu lassen ist nunmal der Himmel auf Erden. Allen voran regionaltypische Schmankerln wie Schweinebraten · Fleischpflanzerl · Kartoffelschmarrn · Kasnocken · Krautwickerl etc. runden eine anstrengende Radtour perfekt ab und schürt letzten Endes auch die Lebensfreude. Erfreulich auch, dass viele familiär geführte Gastronomiebetriebe aus Überzeugung und Leidenschaft für Regionalität, Saisonalität und Nachhaltigkeit stehen. Radeln im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« ist also in doppelter Hinsicht ein wahrer Genuss - landschaftlich wie kulinarisch. Ob Fisch, Fleisch, Pasta, Salat, Gemüse, Gutes und Gesundes in beschatteten Biergärten zu genießen, da schmecken deftige Brotzeiten oder raffiniert gekochte Menüs sowie das bayerische "Nationalgetränk" schlechthin - das Bier - gleich doppelt so gut.

Foto: deutsch-österreichischer Grenzübergang Pendelin / Furt nahe Lackenhäuser (Gemeinde Neureichenau) am Fuße des Böhmerwaldkamms
Mittelgebirgsprofil

Dass die Topographie im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« überwiegend bergigen Charakter aufweist liegt auf der Hand. Doch im Gegensatz zu früher, als das ständige bergauf und bergab stramme „Wadeln“ und ausgezeichnete Kondition abverlangte, hat sich seit Einführung der ebikes das Blatt grundlegend gewandelt. Gerade für Leistungsschwächere ist die Technologie ein wahrer Segen. Alter, Fitnesszustand oder Handicaps sind heutzutage kein Ausschlußkriterium für bergiges Terrain mehr, außer fahrtechnische Barrieren schieben einen Riegel davor. Längst gehören "Stromer" auch in Bergregionen zum alltäglichen Erscheinungsbild. Selbst steilere Anstiege stellen keine unüberwindbaren Hürden dar, weswegen faszinierende Aussichtsgipfel wie der Dreisesselberg, Haidel und Brotjacklriegel problemlos als begeherenswertes "Sehnsuchtziel" angesteuert werden können, zumal die Dreisesselstraße bzw. Forstwege fahrtechnisch barrierefrei sind.
![]() |
| © ILE Abteiland |
Falls alle Stricke reißen bzw. wer mit Kindern unterwegs ist und großes Landschaftskino mit sagenhaftem Bergpanorama zum körperlich leistungsfreien Nulltarif erleben möchte, nimmt einfach den Radbus der Dreisesselbuslinie, der Waldkirchen (573 m ü.NN.) komfortabel mit dem Parkplatz Dreisesselberg auf 1.243 Meter Höhe verbindet. Somit kommt wirklich jeder naturliebende Mensch in den Genuss des Gipfelglücks.

Foto: Hochstein (1333 m ü. NN) - die Granitfelsgruppe bildet die höchste Stelle des Dreisesselbergs
Eintauchen in ein unvergleichliches Naturerlebnis, genussvoll durch die hügelige Naturlandschaft gondeln und hier und da in einen lauschigen Biergarten einkehren. Eine Kombi, die passionierte Radler lieben. Für Familien und Freizeitradler sind Bahntrassen-Radwege erste Wahl, weil dessen nivellierte Steigungen kaum mehr als 3% betragen. Die Familienparadestrecke - der »Adalbert-Stifter-Radweg« - ist auch für kleinere Kinder kein Problem, bzw.die fein gekieste Fahrbahnoberläche kann auch im Gespann mit Trailern/Kinderanhängern ohne weiteres befahren werden. Etappenradlern legen wir die 183 km lange »Radrundtour von der Donau zur Donau« ans Herz, die Fluss- und Bahntrassen-Radwege harmonisch miteinander verbindet. Und Gravelbiker können auf dem großflächigen Netz an Forst- und Schotterwegen ihrer Leidenschaft freien Lauf lassen, während Rennradler sich am Dreisesselberg (1.333 m ü.NN.) abarbeiten können.

Foto bei Irlesberg/Röhrnbach: Schnittpunkt »Donau-Ilz-Radweg«, »Adalbert-Stifter-Radweg«, »Donau-Bayerwald-Route«
Die »Donau-Bayerwald-Route« die durch das Ilztal und das wellige Dreiburgenland verläuft gilt gemeinhin als Geheimtipp, wenngleich das Streckenprofil der 103 km langen Rundtour mit 2.050 Höhenmeter eine gehörige Portion Wadenschmalz benötigt, oder andernfalls ein kraftschonendes ebike verlangt. Da die Route in Irlesberg/Röhrnbach mit dem Donau-Ilz-Radweg und Adalbert-Stifter-Radweg zusammentrifft, bietet der Knotenpunkt Anbindungsmöglichkeiten bzw. eröffnet individuelle Kombinationsalternativen. So verschieden Geschmäcker auch sein mögen, so unterschiedlich repräsentiert sich das gigantische Tourenpotential im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«. Gewundene Täler im Wechsel mit Hochflächen, bis hin zu steilen Bergflanken rollt das Gelände sowohl genussorientierten Freizeitradlern als auch ambitionierten Radsportlern bzw. Gravel- und Mountainbikern sprichwörtlich den "roten Teppich" aus. Ob gemächliches Bahntrassenradeln mit nivellierten Steigungen und sanftem Gefälle, oder bergauf, bergab auf dem flussverbindenden »Donau-Moldau-Radweg - es gleicht schon fast einer Qual der Wahl, welcher Route man den Vorzug gibt.
Grenzenloser Radlspaß
Abgesehen vom inländischen Radwegenetz hat der Landkreis Freyung-Grafenau ein Ass im Ärmel, das Radtouristen besonders schätzen. Als sei das enorme Tourenpotential hierzulande nicht schon fast zuviel des Guten, erweitern (Rund-) Touren am Grenzkamm des Bayerischen Waldes ins nah gelegene Naturschutzgebiet Šumava im Böhmerwald bzw. im oberösterreichischen Mühlviertel den Aktionsradius beträchtlich. Möglich machen es mehrere Fußgänger- Radfahrergrenzübergänge (CZ/A), die dem grenzenlosen Radlspaß enorm Vorschub leisten. So verlaufen gleich mehrere (Fern-) Radwege über den Grenzübergang Haidmühle – Nové Údolí, womit das Radwegenetz mit den Nachbarstaaten hervorragend vernetzt ist und dem Radparadies die Krone aufsetzt. Wieso also in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Mitnichten eine abgedrosche Phrase, denn Tritt um Tritt ist man vom herrlichen Naturzauber in dieser Gegend überwältigt. Der "Woid" - wie ihn die heimischen "Bayerwaldler" liebevoll nennen - ist gerade für Naturliebhaber ein wahrer Segen.

Foto: Plöckensteinsee - Abstechervariante vom Dreiländer Radweg / Drei-Länder-Radtour
Das romantische Tal der Kalten Moldau - das bis auf eine lokale Eisenbahnlinie im übrigen verkehrsfrei ist - zum Moldaustausee nach Nova Pec ist für Familienradler - aber auch alle anderen - ein echter Geheimtipp. Parallel dazu schlängelt sich der knapp 200 Meter höher gelegene Schwarzenberger Schwemmkanal durch den mystischen Böhmerwald, der nur unweit vom Grenzort Haidmühle seinen Ausgang nimmt. Erschlossen ist die dicht bewaldete Gegend durch den länderübergreifenden »Dreiländer-Radweg« und die »Drei-Länder-Radtour«, die zusätzlich das oberösterreichische Mühlviertel tangieren. Die anspruchsvollen Radrouten geizen nicht mit Anstiegen. Auf großteils unterschiedlicher Streckenführung verlaufen beide Routen in entgegengesetzter Fahrtrichtung am Schwarzenberger Schwemmkanal gemeinsam entlang.

Foto: Dreiländer-Radweg
"Pozor! Státní Hranice"! Auf Deutsch: "Achtung! Staatsgrenze". Früher eine schwer bewachte Grenzlinie, heute eine durchlässige Grenze für Naturliebhaber. Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs kann die Staatsgrenze zur CZ-Republik von EU-Staatsangehörigen zu jeder Tageszeit an jedem beliebigen Ort mit gültigem Reisedokument überquert werden. Die unbesetzten Fußgänger- und Radfahrergrenzübergänge in Haidmühle/Udoli, Finsterau/Bucina, Plöckenstein (CZ/A), Bischofsreut/Marchhäuser, Lackenhäuser/Schwarzenberg, Guglwald/Haslach und Aigen-Schlägl/Ulrichsberg ermöglichen die Ein- und Ausreise in die Nachbarstaaten Tschechien und Österreich sogar ohne Grenzformalitäten, weshalb der Tourismus boomt. Bei Grenzübertritt ist ein gültiges Reisedokument mitzuführen.

Foto: Schwarzenberger Schwemmkanal das "achte Weltwunder" im Böhmerwald
Die »Sumava-Rundtour« (Moldauquelle) und der »Nationalpark-Radweg« bereichern das länderüberschreitende Routenportfolio enorm. Wie man sieht, sind Radfahrern im Dreiländereck im wahrsten Sinne des Wortes keine Grenzen gesetzt. Dank der Rad- und Fußgängergrenzübergänge lässt sich der Aktionsradius beliebig erweitern bzw. ausgewählte Tourabschnitte miteinander kombinieren. Im Grunde belanglos welche Route auserkoren wird, denn das dünnbesiedelte Gebiet hält entrückte Kraftorte parat, an denen sich die eigene Mitte finden lässt. Meditative Momente in denen selbstvergessen die Zeit scheint stehen zu bleiben.

Beim Rad- und Biketourenknotenpunkt Frauenberg (872 m ü.NN.) - 4 km von Haidmühle entfernt - kreuzen sich mehrere Radwege, Mountainbike- und Gravelbike-Touren: Adalbert-Stifter-Radweg, Donau-Moldau-Radweg, Drei-Länder-Radtour (Startpunkt), TRANS BAYERWALD, Dreiländer-Radweg sowie fünf hoch attraktive Gravelbikerouten.
Die Destination »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald«, ist von ihrer wildromantischen Natur- und Kulturlandschaft im "Land der Stille" - wie es einst der weltbekannte Schriftsteller Adalbert Stifter formulierte - geprägt. Kostbare Naturjuwelen, deren reizvolle Sehnsuchtslandschaften die Sinne betören und eine beruhigend-inspirierende Wirkung entfalten. Mit anderen Worten: seinen Radurlaub im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« zu verbringen bedeutet das Leben dort zu genießen, wo es am schönsten ist. Dem pflichtete schon der weltberühmte Schriftsteller und Dichter Adalbert Stifter bei: „Sag niemals, dass etwas schön ist, wenn du nicht den Bayerischen Wald gesehen hast.“ Wie wahr diese Worte sind, kann der Naturliebhaber heute in der Region Tritt um Tritt selbst erleben.

Foto: Hochstein (1.333 m ü.NN.) - höchste Stelle des Dreisesselbergs, über den die Elbe-Donau-Wasserscheide verläuft
Landschaftskino
Urlaub daheim - dort wo man sich am wohlsten und tief verwurzelt fühlt. Heimat ist im besten Fall jene Region, wo das Herz zuhause ist. Doch wer kann schon von sich allen Ernstes behaupten, sein Heimatland bis in den letzten Winkel zu kennen? Geschweige denn, ein weit verzweigtes Radwegenetz, das verborgene Kleinode in malerischen Ecken des Landes, schmucke Städtchen und idyllische Dörfer erschließt. Sich dafür genügend Zeit zu nehmen ist eine Selbstverständlichkeit. Um im doppelten Wortsinn interessante Informationen zu erfahren, lohnt es sich allemal stressless ohne selbstauferlegten Zeitdruck im Wohlfühltempo die Gegend zu "durchforsten".

Die abgeschiedene Lage am nordöstlichsten Landkreiszipfel wo drei Länder aufeinander treffen (der Böhmerwaldkamm fungiert zwischen Dreisesselberg und Plöckenstein als Grenzlinie fungiert der, bietet der Dreiländer-Radweg und die Drei Länder Tour - beide umkreisen den Gebirgsamm - entlang des Schwarzenberger Schwemmkanals buchstäblich "grenzenlose" Tourerlebnisse. Jene Region, von der Adalbert Stifter in seiner Reiseerzählung "Aus dem bairischen Walde" (1867) das bekannte Zitat stammt: „Waldwoge steht hinter Waldwoge, bis eine die letzte ist und den Himmel schneidet.“

Dort wo sich noch ursprüngliche Natur entfalten kann und diese sich im Nationalpark Bayerischer Wald ohne größere menschliche Eingriff zu einer einzigartigen Wildnis entwickeln darf, dürfen Radfahrer sich auf ausgewiesenen Wegen frei bewegen (Naturparkranger kontrollieren die Einhaltung der strengen Nationalparkregeln). Eben weil die einzigartige Landschaft nach der Nationalparkphilosophie "die Natur Natur sein lassen wie sie ist" und diese frei nach ihren Gesetzen gedeiht wie nirgendwo sonst zwischen Atlantik und Ural, öffnet die Mittelgebirgsregion für Naturliebhaber - respektive dem sanften Tourismus Tür & Tor. Schließlich ist neben der Flora & Fauna gleichsam der Mensch Nutznießer intakter Natur. Wird beispielsweise der Nationalpark-Radweg befahren oder Radtouren im grenzüberschreitenden Nationalpark Sumava unternommen fühlt es sich nach gewisser Zeit schon fast wie eine Seelenmassage an.

Bild: Fußgänger- Radfahrergrenzübergang Bischofsreut/Marchhäuser
Keine Frage, Heimaturlaub zeitigt viele Vorzüge, vor allem wer dem Thema Umweltschutz bzw. Klimawandel eine zentrale Bedeutung einräumt. Nicht erst seit der Coronapandemie - aber nichtsdestoweniger auch deshalb - wurden vielen Menschen die Augen geöffnet, welch attraktive Heimatreviere quasi vor der Haustüre stiefmütterlich dahin schlummern, was so manch beschauliche Region urplötzlich ins touristische Rampenlicht katapultierte. So unerwartet schnell können sich verstetigte Trends wandeln, galt doch Deutschland jahrelang als unangefochtener Reiseweltmeister mit den meisten Reisenden ins Ausland (aktuell hinter USA und China auf Platz drei abgerutscht).

Bild: der Donau-Moldau-Radweg stellt eine erstklassige Verbindung zwischen beiden Flüssen her

Wem Touristentrubel oder überlaufene Ausflugsziele (Hot-Spots) ein Graus sind, der trifft in der ostbayerischen Region voll ins Schwarze. Ruhige Naturräume bieten einen trefflichen "Nährboden", den tristen Alltag hinter sich zu lassen und mit allen Sinnen sich der Natur zu widmen. Während Tourismushochburgen häufig unter dem Ansturm von Urlaubsgästen stöhnen und Urlaubsgäste sich auf ausgetretenen Pfaden schon fast auf die "Füße" treten, ist im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« von ausufernder Naturnutzung nicht im Geringsten etwas zu spüren.
Abseits jeglicher Touristenströme liegt Naturliebhabern eine nahezu zivilisationsfreie (Wald-) Landschaft zu Füßen, die fern von Hektik, Alltagsstress und Verkehrslärm ein erholsames Rückzugsrefugium bietet. Gerade dort, wo die Uhren etwas langsamer ticken und der Mensch eine Symbiose mit der Natur einzugehen vermag, schlägt der ersehnte Entspannungs- und Erholungseffekt voll durch. Was gibt es schöneres als seinem Hobby leidenschaftlich zu frönen und sich den schönen Dingen des Lebens zu widmen? Positive Energie, Lebensfreude und Zuversicht - davon kann kein Mensch genügend haben. Dass die Natur als Stimmungsaufheller wirkt und eine unbandig heilsame Wirkung auf Körper, Geist und Seele entfaltet, ist ja hinlänglich bekannt. Wie heißt es so schön im Volksmund: "In der Ruhe liegt die Kraft."

Foto: Anfahrt zum Rad- und Fußgänger-Grenzübergang Pendelin/Furt bei Lackenhäuser mit direktem Blick auf den Böhmerwaldkamm
Selbst wenn man von verkehrsfreien Radwegen auf Straßen ausweicht, braucht man keinen dichten Straßenverkehr befürchten. Auch deshalb bereiten Radtouren, die verborgene Kleinode in malerischen Ecken des Landes erschließen und "herausgeputzte" Dörfer mit bezauberndem Flair passieren soviel Spaß. Verkehrslärm, Reizüberflutung, Adrenalinkicks oder spektakuläre Superlativen wird in der Ferienregion gegen Stille, Abgeschiedenheit, Naturkulisse und saubere Luft eingetauscht. Diesbezüglich ist der »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« ein echter "Geheimtipp", zumal das breitbandige Streckenspektrum alle Radfahrtypen anspricht - egal über welches Leistungsvermögen man verfügt.

Bild: Hochstein (Dreisessel)
Der mächtige Bergzug mit seinen Felsgipfeln Dreisessel, Hochstein und Plöckenstein bildet als natürlicher Grenzwall den Länderscheid von Deutschland, Tschechien und Österreich. Der Sage nach saßen vor langer Zeit die Könige der drei Länder auf dem Dreisesselfelsen und stritten um die Grenzen ihrer Länder. Der Name Dreisessel stammt aus dem 17. Jahrhundert und bezeichnete die drei gewaltigen Sesseln ähnelnde Felsgruppe. Heute beschreibt der Begriff das gesamte Bergmassiv, deren höchste Erhebung mit 1.378 Meter der Plöckenstein (CZE) ist.

Es ist immer wieder erstaunlich, welch magische Anziehungskraft Bergipfel aussenden. Erst recht wenn bei guter Fernsicht (z.B. Fön) das atemberaubende Alpen-Panorama ins Auge sticht. Apropos Aussicht: mit sog. Aussichtsbergen bzw. Aussichtstürmen - als da wären Dreisessel, Haidel, Brotjacklriegel und Oberfrauenwald - ist der »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« wahrlich reich gesegnet. Das Gute daran ist, dass dank Elektroräder auch unterdurchschnittlich trainierten Freizeitradlern bzw. Senioren einzigartige Gipferlebnisse nicht mehr verwehrt bleiben. Berge hin oder her, leistungsschwächere Radfahrer haben heutzutage kaum mehr was zu befürchten, da Anstiege bei zugeschaltetem Akku ihren Schrecken gänzlich verloren haben. Hinsichtlich einheitlicher Schwierigkeitsgradklassifizierungen ist zu differenzieren, ob man mit oder ohne "e" unterwegs ist. Es geht weniger darum, ob man eine Strecke schafft, sondern vielmehr darum, welche Akku-Reichweite (je nach Streckenprofil und individueller Fahrweise) das Bike hergibt. Freilich erfordern steilere Abfahrten im unwegsamen Gelände ein Mindestmaß an Fahrtechnik, weshalb eine gesunde Selbsteinschätzung Grundvoraussetzung für die eigene Sicherheit ist.
Es gibt nur wenige Tourismusregionen, die den individuellen Bedürfnissen vieler Radfahrtypen gerecht wird. Das Attribut "Rad-Eldorado" ist in diesem Fall alles andere als eine nichtssagende Worthülse, sondern trifft vielmehr den Nagel auf den Kopf. Das Revier "liefert", auch weil es allen Facetten - sprich Spielarten - sowohl Onroad wie Offroad - gerecht wird, was sich im übrigen auch in zahlreichen Radsport-Events eindrucksvoll widerspiegelt. So erfreut sich der »Freyunger Dreiänder-Radmarathon«, die »Nationalpark-Dreisessel- Radrundfahrt« und der Quälspaß am Dreisessel großer Beliebtheit.

Urige Einkehrmöglichkeiten machen sozusagen das "Kraut fett", d.h. gemütliche Auszeiten runden letztlich eine gelungene Radtour erst perfekt ab. Trotz alledem sollte man in der dünn besiedelten Gegend grundsätzlich Proviant wie z.B. Energieriegel, Obst bei jeder Tour dabei haben und natürlich auf ausreichenden Flüssigkeitsvorrat achten. Wer den Dreisesselgipfel auf der Dreisesselstraße erklimmt, darf sich nach dem schweißtreibenden Anstieg verdientermaßen auf einen leckeren Energienachschub im Bergasthof Dreisesselhaus bzw. im Biergarten in luftiger Höhe freuen.
Leidenschaftliche Tourenradler wissen die Gunst der Stunde zu nutzen und peilen gerne nebelfreie Hochlagen an. Besonders die Mittelgebirgshochlagen bieten bei gutem Wetter von März bis weit in den November hinein phantastische Bedingungen. Während in Flussniederungen und Tallagen zähe Nebelschwaden wabbern, strahlt in Höhenlagen häufig die Sonne und ein grandioses Panorama buchstäblich erstrahlen lässt.
An Aussichtsgipfeln mangelt es im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« nicht, weswegen Urlaubsgäste wie Einheimische in den höchsten Tönen darüber schwärmen. Zu den herausragensten Gipfel zählen: Rachel (1.453 m), Lusen (1.373 m), Dreisessel (1312 m), Hochstein (1332 m), Almberg (1.142 m), Haidel (1.167 m) und Brotjacklriegel (1.011m).
Bayerischer Wald
Der Bayerische Wald bildet zusammen mit dem Böhmerwald das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas. Dabei grenzt die Mittelgebirgsregion »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« an die Landkreise Passau, Deggendorf und Regen, und bildet die Landesgrenze zu den Nachbarstaaten Tschechien und Österreich. Radtouristen profitieren im Landkreis Freyung-Grafenau von einer Szenerie, die mit ihren sauerstoffreichen Wäldern, saftigen Wiesenhängen, gezackten Bergrücken, lieblich gewelltem Hügelland, plätschernden Gebirgsbächen und smaragdgrünen Bergseen buchstäblich die Sinne verzaubert. Unlängst erbrachte eine Studie den Nachweis, dass nur eine Woche Bewegung im Wald signifikant die Entzündungsparameter im Blut absinken lassen und der Körper vermehrt Immunzellen bildet. Dicht bewaldete Naturregionen wirken wie ein wahrer Gesundbrunnen. Wer sich dort länger aufhält bzw. beim Radfahren saubere Luft einatmet und geballte Lebensfreude verspürt, betreibt quasi eine rezeptfreie, ganzheitliche Gesundheitsvorsorge. Gleichwohl bleibt es dem Beobachter nicht verbrogen, welch zerstörerisches Machwerk der Borkenkäfer vollbringt. Doch in den letzten Jahren bleibt nicht verborgen, welch wundersame Erneuerung sich durch nachwachsende Vegetation - völlig frei von Menschenhand - wie Phönix aus der Asche vollzieht.

Im Bild die Kneippanlage Jogl am Mirasatbach, die sich vielleicht am schönsten Bahntrassen-Radweg von Bayern, am Schnittpunkt des Adalbert-Stifter-Radweg mit der Haideltour-Route nahe Haidmühle befindet.
Die Vielfalt erstreckt sich von familiengeeigneten Touren mit flacherem Profil, über wellige Strecken bis hin zu anspruchsvollen Bergtouren mit knackigen Anstiegen. Entschleunigte Genußtouren auf stillgelegten Bahntrassen wie z.B. dem Adalbert-Stifter-Radweg oder Donau-Ilz-Radweg bereiten (nicht nur Familien) auf Schritt und Tritt richtig Spaß. Im Gegensatz dazu bietet der Dreisessel, Haidel oder Brotjacklriegel für Gipfelstürmer reichlich Höhenmeter. Nicht unbedingt ein Zuckerschlecken, wobei einem ein e-Antrieb mit ordentlich Schubkraft viel Arbeit abnimmt.

Bild: Salzsäumerstadt Waldkirchen
Der niederbayerische Bayerwald-Landkreis weist eine sehr inhomogene Topographie auf. Während entlang des Grenzkamms das Gelände mit Dreisessel, Haidel, Almberg, Rachel und Lusen ausgesprochen bergig ist, ist die südliche Region rund um die Bayerwaldstädte Freyung, Grafenau und Waldkirchen bzw. dem Dreiburgenland und Sonnenwald vorwiegend von sanftwelligem Charakter mit moderaten Steigungen geprägt. Deswegen spielt es auch keine Rolle mit welchem Rad man im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald unterwegs ist, denn die Naturregion ist für jeden Zweiradliebhaber ohne Wenn und Aber ein verlockendes "Radl-Gedicht"!
Aussichtsberge
- Haidel (1167 m) 35 m hoher Aussichtsturm (0.4 km Abstecher =>TRANS BAYERWALD Nord, 3. Etappe)
- Dreisessel (1.333 m) => TRANS BAYERWALD Nord, 3. Etappe
- Brotjacklriegel (1.011 m), 27 m hoher Aussichtsturm (1.0 km Abstecher => TRANS BAYERWALD Süd, 6. Etappe)
- Ochsenstiegl (622 m), 25 m hoher Aussichtsturm (bei Thurmansbang)
- Oberfrauenwald (948 m) 7 km östlich von Waldkirchen, 27 m hoher Aussichtsturm (1.2 km Abstecher => TRANS BAYERWALD Nord, 2. Etappe)
Fazit
Wer ein attraktives Radparadies sucht fühlt sich im Naturjuwel »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« bestens aufgehoben. Tourenradler wie Gravelbiker (5 Routen, von denen jede einzelne Tour ein Hammererlebnis verspricht) aber auch Mountainbiker liegt ein faszinierendes Routennetz zu Füßen. Immerhin durchquert die »TRANS BAYERWALD« Nord (Etappe 2-5) auf einem 163 Kilometer langen Abschnitt das wildromantische Naturidyll des Grünen Dach Europas im »Nationalpark-FerienLand Bayerischer Wald« bzw. die Südroute (5. Etappe) streift beim Brotjacklriegel kurzzeitig den Landreis Freyung-Grafenau.

