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Regental-Radweg - Die faszinierende Bayerwaldmagistrale
Der Natur auf der Spur
Willkommen im wildromantischen Regental, dessen sanfte Flusslandschaften für entspannte Radtouren geradezu prädestiniert sind. Idyllisch verläuft die Flussroute von Regensburg durch weitgehend unberührte Naturlandschaften, tangiert malerische Orte und führt auf Rad- und Wirtschaftswegen sowie schwach befahrenen Nebenstraßen zum Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. Ideal für Genussradelnde, die abwechslungsreiche Strecken bevorzugen, sich ein großartiges Naturerlebnis wünschen und von steileren Anstiegen verschont bleiben wollen. Die Regentalroute steht dafür, entlegene Landstriche in einer der schönsten Ecken samt der reinsten Luft Deutschlands mit allen Sinnen erleben zu können.

Rastplätze, Sitzbänke, Unterstellpavillons und Badestellen gibt's entlang den Regenauen zuhauf, wo man beispielsweise in den frühen Morgenstunden achtsam einem Vogelkonzert und Blätterrauschen lauschen kann. Gelegenheiten für gemütliche Verschnauf- bzw. Brotzeitpausen gibt's so viele, dass ein Zeitplan unversehens aus den Fugen geraten kann. Andererseits sind Gelassenheit und Achtamkeit entscheidende Merkmale, die Radwandertouren zum entspannten Erlebnis machen. Warum nicht mal alle "Fünfe gerade sein zu lassen", spontan vom Zeitplan abweichen und den Radtag befreit von einer beengten Zeittaktung locker angehen? Nach einer erholsamen Rast, einem Vesper oder einem Einkehrschwung wird umso motivierter die Kurbel geschwungen und die Tour energiegeladen und kraftvoll fortgesetzt.
Radwandern ist beileibe nicht nur Naturgenuss – es ist Bewegung, Mentalkraft und Lebensschule in einem. Es macht den Kopf frei, verheißt euphorische Glücksgefühle und lässt dazu auch noch reichlich Kalorien verbrennen. Radfahren ist gesund und macht glücklich! Da passt der berühmte Ausspruch des römischen Dichters Juvenal ‚Mens sana in corpore sano' der besagt, dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper wohnt.
Die Regentaltour verspricht jedenfalls eine spannende (Zeit-) Reise durch facettenreiche Landschaftsabschnitte, in denen man Land & Leute, Kultur & Brauchtum bestens kennenlernen kann. So erfährt der Radfahrer Interessantes, Überraschendes aber auch Kurioses. Los geht's in der quirligen Welterbestadt Regensburg mit fast 180.000 Einwohnern, weiter über malerische Dörfer und pittoreske Städte Nittenau, Roding, Cham, Viechtach, Regen, Zwiesel bis das beschauliche Bayerisch Eisenstein, das weniger als 1.000 Einwohner zählt an der deutsch-tschechischen Grenze erreicht ist. Der Spannungsbogen bleibt auf der gesamten Tour erhalten, wie allein schon die krassen Gegensätze des Start- und Zielorts zeigen. Mit der UNESCO Welterbestadt Regensburg als Ausgangspunkt beginnt das spannende Raderlebnis gleich mit einem sehenswürdigen Paukenschlag. Kaum wird die pulsierende Großstadt Regensburg aber verlassen, schon kann man gedankenversunken seinen melancholischen Gefühlen ungestört freien Lauf lassen und die stimmungsvolle Aura entlang des Flusses meditativ aufsaugen.

Foto: neu erbaute Regenbrücke nahe Cham im »Naturpark Oberer Bayerischer Wald«(KM 76)
Trotz unvergleichlicher Naturidylle - gepaart mit familiengeeigneter Streckenführung - führt der Regental-Radweg im Vergleich zu populären Flussklassikern eher ein stiefmütterliches Schattendasein, obwohl die Etappentour in vielerlei Hinsicht eine Spitzenposition verdient. Mangelnder Bekanntheitsgrad verschafft der "Bayerwaldmagistrale" jedoch den Vorteil, gewissermaßen einen ultimativen Geheimtippstatus inne zu haben, dessen Tourerlebnis darin gipfelt, dass schwach besiedelte Gebiete eine faszinierende Kombination aus Natur, Kultur, Genuss und lieblicher Charm versprechen, die emotional berühren.
Allein die Vorstellung, abwechselnd auf steigungsarmen Flussradwegen, ehemaligen Bahntrassen, verkehrsarmen Nebenstraßen, entlegenen Waldpfaden und knarzenden Schotterwegen stressless die Kurbel zu schwingen knipst das Kopfkino an. Solch wechselhafte Wegeeigenschaften - in einer ständig sich verändernden Landschaftskulisse erstickt jegliches Gefühl von Langeweile im Keim. Wohl kaum eine Tour bietet derart spannungsgeladene Gegensätze, auch weil man nicht stoisch einem geradlinigen sondern einem mäandernden Flussverlauf folgt, der bei jeder Biegung spannende Überraschungsmomente birgt. Entlang der Flussauen genießt man in beschaulicher Kulisse eine unberührte Naturidylle, während man urbanes Gebiet verhältnismäßig selten zu Gesicht bekommt. Überwiegend radelt man einsam - oder in einer kameradschaftlichen Gruppe - auf weiter Flur durch vier Urlaubsregionen, deren Höhenzüge hervorragende Ausblicke über die dicht bewaldete Mittelgebirgslandschaft bieten. Grün so weit das Auge reicht, blühende Landschaften im steten Wechsel mit duftenden Waldpassagen, dazu historische Marktplätze, Wallfahrtskirchen, trutzige Burgen, chillige Ufersitzplätze, malerische Kleindode und inspirierende Kraftorte, an denen man am liebsten "ewig" verweilen möchte - nur um einige Beispiele aufzuzählen. Dies schafft reizvolle Urlaubsmomente und sorgt für reichlich Fahrspaß. Das Landschaftskino erreicht buchstäblich seinen Höhepunkt, sobald die Bayerwaldgipfel wie der Große Arber (1.456 m), Osser (1.293 m), Kaitersberg (1.132 m) und Hoher Bogen (1.073 m) - ein Gebirgsmassiv das sich über 8 Kilometer erstreckt und fünf Gipfel umfasst - ins Blickfeld rücken. Dazu findet man in ausgewiesenen Naturschutzzonen eine üppige Vegetationsvielfalt vor, die in einem inzwischen recht kleinräumigen und dicht besiedelten Land wie Deutschland - welche den Raum für die Natur zunehmend einengt - leider eine Ausnahme darstellt.

Massentourismus haben Feriengäste im Bayerischen Wald beileibe nicht zu befürchten. Ganz im Gegenteil, hier herrschen noch leisere Töne und man wird das Gefühl nicht los, dass hier die Uhren scheinbar langsamer getaktet sind als anderswo. Unglaublich, dass sich das Naturjuwel entlang des Regen über eine Länge von 166 Kilometern erstreckt, was jeden Naturliebhaber in Gefühlswallung bringt und nicht selten für euphorische Glücksmomente sorgt. Selbstredend, dass es sich in einer ländlichen Gegend mit geringer Besiedlungs-, und Verkehrsdichte - verbunden mit sauberer Mittelgebirgsluft - besser und gesünder „sporteln“ lässt. Ein energetisches Umfeld, das uns fürs Alltagsleben nachhaltig stressresistenter macht.
Genug der Argumente. Setze den Regental-Radweg auf die To-Do-Liste - sprich "Bucket-List" und mach die Probe auf's Exempel. Tauche in die Magie des Bayerischen Waldes ein, wo Himmel und Erde miteinander verschmelzen und die kosmische Weite und mystische Stille das Gefühl vermitteln Teil von etwas Größerem zu sein. Lasse deinem Erkundungsdrang freien Lauf, und mach dich auf die "Socken". Mit dieser Erlebnistour wirst du deine wahre Freude haben. Versprochen!

Foto: sehenswerter Aussichtspunkt in Regensburg (Stadtteil Reinhausen), wo sich das Flußwasser des Regen ganz unspektakulär still und leise in die Donau/Europakanal ergießt, die im Schwarzen Meer mündet (Flusskilometer Regensburg Eiserne Brücke 2.379,27 km). Die Donau ist der längste Fluss Mitteleuropas (2.860 km) und nach der Wolga der zweitgrößte Strom Europas.

Foto: Biertor - Wahrzeichen der Kreisstadt Cham (Tourguiding by Bayernbike). Der weitgehend steigungsarme Regental-Radweg ist wegen seiner landschaftlichen Naturkulisse durch den Bayerischen Wald unter Radtouristen sehr beliebt.
Die Regentalroute spricht jeden Zweiradfan an, egal ob ein Trekking-, Gravel-, Cross-, e-bike oder Mountainbike pilotiert wird. Vorbei sind die Zeiten, als reine Muskelkraft in bergigem Terrain einen leistungsabhängigen Ausleseprozess in Gang setzte. Heute rückt eine wachsende Herschar von e-bikern auch Mittel- und Hochgebirgsrevieren im wahrsten Sinne des Wortes auf die Pelle, wodurch Steigungen ihren einstigen Schrecken verloren haben. Deswegen haben Schwierigkeitsgradangaben - ohnehin subjektiv behaftet - ihre pauschale Gültigkeit verloren.
Die Route enthält stellenweise unasphaltierte Wald- und Wirtschaftswege (geschottert), weswegen sich eine durchschlagsfeste und gut profilierte Bereifung empfiehlt.

Foto: Der offizielle Start/Zielpunkt des Regental-Radwegs befindet sich vierhundert Meter oberhalb der Flussmündung im Regensburger Stadtteil Reinhausen, vis-à-vis der Reinhauser Brücke neben der Gaststätte Auerbräu, dem im übrigen auf 78 km Länge der Fernradweg München-Regensburg-Prag folgt.
Der Fluss ist eine entspannter Wegbegleiter wie gleichsam eine nützlich Orientierungshilfe, der dem emsigen Pedaleur den Streckenverlauf weist und dessen mäandernde Dynamik häufig zum Innehalten einlädt. Es ist spannend zu beobachten, wie sich das breite Fließgewässer entgegen seiner Strömung zunehmend verjüngt, Flusswindungen enger werden und bedeutsame Biotope und Naturschutzgebiete zu Gesicht bekommt, die zahlreichen Tier- und Pflanzenarten - aber auch den Menschen - einen wunderbaren Lebensraum bzw. energetisches Rückzugsgebiet bietet.
Genussradwandern verheißt unheimlich viel. Getragen von bewegenden Momenten, die uns eins ums andere Mal Erkenntnisse liefert, dass der Weg doch so viel mehr ist als das Ziel. Damit eine Flusstour tatsächlich eine runde Geschichte wird, sollte unbedingt den Ursprung/Quelle bzw. Mündung gesehen haben. Für den Regental-Radweg lässt sich das - bis auf die Quellflüsse abseits des Routenverlaufs - relativ einfach bewerkstelligen. Während die Regenmündung auf der Anfahrt zum Startpunkt in Regensburg i.d.R. passiert wird, befindet sich der Ursprung am Zusammenfluss des Schwarzen und Weißen Regen bei Pulling (Gemeinde Blaibach), etwa 1 km von der Route am gegenüberliegenden Flussufer entfernt (Lamer-Winkel-Arber-Radweg).
Wer indes die Quellbereiche des Großen Regen und Kleinen Regen zu Gesicht bekommen möchte, muss den perlenden Gebirgsbächen des Großen Regen (ab Bayerisch Eisenstein) bzw. des Kleinen Regen (ab Zwiesel) folgen und 24 bzw. 19 Kilometer im unwegsamen Gelände des Böhmerwalds auf über 1.200 Meter Höhe in Kauf nehmen.
Ein Fluss - Fünf Namen
Die Regensenke trennt die Gebirgskämme des Hinteren Bayerischen Waldes vom Vorderen Bayerischen Wald und dem Falkensteiner Vorwald. Hauptfließgewässer der Senke ist der Regen, der sich aus dem Zusammenfluss von Schwarzem und Weißem Regen bildet.
Der Regen (tschechisch Rezná) ist ein linker Nebenfluss der Donau, der ein Einzugsgebiet von ca. 2878 km²entwässert, das weite Teile des Bayerischen Waldes sowie westliche Ausläufer des Böhmerwaldes in Tschechien umfasst. Samt Hauptquellfluß (Großer Regen) misst der Regen eine Gesamtlänge von 191 Kilometer. Er durchfließt neben dem Böhmerwald (CZ) die Landkreise Regen, Cham, Schwandorf und Regensburg und ist nach der Naab der zweitlängste Fluss der Oberpfalz. Zudem ist der Regen (nach der Naab) auch der zweitgrößte linksseitige Donauzufluss in Deutschland. Nichtsdestotrotz führen die drei größten linken Nebenflüsse der Donau (Altmühl, Naab und Regen) zusammen weniger Wasser, als der drittgrößte rechte Nebenfluss Lech (nach Isar und Inn).
Großer Regen (Hauptquellfluss)

Foto: Großer Regen, 2 km von Regenhütte entfernt (LK Regen)
Die Quelle des Großen Regen befindet sich am Südhang des Pancír (Panzer, 1.214 m ü.NN.) im Böhmerwald der dort Regen oder Regenbach genannt wird und nach Železná Ruda in Bayerisch Eisenstein deutsches Staatsgebiet erreicht. In Zwiesel vereinigt sich der Große Regen als längerer (24 km) und wasserreicherer Quellfluss mit dem Kleinen Regen (19 km), der von dort ab den Namen Schwarzer Regen trägt.
Kleiner Regen (Quellfluss)

Foto: Trinkwassertalsperre Frauenau, Im Hintergrund zu sehen der Große Rachel der mit einer Höhe von 1.452 m ü.NN. der zweithöchste Gipfel im Bayerischen Wald ist.
Die Quelle des Kleinen Regen befindet sich im Národní park Šumava (Nationalpark Böhmerwald) am Berg Medvedí hora (1.224 m ü.NN.) im Rachelwald und durchfließt die Trinkwassertalsperre Frauenau, deren Dammkrone (wird u.a. vom Nationalpark-Radweg und der TRANS BAYERWALD Nord passiert) auf einer Höhe von 770,5 m ü.NN. liegt. Der Kleine Regen ist der linke Oberlauf des Schwarzen Regen im Böhmerwald im Okres Klatovy, Region Pilsen in Tschechien und Landkreis Regen und mündet in Zwiesel in den Großen Regen.
Schwarzer Regen
Kurz vor dem Zusammenfließen mit dem Weißen Regen ist der Schwarze Regen zum Blaibacher See aufgestaut. Nachdem der Schwarze Regen von Zwiesel kommend die Kreisstadt Regen sowie westlich von Viechtach den Höllensteinsee und Blaibacher See durchströmt hat, mündet nach 60 km beim Kraftwerk Pulling (Gemeinde Blaibach im Landkreis Cham) der wasserärmere Weiße Regen in den Fluss.
Weißer Regen

Foto: Kleiner Arbersee
Der Weiße Regen entsteht durch die Zusammenflüsse zahlreicher Quellbäche aus dem Arbergebiet und dem Osser-Seewand-Kamm und durchfließt in zahlreichen Windungen die Regensenke. Die Quellbäche des Weißen Regen befinden sich im Naturschutzgebiet Kleiner Arbersee zwischen dem Großen Arber (1.456 m ü.NN.) - dem höchsten Berg des Bayerischen Waldes - und dem Kleinem Arber (1.384 m ü.NN.), die den Kleinen Arbersee (918 m.ü.M.) speisen. Ab dem Zusammenfluss von Seebach und Ebenbach bei Sommerau heißt das Fließgewässer Weißer Regen. In nordwestlicher Richtung durchströmt er über Lohberg und Lam, Arrach und Hohenwarth nach Grafenwiesen den Lamer Winkel und knickt südwestlich nach Bad Kötzting ab, um sich beim Kraftwerk Pulling als kürzerer (38 km) und wasserärmerer Nebenfluss mit dem Schwarzen Regen zu vereinigen.

Foto: Mündung des Weißen Regen (links) in den Schwarzen Regen nahe Kreuzbach (1 km abseits der Route, kurz hinter der denkmalgeschützten Eisenbahnbrücke)
Regen
Am geographischen Schnittpunkt des Zusammenflussses des Weißen Regen und des Schwarzen Regen vollzieht sich die letzte Namensänderung. Ab der Mündungsstelle heißt der Fluss bis zur Mündung in die Donau in Regensburg (107 km) Regen.
Wenngleich der Fluß einschließlich seiner Zuflüsse abschnittsweise fünf verschiedene Namen trägt, wird er umgangssprachlich in aller Regel vereinfacht als "Regen" bezeichnet.

Im Chamer Stadteil Altenstadt mündet 200 Meter flussabwärts von der Rad- und Fußgängerbrücke gelegen mit dem Chamb der wasserreichste Zufluss in den Regen
