• Gefürchtete 17% ige Possecker Rampe
    © Bayernbike
  • Bad Lobenstein
    © Bayernbike
  • Bleilochtalsperre
    © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
  • © Bayernbike
zu den
Informationen

Streckenchronik 

Zeitversetzt erfolgen die Startschüsse der jeweiligen Tour. Den Anfang macht die Marathondistanz um 6.45 Uhr.

Schon die Startphase beginnt mit Pauken und Trompeten, denn die Bergmannskappelle bläst dem dichten Starterfeld auf der Eisenbahnbrücke sprichwörtlich den Marsch. Abgesichert von Feuerwehrfahrzeugen und Streckenposten verläuft das Procedere in geordneten Bahnen. Die Blasmusik der Bergmannskapelle Stockheim gab dem ganzen Spekaktel eine sehr spezielle Aura. 

Die ersten 10 Kilometer bieten auf der flachen, vekehrsfreien Bundesstraße eine ideale Möglichkeit den Körper im Windschatten schonend auf "Betriebstemperatur" zu bringen. Allerdings legen sich ambitionierte Fahrer im vorderen Feld von Anfang an ordentlich ins Zeug und sorgen für ein flottes Tempo jenseits der 40 Stundenkilometermarke.

Bis zu den ersten Anstiegen blieben große Pulks dicht gedrängt zusammen, da man im Windschatten energieeffizient mit schwimmen konnte. Der reduzierte Luftwiderstand half wertvolle Körner zu sparen, die man u.U. zu einem späteren Zeitpunkt gut brauchen konnte.

In Pressig verzweigten sich die Routen-Varianten. Hier trennte sich die Marathonstrecke von der 110 km und 165 km - Route.

Für eine radtouristische Veranstaltung absolut ungewöhnlich, eine Bundessstraße auf 30 Kilometern für den motorisierten Verkehr zugunsten von Hobby-Radsportlern zu sperren. Ein immens hoher Aufwand der ein stückweit auch der Sicherheit geschuldet war, bis sich die Pulks allmählich entzerrten. Im übrigen schürte die Streckensperrung ein gewisses Race-Feeling, zumal Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr und Polizei und jubelnde Zuschauer den Eindruck eines "Radrennens" noch verstärkten. 

 Gedenkstätte Heinersdorf

In Heinersdorf befand sich bis 1989 die ehemalige Landesgrenze, die West-Deutschland (BRD) von Ostdeutschland (DDR) trennte. Im 1989 für die Grenzabfertigung errichteten Gebäude am Übergang Heinersdorf - Welitsch befindet sich eine Gedenkstätte, wo einstige Grenzsperranlagen dokumentiert sind. Die Gedenkstätte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze wird vom Förderverein Gedenkstätte Heinersdorf-Welitsch e.V. betreut. 

Die ehemalige deutsch-deutsche Grenze markiert heute die Ländergrenze zwischen dem Freistaat Bayern und dem Freistaat Thüringen. Während Welitsch - ein Gemeindeteil des Marktes Pressig - im Landkreis Kronach liegt gehört Heinersdorf - ein Ortsteil der Gemeinde Föritztal - zum Landkreis Sonneberg. 

Ein Teilstück der Heinersdorfer Mauer wurde als Mahnung für die Opfer der Deutschen Teilung und des SED-Regimes unter Denkmalschutz gestellt. Das Mauer-Fragment ist ein mahnendes Relikt aus einer Zeit, als Deutschland in zwei Staaten bzw. Europa in der Zeit des Kalten Krieges geteilt war (Eiserner Zaun). Die Mauer riegelte 28 Jahre lang die Deutsche Demokratische Republik hermetisch von der Bundesrepublick Deutschland ab. 

In den Gebäuden befindet sich eine Auswahl an Exponaten aus der Zeit von der Grenzschließung bis zum Fall der Mauer. Im Rahmen des Grenzregimes der DDR befand sich Heinersdorf damals in dem am stärksten bewachten und gesicherten Bereich der 500m – Zone, dem so genannten "Schutzstreifen". Neben den üblichen Grenzbefestigungen wurde der Ortsrand nach Welitsch durch eine zs. Betonmauer abgeriegelt und auf thüringischer Seite mit einem elektrischen Signalzaun umzäunt. Die einzige Straßenverbindung zur Außenwelt führte damals über Jagdshof. Zwischen Jagdshof und Heinersdorf befand sich ein Kontrollpunkt, der nur mit einem offiziellen Passierschein überquert werden konnte.

Erich Honecker saß einem großen Irrtum auf, als er am 19. Januar 1989 sagte: „Die Mauer wird in 50 und auch in 100 Jahren noch bestehen bleiben, wenn die dazu vorhandenen Gründe nicht beseitigt werden.“ Bekanntlich schlug die Geschichte eine andere Wendung zur Wiedervereinigung ein. Der Mauerbau begann am 13. August 1961 - sie fiel am 9. November 1989.  

Zur Erinnerung an die Grenzöffnung pflanzten Bürger die Franz-Josef-Strauß-Linde und setzten einen Gedenkstein mit der Inschrift: "Zum Gedenken an die friedlich erzwungene Grenzöffnung am 19.11.1989". Die feierliche Denkmalweihe erfolgte am 18. November 1990. 

Ist die ehemalige deutsch-deutsche Grenze - die heute die Ländergrenze zwischen dem Freistaat Bayern und dem Freistaat Thüringen markiert - überschritten verläuft die Route durch den Landkreis Sonneberg. Der sanft kupierte Mittelgebirgscharakter im Frankenwald setzt sich auch im Thüringer Wald - respektive das Thüringer Schiefergebirge - fort. Ab KM 21 beginnt eine 19 km lange, sanfte Steigung, auf der gut 350 hm zu überwinden sind. Oben am Scheitelpunkt wird die höchste Erhebung (762 m.ü.M.) des FRM  passiert.

In Spechtsbrunn erreicht man die erste Verpflegungsstation, wobei längst nicht jeder hier einen Pausenstopp einlegt. Ambitionierte Fahrer, denen eine gute Zeit/Schnitt wichtig sind versorgen sich bis auf Flüssigkeitsaufnahme meist selbst bzw. peilen erst den nächsten Pausenstopp in Lehesten an.

Unberührte Naturlandschaft und wenig befahrene Nebenstraßen kennzeichnen den FRM.

Radsportler mit ihrem erhöhten Sauerstoffbedarf profitieren von der ausgesprochen guten Luftqualität.

Der Schnappschuss zeigt authentisch, dass trotz körperlicher Belastung die herrliche Naturlandschaft wahrgenommen wird. Gerade die Höhenzüge erlauben großartige Ausblicke, welche von der quälenden Kurbelarbeit bzw. Erschöpfungsphasen wirksam ablenken.

Das kuriose an der Streckenführung ist, dass man sich nie sicher ist, ob man sich im Freistaat Bayern - sprich Oberfranken - oder in Thüringen befindet. Klarheit bringt erst der Dialekt der Einheimischen an den Verpflegungsstationen. 

Ehrgeizige nutzen Zweckgemeinschaften auf Zeit und beißen sich hechelnd am Vordermann fest. Windschatten spart Kraft und Zeit. Faktoren, die zumindest für das leistungsorientierte Klientel großen Stellenwert besitzen.

Kaum ist man in einer Talsohle angelangt geht es wieder bergwärts.

Das Erklimmen der Berge gibt immer wieder den Blick auf die herrlich unberührte Naturlandschaft frei.

Exkurs: Der Ölschnitzsee ist ein lohnendes Ausflugsziel - sowohl für Rennradfahrer als auch Mountainbiker.

Manches Steigungsniveau erfordert den Wiegetritt, bzw. man schont nach stundenlangem Sitzen im Sattel seinen Allerwertesten. In Ziegelhütte vereinigen sich die 220/165/110 km Strecken wieder.

Gleich am Ortsbeginn der Stadt Lehesten (Landkreis Saalfeld Rudolstadt) - im Naturpark Thüringer Schiefergebirge Obere Saale - befindet sich die zweite Verpflegungsstation.

Je weiter vorne man im Feld fährt, desto "elitärer" wird der Kreis der Mitstreiter. Neben Ötztal- Dolomiti- und Alpenbrevet- Cracks wurden auch Fahrer mit Trans Alp Finisher Trikots gesichtet. 

Die Verpflegungsstation Weisbach verschafft dem strapazierten Muskelapparat eine kurze Ruhepause. So soll's sein: Helfer & Sportler strahlen um die Wette - auch das macht den Frankenwald-Radmarathon so sympathisch.

Die Bleilochtalsperre (Thüringen) staut die Saale auf, und ist vom Fassungsvolumen her der größte Stausee Deutschlands. Benannt ist nach den früheren Bleilöchern, welche sich vor Anstauung dort befanden und in denen Blei abgebaut worden war. 

Schweißgebatet im Sattel, da mag schon mal der Gedanke eines Sprungs ins erfrischende Seewasser in den Sinn kommen.

Hurtige Durchquerung des herausgeputzten Bad Lobenstein.

Im Sauseschritt geht es weiter Richtung Lichtenberg wo sich die nächste Laabe nicht mehr weit ist.

Same procedure as every stage. In Carlsgrün ist abermals Energienachschub angesagt, um sich für das Schlussdrittel zu wappnen. Trinken, Essen, Wasserflasche auffüllen, Riegel, Banane und Co verstauen und weiter geht's.

In eigener Sache: dem Autor widerfuhr nach Carlsgrün ein Schockmoment, als bei 70 km/h aufgrund eines Durchschlags an einer Querkante der Schlauch des Hinterreifens platzte. Dank Glücksfee sturzfrei geblieben:-)

Die letzte Labe befindet sich im Bioenergiedorf Effelter in der Gemeinde Wilhelmsthal (Kreis Kronach). Nun heißt es kohlenhydrathaltige Snacks bunkern. Auch ein Zuckerstoß (z.B. Cola) kann für den Endspurt nicht schaden, zumal die Possecker Rampe nochmal richtig Power benötigt.

Fanmeile Possecker Rampe

Des einen Freud, des anderen Leid: manche lieben sie, manche hassen sie und manche pflegen ein zwiespältiges Verhältnis. Gemeint ist die Possecker Rampe. Läppische 10 km vor dem Ziel empfinden die meisten Teilnehmer den giftigen Stich so überflüssig wie einen Kropf. Aber wie heißt es so schön: vor das Vergnügen hat der liebe Gott den Schweiß gesetzt. In welcher Weise man sich mit dem 17% steilen Quälgeist arrangiert (fahrend oder schiebend) hängt natürlich von der körperlichen Verfassung ab. Wie dem auch sei - ob Sympathie oder Hassliebe - eines ist sicher: dieser "Peak" brennt sich unauslöschlich ins Gedächtnis. 

Nachdem kurz nach Hesselbach ins Kremnitztal abgebogen wird ahnt man nichts böses, da zunächst ein völlig unscheinbarer sanfter Anstieg beginnt. 

 Anmerkung: des einen Freud ist des anderen Leid: die berühmt berüchtigte Possecker Rampe - umrahmt von einer enthusiastischen Fanmeile - sollte 2018 wieder scharf geschaltet werden. Wie wir jedoch wissen, kam es leider nicht mehr dazu. Der knackige Anstieg zählte quasi zum "Markenzeichen" des FRM, zumal eine ausgelassene Fanmeile - verstärkt durch Musikbeschallung - die ausgemergelten Radler lauthals den Berg hinauf peitschen. Psychologisch hatte die euphorische Anteilnahme eine immense Wirkung. Die Anfeuerungsrufe stärkte die Moral und pfiff den inneren Schweinehund zurück ins Körbchen - zumindest für einen Augenblick. 

E

Doch kaum ist der Weiler Gifting durchquert wendet sich das Blatt, denn die Steilheit erfordert mächtigen Druck auf die Pedale. Im Prinzip folgt ein Art vorgezogenes "Grande Finale", das einem die verbliebenen Kraftreserven raubt und manch (angeschlagenen) Sportler schier um den Verstand bringen mag.

Wer es nicht wahr haben will was ihm die nächsten Minuten blüht, den belehrt das Straßenschild eines besseren. Spätestens in diesem Moment wird ohne Umschweife klar, welch mentaler und körperlicher Kraftakt bevorsteht. Schlagartig zieht das Steigungsniveau die Daumenschrauben an, entsprechend droht der Puls durch die Decke zu knallen. Hunderfünfzig Höhenmeter mögen minimalistisch klingen, doch je nach absolvierter Streckenvariante hat man 95, 145 oder gar 195 km in den Beinen. Letztere haben zudem bereits 3.500 Höhenmeter intus, umso mehr piesackt natürlich jeder einzelne Höhenmeter. Ein Umstand, der manch "waidwunden" Sportler verzweifeln lässt.  

Je nach physischer Verfassung zieht sich der finale Anstieg mehr oder weniger in die Länge. Wer die Possecker Rampe schon mal schweißgebadet erklommen hat kann ein Lied davon singen, wie unbarmherzig der Anstieg ist und wahre Sinnkrisen auszulösen vermag. Meter um Meter, Sekunde um Sekunde wird das Gefährt auf Biegen und Brechen nach oben gewürgt. Es beschleicht einem das Gefühl auf einem klebrigen Kaugummi zu treten, auf dem man trotz größer Kraftanstrengung einfach nicht vom Fleck kommt. 

Im Grunde sollte so kurz vor dem Ziel die vorauseilende Glückshormonausschüttung ausreichen, um die Rampe euphorisch durchzudrücken. Meint man. Der Wille mag eisern sein, auch wenn der malträtierte Körper nach "Game over" schreit. Allerdings lösen gerade solche Ausnahmesituationen ein Kopfkino aus, das der heimtückische Nervensäge namens „innerer Schweinehund“ idealen Nährboden gibt. Ruckizucki erwacht der gefürchtete Kollege im Geiste und macht sich Tritt für Tritt an sein zerstörerisches Werk die Willenskraft zu torpedieren. 

Wer würde im Moment der grenzwertigen Belastung nicht mit der Dame auf der Rastbank tauschen wollen? Kein Wunder, wenn der innere Schweinehund rebelliert und einem am gesunden Menschenverstand zweifeln lässt, zumal man für den freiwilligen Selbstüberwindungsakt auch noch Geld ausgibt. Doch die Leidenschaft für den Radsport hat weniger mit rationalen als vielmehr emotionalen Gründen zu tun.  

Müde Beine, schmerzende Gliedmaßen, brennendes Gesäß, zwickender Rücken, Sauerstoffmangel, Pulsfrequenz jenseits von Gut und Böse - zu einem Zeitpunkt wo jeder mehr oder weniger angeschlagen ist. Eine echte Härteprüfung die einen Ritterschlag verdient.

In Sachen Steilheit ist die giftige Possecker 17 % Rampe dem "Kühtaier Sargnagel" des Ötztal-Radmarathons ebenbürdig. Während jedoch beim Tiroler Pendant Totenstille herrscht, feuern in Posseck Zuschauer die erschöpften Radler an. Dies mobilisiert ungeahnte Kräfte, wobei die zur Schau gestellte Lockerheit natürlich nur gute Miene zum aufopferungsvollen Spiel ist. Hinter der Fassade schaut's meist anders aus. 

Daumen hoch: die Sprecherin mit Mikro versteht es, total verausgabte Fahrer zu motivieren. Nimmt man seinen ausgesprochenen Namen wahr, sorgt es zweifelsohne für einen Motivationskick. Letzte Energiereserven werden freigesetzt, auch um sich keine Blöße zu geben. Anfeuerungsrufe sind quasi die "homöopathische" Dosis für schmerzlinderndes Adrenalin. Zudem stärkt es die Moral. Schlussendlich hält der Kopf die Fahhnenstange hoch, während der Körper als reiner Befehlsempfänger funktioniert. Wie schrieb Goethe im Jahr 1782 in einer Ballade: "Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt."

Einheimische pflegen zwar zu sagen, dass es im Frankenwald keine Berge sondern nur Täler gibt, doch im Angesicht des Schweißes versteht in dieser Ausnahmesituation wohl keiner solchen Humor. 

Frenetische Anfeuerungsrufe lenken ein wenig von den Qualen ab. Ein faszinierendes Beziehungsgeflecht zwischen Zuschauer und Sportler, dessen zwischenmenschliche Energiefeld sich beim Vorbeifahren schlagartig entlädt. Die einen lieben die elektrisierende Show, die anderen saugen Mimik, Gestik und Akustik wie trockene Schwämme auf. Geben und Nehmen auf Tuchfühlung - ein knisterndes Spektakel das niemanden kalt lässt.

Die Körperhaltung und Radstellung verrät, wie angestrengt sich die Hasadeure die steile Rampe zur Kuppe hinauf quälen. Um genügend Kraft auf's Pedal zu bringen oder um die Schmerzen zu lindern wechselt manch einer in den Wiegetritt.

Yeah - geschafft! Wird der Scheitelpunkt überschritten flutet ein wahrer Hormonflash die Blutbahn. Wie Phönix aus der Asche sind alle erlittenen Qualen plötzlich wie weg geblasen. Die Euphorie stachelt an, die Gefällstrecke und nachfolgende Flachpassage nach Stockheim im Schlusssprint durchziehen. Ein psychischer "Wendepunkt" der augenscheinlich zeigt, wie eng Freud und Leid im Radsport beinander liegen. 

Je nachdem aus welcher Richtung der Wind bläst kann man bei forcierten Tempo - am besten in der Gruppe im Windschatten - auf den letzten 10 km einen Schnitt von über 40 km/h durchdrücken. Der flotte Speed macht zum Schluss richtig Spaß.

Je näher das Ziel zugeflogen kommt, desto mehr beginnen die Glückshormone zu tanzen, zumal sich keine Anstiege mehr in den Weg stellen. 

Zieleinlauf

Die Zielankunft weckt prickelndes „Tour de France-Feeling“. Das Bad in der Zuschauermenge wird sichtlich genossen.

Teilnahmestärkste Vereine und die am weitesten angereisten Teilnehmer werden mit einer Auszeichnung geehrt. 

Das Frankenwald-Déjà-vu ist in trockene Tücher gewickelt. Endlich wohlbehalten im Ziel. Sind Körper, Geist und Seele im Einklang ist die Glückseligkeit grenzenlos. Die glückstrahlenden Ankömmlinge werden vom begeisterten Publikum warmherzig empfangen und vom stimmgewaltigen Streckensprecher Andreas Müller namentlich Willkommen geheißen.

Ausgezehrt aber überglücklich schlagen die Finisher endorphingeladen mit breitem Grinsen im Ziel auf. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Nun folgt der wohlverdiente gemütliche Abgesang, wo bei Livemusik und Showeinlagen gemeinsam gefeiert und leergefegte Energiedepots mit oberfränkischen Spezialitäten aufgefüllt werden. 

Pokalvergabe: von links Clemenz Detsch (Orgaleitung), Gerhard Wunder (stllv. Landrat), Curd Biedermann (Freier Journalist) und Sponsorensprecherin.

Aus mancher Zufallsbegegnung entwickeln sich manchmal auch langjährige Freundschaften. 

Die Zusammenarbeit zwischen Behörde und Vereinen klappt in Stockheim vorbildlich. Allen voran der sympathische Bürgermeister Rainer Detsch (links im Bild), der die Veranstaltung nach Kräften bestmöglichst unterstützt. Orga-Team, Helfermannschaft, Kommunalpolitiker und Sponsoren ziehen an einem Strang. Alle zusammen haben maßgeblichen Anteil am langjährigen Erfolg ihrer Veranstaltung. 

Show-Acts - Kinderanimation - das erfreut die Kleinen wie die Großen.

  Frankenwald-Radmarathon

2016 begaben sich über 1500 Teilnehmer - manche sogar von der Insel Rügen, Holland oder Berlin angereist - bestens gelaunt auf sechs leistungsabgestufte Strecken. Man konnte es kaum erwarten, frühmorgens von der Bergmannskapelle auf der Eisenbahnbrücke mit Pauken und Trompeten buchstäblich den Marsch geblasen zu bekommen. Im steten Bergauf- Bergab-Profil auf verkehrsschwachen Straßen durch idyllische Natur radeln und faszinierende Panoramen genießen - Merkmale, die grundsätzlich den Streckenharakter im Frankenwald kennzeichnen. Abgesehen von einzelnen Rampen sind die gleichmäßigen Anstiege rhythmisch gut zu fahren. Aber nicht allein deshalb hat der Frankenwald-Radmarathon bei seinen Radsport-Enthusiasten ein "Stein im Brett". Üppiges Verpflegungsangebot, top Wegweisung sowie stets freundliche Helfer - kurzum eine perfekte Organisation, die in den höchsten Tönen gelobt wird. Mosaiksteine, die den Teilnehmern quasi den roten Teppich für ein unvergessliches Radsport-Ereignis ausrollt. 

Einmal mehr wurde die Veranstaltung mit prall gefülltem Starterbeutel ihrem Ruf als <All Inklusive Radmarathon> gerecht. Zudem leistete Petrus Schützenhilfe und verzauberte die traumhafte Naturlandschaft derart, sodass die Belastungsintensität schon fast nebensächlich wurde. Das familiäre Flair und sympatische Helfer versprühten eine herzerfrischende Note.

Im Zieleinlauf wurde jeder Ankömmling vom redegewandten Moderator Andreas Müller namentlich enthusiastisch begrüßt. Jener Moment, wo extatische Glücksgefühle ausbrechen und jedem erschöpften Ankömmling schlagartig klar wird, warum man sich solche Belastungen aufbürdet. Endlich in euphorischen Gefühlen schwelgen und sich den kulinarischen Genüssen hingeben war nun das Gebot der Stunde. Genugtung machte sich auch unter der Helferschar breit, weil die Freude und Zufriedenheit der Sportler zu einem Gutteil auf ihrer ehrenamtlichen Leistung beruhte. Der Erfolg hat üblicherweise viele Väter. Zu nennen sind zwei "Hauptakteure": Vorstand des ASC BikeRunners Frankenwald e.V. Karl Heinz Fugmann sowie der Stockheimer Bürgermeister und Schirmherr Rainer Detsch die zeigten wie effektiv Veranstalter und Kommunalpolitik an einem Strang zogen. Lange Rede kurzer Sinn: dass Superlativen schwerlich zu toppen sind leuchtet ein - nur dem Frankenwald-Radmarathon scheint genaus dieses hehre Ziel Jahr um Jahr von neuem zu gelingen. 

Radsport verbindet was besonders dann zum Vorschein kommt, wenn Menschen mit Handicaps / Depressionen in der Radsportfamilie aufgenommen werden. Soziale Randgruppen erfuhren bei der Pokalübergabe in einer gesonderten Wertungsklasse Empathie, Wertschätzung und Achtsamkeit. Attribute, die behinderten bzw. kranken Menschen in unserer Leistungsgesellschaft leider häufig verwehrt bleiben. Das soziale Engagement der Organisatoren zeigt sich auch im Spendenaufruf zugunsten der Hannelore-Kohl-Stiftung, die Menschen mit Schäden des zentralen Nervensystems (ZNS) unterstützt. Solche Gesten tragen dazu bei gesellschaftliche Ressentiiments abzubauen.    

Pressebericht zum 14. Frankenwald-Radmarathon