KM 146, Gasteig - Jaufenpass, 2 094 m, 15.5 km / 1 130 hm
Steigungsmittel 7.4 %, max. 12 %

Kurz vor Steigungsbeginn rüttelt der Slogan „ein neuer Traum beginnt“ Emotionen wach. In diesem Sinne geht das "Serpentinenfest" in die nächste Runde. Erfahrene Ötztal-Radmarathon-Teilnehmer pflegen zu sagen, dass die eigentliche Challenge erst jetzt bei KM 146 beginnt in die entscheidende Phase zu treten.

Der Jaufenpass verbindet das Obere Wipptal mit dem Passeiertal (Val Passiria). Die Route führt über die Ostrampe des Jaufenwaldes, dessen Höhenrücken das Jaufental und Ratschingstal voneinander trennt. 

Der verjüngende Taleinschnitt kündigt peau a peau das Verlassen des Eisacktals an. Damit sind die Windschattenfahrten beendet. Die nächste Zeit verbringt man nun auf der insgesamt 31 km langen Jaufenpass-Straße nach St. Leonhard im Passeiertal. Die Berg- und Talfahrt des Jaufenpasses ist zwar in etwa gleich lang, doch die Auffahrt ( 1130 hm) weist gegenüber der Abfahrt (1 400 Tiefenmeter) wegen der untscherschiedlichen Höhenlevel von Sterzing (963 m) und St. Leonhard (693 m) eine Differenz von 270 hm auf.

Das zweitletzte Bergzeitfahren steht bevor, das erfahrungsgemäß das Klassement gehörig durcheinander gewirbelt. Der Wettkampf tritt in seine vorentscheidende Phase und läutet in aller Regel das taktische Vorgeplänkel der potentiellen Siegkandidaten ein. Nun werden die Karten auf den Tisch gelegt.


Der Jaufenpass ist für Sieganwärter meist Schauplatz psychologischer Scharmützel. Zunehmend bestimmen Attacken und Ausreißversuche das Geschehen. Tempoverschärfungen und Zwischensprints sollen Verfolger abschütteln, mürbe machen oder das Leistungsvermögen auszutesten. Mal sind solche Versuche von Erfolg gekrönt, ein ander mal schlagen sie fehl. Besonders italienische Fahrer arbeiten lokalpatriotisch wie Musketiere zusammen. Wer keine Helfer an seiner Seite hat, hat es ungleich schwerer im taktierenden Haifischbecken zu bestehen. Klar ist aber auch: die überwiegende Masse der 4 000 Teilnehmer interessiert solche Gedankenspiele herzlich wenig. Der Kampf orientiert sich kaum an Mitstreiter als vielmehr gegen sich selbst. Es beginnt die Phase der Selbstüberwindung mit der der innere Schweinehund zu besiegen ist. Man ist versucht im Rahmen seiner Fähigkeiten möglchst keine Schwächephase zu erleiden.

Kaum ist die Zeitmessmatte überquert, läuft die Uhr für das 3. Bergzeitfahren. Die Zeit, wo das Mitschwimmen im aeorodynamischen Windschatten der Kolliegen unauffällig von statten ging ist endgültig vorbei. Mancher Sieganwärter tritt nun sprichwörtlich aus dem "Schatten" und sucht sein Heil in der Flucht. Der Kampf Mann gegen Mann tritt in eine vorentscheidende Phase, dessen verschärfte Gangart nicht selten zum Ausscheidungsfahren mutiert und die elitäre Führungsgruppe dezimiert. Clever, wer die Taktik seiner Gegner durchschaut und darauf entsprechend kontern kann. Wer genügend Power hat setzt entschlossen Akzente um sich abzusetzen.

Auch wenn die Überholfrequenz mickrig ausfällt oder die "Überholtwerdenrate" Frustration auslöst sollte man sich nicht beirren lassen. Geduldige seinen Rhythmus kurbeln und sich keine "Zweikämpfe" aufzwängen lassen, dann ist man auf der sicheren Seite. Schließlich ist der Tag noch lang und hält 3 000 hm parat. Im fortgeschrittenen Rennstadium geht es nun ans Eingemachte. Schmerzen Beine, Rücken oder das Gesäß sind solche Begleiterscheinungen  eher der Normal- denn Einzelfall. Dafür lenkt die Aussicht auf bewaldete Talflanken und die liebliche, grüne Auenlandschaft des Ratschingstals etwas von den Qualen ab. Die Zeit ist angebrochen, wo sich das zwischenzeitlich ausgedünnte Fahrerfeld peu á peu immer mehr in Solisten auflöst.

 

Die Straße im dichten Mischwald steigt im Gegensatz zum Kühtai gleichmäßiger und weniger steil an. Auch wenn sich erste Anzeichen körperlicher Schwächen mit schweren Beinen und unrundem Tritt erkennbar werden, lässt sich der rampenfreie Jaufen mit seiner Durchschnittssteigung von 7.8% dennoch einigermaßen gut fahren. Dass Oberschenkel, Waden- und Nackenmuskulatur hier und da zwicken und zwacken ist eher die Regel denn die Ausnahme. Physische Sperenzchen rufen einen alten "Bekannter" auf den Plan - der innere Schweinehund. Mit ein Grund, weshalb sich die einsehbaren Bergpassagen auf den übereinander geschachtelten 10 Serpentinen augenscheinlich viel länger hinziehen als sie tatsächlich sind.

Imposant ist sie die herrliche Naturlandschaft - wenn da nur nicht die quälende Anstregung wäre.

Serpentine um Serpentine schraubt man sich nach oben. Es ist und bleibt im Radsport immer ein schmaler Grat, einerseits wirklich alles zu geben und zu 100% alles raus zu hauen was man zu leisten imstande ist, andererseits dabei aber nicht zu überpacen.

Der Ausblick auf nachfolgende Fahrer verschafft der (angeknacksten) Psyche immer Auftrieb. Außerdem  lenkt es für einen Moment von der schweißtreibenden Kurbelei ab.

Insgeheim erhofft man sich hinter einer Kurve oder Kehre, dass es flacher wird - doch leider Fehlanzeige.

Unglaublich wie sich der Jaufen mit seinen übereinander geschachteln Serpentinen gefühlsmässig in dle Länge zieht. Dies mag wobei ein stückweit an einer Wahrnehmungsverzerrung liegen, die der augenblicklichen körperlichen Verfassung geschuldet ist.

Einer der wenigen flacheren Abschnitte, die nach dem Kraftakt als echte Wohltat für die gestresste Beinmuskulatur empfunden werden.

Inwieweit die farbenprächtige Vegetation überhaupt wahrgenommen wird hängt vom jeweiligen Zustand ab. Mancher Protagonist nimmt solche Sinnesreize wahr, andere befinden sich im geistigen Tunnel der quälenden Kneterei.

Flowerpower - Power trifft auf Kraftausdauer...

Umringt von der imposanten Bergkulisse rollt man auf erträglicher Steigung durch das schmucke Dörfchen Kalch nahe Ratschings (1 400 m.ü.M.). Zwischenbilanz: vom Eisacktal bis zu dem Weiler wurden 450 hm überwunden, womit nach Adam Riese bis zur Passhöhe noch satte 700 Höhenmeter übrig bleiben.

Gesenktes Haupt und stoischer Blick sind sinnbildlich, wie stark sich die Aufmerksamkeit auf die quälende Kraftentfaltung richtet und man von der Umgebung selbst bei Kaiserwetter allefalls beiläufig Notiz nimmt. 

Asphaltrisse und Schlaglöcher weisen rühren von Frostschäden der strengen Winter. Beim Bergauffahren kein Problem, sehr wohl aber bei einer rasanten Abfahrt. Glücklicherweise wurde in den letzten Jahren die Jaufenstraße auf der anderen Seite hinab ins Passeiertal sukzessive neu asphaltiert. 

Wird die Sicht auf das Hochgebirge nach der endlos langen Plackerei endlich frei, hellt es die gestresste Psyche auf. Wohlweislich wird bewusst, dass es von der Baumgrenze zur Labe nicht mehr allzu weit ist. Dass die Passhöhe in nicht mehr allzu ferner Reichweite liegt macht zuversichtlich, was wiederum wie ein Motivationsbeschleuniger wirkt. Obwohl die Steigung etwas nachlässt nähert man sich nur im Schneckentempo dem anvisierten "Etappenziel". 

Aufgrund des angeglichenen Leistungsniveaus sind Überholorgien a la Kühtai schon längst passé. Der Fernblick oberhalb der Baumgrenze auf die sanft geschwungenen Almwiesen und die majestätische Bergwelt wirkt wie Balsam auf die Seele. Nervig nur, wenn einem Gegenwind in der baumfreien Zone ins Gesicht bläst und zusätzliche Wattleistung abnötigt.

 

Wird die Sicht am Horizont auf den Passübergang frei macht sich Erleichterung breit. Allerdings liegen bis dorthin noch einige hundert Höhenmeter dazwischen. 

Die Passhöhe rückt ganz "laaangsaam" nächer - aber leider nur im Zeitlupen-Tempo. Das Wort erinnert an die Persiflage über den ehemaligen BDR- Präsidenten Rudolf Scharping (BDR: Bund Deutscher Radfahrer e.V.).

Wer sich im Finisher-Zeifenster von 9-11 Stunden bewegt ist nicht einsam unterwegs sondern bewegt sich immer in guter Gesellschaft seiner Mitstreiter (1 513 Fahrer). 2018 blieben 461 Teilnehmer unterhalb der 9 Stunden Marke bzw. 1 974 Teilnehmer unterhalb 11 Stunden. 

Udo Bölts grüßt mit seinem unvergesslichen Ausspruch "Quäl dich, du Sau....". Allerdings versicherte Jan Ullrich - dem dieser Zuspruch galt als sein Teamkapitän ihn 1997 als Gesamtführender auf der 18. Etappe der Tour de France in den Vogesen wegen einer Schwächephase frenetisch anfeuerte - dass es in Wahrheit "Drecksau" hieß (belegt im Interview mit Jan Ullrich). Der Vulgärausdruck wurde medial nie veröffentlicht, daher an dieser Stelle die Erwähnung. Als Radsportler versteht man den sinnigen Hintergrund, dass der Spruch als Motivationsspritze gedacht war und sich nicht um eine Beleidigung handelte.

Auch wenn man glaubt, das Gipfeldach sei greifbar nah, so trügt der Schein. Die Passhöhe lässt auf sich warten – genauer gesagt 3 km schlängelt sich die Straße bösartig hinauf! Besser den steigenden Serpentinenverlauf ignorieren – es könnte der Moral schaden. Quälend zäh wird das Jaufenhaus (1 890 m) passiert, wo einem in den Sinn kommt einen Latte Machiato zu genießen und die malträtierten Beine hoch zu legen.  

Echt hart zu sehen, wenn Gäste im Biergarten ihr Kaffeetscherl oder Birra schlürfen. Aber der Ötztaler ist eben keine Kaffeefahrt sondern eine irrsinnig harte Ausdauerschlacht. Demzufolge versündigt sich keiner an den verlockenden Genüssen, sondern tut das was der tun muss. 

Forza, Fortza - leichter gesagt als getan. Mit 3 500 hm in den Knochen pedallieren bis auf die Pro's keiner mehr mit locker flockig den Berg hoch. 

Das Leiden nimmt bald eine kurze Auszeit, denn bis zur Labe sind es nur 100 hm. 

Das Labeschild muntert die Psyche auf. Mit Gugtung und Erleichterung registriert das Oberstübchen die bevorstehende Pause, was eine Dosis Glückshormone in die Blutbahn kippt.

Mit vermeintlich letzten Kraftreserven wird ein wichtiges Etappenziel angepeilt. 

Der Labe-Rettungsanker ist zum Greifen nah. Trotzdem ziehen sich die letzten Meter im Schneckentempo wie ein Kaugummi. 

Geschafft! Ausgelaugt wird die Labe regelrecht nach Raubtiermanier "überfallen". 

Labestation Jaufenpass  (KM 161 / 2 000 m.ü.M.), deren Position in den letzten Jahren mehrmals zwischen Jaufenhaus und Passhöhe wechselte.

Beine ausschütteln, Kopf freimachen, Trinken und Spachteln...Alles steht im Zeichen der beschleunigten Muskelgeneration und kurzzeitigen Entspannung. Das Wiederauffüllen der Glykogenspeicher mit Kohlenhydrate hilft den Blutzucker zu stabilisieren. 

Während der Verschnaufpause darf mit stolz geschwellter Brust schon mal zwischenbilanziert werden: 161 km und 3 200 hm sind bewältigt - das lässt hoffen! Drei Passanstiege wurden erfolgreich bezwungen, doch der "Endgegner" - das Timmelsjoch - wartet als Scharfrichter schon auf seine Bezwinger oder Opfer....Tja, die Messlatte der Finisherehre liegt beim Ötztaler eben verdammt hoch.

Ist der Verbrennungsmotor ausreichend mit Mineralstoffen und Kohlenhydraten versorgt, ist mit ausreichend Sprit im Tank die Basis für eine erfolgreiche Weiterfahrt geschaffen. Immerhin verbrennt der Körper beim Ötztaler im Schnitt etwa 9 000 kcal. Die Leistungsschere kommt immer deutlicher zum Vorschein: zwischen Spitzen- u. Schlussfahrer liegen am Jaufenpass etwa 4 Stunden Netto-Zeitdifferenz!

Steigt man nach dem Energy-Stopp wieder auf's Rad, tun die ersten Kurbelumdrehungen erst mal sakrisch weh, denn bis zum Scheitelpunkt des Jaufenpasses geht's nochmal 150 hm aufwärts.

Wahrnehmungsverzerrungen sind ein Zeichen körperlicher wie mentaler Zerfallserscheinung. Der Kampf gegen die Schwerkraft wirkt mühseliger – das Pedalieren läuft längst nicht mehr so rund und druckvoll als in den Morgenstunden. Plötzlich sind sie da – die ungefragten, lästigen Teufelchen - welche einem Sinnfragen ins Ohr hauchen und plötzlich alles in Frage stellen. Keine Ausnahme sondern logische Konsequenz wenn Sinnfragen schon mal den eigenen Geisteszustand infrage stellen. 

Zwiespältige Gefühle beweisen nur, wie eng Triumph und Frustration beim Radsport zusammen liegen. In der fortgeschrittenen Phase des Rennens völlige Normalität, wenn man mit sich und seiner Leistung hadert.  Einbrüche gehören bei einem der schwersten Alpen-Radmarathons diesen Kalibers einfach dazu. Entscheidend ist dabei, wie man damit umgeht. 

Diejenigen, für die weniger die Zeit als vielmehr das "bloße" Finishen im Zentrum steht können durchaus ein "Powernap" einlegen. Dies baut Stress ab und erhöht die Konzentration sowie Leistungsfähigkeit.

Wer den Anblick auf die Labe in Vogelperspektive genießt hat den Scheitelpunkt der Jaufenstraße fast erreicht. 

Auch da gehört dazu: "gute Miene zum bösen Spiel". Will heißen, dass man trotz grenzwertiger Anstrengung den Fotografen ein Smileyface entgegen bringt. Dabei schaut es im Innern alles andere als spaßig aus.

Rückblende: während die Teilnehmer 2015 mit Sonne satt verwöhnt wurden und eher mit der Hitze (über 30 Grad in den Tälern) zu kämpften hatten, war 2014 Petrus nicht so gnädig gestimmt. Das Bild oben wurde am 31.08.2014 aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt wußten die Rennradler noch nicht, welch Schlechtwettergebiet sie im Passeiertal bzw. Timmelsjoch erwartete: strömender Dauerregen, Sturm, Nebel, 4 Grad. Dementsprechend schnellte die Ausfallquote nach oben. Viele unterkühlte Fahrer hatten damals bei der Timmelsjoch-Abfahrt Balance- und Steuerprobleme. Mit tauben Händen, extremes Körperzittern, teilweise 20 m Sicht in den Nebelschwaden, Seitenwindböen und drohender Gripverlust auf dem nassen eiskalten Asphalt manövrierte die erschöpften Fahrer in eine gefährliche Extremsituation. Die 38. Ausgabe wurde 2018 ebenfalls von Regenwetter heim gesucht.

Yeah! Das Tagwerk ist vollbracht - fast....

Ein weiteres psychologisch wichtiges Etappenziel wurde bewältigt (KM 161 / 2 094 m.ü.M.). Mission Nr. 3 ist in trockenen Tüchern. Je nach Temperatur empfiehlt es sich für die kühlende 15.5 km lange Abfahrt eine Windstopperweste anzulegen.

 

Die Zeitmessmatte beendet die Bergzeitwertung am Jaufenpass. Die Beinmuskulatur darf verdient in den Ruhemodus schalten, während in der Abfahrt der Kopf umso mehr gefordert ist.

 Jaufenpass-Bergzeitwertung

2018 passierte Cecchini Stefano (I)  als Erster Fahrer den Jaufenpass (4:40.48), während der Letztklassierte 8:09.12 benötigte.

Schnellster der Bergzeitwertung war Hagenaars Patrick (A) in 50.31.

Im Zeitfenster von 1 Stunde - bezogen auf den Führungsfahrer - lagen 464 Fahrer. 

Es soll ja Teilnehmer geben, die das Bergpanorama bei Ruhepuls stressfrei hier oben genießen können. Keine Frage, die grandiose Aussicht auf die Südtiroler Alpen, die hohe Wilde (3840 m) und ihre Gletscher sowie die Tuxer Alpen über dem Passeiertal ist überwältigend. Umgeben wird die Passhöhe von den Gipfeln der Jaufenspitz (2.481 m) und dem Saxner (2.359 m). Nur die ganz Mutigen wagen einen kurzen Blick hinüber zum Timmelsjoch....

 Marco Pantani - Il Pirata

Rückblick: 1998 gewann Marco Pantani die Tour de France und den Giro d’Italia. Unvergessen seine beherzte Angriffslust, der mit 52 kg ein perfekter Bergspezialist war. Verstorben am 14.02. 2004 genießt der ehemalige Radprofi in Italien den Nimbus eines Volkshelden. Zur Erinnerung: am Jaufenpass ging 1994 beim Giro d’Italia der Stern der Bergikone Marco Pantani auf. Er gewann damals die 14. Etappe – sein erster Profisieg. Im Gesamtklassement schloss er den Giro hinter Miguel Indurain (Olympiasieger, fünffacher Tour de France- und zweifacher Girosieger) als Zweiter ab.

Die Überquerung der Passhöhe bietet traumhaft schöne Ausblicke auf die hohe Wilde (3840 m) mit ihren Gletschern im Süden sowie die Tuxer Alpen im Norden. Von hier aus sind es nur schlappe 50 km bis zum Timmelsjoch - wären da nur nicht knapp 2 000 hm die sich in den Weg stellen. Doch zuvor heißt es erstmal Kette rechts!  

Der Warnhinweis "Slow" hat in Bezug zum schlechten Fahrbahnbelag durchaus seine Berechtigung.

Nun wird die im Anstieg hart erkämpfte potentielle Energie auf der anstehenden Gefällstrecke hinab ins Passeiertal in kinetische Energie umgewandelt. Die Abfahrt verschafft der geschundenen Beinmuskulatur zwar eine Ruhepause, dafür werden Hände, Handgelenke, Unterarme, Nacken- Schulter- und Rückenmuskulatur umso mehr beansprucht. Die Jaufenabfahrt mit seinem engen Kurvengeflecht ist äußerst anspruchsvoll die die motorische Reflexe ein ums andere Mal auf die Probe stellt - auch wenn zwischenzeitlich Teilabschnitte neu asphaltiert wurden. Auf der spektakulären Abfahrt (1 400 Tiefenmeter) ist mit Fahrbahnschäden wie Risse, Schlaglöcher, Längsfurchen, Teerfugen und Ausbesserungsstellen zu rechnen. Das Kurvenlabyrinth mit kniffeligen Haarnadelkurven, unübersichtlichen Kurvenkombinationen, und wechselnden Kurvenradien erfordert eine ausgefuchste Fahrtechnik.