Rückblende 2018

Begonnen hat das fulminante Programm am Freitag mit der erfolgreichen Premiere des Ötztaler Bike4Help Prologs wo sich rund 150 Teilnehmer mit MTB-Weltmeister Daniel Federspiel gemessen haben. Das Startgeld kam einer bedürftigen Familie zugute.

Der Samstag war vollgepackt mit Highlights wie der Bike Expo, BikeTrial Shows und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm für Jedermann.

2017 fand die "Stein-Trilogie" mit dem Granit (2016 Granat / 2015 Bergkristall) ihren Abschluss. Nachdem 2018 der Steinbock das Patronat für den Ötztaler Radmarathon inne hatte, folgt 2019 mit dem wieselflinken Murmeltier ein weiterer bekannter Alpenbewohner.

Ergebnisse TOP 3

HERREN

1. Nothegger Mathias (AUT) 7:04.02,4

2. Poro Samuele (ITA) 7:09.00,2

3. Hagenaars Patrick (AUT) 7:14.53,4

DAMEN

1. Orenos Laila (CH) 8:05.30,4    

2. Kiesenhofer Anna (AUT) 8:12.56,1 

3. Prieling Nadja (AUT) 8:21.21,0

Kleider machen Leute, Trikots machen Finisher!


Genauso einzigartig wie der Ötztal-Radmarathon sind auch die alljährlichen  Finisher-Trikots. Sie sind in der Tat DAS Objekt der Begierde da es der sichtbare Beweis dafür ist, eines der härtesten Radrennen im Amateurbereich erfolgreich gemeistert zu haben. Nur wer die 238 Kilometer & 5.500 Höhenmeter innerhalb der Karenzzeiten bewältigt und vor dem Besenwagen im Zielort Sölden ankommt, hat sich das begehrte Exemplar redlich verdient.

Neuer Service

2018 wird erstmals ein neuer Service angeboten der hilfreich ist um seine persönlich angepeilte Zielzeit zu schaffen bzw. zu unterbieten. Vier erfahrene Tempomacher gehen an den Start und fungieren für Mitfahrer als Orientierungshilfe, um das Ziel in weniger als 9 bzw. 10 Stunden zu erreichen. Was sehr wichtig ist: die "Pacemaker" fahre ein möglichst gleichmäßiges Tempo und pausieren kurz an den jeweiligen Labestationen. Optisch zu erkennen sind sie an ihren Pacemaker-Trikots. Wer den Service nutzen möchte sollte sich an ihre Fersen heften und im Windschatten wertvolle Energie sparen, damit der Traum von der persönlichen Rekordzeit Wirklichkeit wird.

1. Mose 3:19: "Im Schweiße deines Angesichts......". Nirgends ist der ultimative Fight gegen den inneren Schweinehund derart grenzwertig wie beim Ötztal-Radmarathon. Das Mega-Event genießt nicht ohne Grund den Status einer inoffiziellen Hobby-Radsport-WM. Schneller, härter, selektiver - der Ötztaler ist definitiv die Königin der Radmarathons in Europa. Und noch eins: Dem Kultrennen - welches dieses Jahr im Zeichen des Steinbock steht - haftet ein einzigartiger Mythos an. Schon deshalb möchte jeder ambitionierte Radsportler unbedingt ein prestigeträchtiges Finish in seiner Vita stehen haben.

Sich den extremen Anforderungen zu stellen um im Wettstreit seiner Psyche über sich hinaus zu wachsen - dafür bietet der berühmt berüchtigte "Ötzi" wahrlich die perfekte Hochgebirgsbühne. Alles andere als radsportlerische Magerkost, denn 238 km gespickt mit 5 500 hm - dazu 6 Kontrollstellen welche manchem Nachzügler zum "Out of Race-Verhängnis" werden - erfordern sowohl eine bärenstarkte Top-Form als auch unerbeugsame Willenskraft. Da mag erschöpften Teilnehmern der legendäre Spruch von Jens Voigt "Shut up legs! Do what I tell you to do" öfter in den Sinn kommen. No pain, no gain, Kühtai, Brenner, Jaufen und Timmelsjoch lehren Demut und unbeugsamen Durchhaltewillen, denn Selbstaufgabe ist schlichtweg keine Option.Da der Kampf auf Biegen und Brechen physisch wie mental ans Eingemachte geht, öffnen sich nach einer emotionalen Achterbahn im Ziel vor der Freizeit Arena in Sölden die Glückshormonschleusen von nie gekanntem Ausmaß. Übersprudelnde Glücksgefühle bescheren Ausnahmemomente, welche das neuronale Belohnungssystem unvergesslich ins Gedächtnis schreibt. Das grenzenlose Hochgefühl durchflutet das Denkorgan mit körpereigenen Opiaten (Endorphine) und weiteren Botenstoffen wie das Oxytocin. Kurzum: ein glorreiches Finish ist Garant dafür, von einem berauschenden körpereigenen Cocktailmix regelrecht überwältigt zu werden. 

Am 2. September wird der Suchtmagnet wieder scharf geschaltet. Dann heißt es Feuer frei, um die Gradwanderung zwischen Ex und Hopp zu meistern und den ehrwürdigen Finisher-Olymp zu erklimmen. Das Finishertrikot  - begehrteste Trophäe im Hobby-Radsport - hat sich jeder Finisher - unbesehen des Rankings - redlich verdient. Ein "Stofffetzen", der als Inbegriff für eine außergewöhnliche Spitzenleistung steht. Schöne Geste: Der Veranstalter erachtet Siegerehrungen vor Eintrefffen aller gewerteten Teilnehmer als unsportlich, weswegen der letzte Ankömmling abgewartet wird, dem eine Ehrung wie den Podestfahrern zuteil wird.

Neuer Veranstaltungstermin

Völlig überraschend verlässt der Ötztaler Radmarathon seinen traditionellen Termin Ende August. Stattdessen findet der 38. Ötztaler 1 Woche später am 2. September 2018 statt.

PRO Ötztaler 5500 paussiert 2018 

Nach der erfolgreichen Premiere des UCI-Rennens PRO Ötztaler 5500, legen die Veranstalter 2018 ein Jahr Pause ein. Dazu Oliver Schwarz (Geschäftsführer Ötztal-Tourismus): „Wir sind bereits jetzt bemüht einen passenden Termin für den PRO Ötztaler 5500 im Jahr 2019 zu finden und werden in der Folge ein entsprechendes Terminansuchen an den UCI Weltverband stellen. Der Sommer 2018 wird dennoch ganz im Zeichen des Radsports stehen. Rund um die Bike Republic Sölden, das Mannschaftszeitfahren der Weltmeisterschaft und den prestigeträchtigen Ötztaler Radmarathon wird im Ötztal wieder Radsport der Extraklasse geboten.“ 

Rückblende zum 37. Ötztal-Radmarathon 


Der 37. Ötztal-Radmarathon ging mit einem Starterrekord (4331 Teilnehmer) sowie einem Streckenrekord bei der Premiere des "Pro Ötztaler 5.500" über die Bühne. Das Profiradrennen (UCI-Kategorie 1.1) entschied der Tscheche Roman Kreuziger (Team Orica-Scott) in 6:37:34 Stunden für sich und verwies seine härtesten Widersacher Simon Spilak (Katusha-Alpecin) und Giulio Ciccone (ITA, Bardiani-CSF) auf die Plätze. 154 Profis - u.a. auch die WorldTour-Teams Bora-Hansgrohe, Orica-Scott und Katusha-Alpecin - nahmen am schwersten Eintages-Profirennen der Welt teil.

Auch wenn der direkte (Zeit-) Vergleich zwischen Amateuren/Jedermänner und Profis wegen Streckenneutralisation (10 km), Renntaktik und situativer Rennverlauf hinkt, so besteht zumindest hinsichtlich der Zeitdifferenz Klarheit. Der bisherige Streckenrekord des Ötztal-Radmarathon - aufgestellt vom Schweizer Hugo Jenni (6:50:31 Stunden) - besteht bereits seit 2001. Den diesjährigen "Ötztaler" gewann Stefano Cecchini (ITA) vor Enrico Zen (ITA) und dem Deutschen Robert Petzold. Nachdem die Schweizerin Orenos Laila 2016 mit persönlicher Bestzeit (7:42 Std.) einen Streckenrekord aufstellte, siegte sie in 7:50:44 Stunden zum vierten Mal in Folge, vor ihren schärfsten Konkurrenten Christina Rausch (GER) und Daniela Pintarelli (AUT).

Ergebnisse TOP 3

HERREN

1. Cecchini Stefano (ITA) 6:56.34,6

2. Zen Enrico (ITA) 6:56.53,6

3. Petzold Robert (GER) 6:59.50,3

DAMEN

1. Orenos Laila (SUI) 7:50.44,3

2. Rausch Christina (GER) 7:53.00,7

3. Pintarelli Daniela (AUT) 7:55.29,8

Am 27. August 2017 fand die "Stein-Trilogie" mit dem Granit (nach dem Granat 2016 und Bergkristall  2015) ihren würdigen Abschluss. Der Granit steht für Härte und lange Lebensdauer, für schlichte Eleganz und Beständigkeit. 

 

 „Pro Ötztaler 5.500“ im UCI Rennkalender

Am 26. August 2017 wird das weltweit härteste Eintagesrennen für Radprofis im Ötztal ausgetragen. Nach dem Vorzeigebeispiel der Cyclassics in Hamburg möchte die UCI (internationaler Radsportverband) neben dem überaus populären "Ötztaler" ein internationales Profiradrennen aus der Taufe heben. Damit reiht sich der Ötztal-Radmarathon zukünftig in die Phalanx internationaler Top-Rennen ein. OK-Chef und Initiator Ernst Lorenzi: „Einen Tag vor den 4.000 Hobbysportlern welche beim Ötztaler Radmarathon an den Start gehen werden, wird bereits 2017 der „Pro Ötztaler 5.500“ als Profiradrennen ausgetragen. Internationale Top-Fahrer der bekanntesten Radteams sind exakt auf der gleichen Strecke unterwegs und werden sich jener Herausforderung stellen, über die sich tags darauf die Hobbysportler wagen.“

Das Rennen wurde von der UCI auf Anhieb als Hors Categorie 1.1 eingestuft. Erklärtes Ziel ist, sich zum Pro-Tour-Rennen (höchste Liga des Profi-Radsports) hochzuarbeiten. Ein vergleichbarer Weg wurde beim Skisport beschritten: Vor der offiziellen Aufnahme in den Alpinen FIS-Ski-Weltcup, der mittlerweile zu den Klassikern zählt, wurden Gletscher-Ski Cups und FIS-Rennen ausgetragen.

Profis zollen dem anspruchsvollen Streckenprofil großen Respekt, weil ein Eintagesrennen mit 238 km und 5.500 hm im Rennkalender der UCI ein Novum ist. Ex-Profi Thomas Rohregger: „Ich glaube, dieses Rennen wird sehr schnell als das schwierigste Eintagesrennen im Profikalender Fuß fassen. Das ist so ein Rennen, das jeder einmal gewinnen will. Der „Pro Ötztaler 5.500“ verbindet allein landschaftlich alles in einem Rennen, wovon Profis und Zuschauer schwärmen.“

Der mutige Schritt, im Windschatten des populären Ötztal-Radmarathon ein hochklassiges Profirennen zu etablieren zeigt, wie engagiert sich das Ötztal dem Radsport widmet. Dazu Oliver Schwarz, Geschäftsführer des Ötztal Tourismus: „Gleichzeitig mit den massiven Investitionen in das Mountain Bike Angebot in Form der Bike Republic Sölden, dem in Bau befindlichen talweiten Radweg und dem bereits bestens etablierten Ötztaler Radmarathon, ist dieses neue UCI-Rennen auf den Spuren des „Ötztalers“, die wohl bedeutendste Entwicklung, um das Ötztal als die Radsport-Destination in den Alpen zu positionieren.“ In Zukunft werden im Ötztal neben dem Ski-Weltcup auch Weltklasse-Fahrer des Profi-Radsports das prestigeträchtige  Erscheinungsbild prägen. Mit dem hochkarätigen PRO ÖTZTALER 5.500, der Tour de Suisse, TdS-Jedermann Challengund dem legendären Ötztaler schwingt sich die Region zur prestigeträchtigen Radsport-Hochburg auf. Ein Paradebeispiel das den Nährboden für eine befruchtende Symbiose von Breiten- und Profisport schafft.

Bikeparadies Sölden

Auch abseits der Straßen im unwegsamen Hochgebirgsgelände tut sich was, denn Mountainbiker finden in der Bike Repubic Sölden ein gigantisches Spielwiesen-Terrain vor. Mit dem stetig wachsenden ultimativen Flow- Jump- und Natur-Trailnetz ist das Ötztal drauf und dran in die Bel étage etablierter Alpen Hot Spots aufzusteigen.

Ötztaler Radweg

Auf dem ersten Bauabschnitt des beschilderten Ötztaler Radweg können Familien- Trekking- und Tourenradler gemütlich zwischen Sölden und Längenfeld vis a vis der rauschenden Ötztaler Ache verkehrsfrei dahin cruisen (15 km). 2017 wird die Trasse nach Umhausen verlängert (10 km), 2020 erfolgt der finale Lückenschluss zum Inn-Radweg (15 km).    

Prolog

Von 1982 bis einschließlich 2017 nahmen insgesamt 83 338 Teilnehmer aus über 70 Nationen am Ötztal-Radmarathon teil. Das knackige Streckenprofil ist im Telegrammstil rasch erklärt. Beginnen wir mit dem Kühtai, das als "Aperitiv" mit 1 200 hm und einer würzigen 18 % Rampe die erste Hürde ist, weiter zum moderaten Brenner (777 hm) dem sich alsbald der rhythmische Jaufenpass (1 130 hm) anschließt. Zu guter Letzt folgt das schicksalsträchtige Timmelsjoch (1759 hm) - mit 2 509 m Höhe der Streckenzenit - wo schon tausendfach Träume wie Seifenblasen zerplatzen. Jener Schlussakt, der die unsägliche Quälerei im wahsten Sinne des Wortes auf die Spitze treibt. Nach 238 km stehen 5 500 hm - wobei sich 2/3 der Höhenmeter im zweistelligen Prozentbereich ausgerechnet im Schlussdrittel der Strecke befinden - auf der Uhr. Es sind weniger die nackten Zahlen als vielmehr die unstetige Profilierung die den Ötztaler so schwer machen. Nichtsdestotrotz macht dieser Knackpunkt den Ötztaler zur Legende. Jener Nimbus, der Erzählstoff liefert, aus dem (Alb-) Träume gestrickt sind. Da trifft der Songtext von Xavier Naidoo "Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer" den Nagel auf den Kopf. 

Für die meisten Teilnehmer ist der Ötztal-Radmarathon der Saisonhöhepunkt, welcher die Rennradler-Biografie gehörig aufwertet. Wenngleich in weiser Voraussicht der gewaltigen Extremanforderung Teilnehmer in bestechender Form antreten, eine Finisher-Gewähr gibt es nicht. Zu viele Fallstricke und Unwägbarkeiten lauern auf der anspruchsvollen Strecke. Konditionsprobleme, taktische Fehler oder unzureichende Energieversorgung - schon rückt ein Fiasko gefährlich nahe. Besonders das Wetter ist eine Unbekannte, das mit einem Schlag persönliche Ziele zunichte machen kann. Man muss in vier Klimazonen mit spezfischen Wetterkapriolen klar kommen. Die Ausfallquote belegt, dass trotz guter Trainingsform nicht wenige die Flinte ins Korn schmeißen. 2016 erreichten 447 Teilnehmer (10.7%; 2015: 9.8%) nicht rechtzeitig das Ziel.  

Wer hier allen Ernstes von Genuss spricht kann es nur sarkastisch meinen. Totale Erschöpfung, schmerzende Gliedmaßen und salzverkrustete Trikots und Gesichter zeugen von einem aufopferungsvollen Kampf. Der Cose-Name "Ötzi" hört sich verniedlichend an, doch klar ist, dass die immense Herausforderung das Ende der Fahnenstange für top trainierte Hobby-Radsportler darstellt. Zwar mag einem der Spruch geteiltes Leid ist halbes Leid in den Sinn kommen, doch selbst Kollektivschmerz vermag die empfundene Qual um kein Jota mildern. Enttäuschung und Euphorie liegen beim Ötztaler enger zusammen als anderswo, wo sich kognitive und physiologische Extremzustände von einem zum anderen Moment abwechseln können. Da hilft die positive Sichtweise, dass fast die Hälfte der Strecke bergab verläuft nicht wirklich weiter.

Rückblick 2016

Links: der österreichische Ex-Profi Thomas Rohregger und Sportdirektor der Straßen-WM 2018 in Tirol sowie technischer Delegierter des Radsportweltverbandes UCI - brachte es als Radsport-Experte auf den Punkt: "Ein Ötztaler-Finish ist der Ritterschlag für jeden Hobby-Radsportler". Rechts: Autor.

 

Bei milden 13 Grad Frühtemperatur hallte der Startschuß der Böllerschützen durch das Ötztal. Besonders auf der gefährlichen Abfahrt im dicht gedränkten Pulk nach Ötz ist allergrößte Aufmerksamkeit und Rücksicht dringend geboten. Rennleiter Rupert Scheiber spricht klare Worte: "wegen einer Startnummer am Rad darf nicht der Geist und der der Verstand abgegeben werden".

Am Kühtai ist das Peloton noch kompakt zusammen was sich jedoch bald ändert.

Bernd Hornetz (Team Corratec) gelang mit seinen 48 Jahren ein Husarenstück. Er sprengte die langjährige Ötztaler-Siegerphalanx der Italiener mit einer Fabelzeit von 6 Std. 57 min. (Schnitt 34.2 km/h) und verwies Jörg Ludewig (Team Alpecin) sowie den Vorjahreszweiten Stefano Cecchini (I) auf die Plätze zwei und drei. Sein Racebericht in der RENNRAD.

Vorjahressieger Enrico Zen konnte dagegen wegen eines schweren Sturzes am Vortag nicht ins Renngeschehen eingreifen. Einzig das deutsche Duo blieb unterhalb der magischen 7- Stunden Schallmauer. Die Schweizerin Orenos Laila legte mit ihrer persönlichen Bestzeit von 7:42 (Schnitt 30.9 km/h) einen Streckenrekord und damit gleichzeitig einen Hattrick beim Ötztaler hin. Sie verwies Parente Simona und Pintarelli Daniela die Plätze. 

Dass wolkenfreies Kaiserwetter die überwältigende Gebirgskulisse der Ötztaler- Stubaier- und Sarntaler Alpen, die das Etschtal, Eisacktal, Passeier und Jaufental zum Dritten Mal in Folge in voller Pracht erstrahlen lässt, ist in der langjährigen Geschichte des Ötztal-Radmarathons ein Ausnahmefall. Dementsprechend säumten tausende Zuschauer die Streckenränder an den Hot Spots in Sölden, Ötz, Ochsengarten, Kühtai, Innsbruck, Brenner, Sterzing, Jaufenpass und St. Leonhard. Natürlich fehlte Didi Senft - alias Tourteufel nicht. 

4176 Starter aus 31 Nationen setzten sich bei milden 13 Grad um 6.45 Uhr in Sölden in Bewegung, wovon 3533 Männer und 196 Frauen finishten und ihren Traum der Träume verwirklichten. Mit 48.8 % stellten die Fahrer aus Deutschland erwartungsgemäß die Mehrheit, gefolgt von Österreich (20.7%) und Italien (19.9%). Das Groß der Starter aus Deutschland kam aus Bayern (24.9%), gefolgt von Nordrhein-Westfalen (20.7%) und Baden Württemberg (18.1%).

Die 36. Auflage des Ötztaler Radmarathons war einer der schnellsten Rennen überhaupt. Insgesamt blieben 8 Fahrer unter der Zeit von 7:10. Selbst die Schluss-Finisherzeit von Andreas Flammiger aus Lübeck war mit 13:22 gut 20 min. schneller als sonst üblich. Die meisten Fahrer strichen am Timmel in sengender Hitze die Segel.

Auf rechtzeitigen Flüssigkeitsnachschub war in der Hitze besonders zu achten, um nicht zu dehydrieren. Für 447 Teilnehmer kam das vorzeitige Aus. Die körperlichen und mentalen Strapazen überstiegen die Leistungsreserven. Eine bittere Erfahrung vor dem sich insgeheim jeder Teilnehmer fürchtet.

  Deydration

Wer auf Dauer zu wenig Flüssigkeit und Natrium bei der Hitzeschlacht aufnahm, dem drohte eine Hypotone oder Isotone Dehydratation (Wassermangel). Ersteres ist der Fall, wenn im Verhältnis zum Wasserverlust mehr Salz ausgeschieden wird. Wird bei extremen Schweißverlust nur salzarme Flüssigkeit wie z.B. reines Wasser aufgenommen ist die Bilanz der Salzausscheidung höher als die Wasserausscheidung (Gefahr von Muskelkrämpfe). Insbesondere bei hohem Flüssigkeitsverlust ist die regelmßige Aufnahme von Mineralwasser und sogenannten Iso-Getränken, die isoton (im Vergleich zum Blutplasma) sind, eminent wichtig. Steht dagegen der Verlust von Wasser und Salz-Ionen (Natrium+, Chlorid−) im selben Verhältnis zueinander, droht bei  bei unzureichender Wasser- und Natriumzufuhr die Isotonische Deydration. 

 

Frisches, mineralhaltiges Quellwasser ließen sich viele Teilnehmer in der Hitze nicht entgehen.

Wer die T-Shirt-Aufschrift "Besenwagen? - aus der Traum" von Helfern erblickte, für den wurde es bitter ernst. Von Sölden bis zum Brenner strichen zwar nur 86 Fahrer die Segel, aber die meisten Fahrer erwischte es im Anstieg von St. Leonhard zur Labe Schönau. In sengender Hitze über 30 Grad schmissen in diesem Abschnitt die meisten Teilnehmer erschöpft das Handtuch. Reihenweise saßen auf schattigen Lei"d"-Planken ausgelaugte Fahrer, denen die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben stand. Manche saßen regungslos mit leerem Blick auf der Straße, manche lagen flach auf dem Boden oder in der Wiese. Wieder andere machten Dehnübungen, erfrischten sich mit Quellwasser oder schoben ihr Gefährt nach oben, getragen von der Hoffnung irgendwie das Ziel vor der Cut Off Zeit zu erreichen. Wie heißt es so schön: die Hoffnung stirbt zuletzt.

Einmal mehr wurde die Erkenntnis zur Gewissheit, dass der <Ötztaler> Leiden, Emotionen und Glückseligkeit auf allerhöchstem Niveau in sich vereint. 

Ergebnisliste 2016  

Top Ten Ergebnisse 2016

Männer

  • 1. Hornetz Bernd (1968), D-Malsch, Team Corratec 6:57.04,6
  • 2. Ludewig Jörg, (1975), D-Versmold, Team Alpecin     6:57.42
  • 3. Cecchini Stefano (1978), I-Lucca (LU), Asd la Bagarre  7:01.17,4      
  • 4. Petzold Robert (1989), D-Dresden, Petz Racing  7:04.11,9   
  • 5. Hagenaars Patrick (1982), Brixen im Thale, Toni#s ProShop  7:06.14
  • 6. Rubisoier Daniel (1982), Fulpmes, deniflcycling.com   7:07.02,2      
  • 7. Federspiel Daniel (1987), Imst, Scott Österreich  7:08.28
  • 8. Schwarz Lucas (1992) Jenbach, Team Physio 1.0 7:09.43,2     
  • 9. Markolf Michael (1985), D-Bühlertal, RSV Bühlertal Blackforest  7:10.22,5     
  • 10. Elettrico Tommaso (1987) I-Matera (MT) MICHE-MG.K VIS-L.   7:11.57,0   

Damen

  • 1. Orenos Laila (1983), CH-Appenzell, team innomat.ch  7:42.29,8   
  • 2. Parente Simona (1974), I-Pontedera (PI), Somec-MG.K Vis-LGL  7:47.52,8 
  • 3. Pintarelli Daniela (1983), Flirsch, MooserWirt St. Anton am Arlberg 7:52.16,7
  • 4. Van der Moeren Ils (1974), B-Ravels, Cyclexperience 7:57.26,0 
  • 5. Hober Alexandra (1974), I-Meran (BZ), Athletic Club Merano 7:57.28,2 
  • 6. Rausch Christina (1973), D-Hamburg, Pacopeluche  8:05.56,7  
  • 7. Wörz Paulina (1981), D-Oy-Mittelberg,RSC AUTO BROSCH Kempten   8:19.48,1     
  • 8. Siedler Kerstin (1989) Mautern, Niederöster  8:21.26,7  
  • 9. Kittel Agnes (1988), Wien, Nora racing Team   8:23.47,9
  • 10. Bee Gloria (1990),  I-Sovramonte (BL), S.S.D. PEDALE FELTRINO     8:27.51,4   

Teamwertung

  • 1. Petz Racing
  • 2. Team Strassacker
  • 3. Team Naturino Brugger
  • 4. Team de Rosa Santini
  • 5. Union-Sporthütte.at
  • 6. Team Forchheim
  • 7. URC Ötztal 1
  • 8. Polisportiva a.v.i. Bike Team
  • Miche-MG.K Vis-Legend-LGL
  • 10. Team Physio 1.0 - Powered by Radsport ST

Annekdoten am Rande

  • Der unterarmamputierte Patrick Hagenaars schreibt mit der unglaublichen Zeit von 7:06 und damit den fünften Gesamtrang Geschichte  
  • Daniel Federspiel - zweifacher MTB-Weltmeister im CC Eliminator aus Tirol - wurde bei seinem Ötztaler-Debüt in 7:08 Siebter
  • Nadia Prieling radelte den Ötztaler an 10 aufeinander folgenden Tagen und spulte 2380 km und 55.000 hm runter

Spuren hinterlassen

Ötztaler-Mastermind und OK-Chef Ernst Lorenzi scheinen seine kreativen Ideen wahrlich nicht auszugehen. So verstand er es mit seiner "Spray-Aktion" gewisses Race-Flair populärer Profi-Radklassiker auf's "Timmel" zu zaubern. Hierbei konnten Teilnehmer des Ötztaler Radmarathons ihren Namen auf die Timmelsjochstraße sprayen, was ein wenig den Profi-Charakter der Veranstaltung widerspiegelte. Neben der persönlichen Fanschablone gab es dazu ein spezielles wasserlösliches Kreidespray. 

 

Beim letzten Gegenanstieg von der Senke der Timmelsjochstraße hinauf zur Mautstelle wo sich der Top Mountain Crosspoint befindet vermochte der aufgesprayte Name für einen Motivationsschub sorgen, sofern man ihn im "Delirium" der letzten Kraftreserven überhaupt erkennen konnte.

 

 

 

 

 

 

 

Apropos Top Mountain Crosspoint: die kopmplett neu erbaute Mautstation der Timmelsjoch Hochalpenstrasse beherbergt auf 2.200 m Höhe nicht nur ein großräumiges Restaurant. Im angegliederten Motorcycle Museum werden über 200 sehenswerte Exponate von knapp 70 Motorrad-Herstellern ausgestellt. 

 

Pressekonferenz 2016.

Bild oben von links: Oliver Schwarz (Geschäftsführer Ötztal Tourismus), OK-Chef Ernst Lorenzi, Thomas Rohregger (Ex-Profi).

Das Panorama auf dem Top Mountain Crosspoint ist überwältigend. Für Rennradler wurde eigens eine separate mautfreie Durchgangsspur eingerichtet. 

Rahmenprogramm

Flankiert von einem umfangreichen Rahmenprogramm gab es eine abwechslungsreiche Unterhaltung. So referierte z.B. der Sportmediziner Prof. Dr. Dr. Simon Perikles über Leistungsdiagnostik und gab neueste Erkenntnisse zur effizienten Trainingsmethodik zum Besten. 

Vittorio Brumotti begeistert mit emotionaler Wahnsinns-Show

Absolutes Highlight war der weltbekannte Rennrad-Aktrobat Vittorio Brumotti, der am Vorabend mit seiner faszinierenden Stunt-Show für Superstimmung unter den ca. tausend Zuschauern sorgte.

Der italienische Weltklassestar Vittorio Brumotti - bekannt für seine atemberaubenden You-Tube-Clips - lieferte eine spannungsgeladene Stuntshow ab. Geschätzte tausend Zuschauer stockte bei den Harakiri-Einlagen ohne doppelten Boden oder Netz ab und an der Atem.

Flying Akrobat Brumotti in voller Action. Mutige Zuschauer stellten sich den gewagten Sprungszenen zur Verfügung.

Danach gab es glückliche Gesichter der Stunt-Statisten die Show-Acts unbeschadet überstanden zu haben.

Nicht nur die Zuschauer waren von den akrobatischen Darbietungen restlos begeistert. Auch unter den Journalisten genießt der sympathische Italiener Fan- und Kultstatus.

Die Sporthalle der Freizeit Arena Sölden ist geöffnet:

  • Freitag & Samstag Mittag: 11:30 - 14:00 Uhr
  •  Freitag & Samstag Abend: 17:30 - 22:00 Uhr
  • Sonntag (Pastaparty): 11:30 - 22:00 Uhr

Es wird eindringlich darum gebeten ausschließlich nur an der offiziellen ÖRM Labestation Halt zu machen. Die Betriebe Berggasthof Jaufenhaus und Edelweißhütte bleiben am Sonntag, den 28.08.2016 geschlossen. Zum Schutz vor Verunreinigungen werden entsprechende Absperrungsmaßnahmen errichtet und ein Videoüberwachungssystem installiert. Besitzstörungen oder Verunreinigungen werden angezeigt. 

LIVE STREAM und LIVE Ticker

Erstmals werden neben dem Eurosport Live-Ticker zusätzlich auch Live-Einstiege von der Strecke angeboten. Ab 11.00 Uhr wird Sonntags sowohl die Spitze am Jaufenpass, als auch die Highlights vom Start und der Strecke gezeigt. Thomas Rohregger (Ex-Profi) führt Interviews und moderiert die Sendung. 

Zusätzliche Cut-Off-Zeiten

  • Labestation BRENNER muss bis 12:40 Uhr verlassen sein
  • Labestation JAUFENPASS muss bis 14:25 Uhr passiert sein

Kürzlich weilte eine Delegation der UCI (Radweltsportverband) in Tirol, um die vorgesehenen Rennstrecken für die geplante Rad WM 2018 in Tirol zu besichtigen. Diese Herren waren von der Schönheit der Tiroler Natur, den perfekten Straßen dem Granaten-Trikot so angetan, dass sie sich spontan bereit erklärten, dieses begehrte Finisher Trikot des Ötztaler Radmarathons als erste zu präsentieren.

Der 36. Ötztaler Radmarathon stand im Zeichen eines besonderen Minerals - dem Granat. Die wenigsten wissen, dass das Ötztal für seine einzigartigen Granatvorkommen weltbekannt ist. Der Edelstein wird seit Jahrhunderten von verschiedenen Kulturen als Schmuckstein geschätzt und ist Bestandteil zahlreicher Erzählungen. Sowohl in der griechischen Mythologie als auch in jüdischen und muslimischen Niederschriften genießt er seiner Leuchtkraft wegen große Bedeutung.

Annekdoten

Ein 9.30 Stunden-Finisher beklagte, dass er an den vorzüglich bestückten Labestationen die dargebotenen "Leckereien" wegen allgemeiner Race-Hektik nicht nutzen konnte: "Vielleicht sollte ich mir für den nächsten Ötztaler 13 Stunden Zeit nehmen und mir mein Startgeld komplett an den Laben erstatten lassen".

Amüsante, hintergründige Forumseinträge: "wennst genügend Trainingskilometer in den Beinen hast ist der Ötzi anstrengend, bei dürftiger Form ist er megahart und bei falscher Übersetzung endet das Unterfangen in einer Katastrophe - bzw. in Kombination mit Formschwäche kommst erst gar nicht an...." 

"Ein Leidenszustand, der so widerlich wie unbezahlbar ist. Ein Gefühl, das man im normalen Leben nicht erreicht, unbezahlbar deshalb, weil es die meisten Menschen in unserer Komfortgesellschaft nie erleben. Die Grenz­erfahrung unterscheidet dich, macht süchtig, macht stark. Und nicht verschweigen möchte ich die wöchentlichen Wirtshausbesuche nach dem Schwimmtraining mit meinen Vereinskameraden, weil die hochgeistigen, tiefgründigen und nahezu weltverändernden Gespräche beim Stammtisch absolut der nötigen Psyche dienen, die man unbedingt braucht, um solche sportlichen Herausforderungen wie den 'Ötztaler' unbeschadet zu überleben (Wolfgang.W.).

35. Ötzal-Radmarathon 2015

Seit 1982 gibt es den Ötztal-Radmarathon bereits. Vieles wurde seitdem verändert, verbessert, perfektioniert. Die vier Pässe sind stets diesselben geblieben, nur die Routenführung variierte geringfügig wonach die Streckenlänge zwischen 222 km und 254 km liegt. Das Kühtai wartet mit dem steilsten Stich (18%) auf, der Brenner schlängelt sich mit 37 km am längsten dahin, der Jaufen ist der rhythmischte Anstieg und das Timmelsjoch wird zu fortgeschrittener Stunde als "zachster" Streckenabschnitt empfunden. So weit die Kurzbeschreibung im Telegrammstil.

Guten Morgen - Hier beginnt Dein Traum


Noble BMW-Karossen als Rennleiterfahrzeuge, Feuerwehr-LKW's, Polizeifahrzeuge und Motorräder stehen zur Abfahrt bereit.

Das Rotorengeräusch von zwei Hubschraubern, aus denen der ganze Tag über Luftaufnahmen gemacht werden, heizen die Stimmung und Anspannung an. 

Mit einem markerschütternden Knall aus der Kanone der Schützenkompanie Sölden startet um 6.45 Uhr bei ungewöhnlich milden 13 Grad der Tross aus 4298 hoch motivierten Teilnehmern aus 40 Nationen. Interessant: bei den Männern am stärksten vertreten ist der 65 er Jahrgang (222 Teilnehmer) - 1 832 Starter sind zwischen 40 und 49 Jahre alt. Die Frauenquote hat sich in den letzten Jahren bei etwa 5-7 % eingependelt (299). Die Ausfallquote lag insgesamt bei 9.8 %, wobei sie bei den Frauen mit 23.3% ungleich höher lag.

 

3878 Finisher - darunter 229 Frauen - sollten mit unbeugsamer Willenskraft ihr Ziel erreichen und mit aufoperungsvollem Einsatz sich ihren persönlichen Traum erfüllen.

Das überdimensionale Trikot über den Köpfen der Radsportler heizte die Motivation der Radsportler vor Sonnenaufgang bei der Abfahrt nach Ötz an. Auch wenn die Startphase bis Längenfeld neutralisiert ist und die Organisatoren gebetsmühlenartig auf die gefährliche Abfahrtsstrecke im hautnahen Gedränge hinweisen, gab es auch dieses Jahr im dichten Starterpulk wieder einige Stürze, die aber gottlob glimpflich verliefen.

Schon bald blinzelten am Kühtai-Aufstieg erste Sonnenstrahlen vom Firmament. Dann gab es bis zum Einbruch der Dunkelheit ununterbrochen Sonne satt. 

Die diesjährige Veranstaltung wird als <Traumwetter-Ötzi> in die Annalen der ereignisreichen Event-Geschichte eingehen.

 

Dass wolkenfreies Kaiserwetter die überwältigende Gebirgskulisse der Ötztaler- Stubaier- und Sarntaler Alpen, die das Etschtal, Eisacktal, Passeier und Jaufental umkranzen in voller Pracht erstrahlen lässt kommt beim Ötztal-Radmarathon leider viel zu selten vor. Doch dieses Jahr stand der Auftakt der Edelstein-Trilogie mit dem Bergkristall - das Licht der Alpen - sprichwörtlich unter einem guten Stern. Der Wettergott setzte dem Wunsch <ICH HABE EINEN TRAUM - I HAVE A DREAM - HO UN SOGNO> die Krone auf und verwöhnte die Teilnehmer mit sagenhaften Panoramaaussichten. Jan Ullrich sagte nach der Zielankunft: "Wer heute nicht Radfahren gegangen ist, der ist selber Schuld".


Wo Licht ist, ist auch Schatten, denn die Sonne trieb das Thermometer-Quecksilber und damit den Leidensfaktor mächtig nach oben. Übermotivation mündete - noch mehr als ohnehin - in ein unkalkulierbares Risiko. Die Hitze saugte kräftig Energie und machte das Rennen vor allem im Schlussabschnit am gefürchteten Timmelsjoch zur Tortur. Wie heißt es so schön: abgerechnet wird am Schluss. Der Schuss - zu früh alles auf eine Karte zu setzen - droht bei so einem Kaliber wie dem Ötztal-Radmarathon nach hinten losgehen. Kein Wunder wenn des zu hohen Anfangstempos wegen der Mann mit dem Hammer wartet. Eigentlich ein typischer Anfängerfehler, trotzdem gehen zig Teilnehmer im Eifer des Gefechts jedes Jahr zu schnell an. Dramatisch für jene, wenn der Traum wie eine Seifenblase zerplatzt.

Im Kopf spielt die Musik

Eine gewisse masochistische Ader, Selbstironie und Portion Verrücktheit braucht es schon, um sich freiwillig die Mordsschinderei von knackigen 5 500 hm anzutun. Verstehen tun es nur die Akteure selbst wieso sie der Trophäe - dem begehrten Finishertrikot - qualvoll hinterherjagen. Manch Außenstehender schüttelt verständnislos den Kopf und ist geneigt der "Spezies" sarkastisch die Psycho-Couch zu empfehlen. Lange Rede kurzer Sinn: Nichtsportler werden Sportler niemals verstehen.

Gerade bei dem unvergleichlich ultraschweren Streckenprofil kommt es auf das eng verzahnte Zusammenspiel von Psyche und Physis an, denn der Kopf ist nunmal der Schlüssel zum Körper. Wenn jede Phase des Körpers rebelliert, hängt der Vorwärtstrieb am seidenen Faden der mentalen Stärke. Neben einer ausgezeichneten körperlichen Performance braucht es zudem unerschütterliche Willensstärke, um die sporliche Herausforderung zu bestehen. Selbst wenn der Motor reibungslos schnurrt und auf Hochtouren läuft, muss mentale Power den Kampf gegen den inneren Schweinehund ausfechten und Sinnkrisen bewältigen. Erst recht, wenn alles auf Messers Schneide steht. Die Früchte hängen sehr hoch, und wollen Meter für Meter schweißtreibend verdient sein. Ist die Psyche angeknackst, gerät der Kraftakt zum auswegslosen Kampf gegen unbarmherzige Berggiganten. Doch wie sagte einst Berthold Brecht: Wer kämpft kann verlieren - wer nicht kämpft hat schon verloren. 

Sarkastische Bemerkung des Veranstalters: "Serpentinen verschaffen dir die dritte Luft, sagen manche. Beim Ötztaler gibt es davon 66 Stück - also viel Luft nach oben."

Wasser- und Natriumzufuhr das A & O

Die brütende Hitze von über 30 Grad am Fuße des Jaufenpasses bzw. im Passeiertal setzte den Fahrern sichtlich zu. Zeitweise mass der GARMIN bei direkter Sonneneinstrahlung 37 Grad. Ausreichende und zeitgerechte Wasser- und Natriumzufuhr war unter diesen erschwerten Bedingungen das Gebot der Stunde. 

Wohlweislich wurde eine zusätzliche Getränkestelle oberhalb von Moos aufgebaut, um die Radsportler auf ihrem giftig steilen Weg hinauf bis zur Labe Schönau vor drohender Deydration zu bewahren. Sage und schreibe 50 000 Liter Wasser, Iso, Tee und Cola wurden an den 4 Labe- und 2 Getränkestationen gereicht, um die malträtierten Fahrer mit Kühlflüssigkeit aufzupäpeln. Es wurde sogar eigens ein Schild angefertigt, das auf mineralhaltiges Quellwasser hinwies. Die Kraft-Quelle der Natur wurde von durstigen Kehlen liebend gern angezapft sowie zum Auffüllen der Trinkflaschen bzw. zur Erfrischung rege genutzt. Zahlreiche Zuschauer säumten die Strecke. Manche Zaungäste bespritzten die überhitzten Körper bei der Timmel-Auffahrt immer wieder mit Wasserschläuchen. Jede Art von Abkühlung war recht und wurde tierisch genossen.

Überwältigende Gebirgskulisse

Das Traumetter animierte auffäillig viele Fahrer am Straßenrand inne zu halten. Manche hielten erschöpfungsbedingt an, andere um das phantastische Gebirgspanorama wirken zu lassen bzw. mit dem Handy das beeindruckende Naturschauspiel zu fotographieren. 

Trotz Wettkampfstress nahmen nicht wenige die atemberaubende Naturschönheit zum Anlass, sich in entspannender Entschleunigung zu üben. Wer nicht gerade um Spitzenplätze fightete, irgendeine Bombenzeit im Kopf hatte oder anders herum mit Karrenzzeiten kämpfte, für den relativierte sich in der bezaubernden Umgebung der Faktor Zeit. Plötzlich war nicht mehr Schnelligkeit maßgeblich, sondern der Weg der zum unvergesslichen Erlebnis wurde. Der vorübergehende Eintausch von Geschwindigkeit gegen Genuss der imposanten Gebirgswelt machte den erlittenen Zeitverlust mehr als wett. Bewegende Momente, in denen Zeit zeitlos erscheint. Im Rennverlauf Zeit zu haben bzw. sie sich zu nehmen bekommt in einer Wettkampfsituation schon fast eine überirdische Bedeutung. Es blieb jedem selbst überlassen sich vom Luxusgut Zeit eine "Scheibe" abzuschneiden und ein energetisches, schöpferisches Päuschen einzulegen.

Die Überquerung des Timmelsjochs registriert das Gehirn wohlwollend mit dem Gedankenblitz, den Ötztaler erfolgreich zu Ende zu bringen. Die Hormonausschüttung nimmt von jetzt ab ihren Lauf.

Der Stoff aus dem die Träume sind

So sieht er aus: der unter laktatsüchtigen Radsportlern wohl weltweit begehrteste 200 g Stofffetzen der Welt. Das Qualitätstrikot von Cuore - made in Switzerland - ist auffällig unauffällig gestaltet. Auf der Brustmitte prangt der stilisierte Bergkristall. Der Bergkristall - das Licht der Alpen- ist klar und rein und symbolisiert die Kraft und Faszination der Ötztaler Alpen. Schick!

Viele Teilnehmer fragen sich was eigentlich mit den übriggebliebenen Finishertrikots geschieht? Ganz einfach: sie werden recycelt und zu nützlichen Accessoires verarbeitet. Was z.B. in den Timmelsjoch-Serpentinen bzw. auf der Dorfstraße von Sölden wie nepalesische Gebetsfahnen aussieht sind in Wahrheit zusammengeschnipselte Finishertrikots, die dem Veranstalter im Laufe der Jahre übrig blieben. 

Um das Lager zu leeren, enthielten die Starterbeutel als Gastgeschenk farbige Gürtel mit eleganter Gürtelschnalle. Der Clou: als Verschluss dient ein originales Kettenschloss. Den letzten Arbeitsschritt - das individuelle Ablängen übernimmt der Besitzer selbst. 6 500 verarbeitete Finishertrikots erfüllen fortan einen völlig neuen Zweck. Ebenso gibt es Flickerlteppiche, die in 3 Größen bestellt werden können. Hosenträger derselben Machart bleiben allerdings den OK-Mitgliedern vorbehalten.

 

Im Bild der kreative Mastermind und OK-Chef Ernst Lorenzi, dem die Ideen (z.B. Trikotgürtel, Flickenteppich, Hosenträger etc.) nicht auszugehen scheinen, war auf der Strecke als Fotograf seinen "Schäfchen" ganz nah.

Am Ziel der Träume

Naht das Happy End beim Zielanflug vom Timmelsjoch hinunter, versinken die ausgemergelten Glückspilze euphorisch im Meer der Glückseligkeit. Die Hormonschwemme setzt ungeahnte Kräfte frei, bevor man gefühlsberauscht durchs Ziel schwebt. Jedem Finisher ergeht es so, gleichgültig ob er ein 7 Stunden- oder 13 Stunden-Aspirant ist. Vor derartigen Leistungen würde Niki Lauda bestimmt seine legendäre Kappe ziehen. Chapeau! Einheimischen liegt bei außergwöhnlichen Ereignissen der lockere Spruch auf den Lippen: "echt a 'lässige Gschicht'! Doch erst wenn der Kampf gegen den inneren Schweinehund endgültig ausgefochten und der Act in trockenen Tüchern ist, wird die Challenge als solches begriffen. Was sich stundenlang zuvor abspielt ist alles andere als "lässig".

So schauen glückliche Sieger aus. Von diesen Glückspilzen gab es dieses Jahr 3 878 Sportler. Die relativ hohe Ausfallquote von knapp 10% dürfte der Hitze geschuldet gewesen sein.

Geplättet von der Anstrengung trudeln die glücklichen Finisher zwischen 13.00 und 20.40 Uhr in die Ziel-Area ein. Sieger wurde Enrico Zen (ITA, 7:02:05) gefolgt von weiteren zwei Italienern. Bei den Damen triumphierte die Schweizer Vorjahressiegerin Laila Orenos mit der sensationellen Rekordzeit von 7:46:50.

 

 

 

Auch dieses Jahr standen wieder etliche Profi-Sportler von Rang und Namen im Promi-Block am Start. Jan Ullrich ( GZ 7:59), Frank Wörndl (deutscher Slalom-Weltmeister 1987, GZ 9:45), Andi Goldberger (ehemaliger österreichischer Skispringer, GZ 8:50), Christof Sumann (ehemaliger österreichischer Skilangläufer und Biathlet, GZ 9:05) und Mario Stecher (ehemaliger österreichischer Kombinierer, GZ 7:56) nahmen nicht allein zu PR-Zwecken am renommiertesten Radmarathon Europas teil, sondern glänzten für ihre Verhältnisse als nicht aktive Radprofis mit Top-Zeiten.

In einer gänzlich anderen Liga fighten Fahrer am Schluss des Feldes ums sportliche Überleben. Nicht nur die letzten Finisher sondern die weitaus überwiegende Mehrheit liegt um Welten von der Leistungsfähigkeit der Elite-Fahrer entfernt. So blieben nur 115 Athleten unterhalb der magischen Zeitgrenze von 8 Stunden, 467 Teilnehmer lagen im 8 Stunden-bzw. 839 Teilnehmer im 9 Stunden-Intervall. 128 "Nachzügler" benötigten über 13 Stunden, während 511 Fahrer 12-13 Stunden brauchten. 764 Sportler waren 11- Stundenkanditaten während die goldene Mitte im 10 Stunden-Intervall 822 Teilnehmer schafften. 

Der traditionellen Sitte folgend, wird der Letztklassierte ab dem Timmel von Begleitfahrzeugen mit Sirenen und Hupen eskortiert. Für die letzten 3 Finisher aus Rumänien, Italien und Deutschland senkte sich um 20.35 Uhr erlösend die Zielflagge.

Überglücklich wurden sie bei der Finisherparty mit tosendem Beifall empfangen und anschließend auf das Siegerpodest gehievt. In der voll besetzten Freizeitarena genießen sie dieselben Ovationen vom Publikum wie die schnellsten Fahrer des Tages auch. Die Ehrung spiegelt den gefühlsbetonten Geist und Breitensportcharakter des Ötztalers wieder, bei dem die bewundernswerte sportliche Leistung aller Klassierten gefeiert wird.

Die Siegerehrung beginnt deshalb erst um 21.00 Uhr, weil der Veranstalter eine vorgezogene Feier während des Renngeschehens als unfair einstuft. Aus Respekt gegenüber den Fahrern auf der Strecke wird der feierliche Akt von den Organisatoren erst nach dem offiziellen Zielschluss zelebriert, um Sieger wie Letztklassierte gleichsam zu ehren. Geehrt werden Gesamtsieger, die 3 besten jeder Altersklasse sowie die besten 5 Mannschaften. Das Tragen des Finishertrikots gilt an diesem besonderen Abend als Ehrensache.

Die Huldigung zeigt, dass das erfolgreiche Ankommen und überschwängliche Freude ganz und gar nicht von der Platzierung abhängt. Dementsprechend werden alle Finisher als Sieger gefeiert, was dem prestigeträchtigen Radmarathon einen einzigartigen Charme verleiht. In unserer auf Hochleistung getrimmten Gesellschaft, wo im sportlichen Wettbewerb der Zweite bereits als erster Verlierer gilt, sollte diese tolle Geste Schule machen.

Fazit: der Ötztaler vereint Leiden und Emotionen auf allerhöchstem Niveau, und für wen der Traum Wirklichkeit wird, darf sich zu Recht in Stolz und Zufriedenheit suhlen. Der Songtext von Queen <We Are the Champions> trifft den Nagel auf den Kopf.

Den erlauchten Finisherkreis umgibt ein unbesiegbarer Nimbus, da sie sich trotz aller Widrigkeiten nicht unterkriegen haben lassen. Unerschütterlicher Glaube an sich selbst und verbissener Kampfgeist versetzt eben Berge. So sprach Jan Ullrich auf der Finisherparty in der voll besetzten Freizeit-Arena dem Publikum aus der Seele: die Letztklassierten sind die wahren Helden. Unvorstellbar, sich ständig vor dem drohenden DNF bei den Time-Checkpoints zu fürchten und sich vom lästigen Motorgeräusch des Besenwagens verfolgt zu fühlen. Eine unsägliche Nervenbelastung, die unerschütterlichen Willen bedarf. 

Statistik

SIEGERLISTE

Jahr Name /Nation Zeit Name /Nation Zeit
HERREN  DAMEN 
1982  Franz Wegscheider, AUT  9.45.00 ----------------------- -----------
1983  Franz Wegscheider, AUT 9.15.00 Heidi Neuner, AUT  11.00.00
1984  Walter Slavik, AUT 8.37.00 Hilde Dobiasch, AUT  10.32.00
1985  Anton Schöllberger, AUT 8.09.00 Claudia Kuhlmann, GER 12.00.00
1986  Ekkehard Dörschlag, AUT 7.53.00 Evi Mändl, GER 12.00.00
1987  Ekkehard Dörschlag, AUT 7.35.00 Anna Spitzer, AUT  11.21.00
1988  Ekkehard Dörschlag, AUT 7.27.00 Alexandra Nohles, GER 10.16.00
1989  Ekkehard Dörschlag, AUT 7.19.00 Astrid Walenta, AUT    9.30.00
1990 Giuseppe Bovo, ITA k. Zeit Marianne Sax, GER k. Zeit
1991  Markus Kremser, AUT 8.12.00 Marianne Sax, GER 10.14.00
1992 Gilbert Glaus, SUI 7.48.00 Waltraud Kleemann, GER 11.43.00
1993 Walter Bonca, SLO 8.32.17 Julia Gais, GER 11.43.00
1994 Moritz Kruse, GER 8.01.34 Barbara Schellberger, AUT  11.02.06
1995 Holger Sievers, GER 7.38.49 Eva Grosch, GER 11.00.05
1996, Sölden  Manfred Engensteiner, AUT 7.53.34 Theresia Pfrenzinger, GER 11.29.04
1996, Steinach Jose Lopez Robles, COL 7.39.39 Heike Kammerer, GER 10.18.05
1997 Patrik Vetsch, SUI 7.15.51 Susi Lentner, AUT    9.35.48
1998 Patrik Vetsch, SUI 7.39.46 Alexandra Schuler, AUT    9.31.36
1999 Ralf Keller, GER 7.35.17 Brigitte Vasselei, ITA   9.44.56
2000  Manfred Engensteiner, AUT 7.22.02 Barbara Alber, GER   9.27.13
2001 Hugo Jenni, SUI 6.50.31 Raffaela Romani, ITA   8.27.33
2002 Guiseppe Panatta, ITA 7.25.35 Anna Coronna, ITA   8.36.36
2003 Mirko Puglioli, ITA 7.36.04 Anna Coronna, ITA   9.01.47
2004 Mirko Puglioli, ITA 6.54.22 Anna Coronna, ITA   8.15.27
2005 Christian Ceralli, ITA 7.12.59 Anna Coronna, ITA   8.12.09
2006 Emanuele Negrini, ITA 7.12.29 Monica Gallucci, ITA    7.56.24
2007 Emanuele Negrini, ITA 7.03.37 Karin Gruber, AUT    8.18.15
2008 Antonio Corradini, ITA 7.00.49 Monica Bandini, ITA   8.18.40
2009 Emanuele Negrini, ITA 7.07.13 Vanden Brande Edith, B   7.53.32
2010 Antonio Corradini, ITA 7.03.45 Vanden Brande Edith, B   7.49.28
2011  Stefan Kirchmair, AUT 7.06.31 Vanden Brande Edith, B   7.51.30
2012  Stefan Kirchmair, AUT 7.00.12 Vanden Brande Edith, B   7.51.25
2013 Roberto Cunico, ITA 7.13.06 Dietl Monika, GER   8.29.43
2014 Roberto Cunico, ITA 7.05.12 Laila Orenos, SUI   8.01.24
2015

Enrico Zen, ITA

7:02.05

Laila Orenos, SUI

  7:46.50

 

2016 Bernd Hornetz, GER 6:57.04

Laila Orenos, SUI

7:42.29

Sieger nach Nationen aufgesplittet

Männer: 13 x Österreich, 13 x Italien, 4 x Schweiz, 4 x Deutschland, 1 x Slovenien
Frauen: 12 x Deutschland, 8 x Österreich, 4 x Belgien, 1 x Kolumbien, 3 x Schweiz

Den knappsten Sieg errang Emanuele Negrini, als er 0.8 Sekunden vor dem Österreicher Gerrit Glomser die Ziellinie überfuhr.

Die Gesamtteilnehmerzahl lag einschließlich 2016 bei 79 301 Radsportlern.

Der Philosoph Michael Kolonovski, Gastkommentator der 2012er DVD sagt über den Ötztaler Radmarathon: "Derjenige Radfahrer der beim „Ötztaler“ am Start steht, ist nicht mehr der selber der ins Ziel kommt!" Kolonovski beschreibt in seinem Büchlein <Kleine Philosophie der Passion „RADFAHREN“> die nachhaltige Verwandlung. 

Rekordhalter gibt es beim "Ötztaler" etliche. Dazu zählt z.B. Hermann Schwarz (geboren 1942) aus Ehingen, der den "Ötztaler" ingesamt 28 mal finishte. Er bezeichnet sich im Ötztaler-Buch "Ich habe einen Traum" selbst als "einen Verrückten". 

2013

6 Fahrer attackierten am Jaufenpass und konnten sich aus einer 24 – Mann – Gruppe absetzen. Die Vorentscheidung zum Sieg viel ausnahmsweise erst nach dem Timmelsjoch, als im Gegenanstieg der Italiener Roberto Cunico (7:13.06) den Deutschen Jörg Ludewig abschütteln konnte. Bei den Damen siegte Monika Dietl aus Freising (8:29.43).

Jan Ullrich startet zwar eigenem Bekunden zufolge nach dem "Just for fun Prinzip" doch seine formidablen Zeiten zeigen, dass er seinen Auftritt nicht unbedingt als Kaffeefahrt begreift.  Obwohl er bereits im Februar 2007 das Ende seiner Laufbahn als aktiver Radsportprofi bekannt gab und auf der Strecke bereitwillig Interviews gibt, machen seine Ergebnisse aller Ehre. Dass Jan Ullrich das Abfahren nicht verlernt hat beweisen ultraschnelle Abfahrtszeiten, die immer noch zu den schnellsten aller ÖRM-Teilnehmer zählen.

  • 2011: 8:12.29
  • 2012: 9:16.42
  • 2013: 8:10.29
  • 2014: 7:36.39
  • 2015: 7:59.32 

2012 schaffte Zweifachsieger Andy Kirchmair aus Tirol samt kurz zuvor erlittenen Schlüsselbeinbruchs eine Fabelzeit von 7:00.12 (AV 34.0 km/h). 2015 erlitt er bei einem Sturz 5 Tage vor seinem geplanten Ötztaler-Start einen Oberschenkelhalsbruch. Trotz Verletzung ließ er es sich nicht nehmen, frühmorgens im Rollstuhl dem Starterfeld seine Aufwartung zu machen.