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  • Donaudurchbruch - Naturschutzgebiet „Weltenburger Enge“
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zu den
Informationen

Nationales Naturmonument „Weltenburger Enge" (Donaudurchbruch)

Für Radfahrer steht in Weltenburg buchstäblich eine wichtige Richtungsentscheidung an, nämlich ob man dem beschilderten Routenverlauf folgt, oder kurzerhand auf's Schiff "umswitscht".  

 Weltenburg - Richtungsentscheidung

Im Prinzip spricht alles dafür, in Weltenburg von der Originalroute abzuweichen und den Weg zum Kloster einzuschlagen (links auf die Asamstraße abbiegen), denn die Benediktinerabtei, die Asamkirche und die Klosterwirtschaft mit einem der größten Biergärten in Bayern sind ein populärer Tourismusmagnet. Wegbeschreibung: in Weltenburg (KM 119) an der Kreuzung vor der römisch-katholischen Filialkirche St. Johannes links auf die parallel zur Donau verlaufenden Asamstraße abbiegen und dann 1 km zum Weltenburger Kloster (Sackgasse) radeln. 

Abgesehen von der kulturhistorischen Attraktion bzw. einem Einkehrschwung gibt es einen wirklich triftigen Grund, die Orignailroute zu umfahren, d.h. den 6 km langen beschwerlicheren "Landweg" kurzerhand gegen eine bequeme Schifffahrt einzutauschen. Zum einen erspart die komfortable Flussvariante den "Heckmeck" einer anstrengenden Berg- und Talfahrt nach Kelheim. Umso mehr, wer viel Gepäck transportiert oder ein "Biobike" bewegt. Zum anderen kann man das Naturschauspiel der Weltenburger Enge (Donaudurchbruch) nirgends besser aus nächster Nähe betrachten als vom Schiffsdeck aus. 

Abschalten, Staunen und Entspannen - nach vielen Radkilometern eine ideale Abwechslung, um dem geschundenen Gesäß auch mal eine wohlverdiente Erholungszeit zu vergönnen. Außerdem bekommt man während der Schiffspassage via Lautsprecher nicht nur Wissenswertes über das Nationale Naturmonument „Weltenburger Enge, sondern zudem auch Anekdoten sowie spannende Sagen und Bezeichnungen wie z.B. „Napoleons Koffer”, „Peter und Paul” oder der „Bienenkorb” zu hören. 

Schlicht und ergreifend schon fast überirdisch, was die Natur imstande ist zu leisten. Schon erstaunlich mit welcher Macht sich die Donau unaufhaltsam zwischen den Kalkfelsen hindurchzwängt. In der Tat ein faszinierendes Naturschauspiel, da man unbedingt gesehen haben muss. Die imposante Naturkulisse, die das wildromantische Durchbruchstal bietet, lässt sich einzig auf Kähnen (Zillen) oder beschränkt zugelassenen Fahrgastschiffen donauab- und/oder donauaufwärts genussvoll erleben.

In der Weltenburger Enge zwängt sich die Donau durch wuchtige Kalkstein-Felsen der Oberjura-Zeit. Geläufigigerweise wird die Schlucht als "Donaudurchruch" bezeichnet, was allerdings nicht ganz korrekt ist, da das heutige Flussbett früher von einem anderen Nebenfluss genutzt wurde. Damals bahnte sich die "Ur-Donau" noch ein anderes Flussbett durch das heutige Altmühltal.

Ursprünglich grub sich nur ein unbedeutender Nebenarm der Donau in den massiven Jurafels zwischen Kelheim und Weltenburg, während das Groß der Wassermassen der Urdonau sich im Verlauf von fünf Millionen Jahren weiter nördlich ihren Weg durch die Kalktafeln der Fränkischen Schweiz bahnte was das Altmühltal zwischen Dollnstein und Kelheim entstehen ließ. Die "Querverbindung" zum Urdonautal stellte das so genannte Wellheimer Trockental nahe Neuburg a. d. Donau her. Demzufolge schürfte sich ein Nebenfluss der Urdonau so tief in den Boden, bis vor 150.000 Jahren die Verbindung zur Urdonau entstand.

 Europadiplom 

Seit 1978 wird das Naturschutzgebiet "Weltenburger Enge" nach turnusgemäßer Überprüfung des Europarats - ein Zusammenschluss von 48 europäischen Staaten - mit dem Europadiplom ausgezeichnet. Wie Landrat Martin Neumeyer (Landkreis Kelheim) bekannt gab, wurde die Weltenburger Enge für weitere zehn Jahre (bis 2028) als „Naturerbe von europäischem Rang“ mit „Europadiplom“ erneut ausgezeichnet. Der pensionierte Nationalpark-Direktor Robert Brunner, der für den Europarat die „Diplomwürdigkeit“ überprüfte, wies mahnend auf verbindliche Auflagen wie z.B. Wegegebote und Campingverbote sowie strenge Regelungen für Schifffahrt und Zillen bzw. Kletterkonzept hin. Unerlaubte Stopps auf den Kiesbänken ist untersagt, da es am Donauufer Brutvögel, Insekten und anderes Getier in seinem angestammten Lebensraum bedroht. 

Hochwassermarken mit Datumsangabe zeugen davon, dass das Kloster Weltenburg häufig von zerstörerischen Hochwasserfluten heimgesucht wurde. Wegen Wasserschäden in Millionenhöhe wurde 2006 viel Geld in Hochwasserschutzmaßnahmen investiert.

Die Schiffspassage dauert flussabwärts 20 Minuten, flussaufwärts die doppelte Fahrzeit. Hinsichtlich des Naturschutzgebietes mit seiner großen Artenvielfalt darf die "Weltenburger Enge" nur von Ausflugsschiffen der "Kelheimer Weißen Flotte" sowie begrenzt zugelassenen Zillen bis zum Kloster Weltenburg befahren werden. Ansonsten ist die Donau erst ab Kelheim  schiffbar. 

Foto: der Uferweg stellt die Verbindung zwischen dem Kloster Weltenburg und der Schiffsanlegestelle her.  

 Etwa 400 Meter unterhalb des Klosters befindet sich die Schiffsanlegestelle (Personen/Radtransport). Mit der Schiffspassage werden mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen: einerseits schippert man komfortabel durch die Weltenburger Enge und kann das Naturschauspiel des imposanten Donaudurchbruchs nach Kelheim aus nächster Nähe erleben, zumal es nicht mal zu Fuß möglich ist die unzugängliche Uferpassage zu erkunden. Das Kloster Weltenburg und die Asamkirche, gepaart mit einer geselligen Biergarteneinkehr und anschließenden Schiffspassage durch die Weltenburger Enge ist zweifelsohne ein echtes Highlight.

Je nachdem welcher Pegelstand gerade herrscht, säumen mehr oder weniger große Kiesstrände das Donauufer. Das Durchbruchstal ist beidseitig von bis zu 80 Meter hohen Felswänden eingezwängt, in denen es auch zahlreiche Höhlen gibt. Zwischen der sogenannten Stillen Wand und der Langen Wand verengt sich der Strom auf bis zu 110 Meter Breite und erreicht je nach Wasserstand eine Wassertiefe von 20 Meter. Verglichen mit der tiefsten Stelle der Donau mit über 130 Metern im 'Eisernen Tor' südlich von Belgrad entlang der Grenzlinie von Serbien und Rumänien, erscheint die Wassertiefe im Naturschutzgebiet der Weltenburger Enge doch um einiges weniger spektakulär.  

Vor rund 150 Millionen Jahren bedeckte ein flaches, subtropisches Meer das Kelheimer Gebiet, wobei Korallen und Schwämme aus Kalk mächtige Riffe auftürmten – die heutigen Felswände der Weltenburger Enge. Vor ca. 200.000 Jahren grub sich ein Nebenarm der Urdonau durch das Kalkgestein und fräste so das heutige Flussbett der Donau. Auf einer Strecke von gut fünf Kilometern strömt der Fluss zwischen den bis zu 80 Meter aufragenden Kalkfelswänden hindurch, dessen eindrucksvoller Anblick nur vom Schiff oder den Holz-Zillen möglich ist.

 Ein idyllischer Rad- und Fußweg führt von der Anlegestelle Kelheim/Donau flussaufwärts in Richtung "Lange Wand/Weltenburger Enge", der 3 km asphaltiert und nach einem weiteren Kilometer auf unaspaltierter Oberfläche als Sackgasse endet. Der Weg führt am Orgelmuseum in der ehemaligen Franziskaner-Klosterkirche sowie an der Einsiedelei Klösterl aus dem 15. Jahrhundert vorbei wo man die Felsenkirche und Nikolauskapelle (Öffnungszeiten beachten) besichtigen kann oder geruhsam im Biergarten verweilt.

Schutzpatron Heiliger Nepomuk im Fels am Donaudurchbruch nahe Kloster Weltenburg

Die Donau ist mit einer Gesamtlänge von 2857 km nach der Wolga der zweitgrößte und zweitlängste Fluss in Europa. Ab der Vereinigung der beiden Quellflüsse Brigach und Breg im Schwarzwald nahe Donaueschingen trägt der Fluss den Namen Donau. Der deutsche Abschnitt misst von der (offiziellen) Quelle in Donaueschingen bis zur österreichischen Landesgrenze 650 Flusskilometer. Entgegen der üblichen Regel bezieht sich die Kilometrierung der Donau auf den Nullpunkt an der Quelle, d.h. die Entfernung wird bis zur Donaumündung (Sulina) am Schwarzen Meer (siehe Bild oben) angegeben.

Bild oben Einsiedelei: - die Felsenhöhle eines Erimiten wurde 1454 von den Franziskanern übernommen. Diese errichteten ein kleines Kloster mit Kapelle, dem so genannten "Bruderloch". Im Zuge der Säkularisation ging das Klösterl 1803 in den Besitz des Königreiches Bayern über, der es später an Privatleute übereignete. 1880 wurde die Gastwirtschaft "Klösterl" eröffnet, die bis heute ihre Pforten in den Sommermonaten geöffnet hat.            

Als Radfahrer genießt man auf Deck die herrliche Auszeit, saugt die faszinierende Landschaft mit allen Sinnen auf und sammelt neu Energie.

Ludwig der KELHEIMER - ein Schiff mit geschichtsträchtigem Namen. Ludwig I. war im 13. Jahrhundert Herzog von Bayern sowie Pfalzgraf bei Rhein und gehörte dem Geschlecht der Wittelsbacher an. Den Beinamen "der Kelheimer" erhielt er, weil er in Kelheim einem Attentat zum Opfer fiel.

 Vom Schiff aus gut sichtbar: der Ludwigskanal, der im 19./20. Jahrhundert eine 172 km lange durchgängige Wasserstraße zwischen der Donau in Kelheim und dem Main bei Bamberg herstellte. Die außergewöhnliche Bauleistung lag in der Übewindung der Europäischen Hauptwasserscheide. Sage und schreibe 100 Schleusen waren nötig - teilweise in den Flüssen Altmühl und Regnitz - um den Höhenunterschied von 264 Metern (80 m Aufstieg von der Donau und 184 m Abstieg zum Main) zu bewältigten. Als neuzeitlicher Nachfolger des aufgelassenen  gilt der 1960-1992 errichtete Main-Donau-Kanal. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Beilngries und Nürnberg ist der Ludwig-Donau-Main-Kanal im historischen Umfang weitgehend erhalten. Radfahrer können einen Teilabschnitt auf dem Fünf-Flüsse-Radweg von Neumarkt i.d.Opf. bis kurz vor Nürnberg entlang des Ludwigkanals radeln. 

Die Kreisstadt Kelheim und hat 17.066 Einwohner (31. Dez. 2024). Idyllisch im Mündungsdreieck der Flüsse Donau und Altmühl eingebettet trohnt auf dem Michelsberg, der 126 Meter hoch über der Donau emporragt und dessen Name von der Michaelskirche in Kelheim entstammt, majestätisch die Befreiungshalle.

Für (Rad-) Touristen ist die Schiffsfahrt durch die Weltenburger Enge zum Weltenburger Kloster ein echtes touristisches Highlight. Immerhin zählt laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt die "Weltenburger Enge" zu den „100 schönsten Geotopen Bayerns".