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3. Etappe Grünwald - München - Freising (50 km)

Etwas unspektakulärer als das oberbayrische Alpenland aber keineswegs uninteressanter präsentiert sich 3. Etappe nach Freising. Zunächst geht es vom Schloßhotel bzw. der Burg Grünwald hinab ins Isartal, umsäumt vom dichten Auwald am Flussufer entlang Richtung München. Geprägt von Waldlichtungen im Sichtbereich der Isar, besteht dieser Abschnitt aus einer Mischung von Naturgenuss sowie die pulsierende Metropole der Landeshauptstast München. Trotz Großstadtflair radelt man zumeist im Grüngürtel der Stadt.
Weltstadt mit Herz (Mittellauf der Isar)
Die bayerische Landeshauptstadt München gilt als herausragende Kulturmetropole, die Gästen aus aller Welt zahlreiche historische Bauwerke, Schlösser, Museen usw. präsentiert. In Anbetracht der Fülle an Sehenswürdigkeiten bietet sich in der Weltstadt mit Herz eine geführte Sightseeingtour mit einheimischem Radguide (Tourdauer ab 2 h) an, um die wichtigsten Hotspots (zentrumsnahe Grünanlagen wie Hofgarten und Englischer Garten, sowie Münchner Plätze wie Königsplatz, Promenadeplatz, Odeonsplatz, Max-Joseph-Platz, Marienplatz, Jakobsplatz und Gärtnerplatz) zielorientiert anzusteuern, was fußläufig kaum zu schaffen ist. Urbaner Charm im quirligem Großstadtflair, vermengt mit inspirierender Landschaftsidylle ergibt ein reizvolles Kontrastprogramm, das dem Tourerlebnis einen universellen Touch verleiht.
Renaturierungsmaßnahmen

Foto: Flauchersteg in München
Das ehemals kanalisierte Flussbett ist in München weitgehend verschwunden, nachdem die Ufer abgeflacht wurden und der naturnah geformte Fluss für Tiere und Pflanzen wieder mehr Lebensraum bietet. Die Gesamtkosten für die elfjährige Renaturierungsmaßnahme (Isar-Plan ab 2000) beliefen sich auf rund 35 Mio. Euro, die sich die Stadt München (45 %) und der Freistaat Bayern (55 %) untereinander aufteilten.

Seit der voralpine Wildfluss wieder in seinen Ursprungszustand zurückversetzt wurde und sich sein natürliches Flussbett je nach Pegelstand in dem acht Kilometer langen Abschnitt im Bereich zwischen Großhesseloher Brücke und Deutschem Museum eigenwillig formen kann, ist die Flusslandschaft in ihrer natürlichen Vielfalt erlebbar geworden. Uferkanten wurden abgetragen, das Flussbett aufgeweitet, Kiesschotter eingebracht und zwischen der Wittelsbacher Brücke und dem Deutschem Museum neue Seitenarme angelegt, um die Biodiversität zu fördern. Heute fließt die Isar wieder in einem breit verzweigten Flussbett und kann ihren Flusslauf je nach Wasserpegel den natürlichen Gegebenheiten anpassen. Bis zur Reichenbachbrücke entstand eine 1500 Quadratmeter große Insel (sogenannte Weideninsel), ein wertvolles Biotop für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Flachwasserzonen, strömungsberuhigte Bereiche, Kiesbänke, kleine Inseln, Gumpen und Stromschnellen wechseln sich ab, die nicht nur wertvollen Lebensraum bieten sondern darüber hinaus den innerstädtischen Freizeitwert spürbar erhöhen. Der geschwungene Flauchersteg bietet aus nächster Nähe authentischen Einblick in das Naturidyll, die der gewaltigen Renaturierungsmaßnahme zu verdanken ist.

Foto: Ochsenbraterei Imbiss im Schinderstadl
Der Flauchersteg befindet sich am Südende des Flauchers (kurz nachdem der Tierpark Hellabrunn passiert wurde). Die Fußgänger- und Radlbrücke ist 340 m lang, 4 m breit und überspannt bis zum Thalkirchner Wehr mehrere Seitenarme der Isar und aufgeschüttete Kiesinseln. Wegen dringlicher Baufälligkeit musste das hölzerne Tragwerk generalsaniert werden bzw. wurde 2000/2001 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. Dank des Beschlags mit Lärchenholz blieb der ursprüngliche Charakter des Brückenbauwerks wenigstens ansatzweise gewahrt. Auch danach mussten immer wieder Teile des Bauwerks wegen Unterspülungen bei Hochwasser erneuert werden.

Während das nördliche Steg-Drittel im Stadtbezirk Sendling liegt, befinden sich die südlichen zwei Drittel auf Thalkirchner Gebiet. Beim Isarwerk 2 neben dem Großen Stadtbach endet der Steg im Bezirksteil Siebenbrunn des Stadtbezirks Untergiesing-Harlaching, womit drei Münchner Stadtteile miteinander verbunden sind. Der kurze Abstecher über den Flauchersteg lohnt sich nicht nur wegen der reizvollen Landschaftskulisse, sondern auch wegen zwei urigen Biergärten. Zum einen befindet sich am Ende des Flaucherstegs mitten im Grünen in den Isarauen die 'Ochsenbraterei Imbiss im Schinderstadl' sowie weitere 500 Meter der bekannte traditionelle Biergarten 'Zum Flaucher'.

Foto: berühmte Eisbach-Surferwelle
Via Ludwigsbrücke entlang der Prinzregentenstraße gelangt man nach rund 600 Meter direkt zur weltberühmten Eisbach-Surferwelle. Des Weiteren besteht von dort aus direkt die Möglichkeit auf einem der idyllischen Parkwege quer durch den Englischen Garten z.B. zum Chinesischen Turm, Monopterus, Kleinhesseloher See und zum Seehaus entweder zur Oberföhringer Wehranlage (3.6 km) oder weiter zur überdachten Fachwerkbrücke St.-Emmeram (5.5 km) zu radeln. Dort besteht am gegenüberliegenden Ufer Anschluss zum Isar-Radweg, der nach 13 km auf den Dietersheimer Steg trifft (Zusammenschluß mit der offiziellen BfR-Hauptroute).

Foto: der kleine Umweg über den Englischen Garten ist sehr zu empfehlen, zumal der Abstecher nur unweit vom Isar-Radweg entfernt liegt.

Foto: Die vielgepriesene bayerische Lebensart durften Radtouristen aus Nordrhein-Westfalen (powered by Bayernbike) im Angesicht des Wahrzeichens des Englischen Gartens - dem 25 Meter hohen Chinesischen Turm - herzhaft genießen. Der hölzerne pagodenartige Turm steht bereits seit 1789 im Englischen Garten und wurde trotz mehrerer Brände - zuletzt 1952 - stets neu aufgebaut.
München ohne traditionsbehafteten Biergartenbesuch geht eigentlich gar nicht, schließlich halten Speis & Trank bekanntermaßen Leib & Leben zusammen. Wem die bayerische Lebensart am Herzen liegt kommt im Englischen Garten an einem der schönsten Biergärten Münchens bzw. dem vielleicht bekanntesten und traditionsreichen Biergarten der Welt nicht vorbei. Seit 1974 von der Wirtsfamilie Haberl bewirtschaftet wird hier bayerische Gemütlichkeit im typisch urig zünftigen Stil zelebriert.

Der Monopteros - ein runder Ziertempel im griechischen Stil - wurde auf Geheiß Ludwig den I. von Leo von Klenze im Englischen Garten 1833 errichtet. Der 16 Meter hohe filigrane Bau aus Kelheimer Kalkstein ruht auf einem mächtigen 15 Meter hohen Sockel aus Backstein, welcher durch einen künstlichen Hügel elegant kaschiert wird.
Stadtauswärts taucht man wieder in den langgezogenen Auwald ein.

Die spektakuläre Schrägseilbrücke für Fußgänger und Radfahrer- der Isarsteg Garching–Fischerhäuser - wurde im Juli 2024 offiziell eingeweiht.
Hinweis: im Großraum München ist das Isarufer beidseitig befahrbar. Die offizielle BfR-Route verläuft zwischen Wolfratshausen (nach Isarquerung kurz vor Puppling) 51 km bis zum Isar-Steg Dietersheim nördlich von Ismaning ausnahmslos auf der rechten Uferseite. Nach dem Flußuferwechsel folgt man linksseitig dem Flussverlauf nach Moosburg (35 km), bevor abermals die Flussseite gewechselt wird.

Anstatt den Isar-Steg Dietersheim zu queren, kann die Route abweichend von der Hauptroute bis östlich von Freising rechtsseitig der Isar fortgesetzt werden. Durch die doppelseitige Befahrungsmöglichkeit und Vielzahl von Brücken, Stegen und Wehrüberführungen eröffnet sich die Chance eine regionale Rundtour von beliebiger Länge zu planen. Wegen des hohen feinkörnigen Schotteranteils allemal ein verlockendes Terrain für Gravelbiker bzw. für Radfahrer mit Stollenbereifung.
