Die Stadt Gunzenhausen zeigt Herz für Radfahrer mit Handicap

Die Stadt Gunzenhausen im Fränkischen Seenland macht mit pfiffigen Ideen von sich reden. So kann ab sofort ein Spezialfahrrad für mehr Inklusion – an der Gunzenhäuser Tourist Information für Menschen mit Behinderung ausgeliehen werden.

Unbedarft in den Sattel steigen, kräftig in die Pedale treten und dabei das Lenken nicht vergessen - für viele ist Fahrradfahren etwas völlig Alltägliches. Daneben gibt es jedoch auch Menschen, die sich nicht so ohne weiteres an dieser unbeschwerten Art der Mobilität erfreuen können. Wer eine Behinderung hat, für den stellt die Nutzung eines „normalen“ Fahrrads möglicherweise eine unüberwindliche Hürde dar und er ist auf ein Spezialrad angewiesen. Eines dieser außergewöhnliche Gefährte steht an der Tourist Information Stadt Gunzenhausen bereit und kann gegen eine kleine Gebühr ausgeliehen werden.

Beim sog. ConRad handelt es sich um ein Dreiradtandem, das speziell für Menschen mit Handicap entwickelt wurde. In der traditionell fahrradbegeisterten Stadt Gunzenhausen darf ein solches Angebot keinesfalls fehlen, leistet es doch einen wichtigen Beitrag zur Inklusion. Zur Verfügung gestellt wurde das ConRad von den Offenen Hilfen von Regens Wagner im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, die sich auch um die Wartung des Spezialfahrrads kümmern. Ausgeliehen werden kann es von jederfrau und jedermann an der Tourist Information der Stadt Gunzenhausen. Für Fragen rund um das ConRad stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen der Tourist Information Stadt Gunzenhausen unter der Telefonnummer 09831/508-300 gerne zur Verfügung. Über das Freizeit- und Kulturprogramm der Stadt Gunzenhausen können Sie sich gerne unter www.gunzenhausen.info informieren. 

(Fern-) Radwege-Knotenpunkt Gunzenhausen

Der Naturspeckgürtel von Gunzenhausen erfährt durch den Fränkischen WasserRadweg eine signifikante radtouristische Aufwertung. Darüber hinaus wartet die Markgrafenstadt neuerdings mit einer gigantischen Pumptrack-Anlage auf.

Die Altmühlstadt Gunzenhausen ist um eine trendige Freizeitattraktion reicher. Am Sportplatz, vis a vis des Recyclinghofs (1.5 km vom Stadtzentrum) steht der stetig wachsenden Fangemeinde eine beeindruckende Kinder/Laufrad Pumptrack-Anlage zur Verfügung. Es wurden keine Kosten und Mühen gescheut, eine professionelle Anlage für Jung & Alt ins Gelände zu setzen. So mussten für die gut 700 qm große asphaltierte Pumptrack-Anlage mehr als 1500 Tonnen Material bewegt und über 100 Tonnen Asphalt verarbeitet werden. Nach monatelanger Planung und wochenlanger Bautätigkeit erfolgte am 10. November 2019 die offizielle Einweihungsfeier. Schon nach kurzer Zeit hat sich der ersehnte Erfolg eingestellt, weil eine begeisterte Anhängerschar das Track-Gelände regelmäßig nutzt. 

Am 21. Juni 2019 wurde der Fränkische WasserRadwegs in Wassertrüdingen offiziell eingeweiht. Der Fränkische Wasserradweg verbindet Flüsse, Seen und mittelalterliche Burgromantik. Kontrastreiche Seenlandschaft, naturnahe Flussläufe, historische Städte und traditionsreiche Kulturlandschaften verzaubern jeden Radler auf der neuen Paradestrecke. Die Rundtour führt Radler mitten durch die Urlaubslandschaft des Fränkischen Seenlands und in die Nachbarregionen Romantisches Franken, Naturpark Altmühltal und Bayerischer Jura.

Wenn die Natur zur Bühne und Radfahren zum Genuss wird und das Glück auf Erden perfekt macht, ist man angekommen. Sofern man sich genügend Zeit nimmt und die Blicke schweifen lässt bietet der Fränkische WasserRadweg geradewegs die besten Voraussetzungen, sich in einen Zustand transzendentalen Glücks zu radeln. Ein Glückszauber, dessen Energieschübe sogar nachhaltig wirken.

Wer die gesamte Strecke radeln möchte benötigt also vor allem eines: viel Zeit. Denn die Rundtour misst immerhin rund 460 Kilometer - quer durch das Herz von Bayern hindurch. Fast durchgehend sind die Radler auf ebenen, familienfreundlichen Wegen am See-, Fluss oder Kanalufer unterwegs. Historische Entdeckungen liegen ebenso an der Strecke wie traditionelle Kulturlandschaften mit Streuobstwiesen, Hopfengärten oder Fischteichen. Ob nun die Stadt Gunzenhausen im Fränkischen Seenland oder ein anderer Ort als Startpunkt gewählt wird, bleibt letzten Endes jedem selbst überlassen. Fallen die Würfel auf die schmucke Markgrafenstadt, der kann sein "Seenland-Déjà-vu" mit x-beliebigen Tourenvarianten kombinieren. Die Qual der Wahl zeigt, dass man sich inmitten eines der schönsten landschaftlichen Filetstücke Bayerns befindet, in dem man vom quirligen Seeleben am Ufer des Brombachsees, Naturgenuss am Altmühlsee bis hin zur entspannten Ruhe in sauerstoffreichen Waldpassagen in vollen Zügen genießen kann.

Das Element Wasser zeichnet die Urlaubsregion Fränkisches Seenland aus. Das Radler-Dorado trägt seinen Namen völlig zu Recht, denn mit dem Altmühlsee, Großer Brombachsee, Kleiner Brombachsee, Rothsee, Igelsbachsee, Hahnenkammsee und Dennenloher See liegen insgesamt sieben größere Seen in der näheren Umgebung der Markgrafenstadt Gunzenhausen. Wer die Stadt als Urlaubsdomizil wählt, dem liegt nicht nur ein gigantisches Tourenpotential zu Füßen sondern die (rad-) touristische Infrastruktur mit zahlreichen Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten lässt keine Wünsche offen.

Ebenso wenig kommt das Thema Kultur & Geschichte zu kurz, da z.B. der Obergermanisch-Raetische Limes die Stadtperipherie tangiert und die Römer prägnante Spuren hinterließen (siehe Limes-Radweg). Sehenswert ist auch das Archäologische Musem, das auf drei Etagen Exponate zur Vor- und Frühgeschichte von Stadt und Umland Gunzenhausen aus Stein-, Bronze-, Urnenfelder- und Hallstattzeit präsentiert. 

Auch der 970 km lange Limes-Radweg passiert die mittelfränkische Stadt Gunzenhausen. In Mönchsroth - eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Ansbach - beginnt der bayerische Abschnitt des Raetischen Limes, der nach 153 Radkilometer in Eining (Landkreis Kelheim) auf den Donaulimes trifft der seinerseits bis Passau (211 Radkilometer) verläuft.

Bild oben: Kastell Biriciana (Rekonstruktion) in Weißenburg, Fränkisches Seenland (Mittelfranken). Keine 30 km von Gunzenhausen entfernt befindet sich in Weißenburg das Bayerische Limes-Informationszentrum, wo Besucher alles Wissenswerte zum UNESCO-Welterbe „Grenzen des Römischen Reiches“ in Bayern erfahren. Die Besichtigung des dortigen Kastells Biriciana (Am Römerlager) sowie dem Römermuseum und den Römischen Thermen gehört zumindest für geschichtsbeflissene Radler zum "Pflichtprogramm".

Ab 120 n. Chr. wurde der etwa 548 Kilometer lange Obergermanisch-Raetische Limes (Trockener Limes) zwischen dem Rhein bei Rheinbrohl und dem Kastell Eining errichtet. Der Grenzwall umfasste etwa 900 Wachtürme sowie 120 größere und kleinere Truppenlager. Nahtlos fügte sich der Donaulimes an - dessen Fluß die natürliche Grenze der Provinzen Noricum und Pannonien gegen Norden bildete (Nasser Limes). So entstand im heutigen Regensburg (179 n. Chr.) das Legionslager Castra Regina bzw. flussabwärts wurden bis nach Wien etliche weitere Lager errichtet. Erst massive kriegerische Aufstände der germanischen Stämme beendeten im 5. Jahrhundert n. Chr. die römische Vormachtsstellung, wonach das Weströmische Reich unterging.

Bild oben: Der stattliche Rundturm aus dem 14. Jahrhundert wurde gemäß seiner Nutzung ursprünglich auch Pulverturm bezeichnet, ebenso Diebsturm, da er einst als Pulvermagazin und Gefängnis benutzt wurde. Sein heutiger Name <Färberturm> stammt von einer Färberei, die am Fuße des Turmes betrieben wurde.

Der Streckenabschnitt des Raetischen Limes in Bayern verläuft von Mönchsroth (Landkreis Ansbach, Mittelfranken) wo steinerne Wachtürme teilweise wieder aufgebaut wurden - via Wilburgstetten - Ruffenhofen (Limeseum/Römerpark) - Wittelshofen - Ehingen - Dennenloher See - Gunzenhausen (archäologisches Museum) - Theilenhofen - Ellingen - Weißenburg i. Bay. (Limes-Informationszentrum) - Kipfenberg - Altmannstein - Hienheim (Donaufähre) nach Eining (Römerkastell Abusina). Entlang der Strecke bieten sich in den mittelfränkischen Urlaubsregionen Romantisches Franken, Fränkisches Seenland und Naturpark Altmühltal zahlreiche Möglichkeiten spannende Zeugnisse aus der Zeit der Römer neugierig zu erkunden. Geschichtsträchtige Städte liegen ebenso am Wegesrand  wie namhafte Kur- und Erholungszentren sowie malerische Ortschaften - umgeben von einer abwechslungsreichen, meist abgeschiedenen Naturlandschaft. 

Der Obergermanisch-Raetische Limes ist Bayerns bekanntestes Bodendenkmal und symbolisiert die römische Antike vom 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Ab der württembergischen Landesgrenze durchzieht der Raetische Limes Mittelfranken, Oberbayern und endet an der Donau in Niederbayern. Der Raetische Limes führt 153 km über Land, wobei das Hinterland und die Limeszone durch etwa 180 Turmstellen gesichert waren. Dazwischen wurden später an neuralgischen Punkten, wie Straßen, Flüssen und steilen Tälern zehn Kleinkastelle gebaut. Hinter dem Limes lagen 17 größere Truppenstandorte. Die linearen Elemente und Turmstellen sowie Kastelle dieses antiken Systems der Grenzkontrolle sind über weite Strecken erhalten geblieben und heute noch sichtbar. An anderen, oberirdisch nicht mehr erkennbaren Stellen markieren Rekonstruktionen und Limes-Gedenksteine, die der bayerische König Maximilian II. ab 1861 hatte setzen lassen, die antike Grenze.