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Just fantastic - 42. Arber-Radmarathon mit Rekordbeteiligung

Das Urgestein des deutschen Breitensport-Klassikers - der Arber Radmarathon - hat erneut eine aufsehenerregende Benchmark gesetzt. Demnach zog Deutschlands größte Radtouristik-Veranstaltung bei seiner 42. Auflage 6.224 begeisterte Radsportler, Gravler, Mountainbiker und ebiker in den Bann, was im Vgl. zum Vorjahr einen Zuwachs von 11.3% entspricht. Kaum verwunderlich, denn der 'Arber' - wie er gern in Kurzform genannt wird - genießt in der überregionalen Breitensportszene legendären Kultstatus, dem eine erstaunlich hohe Anziehungskraft entspringt.
Just fantastic! Bombenstimmung, bestes Radlerwetter und riesige Startfelder spülte dem Gemeinschaftsgefühl in die Hände, das gleichsam einen Motivationsschub entfachte. Einmal mehr legte sich der Veranstalter - der Veloclub Ratisbona - voll ins Zeug, womit sich der Verein bzw. der großartigen Veranstaltung ein glanzvolles Zeugnis ausstellte. Perfekte Organisation, leistungsabgestufte Streckenprofile, üppige Verpflegung, übersichtliche Wegweisung, gutgelaunte Helfer und vor allem die malerische Bayerwaldkulisse machen den Arber-Radmarathon über Jahrzehnte hinweg zur begehrenswertesten Traditionsveranstaltung Deutschlands. Nicht ohne Grund hat die populäre Radsportveranstaltung einen prestigeträchtigen (Podest-) Platz im deutschsprachigen Raum erobert.
Als sich am 26. Juli 12.448 Laufräder in Bewegung setzten, tauchte man mit jedem gefahrenen Kilometer tiefer ins Naturvergnügen hinein. Der einhellige Tenor im Zielgelände sprach Bände: "ois war subba"!

| © Gabi Röhrl |
Bild: Veranstaltungsgelände aus der Vogelperspektive
„Feuer frei!“
Seit 42 Jahren vollzieht sich am letzten Juli-Wochenende in Regensburg Jahr für Jahr dasselbe Ritual, wenn sich frühmorgens ab 6.00 Uhr Schlag auf Schlag langgezogene Starterfelder Richtung Bayerischer Wald ausschwärmen. Sobald der Countdown erfolgt, liegt über dem Regensburger Dultplatz förmlich ein Hauch mitreißendler Rennatmosphäre in der Luft. Allein die Befahrung der verkehrsgesperrten Oberpfalzbrücke, der Frankenstraße und der Walhalla-Allee, einschließlich rote Ampeln passieren zu dürfen und einem vorausfahrenden Führungsfahrzeug hinterher zu jagen, entfacht vom Start weg prickelndes "Tour de France - Feeling". Dabei vermochte niemand vorauszuahnen, welch körperliche / mentale (Grenz-) erfahrungen, reizvolle Überraschungen oder tiefgreifende Erlebnisse im vorherbestimmten Roadbook geschrieben standen.

Foto: für Novizen kann die gesperrte Oberpfalzbrücke durchaus den Beginn einer (langjährigen) Leidenschaft für den Arber-Radmarathon markieren
Allein die schiere Menge an Radfahrern entfacht schon bei der Startaufstellung bzw. beim Stadtauswärtsradeln in riesigen Pulks pures Gänsehautfeeling. Schließlich treten Abertausende Radler unermüdlich in die Pedale, genießen leidenschaftlich ihr geliebtes Hobby in herrlicher Naturlandschaft und feiern zu guter Letzt am Dultplatz gemeinsam ihren sportlichen Erfolg. Weil der »Arber-Radmarathon« in Sachen Streckenangebot aus dem Vollen schöpft kommt jeder Hobbyist, egal ob Jung oder Alt, drahtige Sportskanone, Genussbiker, Familienradler, Vintage-Fan, Mountainbiker, Gravler - mit oder ohne Akku - voll und ganz auf seine Kosten.
Über 300 engagierte Helfer rödelten nach Leibeskräften, um perfekte Rahmenbedingungen zu schaffen und für das leibliche Wohl der ausgemergelten Gäste im Alter zwischen vier und 85 Jahren zu sorgen, die dem ungetrübten Radelspaß wahrhaft eine "gmahte Wiesn" bereitete. Passend dazu herrliches Wetter mit bis zu 25 Grad, dem sich sage und schreibe 700 Nachmelder nicht widersetzen konnten.
Streckenfrequenz
Die Streckenfrequenz wies erkennbare Auffälligkeiten auf. Während das Segment der Rennradler (plus 13.5%) und der Gravelbiker (plus 48%) gegenüber 2025 erheblich zunahm, erlitt der Mountainbike-Sektor mit einem Minus von 12% zum ersten Mal seit der Einführung im Jahr 2000 einen regelrechten Einbruch. Überdies haben Schätzungen zufolge ebikes (über 50%) klassische Biobikes ohne Motorantrieb in die Minderheit verdrängt. Somit steht zu Befürchten, dass das Biobike allgemein betrachtet schon bald zum Relikt vergangener Zeiten verkümmern wird. Vergleicht man die Zahlen unterschiedlicher Radgattungen miteinander liegt der Schluß nahe, dass Rennräder und Gravelbikes die Mountainbike-Sparte kannibalisiert hat.
- Tour A 1.162 (RR) + 8.8%*
- Tour B 1.398 (RR) + 10.9%
- Tour C 1.484 (RR) + 17.5%
- Tour D 618 (RR) + 16.8%
- Tour E 567 (Family) + 7.4%
- Tour F 87 (MTB) - 12% (∑ 4 MTB-Touren)
- Tour G 100 (MTB)
- Tour H 198 (MTB)
- Tour I 169 (REWAG-Runde)
- Tour J 258 (Gravel) + 48% (∑ 2 Graveltouren)
- Tour K 136 (Gravel)
- Arber Kids Cup 8
- Retro Arber 39
* Prozentuale Veränderung gegenüber 2025
Geballte Frauenpower in bisheriger Männerdomäne
Rennrad und Gravelbike boomen gewaltig, wobei das Klientel jünger aber zunehmend auch weiblicher wird. Im Segment der sportlichen Fahrräder ist schon länger ein Aufschwung zu beobachten, wobei augenscheinlich immer mehr Frauen den Trend beflügeln.

Foto: wachsender Frauenanteil sorgt im wahrsten Sinne des Wortes für frischen Wind
Es ist kaum mehr zu übersehen, wie viele Frauen das Rennrad oder das Gravelbike (oder beides) für sich entdeckt haben. Getrieben vom Wunsch nach Freiheit, Fitness und Lifestyle - aber auch beseelt von der Entdeckung und das bewusste Erleben unbekannter Naturlandschaften – sowie in letzter Konsequenz auch oft von sich selbst. Die Verkaufszahlen von Gravel- und Roadbikes schnellten laut Zweirad-Industrie-Verband e.V. im Jahr 2024 von 178.000 auf 238.000 (+33 Prozent) hoch, wovon 137.000 Gravelbikes den Löwenanteil von rund 58 Prozent ausmachten. Ein Trend, der zwischenzeitlich mit voller Wucht auf Radsport-Events durchgeschlagen hat.
Lange Zeit führte der Frauenradsport fern der Öffentlichkeitswahrnehmung ein Schattendasein. Doch seit geraumer Zeit vollzieht sich ein grundlegender Wandel. Dies wurde auch bei der 42. Austragung des Breitensportklassikers deutlich, wie Zahlenbeispiele von VCR-Vorstand Ulrich Mönius belegen. Demzufolge lag der Frauenanteil bei 24 Prozent, bzw. bei jüngeren Damen zwischen 20 und 24 Jahren lag der Wert sogar bei 38 Prozent (stärkste Altersgruppe belegten die 25 bis 35 Jährigen).

Da beißt die Maus keinen Faden ab, Frauenradsport ist mittlerweile en voque. Insofern bleibt es spannend, wie sich künftig der Frauenanteil in der einstigen Männerdomäne weiter entwickeln wird.
For Children, Mom and Dad
Familienfreundlichkeit wird beim Arber-Radmarathon groß geschrieben. Angefangen von der Aumovio-Familientour über die REWAG-Runde bis zum Pumptrack-Rennen am Samstag war für Kids allerhand geboten.

Ein Aspekt geht beim sportlich geprägten Veranstaltungscharakter fast ein wenig unter: der Arber-Radmarathon ist familienfreundlich, schließlich hatten sich für die Tour E + Tour I, einschließlich Kinder-Pumptrack-Rennen insgesamt 744 Teilnehmer mit Kind & Kegel angemeldet. Währenddessen sich im bergigen Bayerwald Ausdauersportler die Zähne ausbissen, glitten Familien und Genussradler indes entspannt durch die steigungsarme Ferienregion Regensburg und genossen ohne Hetze, Stress und Leistungsdruck in aller Ruhe die herrliche Natur.

Auf den familiengeeigneten Strecken strahlten alle um die Wette, d.h. jeder hatte seinen Heidenspaß dabei zu sein. Der einhellige Tenor "ois subba" trifft den Nagel auf den Kopf.

Foto: vom "Bademantel" bis zum passenden Radsport-Outfit dürften noch einige vergehen, bis dieser Pimpf ins Arber-Trikot hinein gewachsen ist...
Der Tag vor dem "Großkampftag"
Bislang blieb der Samstag auf dem Regensburger Dultplatz nur für die Startunterlagenabholung bzw. Nachmeldung vorbehalten. Der "Testballon", den Tag vor dem 'Arber' publikumswirksamer zu beleben erwies sich als echter Glückstreffer, denn neben dem Arber-Retro gab's für Kids eine aufgebaute Pumptrackanlage sowie eine weitere Attraktion, die gut angenommen wurde. Exklusiv wurde auf einer Groß-Leinwand die Königsetappe der Tour de France nach ALPE D'HUEZ live übertragen. Ein Service den viele Zaungäste nutzten, wie man an den vollbelegten die Sitzbänken sehen konnte. Beim Tombola-Zelt ging es derweil (an beiden Tagen) wie im Taubenschlag zu. Kaum überraschend, bot die Mega-Tombola 4.000 Gewinne, dessen Hauptpreis - ein Mountainbike - von Zweirad Stadler gesponsert wurde.
Arber-Retro
Der Arber-Retro zelebrierte südländsiches Dolce Vita“ Feeling. Tolle Stimmung, erlesene italienische Häppchen und edelster Valdo Prosecco - eine vielversprechende Kombi, die die Gaumenrezeptoren nach Strich und Faden verwöhnte. Klick-Pedale, Scheibenbremsen, verbautes Carbon und sonstiger Hightech-Schnickschnack waren verpönt. Dafür kamen gemuffte Stahlrenner mit außenverlegten Bowdenzügen, Ledersattel, Rahmenschaltung, Schlaufenpedale zum Vorschein dessen Optik einen zeitlosen Charme versprühten. Gleichwohl ist das Side-Event zu Ehren des verstorbenen Mäzen des Arber-Radmarathons, Helmut Stadler als „Gedächtnisfahrt“ gewidmet.

Streckendetails
Die relaxte Fahrt hinter einem Führungsfahrzeug findet im geschlossenen Verband statt, geradelt zumeist in gesprächsfördernder Zweierreihe. Moderates Tempo auf flacher Strecke ermöglicht schnappatmungsbefreite Kommunikation mit dem Nebenmann/Nebenfrau, weswegen die Zeit wie im Flug vergeht.
- Start 14.00 Uhr nach Kiefenholz (22 km): FZ 1:05, Ø 21 km/h
- Ankunft Verpflegungsstation 15.05
- Rückfahrt 15.52 Uhr, FZ 1:06, Ø 20 km/h
- Ziel Regensburg 17.00 Uhr

Stationsleiter Mane und seinem "Adjutanten" Toni gelang es mit Feingespür, der Verpflegungsstation in Kiefenholz südländische Esskultur und Flair einzuhauchen, das Genuss & die Leichtigkeit des Seins vermittelte. Um den Magen zu öffnen und den Appetit anzuregen wurde ein delikater Aperitivo kredenzt. Edler Valdo-Marco Oro Prosecco verwandelte den Pausenstopp zum außerordentlichen Genusserlebnis. Der auf 6 Grad runter gekühlte, prickelnde Schaumwein glitt bei 30 Grad Hitze wie Öl perlend die ausgetrocknete Kehle hinunter. Saluti...
Dazu gab's schmackhafte Häppchen vom Feinsten:
• Prosciutto Crudo
• Salami Coppa
• Peccorino
• Gressinis

Umrahmt von italienischen Klängen hatte der Gaumenschmaus richtig Stil. Eine unvergleichliche Atmosphäre, die ein beschwingtes „Dolce Vita“ Gefühl - sprich pure Lebensfreude - versprühte. Mit sympathischen Menschen eine entschleunigte Zeit gemeinsam zu verbringen, lachen, palavern und die entspannte Fahrt wie gleichsam das Miteinander genießen hatte schon etwas ganz besonderes. Eine sehr spezielle Aura, die den Arber-Retro auszeichnet. Mille grazie, Ciao.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Freut euch auf den 24. Juli 2027, wenn's die nächste Überraschung gibt:
'Bienvenue au prochain épisode Arber-Retro'
Startschuß

Foto: erstmalig gab Regensburgs neugewählter OB, Dr. Thomas Burger den Startschuss für den Arber-Radmarathon
Um 6 Uhr gab Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger den ersten Startschuss für die Königsdisziplin. Er würdigte den Arber-Radmarathon als „Veranstaltung europäischen Formats“ und sprach den Teilnehmern wie den Helfern seinen großen Respekt aus. Es versteht sich von selbst, dass die Große Arberrunde über 250 km und 3.750 Höhenmeter nur etwas für die Allerhärtesten ist, wobei aber an Verzweigungspunkten je nach Wetter bzw. Befindlichkeit die Möglichkeit besteht, auf eine kürzere Variante auszuweichen.

Der Arber-Radmarathon ist zwar eine Breitensportveranstaltung ohne offizielle Zeitmessung, dennoch fühlen sich hochmotivierte Athleten gern berufen mit beeindruckender Performance respektable Höchstleistungen abzuliefern. So finishte der schnellste Fahrer der Großen Arberrunde, Linus Rosner - Vereinsmitglied im Veloclub Ratisbona in knapp 6:30 Std. Unter Beifallsklatschen schoss er mit einem Schnitt von 36.8 km/h um 12.30 Uhr über die Ziellinie. Zum Vergleich: wer die Große Arberrunde mit einem 25er Schnitt schaffte und sich beispielsweise 1 Stunde Ruhe- und Verpflegungszeit gönnte, trudelte gegen 17.00 Uhr durch den Zielbogen. Dies zeigt, welch enorme Leistungsspreizung das große Teilnehmerfeld naturgemäß mit sich bringt. Das Stundenmittel der schnellsten Fahrer der Tour B betrug 38.6 km/h, der Tour C 39.6 km/h.

Foto: Ehrung der teilnehmerstärksten Vereine
Rekordteilnahme - Bombenstimmung - bestes Radlerwetter - Feierlaune und persönliche Bestleistungen - Aspekte, die den diesjährigen Arber-Radmarathon in groben Zügen beschreiben. Langarmtrikot bzw. "Friesennerz" war nicht nötig, stattdessen war lockerflockiges Kurz-Kurz-Outfit angesagt. Petrus hielt nach zwei verregneten Veranstaltungen endlich die Schleusen dicht und ließ dafür Sonnenstrahlen durch die Wolkendecke blinzeln.

Die Traditionsveranstaltung in der Welterbestadt Regensburg, die der englische Stararchitekt Lord Norman Forster einst als "Eine der schönsten Städte der Welt" bezeichnete, genießt in der Breitensportszene außergewöhnlich hohe Beliebheitswerte. Keine Frage, der Arber-Radmarathon ist ein großartiges Sportereignis, bei dem die Teilnehmer das Spektakel zu dem machen was es ist: zum Hobby-Radsport-Festival der Superlative. Ein Sportlerfest, das nicht nur Menschen miteinander verbindet sondern im Kopf lange kognitiven Nachhall findet.

Der König des Bayerwalds steht für den Arber-Radmarathon als Namenspatron Pate: der Große Arber (1.456 m ü.NN.)
Rennrad-Boom
Deutschlands größte Radtouristikveranstaltung weist zwar keinen ultimativen Renncharakter auf, was aber ambitionierte Hobbyisten freilich nicht daran hindert trotzdem ans Leistungslimit zu gehen. Symptomatisch lassen sich die beträchtlichen Leistungszuwächse auch von der rasant gestiegenen Teilnehmerzahl der Langstrecken herleiten. Immerhin wählten 1.162 Marathonis die 250 km lange Königsdisziplin (Tour A), was den letztjährigen Rekord mit einem heurigen Zuwachs von knapp 100 Teilnehmer schon wieder pulverisierte. Da die Bayernwerk-Runde als zweitlängste Tour 1.398 Teilnehmer auf den Plan rief, summierte sich das leistungssportorientierte Klientel auf insgesamt 2.560 Teilnehmer. Bezogen auf 4 Rennradstrecken (4.662 Teilnehmer) macht der sportlich geprägte Rennradanteil mehr als die Hälfte aus (ca. 55%). Gegenüber im Vorjahr waren im Schnitt 13.5% mehr Radfahrer auf Asphaltstrecken unterwegs.
Es zählt zur Binsenweisheit, dass Kondition nicht vom Himmel fällt, sondern einer langwierigen, zielstrebigen - bisweilen durchstrukturierten - Trainingsphase bedarf, um kupierte Mittelgebirgsstrecken bewältigen zu können.

Foto: unterwegs auf der Bayernwerk-Arberrunde nahe Lederdor
Unangefochtener Streckenfavorit ist die 125 km lange, mittelschwere Bayerwaldrunde, die mit einem Plus von 17.5% gegenüber des Vorjahres den größten Teilnehmerschub verzeichnete und mit knapp 1.500 Teilnehmern die höchste Streckenfrequenz aufwies.

Morgenstund hat Gold im Mund. Sonntag früh geht es am Regensburger Dultplatz zu wie im Taubenschlag, wenn zwischen 6.00 und 8.40 Uhr per Startschuß tausende Radfahrer auf 11 verschiedene Strecken geschickt werden.
Auf die Panoramarunde (Tour D) mit moderaterem Höhenprofil begaben sich 618 Radler on Tour, die in Falkenstein von den längeren Routen abzweigt und kurz vor der Verpflegungsstelle Untermiethnach wieder in dieselbigen einmündet. Das bunt gemischte Teilnehmerfeld auf der flachen Familienrunde (Tour E) umfasste 567 Freizeitradler aller Altersschichten, die sich von unter Vierjährigen bis hin zu über 85 Jährigen erstreckte.
Summiert schwärmten auf fünf Asphaltstrecken (von 11) 5.229 Radfahrer aus, was einen Anteil von 84% entspricht. Ein klarer Beleg, mit welcher Wucht der Rennradboom mittlerweile auf Radsportveranstaltungen durchschlägt.
Einzig die Zahl der Mountainbiker war rückläufig, wobei das Minus von 12% von der gestiegenen Gravel-Nachfrage - ein Plus von 48% - nahezu aufgefangen wurde.

Foto: der Arber-Radmarathon ist für seine langen Windschattenpassagen bekannt und begehrt.
Fest steht, dass der legendäre "Arber" alters- und leistungsübergreifend eine illustre Radler-Community anzieht, die mit diversen Radgattungen verschiedenartigste Ziele verfolgt. Gerade die bunte Vielfalt - gepaart mit einem leistungsabgestuften Streckenspektrum - zeichnet die Veranstaltung besonders aus. Anstatt Egoshows abzuliefern, was Rennradfahrern früher oft nachgesagt wurde, entwickelt sich das Rennradeln immer mehr zum echten Teamerlebnis, bei dem sich reihenweise windschattengeschützte Verbände mit wechselnder Führung formieren. Diesbezüglich profitieren die Teilnehmer von hohen Teilnehmerzahlen, dessen Massenstarts eine Gruppenbildung zusätzlich begünstigen. Dass Radsportler, Familien- Freizeit- und Genussradler, Mountainbiker, ebiker und Gravelbiker leidenschaftlich ihr Lieblingshobby betreiben und nach vollbrachter Action in trauter Eintracht am Biertisch gemeinsam feiern hat auf dem Regensburger Dultplatz schon lange Tradition.
Gravel - der neue Hype am Radsporthimmel
Kommen wir zur nächsten Zielgruppe, den Gravelbikern, die die Streckencharakteristik über den Klee lobten. Wie wir finden: vollkommen zu Recht. Beide Graveltouren (vom Start bis nach Finsing großteils identisch mit MTB-Touren) sorgten mit ihrem ausgewogenen Straßen-Gelände-Mix wie Phönix aus der Asche für Furore, da sie erst seit 2024/2025 im Programm sind.

Foto: knifflige Stellen sind das Salz in der Suppe eines jeden Gravelbikers. Der schlängelnde Trail des von weiten Wiesen gesäumten idyllischen Regentals im Oberpfälzer Wald nach Untermainsbach (nahe Nittenau) ist ein echtes Sahneschnittchen.
Quasi von Null auf 100 lockte die Tour J 258 Teilnehmer und die Tour K 138 Teilnehmer auf die "Piste", was einer Zunahme im Vgl. zum Vorjahr von +48% entspricht. Da viele Gravler Feuer & Flamme über den abwechslungsreichen Streckenverlauf waren ist davon auszugehen, dass der Anteil dieser trendigen Sportdisziplin kommendes Jahr weiter steigen wird.

Die Gravelschleife (Tour K) glänzt mit fahrtechnisch anspruchsvollen wie landschaftlich hochkarrätigen Passagen: Hohe Linie, Ellbachtal, 4.5 km lange Seitental zwischen Eschlbach und Untermainsbach entlang des Doblbachs, sowie der verwinkelte Burgensteig durch die bewaldete Auenlandschaft entlang des Regenufers, die jeden eingefleischten Gravel-Fan ins Schwärmen versetzt. Der schmale Pfad mit teils wegquerenden Wurzeln und leicht verblocktem Untergrund ist mit einem ungefederten Gravelbike, das keine Unebeneinheiten schluckt sondern Stöße 1:1 an den Fahrer weitergibt eine Herausforderung. Selbstverständlich ist die Strecke kein anstrengungsfreier "Selbstläufer", denn die Anstiege - genauso wie pfeilschnelle Abfahrten - reihen sich wie Orgelpfeifen aneinander. In Summe kam die Kurzstrecke auf knapp 1.000 hm, während die Langversion nochmal 500 hm drauf sattelte. Abgesehen vom mäandernden Flussverlauf weist die Strecke Granitfelsen und historische Burgen wie Hof am Regen und Stefling auf. Kurzum: für Fahrspaß wie für's Auge war jede Menge geboten. Dass beide Strecken eigentlich keinen Spielraum mehr für Optimierungsbedarf bieten, spricht für die Qualität der Wegevielfalt. Somit vergeben wir ohne mit der Wimper zu zucken Note 1 mit *.
Nach dem "Arber" ist vor dem "Arber". Wer dabei war, dürfte wohl seinem Suchtreflex erliegen und nächstes Jahr wieder am Start stehen. Alle anderen sollten sich den 43. Arber-Radmarathon am 24./25. Juli 2027 auf die Bucket List setzen. Sobald der Blick in die "Glaskugel" Neuerungen erkennen lässt wird darüber berichtet.
