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Welt-Kult-Tour Regensburg - 860 Radfahrer trotzten wechselhaften Wetterkapriolen
Die 19. Welt-Kult-Tour ist Geschichte. 860 Teilnehmer schwangen sich am 13. September sichtlich gut gelaunt in den Sattel. Regen? Welcher Regen? Selbst heftige Niederschläge konnten weder die radsportliche Leidenschaft ausbremsen noch die gute Stimmung der Radler verderben. Trotz triefender Nässe traf man überall auf lächelnde Gesichter. Jeder genoss das verbindende Gemeinschaftsgefühl in vollen Zügen.

Was positiv auffiel: sowohl im Start- Zielbereich ,als auch auf der Strecke sowie an den Verpflegungsstationen herrschte trotz wechselhaftem Wetter Top-Stimmung. Völlig zurecht konnte jeder Teilnehmer auf sich stolz sein, bei unwirtlichen Bedingungen sein "Ding" unbeirrt durchgezogen zu haben. Wie einst Friedrich Nietzsche sagte: "Was uns nicht umbringt, macht uns stärker" trifft die Weisheit - bezogen auf die Wetterkapriolen - den Nagel auf den Kopf. Dass trotz nasser Straßen keine Unfälle verzeichnet wurden spricht eindeutig für eine disziplinierte, vorsichtige Fahrweise. Überdies musste der mobile Streckenservice vom Zweirad-Center-Stadler nur ein einziges Mal ausrücken.
Die Altersspanne erstreckte sich über Kleinkinder bis zum Senior mit 85 Jahren was aufzeigt, dass man fürs Radfahren weder zu alt noch zu jung ist. Einmal mehr kam der generationenübergreifende Charakter des großartigen Radsport-Events zum Vorschein. Dass die entferntest angereisten Teilnehmer sogar den langen Weg von Zürich (Schweiz) oder Berlin auf sich nahmen spricht für sich.

Foto: Richtung Oberhinkofen sind die Startfelder noch relativ eng beisammen, was sich aber bei fortschreitender Zeitdauer zunehmend auflöst. Spätestens am Stausackerer Berg vollzieht sich in Ausleseprozess. Der erste, steilere Berg fungiert quasi als leistungsmäßiger "Spaltpilz", der den Gruppenzerfallsprozess in rasender Geschwindigkeit beschleunigt.
Last-Minute "Task Force-Einsatz"
Was die diesjährige WKT für das Orga-Team zur echten Herausforderung machte waren zum einen unangekündigte Straßensperrungen, die nicht nur für einen gewaltigen Arbeitsaufwand verursachten sondern beim Teilnehmerkreis mitunter einige Verwirrung stifteten. Zum anderen zog wegen Niedrigwasser der Donau der eingestellte Fährbetrieb in Matting und Stausacker weitere Streckenverlegungen nach sich.
Einerseits ist es dem Zufall, andererseits einem "Last-Minute-Task Force-Einsatz" zu verdanken, dass unangekündigte Straßensperrungen eine regelkonforme Durchführung der Veranstaltung nicht ernsthaft gefährdeten. Obwohl alle Streckenvarianten behördlich genehmigt waren, hatte der Veranstalter über die plötzlichen Baumaßnahmen keinerlei Kenntnis. Auf die erste Hiobsbotschaft wenige Tage vor der Veranstaltung (Straßensperre Grasslfing) folgte die nächste. Die Schreckensnachricht einer Straßensperrung zwischen Heitzenhofen und Kallmünz schlug während des Aufbaus des Startgeländes nur 1 Tag vor dem Startschuß der Welt-Kult-Tour wie eine Bombe ein. Nur dem glücklichen Umstand war es zuzuschreiben, weil eine Beschilderungscrew Samstag Nachmittag vor Ort war, und das organisatorische bzw. kommunikative Missgeschick bemerkte, um auf die heikle Situation entsprechend zu reagieren. In einer simultanen "Dreier-Konferenz" wurden alle erforderlichen Maßnahmen unter höchster Eile koordiniert. Fieberhaft wurde eine geeignete Baustellenumfahrung ausgetüftelt und anschließend ordnungsgemäß beschildert. Des Weiteren erfolgte die Änderung der GPS-Tracks und QR-Codes, dessen Info über Social Media Kanäle als auch bei der morgendlichen Ansprache vor dem Start vom Biketeam Vorstand Christian Spicker kommuniziert wurde. Dank des engagierten Zusammenspiels gelang es, die Kuh vom Eis zu holen. Auch Teilnehmern gebührt für ihr Verständnis großer Dank, zumal die verlängerten zwei Langstreckentouren mehr Kondition und Willensstärke - ausgerechnet noch bei Miesepeterwetter - abverlangten. Eben weil alles meisterhaft gemanagt wurde, hieß es Ende gut Alles gut.
Graveln ist In

Nicht nur die Marathonstrecke - dieses Jahr 218 km lang - zog wieder einige Elitefahrer an, auch die seit letztem Jahr neu konzipierte Gravelstrecke rief leistungsoriente Road-Offroad-Spezialisten auf den Plan. So glänzte der schnellste Fahrer auf der 71 km langen Strecke - gespickt mit rund 900 hm - mit einem unglaublichen 29er Schnitt, während das Groß der 55 Teilnehmer eher gemächlicher zwischen 15 km/h bis 20 km/h unterwegs waren.

Eine Portion fahrerisches Geschick und gute Grundkondition erfordert die Gravelstrecke mit rund 70% Geländeanteil allemal. Besonders lose Schotterabfahrten verlangten hohe Konzentration, um sein Gefährt sicher abwärts zu steuern. Für Gravler erwies sich die umverlegte Streckenführung im Nachhinein sogar als Glücksfall weil die 6 Kilometer-Passage zwischen der Donau und Grasslfing nicht mehr über eine "langweilige" Straßenverbindung über Unterirading (Walba) sondern überwiegend im Gelände verläuft, was die Gravelstrecke insgesamt aufwertet. Wie Vorstand Christian Spicker und Streckenplaner Mario Langer verlautbarten, ist die neue Streckenvariante für künfige Austragungen bereits beschlossene Sache.
Ehrungen

Foto von l.n.r.: Wolfgang Böhm (Biersommelier und Vertriebsleiter Bischofshof), Josef Krotter (Abteilungsleiter Radsport, Sportverein 1959 Lupburg e.V.), Toni Hörnig (Veloclub Ratisbona), Dr. Thomas Burger (OB Regensburg), Christian Spicker (1. Vorstand Biketeam Regensburg)
Kilometerstärkste Vereine:
- Platz 1: Veloclub Regensburg (6.350 km)
- Platz 2 Lupburg (2.995 km)
- Platz 3 Tristar Regensburg (1.560 km)
Kilometerstärkste Firmengruppen:
- Platz: Krones (2.230 km)
- Platz: Krontec (625 km)
- Platz: Stadtwerk Regensburg & Töchter (550 km)
O-Ton Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger: „Ich finde das Miteinander, das hier gelebt wird, großartig. Wir wollen ein Regensburg für alle sein und deshalb sind solche Projekte mit sozialem Aspekt eine tolle Sache“, Sich selbst bezeichnete er als „Gelegenheitsläufer“. Er fahre zwar gerne Rad, komme aber „aus zeitlichen Gründen zu selten dazu“.

Foto von l.n.r.: Wolfgang Lang (Rektor der Otto-Schwerdt-Mittelschule Burgweinting), Andreas Reindl, (Rektor der Grundschule Burgweinting), Christian Spicker (1. Vorstand Biketeam Regensburg), Wolfgang Böhm (Biersommelier und Vertriebsleiter Bischofshof), Dr. Thomas Burger (OB Regensburg), Vinzent Stadler (Sohn von Geschäftsführerin Bärbel Stadler des traditionsreichen Familienunternehmens Zweirad-Center Stadler)
Auch auf sozialer Ebene engagiert sich das Biketeam Regensburg seit mehreren Jahren. Im Rahmen des Spenden-Radmarathons WKT300, der immer an Maria Himmelfahrt stattfindet und am 15.08. von Neutraubling zum Brombachsee in Mittelfranken und über Ober- und Niederbayern zurück in die Oberpfalz führte, konnte nun der Erlös von 2.500 Euro zwei Schuldirektoren übergeben werden, die der „LeseBrücke“ zugutekam (Gemeinschaftsprojekt der Grundschule Burgweinting und der Otto-Schwerdt-Mittelschule).

Foto: Das Losglück des gesponserten Hauptgewinns vom Zweirad Center Stadler traf Laura aus Piesenkofen. Das Mountainbike wurde von Vincent Stadler überreicht. Das Familienunternehmen Zweirad-Center Stadler wird seit Unternehmenseintritt von Vincent Stadler (rechts) nunmehr in vierter Generation geführt.
Nach der Welt-Kult-Tour ist vor der Welt-Kult-Tour. Freut euch auf den 12. September 2027, dann steht für den beliebten Breitensport-Klassiker das zwanzigjährige Jubiläum an. Die Zielvorgabe hat Biketeam-Vorstand Christian Spicker bereits ausgegeben: die 1000er Teilnehmermarke soll endlich geknackt werden. Allerdings bedarf es dem heiligen Beistand von "oben". Inwieweit sich der Wettergott nach mehreren verregneten WKT-Ausgaben gnädig zeigt, wird sich bei der 20. Welt-Kult-Tour zeigen.
Look forward to: 12.09.2027 • Welt-Kult-Tour feiert zwanzigjähriges Jubiläum
