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Zellertal-Radweg - Ein Tourerlebnis der besonderen Art
Bad Kötzting - bekannt für kulturelle Vielfalt, Tradition und Brauchtum
Bad Kötzting (409 m ü.NHN.) im Naturpark Oberer Bayerischer Wald im oberpfälzischen Landkreis Cham ist ein staatlich anerkanntes Kneippheilbad. Der Kurort mit ca. 7.500 Einwohner liegt am Fuß des markanten Kaitersberges (Kreuzfelsen 999 m ü.NHN.) am Weißen Regen nahe des aufgestauten Blaibacher Sees. Der Weiße Regen hat sich sein mäanderndes Flussbett durchs urwüchsige Steinbachtal gegraben, wo er in beim Kraftwerk Pulling in den Schwarzen Regen mündet. Ab dem Zusammenfluss trägt der Fluss bis Regensburg den Namen Regen, wo das Fließgewässer in die Donau mündet.
Das moderne Mittelzentrum ist für sein vielseitiges kulturelles Programm und seine populären Festivitäten weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt, die eine Verbindung zur ereignisreichen Vergangenheit schaffen. Neben dem jährlichen <Pfingstritt> und dem populären Roßtag haben sich die Waldfestspiele am Ludwigsberg im "Festspiel-Landkreis" Cham prächtig entwickelt.

Foto: Kreuzungspunkt beliebter Bayerwald-Radwege
Der Zellertal-Radweg führt vom Kneippheilbad Bad Kötzting (409 m ü.NHN.) im oberpfälzischen Landkreis Cham über Arnbruck und Drachselsried über malerische Wald- und Wiesenlandschaft durchs idyllische Zellertal nach Bodenmais (689 m ü.NHN.) im niederbayerischen Landkreis Regen. Radfahrer erwartet eine abwechslungsreiche Berg- und Tallandschaft, die der 32 km lange Zellertal-Radweg durch abgelegene Landschaftsstriche erschließt.
Bezogen auf den Zellertal-Radweg ist Bad Kötzting mit großem Abstand der größte Ort auf der 32 km langen Strecke, gefolgt von Bodenmais (ca. 3.641 Einwohner), Drachselsried (ca. 2.375 Einwohner) und Arnbruck (ca. 2.031 Einwohner).
In Sachen touristischer Infrastruktur weist das Zellertal (4.200 Einwohner) über 3.500 Gästebetten sowie eine Fülle an attrativen Quartieren auf. Das Spektrum reicht vom First-Class-Hotel und Gasthöfen bis zu einfachen, aber gediegen ausgestatteten Unterkünften in Privatpensionen, Bauernhöfen oder Ferienwohnungen.

Der Zellertal Radweg verläuft zum größten Teil auf schwach befahrenen Nebensträßchen durch sanfthügelige Landschaft, wobei zwar nur kurze, aber vereinzelt doch recht giftige Steigungen mit bis zu 17% zumindest Leistungsschwächeren nahelegt ein ebike zu verwenden, damit der Fahrspaß nicht auf der Strecke bleibt. Glücklicherweise gleicht die Akku-Unterstützung konditionelle Schwächen, altersbedingte Leistungseinbußen oder gesundheitliche Einschränkungen aus, womit selbst kupierte Streckenprofile ihren Schrecken verlieren. Dank ökonomischer Fahrweise stellen Anstiege mit dosierbarer Motorunterstützung keine ernstzunehmenden Hindernisse - sprich Ausschlusskriterium - mehr dar, d.h. jedem Zweiradfan steht die Fahrt durchs schöne Zellertal bzw. dem Lamer-Winkel quasi "barrierefrei" offen.
Aufgrund des unterschiedlichen Höhenniveaus von Start und Zielort weist die entgegengesetzte Fahrtrichtung von Bodenmais nach Bad - Kötzting 280 Höhenmeter weniger auf.
Kötztinger Land
Das Kötztinger Land im Naturpark Oberer Bayerischer Wald - wie das Zellertal - verbindet landschaftliche Vielfalt mit natürlicher Schönheit, aktive Erholung mit lässiger Entspannung und beeindruckende Landschaftserlebnisse mit herrlichem Naturgenuss. Die Bayerwaldregion eignet sich ebenso für Familientouren wie für anspruchsvollere Bergtouren. Dabei spielt es keine Rolle, mit welcher Radgattung die Gegend erkundet wird. Das abwechslungsreiche Terrain spricht Rennradler (siehe Arber-Radmarathon), Trekkingbiker, Gravelbiker, ebiker und Mountainbiker gleichermaßen an. Das wirklich schöne daran ist, von welch beruhigender Naturkulisse fern von Trubel, Hektik und Verkehrslärm das Herz des Bayerischen Waldes umgeben ist.
Raus aus dem Alltag - Rein ins Naturvergnügen
In genussorientierter Geschwindigkeit errechnet sich für den Zellertal-Radweg eine reine Fahrzeit von etwa drei Stunden, wobei die Gesamtdauer wohlweislich von individuellen Präferenzen abhängt. Je nach Durchschnittstempo, Einkehr- Pausenzeiten, Besichtigungsprogramm und Wissensdrang (Schautafeln am Wegesrand) variiert dementsprechend der Zeitbedarf. Da sich Freibäder, Seen und Glasmanufakturen aneinanderreihen sowie weitere Highlights das Tourerlebnis toppen, empfiehlt sich mindestens eine Halbtagestour, die dem Bedürfnis nach Genuss und Erlebnisvielfalt gerecht wird.

Wer's nicht eilig hat und sich stattdessen mit Muße und ungetrübter Gelassenheit auf die herrliche Mittelgebirgslandschaft einlässt, sich zwischendurch Verschnaufpausen, kulinarische Genüsse und vielleicht noch eine erfrischende Abkühlung vergönnt (Panoramabad Arnbruck, biologisches Naturbad Zellertal in Drachselsried, Freibad Bodenmais), der darf sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf ein unvergessliches Tourerlebnis freuen.
Gerade weil die beeindruckende Naturlandschaft im verkehrsschwachen Kötztinger Land bzw. Arberland ein echtes Eldorado für Radfahrer ist, das darüber hinaus vielversprechende Attraktionen, Bademöglichkeiten und interessante Abstecher bereithält, zahlt sich ein großzügiges Zeitpolster aus. Zeit ist heutzutage ein kostbares Gut bzw. für Stressgeplagte ein stückweit Luxus, den man sich aber bei dieser Radtour ruhigen Gewissens leisten sollte. Wird im entschleunigten Wohlfühltempo achtsam die Naturkulisse wahrgenommen und gönnt sich tiefentspannte Pausen kommt es dem Wohlbefinden zugute. Ohne ständig auf die Uhr blicken zu müssen, sind lässige Einkehrschwünge und zünftige Biergartenbesuche gleich doppelt so schön. Wäre jammerschade sich ausgerechnet dort in Verzicht üben zu müssen wo es am schönsten bzw. geselligsten ist, nur weil die Zeit zu knapp bemessen ist.
Thema Glas
Radfahrer des Zellertaler-Radwegs begegenen auf Schritt und Tritt dem Thema 'Glas', weil die Route stellenweise auf der ostbayerischen Glasstraße verläuft, die die Ferienregionen Oberpfälzer Wald und Bayerischer Wald auf rund 250 Kilometern quert. Es lohnt sich auf alle Fälle, in die faszinierende 700-jährige Glastradition einzutauchen.
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| © Glasstraße |
Hinweis: die Graphik listet schwerpunktmäßig nur Orte auf, die einen thematischen Bezug zum Thema Glas aufweisen
Der Besuch einer Schnappsbrennerei in Bad Kötzting wie auch die Besichtigung des Glasdorfs Weinfurtner in Arnbruck, Glasgalerien in Drachselsried sowie das JOSKA Glasparadies in Bodenmais - wo die berühmten Pokale für den Ski-Weltcup gefertigt werden - sind zweifelsohne herausragende Höhepunkte. Begünstigt durch den Holzreichtum für die Glasöfen und umfangreicher Quarzvorkommen blickt der Bayerische Wald und Oberpfälzer Wald auf eine 700-jährige Glastradition zurück. Deshalb ist Glas im Zellertal auch heute noch ein Riesenthema, zumal sich die historische Glasstraße (250 km) durch die entlegene Region hindurchschlängelt. Das künstlerische Handwerk - in dem jahrhundertealte Tradition und modernes Design buchstäblich miteinander verschmelzen - bewahrt ein beachtliches kulturelles und geschichtliches Erbe. Mundgeblasene Kunstobjekte werden in den "Glashochburgen" Arnbruck, Drachselsried und Bodenmais feilgeboten, wobei beim kreativen Gästeglasblasen jeder die Chance bekommt, sein eigenes kostbares Unikat gestalterisch anzufertigen.

Bezogen auf ein Tagespensum eröffnet die relativ kurze Streckendistanz Gelegenheiten für attraktive Routenabweichungen. Verheißungsvolle Beispiele, die das Erlebnispotential erhöhen: Blaibacher See (4.5 km von Bad Kötzting), Schlenker zur urigen Scharebenhütte (7 km) - wo bei glasklarer Luft und königsblauem Himmel die herrliche Aussichtsterrasse die Gemüter verzaubert - die Besichtigung des Erlebnisbergwerks bei Bodenmais, oder eine spaßige Schussfahrt mit Sommerrodelbahn bzw. dem Silberberg-Coaster sorgen für eine kontrastreiche wie gleichsam unterhaltsame Abwechlung. Das Gute daran ist, dass emotionale Erlebnisse keine Eintagsfliegen sind, sondern Glückspilze sie im Kopf nach Hause mitnehmen.
Umweltfreundliches Anradeln leicht gemacht

Bad Kötzting ist hervorragend an das überörtliche Radwegenetz angebunden. Am Radverkehrsknotenpunkt Ludwigstraße vor der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, die den Mittelpunkt einer Wehranlage mit äußerer Ringmauer, Graben und innerem Befestigungsring bildet (erstmals 1179 in einer Papsturkunde erwähnt), nimmt der Zellertal-Radweg seinen Ausgang. Des Weiteren tangieren das Routen-Fadenkreuz der Lamer Winkel-Arber-Radweg und der Grüne Dach-Radweg, die beide deckungsgleich nach Bayerisch Eisenstein führen.
Bad Kötzting ist mit großem Abstand der größte Ort auf der 32 km langen Strecke, gefolgt von Bodenmais (ca. 3.641 Einwohner), Drachselsried (ca. 2.375 Einwohner) und Arnbruck (ca. 2.031 Einwohner).
Wird Bad Kötzting als Übernachtungs- oder Urlaubsort gewählt, dem bietet die AQACUR-Bade- und Saunawelt ideale Regenerationsmöglichkeiten. Nach einem kräftezehrendem Etappentag verheißt der Thermenaufenthalt Entspannung pur, damit Körper, Geist und Seele wieder ins Lot kommen.

Nach Überquerung der Ludwigstraße bäumt sich die trutzige Kirchenburg mit der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt auf, die mondän auf einer felsigen Kuppe oberhalb des Weißen Regen liegt. Die ehemalige Wehranlage mit dem Schloss aus 12. Jahrhundert wird von einer wuchtigen Ringmauer umschlossen und ist zusätzlich durch einen halbrunden Graben geschützt.

Direkt vor der Kirchenburg verläuft der Pfingstreiterweg (der jährliche Kötztinger Pfingstritt ist eine Eucharistische Prozession zu Pferde und geht zurück auf ein Gelöbnis aus dem Jahre 1412). Die Bronzeskulpturen zeigen die Funktionsträger des Pfingstrittes: Kreuzträger – Laternenträger – Fanfarenbläser – Geistlichen Offiziator – Pfingstreiter. Im Sockel sind die Namen der Pfingstreiter verewigt, die ab dem Jahre 2015 für ihre 50malige Ritt-Teilnahme ausgezeichnet wurden. Die Skulpturen stammen vom Bildhauer Josef Michael Neustifter (2024).
Der Regental-Radweg (5.5 km von Bad Kötzting entfernt) - kombiniert mit dem Lamer-Winkel-Arber-Radweg - ermöglicht eine attraktive Radanreise aus unterschiedlichen Richtungen nach Bad Kötzting.
View Points on Top
Das Zellertal im Bayerischen Wald ist ein ruhig gelegenes Tal abseits vielbefahrener Hauptverkehrsstraßen, das sich zwischen Bad Kötzting im Nordwesten und Bodenmais im Südosten erstreckt. Perspektivische Ansichten aus unterschiedlichen Blickwinkeln vermitteln authentische Eindrücke über das malerische Zellertal. Beste View Points über das Zellertal bieten die Kammlagen des Kaitersbergs im Naturpark Oberer Bayerischer Wald, sowie die Gipfel des Harlachbergs und Silberbergs im Arberland.

Foto: langgestrecktes Zellertal aus der Sicht der Vogelperspektive (Blick vom Kaitersberg). Das Panorama vermittelt eine wirklichkeitsgetreue "Blaupause" über die anmutende Naturlandschaft, durch die sich der Zellertal-Radweg im Talboden der Länge nach hindurchschlängelt. Ein reizvoller Anblick, der vielleicht den einen oder anderen User animiert, diese Radtour adhoc auf seine Bucket List zu setzen.

Im übrigen soll's ja nicht wenige Radfahrer geben, die ab und an auch mal gerne Wandern gehen. Nur soviel dazu: Die Wandertour (Goldsteig/E6) beginnend in Reitenberg, bei Bad Kötzting - bietet über 12 Gipfel die höher sind als 1.000 Meter - bis zum Großen Arber bzw. Großen Arbersee in herrlicher Naturkulisse und unvergleichlichem Rundum-Panorama spektakuläre Fernsichten über den Bayerischen Wald bis weit in den Böhmerwald nach Tschechien hinein, wie man es in dieser überwältigenden Dimension nur äußerst selten zu sehen bekommt.
Apropos Panorama, da hätten wir - zugegebenermaßen einen doch recht ungewöhnlichen - Vorschlag. Warum nicht vom Sattelblick adhoc in die Vogelperspektive wechseln, die ein grenzenloses Freiheitsfeeling entfacht? Eine Suggestivfrage, die gleichwohl rasch entschlüsselt ist. Wer den Bayerwald bzw. angrenzenden Böhmischen Wald aus luftiger Höhe bestaunen möchte, bucht am Arnbrucker Flugplatz kurzerhand einen atemberaubenden (Cessna-) Rundflug für 30, 45 oder 60 Minuten (ab 70 Euro p.P.). Ein extravagantes Erlebnis das atemberaubende Ausblicke und unbeschreibliche Momente bietet, die zeitlebens im Gedächnis haften bleiben.
Umgeben von den Anhöhen des Viechtacher Landes und dem Kaitersberg-Arbermassiv zieht sich das Zellertal vom Tal des Weißen Regen bei Bad Kötzting Richtung Südosten über Traidersdorf, Arnbruck und Drachselsried nach Bodenmais, wo der östlich gelegene Silberberg sozusagen den Talschluß des Muldentals bildet und dort mit touristischen Freizeitangeboten aufwartet. Nordöstlich von Bad Kötzting ragt der Kreuzfelsen (999 m ü.NHN.), Großer Riedelstein (1.133 m ü.NHN.) empor, währenddessen der heilklimatische Kurort Bodenmais von den sogenannten „Seven Summits“ Harlachberg (914 m ü.NHN.), Kronberg (983 m ü.NHN.), Kleiner Arber (1384 mü.NHN.), Großer Arber (1.456 m ü.NHN.), Sternknöckel (818 m ü.NHN.), Hochzellberg (1.208 m ü.NHN.), Silberberg (955 m ü.NHN.) umkranzt ist.

Hohe Tourismusaktzeptanz
Unberührte Naturareale haben in unserem dicht bevölkerten Industrieland (Bevölkerungsdichte liegt im Bundesdurchschnitt bei 236 Einwohner pro km²) leider Seltenheitscharakter. Während die Oberpfalz durchschnittlich ca. 116 Einwohner/km² und Niederbayern durchschnittlich ca. 122 Einwohner/km² zählt, liegen viele Gebiete im Bayerischen Wald, sogar noch deutlich darunter. Umso größer die Freude der Naturliebhaber und Outdoorsportler, die im Kötztinger Land (Landkreis Cham 85 Einw. pro km²) sowie im Arberland (Landkreis Regen 80 Einw. pro km²) in schier unendlicher Weite grenzenlos ihrer Leidenschaft frönen können. Zum einen bildet die waldreiche Region ein Rückzugsgebiet für Flora und Fauna, zum anderen spendet es dem Menschen Ruhe, Entspannung und Erholung. Wer in dieser ruhigen Naturgegend wohnt, wo andere Urlaub machen hat gut Lachen. Weit entfernt von Hektik, Lärm und Großstadtstress gibt es weder Trubel noch Massentourismus oder Verkehrskolonnen. Hierin verbirgt sich die Keimzelle für eine ausgeprägte Tourismusakzeptanz, die einem im Gegensatz zu überlaufenen Hot Spots allerorten entgegenschlägt. Letztlich trägt die Willkommenskultur dazu bei, damit sich Gäste in ihrem Urlaubsdomizil pudelwohl fühlen. Umso erfreulicher, als dass der naturverträgliche und nachhaltige Tourismus in der ländlich geprägten Region einen hohen Stellenwert hat, was in erster Linie Radfahrern, Mountainbikern, Wanderern und Trailrunnern zugutekommt. Angaben zur Bevölkerungsdichte laut Statista GmbH für den Erhebungszeitraum im Jahr 2022.

