Chill-Out für Körper, Geist und Seele

Gänsehaut-Temperaturen, Lichtmangel, Nebel und Nässe lassen das Stimmungsbarometer bei vielen Menschen in den Keller rauschen. Probates Gegenmittel: erquickende Wellnessstunden und abhärtende Saunagänge gebieten dem melancholischen "Winterblues" Einhalt. So wie sich die Tier- und Pflanzenwelt dem wiederkehrenden Rhythmus der Jahreszeiten anpasst und der Winter als Ruhephase und Regeneration dient, sollten es die Menschen dem Gesetz der Natur gleichtun und sich aufbauende Freiräume zum Innehalten verschaffen. 

Dass regelmäßiges Saunieren eine ganze Reihe gesundheitsstiftende Effekte auslöst und das allgemeine Wohlbefinden fördert ist durch zahlreiche Studien belegt. Der gesundheitliche Nutzen ist demnach unbestritten, denn wer regelmäßig sauniert, stärkt sein Immunsystem, entspannt den Muskelapparat sowie die Psyche. Wellnessoasen sind eine wahre Wohltat für den Körper sowie ein Quell der Ruhe und Entspannung. Sofern man sich genügend Zeit dafür nimmt richtig abzuschalten und den hektischen Alltag ausblendet für den wirkt die energetische Auszeit über die bloße Aufenthaltsdauer hinweg nachhaltig. Gelingt es, sich dem Hamsterrad des kräftezehrenden Alltags zu entziehen und kommen Körper, Geist und Seele in Einklang, öffnet die eingepegelte Balance neuer Lebensenergie Tür und Tor.  

Diffuses Tageslicht und wolkenverhangenes Grau in Grau dimmt nicht nur den Gute-Laune-Pegel und löst Stimmungsschwankungen in der feuchtkalten Jahreszeit aus, sondern es macht uns auch anfälliger für Erkältungen. Dazu birgt Kälte, Wind und Nässe im ständigen Wechsel mit trockener Heizungsluft in Wohn- und Geschäftsräumen weitere Gesundheitsgefahren. Zudem lauern zu allem Ungemach dort, wo sich viele Menschen begegnen auch noch erhöhte Ansteckungsrisiken. Überall schwirren Viren und Bakterien umher, d.h. die Infektionsgefahr hat Hochkonjunktur. Wer seine virale/bakterielle Schutzmauer nicht rechtzeitig hoch gezogen hat, für den haben ungebetene Eindringlinge leichtes Spiel. Eine schwache Immunabwehr gleicht nämlich bei widrigen Wetterbedingungen einer Sandburg bei Sturmflut.

Hält die feuchtkühle Jahreszeit Einzug nimmt die Infektionsgefahr für Grippe- und Erkältungsviren sprunghaft zu. Anstatt aber auf die belastende Chemiekeule zu setzen und sich Antibiotika rezeptieren zu lassen welches mit unnötigen Nebenwirkungen und Resistenzentwicklung behaftet ist, bieten sich auch sanftere Methoden wie Naturheilmittel an die bereits wirken bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist. So erweisen sich z.B. ausgedehnte Saunasitzungen bei nasskalter Witterung - wenn die körpereigenen Abwehrkräfte durch Krankheitserreger unter Dauerbeschuss stehen - als vorbeugende Maßnahme, welche die körpereigene Immunabwehr stärken sowie eine ausgesprochen wohltuende und erfrischende Wirkung auf den Organismus entfalten.

Während der Schwitzphase laufen im Innern des Körpers zahlreiche physiologische Prozesse ab. Demzufolge steigt die Herzfrequenz durch die Aktivierung des Sympathikus um bis zu 50 Prozent, wodurch das Blut schneller fließt und sich die Herzkranzgefäße erweitern. Gleichzeitig wird durch den Anstieg der Körpertemperatur die Stoffwechselaktivität angekurbelt, die Zellerneuerung der Hautschichten angeregt sowie Giftstoffe, welche sich im Körper angelagert haben wieder ausgeschieden. Dazu vermag die erhöhte Körpertemperatur bis zu 39 °C (künstliches Fieber) einerseits Krankheitserreger abzutöten, andererseits führen die thermischen Reize zur erhöhten Aktivität von Immunzellen und steigern somit die körpereigene Infektabwehr.

In Anbetracht des vielschichtigen Wirkkomplexes scheint es beonders in der nasskalten Jahreszeit geboten, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden und seine Abwehrkräfte - sprich Immunzellen - zu aktivieren. Schließlich macht uns die verbesserte Infektionsabwehr gegenüber Krankheitserregern widerstandsfähiger, womit wir der Erkältungsgefahr ein Schnippchen schlagen.

Das Wohlgefühl, sich nach der Schwitzprozedur wie "neu geboren" zu fühlen kommt nicht von ungefähr, denn die energetische Entspannung und Entschlackung bzw. Reinigung des Körpers weckt neue Lebensgeister. Nach dem Saunabesuch gleicht es einer Reset-Taste, die den Körper neu programmiert und das fragile innere Gleichgewicht wiederhergestellt hat.

Sport & Sauna - Für und Wider

Die Frage ob es sinnvoll ist Sport mit Saunagängen miteinander zu verbinden hängt von individuellen Gegegebenheiten ab. Soviel lässt sich vorweg sagen: werden einige Regeln beachtet, entfaltet die Kombination durchaus positive Wirkung. Damit sich Sport & Sauna aber tatsächlich ergänzen ist die wichtigste Grundvoraussetzung, dass die Trainingsbelastung vor dem Saunabesuch liegt - nicht umgekehrt. Die Argumente für diese Vorgehensweise liegen auf der Hand. So verbessert die Erhöhung der Körperkerntemperatur und die gesteigerte Pulsfrequenz u.a. die Versorgung der Muskeln, Sehnen und Bänder mit Sauerstoff und Nährstoffen, was die Regenerationsfähigkeit unterstützt. Des weiteren wird der Heilungsprozess eines akuten Muskelkaters (Faserrisse) oder (Muskel-) Zerrungen begünstigt bzw. der Abbau von Laktat aus der übersäuerten Muskulatur beschleunigt. Je nach Terminierung und Ablauf vermag die Symbiose beider Maßnahmen im Idealfall sogar leistungssteigernd wirken. 

Zudem steuert regelmäßiges Saunieren dem Open-Window-Phänomen bei Sportlern entgegen, indem es die Abwehrkräfte stärkt. Denn eines ist klar: wer über die Wintermonate Ausgleichssport betreibt und sich einen grippalen Infekt einhandelt, dessen Saisonvorbereitung gerät schnell ins Wanken. Je nach Krankheitsverlauf und Dauer der Genesung erleidet die Formkurve dann einen mehr oder weniger großen Knick.

Zu guter Letzt profitiert die Psyche davon, weil ein geplantes "Wellness-Programm" einer Selbstbelohnung gleichkommt. Im Bewußtsein nach dem Sport gemütlich in der Sauna zu entspannen und seiner Gesundheit getreu dem Motto "Erst die Arbeit, dann das Vergnügen" etwas Gutes zu tun schürt Vorfreude.